Nr. 126
Erster Blatt
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Jahrgang
Der ©icfteuer Anzeiger
erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Tiehcner.familienbläNer; ämnmnl wöchenll-iieeik- blatt siirden Kreis Sichen (Ticnsiag und Freitag); zweimal inonatl. land> wirischafillchc Sciifragcn ernspreck: - Anschlüsse: iiir die Redaktion 112,
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lg vonnittagL 9 Uhr. BMationf6nid llnd Verlag der vrühl'schen Univ.Such- und Stcinörudcrei R. Lange.
Dienstag. 2. Juni IM
General-Anzeiger für Oberhessen
Bezuft-prci-:
monatlich75M., vierteljährlich Mt. 2.20: durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePosl Mk.2.—viert el- jährl. ausschl. Bestellq. ZeilenpreiH: lokall5Ps, abwärts 20 'Bienniq. Chefredakteur: A. Goctz. Beralltwortlich für den rolit. Teil: Aug. Goer;: iiir .Feuilleton'. .Ver» mischles' und„Gerichts- saal": Karl Neuralk,; für .Stadt und Land-:
Rcdattion, Lrpedition und Druckerei: Schulftrahe 7. Anjeigkn!e>l:' H? Beck!
Die Wirkungen des hessischen Gemeinde- umlagengesetzes.
in.
In der Ceffentlixhfeit sind von Iren Steuerzahlern Und zshl reichen Gemeindebehörden besonders starke Beschwerden über die Wirkung der Grundsteuer und der Gewerbesteuer erhoben worden. Tic Denkschrift der Negierung widmet deshalb auch diesen beiden Steucoarten eine ganz besondere Ausmcrksamkeii. Bei Prüsung der Wirkung der neuen G r u n d st c u e r kommt vor allem in Betracht, dass in den Tabellen über die Steuerveranlagung sür die landwirtschaitlich genützten Grundstücke ausschließlich der gemeine Wert zugrunde gelegt ist. weit die nach Art. 4 dcs Gcsetzcs zulässige Bercchnuirg nach dem Mittelwert, also einem Besteuerungsmodus, der sich ans dein gemeinen Wert und dem Ertzragswcrt zusammensetzt, erst nach Einleitung deS Rcchtsmittelversahrcns zur Anwendung gebracht werden kann. In den statistischen Mitteilungen kommt somit noch nicht diejenige Entlastung zur Geltung, die der.Gesetz gcber selber durch die Bestimmung über die Feststellung eines Mittelwertes in Aussicht genommen hat. Trotzdem ist aus den Probcveraittagungen die überraschende Tatsache sestzustcllen. daß in 7.5 von den 101 Gemeinden eine Abnahme der Grundsteuer eingetreten ist und zwar besonders in den Orten mit rein landwirtschaftlichem Üharakter. Zu den übrigen 2b Orken, in denen die Grundsteuer eine Zunahme crsahren Ixit, gehören nicht nur die fünf größten Städte, sondern vornehmlich auch kleinere Städte, Borort- gemeinden und Gemeinden mit industriellem Charakter. Tiefe letztere Erscheinung erklärt sich dadurch, daß der ge meiuc Wert der betrcssenden Grundstücke vielfach über den nach der landwirtschaftlichen ErtragSf.ihigkcit bemessenen Kauiwert hinausgeht, besonders in der Nähe der Ortschaften selbst. Für reine Landortc ist das Ergebnis wohl um deswillen verschiedenartig, w-il hier mitunter Aenderungen des Wirtschaftslebens die Grundlagen der vor etwa 90 Jahren oollzogenen Bonitierung mehr oder weniger ausgc- staltct haben, so daß die Slcuerkapitalien auch nicht einmal mehr Verhältnis m ü ß i g der Ertragsfähigkcii des Grundbesitzes entsprechen', z. B. in Gemeinden, in denen unter Aufgabe des Getreidebaus zu dem lohnenderen Obst- und Gemüsebau übcrgegange» wurde, oder in denen durch intensivere Ausübung des Ackerbaus, verbesserte Verkehrs- Verhältnisse, Fcldbereinigung usw. die EriragSsähigkeir und damit der gemeine Wert des Grundbesitzes erhöht wurde.
Tie Steigerung im Aufkommen der Grundsteuer für landwirtschaittich genutztes Gelände tritt natürlich am stärksten u, den fünf größten Städten hervor In Mainz allein obne Mombach und üostheim betrug die Steigerung 296,7 Proz., in Mamz Mombach 251,2 Pro;, in Tarmstadt .955,4 Proz.. in Cffcnbod) 364,9 Proz, in Worms 93,6 Proz.. in Gießen 133,3 Proz., in Bingen (31,1 Proz. Bon den übrigen 94 Gemeinden haben 19 eine Zunahme bis zu 80 Proz. der Grundsteuer crsahrcn, während sich die Abnahme der Steuer in 26 Gemeinden bis-zu 10 Proz., in 35 Gemeinden von 10 vis 20 Proz., in 8 Gemeinden von 20 bis 30 Proz., in 3 Ge meiirden von 30 bis 40 Proz., in einer Gemeinde (Michel- stadt auf 51,8 Proz. und in 2 Gemeinden (Blitzenrod und Lißberg au föl bezw. 65 Proz. stellt. Tas neue Gesetz bringt bekanntlich .'ine weitere Belastung durch die Vorschrift. wonaäi der laudwirtschasrltche Betrieb als solcher der Gewerbesteuer vom Anlage- und Betriebskapital unier- lügt. Hiernach stellt sich die Gcsamrbclastung in 49 Ge
meinden niedriger, und in .52 Gemeinden höher als bisher. Der Unterschied ist jedoch nicht groß; für die 5 größten --tiidtc beträgt die Zunabnie nur 2—6 Proz., bei den übrigen Gemeinden gleichen sich die Steigerungen und Verminderungen ungefähr aus.
Für die Besteuerung der Waldungen ist bekannt lich abweichend von den Grundsätzen sür landwirtschaftlich genütztes Gelände unbedingt der Ertragswert zu Grunde gelegt. Im Turchschnitk des ganzen Landes hat hiernach die «teuer vom Waldbesitz um 1.5,2 Proz. gegen früher ab- gcnommeu. Ter gesamte Ertragswert der Waldungen in Vesten stellt sich auf 133 875 648 Mk., das Sicuerlapital des Waldes auf 1062 829 Mk. In 14 Finanzamts-Bezirken nat sich die Steuer gegen früher erhöht, z. B. in Älöfeld um 23,4 Proz., in Schotten um 59,9 Proz , in Lauterbach ® ro '' diel stärker sind dagegen die Ausfälle in v! Bezirken, und zwar macht sich tu Starkcnburg und Rheni- helsen in der Mehrzahl der Bezirke eine Abnahme, in Oder- helsen dagegen eine Zunahme bemcrlbar. Tic Abnahme betagt z. B. in Alzen ü Pro;., in Bingen 7.5,8, in Ober- -Olgclbeim .'>6,7, in Oppenheim 47,4, in Osthosen 28,7, in vcopenheim 53,5, in Langen 34. in Büdingen 75,8, in Butz bachl 40,8 Prozent. In Tarmstadt I fällt die Steuer um 51,6 Prozent, in II um 29 Proz., in Mainz I steigt sic um 11,7, in II und III fallt jic dagegen um 58,3 bezw. 39 Proz.; in Gießen steigt sie um 15.5, in Ossenbach I fällt sic um 4l>,in II um 25,4, in Worms I fällt sie um 38,6 und steigt in II um ,,3 Proz. Nach Ansicht der Negierung hängt Art und Höhe der Verschiebung im einzelnen Finanzamtsbczirk in der Hauptsach' davon ab. wie sich der Waldbestand nach Buchenwald, Nadelwald und Eichcnschälwald zusammensetzt.
Ter Grundbesitz der Staatsbahncn und der Privoleiscu- bahnen ist der Steuer nach dem gemeinen Wert unterworfen und zwar nicht nur der Grund und Boden, sondern auch dessen Zubehör, Schienen, Schwelten, Weichen, Drehscheiben, Signaieinrichtungen usw. Die Einbeziehung dieser wertvollen Bestandteile in den steuerpflichtigen Wert bedingt im allgemeinen eine wett höhere Belastung des Bahngeländes, als nach deni alten Gesetz. Ten sonstigen Grundbesitz teilt die Teiitschrist in die Rubriken: Bauplätze, rein gewerbliche und reine Wohngebäude und gemischte Gebäude ein. Als ausgesprochene B a platze werden die Grundstücke behandelt, die in den Bauplan bereits cinbezogen und regelmäßig tatastieri sind, mögen sic brach liegen oder als Lagerplätze, Zimmcrplatzc usw. dienen, während die land- oder iorstwirt'chasttich genutzten Grundstücke -- selbst, wenn sic innerhalb des Bauplans liegen oder als Spckuiations- ocländc in Betracht lammen — und ebenso die Garten außer Betracht geblieben sind. Es liegt aus der Hand, daß de, dem Gelände, das verhältnismäßig den höchsten gemeinen Wert hat, auch die Mehrbelastung am stärksten hcrvortretcn muß. Waren doch bisher die Bauplätze, auch wenn sie den höchsten Wert hatten, lediglich wie Ackerland erster Klasse besteuert. Die prozentuale Mehrbelastung dieser Bauoläre ist demnach auch eine sehr verschiedene: von den 66 Probegemeinden, sür die überhaupt Bauplätze sestgestcllt wurden, weist der größte Teil, 54, ein erhebliches Anwachsen der Grundsteuer aus. In 22 dieser Gemeinden trat eine Mehrbelastung bis za 100 Proz. ein, auf 110 bis 169 Proz. steigt die Mehrbelastung in Butzbach, Mainz ohne Vororte, Gon- fenheim, Wettenau, Lorchhein,, Lampertheim und Bens- Heim, auf 160 bis 180 Proz. in Worms ohne Vororte, Weins- Heim, Nieder-Ingclstadt, Ockstadt, auf 180 bis 200 Proz. in Höchst und Oppenheim, auf '200 bis 250Proz. in Arbeilgeii, Groß-Gerau und Groß-Stcinhcim, auf 250 dis 300 Proz. in Lotlar, Langen und Wixhausen, auf 300 vis 400 Proz
in Alsfeld, Mühlheim und Mainz Kosthcim, auf 400 bi? 500 Proz in Tarmstadt, Mainz-Momdach und Nompenheim. Die höchste Prozcntzahl erreichen ^Gießen mit 1090 und Ofseubach mit 1260 Proz. Es haben also die fünf größten «tätte in der Grundsteuer für die Bauplätze zum.Teil ein beträchtliches Vielfaches der früheren Steuer erreicht Aber auch tleinere Städte und Laudorte mit günstiger Verkehrslage, die Vororte großer Städte und Landorle mit Indu- sirie oder mit starker Arbeiterbcvölkerung lassen gleichfalls ein starkes Emporschncltcn der Grundsteuer erkennen.
Tic Besteuerung der Weinberge zeigt int wesentlichen eine merkliche Abnahme der Grundsteuer; von den 10 mit Weinbau beschäftigten Finanzamtsbezirken lassen 7 eine allgemeine Entlastung erkennen. Diese vorwiegend cingctretenc Erleichterung, die allerdings durch die Gcwcrdc- stcuer des dem Weinbau gewidmete» Anlage- und Belriebs- tapitalS wieder ausgeglichen wird, beruht ivohl in erster Linie auf der unliebsamen Erscheinung, daß durch die häufi- geu Mißernten des letz.ten Jahrzehnts infolge von Revschäd- lingen und Nebkrankbeiten der durchschnittliche Ertrag und damit auch der Wert der Weinberge zurückgegange» ist. T<i die Steucrlapitalicn in einer Zeit angesctzt wurden, in ivelchcr Fehlsahrc zu den Ausnahmen zahlte», so war die bisherige Besteuerung nach dem Steucrkapital im Verhält- nis zu hoch. Tic Werte der Weinberge, die den geringeren TouitätSklassen angehörcn, sind weniger stark gesunken, als die besseren Bonitäten. In drei Einzelsäuen aus verschiedenen Gemarkungen eines rhcinbcjsischeu FiuanzamIsbczirtS ergibt sich sür eine geringe Gemarkung eine durchschnittliche Enttaslung von IlProz, sür eine Gemarkung mit mittleren Weinbergen eine Entlastung von 24,3 Proz. und für eine gute Gemarkung eine solche von 30,5 Proz., so daß also die besten Lagen am stärksten entlastet worden sind. Das letztere dürfte nach Ansicht der Finanzämter darauf zurückzuführen sein, daß der Ertrag der geringen Lagen >n den letzten Jahren nicht so stark unter den Rebtrankhetten und ähnlichen Mißständen gelitten hat, wie die besseren Weinberge.
Für die rein gewerblichen Gebäude ergibt sich, daß bei 77 Gemeinden in 30 die Grundsteuer zu- und in 47 ab- genommcn hat. Tie höchste Zunahme von 100 bis 17/1 Proz. weisen Bodenheim pnd TittclShcim und 150 bis 200 Proz. Ulrichstcin und Undcnhcim aus. Abgcnommcn hat die Steuer auch in den fünf größten Städten, doch stellte sich die 'Abnahme meist nur auf 20 bis 40 Proz. Für reine Wohngebäude zeigt sich bei 99 ProbegcrnciiiKeu in 7t ein Anwachsen der Grundsteuer, dockt hält cs sich ebenso, ivic bei den gemischten Gebäuden (teils Wohn-, teils Erwcrbsräume in mäßigen Grenze». Von den fünf größten Städten hat 'Tarmstadt >ür reine Wohngebäude 7,6Proz, für gemischte 16,4 Prozent, Groß-Gerau sür beide 'Arten 39 Proz., Gießen 2,3 Prozent Zunahme, während Mainz sür Wohngebäude 1,2 Prozcnt, Osicnbach 9,9 Proz. und Worms N,6 Proz. 'Abnahme zeigt. Aus diesen Zahlen erhellt, daß eine allgemeine Mehrbelastung des i-ädtischcn ldausbesitzes nicht eingetreten ist, und die Veranlagung nach dem gemeinen Wert nicht ungünstig gewirkt bat. Aus diese Tinge und die Frage des Ertrags- und gemeinen Wertes wird icdensalls bei der bevorstehenden Erörterung der Tenkschrist in der Zweiter Kammer cingegangen werden.
Dcutsckrs Rcrch.
Ter große G e n c r a l st a li in Sli'aß-Lothringcii. Tie Leeren des Großen Gcneralstabs, darunter der K r o n vr > n j, haben ar.t Samstag vormikiaq 8 Illir Straßburg im 'Automobil oerlaöcn, um sich nach Badcn-Baocn .;u 'begeben. Gegen
Die Reise zum Mond.
Nur noch ein voar geringe Schwierigkeiten sind zu überwinden — und dann werden wir imstande sein, die von den Tichtern und Phantasten bisher nur in ohnmächtiqer Sehnsucht erträumte Nette nach dem Monde wirklich zu bewerkstelligen. Tas wenigstens neriichcri Charles Nordmann, der bekannte Astronom des Pariser Observatoriums, i» einem Aufsatz des Matin, in dem er sich mit sinem nor kurzem auiaetauchien neuen Plan einer Mond'ahrlwissenschaftlich auscinandersetzt.
Wir alle entsinnen »ns der Art und Weise, in dc/Iules Perne das Problem zu lösen suchte: allein die technische Phantasie des Schriststcllcr» vergaß nur einen Umstand, als sic die Reise ',UNI Monde ersann. Tas Nieicngcichoß. das er zum Monde hisiauischickrc, batte zwar eine Aniangsgeichwinbigkcit von 12^ Klm. in der «e- kunde. was gerade ausrcichte, um das Geschoß die Anziebuna-- krait der Erde überwinden .ui lassen Allein piesc vbanrastiichc Geschwindigkeit wurde dem Projektil in einer dreißigstel «ckunde gegcl'en: und dos hätte mnkbematiich ergeben, dtiß die Jni'aisen des Projektils ioiorl zu einer »niörmigcn Flciichinv>ie verwandelt wor- , den wären Tenn alle plötzlichen Schnelligkeilsichwankungen eines Getährtes haben für die Insassen sehr geiährlichc Folgen; bas lehrt uns schon im Kleinen das vlätzliche Anhallen eines Automobils oder eines Omnibusses Ein Proiekti! oder ein Vehikel, das durrii die Atmosphäre dahins'auiend ziip, Mond gelangen soll, müßte also, wenn Bi'enschen an der Fahr): teitnehmen. eine stetig aber langsam zunehmende Schnelligieii ciztwickeln.
Nun hat vor kurzem ein Meister der, Flitgknnst, M. Esnaul! Pelterie, sehr richtig ein geeignetes Mürtel genannt Es ist der Reaktion s mokor. Um die Aiiscinaäiderictzung technischer Einzelheiten zu ersvaren, mag es genügen,) zu sagen, drß dieie- Be» wcgungsmittel nach dem gleichen Grundsatz ardcitel wie diesista kete. Tie Rakete steigt, weil das Pulper, daS sie au der «eite trägt, im Verbrennen Gaie e:I;. i keik,- die durch eine Reaktions- Wirkung die Rakete in eine entgegengesetzte Richtung treiben und zwar mit einer der Eigenbcwcgung Henau gleichen Geschivindig- keit. Berechnungen ergeben, daß eins aus diese Weise getriebenes Geschoß, das in seiner senkrechten stoeweaung seine Geschwindigkeit um nur einen Meter in der Sekunde ständig steigert, in eins gen 10 Minuten den Mond erreichen) müßte. Nun kommt es noch darauf an. eine lauste Landuna >» erninöglichen Tas IulcsVcrncschc Mondgeiäbrt konnte seine lstcichwinsigkeit nicht selbsttätig vcrrin gern; wendet man das Prinzip der/ Rakete an. so wird das möglich, und inan wird sowohl die Gesechwindigleit verringern als auch
die Richtung des Fluges regulieren können. Tie Schwierigkeit, der übermäßigen Erhitzung vorzubcugcn, ist die Sache der Phhsiker.
Tas einzige kleine Hindernis, da. dem Plane eines Mond- iluges einstweilen noch entgegcnüehi, ist, daß wir keinen Brenn- ftoii und kein Ervloiivmiircl besitzen, das genügend Krait bat, um einen Teil seines Gewichtes Über die Grenzen der irdischen ?ln- zichungskrait hinauszuheben. Ta:u brauchen wir einen Stzplonv ftoff, der mindestens 409 mal io stark sein mutz wie das Ritro- glnzerin. Run enthält das Radium das 5000md)c der ersorder iidicit Krait: cs handelt sich also nur noch darum, die Krait des RadttiMs zu pcsreien, woran die Phnitker eitrig arbeiten. Inzwischen wird vorgesrötaaen, ans andereni Wege die criorderliche aNniähüch zunehmende Schnelligkeit, die der Monüomnibu« brauchen wurde, zu erzielen. Mus und Tronel emv'elslen ein Riesen rad von IM Mir. Turchmcsser. Am Rande des Rades ist ein Projektil beiestiat. das Rad dreht sich in der Sekunde Kl mal 11 m seine Achse, im geeigneten Auqendlick löst sich das durch einen Gnroitaten im Gleichgewicht gehaltenen Projektil von dem Istad? los: und die Reise kann beginnen. Bald, in spätestens 20 Jahr tausenden, können wir zum Mond abiahren.
K u n st s r e u n d c in de» Ländern am Rhein Aus Stuttgart. 30. Mai. wird gemeldet: Tie Stadtz Stuii gart l at Heine mittag den Vorstand des Verbandes der K u n st ircunde in den Ländern ont Rhein in den RatSIellcr eingeladen, linier den geladenen Herren bciandcn sich „. a. der wuritemheraiiche .Kullusminisler Tr. von Habermaas, der bahliche Minister des Innern Tr. Böhm und der erste Vorsitzende des Per landks Freih. von Heul. Beim Festessen begrüßte Oberbürgermeister Lautenichlagcr namens der Stadt die Erschienenen und sprach ihnen seinen und der Einwohncrichast von^Siurtgart sowie des ganzen Landes Tank aus sür die in allen Stellen geleistete 2lrbeit bei den Vorbereitungen zur Kunstausstellung, die morgen unter den, Protcliorai und in Anwesenheit des Großherzogs von Hessen eröffnet werden soll. Seine Rede Nang in ein Hoch au> den Vorstand des Verbandes aus. Ter Vorsitzende des Verbautes, Freih. von Heul, erwiderte hierauf, daß cs an ihnen liege, für die Gastfreundschaft zu danken und daß HC_itol; sieien, lnerher gebeten worden zu sein. Tein Hoch lgalt der «tadt Stuttgart und ihrem Oberbürgermeister.
.— Gin neues Prcisgcrichtsdcnkmäl. Wie wir er- iahrc't, hat das Preisgericht zur Erlangung eines Entwuris für das in Berli r zu errichlendc Kolonial -Kriegerdenkmal den ersten Zreis dem Entwurf des Büdhaucrs Professor Fritz
Lehn in München, den zweite» Preis dem Entwuri des Bildhauers Protcssors Hermann Hahn in München zuerkannt. Tas Preisgericht bciürworlete statt des in der Aiirlchrribnng für die Errichtung des Tcnkmals in Aussicht genommenen Baltenvlatzez einen anderen Platz, etwa den Treptower Park zu lvählcn. und hielt es gleichzeitig für wünschenswert, daß an deni Entwurf BehnS einc Reihe Aenderungen vorgcnommen werde. Ter Auffassung, daß sich der Bchnsche Entwurf in dieser Form, und aus dem vorgesehenen Platze zur 'AuSiübrung »ich- eigne, traten di- zuständigen oetchsrenorts be, Aut Grund eines Vertrages, den der Vorsitzende des Preisgerichts, Staatssekretär Tr. Sols dem Kaiser hielt, ist nunmehr in Aussicht genommen, unter Würdigung der Wüntätr der Jur» bezüglich der Auswahl eines geeigneten Platzes einen neuen Wettbewerb auszuichreibcn, zu dem Professor Behn und einige andere Künstler auiaeiordcrt werden sollen. Ten Vorschriiten des ersten Preisausschreibens cniiprechend werden die Entwüric in den Räumen der Akademie der Künste vom 4. bis 10. Juni Ssiem- lich ausgestellt.
kl NeucsLand im Nordpolar in e c r e. Nördlich vom Kap Tscheljuskin bat die hndrographijch- Forschungsreise, die Kapitän Mlkitskij mit den Eisbrechern „Taimvr" und ..Waigatich" im August 1913 vom Amadstr Busen aus unternommen hat, neues Land entdeckt Während „Waigatich" vergeblich versucht, Wranqel- land anzulauien, gilig „Taimhr" bis Kap Baranvw in der Nähe der Küste Hier trennten sich die Schisie. Ter „Taimvr" gelang es. nördlich von den ncusibiril'chen Inseln aus geradem Wege Kap Tscheljuskin zu erreichen. Hierbei wurde, wie Tr Gottsricd Hornig über biric Entdeckungen in der „Naturwissenschaftlichen Woche», ithnit" brridUrt. nordöstlich von diele» Inseln ein: kleine Insel enidecki. die Wilkitskij-Jnsel genannt wurde. Tie .Waigatich" wlqie der sibirischen Küste und machte Vermessungen an der Cbtanga-Buaü und der ihr vorgcl igelten Begjtschcw-Jnsel Bei Kap Tscheljuskin, wo sich die Schiiie wieder «raren, war d-r Der nach Welten ocriverrt. Nach Norden ausbiegend, fanden sie Nack .»0 Kilometer Fahrt eine etwa 12 Kilometer lange Insel, „Zesara- wilsch AleriS" und im Rordwesten nach abermals 50 Kilometern ein neues hohes Land mit Gletschern unter 80 Grad > Minuten nördlicher Breite und 97 Grad 12 Minuten östlicher Länge Sie iolgten der Küste 35 Kilometer weit, dann zwang sie das Eis be 81 Grad Breite und 96 Grad Länge zur Umlehr. Das neue 'Äiko- laus II.-Land schi.-bt sich vor die Lücke .'.wischen Franz-Josef.Land uiid Novaja-Semlja und erklärt so auch die Eissperrc am Kap Tschellnskin, die der Schistahrt so unüberwindliche Schwierigkeiten bereuet.


