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Starkrnkurg uiU) stlheinhessen.

*= Mainz. 30. Mai. Anläßlich bts 50jährigen Br- stehens der Zementsabrik Dycker ho ff & Söhne. ®. m. b. £>., Mainz-Amöneburg, wurden folgende AiiSzeich.nmgen verliehen: a) hessische: Geheimrat Gustav Dqckerhoff da?

Ehrenkreuz de? Verdienstordens Philipps des Großmütige», Karl Tyckcrhoss der Titel eine? Koinmerzienrats, De. Oliv Tyckcrhoss das Ritterkreuz t. Klasse vom Orden Philipps des Großmütigen; b) preußische: Geheimcat Gustav Tyckcrhoss und Prosessor Rudolf Tyckcrhoss der Kranenorden 3. Klasse, Dr. Slugust Tyckcrhoss der Rote Adlerocdcn 4. Klasse^ Außerdem wurde noch eine Reihe hessischer und preußischer Auszeichnungen an Beamte undArbeiter der Firma verliehen. Tic Firnia machte größere Stistungen im Desanitbetrage von über 200 000 Mark für ihre Beamten und Arbeiter, sowie süc Mainzer und Biebricher Wohlsahrtseinrichtungen.

Kreis Wetzlar.

-m. Krofdorf, 2. Juni. Am 2. Feiertag fanden Spaziergänger im Launsbacher Walde den von hier ge. bärtigen, in Gießen wohnhaften Arbeiter W. Leib an einem hohen Baume erhängt vor. Was den LebenSniüden in de» Tod trieb, ist nicht bekannt. Bemerkenswert ist, daß sich vor Jahren der Vater des Selbstmörder? von einem Zuge iibersahrcn ließ und eine Schwester von ihm sich ertränkt hat.

Hessen-Nassau.

T). Frankfurt a. M,, 1. Juni. Pfingsten brachte nicht den erwarteten Massenvcrkehr. Zwar fuhren am Samstag etwa 80 000 Personen ab. zum größten Teil rn die entsernteren Gebirge, da­gegen. bewegte sich der Verkehr an den beiden Feiertagen selbst in recht mäßigen Grenzen. Auch der Dmkchr nach dem Taunus ließ sehr zu wünschen übrig. Am Samstag hatte der Haupt- bahnhos zu den 760 fahrplanmäßigen noch 37 Sonderzügc zu b wälrigcn, also rund 800. Tas macht jedesmal einen Zug aus 1,8 Minuten.

X. Hanau, 1. Juni. Für das am 1. Okt. d. I. in Berlin zu errichtende Eifenbahnregiment Nr. 4 haben die bestehenden Eisenbahnrcgimenter Nr. 2 und Nr. 3 in Hanau sowie das Eisenbahnregiment Nr. 1 in Berlin je eine ge- schlossene Kompagnie in voller Starke abzugeben. Mit einer ebensalls aus schon bestehenden Eisenbahntruppen zu bil­denden weiteren Kompagnie werden diese 4 Kompagnien das 2. Bataillon des neuen Elsenbahnregiments ergeben, tvährend das 1. Bataillon aus dem seitherigen Eisenbahn­bataillon Nr. 4 gebildet werden wird.

b. Ausdem Taunus, 1. Juni. Die Ausschreitungen und Eigentiimsvergehen, die sich eine Anzahl Wandervögel an den legten Sonntagen in zahlreichen Torsgemarkungen leisteten, haben die Erbitterung der Bevölkerung hervorgerusen. Zur Steuerung der Auswüchse hatten verschiedene Gemeinden Sicherheitsdienst ein­gerichtet, der sich trefflich bewährte. Die beliebten Lagerstätten der Wandervögel wurden die ganzen Tage von bewaffneten Torsbewoh­nern überwacht, so daß jede nahende Gruvve es vorzog. die un­gastlichen Stätten zu meiden. Es ist bedauerlich, daß die schöne Idee des Wandervogels derart mißverstanden und ausgeartet ist. daß cs soweit kommen mußte und mancher Unschuldige unter den Zwangs- maßrcgeln mitzuleiden hat.

h. Bad H o m bu r g v. d. £>., 1. Juni. Eine unbekannte Dame hat der hiesigen katholischen Kirche 44 wertvolle Bildwerke die Leidensstationen Christi darstellend zum Geschenk gemacht.

h. Oberursel, l. Juni. Ter aus die Stadt Oberurscl ent­fallende Wchrbcitrag beläuft sich aus 200 664 Mark.

Z- Eschwege a. d. Werra, l. Juni. Ter vor einiger Zeit aus dem benachbarten Dorfe Völkershausen nach K irch Hellen in Westfalen versetzte 40jährige Förster Dörflinger wurde am vergangenen PfingslsamStag abends in seinem Revier von Wilddieben, die er aus srischcr Tat er­tappte. erschossen. Der Getötete war verheiratet und hintcrläßt eine Witwe und acht Kinder. Tie Täter sind noch nicht ermittelt.

LanSsvirtschaft«

Rückgang des Milchverbrauchs auf dem Lande. Wenn früher die Milch das erste und wichtigste Nahrungs­mittel der ländlichen Bevölkerung war. so ist darin seit etwa zehn Jahren eine entschiedene Wendung zum Schlechteren cingetrcten. Der weitaus größte Teil der erzeugten Milch wandert heute in die Molkereien oder ,n stundenlanger Fahrt nach der Großstadt. Iw Haushalt selbst behält man nur das allernötigste Quantum. Tie zur Butterei und Käserei nötigen Geräte sind längst zerschlagen oder verstauben aus den Hausbödcn oder werden in den Museen als Raritäten bewundert. Freilich hat sich die neuzeitliche Milch- wirtschast wesentlich vereinsacht, seitdem die Molkereien allerorten ihre Zelte ausschlugen, ein Betrieb, der sür die Bauern als Prodii zentcn auch unverkennbar wirtschastlichcr ist. Aber im Interesse der Bolkskrast ist diese Erscheinung zu beklagen. Ehedem trank man morgens, nachmittags und abends in den ländlichen Haushaltungen

irische, ungeiochic Milch und sestgebackenes Schwa^brot ml echter Bauernbutter und richtigem Kaie dazu. Heute gibt es statt dessen Bier oder Avielwein. ein helles, nahrsalzarmes Roggen- Weizenbrok, süßliche Molkercibutter und den sogenannten Kartosscl- käse. Selbst den kleinen Kindern und der Heranwachsenden Jugend wird die Milch so früh als möglich entfremdet: nicht sern dürste die-Zcit sein, in der man dieses hcroorrägendc Bolkzo-b-onoswiteei m,i seinem hohen Gehalt an Eiweiß. Fell und Zuckerston nur noch als Delikatesse genießt. Eine Besicrung der Verhältnisse ist vorerst kaum zu erwarten, es sei denn und daraus machen in den lüngstcn Tagen bcruscne Volkswirtschaitler mit allem Nachdruck aus merksam, daß die Ziegcnhaltung eine viel größere Ver­breitung fände als bisher, besonders IN den Kreisen der Bevölkerung, die nicht reine Landwirlschast beirelben Von diesen Schichten aus könnte eine Wandlung zum besseren beim Milchkonsuln eingeleitet werden, um die Milch wieder zum Volksnahrungsmiitcl zu machen.

Lititjctziffabrt.

DasLustschissB VII" > n F r a n k i u > t.

Frankfurt a. M, 30 Mai. Tas LustschsssZ.VII", das heute nacht um 1 Uhr 30 Minuten unter Führung des Haupt­manns Grüner von der sächsischen Lustschisierkomvagnic in Dresden ausgestieacn war, tras um 9 Uhr 30 Minuten hier ein und landete um 9 Uhr 40 Minuten glatt vor der Halle. Cr§ vürd in der balle geborgen und hier bis zum Glntrefsen der Viktoria Luise" bleiben, und sodann ml dieser die Halle in Baden- Oos vcrlauschen. Tie Ankunst derViktoria-Luise" wird kurz nach Pstngstcn erwartet.

Dresden. 30. Mai. Von den Teilnehmern am Treicck- slug sind bi? 9 Uhr abends 27 Flugzeuge hier gelandet. Ter Flieger Erich Schmidt, der van Leipzig auf einem Sachsen- g.oppeldeckcr gestartet war, hatte in 700 Meter Höhe bei Meißen einen Vergaserbrand und mußte in steilstem Gleit sluge niedergehen. Dabei überschlitg sich das Flugzeug mehrere Male und lvurbe bei der Landung beschädigt. Toch blieben die Insassen unverletzt. Der Flieger Hermann Easscr, ver aus einem Mars-Doppeldecker fliegt, mußte in der Nähe von Tresden in einem Haserfelde wegen Motordefckts lan­den. Er konnte jedoch bald wieder aussteigen und landete glatt auf dem hiesigen Flugselde.

.. nti bcs, 30. Mai. Ter Flugschüler Apostinelli ist bei einem Fluge 300 Meter vom jlfer ins Meer gestürzt und ertrunken

vermischter.

Ein neues Goldland Rach einer amtlichen Mit­teilung des Gouverneurs von Britisch Guahana ist cs unzwcisel. hast, datz^ die Welt um ein neues Goldland reicher geworden ist: an der Lüdgrenzc Guayanas, in der Nähe des Ruvununi- rvlusses sind ansehnliche Goldfelder entdeckt worden. Tas Vor- handenscin von Gold in jenen Gegenden kam erst zur Kenntnis der Behörden, als vor kurzem amerikanische Goldsuckier in George­town den Antrag stellten, ihnen das Schürfrccht in gewüstn Gegenden zu gewähren, die zwischen den Quellen des Takutu- Flusscs und der Tukurutu-Berge liegen. Tie ausgesundenen Gold­felder befinden sich in waldreicher liegend. Nach den Schüricrgeb- nissen der^ersten vorläufigen Versuche rcainet man aus sehr reiche Erträge. Schwierigkeiten bereiten einstweilen nur die ungünstigen Transportmoglichkeucn. Jenseits von llpocari ist der Ruvununi in der Trockenzeit nicht mehr schsssbar, so daß die ganz im Hinter­land der Kolonie in unmittelbarer Nähe der brasilianischen Grenze liegenden neuen Goldseldcr von der Küste aus nur sehr schwer und umständlich z» erreichen sind. Tie Reise sührt durch öde und un­wirtliche Landstrccken. Es ist daher auch wahrscheinlich, daß nach Ausnahme einer regulären Ausbeutung des neuen Goldlandes der Transvort und der Verkehr aus brasilianisches Gebiet über­gehen wird; wan wird zu den britischen Goldsctdern mit dem Damvicr den Amazonenstrom bis Manaos hinaussahren und von dort längs des Rio Branco bis Boa Villa Vordringen: dieses brasilianische Fort liegt nur etwa 90 Kilometer von dem neuen Torado cntsernt. Tic Behörden von Britisch Guayana treffen einstweilen Vorkehrungen, um einen Ansturm von Goldsuchern abzuwehren. Tas Gouvernement wesst in aussührlichen War­nungen daraus hin, daß nur größere, wohlausgerüstete und mit reichem Proviant versehene Erveditionen 'Aussicht haben, die Schwierigkeilen der Reise zu überwinden. Ten» die Stätte der Goldiunde liegt in dem äußersten bisher völlig Iinerioricksten Winkel des Hinterlandes, in einem Gebiete, IN dem Nahrungs­mittel nicht zu erlangen sind. Tie wenigen in jener Gegend hausenden Indianer sührcn ein küinmcrliches Dasein: cs sind An­gehörige des Maculi-Ttammes, die einen Tialeki karaivischer Mnndart sprechen. Man will auch Vorkehrungen trcssen. um das Eindringen unerwünschter Elemente von der brasilianischen Grenze her z» verhindern. Grenzstrcitigkcitcn können nickt mehr entsteben. da die Grenzlinie erst vor kurzem durch eine britisch brasilianische Kommission srstgelegt wurde, so daß diplomatische Konflikte über die Staatszugehürigkeit des neuen Torado ausgeschlossen bleiben.

* Enfant terrible.Schämst du dich denn nicht, Emil, so zu lügen? Ms ich so alt war wie du, habe ich nie die »nwabrheil gesagt!"So? Wann hast denn du damit angesangen, Papa?"

Kleine Lagcschromt.

Kommerzienrat B e <f, DerlagshuchHändler und Inhaber der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart, isi an einem öerz^ leiden im Alter von 71 Jahren gestorben.

I» M a l h a u s e n i. E. kam am vergangenen «amstag abend gegen 40 Uhl' in den Laden der Mciithändlers Riechcrt ein 1 »»^. uni etwas zu kaufen. Als Riechcrt ihm das Verlangte holen rrolltr. bedrohte ihn her Ilnbekannte mii dem Revolver und schlug den lieb zur Wehr Setzenden zu Boden, zugleich zwei Sckiüssc aus ihn abscuernd. Au« der Ladenkassc eignete er sich eine Bteckibüchse an, die aber leer war, schoß aut die herbereilende Frau Riechcrt zwei Schüsse ab und cntiloh. Tie Verletzungen des .Händlers sind Icjchl, die der Frau schwerer. Tcr Täter ist ent. komme». .

Naäi dem Genuß von Schweincsteisch ist in Bottrop die siebeiikäpsigc Familie eines Bergmanns erkrankt. Zwei Kl n- der sind bereits gestorben: die Frau und drei weitere Kinder schweben in Lebensgefahr

Im Hause des kaiserlichen Slallmeisters Tenissvw IN Pet ers- b ra wurden Juwelen im Werte vdn eincr^halben Milllkm Mark gestohlen. Man hat bisher »och keine «pur der Dli^c.

Die die Behörden von Jatutsk berlchic», ist dort weder über die Aussindung des Ballons von Andres noch über den Fund von Menschenikeletten etwas bekannt.

30 0 j ck> w e d i i ch e B o I k s s ch ü l c r werden ansangs Jul, Berlin, Dresden und den Schwedenstein sowie die Gustav-Adoli» Kapelle bei Lützen besuchen.

Tie Kirche von W a r g r a v e an der Themse ist in der Nacht zum Montag abgebrannt. An der Brandstelle ist ein Schriststück der Sussragetten gesunden worden. .

Am Samstag nachmittag hat in S i l k c st o n c im Kohlen- bcrgwcrk Wharnclissc eine Erploiio» stallgesunden. 'Daher wur­den l 4! Personen getötet. _

Amtlicher SBcttcrfcrridit.

Wetleraussichlen in Heiien am Aiülwoch, de» 3. Juni 1914 :

Zuuackii wolkig, flellenwcnc teichle Negeniälie. später wieder aus» heilerud, keine Temperaturänderimg, »ordwesllichc Winde.

Letzte 27 ach richten.

Als Geisel entführt.

K o n st a n t i n o pe l, l. Juni. Ter belgische Landwirt« jchastsingenieur Lueien Tack, der bei T h r t) a an der Eisen­bahn Sntprna-Aidin ein Landgut bewirtschaftet, Ist vor­gestern von einer Muberbande enlsührl worden. Nach Kvn- snlatsmeldungen soll e? sich um eine türkische Bande unter Führung Hadschi Mustafas handcln. Tie Bande verlangt ein Lösegeld von 6000 Pfund oder 128000 Francs. Auf Ern- schreilen der belgische» Gesandtschaft hat die Regierung Gen­darmen zur Bersolgung ausgesandt und Maßnahmen zur Sicherung des Lebens des gefangenen Belgiers ergriffen.

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