Einzelbild herunterladen

^ 1 tt i ft fctcti, sich möglichst wenig Kinzumischcn, weil sie den ttzrunösatz verfolgten, ein selbständiges Lllbanien zu schassen und die Einrichtung des Standes tunlichst der nationalen Re gieruwgsgrwalt, die wieder von der internatioiialeii Kon trollkomnrissioi, beraten sei. iiberlassen zu wollen Wenn, suhr Graf Berchtold fort, im bestininrten Falle besondere Mastnahinen notwendig erscheinen, so geschieht dies aus Grund speziellen Einvernehmens mit Italien. Dieses ist auch bezüglich der provisorisckicn Schutzmaßnahmen anläßlich der jüngsten Vorfälle in Durazzo der Fall gewesen, welche in der Landung einiger Matroscndetachcmcnts sowie darin be­standen, daß drei Kreuzer und einige kleine Einheiten unserer Kriegsmarine vorsichtshalber vor Turazzo liegen.

Die Anfrage Mastalkas, warum sich der Fürst auf ein italienisches und nicht auf ein österreichisches Schiss begeben hatte, beantwortete der Minister daltzu, daß das italienische Schiss jachtartigen Charakter habe und daher mehr Bequcm- lichkeiten biete.

Aus Mexiko.

Niagara Falls, 25. Mai. Es wird erklärt, daß die Forderung der amerikanischen Delegierten, genaue Ent lvürfe für die Regelung der Landfrage in Mexiko in die Regelung der mexikanischen Lage einzubeziehen, für die Vermittler unannehmbar sei. Falls darauf bestanden würde, würde dies für die mexikanischen Delegierten ein Grund zum Abbruch der Verhandlungen sein. Trotzdem erklärte gestern ein amerikanischer Delegierter, die Verhandlungen schritten günstig fort.

veutßcbe» ttekcv.

Der Kaiser.hielt am Montag.früh mit der zweiten Garde-Jnfanterie-Brigadein Döberitz eine Hebung ab, an dem auch andere Truppenteile des Clardckorps teilnahmcn.

Im preußischen Abgeordnetenhaus wurde am gestrigen Montag die Besoldung? Novelle be­raten und einige kleinere Vorlagen in Angriff genommen, damit diese an das Herrenhaus gelangen können, 'Rach kurzer Aussprache wurde das 6 i s e n b a h n a n > c i h c - gesetz definitiv angenommen, ebenso der Gesetzentwurf über die Bewilligung weiterer Staatsmittel für W o h n n n - gen von Arbeitern, die im Staatsbetriebe beschäf­tigt sind, und einige weitere kleinere Vorlagen. Ter Ent­wurf eines Fischereigesetzes, der im ganzen freund­liche Aufnahme fand, wurde an einen Ausschuß von 28 Mit­gliedern verwiesen. Rach Erledigung einer Anzahl von Biti- lchristen vertagte sich das Haus. Das preußische Herrenhaus beriet am Moutag das Fideikommiß- gesetz. Das Gesetz wurde in der Ausschußfassung an­genommen nebst einer Entschließung D z i e m b o w s k i, die einen Gcsetzentivurf fordert, der die Widmung kleinerer ländlicher Besitzungen zu Fideikomnnssen unter gewissen Bedingungen ermöglichen soll.

Aurlcinv

Beschwerde eines Franzosen wegen Fest- nahmeinDcutschland. ImMatin" erzählt der fran­zösische Automobil- und Lustschlsferzeriger Clement B a - pard, vast er am vergangenen Freitag vormittag mit zwei Mitarbeitern namens Nicolas und Sabatlstcr und einem Dol­metscher, als sie sich nach einer in Deutschland rutlernommc nen kurzen Studienreise auf der Rückfahrt nach Paris be­fanden und in der Nähe des Flugfeldes von Bickendorf bei Köln vcrwcilteu, wo sie die Landung desZeppelin" arischen wollten, unter dem Verdacht der Spionage verhaftet wovden sei. Er sei chic ein gemeiner Missetäter durchsucht, gemessen, photographiert und 36 Stunden lang im Kölner Gefängnis in einer elenden Zelle ohne genießbare Nahrung in Haft behalten worden. Erst am Samstag abend seien er und seine Geführten olme ein Wort der Eirtschuldigung frei gelassen worden. Er wisse noch nicht, welche Haltung er bcob achten werde, aber es sei möglich, daß er sich auf diplo­matischem Wege beschweren werde.

Ein Unfall des italienischen M'arinemini- sters. Aus Genua, 25. Mai, wird gemeldet! Ms der Marine mini st er Millo sein Hotel verließ, um den König bei der Besichtigung der Werst Ansaldo zu begleiten, stolperte er über den Teppich, stürzte und "b r a ch das rechte Bein. Die Aerztc erklären, er müsse über einen Monat das Bett hüten. Der König besuchte chn in Begleitung des Herzogs der Abruzzen und des Kolonial- miuisters Martini.

Das dänische Königspaar ist am Montag nach­mittag an Bord seiner Jacht von Amsterdam nach Kopen­hagen abgercist.

Das englische Unterhaus hat in dritter Lesung die Homerulebill mit 35l gegen 274 Stimmen an­genommen.

Aus Stavt und Land.

Gießen, zG. Mai 1914.

Ein Heimatsfest.

Zu Himmelfahrt fand beim Reinhardshainer Was­serturm eine Feier statt, zu der sich Bewohner aus den um­liegenden Ortschaften versammelt ltztttcn. Die Veranstaltung der Posaunenchöre Beuern und Bersrod lmttc den Zweck, Hcimatssinn zu pflegen, und sie wird an diesem Tage immer wiederkehren. Wie Psarrcr Wagner-Beuern in der Begrüßung sagtb. soll das Fest auf religiöser Grundlage Volkstümlichkeit und Heimat sinn wahren helfen.

Ein Teilnehmer schreibt uns folgende anmutige Schilderung des Heimatsicstks:

Aus steiler Berges höh ragt wie ein Recke aus vergangener Zeit der Reinhardshainer WasserturM in die Höbe, der im Gegen­satz zu den meisten seinesgleichen sich in kerniger Form in die Umgebung wohl eingliedert. Zu seinen Fußenim ichünsten Wiesen gründe" ein Teich, in dem die bräutliche Maicnfonne ihr Antlitz spiegelt, in der Ferne grüßen aus den lieblichen Gefilden des Lumdatales schmucke Dörfchen, von violcttönigen Waldcshöd'n um­rahmt, am Horizont lagern die grauen massigen Berge des Pogels- bcrges, echter Sinnbilder kernig-schwerfälliger obcrl-zcssischcr Art Wahrlich cm Fleckchen Heimat, der Liebe wert! Dieses vom Glanf der Mauonne überstutetc Bild lassen die Besucher aus sich imrken und betont wird die Wirkung durch Liedervorträge, die z. T mal' gelungen werden, wieDies ist der Tag des Herrn",Laue Lüste styl ich wehen",Der Mai ist gekommen" usw. Wo so die Heimat selber stricht, findet der Redner guten Boden, besonders wenn er wie Pfarrer Hofmann-Winnerod ein Volkskenner ist. Manch' Müt terlein hat genickt und mancher Greis im Silberhaar ernst drein geschaut bei seinen gut beobachteten Bildern aus dem Volksleben, die Licht- und Schattenseiten der Doriheimat zeigten. Besonders fchön zeichnete er, wie hier alles. Haus, Baum, Strauch, Acker, Wiese, zu den Menschen redet. Noch Manches Lied erscholl, und besonders das alteIm schönsten Wicscngrunde" lieh auch ein steinern Herz erweichen und mitsingen. Möchle -mancher heim gegangen sein, als die Sonne verglühte, mit dem Wunickze: Jtr, wir wollen unsre Heimat lieben und unser Volk, wie cs ist, aber auch, wo es not tut, den Hebel der Besserung ansetzen. Sorgen wir liur, daß wir fest gewurzcL blechen im väterlichen Grunde, und die heimatliche Scholle wird schon von selbst ihrein Gcwäckx das soll der Mensch sein väterliche, sroimne AIrt verleihen und erhalten!

" Offene Stellen. Erledigt sind: Die mit einem'

evangelischen Lehrer zu besetzende jioeitc Lehrerstclle zu Stein« dach, Kreis Erbach. Da? Präsentationsrccht steht dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürslena» zu. Eine evangelische Lehrer- iiclle zu Nieder-RoSbach, Kreis Fricdberg. Die evang, Lehrerstelle zu Roda», Kreis Bensheim; mit der Stell-! ist Lescgottesdienst und Organistendicnst verbunden. Das Pra- jcntationsrecht steht dem Großh. Krcisrat zu Bensheim und dem OrtSvorstand in Rodau zu. Erledigt i|t ferner die Stelle des Oberförsters der Obersörstcrci Düdelsherm.

** Pcrsonalvcrändernngen. Ter Eichmcistergchilsc Joseph Hartman,, in Fricdberg wurde mtt Wirkung vom l. Juni 1914 ab zum Eichmeister ernannt. Der Oberförster der Obersörsterei Düdelsheim', Forstmeister ,rricdrrch Bücking zu Büdingen, wurde auf sein Nachmchcn unter Anerkenmmg seiner langjährigen, treu .geleisteten Dienste m den Ruhestand verseht, aus diesem Anlaß Ivurde ihm die Krone zum Rttter- kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Aus dem Schuldienste. Der Großhcrzog hat den Oberlehrer an der Obcrrealschule zu Gießen Professor Heinrich Möller aus sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkpng vom 1. Juni 1914 an iii den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem An­laß die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ter Ober­lehrer an der Obcrrealschule zu Gießen Professor Joseph Geyer wurde zum Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Gießen mit Wirkung vom 1. Juni 1914 an ernannt. In den Ruhestand verseßt wurde der Hauptlehrer Wilhelm Wnckcrt zu Bischofsheim, im Kreise Groß-Gerau, aus sein Nachsnchen unter Anerkennung jciiicr langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Mai 1914 an; ihm! wurde die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ebenfalls wurde der Lehrer an der Volksschule zu Burg-Gräfenrodc, im Kreise Fricdberg, Friedrich Vetter, auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste vom 1. Mai 1914 an in den Ruhestand versetzt; aus diesem Anlaß wurde ihm das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

""-Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 28.Mai, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: l. Mit­teilungen. 2. Bekämpfung der Obstbaumschüdlinge. 3. Ju- gendsest 1914. 4. Gesuch des Kaninchenzucht- und Pflege­vereins um Bewilligung eines Ehrenpreises. 5 Kennzeich­nung von Straßenlaternen für die Feucrm.loeaul'g'. 6. Ein­friedigung der Hvfrcite von Peter Schepp, Glaubrechtftr. 9. 7. Desgleichen Buchnerstr. 2. 8. Errichtung einer Blockhütte durch Professor Dr. Pfeiffer am Aulweg. 9. Errichtung einer Freilichtbühne im Philosophenwald.

**EiiieSitzungdesProvinzialausschusses findet am Mittwoch, den 27. d. Mts., vormittags 3 /i9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage der Hebamme Löw zu Ober-Eschbach gegen die Gemeinde da­selbst wegen Festsetzung ihrer Vergütung. 2. Klage des Lrtsarmenverbands NiederscheÜ» gegen den Ortsarmenver­band Niedcr-Rvsbach wegen Unterstützung des W. M. Hei- mann. 3. Klage des Ortsarmenverbands Frischborn gegen den Ortsarmenverband Melbach wegen Unterstützung der Wilhelmine Roth. 4. Klage des Viehhändlers Elias Hosmann in Fricdberg gegen den Großh. Bürgermeister der Siädt Friedberg wegen Aushebung eines Polizeibcfchls.

** Das Gewerbcblatt für das Großherzogtum Hessen lZeitschrift des Landes-Gewerbevcreinsl Nr. 21 vom 22. Mai hat folgenden Inhalt: Tie Eröfinnng der Knnstler-K'olonic-Ausstcllung in 'Darmstadt. Gewerbe Ausstellung Gießen 1914. Großh. Zentralstelle für die Gewerbe. Gewerbevercinc Bad-Nauheim, Fricdberg, Goddelau, Groß-Stcinheim, Lich, Ober Ramstadt, Reichelsheim (Wettcran). Handwerkskammer zu Darmstadt. Anleiten von Lehrlingen im Handwerk. Allgemeiner Teil. Das deutsche Handwerk und die Werkbund-Aüsstellung Cöln 1914.

** Großherzog l. Hessisches Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 6 vom 22. Mai hat folgenden Inhalt: 1. Uebersicht über die in der Stadt Worms zu erhebenden Gcmeindcumlagen für das Rechnungsjahr 1914. 2. Uebersicht über die von Groß herzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgcmcindeit des Kreises Erbach für 1914. - 3. Tienstnachrichlen.

** (Sin Baum mit dreierlei Blüten steht gegen­wärtig im Botanischen Garten in vollem Flor. Es ist ein etwa 25 Jahre altes, 10 Meter hohes Exemvlar von Eytisus Adams, der außer den bekannten goldgelben Blütentraubcn hauptsächlich ölche von roter Farbe und außerdem die gänzlich abw-.-ichendesi >es Purpur-Gaisklee trägt. Letztere fallen nickst nur durch die ab­weichende Farbe schon von weitem aus, sondern man erkennt sic un­schwer auch an den kleinblättrigen, seinen Zweigen, lieber die Ent­stehung dieses merkwürdigen Naturspiels ist folgendes bekannt: Bor twa 100 Jahren veredelte der Pariser Baumschulenbcsitzer Adam den Purvur-Gaistlee aus Goldregen. Erstercr ist ein kaum suß- hoher, schwach wachsender Strauch des südlichen Europas. Die Ver­edlungen, welche anfänglich gediehen, erstickten später im Uebcrmaß der Sastzusuhr durch die starkivachscnüe Goldregen-Unterlage, cs bildeten sich schwer zu unterdrückende Wasserschone unterhalb der Veredlungsstelle. die man, da der Versuch als mißlungen betrachtet wurde, schließlich wachsen ließ, wie sie wollten. Aber siehe da! Nach einigen Jahren, als die Büsche zu blühen begannen, brachen aus dem Gezweig des einen die rotblühenden Büsche des Purvur- Gaisklees von selbst hervor, und seine Purpurfarbe hatte sich dem tiesen Gelb des Goldregens beigemischt, so daß sic mehr rot als gelb erschienen. Nur hin und wieder kehrten einzelne Zweige zur gelbblühendcn Urform zurück. Es ist dies ein Beispiel von gesetz mäßiger Veränderlichkeit hybrider Pflanzcnsvrmen an einem durch den Einfluß des Edelreises erzeugten Mischling, wie man dies bisweilen bei Aepfcln in bezug auf Früchte, bei Rosen hin und wieder an Blumen und endlich bei vanaschicrten Gehölzen, wo die unterhalb der VeredlungssteUe hcrvorbrechcndcn Triebe der grün- blättrigen Unterlage buntblättrig werden, beobachten kann. Eine Tapache, sür die wir eine besriedigendc Erklärung noch nicht be- sitzcn. R.

** Die Verbilligung der Fahrmarkcn sür J. 1 e S traßenbahn,die seit SamSlag eingetrcten ist, hat die Benutzung resp. den Umsatz dieser Marken schon gestern und vorgestern gesteigert. ES wird von beteiligter Seite emp­fohlen, noch einen Schrill weiter zu gehen, indem man auch luv die schulpflichtige Jugend gleichzeitig eine Verbilligung der Straßenbahn in der Weise beschließen sollte, daß 20 Fahr­marken sür 1 Mark für Kinder abgegeben werden

** Jv demLichts viel Haus" Bahnhosstraße findet vom Mittwoch bis einschließlich Freitag die Ausführung der Film­st V & a " ^"tt. Die Wiedergabe ist rat kinematogravbische AuNrahmc der bekannten Flotowschen OverMartha" Musik und Gesang werden ,edock> nicht durch eine Spreäunaschine bewirkt sondern durch ein verstärktes Orchester und durck, bedeutende Opern- sänger und Sängerinnen, welche eigens zu diesem Werk engagiert ,md -und btt der Aussührung sich nach einen« mit im F-ilm aüsge- »tommencn ä.irigenten richten werden. Man muß zugcben, daß es ernen eigcnarttgrn Reiz hat, aus der erleuchteten Leinwand die Personen agieren zu sehen, während gleichhzeittg ans dem- Mund der Schattenbilder der Gesang ertönt und das verdeckte Orchester nach Weisungen des Filmkapcllmcistcrs seine Weisen er­tönen läßt. Die Vorführungen ftnden täglich zweimal statt loch zwar um }/ 2 G jmt> um 9 Uhr,

'* Sie silberne pochzett leier» heute die Eheleute peni-

rich V o l z »nd Frau-

** 9( r b c i t $ u n|a I f Bei den Ausbessernnqsarbettcn kinez öllasdaches an der Schulttraßc stürzte ein Glaser von einem 4 Meter hohen Glasdachc.und erlitt schwere Verletzungen an beiden Füßen. Die Sanitätsinannschaft brachte den Ver­letzten in seine Wohnung.

** Schnee im Vogelsberg-e. Am Montag hat es um die Mittagsstunden von 12 bis 2Uhr in Lautcrbach und Umgegend nminterbrochen geschneit Der nasse Schnee soü durch sein Gewicht an den Laubbäumen und Feld- srüchten erheblichen Schaden verursacht haben. Auch ans dem O h m t a l wird gemeldet, daß dort am Montag mittag bei Schncesall das Thermometer nur zwei Grad Wärme, während es noch ani Samstag im Schatten über 20 Grad zeigte. Aus dem T a u n u S liegt uns folgender Bericht vor: Nach hestigen Gewittern und wolbenbrucharsigen Re­gengüssen sank in der Nacht auf Monbwg 'die Temperatur im Hochtaunus derart, daß das Thermometer zwei Grad unter Mull anzcigte. Tie Regcnschaner wandelten sich in prasselnde Schneeschau-er um, die -den ganzen Vormittag über die Höhen fegten und Berg und- Tal mit einer dichten Schneedecke belegten.

** GütcrrechtSregtster, Gütertrennung habe« ereinbart: Ludwig Sliederhöler, Dachdeckermür. zu L o l l a r und dessen Eheirnu Katharine, geb. Rohrbach. Karl SH e ton Brietträger in Lollar, und dessen Et>esrau Dorothea, geb Seblavv. Peinrich Schmitt, Stersicherungsinspcktor in Gießen und deüc» El,eirau Bertba, geb. Lehr.

** Schutz den Wcgcbczeichnungcn. Das Großh KrciSamt Gießen Isttt verfügt, dos: die Schulkinder auss nachdrück­lichste angehalten iverdcn, Telegraphenleittingcn und Wegebczeich- niiiigcn nicht zu beschädigen. In Tonristcnkrciscn ist man sehr ersrcut darüber, daß von den Belwrdcn auch die Wegebczeschnungrn (Farbenzeichen, Schilder und dergleschens geschützt werden. Ge­nannte Bezeichnungen werden mit großen Opfern an Zett nnt. Geld angebracht und unterl-alten, um der Allgemeinheit zu dienen umsomehr ist es zu bedauern, daß die gute Absicht der Wandcr- vereine nur teilweise erreicht wird, weil die Wcgezcichcn immci wieder beschädigt werden. Durch Belehrung der Jugend kann hier sehr viel erreicht werden: es muß dahin kommen, daß jeder, ok groß oder klein, diese Zeichen als etwas Unantastbares ansieht.

*"Klcr»eMittcilungen. In Bad-Nauheim wird nachdem nunmehr die Verzierungen des Altars in der russischer Kirche durch den Bildhauer Friese von Fricdberg und Bcrgoldei Albrecht von Frankfurt a. M. soweit hergeftcllt sind, der russisch« Gottesdienst wieder regelmäßig gehalten.

Landkreis Gießen.

-e- Langsdor s, 24. Mar. Der hier vor einigen Wochen verstorbene Rentner Johannes Köhler, der den größten Teil seines Lebens in Amerika verbrachte und sich dort ein ansehnliches stzermögen erwarb, hat der hiesigen Schule testamentarisch s ü n s- ta I, s c n d M a r r v c r m a ch t. Bon den Zinsen sollen alljährlich den Tchultindcrn an scinein Geburtstage Bretzeln verabreicht, bei Schylansslügen bedürftige Kinder unterstützt und an unbemittelte Kinder Lehrmittel aller Art gegeben werden. Auch hiesigen Ver­eitle, , wurden Legate ausgesetzt. Der Turnverein erhielt 500 illcark, der Gesangverein 250 Mt., die Schwcsternstatwn 1000 Mk.

I. Hungen, 25. Mai. Als Bezirkspr äsidcnt Bezirkskriegerverbandes Hungen wurde sür den verstorbenen Präsi­denten Gustav Weck, Lehrer M c tz in Hungen gewählt.

Kreis Alsfeld.

A Nieder-Ohmcn, 24. Moi. Die hiesige S p a r - und Leihkasse hielt ihre Sdauptbersammluttg unter Vor­sitz des Direktors Bürgermcistew N e e b ab. Der Jahres­umsatz betrügt 1135 225 Mk., Reservefonds und Gcschäfts- guthabcm stiegen ans 60000 Mk., der Reingewinn beläuft sich aus 3273 Mk. Dem SchwcsbernsondS, dem Gcwerbeschul- vereiu und den Schülcrbibliotheken beteiligter Gemeinden wurden Betrüge zugrbilligt.

Hl Ermenrod, 25. Mai. Das Zeilwaldsest, das gestern wieder gefeiert wurde, wächst sich zu einem Bolksscst der engeren Heimat aus. Das zeigt sein gesteigerter starker Besuch trotz der zweiscthaften Witterung. Galt die vorsährigr erste Feier dem Freiheitsiahr 1813, so war der Ton des gestrigen Festes aus die Heimat gestimmt. Der Posaunenchor Unter-Seiberten­rod erossnete das Fest. Psarrer Georgs lErmenrvd) begrüßte die Erschienenen und gab kurze Andentuiig über Zweck und Ziel des Festes. Die Borträge von Gemischten Chören, Männerchören und Schülcrchören solgien. Dem Segen der Heimat galt die erste Ansprache des Herrn H. Naumann (Nanzhauseni. Leider ver- anlaßtc ein Regenschauer den zu frühen Schluß der Rede mit ihren goldenen Bahnen. Psarrer Georgs (Ermenrod) sprach ein Schlußwort.

X Krosdvrf, 24. Mai. Nach der Ferienordnung sür den hiesigen Bezirk erfolgt in sämtlichen Schulen der Beginn der P s In g st s e r i e n am nächsten Samstag. Die Ferien währen bis Montag, den 8. Juni. Dienstag, den 9. Jmri wird der Unter­richt wieder ausgenommen.

Kreis Büdingen.

(i) Berstadt, 25. Mai. Ans tragische Weise ver­unglückte am Sa«nStag der Landwirt Johannes Jost Dieffen bach von hier. Er war mit seinem Sohne in den Wald gefahren, um Holz zu holen. Aus der Heimfahrt ging er hinter dem Fuhrwerk her »nd wurde von einem vom Sturm nmgerisienen Baum zu Boden geworsen. Der Tod trat alsbald ein.

Starkenburg und Rhcinhcssen.

rm. Darmstadt , 25. Mai. Der Landesverband Hess. Tanzlehrer halte in Darmstadt die drei Tage dauernde' Berbandshochschulc sür Tanzkunst mit amchließendcm Bcrbandstag cinberufen.

Mainz, 25. Mai. Ein Soldat vom hiesigen Dra­goner-Regiment Nr. 6, der sich unerlanbterweise von seinem Truppenteile entsernt hatte und sich nach seiner Hcimah Nordenstadt begeben hatte, wnrde dort von einem Wacht­meister seines Regiments wieder abgeholt. Auf dem Wege zur Kaserne stürzte sich der Soldat heute nachmittag vost der hiesigen Straßenbrücke in den Rhein und ertrank.

Kreis Wehlar.

Dutenhofen, 25. Mai. Nach einer Pause von 3Jahren fand heute wieder die Frühjahrs-Lehrcrkonseren z des Schulauiiichtsbczirks Wetzlar hier statt. Infolge Austeilung des Jn- syeklionsbczirks Brauniels wurden die Schulen der Biirgermcislerei Schösfengrund der hiesigen Inspektion unterstellt. Letztere zählt zur­zeit 36 Schulen mit 5487 Schülern, welchp in 404 Klassen durch 80 Lehrer und 9 Lehrerinnen unterrichtet n>erden. Zugenommen haben die Schulen der Stadt Wetzlar um 178, Dutenhofen um 20 und Wißmar um 14 Schüler. In Oberlleen und Dutenhofen sind mit Beginn des neuen Schuljahrs je eine neue Klasse errichtet worden. Im Mittelpunkte der Tagesordnung stand der Vortrag des Lehrers Rühl-Wetzlar:Der Äesangunterricht nach der Mini- sterialbesttnimung vom 10 .Januar 1914", welcher von der Kon- ierenz mit Beisall ausgenommen wurde. Für Lehrer der Ober- Nassen wird demnächst ein sechswöchentlicher Zeichenkursus abge­halten.

r. Fellingshausen, 24. Mai. Heute wurde unter großer sjeteiligung der -Veteran Ld. Krombach von hier zur letzten Rutie bestattet. Der Verstorbene, der sich allgemeiner Be­liebtheit erfreute, hatte am Feldzug 187071 bei dem 13. Hu- -aren Regiment teilgcnommcn. Am Grabe logtc der Kriegerverein von hier, sowie die Kriogervcreine von Krumjhach, Fvantenbach und Bieber Kränze nieder.