^ UUI noch 6—8 Sitzungen abhalten, Hi«auf wird er bis 10 4flwe»t»-r »ettagt lverden In der zweiten JunihLlfte werden noch “■tot gröbere Kommisswnen tagen, um die ersten Lesungen der 3a> Gesetze zu bcenbcit.
Wahlresorm in Baden? Tic badische Zweite Kammer ft» Landtags beriet am Dienstag über die Anträge der National Irberalen und der Fortschrittler bctr Einführung der Verhältnis Staatsministcr Frbr B. Busch erklärte, die Regierung verkenne nicht, daß der Verhältniswahl ein Ideal zu Grunde liege, aUci» sie stehe aus dem Standounkt, daß ein wirklich erprobtes System in größerem Stil noch nicht vorhanden sei. Die Regierung sei zu dem Ergebnis gekommen, daß ein znnngender Grund zur Äcnderung der Persassung nicht vorliege und daß in der Tat die parlamentarische Vertretung den Willen des Volkes Wiedergabe, — Das Zentrum, das 20 Jahre für den Proporz eingetreten war, hat sich in der Sitzung gegen die allgemeine Verhältniswahl zum Landtag erklärt . Tie Anträge bctr. Ein- chhrnng der Verhältniswahl wurden schließlich niit 35 gegen 29 Stimmen angenommen,
Tic in Berlin eingetroffenen englischen Arbeiter mit ihren Frauen wurden am Ticnstag abend im Aus' ftellungsvark vom Staatssekretär a, T, De r n bürg aus englisch begrüßt mit dem Wunsche, daß es ihnen in Berlin gesallen möge uird daß sie den Eindruck tnlit nach Hause nehmen möchten, daß die Deutschen für die englische Ration ein leblgtstes Interesse haben. Rach weiteren Begrüßungen durch das Lcrrenhausmitglicd Geh, Rat von B ö t t i n ge r und andere dankte namens der englischen Gäste Mcrttcns R u g h b y für den freundlichen Enrpsang,
Aurlanv.
Tie Anfeindung des Präsidenten Poineare, Unter dem Titel „Ter Marsch nach dem Elhsee" schreibt der „Figaro": Man nimmt bereits den Hauptgedanken der nächsten Geictzgebungsveriode Ivahr, Es ist der Angrifs gegen den^Prä- sidenten der Republik, der seit einigen Tagen sowohl aus Seiten cher vereinigten Sozialisten wie aus Seiten der sozialistischen Radikalen in allen Tonarten, bald drohend, bald ironisch be- ; gönnen har, Hohe politische Persönlichkeiten fordern Poineare wie seinerzeit Mac Mahon auf, sich entweder zu unterwerfen oder zurückzutreten, Wcni soll Präsident Poineare sich „nterwerien? Es ist unmöglich, die Verfassung mehr zu respektieren, als er cs tut. Das, ivas man ihm in den äußersten Kreisen der Linken nicht verzeihen kann, ist die Tatsache, daß der Versailler Kongreß, der ihn gewählt hat, einen "Augenblick von französischem und nicht von, Parteigeist beseelt war. Man will keinen solchen -Präsidenten, Man sucht einen Mann, der die revolutionäre Arbeit unterstützen soll. Deswegen greift man Poineare unaufhörlich -an. Träumt man vielleicht von Präsidcntsäiastskrisc? Das würde :im ganzen Lande eine solche Verblüffung liervorrusen, daß man stich das wohl überlegen wird, denn eine Präsidentschastskrisc würde sich bald zu einer Krise des Regimes selbst gestalten und die ungeheuere Mehrheit der Bourgeoisie dürfte sich von diesem Regime lossagcn, Frankreich besitzt gegenwärtig im Elhsee eine seiner besten Hoffnungen und'man wird es nicht dazu bringen, auf diese Hoffnung leicht zu verzichten.
Ein Säbelduell des Grafen Tisza, Aus Ofen- vest wird vom 19, Mai gemeldet: Um 3 Uhr nachmittags fand int Fechtsaale von Rakosh ein Säbejduell zwischen dem M i n i st e r- vräsidenten Grafen Tisza und dem Abgeordneten -Stephan Rakowskh unter den sch wer st en Bedingungen statt. Das Duell wurde mit schweren Kavalleriesäbcln ohne Ban- -dagen ausqesochtcn, wobei Hieb und Stich erlaubt war. Es bauerte 20 Minuten und cs fanden füns Gänge statt. Beim ersten Gang erhielt der Ministerpräsident aus deni rechten Arme eene Rißwunde infolge UcberbicgcnS des Säbels seines Gegners, Beim fünften Gange erhielt der Abgeordnete tRakowtßy eine 15 Zenti- hmöter lange, aber nicht tiefgehende Schnittwunde am Unterleib, ,Tie Gegner blieben unversöhnt.
Das dänische Königspaar ist am Dienstag nachmittag von Poris in Brüssel eingctrofsen, Zu seinen Ehren fand abends im Stadtschloß ein Galadiner statt.
Die Thronrede des Königs von Schweden, Der schwedische Reichstag wurde am gestrigen TicnStag mit einer 'Thronrede eröffnet, Tie Opfer, die ich von euch fordere, • sind keineswegs gering, aber nicht zu groß, da sie dem Wohlc des Vaterlandes gelten Verschiedene mit der Vcrteidigungsfrage zusammenhängende Vorlagen werden euch vorgclegt. So unterbreite ich euch eine Vorlage über Reformen zum Militärgesetz, .Wenn die Ursachen des lähmenden Gefühls mangelnder Sicherheit -für das Vaterland entfernt sein lverden, dann wird — das ist meine Ucbcrzeugung — das ganze Volk mit umso größerer Zu- (verficht andere große Fragen, die der Lösung harren, in Angrifs nehmen. Ich schlage Aendcrnngen der Verfassung vor, die eine anderweitige Einteilung der Staatsdepattcmcnts ermöglichen. Im -Zusammenhang mit dem Finanzplan, der euch unterbreitet werden wird, schlage ich zur Deckung gewisser höchst bedeutungsvoller Aufgaben für verschiedene Zwecke eine einmalige Vertei- digungsabgabc vor, eine Vertcidigungsstcucr ausschließlich ans größere Vermögen und größere Einkommen,
Aus Stadt «nd Land«
Gießen, 20. Mai 1914.
Tie Straßenbahn Gießen—Wieseck.
Die Verhgndluniien von Wiesrck abgebrochen,
, Schneller, als manqlanben konnte, haben sich die Verhand- i Iunqcn zwischen der Stadt Gießen und der Gemeinde Wieseck erledigt, indem der Gcmcindcrat Wicsecks den Beschluß faßte, der allerdings nur mit einer geringen Mehrheit angenommen wurde, die Verhandlungen mit Gießen abzubrechen und die Zuschriften des Oberbürgermeisters unbeantwortet zurückzuschicken, Sosort nach diesem Beschlüsse wurde dann der Eintrag gestellt, die Borbercitungen zur Einführung einer Automobilverbindung ins Werk zu setzen. Einen so energischen Schritt hätte man den Gcmcinderäten Wiesecks wohl kaum zugeiraut. Wir erhalten folgenden aussührlichen Bericht über die Verhandlungen des Gemcinderats:
= Wieseck. 19. Mai. Auf der Tagesordnung der G c m e i n d c r a t s si tz u n g am Dienstag abend stand als Hauptpunkt die Beratung über die elektrische Straßenbahn Gieße n—W ieseck. Daß ein „großer Tag" zu erwarten war, ging daraus hervor, daß der Gcmciudcvorstand vollzählig erschienen war, und der Zuhörerraum bis auf den letzten Platz besetzt war,
Bürgermeister S ch o m b c r gibt zunächst das S ch r c i - bcndesObcrbürgermei st crs Keller bekannt, wonach die Straßenbahn der Krgisstraßc entlang, durch die Grabenstraße und Kornblumenstraße, geführt werden soll Weiter wurde darin zum Ausdruck aebracht, daß weder von einer Verpflichtung Gießens, die Bahn zu bauen, noch einer solchen von Wieseck, einen bestimmten Beitrag zu leisten, die Rede sein könne: alle Besprechungen seien als null und nichtig zu erklären, und Oberbürgermeister Keller wisse nichts von der Existenz irgendwelcher bindenden "Abmachungen.
Diese Ausführungen erregten in der Versammlung eine große Enttäuschung, Es wurde an Hand des vorliegenden Aktenniaterials folgendes fcstgestellt - Am 15, Juli 1918 faßte der Gemeinderat Wieseck den Beschluß, 35 000 Mk, in jährlichen Raten *u 5000 "Mk. für Erbauung der Straßenbahn der Kreisstvaße entlang durch die Gießener Straße bis zur Philosophenstraßc zu zahlen. Am 2, August 1912 teilt Oberbürgermeister ffiocum mit. daß die Stadtverordnetenversammlung in Gießen das Angebot Wiesecks gut- gehcißen hat und der Bau der Bahn sobald als möglich in Angrifs genommen werden soll. Kurz darauf traf denn auch hierzu die kreisamtliche Genehmigung ein. Jetzt setzte
eine längere Pause ein, die Angelegenheit sollte von der Regierung verzögert worden sein, was diese al>er rn Av-rec»
stellte. An, 17, Juni 1913 sck,reibt Obettbnrgermcrjter Mccrun. daß die Pläne vervielfältigt sind und daß nach deren Ee- nchmigung durch die ÄnssrchtsbcHorde, dre voraussichtlich ini August 1913 erfolge, sofort mit dem Bau begonnen werde. Die Schienen könne man erst nach der Abnahme bestellen, die Lieferfrist hierfür betrage 8 Monate. Eine Beschleunigung sei nicht möglich. Das Kreis amt machte rm Sommer 1913 darauf ausmerkscurt, daß die Gießener Streck sofort kanalisiert w'erden müsse, da spätestens im Frühjahr 1914 mit dem Bau de r S t r aßen - bahn begonnen werde. Im Herbst 1913 stellte Gießen den Antrag, daß Wie,'eck das Gelände zur Weitersuh. rung nach Alten-Buseck kostenlos zur Verfügung stelle, dem wird in der Weise Rechnung getragen, daß Wieseck die Ortsstraßen kostenlos zur Verfügung Mit,
Beigeordneter Schäfer erklärt, daß trotz aller gegenteiligen Behauptungen ein Vertrag, wenn auch nicht
Gcmcindcrat Fr, Deibel ist derselben Meinung und erklärt, wenn zwei Vertrauensleute in einer solchen Stellung unter Berufung auf ihre Amtsergenschast "Mit- teilungen zu gehen lassen, so nxire dies Fle'ichbvd'kmte7U> mrt einem Vertrag. Man komme jetzt schon wieder mit einem neuen Plane, trotzdem Wieseck doch schon wiederholt erklärt habe, daß für Wiescck nur die Kreisstraßc und Gießener Straße in Betracht komme. Das geschehe jedeusalls in der Absicht, entweder den Bau ganz unmöglich zu machen oder vielleicht einen bedeutend höheren Beitrag herauszuschla- aen, Wieseck habe es jetzt satt, sich in einer solchen Weise Uinger Hinhalten zu lassen, er beantragt deshalb, alle diesbezüglichen Schreiben unbeantwortet a n die S t ad t Gie ß e n zurü ck zus chi ck en.
Den Antrag befürworten die Gemeinderäte Becker und L, D e i-b e l, während Wacker darlegt, daß es besser und der ganzen Sach« dienlicher wäre, wenn man konsequent, aber doch nicht derart scharf vorginge, Luh beantragt, der Stadt Gießen mitzuteilen, daß die Gemeinde Wieseck auf ihrem am 15, Juli 1912 gefaßten Beschluß bestehen bleche, und daß eine andere Linienführung oder Beitragsleistung niemals in Betracht komme. Man habe cs nicht nötig, neue Beschlüsse zu fassen, die Meinung des Gemcinderats in dieser Angelegenheit sei schon verschiedentlich unzweideutig zum Ausdruck gekommen, und Ereignisse, die eine andere Auffassung veranlaßt hätten, seien nicht eingetreten, H ei n ri ch Er b ist derselben Meinung, Er meint, es sei, wenn man den Bau ganz ablehnen wolle, besser, vorher Rücksprache mit der Gemeinde zu nehmen.
In der nun folgenden Abstimmung wurde der A n t r a g Luh, mit der Stadt nochmals zu verhandeln, abgelehnt, der Antrag Deibel, alle Schreiben zurückzuschicken und die Verhandlungen als abgebrochen zu betrachten, mit 7 gegen 5Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen,
Luh beantragt sosort, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen: Anschaffung eines anderen Verkehrsmittels (Automobils).
Unser Wiesecker Mitarbeiter fügt noch hinzu:
So wäre man also tu Wieseck und Gießen um eine Hoffnung ärmer geworden. Ob der Beschluß das Richtige getroffen hat, darf sehr stark bezweifelt >ver- dcn, Bürgermeister S ch o m b e r hätte seinen ganzen Einfluß aufbieten müssen, um das Zustandekommen eines solchen Beschlusses zu verhindern. Die völlige Ablehnung hätte auch noch erfolgen können, wenn ließen den Bau auf der Gießener Straße abgelehnt oder übertrieben hohe Forderungen gestellt hätte. Jedenfalls loird hierüber noch manches gesagt werden müssen, dadieserBeschluß mit dem Willen von 9 /io der Wiesecker Einwohner in Widerspruch steht.
** Tageskalender für Mittwoch, de» 20. Mai: Stadt- t h e a t e r : Gastspiel des Stufet Kurlhcalers : .Polen bl» i". Abends 8 Utir.
31 fab. Dürerbund! Vorlraa in der Aula abends 8'/, Uhr.
Gewerbe« II s stell II ngt Konzert Donnerstag nachmittags von 4—7 und abends von 8—II Uhr.
" 3lu§ dem Schuldienst. In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der höheren Bürger-(Mädchcn-) Schule zu Büdingen Johanna Göckel auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, vom 16. Mai 1914 an.
** Offene Lehrerstelle. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schnlstellc zu Ober- Schönmattenwag, Kreis Heppenheim.
“ Prüfungsausschuß für Hufbeschlag. Nach einer Bekanntmachung des Ministeriums des Innern sind für die nächsten drei Jahre zu Mitgliedern dcS Prüfungsausschusses im Hufbeschlag für die Provinz Oberhessen ernannt: Großh, KreiSvcterinärarzt Dr. K nel l zu Gießen, Lehrschmicd an der Veterinäranstalt Georg Laniberth zu Gießen, Gutsbesitzer Ockonomierat Karl Müller zu Neuhof bei Leihgestern, Kreis Gießen. Z»»i Vorsitzenden der Prüfimgs- kominissioncn wurde der Großh. Geheime Obermedizinalrat Prosessor Dr. Lorenz zu Darinstadt bestellt.
•* Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung ist am Himmclfahrttage von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen aeössnet. Verkauft wurde ein Oelgemälde .Eiselmaar' von Proscsior R. Kaiser-München und geht nach auswätts in Privatbesitz über,
** Zollstelle am Güterbahnhof, Um den Verkehr bei der neuen ZollsteUe tunlichst zu erleichtern, ist auf Anregung her Handelskammer vom Großh, Ministerium der Finanzen aus Widerruf genehmigt worden, daß die bei der Zollstcllc am Bahnhof in Gießen abgeserttglcn Waren vor der Dcreinnahmung oder Sicherstellung der Abgaben- und Gebühreicheträge an bekannte sichere Warenführer oder -Empfänger verabfolgt werden dürfen, wenn d-iese bei der Zollstelle Stundungsanerkenntnisse abgeben oder sich verpflichten, den Zoll usw, unmittclbgr nach der Abfertigung bei der Hauptamtskasse zu entrichten 3lußerdem ist der erste Absertigungsbeamte bei der Zollabfcrttgungssdelle am Bahnhof crmächttgt worden, Zollbeträge bis zu 20 Mk. für die Hauptamtskasse zu erheben,
** Tie Gewerbeausstellung hatte auch gestern einen außerordentlich starken Besuch zu verzeichnen, Waren bisher die Besucher Bewohner der Stadt Gießen und ihrer allernächsten Umgebung, so bemerkte man gestern nachmtt- tag sehr viele Schaulustige, die von auswärts gekommen waren, Abends war das Pnbkikum wieder „ganz Gießen", Das Aießener Orchester unter Leitung seines Dirigenten .Hermann Weller spielte um 8 Uhr und hatte
zusammen mit dem prachtvollen Wetter eine große Anziehungskraft ausgeübt, Garten und Saal waren von Anfang an voll besetzt und mancher, der keinen Sitzplatz mehr erhalten konnte, wünschte, daß in Zukunft eine größere Zähl von Tischen und Stühlen ausgestellt werde. Die Musikstücke wurden flott und sicher gespielt und errangen ungeteilten Beifafl, Hervorgchoben sei aus dem inhaltsreichen Programm die Jubelouvertürc von Bach, die Wet- zelsche Gnonrrnparade und eine reizende Paraphrase über „Ein Böglrin sang im Lindcnbaum" von Eberle, Ein Trorw- petensolo „Rose vom Lina-See" von Schmidt wurde von Herrn Mahnkopp technisch einwandfrei und stimnrungs- vofl vorgetragen.
** Kleine Mitteilungen, In einem Laboratorium des Phvsikalischen Vereins zu Frankfurt a, M, entstand vermutlich durch Kurzschluß ein Brand, der für etwa 3000 Mk, elektrische 3lvvaratc vernichtete. Der Schaden ist um so bedauerlicher, ajs ldie Avvaratc die Ergebnisse einer Toktoranden- arbeit sind, — Der Wehrbeitrag aus dem Obertaunuskreis einschließlich der Stadt Homburg beträgt 1536 800 Mk, Das Kapitalvermögen vermehrte sich uml 6 Millionen Mark, — Aus Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde der 23iädrige Student Wilhelm Bogt in Tarmstadt festgcnommen, der verdächtig ist, den Tod des bei einem Brande verunglückten Prl- vatdozenten H e y d r i ch verursacht zu haben, — In Krumstadt sind die Masern und der Scharlach ausgebrochen. Eine Schulklasse mußte bereits geschlossen werden, — In Frankfurt a, M, gab am MoMag die Ehefrau des Kraftwaqensührers Krüger aus ihren Mann einen Revolverschuß ab, weil er die Ehescheidungsklage gegen sie eingereicht hatte. Der Schuß ging fehl. Ein zweiter Angriff der Frau wurde durch die Geistesgegenwart des Mannes ver- hindett. Die Frau kam in Haft, — Mit abgefahrenem Kopse wurde heute früh in der Nähe der Station Wersau ani der Nebenbahn Reinheim—Reichelsheim der etwa 40 Jahre alte Streckenwärter Adam Lohnes aus Oberklingen gefunden. Ob ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht scstgestellt.
Langkreis Gießen.
ck, Wieseck, 19, Mai, In der Gemcinderatssitzung am Dienstag wurde neben der Straßenbahn Gießen—Wiescck noch über folgende Punkte verhandelt: Dem Kaninchenzucht- Verein wurde zur Förderung der Zucht ein Ehrenpreis bis zur Höhe von 15 Mark bewilligt. Zum Wrcsenvorstandsmitglied wurde Lichwig Weller V, gewählt, Tie Gosse in der Möserstraste soll vorläufig nach Bedarf wiederhergestcllt werden. Den Arbeiten im Pfarrhaus wurde nachträglich Genehmigung erteilt. Die An- und Abschaffung eines Bullen wurde genehmigt,
Kreis Friedberg,
L Friedberg, 19. Mai. Der hiesige Gew erbeverein hielt am Samstag seine Haiiptversaiiiinlung ab. Der I, Vorsitzende des Vereins, Fe ick, legte sein 3lnit nieder, an seine Stelle wurde Stadtverordneter Füller gewählt. Der Verein, welcher vor wenigen Jahren nur 99 Mitglieder zählte, hat heute 201 aut- zliweisen. Beigeordneter a, D. H > e r o >I i NI u s wurde zum Ehren- Vorsitzenden und Rentner Win d ecker zum Ehrenmitglied ernannt.
LaiiSivirtschaft.
Landwirtschaftliche Kreisschan zu Schotten,
Die landwirtsckiaftlichc Kreissckiau, die am 23, und 24, Mai in Schotten abgchalten nsird, hat nunmehr greifbare Formen angenommen, denn unter der umsichttgen Lseitting des Vorsitzewdeni des Bau- und Dlatzausschusses, Herrn Theodor Cellarius und in Gemeinschaft nnt Kreisstraßcnmeister Fiedler ist auf dem sonst so kahlen und unwirtlichen „Bocksahl" ein bnntbrwegtes Ikusstellungs- bild hergcstcllt worden, '
' Watteau die Stadt Schotten durch weitere Vercbnung des Matzes gemigenben Spielraum in der "Ausdehnungsfähigkeit der zu trcffenLai Einrichtungen geschaflcn hatte, war cS möglich, in schöner und übersichtlicher Weise die Gruppung der Skusstclluiigs- und Wirtschastshallen, Präniiierungs- und Vorführungsringe nsw, vorzunchnicn.
Ganz besonderen Gesallen wird der Fretmde an dem Aus- stellungsvlatzc linden, weil er eine herrliche Aussicht in die nähere und wettere Aussicht gewährt und ein treffliches Bild von der typischen Bvdengcstaltung des Bogclsbergcs gibt.
Die belehrende Seite einer landwirtschaftlichen Ausstellung liegt in der Ttetvertung der Ausstellungsobjekte durch sachkundige Preisrichter, in dem Vergleich der eigenen Leistungen mit denjenigen anderer Berufsgenosscn und in der BeobachtttUig der voll der Allgemeinheit für richtig erkannten Ziele und Bestrebungen, welche wieder örtlich und bezirksweise verschieden abgestnst lein können. Wer aNe diese Vorgänge und Erscheinungen eingehend kennen lernen und beobachten will, wiro seinen Besuch aus den Prämiie- runqstag am Samstag ciurichtcm müssen. Derjenige jedoch, dem dies aus Zeitmangel versagt wird, wird auch noch am Sonntag an der Elite des ausgestellten Zuchtmater,ials, welches von 10—5 Uhr in den Hallen und Vorführungsringen gezeigt wird, Studien machen können.
Die tveniaen Stunden des 3lusstellungsbesuches sollen jedoch nicht ausschließlich mit der Beschäftigung mit ernsten Äcrnsssragen ausgesüllt sein, sondern auch der Befestigung und Erneuerungj- freundschaftlicher Beziehungen unter der Bevölkerung und der Freude an Gesang, Tanz und Leibesübungen gewidmet sein.
Das Programm sieht deshchb (tzcsangsVorträge, turnerische?lut- führungen und Vergnügungen auf dem Jurvlatze vor, so daß wohl jedem Ausstellungshcsuchcr ncul> irgend einer Seite hin Rechnung getragen wird.
Die Oberhessischen Krcisschauen erfreuen sich in der landw, BevölkemiNg großer Bcllebtheii und werden von jung und alt gerne und zahlreich besucht, um einige, der bcruflichcli Älusbildung und der Geselligkeit gewidmete Stunden gemeinsam zu verleben,
Mil welch großem Interesse die Bestrebungen und Leistungen der Bogelsbcrgcr Landwirte seitens der Hessischen Regierung verfolgt werden, geht daraus hervor, daß sowohl der Minister des Innern, Exzellenz Homberg zu Vach, als auch der Vorsitzende der Ministerialabteilung, Herr Ministerialrat Schlicvhakc und Provinzialdirektor Dr, Usinger ihren Besuch zugesagt haben.
Der prinz-ljeinrich-ZIug.
Gießen, 20, Mai, Das erste Flugzeug aus dem Weg Frankfurt—Marburg passierte heute morgen Gießen in sehr großer Höhe um 4,40 Uhr, ein zweites um 4,50 Uhr Dann sohtten sich die Flngzeuge in ganz kurzen Abständen, so daß gleichzeitig 5—6 Flugzeuge in Sicht waren. Sic gewähtten mit ihren in der Morqensomie glänzenden Flügeln einen wundervollen Anblick, Bis 5,06 Uhr tetten 15 Flugzeuge die Höhe von Giessen vanieri. Um 5.16 Uhr folgte ein 16, Um 6 Uhr lief bei dem Benachrichtigungsvostei, auf dem Bahnhöfe die Rach- richt ein, daß LaUnani Emrich aus Flugzeug 11 wegen Versagens des Motors bei Staufenberg gelandet sei. Seine Monteure kamen mit dem Schnellzug 7,13 Uhr von Franksutt her in Gießen an, wurden von dem hiesigen Bcnachrichtigungsdienst und von dem inzwischen hier im Auto eingarosfcnen Leutnant Emrich in Empfang genommen und wsott durch.Herrn Dr, Gail mit ?lutomobil nach der Landungsstelle betördert. Inzwischen war in Frankfurt als 17, Leutnant Hcydcr gestatt« und vassimte um 7.42 Uhr die Höhe von Gießen,
, StM,, 20. Mai, (Prinz-Heinrich-Fluc, f Heute ,ruh starteten Schauenburg (34) um 4 Uhr 2 Min 47 Sek, Der Apparat kehrte ,edoch wicd« um uich landete 4 Uhr 7 Min. 6 Sck,, r. im u 7,. 4 3 r ^ 6 Sek, wieder aus und kehrte aber-
5 J*5 r zurück. Wegen Defektes wird er vor mittags
1 Uhr Nicht aushcigen, Wcnlschcr (20) stieg um 1 Uhr 7 Min, 25 Sek, (7)'«2. 1 Uhr 12 Min 37 Sck,. Emrich (14) um 4 Uhr 11.,Mlw, 34 Sek,. Bonde (11) um 1 Uhr 14 Min, 12 Sek., Kästner lo) um 4 Uhr 15 Min, 57 Sek., v, Beaulieu (10) um 4 Uhr 18 Min. 9 ©rf., v, Buttlar (12) um 4 Uhr 20 Min. 40 Sek,.
1 Uhr 23 Min 13 Sek , Schlemmer (17) um 4 Upr 21 TOiit. 26 Sck,, Freiherr v Thüna <18) um 4 Uhr 26 Min, ^ l39, um 4 Uhr 24 Mn, 9 Sck,. Joly (4, um
4 Uhr 19 Mm, 40 Sck,, Geyer (15) um 4 Uhr 27 Mn, 11 Sek,,


