l>ou San OVunyin eiin Um 6 Uhr 15 Mn erfolgte die Werter fahrt ikuI) C'k’nua. Von dort sind der Kaiser und die Kaiserin abends 10 Uhr 45 Minuten mittels Sonderzugs nach Karlsruhe ab»iereist.
Anträge im Reichstag. Zur -weiten Lesung des M il i t ä r v a r a n s ch l a g s ist von den Abgg Rogalla von Bieberstein (Konst), Srzverger (Ztr.j und Dr, Hoppe (Rail.) der Antrag gestellt worden, den ReickEnzler zu ersuchen, sich mit den amtlichen Vertretungen der Landwirtschaft in den Einzelstaaten in Verbindung KU setzen, um mit diesen die durchschnittlichen Gestehungskosten sü r eine M ili- tär-Remonte scstzusctzen, damit an der Hand dieser Fest stellungen eine diesen entsprechende Summe zum Anlauf von Remonten in den nächsten Heeresvormischlag eingestellt wird — Tie Konservativen beantragen, die Grundsätze über die Anrechnung der Militär- und Marinedienstzeit der Militäranwärter aus das Be - s old u n g s d i e n stal t e r in allen Bundesstaaten gleich niäßig durchs«führen, und diese Vorschriften bei den Koni munak- und sonstigen Verwaltungen recht bald gesetzlich ein- zufiihren, Ferner beantragen sie Wiederherstellung der gestrichenen Bach r ichte n stelle im Kriegsmini st e- ri u m >Gesamtkosten 11 752 Ms,), - Tie T eu t schvv l-
kische Partei ersucht den Bundesrat, eine Nachprüfung und Erhöhung der D e r g n t u n g s s ä tz e s ü r D o r s p a n n- leist u n ge n fiir die bewaffnete Macht vorzuuehmen,
Freisahrkarten für die Reichstagsabgeordneten für die ganze Legislaturperiode, Wie uns geschrieben wird, wird der Bundesrat eine Vorlage unterbreiten, die die Giltigkeit der Freisahrkarten der Reichstagsabgeordneten aus die ganze Legislaturveriode ausdehnen wird Tie Regierung trägt sich mit der Absicht, die S e s s i o n des Reichstags diesnialbestimmt zu schließen, damit im Herbst reiner Tisch geschaffen ist.
Der Bund der technisch-industriellen Beamten, die bekannte neutralgewerkschastliche Organisation der Techniker, Chemiker, Ingenieure usw. kann, >o schreibt man uns, am heutigen Tage aus ein zehnjähriges erfolgreiches Bestehen zurücksehen, Nicht nur ist es gelungen, die Mitgliederzahl aus über 24 000 zu bringen in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit, sondern, der Bund hat es auch verstanden, die Oessentlichkeit aus mancherlei Schäden, die im technischen Berus besonders kraß vorhanden waren, aus- merksam zu machen. So hat er u, a, durch nachdrückliche Hinweise aus die überaus starke Uebersllllung im technischen Berus aus eine Eindämmung des Zustroms hingewirkt. Seinen Mitgliedern konnte er säst 400000 Mark unrechtmäßigerweise verweigerte Gehälter usw,, ferner Tausende von Zeugnissen, zahlreiche Ehrenerklärungen u, dgl, er- tämpsen und zahlreiche Mitglieder durch seine allmählich ausgebaute Stellenlosenimterstützung in Zeiten der Not über Wasser halten, wie er ihnen auch durch seinen Stellen Nachweis zu guten Stellungen verhelfen konnte. Natürlich ist diese Arbeit manchen ein Dorn im Auge gewesen und so hat es dem Bund von allem Anfang an nicht an Gegnern gefehlt und durch manchen mehr oder weniger offenen Angriff haben diese versucht, ihn zu zertrümmern. Aber heute steht er fester als je gegründet und seine Mitglieder treten guten Muts in das zweite Jahrzehnt seines Bestehens hinein.
Ausland.
Ein Geschenk des deutschen Kronprinzen aneinenglischesHusarenregiment, Der deutsche Militärattache in London, Major Renner, hat sich am Mittwoch früh nach Aldershot begeben, um dem 11. Husaren- regiineitt, dessen Chef der deutsche Kronprinz ist, ein großes Oelgemälüe, den Kronprinzen in der Uniform des Regiments darstellend, zu überreichen. Die Uebergabe fand in der Reitbahn vor dem in voller Parade ausgestellten Regiment statt.
Ein amerikanisch-italienisches Abkommen, Aus Washington lvird berichtet: Staatssekretär Brhan und der italienische Botschafter Unterzeichneten am Dienstag ein Abkommen, wonach alle Fragen, die nicht diplomatisch geregelt werden können, einem internationalen Ausschuß von fünf Mitgliedern überwiesen werden sollen. Das Frauenstimmrecht in England, Nach zweitägiger Beratung lehnie das englische Oberhaus am Mittwoch mit 140 gegen 60 Stimmen den von Selborne eingebrachien (tzesetz- eniwurs ab, der den Frauen das Parlamentswahlrecht gäben will, welche das Kommunalwahlrecht besitzen. Zum ersten Male stand im Oberhaus das Frauenwahlrecht zur Beratung,
Ein englisches Ultimatum an die Regierung Haitis, Ter diplomatische Vertreter Englands überreichte der Regierung Haitis ein Ultimatum, in welchem die Zahlung einer Entschädigungssumme von 62 000 Dollars an die britischen Staatsangehörigen für die Zerstörung einer Sägemühle
Studenten aus dem Schlossplatz „Alt-Heidelberg" eingesunden, wo zu Ehren des hohen Gastes ein Frühschoppen statt,and. Dar nach wurde die Besichtigung fortgesetzt. Zunächst wurde der sächsische Pavillon in Augenschein genommen, sodann der englische. Um 6 Uhr abends fand im Königlichen Palais Tafel statt,
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— Der Ursprung des Wortes Germanen, Es wird uns geschrieben: Ueber die Einmologie des Wortes Germanen ist lange Zeit in wissenschaftlichen Kreisen diskutiert »erben, ohne daß es indessen zu einer allgemeinen Uebereinsttmmung gekommen wäre. Neuerdings hat Rudols Henning in der Zeii- sch-iit für deutsches Altertum dieses alte Problem wieder ausgenommen und ihm einige neue Seiten gbgewonnen. Als Stamm des Wortes sieht er die Wurzel stritt oder therm — griechisch thermos — warm an. Die Bezeichnung Germane bezieht sich offenbar aus Orte, und zwar aus solche, an denen warme Quellen dem Erdboden entsprangen. Sie ist zunächst nur Orisbezeich- nung, später überträgt sie sich auch aus die Stämme, die an den Quellen wohnen. Das geht daraus hervor, daß es in verschiedenen Gegenden Plätze mit dieser Benennung gibt, so am Niederrhein, in Spanien und Kleinasien, wo niemals oder wenigstens damals noch nicht Germanen gesessen haben. Schon die Vorgänger der deutschen Stämme nannten sich Germanen, denselben Nanien adoptierten später ihre Nachfolger, wie sa überhaupt die Bezeichnung Germanen sich recht spät eingebürgert hat. Die früher übliche Benennuna jener großen Völkergruppe, der Zndogerma- neu, dürste nach diesen Feststellungen also als nicht sehr glücklich zu bezeichnen sein,
— 1260 Mark für einen Brief von Poe, Aus
New Bork wird berichtet: Zwei Dollar für die Quartseite Manuskript war die Honorarsorderimg, die Edgar Allan Poe stellte, als er aus der Höhe seiner Laufbahn ivar, und der Brief, in dem er dieses Anerbieten machte, wurde dieser Tage bei einer Auwgraphenversteigerung mit 315 Dollar, 1260 Mark, bezahl. Der Brief war an John R, Thompson, den Herausgeber des „Southern Literary Messenger" in Richmond, gerichtet. Er trug das Datum des 12, Januar 1349: sein Inhalt läßt erkennen, daß Poe sich von der iiesen Depression, in die ihn der Tod seiner Frau im Jaltte 1347 veffetzt hatte, allmählich erholte und nun neue literarische Pläne fasste. Er hatte die erste Fassung der „Glocken" geschrieben und schlug Thompson vor, ihm sär seine Zeitschrift eine Reihe von Artikeln „Randbemerkungen" zu schreiben, wie er sie bereits ffüher in der „Demokratischen Revue" veröffentlicht hatte. , , . .
während der Leeonte-Revolution gefordert wird, Dit in dem Ultimatum gestellte Zahlungsfrist läuft abends 6 Uhr ab — Tie Nachrichten von dem brittschen Ultimatum an Haitt baden das Staatsdepartement in Washington veranlasst, sofort mit dem englischen Botschafter in Verbindung zu treten und mindestens UNI einen z ei k l i ch e n A u s sch u b z u b i t t e n. Der Botschafter icklug dem englischen Auswärtigen Amt vor, durch ein Kabelielegramm eine Frist zur Untersuchung des Falles zu bewilligen,_
Ans Stadt und Land.
Gießen, 7. Mai 1914.
Zur Erainseldcr Bluttat.
Im Krankenhause zu Lauterbach ist die älteste Tochter, Lina Stein, gestorben. Am Mittwoch nachmittag fand die Lessnung der Leiche statt, bei der auch Oberstaatsanwalt H o s m a n n aus Gießen anwesend war.
In auswärtigen Blättern ist folgende Nachricht verbreitet worden:
„Der Landwirt Hofmann jun, ist abermals aus der Hast enllassen worden, da er nachiveiseii konnte, daß er in der Mordnacht in eine Schlägerei verwickelt war, von der die Vorgefundenen Blutspuren stammen. Die Polizei verfolgt jetzt eine andere Spur,"
Wie uns die Staatsanwaltschajl ,nitteilt, ist diese Meldung vollständig aus der Lust gegriffen, Hosmann befindet sich nach wie vor in Hast, da noch immer ein Verdacht aus ihm ruht.
** Tageskalender fiir Donnerstag, den 7. Mai: Lichtspielhaus: Konzerl-Sidend, 8 A Uhr.
** Gewerbe-Ausstellung Gießen 1914. Die Vorbereitungen für die Gewerbeausstellung Gießen 1914 sind nahezu beendet und die Gebäulichkeiten zeigen sich in recht stattlicher und eindrucksvoller Wirkung, Besonders der Eingang und das Hauptrestaurant heben sich äußerst vorteilhaft heraus und bilden zusammen mit dem mächtigen Hauptgebäude und den Nebenhalten ein reizvolles und schönes architektonisches Bild, Wesentlich gehoben wird dieser günstige Eindruck noch durch den herrlichen Schinuckhos, der von Frankfurter Architekten entworfen worden ist und als ein Muster neuzeitlicher Garienbaukunst angesprochen werden kann. Auch die gärtnerischen Anlagen hinter dem Hauptgebäude offenbaren einen erlesenen Geschmack und bieten zusammen mit den ausgedehnten Friedhossanlagen, die manches bedeutende Denkmal aufweisen, ein äußerst stimmungsvolles Gesamtbild, So ist fiir die Ausstellung, an der sich über 400 Firmen in 10 Häusern beteiligen, ein großangelegter und schöner Rahmen geschaffen worden und auch das Innere der Gebäude macht einen sehr nachhaltigen Eindruck, denn dem Architekten ist es gelungen, die Räume der alten Klinik auss glücklichste auszugestatten. So ist denn alles für die am 16, Mai stattsindende Eröffnung vorbereitet, zu der dieser Tage die Einladungen ergangenl sind. Ilm 11 Uhr vorm, geht die seierlickse Eröffnung in der Festhakle vor sich, woran sich ein Rundgang durch die Ausstellung anschließt. Um 11z Uhr wird ein Festessen veranstaft-t und von 5—8 Uhr ist ebenso wie von 11 — 1 Uhr Konzert, am Sonntag, den 17. Mai, wird die Ausstellung vorm, um 9 Uhr geöffnet, an den folgenden Tagen von 10 Uhr vorm, bas 8 Uhr abends,
** Unbestellbare Postsendungen, Wie wir erfahren, erfolgen die Veröffentlichungen über die bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt lagernden unbestellbaren Postsendungen nicht mehr durch die Zeitungen, Ueber die unanbringlich gebliebenen Postsendungen werden vielmehr vierteljährlich Verzeichnisse ausgestellt, die in dem Schaliervorraum der Postanstali am Aufgabeorte der Sendungen 4 Wochen zur Einsichtnahme sür das Publikum aus- hängen. Diejenigen unserer Leser, die wegen des Verbleibs einer von ihnen ausgelieserien Postsendung — fei es eine Wett- oder Einschreibsendung, ein Paket oder ein Brief mit Geldinhalt — im ungewissen sind, wttden deshalb gut tun, diese Verzeichnisse ein- zusehen, um sestzustellen, ob etwa der von ihnen vermißte Gegenstand bei der Ober-Postdirekiion lagett, Zutreffendenfalls würden sie sich wegen Wiedererlangung der Sendung an die betreffende Postanstalt zu wenden haben,
** ff I c in e Mitteilungen, In Ober-Ohmen erhängte sich ein Landwitt an seinem Bette, Der Mann, der in geordneten Familienverhältnissen lebte, war durch den Ankauf einer größeren Hosreite in Geistesverwirrung geraten, — In Ruppertenrod rettete ein 13jübriger Knabe ein 4jähriges Mädchen vor dem Ertrinken, — In Endbach wurde der Feuerwehttag sür den Kreis Biedenkops abgehalien, — In RodheiIN an der Bieber entstand am Sonntag mittag am Launscheids- berg auf bis jetzt unaufgeklätte Weise ein Waldbrand, — Die Gemeindeverwaltung des Dorfes Schröck bei Marburg Hai die Anlage einer Wasserleitung beschlossen, — In Neu- Isenburg erregt die Niederkunst eines 15jährigen Mädchens, das seinen Zustand bis zuletzt zu verheimlichen mwutzt hatte, großes Aussehen, Nachdem es ein totes Kind zur Welt gebracht hatte, mußte die Mutter ins Krankenhaus überführt werden, wo sie eben- salls verstorben ist. Als Vater wirb ein in den 40er Jahren stehender, verheiraitter Arbeiter bezeichnet, — In Kirn verbarrikadierten mehrme junge Burschen nachts ein Haus mit Stricken, ausgehängien Türen und Brttiern derart, daß die Hausbewohner am nächsten Morgen das Haus nur durch die Fenster verlassen konnten,
Landkreis Gießen.
Die Messerstecherei in Lollar.
kl, Lollar, 6, Mai, Der in der Nacht von Sonntag aus Montag durch Messerstiche schwer verletzte Former Karl Hildesheim wurde heute nachmittag in die Klinik nach Gießen eingeliesert, da sich sein Befinden weiter verschlechtert hat. Es sollen innere Verblutungen eingetreten sein,
Kreis Friedberg,
s, Butzbach, 6, Mai, Ueber den am Sonntag von Oberst- leutnant R i ch e l m a n n - Berlin im Hessischen Hof gehaltenen Vortrag „Wie ich Ostattika jetzt und zu Wißmanns Zeiten gesunden habe", erhalten wir noch folgenden genauen Bericht: Der Vortragende schilderte Land und Leute, Weiße wie Eingeborene, und sprach seine Bewunderung über die Fortschritte aus, welche seit seiner Abwesenheit in allen Beziehungen gemacht worden sind. Früher hätten sich die Leute in der Ebene und Tälern angebaui, bei seiner letzten Anwesenheit in Ostasttka habe er die Wahrnehmung gemacht, daß sich setzt Weiße wie Farbige mehr in gebirgiger Lage anbauen, das ist aus das sehr gute Klima zurückzusühren. Da herrsche keine Schlaskrankhett usw, wie in der Ebene und Tälern, Auch gedeihen da alle unsere heimatlichen Getreide- und Gemllse- atten sowie Karwsseln, während in der Ebene das Häupter,eugnis immer noch der Kautschuk ist. Die Felle der erlegten Tickre können letzt auch an den Mann gebracht werden, während sie früher, da keine^Absatzgelegenhttt vorhanden war, weggenwnen werden mutzten, per Kautschuk hat allerdings im Preise erheblich abgeuommen, es wird aber immer noch reichlich daran verdient. Neben den Karinen sind jetzt auch moderne Molkereien errichitt, welche vor- Mliche Butter und einschlägliche Erzeugnisse liesern. Das Pfund Fleuch kost« 7 Pfennig, 3 Stück Eier 2 Pfennig, Der bauot- Wmer in unseren Kolonien ist nur der, daß alle diese Erzeugnisse durch Träger 50 -60 Kilometer weit getragen werden müssen, um wiche an den Mann zu bringen, woran die schlechtn, Bahn- und Wegeverhältntsse .schuld sind. Das Vieh, wttches verkauft wird, mutz oii sogar 200 Kilometer wtti gtttteben werden, wo es aber trotzdem am Bxsttmmungsort in gutem Zustand ankommt, da die Weideplätze am Transportweg sehr gut sind. Wegen dar
schlechten Bahn- Mid Wegverhältnhie wäre es endlich an der Zeit,
daß unser Rcickistag die nötigen Mittel bewillige, um diese bestehenden Mängel zu beseitigen. Der Borttagenoe hat bn seiner letzten Asttkareise auch englische Kolonien besucht und meint, wir Deutschen sollten uns bn Einstellung von Mitteln sür unsere Koionten ein Beispiel an England nehmen, da köimten wir doch noch viel Imten. Aber trotz der oben angeführten Mängel sind doch Fälle in unserem Ostaffika zu v-erzeichnen, daß es Farmer in einem Zeittaum von 12—15 Jahren bis zum Millionär gebracht haben. Was die Reffe und Eicherhfftsverhältnisse in Deutschoswjrika jetzt anbelangi, so meinte der Lortragende iffcht ohne .Humor, daß dort die Sicherheit größer sei als im Berliner Tiergarten, Wassen seien vollkommen überflüssig. In der Bevölkerung ist eine große Zunahme zu verzeichnen. Es kommt häufig vor, ^doß jetzt Eingeborene 6—8 Kinder haben, was früher eine große Seltenheit war, Ter Vortragende ging nun zur Vorführung feiner Lichtbilder über, welche er aus alle» Teilen Deuisch- ostatrikas zusammengestellt hat und die er bei der Vorführung mit großem .hunwr ettäuterte,
i, Vilbel, 6. Mai. Die Regierung beabsichtigt, hier ein neues A in t sgerich ts ge b ä u d e zu errichten, da das jetzige Gebäude räumlich und auch sonst nicht mehr den An- iorderimgen genügt. ES war schon vor Jahren ein Er- weiteriingsbau vorgesehen, jedoch hat man eingesehen, daß dieser bei dem beschränkten Gelände kaum durchführbar ist. TaS Großh. Ministerium der Justiz hat wegen des Verkaufs des alten Gebäudes an Großh. Bürgermeisterei Vilbel eine Anfrnge ergehen lassen, ob die Gemeinde keine Verwendung sür das alte Gebäude habe, oder ob nicht eine geeignete Bau- stelle für einen Neubau gefunden werden könnte, bei deren Erwerb sieh die Gemeinde betätigen würde. Mit der Errichtung des neuen Gebäudes wäre ein langersehnter Wunsch erfüllt.
Bodenrod, 6. Mai. Der älteste Geineinderechner Oberhessens, ja wohl in ganz Hessen, Konrad Hofmann, iss nach 52jährigtt Amtszeit im Silier von 84 Jahren gestorben, Im Jahre 1860 übernahm er die Stelle eines Gemeinderechners.
Starkenburg und Rheinhesjen.
rb Darmstadt, 8. Mai, Ein s chw e ceS 21 u t o m o b i U Unglück ereignete sich gestern nachmittag kurz vor 8 Uhr aus der Landstraße Matchen — Eberstadt in der Nähe des alten Eberstädter Friedhofes. Der von der Bergstraße kommende Fabrikant Regwitz aus Baden-Baden wollte in sehr rascher Fahrt einem entgegenkommenden Fuhrwerk aus- weichen. Dabei wurde das Auto so stark gebremst, daß es sich nbcrschlug. Negwitz wurde tödlich verletzt und starb nach wenigen Minuten. Der schwer verletzt« Chausfrnr wurde in das Darnislädtcr Krankenhaus gebracht, Der Staatsanwalt hat bereits an Ort und Stelle Untersuchungen vorgenomincn.
- Zwingenberg a, B,. 6, Mai, Am Mittwoch fand die gut bcsuchte 2 4. Jahresversammlung des evang, Psarrvereins int Großh, Hessen statt. Der Vorsitzende, Kirchenrat S chr um ps- Darmstadi, erstattete den Jnhresb.ttchi über die Arbeit des Vereins, dem 13 Mitglieder im letzten Jahr bttiraien, Ter Rechner, Dekan Röschen- Freienseen, legte di« Jahresrechnung vor, Psr, Fritsch- Ruppertsburg erstattete den Bericht der Schttstleitung des Hess. Kirchenblattes. Man naht, eine Entschließung an, welche die Eingabe der Hand.
I u n g s g e hi l sen um volle Sonntagsruhe ausnehmer und unterstützen will, Psarter D e 11 m a r - Osse,Ibach hielt einen Vortrag über Dausbibel, deren Herstellung der Verein wünscht. Besonders intttessant war der Vortrag von Pfarre, L i n d e n a u -Wonsheim über Erzieh-ungsbeihülse, Es wurde beschlossen, sür nächstes Jahr den Deutschen PsattvercinSverband nach Gießen für den allgemeinen Deutschen Psarrertag einzu- ladcn, zumal inner Verein an jenem One sein 2bjähr, Jubiläum feiert und weil die Psanvereinsbewegung von dort ihren Ansang genommen hat.
— Mainz, 5. Mai, Der Hessische Landesverband des,Deut scheu Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hielt heute hier unter dem Vorsitze deS Herrn Geheimerat Tr, Dr, D i e tz - Darmstadi feine Hauptversammlung ab. Nach der Begrüßung der Erschienenen wies der Vorsitzende daraus hin, daß auch in Hessen die antialkoholische Bewegung wesentliche Fortschritte gemacht habe. In erfter Linie müßten die lokalen Vereine in der Bekämpfung des AlkoholismuS tätig sein und dafür Sorge tragen, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit dieses Kamvses in die weitesten .Kreise des Volkes gettagen und dort wach gehalten werde. Leider betätigen sich di» Kommunen, die doch gerade am meisten unter den Folgen des Alkoholismus zu leiden hätten, aus diesem Gebiete recht wenig. Aus dem von dem Schriftführer, Amtmann B e ch t e l, erstatteten Geschäftsbericht ging hervor, daß der Landesverband innerhalb der ihm gezogenen Grenzen eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Er hat u, a, die Anregung zur Errichtung von weiteren Trinkersürsorge- stellen gegeben, Stellung zu der alkoholfreien Jugenderziehung genommen und aus diesem Gebiete mit Erfolg Eingaben an das Großh, Ministerium des Innern gemacht. Angeregt hat ec auch bei einzttnen Kreisämiern den Erlaß einer Polizeiverordnung, die Bekämvsiing der Trunksucht betr, nach dem Borbilde eines oberhessischen Kreisamies, Besondere Ausmerksamkeiien Hai er dem Beri einsleben in den einzelnen Verbandsvereinen zugewendet. Der von dem Schatzmeister, .Herrn Scherf, vorqeiragene Kassenbericht wurde genehmigt. In der Aussprache berichtete zunächst ein Vertreter des Kreisvereins Ossenbach über die in dieser Stadt bestehende Trinkersürsorgestellc, welche sehr in Ansvruch genommen werde, so daß wöchentlich mehrere Sprechstunden abgehalten werden müßten. Zu beklagen sei, daß häufig Fälle zu spät der Fürsorgestelle bekannt würden. Schwierig sei die Beschaffung von Arbeit sür die aus einer Trinkerheilanstalt Entlassenen, Der rührigen Mitarbeit der Osfenbacher Frauen- und Absttnentenvereine zollte er Lob, Herr Geheimerat Dr, Dr, Dietz hob hervor, daß auch bei Beschaffung von Arbeitsstellen sür die aus einer Lungenheil- anstalt Entlassenen Schwiettgkeiten entständen. In der Trinkerheil- stätte „Haus Burgwald" seien recht schöne Ersolge erzielt Wördens und es wäre zu wünschen, daß von der großen Anzahl Trinke, m Hessen, die der Heilslirsorge bedürften, die Heilstätte mehr ans. gesucht würde, Lehrer Schöpv- Mainz berichtete über seine Tätigkeit aus dem Gebitte der alkoholfreien Jugenderziehung, Jnsbeson-, dere beivrach er den erzieherischen Einfluß der Schulkinder, denen er Vorträge über das Wesen und die Gefahren des Alkohols gehalten habe, aus die Eltern, Zur Sprache gebracht wurde auch der llm< stand, daß es in der einen oder anderen Gegend in Hessen noch üblich lein soll, einen Teil der Entlohnung der landwittschaft. lichen Arbeiter in Gestalt von Alkohol zu geben. Anschließend an di- Hauviversammlung sand abends eine össenlliche Veranstaltung statt, in der Dr. Plaut- Frankfurt über die Alkoholfrage sprach. Er er« läuterte die Vorteile und die erheblichen Nachteile des Alkohols insbesondere seine psychologischen und vlwsiologischen Wirkungen, Der Vortrag, der aus die zahlreich Erschienenen tiefen Eindruck machte, wurde durch Lichtbilder ergänzt,
Kreis Wetzlar.
E, Krofdorf, 5, Mat, In der gestrigen Sitzung dev Gemeinde-Vertretung wurden nachstehende Beschlüsse belaßt : Für die Reinigung der Abwässer ans der im Bau hegrisfe- nen Kanalisierung in der neuen Gießener Straße soll in dem Glei- bachtale ein Komplex Rieselwiesen aus Privatgrundstücken angelegt werden und zwar ans je 150 Personen der in dem ange- schlossenen Lristeile befindlichen Einwohner t Hektar, Die Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Grundbesitzern sollen schon setzt eingeleitet werden, — Die nochmalige Beratung über die Nachsorderung des Tiesbaimnternehmcrs A. in Gießen sür denj


