'S t e t n fr o J>c r bc in t Cfl 11 ti c r 11 n fl. In der Sitzung bei brituKbe» grftnt «‘antmcv am gestrigen Donnerstag sprach SSoiitmcräifttrat Strohmeher- Konstanz scher die Frage der 'Iheinichifiahrl und gab seiner Freude darüber Ausdruck, das! in dem anderen hohen Hause bezüglich dieser Frage Einmütigkeit lierrsche An der Durchsübruug des Projektes sei nicht zu zweiieln. Der Redner besprach sodann in längere» Änsiiilrungen^da,- Gut- ackitcn des Gedeüuen Oberbaurats Shmvher Berlin, Ter ^tano- liiicrung der Studc sei der Vorzug zu geben: bei der Strecke Basel — 31 r a i> h u r g sei eine vorläufige Regulierung vorzu- zichcn. Die Kosten der Regulierung Straßbnrg Basel betragen nach diesem «tutachten 20 Millionen Markt für den Ausbau der Strecke Basel Konstanz tverdeu 50 Millionen gerechnet Das ganze Projekt würde datier nach Snmpher 70 Millionen erfordern. Für Baden würden au,.- dem Projekt Straßbnrg Bodenjec lner- nack> Ausgaben von 5 255 000 Mark erwachsen bei einer 'Ausgabe von -19 Millionen süe die Ausjührung des Projektes. Ten groß- len Vorteil von dieieni Projekt Ipürde die Schwei: haben. Das Gutachten besage. dau die zu gewinnenden Wasserträite einen Wert von 500 Millionen repräsentieren. Nicht früh genug kann daher begannen werden, mit den Nachbarstaaten Eliah-Lathringen und der Schweiz die Richtlicnicn für dieses Projekt zu ent iversen. Für d»e Schweiz bedeutet es geradezu eine Lebensfrage, durch den Rhein direkt uni der See verbundc'U zu tverdeti. Tie Schweizer lind verständig genug, um auzucrkemicn, datz das Projekt nur durätgejührt loerden kann, ipeu» sie einen gewissen ?lnteil zu den Kosten tragen. Für Oberbaden mujz einmal etwas geschehen, der diesetl Teil des Landes bessere Erwcrbsvcrhiilt- ilifir bringt. Minister' Freil-err v. Boüman bezeichnet die Mitteilungen des Kommerzienrats Itrohnicpcr über das <5ut achten des Geleinirat Shnrpher bezüglich des Projektes Straßburg —Bodcnjee als Ijodt erfreulich, Tic Aussührnng des Projekts werde aber davon abt,äugen, ob Holland sich jür Schisidhrls- abgaben crllare. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Erste Kammer oan Elsaß - Lolhiingen eine freundlichere Stellung zu der Frage genommen habe. 'Auch bei einer Verhandlung mit Elsaß Lothringen habe dieses eine wesentliche günstigere Stimmung ,gezeigt, wesbalb Aussicht bestehe, daß -über die Frage der Rheiuregulierung Baden mit Elsaß-Lothringen zu einer Verständigung zu gelangen.
Tie Arbeitslosenversicherung in Bauern. In der Reichsratskannuer wurde am Mittwocii die Einführung der Arbeitslojeuversichcrung in Bayern eingehend beraten. Aus Antrag der Regierung bat das 'Abgeordnetenhaus >ut Voranschlag des Innern beim Kapitel „Arbeitersürsorqe" 75 000 'Mark eingesetzt, damit den Gemeinden, die nach den von der Regierung anj- gestcllten Grundsätzen die gemeindliche Arbeitslosensürsorge ein- inliren tvollcn, ein S t a 0 t s z u s ch u st gegeben werdeti kann. Ter Ülnsschuß per Reichsratskammer lehnte den Regierungsvaranschlag ab, erklärte sich dagegen bereit, der Verwendung der genannten Summe zn^Zwerlen der 'Arbeiteriürsorge zuzustimmen Von verschiedenen Seiten des Hauses wurden Bedenken gegen die Ein iührung einer derartigen 'Arbeitsloicuvcritcheruug erhoben, Ter Mio nister des Innern Freiherr v. Joden ttnd Ministerpräsident Hert- li»g baten das Haus dringend, den Regierungsvaranschlag anzu nehmen. Bei der 'Abftimmnna wurde sowohl der Antrag der Regierung wie ein uns der Mitte der Kammer cingehrachter Kom- vromißantrag. dem der Kronprinz, einige Prinzen und Herzoge zustimmten. abgelehnt und mit überwältigender Mehrheit der Antrag des Ausschusses angenommen.
Eine d e n t s ch - i r a n z ö s i s cl) e Vereinbarung über die Fremdenlegion? Bezüglich der Meldung, wonach llnter- staatsiekrclär Kimm ermann im Ausschuß des Reichstages erklärt habe, daß zwischen Frankreich und Deutschland bezüglich der Entlassung der noch nicht 20jähriqen jungen Leute aus der Fremdenlegion eine Vereinbarung bestehe, wird in einer sichtlich oiii- ziösen Note des „Tempo" bemerkt, daß diese Behauptung aus einem Irrtum beruhen müsse und gewiß nicht von deni Unterstacüs- sekretör aniaestcllt worden sei, denn es bestehe zwischen Frankreich und Tenlichland bezüglich her Fremdenlegion keinerlei Vereinbarung. Tie französische Regierung habe gewisse Maßnahmen bezüglich jener jungen Leute gctrosscn, deren Minderjährigkeit im Augenblick des Eintritt» in die Fremdenlegion nachgcwicscn worden sei - Maßnahmen, von denen die dclitsche Regierung gleich wie alle anderen Staaten verstendigt worden sei: aber von einer diesbezüglichen sranzösisch-dcutschen Vereinbarung könne nicht die Rede sein.
Tlluslnn»
Tli e Türkei und T e u t i ch t a >1 d, Ei» Leitartikel des „Tanin." hemül.t sich, die Vorwürfe eines Teiles der deutschen Presse zu widerlegen, wonach die Psorte, insbesondere nach dem Abschluß der tntkiich-iranzoiischen wirtschaftlichen Abmachungen, Deutschland vernachlässige. Tie Türkei vergesse nie die ihr erwiese,cen Dienste. 'Auch in Zutunit könne die Türlei die Unterstützung der Länder, die durch Kapital, Industrie und Wissenschaft zu ihrer Hebung beitragen würden, nickt entbehren. Daß die Türkei die stärkste europäische Großmacht, T e n t i ch l a n i>, v c r nach l ä s s i a e n würde, wäre ein u n g c r e ch t e r P a > w n r i g e g c n. d i c 1 n r k i s ck> c n S t a a t s- männer. Ter Artikel fährt dann fort: Ta Deutschland in nn- slercm Lande sehr große Interessen stützt, können ivir jederzeit non ihm eine herzliche Politik erwarten: da andererseits Deutschlands Politik ans die wirtubaftliche Oekmng der Türkei hinzielt, kan» die Berliner Regierung daran» vertrauen, daß dieses Fiel in Konftantinavel gebührend gewürdigt wird. Dieses haben wir bishm bei ,edem Anlaß durch Taten bezeugt, und es liegt kein Grund rar, daß wir nicht anch lünftighin solche Anlässe tazn benütze».
Das türk, s ch e M a r i n e p r 0 g r a » 11 » ist, wie die türkischen Blätter mitteilen, nach langen Studien nunmehr »rtig- gestellt worden. Tie Psorte werde französischen Wersten in der Normandie 8 oder 10 Torpedolwots-Zerstörer in Auftrag geben, die größer und fchncller als der jetzig.- Zerstörertyv der tiirnkchen Flotte lein werden. Bei der Crcuzot-Werit werde iie drei Untcr- icebootc bestellen. Tie Bauzeit werde 18 Monate nicht überschreiten. Ter Betrag soll weder am das lausende Budaet genommen, noch von Anleihen gedeckt, sondern durch Sammlungen des Flottcnlomitees auigcbracht werden.
P 0 n d e r ch ik> e s i s ch c n P e r i a f I u n g. Ter vom cknne- wchen Bcrtassungsausschiiß angenommene Eniwnrs zur Pcr- safjnnqsreiorm liebt bedeutende E r w e i t c r u n g c n d c r R e ch t e de s P r äf> de nt c n vor. Mitarbeiter des an der Spitze der Verwaltung stehenden Präsidenten lind der Staatssekretär und nenn von dem Präsidenten ernannte Minister Geplant ist die Scklailung eines besondere» Rates als beratenden Organs, m» dessen Instimmuug der Präsident das Parlament auslöien und die Verölienllichung eines vom Parlament angcnoinmencn Ge'eices verbieten lann Ter Ra, lall bis zur Einbcruiung des Parlomcni- d-iien Funktionen üb ernehmen.
Aus StrfLt und La»S«
Gießen, I. Mai 1914.
Von der Straßenbahn.
Im abgelanieiien Rechnungsjahr hat unsere Straßen- k>ahn im ganze» 1291332 gegen 1 297 903 Personen im Vorjahr, cuso 6574 Fahrgäste weniger bejördert. Tie Jahre» benutziing des Unternehmens schneidet dadurch noch verhältnismäßig günstig ab. lvei! das Fest der 1 l 6 er im Juni v. I. einen Masscnvcrkehr von .56 000 Personen in 3 Tagen brachte, der unter Abzug des durchschnittlichen Tages- verkehr» ein Mehr von rund 41 (X >0 Fahrgästen ergibt, welches allein für den Festverkehr zu rcckmcn ist.
Das Unternehmen ltzitte einen dnrckftchnitllicheii Tagcs- iwrlelir von 3735 Personen (gngxn 3556 im Vorjahr,. Auf jede» Einwohner der Stadt entfallen bei 32 000 Seelen 40 ,3 Fahrt im Jahre.
Die rote Linie wurde von 771 772 Personen, die grüne Linie von 519560 Personen benutzt, es ergibt dies gegen
da» Vorjahr ein Mehr für die Selterswegstvecke von 252 212 Fahrgästen gegenüber der Strecke Bahnhofskraße. Dies entspricht einem Ueberwiegen der roten Linie um rund 35 Proz. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Linie Selterswcg von rund 2000 Fahrgästen mehr benutzt, während dw grüne Linie gegen das Vorjal,r am 8500 Fahrgäste znrückg-ing und eigentlich allein den Rückgang in, Verkehr aufweist, wenn man den Festverkehr i,n Juni 1913 nicht heriicksichtigt, der allerdings beiden Linien zugute gekommen ist, da auch die Wagen der grünen Linie während des Festes zum Trieb gefahren sind.
Das gleiche Vertehrsdild des Jahres 1913 14 gegenüber 1912 13 ergibt auch die Gegenüberstellung des jinan ziellen Ergebnisses. Ter Personenverkehr brachte nämlich: rote Linie 73 431 2X1 (75060 M.), 1913/14 mehr 371 Ml., grüne Linie .50 730 Mk. (51500 21k.). 1913 14 lvcniger 770 Mk.,
beide Linien 126 162 2Kf. (126561 Mk.), 1913’14 weniger 399 Mt.
Rechnet man zu dem Jahresaussall von rund 400 2.1k. die Mehreinnahme, die durch den Festverkehr mit 4400 2.1k. eizielt wurde, so ist ein Rückgang der Frequenz unserer Straßenbahn im Geldwert von 4800 21k. in 1913 14 Vorhalt den.
Der Zuschuß der Steuerzahler zu dem Unteruehmen hat im Jahre 1912 13 13 500 Mk. betragen. Wie man hört, wird inan jür das verslossene Rechnungsjahr mit dem glei- rf.cn Zuschuß auskomnren. Schon in der nächsten Sitzung werden sich voraussichtlich die Stadtverordneten mit Mast nahmen beschäftigen, welche zur Hebung des Verkehrs aus unserer Straßenbahn in Vorschlag kommen, und sich in der Richtung bewegen iverdcn, daß eine Verbilligung der Fahr- inartcn eintreten soll,
Besoldung der Staatsbeamten.
Nach dein Gesetz über die Besoldung der Staatsbeamten vom 21. März 1914 ,oird
„dem Beamten bei der ersten 2lnstcllii»g sowie bei der Versetzung in ein Amt anderer Art und, falls er ein 'Amt mit Höchstgehalt bcNeidet, auch bei Gehaltszulagen von Großh.- Ministerium oder von einer hierzu ermächtigten Behörde eine Ur- tnnde »her den ihm verliehenen Gehalt erteilt. Eine Urkunde wird auch dann erteilt, wenn dies nach den Umständen veranlaßt erscheint."
Hiernach werden für die Folge Urkunden über «Khalts- zulagcn Inr Beamte, die in einem 2lmt mit auisteigcndem Gehalt angestcllt imd, in her Regel nicht niehr erteilt. Tas Großh. Skaaksminifterium weist in einem Erlaß vom >8. d. Mts. hin, daß diese Vercinsachung zulässig war mit Rücksicht daraus, daß jedem Beamten bei Slussührung des obigen Gesetzes, den später anznstellencn'n bei der erstmaligen Gchaltsanweijung der Pegchn seines Besoldungsdienstalters niitgctcilt wird. Ter in eine,» Amt mit auisteigcndem «ichatl angcstcllie Beamte lveiß hiernach, wann er im Gehalt auiznrnckcn hat und er kann nur der im Regierungsblatt bekanntgegebenen, crivrdcrlichenialls boi der Vorgesetzten Behörde cinzuschendeii Bejoldungsordnung ermitteln, welche Zulage er zu erhalten hat.
Ta den Vorgesetzten Behörden der Beginn des Beioldniigs- dienstaltcrS chcnsalls mitgetrilr wird, entiallen auch für die Folge die bisher an sie in den bemerkten Fällen ergangenen Benach- richtignugen über Gehaltszulagen. Tiefe Stellen haben aber wie bisher 8 Wochen vor den 'Aufrückungszcilcn die vorgcschriebcnen Würdlgnngsbcrichte zu erstatten.
Ta g cskal e n der lnr Freitag, den I. Mai: Zirkus Blumen selb: Borslellnng 8K Uhr in Oswalds Garten.
** La »des Universität. Tem Oberlehrer am Landgras-Ludwigs-Ghmnasium in Gießen, Tr. phi^ Wilhelm Gundel, wurde die venia legendi bei der philoso- pliischcu Fakultät jür das Fach der klassiscklen Philolvgie erteilt. Seine Habilitationsschrift lautet: „Beiträge zur Gnt» lvickelungSgeschichte der Begriffe Anaukc und Hcimarmene".
" B e r l eih u 11 g. Ter Großhcrzog hat dem bisherigen Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Heinrich Damm I. zu Göbelnrod, Kreis Giesten, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande de» Verdienstordens Philipps des Großmütigen vcriiehe».
A u s dem Z ch u l d i e n st c. Erledigt ist die mit einem evaugclischcu Lehrer zu besetzende Lehrerftelle zu H e r ch e 11 h a i n, Kreis Schotten. Mit ihr ist Organist endieuft verbunden. Dem Inhaber der Stolle lann eine Ortszulage bewilligt werden.
** Offene Stellen. Erledigt sind: Die Stelle eines Revisionskontrollcurs bei Größt, Hanptsteueramt Worms. Die Stelle eines Steucraussehers bei Grvßh. Hanptsteueramt L i 11 g c n.
Die Maul- und Klauenseuche ist auf dein Lckilachtviehmarkl zu Zlvickau ausgebrocheu.
** Getverbeausstellung «Heften 1914 Tie AuSstelningsleitung Hai mit der Kapelle des Jns.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess. 2>r. 116, einen Vertrag über 20 Konzerte abgeschlossen, die Mittwochs und Freitags auf dem 'AnSstellimgsgcländv stattsindcn loerden. 2.1it den Zivilkapcllcn werden elienjalls besondere 'Abmachungen gc- irossen werden, so daß also sehr reicl,haltige mnsftalijche Tardietungen in Aussicht stehen, 'Aber auch sonstige Veranstaltungen sind vorgesehen, die eine besondere Anziehungs- trasl bieten loerden. Sv schweben zurzeit Unterhandln,,gen wegen der Aufführung 2 chwü l in e r T ä n z e, das 5!atii r- thcater lvird mit Rücksicht aus die Ausstellung diesmal an cinenl ganz in der 'Nähe der Stadt gelegenen Platze spielen, und auch sonst sind noch eine ganze 2lnzcihl geselliger Unterhaltungen geplant.
** Geheimer H 0 irat Prof. D r. Otto B c h a g h e l, der Vertreter der deutsch.'» Philologie an »iiicrer Universität, begeht am 3. 2)>ai seinen 6 0. Geburtstag. Er ist in Karlsruhe gehöre» als Sohn de» Badischen Oberkirchenrats Felir Behaghcl. Seine Universitätsstndien machte er in Heidelberg und Götlingen. Er vromooierte 1876 zum Dr. vhü., habilitierte inh 1878 in Heidelberg und wurde dort 1882 zum außerordentlichen Proicjsor ernannt. 1883 wurde er ordenilickwr Prosessor in Baiel, 1888 in Gießen. Einen Ruf nach Freiburg i. B. lehnte er ah. klehaghel war dreimal Rektor der Landes Universität: 1895, 1905 und im Iubiläumsjahr 1907.
Tic E ch iv » r g e r i ch t e in allen drei Provinzen Hessens werden an, Montag, den 18. Juni, zur 2lbl,altn»g ihrer Verhandlungen für das zweite Vierteljahr zujammen- treten. Zu,» Vorsitzenden für das Schw urgericht Gicße n ilt LandgccichlSrat Schmidt ernannt worden.
'' Die Stadtvcrordnetensitzungcn sind sür die drei nächiteii Monate im voraus vom Oberbürgermeister Keller angesetzt : 7. Mai, 28. Mai. 18. Juni. 2 Juli, 16. Juli, 30. «uli. Bei einem etlvaigen Mangel an Beratungsgegen- ,landen lann eine oder die andere Sitzung aussaillen. Die Emrichtung, die vom Oberbürgermeister Keller neu cin- geführt worden ist. auf längere Zeit hinaus die Tage der Sitzungen der Stadtverordneten zu bestimmen, ist außerordentlich praktisch und für die Stadtverordneten wie sür die Bürger, ivelchc Anträge zu stellen haben, sehr nützlich.
** Die Maifeier der Bu r s ch en s ch o s t c n vollzog sich trotz der nicht gerade günstigen Witterung in der üblichen Weise. Um 12 Uhr versammelten sich die drei Korporationen. die in geschlossenen Zügen von ihren Häusern kamen, aus dein Marktplatz und gruppierten sich mit ihren Fahnen und Fackeln malerisch um da» Kriegerdenkmal. 3i!ij dem Glockenschlag 12 stieg da» Lied vom Mai in die 2«acht, und dann hielt der erste Spreck/er der Franken eine kurze 'Ansprache, in der cr ans die alte schöne Sitte der 2.1aiscier verwies, die auch dazu angetan sei, das gute Verhältnis mit «iießen» Bürgern zu beleben und zu betonen. Sein Wunsch galt der 'Muscnstadt, woraus der erste Vers de? Liedes „Stoßt an, Gießen soll leben!" gesungen wurde. 2!ach dem Lied „Burschen heraus!" zogen die Korporationen wieder ans ihre Häuser, und die Menschenmenge, die den 21arklplatz angesüllt halte, verlief sich in den Straßen.
** Vorträge f ii r R e l > g i 0 n s l e h l e r. Vor einer zumeist aus Lehrern und Geistlick,ei, Oberhessens bestehenden zahl- rnchcn Zubörerschair sprach am Donnerstag Lehrer Toltinger- Ober-Glccn über die Behandlung der 'Avostclgcschichtc und der neutcftamcnilicheii Briese. In seinen 'Anssührmigcn zeigte er, wie da» Bild der Urgemeiiü»' und der sich daran ansckstießenden, Vaulinischen Weltkirche zu behaudclii ist und wie die hervorragenden Persönlichkeiten dieser Zeit, ein Pctrns, Stephanus und besonders Paulus, heranrzuarbcitcn sind. Ergänzend und erklärend zu diesen Zeit- und Ebarakterbildern sind die in den nculestamcnllichcn Brieien cinnommciien Lescstücke vasjend zu verwerten. — In einem iolgcndcn zweiten Vortrag verlweitele sich Scknlrat T i c t r i ch-Erbach i. O. über den nunmehr fertig vorliegenden Lehrplan und die ihm beigegebenc Anweisung zur Erteilung des e». Religivnsunterrichts. «eine Tarlegungcn,, die sich besonders mit der einklaüigen Volksschule beschästigten, san den ungeteilten Beiiall. Nackiden, noch der Vorsitzende mitgeleit: hatte, daß der Lehrplan nebst Anmeiinng dem Schulministerinm. übergeben worden sei, das ihn hosientlich recht bald den Lehrern des Landes aushändigcn möge, konnte er die rcickw 'Anregungen bietende zweite Versammlung mir herzlichem Tank an die Vortragenden schließen. — Nächsten Donnerstag. 7. Mai, werbe» die Herren Tr. W a i y - Tarmslndl über Kirchengeschichlc und Behandlung des Kirchenliedes und lie. 2)k a t t h c S - Tarmstadr über Katechismnsuntcrricht sprechen.
** Natur l, eilvcrein Gießen. Am 2. und 3. 2.1ai findet hier in Gießen die Versammlung der in der Heisisckw» Grupp' des Teulicken Bundes Ser Vereine für naturgenigße Lebens und Heilwcisc 'latnrheilkundc angeschlossenen Ükatnrheil- bereine statt. Gelegentlich dieser Versammlung veranstaltet der diaturheilvcrein Gießen am Samstag, den 2. 2.1ai, abends 8> .-llhr, im Saale des 5dotcl Schütz einen össentlichen Vortrag, in wel- toi Herrn Oskar 2NumnierI-Bcrliii über da» Thema „Tic sozialen Sorgen und die 2i a tn r h e il ku n d c" sprechen wird. — Nichts könnte nämlich die sozialen morgen und Lasten unseres deutschen Bottes durchgreifender erleichtern als die 'Anerkennung und Durchführung der 'Naturbeitlundc in weiteste Kreise und insbesondere unter der minderbeniitteUcn oder armen Bc- völlerung. Tenn die Vorschristen und 'Maßnahmen der Natur- heiltunde. insbesoilderc die Iranlheitsrorbeuqendcn, sind in denkbar billigster Weise von jedermann zu erinllen und behüten ihn vor unzähligen Ausgaben iür logenannlc Lebensgenüsse, die ihn geistig, körperlich utib materiell nur ,ck idigeu. Hauptsächlich wurde aber auch unser Krankenkassenwesen und unsere Unfallversicherung die größten Vorteile von der Ausbreitung Per Naiurheilkunde haben: nicht nur laßt sich die entspreckxnde Kur in zweckmäßiger Weise sehr billig dnrchinhren, sie verbürgt auch vor allem wirk- Ud,c und dauernde Heilung und sie iührt ihre 'Anhänger zu einer Lebensweise, bei der sie ilberl/anpt seltener pslegebedürstig Ivcrden. — Der Redner ist gerade aut dieiem Gebiete besonders gut bewandert und hat ihm seine 'Ausmerisamkeil von jeher zugewandt.
* Zirkus B1 umeufcld ist gestern, Donnerstag, für einfgc Tage in Gießen eiugekehrt und hat seine Vorstellungen in dem in Oswaldsgarten ausgcbauteu Zelte begonnen. In Aubctrackit des schlechten Wetter» war die Vorstellung verhältnismäßig gut besucht. Ta» umfaugreickie Programnr entsprach den Erwartungen, die man an einen mittelgroßen, aber gut geleiteten Zirkus stellen konnte. Obenan stehen selbstverständlich die Pferdedrcssuren, die sämtlich an sorgfältiger Anssüliruug nichts zu wünschen übrig ließen. Die F r e i h e i t s d r e s s u r e n von Herrn A !B lu ui en f e Id waren ganz vorzüglich, mit seinem Trn- tehner Kastor, den sechs Ungarn, den beiden Ponys und den Steigern konnte er reichen Bcisalt erwerbe». Auch die Tres- iure» von Margarete Blumen seid ernteten wohlver- dienten Beifall. Tic hohe Schute ritt aus dem ungarischen Vollblutheugs! Taulrct Herr B. I a u » , » mit großer Epakt- yeit. Zu crlvähnen sind noch die interessanten und schneidig ausgesührten Reiterspiele der Jansly-Truppc. Als Kunstreiterin ohne Sattel bewährte sich Frl. Viktoria. Alle diese Dressuren und Reiterkü»sie zeigten ein vorzügliches Pfcrdcmaterial. 'Auch die cingcstreuteii Lcistnugcn auf anderen Gebieten waren gut. So errang Miß 2keilt, die Bewunderung des Publikums mit ihren Künsten auf dem Telepbondrah!. Ein akrobatisches Meisterstück war der Akt der „Two Os Wal dos": „Ein Biertelftündchen auf dem Damenhut". Ganz allerliebst war Mlle. R 0 s i t a s dressierte Hundemeute. Eine Krastprobc ersten Ranges waren die militärischen Spiele von Frank et Hera, «iroßen Ersolg erzielte» auch die Elowus und Auguste mit ihren iirkomischeu Intermezzos. Ein anmutiges Ballett und prächtige Wasscr- schanspiele schlossen das Programm wirlnngsvoll ab.
** U e b e r da» Abschieden der B r i c > t a u b c 11 wird in letzter Zeit überall lebhaft „eklagt. Einem Bewohner von H u n a e n ivurdcn in der voriaen Woche vier wertvolle Tiere im Felde c, e I ch 0 s s c n und verschiedene andere wurden im Schlage angeichossen vorgesunden. Trotzdem diese Tauben unter dem Schutze des Kriegs Ministeriums stehen und das Schießen mit einer Geldstrafe bis-zu >50 21k. oder mit «iesängnis bis zu 8 Tagen geahndet wird, gibt es immer ioieder Schützen, die, wenn ihnen gerade nichts anderes in die Quere kommt, ihren Schießprügel au! eine» im Felde umhersliegenden Schwarm dieser unschuldigen Tiere richten müssen. Ta» gereicht den Betrcisenden sicher nicht zur Ehre. Es ist um so nnvcrständlichcr, als die Brieftauben in einem Kriegssalle wichtige Boten sind, also dem Staate wertvolle Dienste leisten. Tie Er Werbung flugtüchtigcr Tauben ist für den Züchter meist mit hohen Kosten verknüpft und einzelne Tiere, die aus so bedauerlichere Weise geendet, sind sür den Besitzer oft unersetzlich. Es wäre zu wnnichen, daß derartige Schützen ermittelt und zur dlnzeigc gebracht werden könnten.
** H 0 ch z e i t» g ä st c a l» M ädch e n h ä n dl e r. Ein Teil der Hochzeitsgäste einer Hochzeit in Gimbsheim wurde ans deni Mainzer 2 ü d b a h >1 h 0 f als M ä d - ch«nhandler verhaftet. Ter tlKmeindediciier Scherer in Gimbsheim feierte die Hochzeit seines Sohnes, zu der aucy der Heizer Scherer, der Bruder der Brau! und mehrere junge Mädchen, die sämtlich ru Frankfurt wohnen, gekom- men waren. Als sie aus der Rückreise in 21arnz-Südbahnhos umsteigen mußten, lvurden sie als Mädchenhändler von der Mainzer Polizei verhaftet und vor den zuständigen Kommissar gebracht. Bei der Vernehmung gelang es ihnen, zu beweisen, daß sie harmlose H 0 chzc i t s gä stc waren, jo daß sie nack) längerer Unterbrechung, ihre Reise sortsetzcn konnten.
** Submissronsergebnis. Bei der Subniission für Einftiedigung der Isolierbaracke hier wurden am Don nerstag folgende Offerten abgegeben: Georg Becker
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