Ausgabe 
2.4.1914
 
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v siD« »oit 185860 vom damaligen Herzog Adolf

errichtet worden war und zu nassauischen Zeiten den Jägern znr Kaserne diente. Während des Feldzuges 1870 7l wurde die Schule vorübergehend aufgelöst. sikach einer oberfläch- lichen Schätzung sind über 300 Lifiziere und wohl über 7000 Füsiliere in Biebrich tätig gewesen. E» ist daljer er-, klärlich, wenn cs von vielen unter diesen lebhaft bedauert wird, daß das s ün fzig j ah ri ge I n b i l ä n in am l. Ll» tobcr 1917 nicht mehr in Biebrich gefeiert werden kann.

Tie Unteroffizicrschulen unteritanden fi'üher der ersten Garde-Jniankeric-Brigadc in Potsdam, bis eine selbständige Inspektion der Unterossizierschulen 1873 errichtet wurde, deren Sitz in Berlin ist. Ter zeitige Inspekteur ist General­major Hcrhudt von Rohden, der' vorher Kommandeur des Jns.-Leibregiments Großherzogiii st>. Grvßh Hess.) Nr. 11, tvar.

Aus den amtlichen Mitteilungen über Zweck und Ziele der Unterossizierschulen und Unteroffiziervorschulen ergibt sich, daß die llnkcroffizierschulc Wetzlar nach wie vor ihren Ersatz im Oktober erhält. All: sich zum Herbst meldenden jungen Leute werden also entweder der Untcrosfizierschule Maricnwcrder oder Wetzlar zugeteilt; wer im gruhjahr eintritt. wird in Ettlingen in Baden eingestellt. Tiefe drei Schulen haben also sog. Landersatz, d. h. die jungen Leute treten direkt aus dem Zivilstande in die Unteroffizier,chule ein und werden l,ier ini allgemeinen drei Jahre (besonders tüchtige zwei Jahre, ausgcbildct. Tic anderen Untcrosfizier- schulcii, s. Nr. 2, erhalten sog. Vorschulersatz, d. h. sie be- kommen ihren Ersatz aus den llnterofsiziervorschule». Tieze , Zöglinge" werden auf einer Uutcrossiziervorschule zwei Fahre vorgebiidet und treten dann zu weiterer zweijähriger Ausbildung alsFüsiliere" zu einer Unterosfizicrschnlc über. Hieraus erhellt, das, es im ganzen günstiger ,ür einen jungen Menschen ist, wenn er mit 15 Fahren zu einer Unter­ossiziervorschule eintritt. Er kann dann also nach 15 3- 2 Fahren, mit 19 Jahren, in die Front als Unteroffizier kommen, tvührend die Lgndersat- -Füsiliere erst mit 17st-3, also mit 20 Jahren, ausgebildet sind.__

hessische Lanöwirtschastskamiiier.

rb. T a r m st a d t, 1. April.,

Tie Landwirtschastskaimner iür dos Grovberzogtuni Hessen begann heute vormittag im Sitzungssaal der Londesshnode ihre 12. Hauptversamnrlung. Ter Boriitzende, Ockouomieral Walter, begrüßte die Versammlung und d'e Regicrungsvertretcr, Ministe­rialrat Schlicphakc, Geh. Lberbaurat Mangold und Re gierungsrat Svamcr. Taraui widnicte der Vorsitzende dem ver­storbenen Blitglied Schmidt-Guntersblum einen illachruf. Nach Feststellung der Anwesenheitsliste regt Abg. Brauer an, im Hinblick aus das schöne, für die Landwirtschaft io günstige Wetter den heutigen Tag für die Beratungen auSrunur.cn und vor altem den Hanvtvoranschlag zu erledige»., die übrigen Beratungsgcgen- ständc aber für eine etwa Mitte Mai cinznberusendc Versammlung zurückzustellen./Ministerialrat Schlievhake bemerkt, Ihm sei der Voranschlag und ein Teil der übrigen Truckiachen erst vor wenigen Tagen rngcgangcn, so daß er angesichts der erst gestern beendeten Voranschlagsbcratungen der beide» Sländekammern sich damit nur wenig beschäftigen konnte, Tas dürste mit zur Abkürzung der Verhandlungen beitragen, ebenso der Umstand, das; ei» Teil der BcralungSgegenständc überhaupt nicht im Plenum erschöpiend behandelt tocrdcn könne. Er bitte aber, in Zukunft eine zeitigere Bcrusnng der Kammer veranlassen zu wollen. Schließlich wird ein Antrag Brauer VcithRieder-Wöllstadt, heute nur den Voran­schlag zu erledigen und die weiteren Beratungen zu vertagen, mit 19 gegen 17 Stimmen abgelehnt, nachdem sich auch der Vorsitzende gegen die Vertagung ausgesprochen batte.

Ter Vorsitzende gibt daraus einen kurzen Geschästsberickt übet das vcrsloisenc Jahr. Ec stellt fest, das; das Jahr 1913 eine so gute Ernte in Deuiichland brachte, wie lange nicht. Tie kam aber weniger der Landwirtschast, als der Allgemeinheit zu <jute; der Gcsamtcrlös stellte sich gegen das Vorjahr um 334 Millionen niedriger. In Hessen war leider die Weinernte sehr ichlecht, die groben Aufwendungen der Winzer sind nicht belohnt worden. Tie Fleischpreise geben zu Bedenken Veranlasiung, denn die Preise für Lcbcndgcroichl sind um 27 Prozent, die Schtachtgc- wichtsvrcisc aber nur um 1016 Prozent gesunken, cs wird also niemand mehr behaupten können, daß die Landwirte an der Fleiichtcuerung schuld lind. Es konimt hinzu, daß die Pro buktionskosten ganz wesentlich gestiegen sind, und die Landwirt- schüft deshalb nicht mehr so billig liefern kann, wie früher, auch sei sie durch soziale Lasten stark in Anspruch genommen. Ter Redner berichtet darnach noch in, einzelnen über die Tä­tigkeit der Kammer und ihrer Ausschüsse.

Zum Mitglied des WahlvrüsungjansschuHes wird daraus Oe- konomierat K c l l e r - Sviestheim, zum Mitglied des Reckmnngs Prüfungsausschusses Nikolaus M »h II Laubcnhain gewählt. Als Delegierte zum Teutick)cn Landwirtichafisrat werden gewählt, Ockonomierat Walter (Lengjeld, Abg. Bähr Rohrbachi und Oekonomicrat .Hahn (Heßloch und als Stellvertreter Oek. - Rat Fritsch lDiclshofcn, Hcnscl Tortelweit, und Schätzet (Selzen).

Es folgt daraus die Beratung über die Revision dec- Fcldboreinigungsgcsepes, zu ivelchem der Kammeraus ichuß eine Reihe umfassender Abänderungsvorschläge beantragt. Oekonomicrat A a lt er begründet diele Abänderungen aussührtim und legt dar, das; die Wünsche der Landwirtsckrast in dem Gesetz nicht in vollem Umfang erfüllt worden seien. Tie Abänderungsvor schlage über die Anmeldung-, und ParzellierungSvorschristen und über die Kostenanschläge seien nicht im Interesse Einzelner, sondern un Interesse der ganzen Sache gemacht. In der altgenieinen Besprechung bittet Tr. JE e fi 1 in g c r , nur im äußersten Falle an den beantragten Vorschlägen Abändeeuiigcn vorzunehmcn, Iveil sonst die ganze mntievoltc Arbeit illuioriich werden könnte. W e i t »Lang-Gönsi bedauert, daü in dem Gesetz keine Bestimmung darüber enthalten Nt, bis .01 welchem Tcrm-.n die Feldbercinignng durch geführt sein müsse. Bei dem jetzigen Tempo könnte leicht noch ein ganzes Aenichenalter darüber hingehen. Rach tveiteren Bemerk»» gen der Mitglieder Hcnscl und Pich mann beleuchtet Schneider (Utphe) die o b e r h e s i i i ch e n F e l d b e r e >» i - g u II« s » c r h ältniffe. Tie Tnrchinbrung der Fcldbercinigunq habe IN der Gemarkung. Lrch zebn Fahre lang gedauert, und da- chirch und tur die Landwirtschaft uielc Nachteile entstanden Die Regierung solle criucht werden,, die ganze Feldbercinignng zu be­schleunigen und zu diesem Ziveckc mehr FcldbercinigungSgcomeler anziistellcn.

Tamil ist die Hauvtbesprechung beende». In der Einzelberatnug schlagt zu Artikels Henscl (Tortelweilj eine Aenderung vor nach ivelcher die Wirtschaitswege nur iür die Landwirte frei sein ioltten Ockonomierat Walter bittet, den Antrag nbziilchnen da man das Gesetz Nickt ans Einzeliällc bestimmen könne Abg Beeiden back meint, dast der Antraa gi Grund schlechter Er- lahrungen gestellt ivorden sei. Tic Saciie iollte doch recht überlegt werde». -rer Antrag Hensel ivira schließlich angenommen Tar- n, gelangen die Artikel 2, 3 Uitd 4 nach unwesentlicher Aussprache zur Annahme.

- 1 Uhr fand eine Frühstückspause statt, und dann tvurde

IN der Wciterberatnng torlgeiabren und sämtliche 57 Artikel mi, geringen Abänderungen »ach den Vorschlägen des Vorstandes an- genommen.

Die Punkte 0, 7 und 8 tocrden darauf zunächst zurückgestellt lieber Punkt 9, Antrag Fritsch, betr. Ermäßigung der Zuckersten er, erstattet der Aiitragstellcr Bericht. Tic deutsche Zuckerproduktion könne nur dann in die Höhe gebracht werden wenn die jetzige hohe Zuckcrstcucr ermäfftgt werde, ipcmt für eine Ware die nur 9 Mk. koste, 7 Mk. Steuer erhoben ivürde, so sei da- entschieden nicht richtig. Mit Schuld an der ungünstigen Laac sei auch der Umstand, dast der Zuckervcrbrauch in Tciitsthland lange

nicht die Höhe erreicht, wie ,um Beispiel M Lnaland. Die Re­gierungen der Bundesstaaten sollten dahin wirken, dal; das Gesetz vom 19. Septencher 1908 möglichst bald in Kraft gesetzt werde. Tie Bersaimnlnng nahm schliesslich etnsttnnntg solgcnden Antrag Fritsch an,Tic Landwirtsch-st-kamiiM! wolle bei der Reichsregierung beantrage», das; i»t Hinblick aus die gegenwärtig niedrige» Znckervrclse, bet ivelchen soivobl die Ziickerliidustrlc und infolge davon g»n, besonders die deutsche Landtvictschast anis schwerste geschädigt wird, baldigst die schon seit Jahren zngelagie Ermäßigmig der Ziickerstencr dnrchgcfnhrt iverde.", , .

Zur Beratung taM dann die Vorlage des Vorstandes betr. dre Erbcmuna eines neuen Schulgebäudes für die Ha u e - haltu n gsschulc in Langen. Ter Borsitzende erltatictc hierüber BerichI Tie Stadt Langen bat sich bereil erklärt, das alte «-chul- gebäudc der Haushaltungslchnle, das völlig unzureichend iur seine Zwecke ist und nur mit einem grasten Kostenaufwand der- bessert werden könnte, zum Preise von insgciamt 66 000 Mark ,u erwerben und der Kammer für die Erbauung einer neuen Schule ein 3200 Quadratmeter grostcs Grundstück kostenfrei zu überlassen Diese» Grundstück würde aber nicht genügend Raun, bieten, es mühten noch etwa 600-800 Quadratmeter dazu er­worben werden, war etwa 4000 Mark Kosten verursachen würde. In der hierüber niigeknüpften Aussprache sprachen sich die meisten Redner für Zustimmung ;n diesem Vorschlag aus, wöbe, betont wurde, das, die Landwirt!chaftskammer darnach in der Lage fei, für den Erlös ans dem allen Schnkhaus ein neues schönes Ge­bäude zu errichten, Mitglied Hahn wieS jedoch darauf hin, >«>, das von der Stadt zur Verfügung gestellte Oielände keine günstige Loge habe und im.Norden der Stadt ein viel geeigneteres Terrain vorhanden, sei. Er stellte den Antrag, in der Ermächti­gung an de» Vorstand zum Abschluß der Vereinbarung mit der eiadt Langen dicien nicht aui den Erwerb des von der Stadt »räienticrten Grundstücks i», Osten der c-tadt zu toerpfliditeit, so,, gern zu bestimmen: Ter Bauplai für die neue Schule sott nach Besichtigung durch den Vorstand ausgewählt werden. Mit dieser Ab indcrung des Antrags Hahn wurde der 'Antrag des Vorstandes inftimmia angenommen.

Tie Verhandlungen wurden daraus um 4", Uhr ans morgen rüh 91 '» Uhr vertagt.

vereinzna hrichten.

§ B a d » N a u h e i IN. 31. Mlirz. Ter B i l d u n g s v e r e l n hielt heute abendnter dem Vorsitz von Oberlehrer T, Strecker seine Haiiplversainmlniig in, Cvnibcl'olel ab. Räch dem von Lehrer Vorth erstatteten GeschAIlsberlcht hat der Verein >» jeder Beziehung ei» »günstig ncelantencS ckiclchäsisiahe hinter ÜA'. Er zählt 435 >1i»itallcee> »»d hat aus,er zwei UnlerhattnngSabendc» ö Theatervorstettimaen des N'-ein-Älainischen AeebandSihcalerS ge- holc». Ter Kassebericht schliest mit 2813 Mk. in Einnahme und An?,gäbe ab, e,n Barbestand von 395 Mk. ist verblieben. Te» Bnchereibericht erstattete Lehrer W e l> r b e > m. Danach wnrden an »ü AnSleihetagen zusammen 495 1 Bücher a» 2147 Enlneh ner »ernnsgabt, a»l einen Ansleibetag kommen im Tnrchseönitt 95 Blinde. Tie Zahl der Leser betrug 235 Personen, darnntee 45 Kinder' unter >4 Jahren Ter Bücherbestand der dem Verein zur Verkügiing aeilektten Ttadtbibliothek bat üch »>» -2 Bände ver­mehrt und beträgt jkt;, 3!<»> Bände. Tie E i g e » b ü ch « r e i, die »> letzten Jahre rund 159 Eeschenkbäude erhalten hat, ist Ni>, 'tztzö iltummer» anaewachse. Zum Schtnst der Verla,nmlung ent­spann sitch eine le maile Lluisprache über das Kinomese»,

Gietzencr «traskammcr.

Gießen, 31. März.

W c g 'c » schweren Diebstahls wurde der 19jährigc 'Arbeiter G. H. aus Anklam zu einer Gc- sängnisstrasc van 6 Monaten, ans welche 2 Monate »nter- suchiingshait angerechnct wurden, verurteilt. Er hotte in Trais- Horlosi, wo er für eine Nacht in einem Hiausc 'Ausnahme ge­sunden hatte, seinem Zimmergenosscn, her aut Schicht abwesend war, einen Herrenanzug, einen Stock, ein Hemd, ein Paar Hosen­träger, ein Paar Manschetten, eine Uhrkelte, ein Paar Strnnipse, eine Bürste, Kamm und Seife gestohlen. Er batte diese Gegen­stände ans einem .Handkosser aus Segeltuch, den er mit einem Messer ausschnitt, entnominen. Es wurden ihm vor allem wegen seiner Jugend mildernde Umstände zugcbilligt. ,

Wegen intellektueller Urkundenfälschung wurde der 'Arbeiter H, aus Dröbischau zu 2 Monaten Gefängnis vcnirteilt. Er halte bei den zuständigen Beamten in der Zcllcn- straianstalt Butzbach, in dem .Hastlokal des ?lmtsgerichts Herbstcin und i» dem Probinzialarresthaus Gießen einen falschen Namen angegeben und so bewirkt, das; in die Gesangcncnbücher unrichtige lEiniräge gemacht wurde».

Wegen Sittlichkeitsvcrbrechcus . erhielt der 18jährige Arbeiter PH. D. aus Vilbel eine Gejäiig nisstraie von 2 Fahren, an; welche 2 Monate Unteesuchungshast aulgerechnet wurden. Er batte Ende des Jahres 1912 und im Jahre 1913 in einer ganzen Reihe von Fällen sich an Schul­mädchen, von denen er genau wußte, das; sic noch nicht 14 Jahre alt waren, vergangen. Es wurden ihm mildernde Umstände zugc­billigt, die vor allem in seiner Jugend und seinein Geständnisse erblickt wurden.

Wegen M i c t s ch w i n d c l c i c n in .'! Fällen tvurde der Taglvbncr H. D. aus Mittclgründau zu 6 Monaten theiängnis verurteilt. Er hatte im November vor. Jahres an drei verichiedene Landwirte seinen Sohn, der aus der Zwangserziehnng entflohen war und von dem er genau wußte, daß er wieder in die Zwangserziehung zurück mußte, als Knecht vermietet und iebesmal den Miktstalcr von 3 Mk. in. Emvtang genommen. Obivohl er ein rückfälliger Betrüger ist, wurden ihm nochmals mildernde Umstände zngcbilligt, die vor allem in der Geringfügigkeit des Schadens gefunden ivurdc».

Wegen Diebstahls i in Rückfälle u n d II n t r c n e wurde der Fuhrmann H. Th. aus Herdort bei Neuwied zu einer Gesängnisftrase von 7 'Monaten verurteilt. Ihm war- zur Last gelegt, zu Fricdbcrg im September vprigen Jahres ei» den, F. Sch. gehöriges Mitgliedsbuch und eine» dem tsaftwirt K. gehörigen Hund inckWcrt von >00150 Mk. gestohlen zu haben. Ferner hatte er von dem Gemüsehändler L. R. in Friedberg an zwei Tagen Meerrettichstange» erhalte», die er iw Wege des Haniierens abictzen sollte, cs war ein bestimmter Preis festge­setzt worden, den er für die verkauften Stangen abzutiekern halte, der Mehrerlös sollte sein Verdienst sein, nicht verkauften Meer­rettich hatte er wieder abzuliesern, das letztere tat er nun nicht und mußte deshalb auch wegen Untreue bestraft werden.

Z u r ü ck g c w i e s c ii wurde die Bcruinng des Fr. H. aus Zwesten, der vom Schössen- gericht Ivegen Bcttelns und Landslreicherci zu 3 Wochen Hast verurtcill worden'war, da auch zugleich aus Ucberwcisuiig an die Landespolizeibehördc erkannt ivorden ivar, batte er Bcru- inng eingelegt, der jedoch der Eriolg versagt tverdc» mußte, weil nach Amubt der Kammer das Arbeitshaus das einzige Mittel den iiinge» arbeitsscheuen 'Menschen wieder zu einem brauch- baren Glied der menschlichen Gesellschaft z» mache».

3 m »iebe rauf ii af>mc# erfahren s r c i g c s p r o ch c n

, v ., J r 5 " f 11 , r t- 0 ® ' 3l. März. Der Kaufmann Fr. Gco Ehrhardt wurde heule von der Llraskammer im Wiedcrav nahmeveetabren ,re,ge,»rochen. Er war im 'August 1913 wea> cmes Einbruchsdiebstahl? an der Bockcnhcimer Landstraße zu zir 5abre» Zuchthaus verurteilt worden, obwohl er eindringlich sei Unlchbld beteuert hatte. Nachdem er bereits mehrere Monate ve blitzt batte, meldete sich der richtige Täter. El, rbardt muß früher tchon in München 6 Jahre Zuchthaus verbützcii. trvtzde er auch damals Ichon leine Berurteitung als Justizirrtum bczei, »ele. ,n München wurde nunmehr cbenialls das Wiederauinabm verfahren ctngclcitet.

,^, - a n g >" n, 31. März. Das Haupt der Räuberbande, i INI letzten Winter zahlreickn, schwere Einbruchsdiebstäble in Frar >url und der Provinz Starkcnburg beging, der Arbeiter Feit

nand Zimmer von hier, wurde wegen dieser Verbrechen beü» von der Franfsurter Strafkammer zu süns Jahren Zuchthaus ver­urteilt. .,

>, aisrrSlck likern , 31. März. D,e § t r a > k.r m m < e ver­urteilte beti praktischen Arzt Tr Lndlvig Stein, der als uüft- rer seines Kraftwagens durch Fahrlässigkeit de» Tod des Regie-' knNgsrats Feiertag und des Glimnasialvrojefsors « e lN t e r t.st verschuldet hatte, zu vier Monaten Gefängnis und Tra­gung der Kosten.

Wien. 31. März. Nach zweitägiger Verhandlung ivnrde der Bahuangestellte Lin du er wegen Spionage zu zwei Jahren und der Reisende Pctric zu zweieinhalb Fahren schweren Kerker ver­urteilt.

Lnftjclfiffabr».

vr F ra n k e n h a n s e n (^icbevbni)Crn\ 31. Mcirz. Als beule nwrqen der Flieqer L ch a e tz. welcher von Mtznitlen -T'iloljof» « flcfloflcn war und dann wieder uutfefjne, in Urankenliansen eine Natlandnnq vorqenoinmen hatte, ersuchte er meOvc.ic iuulieritelieude Mäinrer, den Apparat vor der .ildrahrt zu halten. Ter Propeller war schon anftetrieden, als plötzlich der Zchlosserkohn Dollner »zNter den Apparat lies. Dem Unvorsichtigen wurde der Kopl v o m SH u nt p f c q c 11 c n n t. _

vermifcbte».

* Fünf Personen bei einem Brande tödlich verunglückt! Aus Rotterdam wird gemeldet, Bei einem Brande in einer Dampfspinnerei in Almelo kameu vier ^Arbeiter und eine Arbeiterin in de» Flamme» um. Zahlreiche Personen erlitten Brandtvundcu. eine von ihnen mußte nach dem Krankenhaus transportiert werden. Ein Ülrbcitcr, der aus dem dritten Stoa sprang, wurde leicht verletzt, ei» anderer ließ sich an einem Strick aus den, vierten Stvck herunter und wurde ebenfalls durch Braud- wunden verletzt. Tic Feuerwehr war machtlos. Tas Fabrik­gebäude brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder.

* Verzweiflungstat eines Familien­vaters. Aus Duisburg wird gemeldet, Der Arbeiter Thissen, ei» Vater von sieben Kindern, befand sich schon seit zwei Wochen aus der Wvhnuilgssuche, erhielt aber tvegen seiner vielen Kinder keine Wohnung. Aus Verzweiflung l,ierüber warf er sich vor einen D-Zug und wurde sofort getötet.

* Mord und S e l b st m o r d Im Bureau eines Ber­liner RechtsauivaltS erschoß ein mit seiner 24jährigeu Ehe­frau in Scheidung liegender 26jähr. Musiker bei der letzten Zusammenlunst nach lurzem Wortwechsel seine Ehefrau und sich selbst. Das Ehepaar hinterläßt ein zweijähriges Töckt« terchen.

* Uebersahren. Aus Bischweiler, 31. März, meldet ein Privat-Telegrainiu, Von. dem heute morgen 6,45 Uhr nach Hagenau abgehenden Zug wurde der 16 Jahre alte Joses Bauer aus Marienthal überfahren und ge­lötet. Er hatte sich trotz aller Warnungssignale dem Zuge entgegengeworsen. Der t^ops ivnrde dem jungen Manne vom Rumpfe getrennt.

* Gemäldedieb stahl in einem K lostc r. In einem Kloster der Takramcntincriiincn zu Warschau sind zwei kostbare Gemälde, dir König Johann Tobieski und seine Gemahlin dar- stcllcn, verschivuiidcn. Ter Kaplan des Klosters ist seines Amtes enthoben worden.

* L n n ch j ii st i z. 'Aus Murkagce lOklahamai wird gc- nieldet, Eine Negerin, die am Sonntag eilten in »gen Weißen durch einen Messerstich ins Herz getötet batte, wurde beute an einer Ttraßentaletnc erhängt. Eine Rotte niaskierter Leute überwältigte den Gesängniswärtcr und warf der Regerin eine Schlinge um den Hals und schleppte sie dann hinaus, uni sic zu lonckie».

*2chijfsnnfall. Ans» Southampton, 31 rz, wird gemeldet, Der englische DampserGannttlett" ist mit dem dänischen SchonerNiels I u e I" im Kanal zusammengestoßen. Der Dampfer sank. Von der Besatzung wurde ein Manu gerettet, die übrigen, deren Zahl nicht feststeht, sind wahrscheinlich ertrunten.

CittaciaiiM.

(Für Form und Inhalt aller unter biefer Rubrik siebenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keiiierlei Verantwortung.)

R e i s k i r ch c n , 30. März Tic Z ugverbin düngen aui der Strecke GießenFulda beschäftigen fortgesetzt die Gemüter, ohne das; ein merkliches Entgegenkommen der Eisenbahn Direktion zu spüren ist. Kaum bat die Handelskammer Gießen verschiedene Wünsche dargebracht, so folgten im hessischen Landtag die 'Abg. Fenchel »nd Reh und baten die Regierung INN Be- seitigung von Mißständen. und um Berücksichtigung von Wünschen der Reisenden, .hanvtsächlich die Zugoerbindung nach Fulda am Abend läßt in jeder Hinsicht zu wünschen übrig. Tie Zeit zwischen 5.52 und 9.21 Uhr, wie Landlagsabgeordnetcr Reh treffend »!N- sührte, ist entschieden zu langt: »nd es ist jetzt ein Gesuch NN die maßgebende Stelle abgcgangcn um Einlegung eines Zuges oder Triebivagcns zwischen 5.62 und 9.21 Uhr und die Einstellung des nur Mittwochs und Sonntags iahrcnden Thealerzugs in den Fahr- vla». Tie Reisenden von Kaisel, Frankfurt, Koblenz, welche nn. 8 Uhr ihre Tätigkeit beendigen, sind unter den jetzigen Verhält­nissen gezwungen, eine volle Stunde aus Verbrndiing zu warten. Ein Entgegenkommen von der Eisenbahn-Direktion wäre ans der so stiefmütterlich behandelten Strecke GießenFntda sehr crwünsch'.

B.

Airchlichc Nachrichten.

Jrraciitische Ncligionrgemeinde. Golterdienst in -rr Shiiagogr (Sud-Anlage).

S a m -8 t a a. den 4 April 1 9 11 : Vorabend: 6.45 llijs,

Morgens: 9.00 llftr.

RachmittaqS: 3.80 Nbr. Lchrifterklärnng. SabbatauSga»lg: 7.50 Mir.

Jrraelitische rieligionsgesellschast.

Gotterbieiist.

Eabba! leise am 4 'April 1914; Freitaa abend 6.35 Uhr.

Samstag vormittag 8.311 IN- Predigt.

Samstaa nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-'AuSganq 7.59 Uhr,

Wochengottesdienst: MorigenS 8.45, abends 6.93 Uhr.

Ein vernachlässigter Schnupfen hat schon inanchei» die Ge­sundheit gekostet.