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Ter kietzetler Nuzeiger

erscheint täglich, auher Sonntags. Deilagei,: viermal wöchentlich »ies>eu«t,z«mjiiend>ätter. ziveimat wöcheml.ltiei;- bigNsürdenIlreirKiehen iTievstog nndJreilaqt: zweimal mdiiall. kinid- »ittichaftlich« Seitsrage« Ferniprech - Anschlüße: 'ür die Redaktion 112, Verlag ». Erveditiou öl Adresse iürTepejcheu: Auzcigcr Gießen. Aaaahne »an Anzeigen Hir die Tagesninnmer bis vormittags S llhr.

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o\. März

BeruqSvretA:

m o rtatlirf) 75 w t ctel-

jährkich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dieVosl Mk.2.viertel» jänrl. ausschl. Besteüq. Zeilenpreis: lokal 15 Pi ^ aufwärts 20 Biennch. Chefredakteur: A. Goey. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton*, .Ver­mischtes* und.Gerichts- jaal": Karl Neurath; für .Stadt und Land": Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfahl 10 Seiten.

Tagcsknlender aus dem Jahre 1814.

ZI. März: Mauer Alexander von Rmßiand und Friedrich Wil- h<^im III. von Preußen ziehen an der 2pike ihrer Truv- ven ,n Paris ein.

Eine neue Wendung in der Krifis in England.

der gestrigen Sitzung des englischen Unterhauses hat der Ministerpräsident Asqufth den Konservativen soivohl vic den Liberalen eine Ncberraschung bereitet. Er bat den endgültigen Rücktritt des Kriegsministers Seel» mii- geteilt und crNärt, dass er selber das Amt zu übernehmen gedenke, wozu cs ersorderlich sei, das; er sich einer Neuwahl unterziehe Rach dieser Er-;

Ilärung verlies; er in der Tai das HauS. Leine Ab-i sicht ist natürlich, in seinem Wahlkreise sich ein Vertrauensvotum zu holen. und er gibt also

seine ^ Stellung noch nicht als verloren aus.

Tic Wahl in East J-rfeshirc, die, wie verlautet, am Oskrrinontag stattiinden soll, ivird die erste Wahl im Zeichen des Konfliktes zwischen Heer und Pariamcnt sein und sie vird die Wahl des Premiers sei», der seine politische Eri- lenz mit der nniunschränkten Herrschaft eines dcmokraii- chen Parlamentes verquickt hat.

In gutuntcrrichtcten greisen verlautet nach der F. Ztg. vgar, das; die Ilnionisten in der Erkenntnis der neuen Lage reue Konivronlißveriftindiungen in der Homernlc Frage an zebahni haben.

Asqnith vertritt East Fiscshirc ununterbrochen seit 1886. Beine Masoritäl betrug im Jahre 1011 1800 Stimmen bei über 8000 Wählern.

London, HO. März. 'Unterhaus.! Das erste Auzcichcu für den Rücktritt des K r icgS »i iu i ste r s Se c tu >var der Umstand, das; er bei seinem! Eintritt ans den hinteren! Bänken Plai; nahm. Preinierininister Asqnith gab den Rücktritt der Generale Frcnch und Ewart bekannt und die Gründe hierfür. Er verstehe diese Gründe, sagte Asqnith, ob­gleich er sic bedauere. Tie Offiziere wünschen cs vvltkominen tlargcstelil zu scheu, das; sie in völliger tiebcreinstiminung rnit seiner Erklärung tnjnt 27. d. M. seien. Asqnith zollte so­dann der Loyalität, der Tüchtigkeit und der Ergebenheit, mit der die Offiziere dein Staate und der Armee dienten, -varmc Anerkennung und sprach die Hoffnung ans, das; sie sortsahrcn tvürden, dem Staate und dem Heere zu dienen. Hierauf «teilte Asqnith mit, daß der Kriegsminister Seely ihn zu seinen, Bedauern davon unterrichtet habe, das; er sich verpflichtet fühlte, den gleichen Weg einzuschlagen. Er, Asqnith, habe sich mit großem Widerstreben entschlossen, Kr i e g s m i n i st e r zu werdeit. Ter König hätte seine Zustimmung zit erkennen gegeben. Diese Ernennung mache jedoch seine Wiederwahl notwen­dig, und so müsse er das Haus bis zur Nachtvahl verlassen.

Die Erklärung des Premierministers kam dem Hause vollkommen überraschend.

Sodann gab Seely eine persönliche Erklärung ab. In dieser persönliche» Erklärung betonte er, das; er nicht ivegcn irgendeiner politischen Meinungsverschiedenheit mit seinen Kollegen zurückgetreten sei Er sei zurückgetreten, damit es nicht den Anschein lzabe, als ob ein Minister init Dienern! der Krone einen Handel darüber abgeschlossen habe, Inas getan werden müsse.

Im weiteren Verlause der Sitzung tenklc der llnionist Lmith die Ausmerksamkeit aus die Vorbereitungen der

Regierung in Heer und Marine, und erklärte, diese seien, umfangreicher und bedeutungsvoller, als die Regierung zu­gegeben habe. Die Bewegungen seien feindselig und herans- sordcrnd. Ihr Plan sei navolconistisch, aber Napoleon sei nicht da. Smith erklärte weiter, das Kabinett habe vonr ersten Augenblick an die Forderungen Gongh-s gekannt.

Elf u r ch i l l sagte .daß an dieser Erklärung nichts wahres sei. TaS Schriftstück, das die Besprechungen zwi­schen Tccli) und Gough enthielt, sei zu spät an das Kabinett gelangt, um noch von den Ministern behandelt zu werden. Ta Asqnith den Standpunkt des Kabinetts kannte, habe er es bis ans die drei ersten Paragraphen der veröffentlichten Erklärung zusammengeftrickzen und dann Seely ausgehän­digt, der später auf eigene Verantwortung zwei Para­graphen hinzuftigte. Die sei die Ursache seines Rücktritts. Churchill fuhr fort: Nachdem die Opposition die versöhn, lichen Bemühungen der Regierung zurückgewiescn Halle, war es die Pflicht der Regierung, die Lage zu erwägen. In Anbetracht der Berichte, die von der Polizei und dem Militär cinlicsen. wurden Vorsichtsmaßregeln ge­troffen. General Paget feien für die ernstesten Fälle zivci Vorschriften gegeben, nämlich: Wenn die Offiziere den Gc- l.orsani verweigern sollten gegenüber den Befehlen, die Zivilgeivalt zu unterstützen, so sollten sie entlassen werden. Es sollte Nachsicht geübt werden, falls diese von den in Ulster beheimateten Offizieren erbeten werde. Niemals hätte cs in der Absicht der Regierung, des Kriegsministers oder des Armeerates gelegen, daß diese Vorschriften als hnpo-i thetifchc Fragen dem ganzen Offizierkorps borgelcgt wer­den sollten. Churchill fügte hinzu, es sei zugegeben, daß hier Mißverständnisse beständen, und fuhr dann fort: Er erhebe entschiedene Anklage g-üge die Führer der Opposition der beiden Häuser, daß sie versuchten, und soweit dies in ihrer Macht lag, auch bewirkten, die Armee zu verführen. (Beifall bei den Ministeriellen.) Das Heer wird als politische Was sc gebraucht. (Widerspruch bei der Opposition.) Die Konservative» haben das Vorgehen dcS Heeres gegen das Parlament angestiftet, das nur zunichte gemacht werden konnte durch die Erledigung zwischen den beiden schwebenden Fragen. Wenn dieses Vorgehen nicht unterdrückt würde, würde das Heer erschüttert werden, gerade wie das Oberhaus zuerst ansgcnittzi und dann er­schüttert worden ist. (Beifall bei den Ministeriellen.

Erklärungen im Oberhause.

London, 3(1 März. Lpährcnd die Ausspraclp: im Unterhanse vor sich ging, wurden im Oberhanse an den Lordpräsidcnten des Geheimen Rats Discount M orten wegen der letzten Ereignisse mehrere Anfragen gerichtet. Morley erwiderte: E s i st i n Irland kein U n g c h o r °i s a m gegen Befehle v o r.g e ko in m c n, weder von einem Offizier noch von cincni Loldoten. Das Verhalten der Truppen ist im allgenreinen ausgezeichnet gewesen. Morley erklärte ferner, er habe nicht bemerkt, daß die beiden Paragraphen in ihrem Geist und Wesen sich von den Para­graphen unterschieden, die bereits von dein Kabinett gut- geheißen worden seien. Lord Curzon fragte darauf, wie cs komme, dnß Morley, wenn er diese Paragraphen in einer Beratung mit Seelp gebilligt habe, nicht gleichfalls zrrrück- getrctcn sei. Morley erwiderte: Diese Frage kann ich mehr oder weniger befriedigend morgen beantworten.

Aus beiden Seiten des Unterhauses ist mau, so wird aus London berichtet, verwirrt durch den plötzlichen Wechsel der Lage, und es ist schwer, eine zusammenhängende Ansicht darüber zu hören. Die Unionistcn glauben, daß die Re gierung durch den Wechsel und die Abschiedsgesuche so er­

schüttert werden müsse, daß sic der Krastanstrengung nicht gewachsen sein wird, die Homerulc-Bill und das Gesetz über die.Trennung von Kirche und Staat durchzuführen. Die Liberalen aber vertrauen darauf, daß AsquithS kühner Schritt die schwierige Lage lösen wird. Sic weisen daraus hin, daß Asqnith großwi Einfluß hat, und glauben, daß er die Tinge rasch- ins rechte Gleis bringen wird. Jin Kriegs amt ivird auch betont, das; der slkücktritt Morlcys, ivenn ec wirklich erfolgt, kein wesentlicher Faltor ist, zumal da Mor ley nur ctn Titularamt hat. Die Liberalen sind überzeugt, daß die Wahlen erst nach Erledigung der dem Parlament vorliegenden Gesetzentwürfe stattsinden werden.

Die hasteiillassnng Abreschs.

Wie dieNeue Badiichc Landcsztg." eriährt. bestehen die Gründe, die z« der Entlasümq des Rbg. Eugen Abresch geführt haben, ans folgendem: Eine Verletzung des Artikels 7, § 26 bev bayerischen Verfassungsirrkunde und dcS p 6 Absatz 2 Ziffer I deS Einsührungsgesetzes zur Str.-Pr.-O. sind durch die Verhaftung des Angcschuldigtcn nicht verletzt worden. Es baben danach staats rechtliche Gründe zur Aushebung des Hastbefehls nicht geiührt Er wurde vielmehr ausgehoben, weil nach dem gegenwärtigen Stand des Verfahrens dringende Verdachtsgründe für das Porliegen einer strafbaren Handlung nicht gegeben sind. Es bestehen zur Zeit keine hinreichenden Bi'iveise, daß der Abtretnngsvertroq vom 27. imd 28. Januar 1890 über die Lubaschc Erbschaft zwi scheu Abresch und Alexander v. Härder nur zum Schein abge schlossen wurde. Für eine Schciuuatur des Vertrages käme höä; stens in Betracht, daß ?lbreich Herrn v. Harder die Einziehung des NachlaiseS in vollem Uiniange in den Jahren 1890 bis I89.> überließ, und daun mehr als 10 Jahre vergehen ließ, ohire die Herausgabe des Nachlasses zu betreiben. Gegen die von Harder be hauptete Scheinnatur des Vertrages spricht, daß Rechts anwalt v. Harder, als ibin der Vertrag in dem Rechts streite gegen die Oberrbeiniichr- Bank vorgeleqt Ivurde, und auch in den folgenden Jahren bis 1914 überbaupt die Sihoin- »atur des Vertrages uütit gelte-id gemacht Ijat. Er Ijot vielmehr durch die notariell begtaubigie Erklärung vom- 12. Februar 1910 den Vertrag ausdrücklich anerlauut und mit uotarrcll beglaubigte,- Uutcrschrist erklärt, daß er Abresch aus piesem Vertrag 2y» Mil lion schulde. Harder hat den Mlretungsvertrog anßevdem! rmeder holt anerkannt in den ttrhutben vom 12. ltzrlr 1911 und vom ö. Juli 1912. Es kann daher nicht angenmnmrn werden, datz Herr v. Harder, der Jurist ist und als Rechtsanwalt an vielen Rechtsgeschäften für sich und andere trilgenommen bat, brr der Abgabe dieser Erklärungen sich der Scheümatnr des Vertrages nicht erinnert hätte. Für einen Betrug zum Rachtckle des Herrn v. .Harder liegen demnach keime Beweise vor. Was nun den Be­trug zum Nachteile der Ilse v. Harder aniangt, so könnte derselbe nur gegeben sein, wenn der Mtretungsvertrag vom 27. und 28. Famrar 1890 cm «cheinvcnrag gewesen wäre. Ist dieser aber ein ernst gevieinter Vertrag, dann könnte ein Betrug an Ilse v. Harder nur iwch in Betracht kommen, weim diese durch Vorspiegelung falscher Tatsachen bestüumt worden wäre, die Ur­kunde vorn 12. Februar 1910. durch die sie die von ihrem Vater anerkaimte Schuld von 2,5 Millionen Mark übernahm, zu ynterzeichnen. Eine solche Feststellung lchlt das Gericht nicht für gegeben. Es spricht gegen einen Betrug, daß Ilse ». Harder in Gegenwart ihres Vater? die von ihrem Vater selbst verfaßte Ur künde imrerzeichnet hat Ter Tachestand des Betruges komfte gleichfalls deslialb nicht festgestellt werden, da die llrkumdem vom 12. Juli 1911 und 6. Juni 1912, durch welche sich Ilse v. Harder mit ihrem Vater veroflichtct, ihr Gut in Argentinien Herrn 'Abresch für zwei Millionen Mark zu übereignen, dir an der Forderung des Herrn Abresch an Herrn v. Harder abgerechnet werden sollten, unter dem Beistände und out Anraten des Vater- der Ilse v. Harder zustande gckominen sind. Evie Ausbeutung des Leichtsinns oder der Unersahrenheit der Ilse v. Harder kann deshalb nicht angenommen Ivcrdcn: weder sie noch ihr Vater be iondcii sich in einer Notlage. Das Gericht kmnnft aus dielen Gründen zu .der Ileberzeugung, daß eine weitere Verlängerung der lt*iersueh>nigshast nicht gerechtserkigi wäre.

Das Rätsel der Osterinsel und.seine Lösung.

Tie einsame Osterinsel im Stillen Ozean hat der Wisiensäiaft so manche Rätsel ausgegebcn. über bic inan sich lange den Kov; zerbrochen hat. Man sab in diesem Eiland die Reste eines früheren Kontinents oder zum mindesten ein wichtiges Bindeglied zwischen Polynesien und Südamerika, und man staunte die geheimnis­vollen kolossalen Steinbilder an, die aus hoher Mauer über die Jniel gewaltig emvorragou. Um die Romantik dieser Ristielinsel noch zu erhöhen, kam der Umstand dazu, daß die :>ahl der Bewohner imincr mehr zuiämmenschmolz und ma» ein Äus- sterbeu der Bevölkerung befürchtete. Durch systeniatischc Erior- tchung Hot nun Tr. Walter Knoche Licht in dieses vielrochc Tunke! zebraäft und berichtet über die von ihm gewow.enen Resultate in einem Auiiäp der Umschau.

Tie Zahl den Bewohner hat letzt örgenommeu: während sic vor 30 Jahren nur wenig über 1Äi betrug, ist des Eiland heute von 228 Menschen bewohnt, und auch die Zahl der Franc», die damals »nr ein Viertel der (Kesamtbevölkerunq ausmachle, ist veute loieder aus die Hälfte der Einwohner angewachseu. Tie Osterinsel, die früher eine fast ;ehnnml so große Menschenzahl wie setzt ernährte, ist dürft! die grauiärnen Verwüstungen verua uiicber Seeräuber sowie durch Kraulheiton, wie Pocken und Leoea. dezimiert toordcu. Tie heutigen Einwohner sind nach Svracbe und Körperbau zweifellos reine Polynesier. Ta noch eine zusammen­hängende historische Tradition vorhonsen ji, so kann nun aus den Erzählungen einen ungosähren Schluß aui die Zeit der Ein ivanderving ziehen Etwa 30 Häuvlliiigsgeschlcchtcr habe» out der Jniol gelicrrsch,. und ie uachdeu, man die Regierungszeit mit 10 oder 20 Jahren annuumt, konmit man dann aus dos Jahr 1600 oder 1300 >,. Ehr ials die Zeit, da die Ozcaiüor in zwei großen Konoes unter dem Häuptling Hot-Matua die Intel briiedclt lmben Tie ersten euroväifchen Bosuckftr dieses einsamsten bewohn ten Punktes der Erde nmren 1712 der Reisende Roggeveen und sein Begleiter, der Deutsche Behrends. Mit Polynesien oder Süd­amerika bat die Osterinsel nie in einem geogravhischen Zusammen­hang gestanden: sie ist rein vulkanischen Ursprunges imd über einem relativ alten Meere emvorgesttegen. Jedenfalls waren die pokvnesischen Besiedler incht die Erbauer jener berühmten Mo­numente, die von den EingeborenenMoais" genannt werden. Auch zur Lösung dieser Frage kann die noch heute aus der Insel erhaltene Ueberlieseruua Ausschlüsse bieten. Danach war das Eiland bei der Ankunst der Polynesier vvn denLangvbren" be- iiedokt, die die Denkmäler erbauten. Die Neuankömmlinge, die Kurzphren" mußten ihnen bei der Arbeit helfen und zwar war

ihnen die Ausführung der Sockel für die Moais übertragen. Als die Kurzohre» sich aber sehr vermehrt hatten, da emvörten sie sich gegen die Urbewohner der Insel, besiegten sie und rotteten sie aus, indem sie die Unterlegenen in einer Grube verbrannten. 'Außerdem stürzten sie aus Beseht ihrer Königin die Standbilder, die zweiiellos Ahnenbilder übrrzFamiliengräbern waren, herunter. Tie Bebauotung, daß dieMoaiS" durch ein plötzlick»'? vulka­nisches Ereignis zu Fall gebracht ivorde» seien und dadurch in ihrer unvollendeten Form blieben, ist abzulehuen, Iveii der henttge Zusiand der Jüsclvuikane gegen eine Tätigkeit in jüngerer Zeit ivrichl. Tie Erbauer der Riesensteiichilder, dieLangohren", sind iedensälls von Westen her gekommen: der Name schreibt iich von der Dehnung der Ohrläppchen her. die ihnen bis aut die Schulter» herabhingeu. TieKurzohren" haben diese Titte später übernommen, und noch heute trägt eine oinzige Greisin aus der Insel diese Schmucksorm einer fernen Vergangenheit.

Die ersten Bewohner der Osterinsel werden wohl einer Rasse augehört haben, die weiter von Westen tommoird die oüvazisiiche Inselwelt bevölkerte: sie entwicketten dnnn auf dem an Hilssmitteln überaus armen Jnselchen eine eigenartige Kultur, so daß ma» von derRobinfonadc eines Völkchens" ivreck;en kann. Ein Rätsel besteht allerdings noch heuto au» diesem von io oielen Geheim- Nissen umwobene» Eiland. Mau hat hier Schristtaieln mit einer höchst ausgebildeten Bildcrsckrijt geinnde». deren Hieroglnoheu, io die Lchlangenbilder, nicht der Insel entstammen können, da cs aus ihr keine Tchianaeil gibi, und die desltzilb in ihrem .llrsvruiig unerNäri bleiben müssen.

T e r S ch » tz d e s S ch l a ch t s e l d e s v o » W a t e r l o o. Aus Brüssel wird luftichtet: Einen Tchnelligkoitsrekord i» der lTiirchietuing eines interessanten Gesetzentwuries hat die belgische Regierung mit einer Vorlage erzielt, bereit Zweck es ist. das Schlachtfeld von Waterloo in seinem urivrüt,glichen Zustande zu belassen und alle baulichen und landwirtschailliche» Arbeiten, die den Landschaslscharakter verändern könnten, unmöglich zu machen. Das Gesetz Iwurde aui Vormittag der Kammer eingebracht, kam nach viertelstündiger Komminionsberatimg vor dos Plenum, ivar nach ö Minuten ohne Diskust'ion genehmigt Und wurde sofort zum Senat gebracht, der ebenso schnell seine Zustimmung gab. Der Zweck dieser geletz.gebenden Hetzjagd war die Vcrbinderuug von Bohenivekulationen. Das Gesetz verbietet aui dem Schlachtielde von Waterloo sowohl alle Anpslanzungeii von größeren Baum- grupvei, wie auch den Bau oder die Anlage von Häusern und Höfen, ferner die Ausnutzung von Steinbrüchcn und die Vor

nähme von Erdarbeiien. Die Regierimg wird ermächtigt, den Griind und Boden des Schlachtieldes von Waterloo aiiszukauten und die Eigentümer, Venen die Ausübung ihrer Elgenmmsrechie chirch das neue Gesetz verboten ist, aus der Staatskasse zu ent­schädigen.

Ei n it e u e >3 Fernlenkboot hat nach derUmschau" der amerikanische Ingenieur John Hays Haminond gebaut. Es ist ein ichneliausendes Fahrzeug, das der Ersirchor von der Küste aus mit Hilie drahtloser Telegraphie bis zu einer Emserminq von nahezu l l Kilvmctern vollkonimen sicher imd zuverlässig lenken und steuern kann. Das Fahrzeug erreicht bei einer Länge von 40 Fuß und mit 180 ?8. eine Tnindeiigeschwindigkoit von 33 Seemeilen.

Kostbares Silber. Alls London wird bernlitet: Der -weite Tag der Versteigerung der berühmten Silbonämmlung Ashbunihaui bei Chriftie brachte wahre Rekordpreise. Zwer acht eckige Jardiuiöreu aus der Zeit Georgs I. m!lt emgravierten Wapven Sir Robert Wolvolcs und Sir John Shorters ivurden Gegenstand eines heißen Kampfes. Die beiden kleinen Gesäße, die nur etwa 20 Zentimeter hoch sind und 1716 von der Meister­hand William LukiuS geferftgt wurden, erzielten bei rinan Silber gewicht von 243 Unzen die stattliche Summe von 73 680 Mk.; die Unze Silber wurde also mit 300 Mk. bezahlt. 1842 erzielten die­selben beiden Stücke bei ber Versteiaerimg der Walvolesschcn Silberschätze 4160 Mk. Allein den höchsten Preis für sein Sftbei- aewlcht erzielte ein kleines Silberbecherchen aus der Zeit der Königin Anna, 1703 von George Walker aus Aberdeen gefertigt: der Becher, der wenig über 5 Uu;e,i Silbergeivicht hat, wurde für 1627 Mk. zugefchlageu, so daß die Unze Silber 310 Mk. erzielte. Ein großer Weinbehälter aus der Zeit Georg l fast l Meter lang ub vngeiähr 43 Zentimeter breit, eine Arbeit des Gabriel Sleath aus dem Jahre 1720, wurde mit 38 686 Mk. bezahlt., während eine flache .henkolvase aus dem Jahre 1661. wahrscheinlifti nrsvrünglich Eigentum des Präsidenten der 2lerzteschule, für 4843 Mark soriging. Tagegen Ivurdcn für eine große ovale Bowle mit Deckel, eine reichgravierte Arbeit von NickolaS Svrimont aus dem Jahre 1747 nur 6156 Mk. bezahlt, 12 Mk. für die Unze Silbergewicht. Ter Gesamterlös des zweiten Versteigorungstages erreichte annähernd eine viertel Million Mark.

Kurz e Nachrichten au & it u n ft und Wissen - schal l. Der V e r e i >I s v e r b a n d a k a d e m i i ii> gebilde- ter Lehrer Deutschlands hält vom 6. bis 8. April feine 6. große Tagung in Münche it ab. Der Maler Hubert H c r- k a m c r ist in Devouihire gesährlicki erkrankt.