Ausgabe 
24.3.1914
 
Einzelbild herunterladen

qen etnrätfte, ist bisher nicht berücksichtigt worden, da sie nicht zu kriegerischen Zwecken verwendet wurde.

Aby. Baumann (Ztr.):

Die Beteranenfürsorge ist tatsächlich noch immer unzureichend. Dir sollen auch an die W i t wn der Veteranen denken.

Abg. Rupp-Baden (Kons.):

Dir alle sind den Veteranen dankbar. Ein Zeichen dasür ist die Resolution, die die Kommission vorschlägt. Sie fordert eine Novelle, die die Anwartschaft aus die Veteranenbcihilfe auch für R i ch t k o m b a t t a n t e n begründet, die in den Kriegsjahren die feindliche Grenz? überschritten haben oder überhaupt auf dem KriegSscuauplatz verwendet worden sind.

Abg. Bruckhofs (Dp.):

Auch wir halten es für wünschenswert, die Bezüge der Veteranen zn erhöhen. Ist es richtig, daß Veteranen, die ein Ein. kommen von 600 Mk. haben, die Beihilfe nicht erhalten?

Staatssekretär Kühn:

An e,n« bestinln.rc Eirkommengrcnze ist die Gewährung der Veterancnbeihilfe nicht gebunden. Nach der politischen Gesinnung wird nicht gefragt Das Gesetz von 1911 schließt das ausdrücklich aus. Eine solche Nachforschung ist eben nicht mehr zulässig. Es handelt sich um Hundertrausendc Veteranen, und im Einzcifallc ist ein Versehen nicht zu vermeiden. In den meisten Fällen wird es aber geheilt, wenn der Betreffende sich an die zuständige Behörde wendet. Sollte dann keine Beihilfe l»crbeigeführt werden, so würde die Zentralstelle cuiticten. Wir werden da? Gesetz wohlwollend handhaben. Das wird noch mehr geschehen, wenn es erst länger in Kraft ist.

Abg. Behrens (LSirtjch. Vgg.):

Die meisten .Schwierigkeiten entstehen dadurch, daß die unte­ren Lokalinslauzen die wirtschaftliche Lage der Veteranen nicht mit der nötigen Weitherzig! eit, sondern streng buchstäblich beurteilen.

Abg. Dr. Südcknm (Soz.):

Die buchstäbliche Handhabung des Gesetzes würde im Gegen- mit der Herabsetzung der Altersgrenze

neu sollte nicht isoliert behandelt werden. Sie hängt zusammen teil sehr viele Mrßstände beseitigen. Die Frage der Kriegsvetcra-

Abg. Dr. Arendt (Rp.):

Die Sozialdc'.aokratie pflegt ja Anträge zu stellen, von deren Nndurchft'chrbarkeit sie von vornherein überzeugt ist. (Präsident Dr. K a r m p f rügt den Ausdruck.) Nach und nach werden wir dazu kommen muffen, für unsere Veteranen ein Existenzminimum zu schaffen.

Die Resolution wird a n ß c n ü tu m c it.

Abg. Tr. Arendt (Rp>'

Dir haben im Lande dauernd einen Mangel an Kleingeld. Die Prägung der Denkmünzen ist immer noch nicht auf der Hohe. Etwas so merkwürdiges wie die Denkmünze zum 25jährigen Regier'ingsjubiläum ist noch nicht dageivesen. Diese Münzen müßten in größerer Zahl geprägt werden. Diese frei, willige Steuer bringt dem Reiche doch hübsche Ileberschüsse. ES fehlt auch an Silbergeld. Die volkstümlichste Denkmünze würde -ein Bismarck-Taler zum hundertsten Geburtstag Bismarcks am 1. April 1916 sein. 100 Mmionen würden umgesetzt werden. (Beifall.)

Der Etat für das Reichsschayamt wird erledigt.

Dienstag. 2 Uhr pünktlich: Kurze Anfragen, Rechnungssachen, Kiautschou. Petitionen.

Schluß 7 Uhr.

Provinzial-Äusschuß der Provinz Obcrhesicn.

Gießen, 21. März.

Anwesende Provinzialdirektor Wrhcimciat $r. Uiinoet als Vorsitzender und 4 Mitglieder. Beginn 9. Ende 12>? Uhr.

1. Klage d es Ortsarme »Verbandes Schtval- l, c i ni gegen die Ortskranken las sc A, senheim und II m g e g cn d w c g cn E r i a tz v o n P f l c g c k o st e n s ü r I. A.

der Mitglied der Lrtskranscnkaisc Asienheim war. erlranltc während seiner Beichästiguiig bei einen, Landwirt in Schwalheim und wurde am nächsten zage in das Bürgcrhospital Friedbcrg ausgenommen. Sein Ticnstlierr meldete ihn vom Tage der Er­krankung an ab. Die Krankenkasse ersetzte nur 4,59 Mk. Pflege- kosten für den Tag, verweigerlc aber die Zahlung des mehr angc- iordertcn Betrages von 1 Mk., weil ST ohne Einweisung des Borstandes in das Bürgerboivital anigenommen morden sei. mit­hin ein Fall der Armciisürsorgc vorliege. Der Ortsarmenverband Schwalheim, der die Kosten vorgelegt halte, klagte daran, aui Er­satz des Unterschiedes von zusammen 101 Mk. Die Klage wurde kostenjällig abgcwiesen, weil eine Einweisung tatsächlich nicht er­folgt ist.

2. D i e G c m c i n d c r a t s Iv a h l zu Klein-Karben. Bon dem Porsitzenden des Bürgervereins Klein-Karben war mit der Begründung Einspruch erhoben worden, während der Wahl­handlung habe der Kirchendiener d i c Ä i r ch c n u h r,' o g c st c l l t daß die W a h l z e i t verkürzt worden sei. Dadurch seien drei Wähler zu Unrecht von dem Wahlvorsteher zur Wahl nicht mehr ziigelassen worden, weil dieser seine Uhr, die er zu Beginn der Wahl noch der Kirche,inhr gestellt habe, nach der Regulierung nicht berichtigt liabe. Der Kirchendiener gab an, er habe die Kirchcnuhr noch der Dahnuhr berichtigt, wie ihm ein für allemal anbcsohlcn sei. Der Krcisausschu« des Kreises Friedberg entsvrach der Reklamation und entschied, dal! Neuwahl statiinsinden habe. Gegen diese Entscheidung erhoben drei- der Gewählten Berusung. Ihr Vertreter brachte heute vor, dag die Reklamation nur die »nterichriitDer Vorsitzende des Bürgervereins" ohne Namens­nennung trage, was den geschlichen Vorschristen widerspreche. A-flr die Wahlzeit könne nur die llhr des Wahlvorstehers, nicht aber die .Kirchenuhr maßgebend sein, die übrigens jeni überhaupt mdjt mehr gehe Eine Pcrkürzung Zier Wahlzeit sei auch gar nicht kingetreten. da diese volle fectjö Stunden gedauert habe. Der Provinzialausschnst verwart die Berusung kostenpslichtig.

3. Di e Gemein dcratstvahl zu Radmühl. Bei der Gemeinderatswahl zu Radmühl war unter anderem der Schwie­gersohn eines Gcmelnderaü-mitoliedcs gewählt worden. Der Gr. Krcisrat des Kreiics Laulcrbach beanstandete die Wahl und der Krcisausschuß entschied, daß die au! den Schwiegersohn geiallc- nen Stimmen für ungültig zu erkläre» und die Personen als ge­wählt anzitschen seien, die hiernach die meisten Stinimen erhalten hätten. Sonach sei Fr. Köhler als das drille der in den Ge­meinderat einlrelenden Mitglieder zu bezeichnen. Verschiedene Wähler versolate» gegen dieses Urteil Berusung mit der Begrün­dung. Köhler sei mit einem großen Teil des Gemeinderatcs ver« seindet, tvvrnnter die Gemeinde leiden werde und andcres. Die Berusung wurde kostensällig vcrwoisc».

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 24. März 1914.

Frühlings Anfang.

Am Samstag erreichte die Sonne auf ihrer scheinbaren Wanderung durch die Ekliptik den iogenaiintcn Frühlings- vunkt, den Schnittpunkt des Aeauakors mit ihrer scheinbaren Bahn. Sie tral aus dem Zeichen der Fische in das des Wid­ders, der Frühling beginnt. Aber leider nur aus dem Ka­lender. Im übrigen hall es der neue Herr mit dem Antritt seiner Herrschaft ganz nach seinem Belieben. Er kann mit- unter noch recht garstig sein und zu empfindlichen März- frösten das launische Aprilwetter mitbringen. Sogar auf den Mai ist nicht fest zu baue», und schon manchmal hat ein argesMailüsterl" die Meinung auikommen lassen, als ob es mit der Frühlingsherrichast ein für allemal vorbei sei. Trotz aller dieser seiner Eigenwilligkeiten und Wunderlich­keiten soll uns der junge Frühling hochwillkommen sein.

In der dunklen Ackererde regt sich's und reckt sich-s. In Gärten und Wäldern lugt das zarte Grün hervor, und

die lieblichen Schneeglöckchen läuten den festlichen Einzug des neuen Herrschers ein. Der erste Star, der nach weiter Reise in seinem neuen Heim eingetrosfen ist, sitzt mit gespreizten Beinen aus dem Baume, glättet sein Gefieder und versucht, ob er noch immer bei guter Stimme ist. Die alte Salweide erwacht aus langem Winterschlaf, läßt ihre saftgeschwelllcn braunen Knospen springen und behängt sich über Nacht mit vielen Perlenketten ihrer silbernen Kätzchen. Der Birke Fran­sen schaukeln spielerisch im Winde. Ter Birnbaum ist daran, die weißen Blütcnmanschctlcn anzulegen. Tie noch graue Wiese verbessert ihren Teint und zeigt leuchtende Flecken. Goldstern und Windröschen lass«» sich vom würzigen Lcnz- wind umsächeln. Die Leberblumc im Gehölz, das Himmel- schlüssclchcn auf der Wiese hat's aus einmal mit dem Blühen eilig. Und das Veilchen an dem Boche wagt sich scheu her­vor, um seine lieblichen Reize zu verschwenden.

Wie sic da auswachen, ein Stern nach dem andern, trifft auch schon die Legion d«r geiiedertcii Frühlingsgästc ein. In den Lütten vollführen sie Konzerte, die uns so unmittel­bar zu Herzen gehen. Uno Frau Sonne lacht dazu, soie möchte alle verstaubten und verkühlten Menschenseelen mit starken, neuen -Willenstriebcn beglücken und stellt wieder einmal von neuem Alt und Jung in den Bann des alten, ewig jungen Frühlingszaubers. .

*

* Zur Dien st boten frage. Um vielfach auigctauchten Zweifeln zu begegnen, besonders um die weit verbreitete Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen der Gesindeordnung zu beseitigen, erläßt das Großh. Poltzeiamt heute ciuc Bekanntmachung, die für Dienstbolen und Herrschaften in glcickicr Weise von Wichtig­keit ist. Es haiidelr sich nämlich uw die Auslegung der Art. 6 und 7 der Gesindeordnung, die, wie wenig bekannt ist, durch eine Ortsiatzung sür Gießen abgeä. dert sind Anstelle des gc'ctz- lichcn Dienstjabres und des gesetztiuen Ticnslmonats ist hier nämlich statularisch das Kalendcrviertcliahr mit vierwöchiger Kün- digungstrist gesetzt. Das Nähere ist aus der Bekanntmachung zu ersehen.

* Stcn ogravhisches. In den Tagen vom 25. bis 29. Juli d. I. hält der Deutsche z-tcnogravhenbund Gabels- b e r g c r seinen 10. Deutschen Stenograpdenlag in Düsseldorf ab. In den verschiedenen Gegenden Deutschlands werden Sonder- ügc eingerichtet, da aus eine Beteiligung von 5900 Jüngern er Schnellschriit gerechnet wird. Eine besondere Anziehungskraft wird das große Bundeswcttschreiben in Abteilungen von 120 Sil­ben auswärts ausübeu, weshalb dafür 10 Schulhäuscr vorgesehen werden. Erstmals soll auä, ein Wcttlchreibcn sür die Ucbertragungcn des Gobelsbcrgcrschen Systems aus fremde Sprachen staltsindcn. Da das Gtbelsbergcrsche Shstem von den Regierungen mehrerer Staaten amtlich cingeführt ist, werden auch wieder Regierungs- Vertreter an den mehrtägigen Vcrhandlnngcn teilnehmcn. Auch von dem Gieße n er Stenographen verein nach Gabcls- bergcr werden sich eine größere Anzahl von Weltschreibcrn be­teiligen. Vom B c z i r k G i e ß e n ist sür die beste LcisMng inner­halb des Bezirkes ein Ehrenpreis gcstistet worden.

Landkreis Gieße».

ck. Wieseck, 21. März. In der Geinemderatssitzung waren anwesend: Bürgermeister Schomber, Beigeord­neter Schäfer und zwölf Gemeinderatsmitglieder. Tie Rechnung der Gemeinde-Krankenversicherung, welche mit einem Verlust von 2700,40 Mk. abschließt, wurde geprüft und sür richtig befunden. Der Anlauf von Straßen-, gelände wird mit der Bedingung genehmigt, daß die Grunds Ilücke, welche der Länge .nach in die Straße fallen, mit! 3 Mk. und diejenigen, von welchen nur das Kopfrecht in Betracht kommt, mit 2 Mk. für de» Quadratnieter bewertet werden sollen. Tic Verpflichtungen, welche dem Ludwig Tech auferlcgt wurden, werden demselben wieder erlassen. Sollte das Gelände vorerst nicht zur Bebauung kommen, so soll der Kaufpreis erst am l. Januar 1915 ausgezahlt werden. Die Beiträge der Gemeinde-Beamten und -Be­diensteten zur Fürsorgekasse zahlt fernerhin die Gemeinde.

lieber die Pflasterung der Gosse in der Möserstraße soll vorerst Erkundigung cingeholt werden. Das Erlaubnis- gesuch des Herin. Oßwalt wurde genehmigt. Uebcr den Ankauf von Gelände zur Straßenerweiterung am Diebswege soll in der nächsten Sitzung nähere Vorlage gemacht werden.

Zum Steuerveranlagungs-Ausschuß wurde Karl Som- mcrlad 1., Aug. Seibert, Adolf Pfeif und Karl Jung l. nnd als Ersatzmänner Hch. Erb 6. und Karl Schccrer gewählt. Als Wiesenvorftandsmltglied wurde Ludwig Müller 2. ge­wählt. Die Beleuchtung der Kirche mit elektrischem Lichte wurde genehmigt. Die Wiederherstellungsarbeiten an den Friedhossivegen sollen an den Wenigst,lehmenden vergeben werden. Die Beschaffung eines Verkehrsmittels wurde auf später verschoben.

h. Gro ßeu-Lin den , 23. Marz. Donnerstag, den 26. d. Mts., abends 8 Uhr findet im Rathause eine öffent­liche G e me i n de v e r t r e t e rs i tz u n q mit folgender Tagesordnung statt, l. Reinigung der Schulsäle. 2. Sink­kästen für Bismarck-, Ludwigstraße, Pfarrgafse und llebers- lbeng. 3. Kanalisation im Steinweg. 4. Reinigung des Kran­kenwagens. 5. Haltung des Ebers. 6. Verkauf eines Bau­platzes an der Lcihgcstcruer Hohl an Wilhelm Weiß II.

Kreis Lauterbach.

U stanlerba cl>, 22. März. Neuer» eierten Rittmeister a. T. Baro» Sans Riedesel Freiherr z » E i s e b a ch und seine Gemahltn die stlbe ne fcorf'jelt Als Patron der hiesioen Kirche trachte Ihnen der Kirchengeiamwcrein a», Vorabend ei» St mdchen, wobei T kan Müller die Glückwünsche des Verein« bnibvadne die der Jubilar »nt Dantesworten entaeacnnahni. Am Morgen bearützte die Kavelle Et,»ml das Jubelpaar mit einigen Reiter- inäischen. Am Abead brachte der Mäimergesa >gverei, Kiederkran, ein Ständchen nnd der Jugend,vande,verein Germania tJimg- demichlandl einen Fackel,na. Rittmeister £\ Riedesel war lraher aktiver Ossizier in, Thür »gischen lllgnen-egiment Nr. 6.

Kreis Schotten.

ar. Ulrichstein, 22. März. Herr Pfarrer Happel aus Herbstein hielt im Saale desDarmstädter Hofs" einen Vor­trag über'Aus der Zait 1803 bis 1813 Preußens Nieder­lage und Aufschwung". Ter Gesangverein erfreute nach Be­endigung des Vortrags die Anwesenden mit einigen gut vor- getragcncn Liedern. Ein weiterer Portrag aus jener Zeit ist in Aussicht gestellt.

Kreis Friedberg.

? P o h l - K ö u s , 22. Mürz. Die Spar- und Tarlehns- kasse hielt gestern abend bei Gastwirt Tritsch ihre Haupt- versammluug ab. Der Rechnungsabschluß zeigte ein erfreu­liches Bild, es konnten bei einem Gesamtumsatz von 224 000 Mark etwas über 1000 Mark Neingewrnn gebucht werden. Gefördert wurde der Sparslnn durch den im Jahre 1909 eiugcführteu Svarkartcnverkauf, an welchem sich im Jahr 1913 etwa 150 Sparer mit einer Sparsumme von über 7000 Mark beteiligten.

Starkenburg und Rh.'inhessen.

78 Kreisturntag des Kreises Mittelkhein.

ch. Bingen, 22. März.

In Bingen hatten sich heute etwa 500 Turner des großen Mittelrheinkreises in der deutschen Turnerschaft versammelt, die etwa 300 Vereine vertraten. Die Taganz, wurde vom Vorsitzen­den des Kreises, Schulrat Schmu ck-Tarmstadt, cröstnet nnd geleitet. Als Vertreter der Regierung gab der Kreisrat des Krei­

ses Bingen, Geheimrat Dr. Steeg- Bingen, seiner Freude darüber Ausdnick, daß so viele Bettrcter der edlen Turnkuust am Rheine versammelt seien. Bürgermeister Nest - Bingen begrüßte die An­wesenden im Namen der Stadt nnd schloß mit einemGut .Hcil" aus die deutsche Turntrschast.

Nach weiteren Anivrachcn wurde die Auinobmc neuer Ver­eine vcröiienllicht. Der in tzcisc» entstandene Lehre r turn - verein wurhc als loser Verband in den Kreis ausgenommen. Dem Verein wurden Vertreter im Krcisousschuß niid bei den Gautnrnwarlen zugcbilligt. Ter Johresbcricht zeigte, daß die Turnsache immer mehr Freunde gewinnt, so hotte brr Kreis im letzten Jahre allein eine Zunahme von 2285 Zöglingen zu verzeichne», wobei freilich die Zunahme in erster Linie aui die Städte mit weniger als IOOOO Einwohner entfiel. Im letzten Jahre wurde in 74 Vcrcinc» mehr als im Vorjahre dos Kinder- knrncn ausgeiührt. In diesen Vereinen turnen 2250 Knaben und 878 Mädchen mehr als im Voriahre.

Schulrat Schmuck sührtc aus, daß die Turner mit be­rechtigtem Stolz aut das verflossene Jahr zuiückblicken können. In Leivzig haben die Turner es gezeigt, daß sic 100 000 aus die Tribüne locken können, daß sie aber auch 17 000 Turner aus den Platz zum Turnen stellen können. Mit Tanscnden müssen die Turner IN die Kompibahn de» Stadions in Berlin einrücken, umsomehr als es noch keinem Volk der Erde gelungen sei, 45 000 Mann zu einer bestimmten Zeit lausen zu lassen, wie es die Turnerschait zur Etinveihuiig des Büllerschlachtdcnlmals ausgc- sührt habe. Beschlossen wurdc/vcrschicdenc Begrüßungsdc- p c sch c n abznsendcn, so u. o. an den Führer der Turnerschast, Dr. G o c tz in Leivzig. Ter Kassenbericht schließt mit einer Einnahme von 19 601 Mk., mit einer Ausgabe von 15 858 Mk. nnd mit einem Reinertrag von 3742 Mark ab. Es wurde be­schlösse», den grüßten Teil vom Uebcrschuß der Rotbcrmclstis tnng znzuweiscn und 1000 Mk. sür allgemeine Unterstützungen bei Uniällcn bcrcitznstelle».

Den wichtigsten Punkt der Tagesordnunaxbildcte die Frage der Gründung einer Kreis-Unfallversicherung, die vom Kreisausschuß beantragt wurde. Nach lehhastcr 'Aus­sprache wurde die Griindimg beschlossen. Die Kasse soll mit dem 1. Januar 1915 in Kraft treten.

KrriS Wetzlar.

w. Wetzlar, 23. Mörz. Nach dem vorliegenden Gc- schäftsbcrichi sind in unserem Vorschuß - und Kredit v c r c i n erfreulicherweise wieder geordnete Verhältnisse wahrzunehmen. Der Gewinn von 5881,95 Mk. soll wie solgt verteilt werden: 5 Prozent Dividende, für den Re­servefonds 889,87 Mk. nnd Vortrag aus neue Rechnung 21,08 Ml Tie Zahl der Mitglieder beträgt 393 und die Haft­summe 196 500 Mk. 2lls Mitglieder des Aussichtsrats wur­den Gg. Schneider und Aug. B c p l e r loiedcr- und Schlossermeister Anton Schweitzer neugewählt.

Hessen-stiassau.

ss Marburg, 22. März. An der im Jahre 1877 ge­gründeten Landwirtschaftlichen Winterschule fand gestern die diesmalige Schlußprüsang statt. Tie Anstalt, welche der Leitung des Direktors Schlicht uniersteht, wurde in diesem Winter von 66 Schülern aus den Kreisen Mar­burg, Kirchhain, Frankenberg und Fritzlar besucht.

veretnsnachrichte».

--- .Hcuchclhcim, 23. März. Am Sonntag den 22. März veranstaltete der Gesangverein Tculonia im Saale des GasthausesZum Trcvvckicn" seinen diesjährigen Konzcrtabend. Der Verein, der sich unter seinem Tirigcntc» E o u r tz - Gießen eines guten Ruses ersrcnt. hat auch an bicient Abend wieder ein gutes Zeugnis über seine Leistungen abgegeben. Unter den Chören, die.zu Gehör kamen, sei erwähntDas deutsche Lied" ,'mit Lrch. Bcgl.) von W. Ge r n h a r d l - G i e ß e n. Tic Kapelle Weilcr- GießKl erntete reichen Beisall.

feombcrj a. b. Ohm, 21. März. Der Gesangverein Frauenlob" wird am 2. Osterseiertag im Saale des Foonklurtcr Hofes eine Festlichkeit abhalte», wobei die Marburgcr. Stodt- kapelle Mitwirken wird.

Spor».

Fußball. Das gegen Bockenhcim angcsogte Wetliviel mußte aussallen, da Bockcnheim noch Kreisspiele auszufechten hat. Dagegen landen zwei sälligc Berbondsspicle des chenialigcn Gieße- ner Sportvereins von 1900 statt. Tie 2. Mannschast konnte noch hartem Kampfe die 1. Mannschast des Wetzlarer F. C. 2:1 schlagen. Sie wird somit die meisten stlussichten aui hie Meist,'r- schast haben. Tic 3. Mannschast spielte gegen die 2. Mannichoit des F. E. Wetzlar 1:1 unentschieden.

wandern und RcITcn. Bäder.

Bad Oldesloe. Es wird beabsichtigt, einen Tennisverci» sür Bad Oldesloe ,u gründen, um Sport lind Lptcl in unfein' Stadt zu heben. Voraussichtlich wird die Stadt oder die Kur- vcrwalving die nötigen. Plätze Herstellen lassen. Es soll erstrebt werden, durch Vcrbindnngnahmc mit srcmden Vereinen Tennis- Turniere nach hier zu ziehen. Jedenfalls wird der T cnltisverein auch eine Unterabteilung für Hocken und Eissvort cinvichtcn.

rcrmtifhU».

* Dampfe r ungl ü ck. Aus Flckkesjord wird ge­meldet, daß der DampferBorgaa" der Frederik Olsenschen Tampsschisfahrlsgesellschast dort den Kapitän und fünf Mann des deutschen SchonersFemo" gelandet hat, der am Donnerstag morgen gegen 1.30 llhr vor der holländi­schen Küste von dem deutschen Tampscr .Kaiser Wilhelm der Große" überrannt worden war. Der Kapitän und fünf Mann tonnten sich in einem Rettungsboot ohne Ruder retten. Die übrigen drei Mann der Besatzung sind wahr^ scheinlich ertrunken.Kaiser Wilhelm der Große" stoppte, tonnte jedoch die umhcrtreibcndcn Seeleute im Dunkel der Nacht nicht sehen und setzte daher die Fahrt fort. Acht bis neun Stunden trieben die säst unbekleideten Männer in dem Boote unihcr, bis sic von derBorgaa" oilsgcnommeil wurden. Der Kapitän derFemo" erzählte, daß er durch

j

I

J