gesehen habe, ha! mich aufs Tiefste beVmnmert. Das Familien» letzen geht zugrunde, cs werden keine Kinder mehr geboren, da die Frauen den größten Teil des Jahres von ihren Männern getrennt sind. ES ist ein trauriger Zustand zu sehen, wie die Dörfer von Männern entvölkert werden und Weiber und Kinder Lasten tragen." Wer das sagt, der läßt wohl auch Warnungen, die an ihn ergehen, nicht unbenutzt vorübergehen. (Sehr richtig! rechts.) Das Entvölkerungsproblem können wir freilich nicht so einfach lösen. Es hat ganz andere Ursachen, als man auf den ersten Blick glauben möchte. Zuverlässige Zahlen über die angebliche Entvölkerung besitzen wir ja nicht, und ich mutz entschieden be st reiten, datz in irgend einem Distrikt O st - afrikas ein Bevölkerungsrückgang nachgewie- s c n i st
In Tabora und einigen angrenzenden Bezirken ist vielmehr erwiesenermaßen die Einwohnerzahl gestiegen. Trotzdem will ich nicht leugnen, datz in einzelnen Landschaften eine Bevölke- rungSverminderung vorhanden sein dürfte. Aber ick will nicht die weiße Bevölkerung dafür verantwortlich machen, sondern prüfen, ob nicht die Eingeborenen s e l b st. ihre Unsitten und Laster. Schuld daran tragen. Hinsichtlich der Haussklaverei stehe ich eigentlich ganz auf demselben Standpunkt wie der Reichstag. Der einzig«? Unterschied ist nur in dem Tempo der Abschaffung der Haussklaverei. Deswegen ist es nicht richtig das Kind mit dem Bade auszugießen und der Denkschrift des Gouverneurs Schnee den Vorwurf des übertriebenen Optimismus zu machen. Der Gouverneur sagt ja selbst an einer Stelle, daß die Verwaltung sich bemühen wird, nach Möglichkeit ein schnelleres Tempo in der Abschaffung der Haussklaverei einzuschlagen und die Frage einer völligen Aufhebung noch vor dem angeordnctcn Endtermin im Auge b. ten. Daraus sehen Sie doch den guten Willen. Die Präsumtion ist, das muß fest- gehalten werden, doch immer, daß der Neger frei ist. Die Beweislast trifft den Herrn und wenn der Herr die Sklaverei nicht Nachweisen kann, dann wird der Diener frcigesprochen.
DaS Lebensalter der Neger mit 80 bis 90 Jahren anzunehmen, wie es der Abg. Erzbergcr getan, ist falsch. Auch das Lebensalter der Neger kann in an nicht über 30 Jahre an nehmen, und kann deshalb nicht sagen, daß wir vielleicht erst im Jabre 2005 zu einer völligen Beseitigung der Haussklaverei gelangen werden. Gewiß kann man nicht als Argument gegen die Aufhebung die Behauptung ins Feld führen, daß das Los der Sklaven nicht so schlecht sei. Aber für das Tempo der Aufhebung läßi sich das immerhin als Entschädigung anführen. Wie die Neger selbst vielfach denken, dafür ist ein kleines Beispiel charakteristisch: Zu den Askaris. die im allgemeinen frei sind.
'Wvurde zufällig einmal ein Sklave genommen. Dem Hauptmann gelang es nach vielen Mühen, ihn frei zu bekommen. Anstatt freudigen Dankes, den der Hauptmann erwartete, sagte aber der Askari: „Für so schlecht hätte ich meinen Herrn nicht gehalten." (Heiterkeit.) Sie sehen aus dieser harmlosen Geschichte, daß die ganze Institution nicht so schrecklich sein kann.
Der Abgeordnete Dittmann hat den Jesuitenstaat Paraguay als einen Mustcrstaat im sozialdemokratischen Sinne gerühmt. Von hervorragenden Kennern und Wissenschaftlern wird betont, datz dieser Staat in teokratisch-patriarchalischem Sinne eigentlich nur von zwei Patres geleitet wird. Eine solche Organisation ist doch wohl von dem Ideal eines sozialdemokratischen Zukunftsstaates weit entfernt. Ich habe mich sehr gefreut über die Anerkennung, die dem verstorbenen Pater Brauer und seiner hervorragenden Missionstätigkeit hier gezollt worden ist. Es war mir eine Freude, diesem Pionier deutscher Kultur kurz vor seinem Hinscheiden nocb auf dem Totenbette meine warme Anerkennung aussprechen zu können. (Bravo.) Auch wir erkennen die Tätigkeit der Missionare als Kulturbringer und väterliche Leiter der Eingeborenen gern und dankbar'an. Ich sagte schon im voriger Jahre: Kolonisieren ist Missionieren un Sinne der Erziehung der Eingeborenen zu höherer Kultur. In dieser Beziehung ist sich Kirche und Staat völlig einig. Ich bin auch dafür, bei den Eingeborenen- daS ora et labora wirken zu lassen, ich möchte aber die Missionare bitten, in ihrem eigenen Interesse doch etwas mehr Wert auf das labora zu legen. (Sehr gut!)
Das Sanitätswesen soll mehr gefördert werden. Ich würde mich freuen, wenn der Reichstag dafür die nötigen Mittel bewilligen könnte. In allen Schutzgebieten besteht Zollfreiheit für diejenigen Gegenstände, die unmittelbar den Zwecken des Gottesdienstes, des Unterrichts und der Krankenpflege dienen. Die Missionen haben auch in Ostafrika und Neuguinea Zollermäßigungen. Es schweben Erwägungen darüber, ob wir nicht die Zollbefreiungen, die zu einem unerwünschren Gegensatz zwischen den Missionaren und Kaufleuten führen, in eine weniger anfechtbare Form bringen können, vielleicht durch direkte Zuwendungen an die Missionen. Wir würden freilich damit unser altes Prinzip aufgeben, die Missionen nicht direkt zu unterstützen, aber sehr große Schwierigkeiten würden damit beseitigt werden. Die Erleichterung von Landankäufen soll den Missionen von den Gouverneuren gewährt werden. Der Anregung des Abg. Mumm, den Elementarunterricht völlig in die Hände der Missionen zu legen, stehe ich nur unter gewissen Bedingungen sympathisch gegenüber. In Samoa, Neuguinea und Togo läßt sich das durchführen, in Ostafrika und Togo sprechen aber schwerwiegende Bedenken dagegen, denn wir haben dort auch mit dem Islam zu rechnen. Mohamedanische Eltern schicken ihre Kinder grundsätzlich nicht in christliche Schulen und man kann den Missionen doch nicht die Einrichtung eines kon^ fefsionslosen Unterrichts zumuten. Darum müssen in diesen beiden Kolonien die staatlichen Schulen aufrecht erhalten werden. Das Arbeitsgebiet ist auch groß genug für beide Parteien. (Beifall.)
.Hinsichtlich der Rechtsfähigkeit der Missionen scheint nach den Worten des Abg. Erzberger ein Mißverständnis vorzuliegen. Die Missionen haben nichts weiter zu tun, als an das Kolonialamt den betreffenden Antrag zu stellen. Dieser Antrag wird geprüft und der Reichskanzler tut daun im Einvernehmen mit dem Kolonialamt diejenigen Schritte, die früher dem Bundesrat oblagen. Verzögerungen liegen an den Missionen, die sich bisher noch nicht gemeldet haben. Den Alkoholmißbrauch und Branntweinhandel bekämpfen wir nach wie vor und haben auch schon ganz erhebliche Vorteile erreicht. Wir würden noch mehr erreichen, wenn unglücklicherweise uns Frankreich nicht hinderlich im Wege wäre. In Togo und Kamerun sind wir in sehr dankenswerter Weise mit den Engländern zusammengegangen und haben bessere Verhältnisse geschaffen. Teilweise ist dort der Branntwein überhaupt verboten, fonft aber mit einem starken Ioll belegt. Wenn die Verhältnisse soweit sind, werden wir den Zoll noch erhöhen.' In Südwest, der Südsee und Ostafrika ist den Eingeborenen der Alkohol überhaupt verboten. Wenn trotzdem in dcr Presse von der Trunkenheit der Neger die Rede ist, so resultiert sie aus den eigenen Getränken dcr Neger, Pombe usw. Wir tun alles mögliche, um auch den Genuß dieser Getränke ein- zuschränkcn. Uebrigcns, die Eingeborenen trinken nicht kontinuierlich. sondern nur bei gelegentlichen Festlichkeiten. Dann trinken sie allerdings mehr, als die Aesthetik wünschenswert erscheinen läßt. (Große Heiterkeit.) Die Gefahren des Alkohols sind in den Tropen allerdings erheblich größer als bei uns.
Fast alle Redner, auch Herr von Böhlendorfs, haben eine größere Rechtssicherheit für die Ansiedler gewünscht, daß gegen die Verfügungen Gebührenerhebungen der Verwaltungsorgane Rechtsmittel geschaffen werden. Wir glaubten früher, daß noch «den preußischen Bestimmungen ein Rechtsweg zulässig wäre, die Richter haben aber diesen Standpunkt verworfen. Um den Ansiedlern cntgegcnznkommen, hat nunmehr die Regierung eine Kommission eingesetzt als letzte Instanz, in der hauptsäcklich 2aicn sitzen. Diese Kommission scheint sehr zur Zufriedenheit Ler Ansiedler zu arbeiten. Die Frage wird aber weiter geprüft werden. Zum Schluß bitte ick, noch, die Debatten über die Eingeborenen- und Arbeiterfrage doch für unsere deutschen Landsleute in den Kolonien etwas versöhnender zu führen. (Sehr richtig!) '
Die Uebertreibimgcn sind ja von einigen Vorrednern aus daS berechtigte Maß zurückgeführt worden. Und wenn auch die immer noch recht herbe Kritik des Reichstages an den Mißständen, die gelegentlich vorgekommcn sind, und die ich nicht leugne, auch nur den Vorteil haben wird, daß die Schuldigen in den Schutzgebieten sich getroffen fühlen, so werde ich cs doch kür Recht halten, ihr cntgegcnzutrctcn. Ich habe nicht bloß für die Eingeborenen zu sorgen, sondern auch für unsere deutschen Landsleute. (Lebh. Beifall.) Das ist ebenso meine Pflicht. Deshalb müssen sie mir ein paar versöhnende Worte gestatten. Ich wuuderx muh, daß gerade. iL diele« Reichstage die Stiwmuuo
derartig ist, nach meinen Erklärungen über meine Auffassuiu, der Eingeborenenfrage. Ich hoffe, daß sie mir in den nächsten Jahren mit Ruhe zuhüren werden, wenn ich alles das Gute Vorträgen werde, was Deutschland unseren Deutschen rn den Kolonien zu danken hat. (Lctzh., wiederholter Beifall.)
Abg. Henke (Soz.):
Der Staatssekretär weiß Oel auf die Wogen zu gießen. „Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen!" — An eine Kleinsiedlung in den Kolonien ist nicht zu denken. Das ist nur etwas für Unternehmer, nur für Leute, die mindestens 25 000 Mk. ihr Eigen nennen. Zu einem Lob des Fiskus ist gar kein Anlaß, nicht einmal zu irgend einer Zufriedenheit. Von einem Fortschritt in der Gesundheitspflege ist noch keine Rede. Wir können allerdings anerkennen, daß mehr getan worden ist als z. B in den portugiesischen Kolonien. Der Staatssekretär führt die Dernburgsche Eisenbahnpolitik weiter. Diese Lasten sind aber auf die Dauer unerträglich. Der Staatssekretär siebt die Dinge zu rosig an. Wir müssen Wasser in seinen Wein gießen Diese Bahnbauten in rasende m Tempo liegen nur im Interesse der Kolonialkapitalisten. Wir lehnen diese Bahnen ab. Charakteristisch ist die Einigkeit aller bürgerlichen Parteien, wenn es Militär- und Kolonialforderungen gilt. Der Staatssekretär hat daher ein sehr bequemes Arbeiten.
Der Reichskanzler hat es nicht so leicht. Der Staatssekretär hat den „Vorwärts" zitiert, der von der Arbeiterordnung sagte, sie sei nicht inhuman. Er hätte aber zwei Zeilen weiter lesen sollen. Dort wird nämlich erklärt, daß die schönen Bestimmungen leider plle nur auf dem Papier stehen. Auch die Missionen stehen unter kapitalistischem Einfluß. Es muß mehr Gewicht auf fas labora und nicht auf das ora gelegt werden. Mehr Schulen sind nötig. Die schlimmste Kritik an der Kolonialpolitik üben nicht wir, sondern die Rechtsanwälte, die in den Verwaltungsräten der ^olonialgesellschaften sitzen.
Das Haus vertagt sich.
Dienstag 2 Uhr pünktlich: Anfragen, Weiterberatung.
Schluß G¥j Uhr.
vereinsnachrlchten.
— Kriegcrvcrein Gießen. Die Hauptversammlung W3 Kricgervercins Gießen gab ein anschauliches Bild über die Tätigkeit im letzten Vcreinsjahre. Noch dem vom Vcreinsschrist- sührer König verlesenen Jahresbericht ist der Vorstand in neun Sitzungen zusammengctrctcn. Zurzeit zählt dcr Verein 380 Mitglieder. 6 Mitglieder sah er durch den Tod scheiden. Dcr Kassenbericht wurde vom Rechner Waas crstattel. Die Einnahmen bclrugen 1913 rund 1940 Mark, die Ausgaben 1880 Mark. Dcr Vermögensstand ist 5000 Mark. Eine Anzahl Invaliden und Witwen wurden mit Unterstützungen bedacht. Die Vorstandswahl brachte anstelle der freiwillig aus deni Amte geschiedenen Vorstandsmitglieder Haupt, Kling und Wachsen als neue Mitglieder Albin Klein, Schlossermeistcr Zicgcnhain und Karl Wagner. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wicdcrgcwählt.
— fl 1 e i tif £ t it ö e n , 8. März. Ter Gesangverein „Eintracht" 'eierte gestern a end im Saale dcr „Deutschen Eiche" sein Wintertest. Die theatralischen Aufführungen und die Mannerchöre des Vereins ernteten lebha'te» Beikall. Die Konrerimustk laa in feit bewäbrte» Händen des Dirigenten H a r » i s ch Steinberg. Der Vorsitzende des Verein?, Georg N e >i r a t b, hielt eine Aiisvrachc Uiid ernaiiiite auk Beschluß des Vereins deii krüherc» Dirigenten. Ledrer Keil, z»m Edrendirigenten und de» Sänger Philip» Klein zu», Ehrenmitglied. Zugleich ü, ergab er den beiden Herren Ehrenurkunden.
O Bad-Nauheim, 9. März. Der Krieger- Und Militär- Verein „Hassia" ist aus einen vom Kameraden Lehrer Oswald gestellten und in der letzten Momttsvcrsammlung eingehend begründeten Antrag hin dem „D eutschen Schubverband gegen die Fremdenlegion c. V." in München als korporatives Mitglied mit einem ansehnlichen Betrag beigctrcte». Auch der neue Männerturnverein ist Mitglied des zweckdienlichen Verbandes geworden, dcr seit einem Jahre mit allen Mitteln den ausklärenden Kamps gegen die Fremdenlegion ausgenommen hat.
etwa 22 Personen, ocn im Busen von Biskaya wütenden Orkanen
zum Opfer gefallen.
Kleine Tageschronik.
D ie 3. Fachausstellung des deutschen Trogt st e n-V e r d a n d e s von 1873 findet in den Tagen vom 9. bis 20. September 1914 in Berlin-Charlottenburg statt.
Märkte.
3UcSeu, 10. März Maiktberlcht. Au> den, heutigen
Koche,»nailte kostete, Butler das Pkund 0,90—1,02 Mk.; Kühnerer 1 Stück 7—8 Plo., 2 Stück 0 Via.; Enteneier I St. 8—9 Pia., 2 St 00 P'g ; Gänseeier 1 St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pig., Kaie das Stück 6 8 Pia., Kaie,na,te 2 Stück 5—6 Big.; Tauben das Paar 0.80—1,00 Mk., Hühner das Stück 1/0—1,60 Mk., Hahne» daS Stück 1,00 — 2,50 Mk., E»ten das Stück 2,50—3,50 Mk., Gänse das Pinnd 75—85 Pia., Ochienfleiich das Pkund 92-100 Pig., ü'indsleffch das Pkund 90 — 94 Pi.,., Kul,fleisch 80 Big., Schweine- ileisch das P>»»d 75 90—90 Pig, Kalbfleisch das Pid. 94-98 Pla-, Hammelfleisch das Pid 70—90 Pig.' Kartoffel» >00 Kg. 0,00 bis >,50 Mk , 'Keiükraut das Slück >0—20 Pig.; Zwiebeln der Ztr. 2,00 — 15,00 Mk., Milch das Liter 22 Pig-, Aepkel der Zentner 2 ■ — 30 Alk., “Hirnen das Pinnd 25—30 Psg., Nüsse 100 Stück 50 - r 0 P0>. - v'arktzei, von 8 bis 2 Nhr.
KE. Wiesbaden. V ie hh o i-M a rk i b er! ch t vom 9. März. Auitrieb, Rinder 8 lOeblen 8, Bullen 22, Kühe und Färsen 128), Kälber , Schake ö, Schweine 994.
Marktverlaui; Weleda» ,» Großvieh gedrückt, bleibt lieberstand, ecknveine langsam.geräumt, Kleinvieh bei lebhaitem Gelchäit ans- verkauit. Preiie kür 100 Pid.
Lebend- Schlacht- Ochs, ». aewlcht
Pollkleiick'Iqe. ansqemästete. höchsten Schlacht» Mk. Mk.
wertes im Alter von 4—7 Jaüren .... 50—53 88—94
Jnnoe. fleischige, nicht ausgemästete und ältere
ansgemästete . 49—52
Mäßia genäbrte junge und gut ge-
getiährle ältere...........45—48
Bullen.
Pollileikchlge» ausqew-, höchsten Schlachtw. . . 43—45
Vollflelschige, jüngere..........38—42
Karlen. K ü h e.
PoNileischiae ausgemästete Färsen höchsten
Schlacht,vertes...........48—52
ü'ollileiichiqe onsaemästete Kühe höchsten Cchlachtwerles bis ,» 7 Jahren ..... 39—43
? eitere avsaemästete Kühe und wenig gut ent-
wiekelte jüngere Küde.........43—47
Mäßig genäbrte Kühe und Färsen.....34—37
Gering genäbrte Kühe.und Färsen.....30—33
Kälber.
Feinste Mastkälber...........66—68
Mittlere Mast- und beste Saugkälber.... 60—64 Geringere Mall- und gule Saugkälber . . . 54—53
Geringe Saugkälber........ 47—51
Schale.
Weidemastichak«,
Mastlämmer und Masthammel .... 47,00—00.00 Schweine, kollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht .........• . . . .
Vollfleischige Schweins unter 80 kg Lebendgewicht Vollfleischigs Schweins van 100—120 kg Lebendgewicht .............50-51
Volifleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. 49-49'/, 61—62
JeUschweine über 150 kg Lebendgewicht . . 46—48 ‘ 68—60
— Hcrborn, 9. “März. Ans den, heute abaehaltenen 2. diesjährige» Ai a r k l e wäre» aukgelricben 282 Slück Rindvieh und .06 Schweine. Es wurde bezahlt sür Feltvieh und zwar Ochsen 'I. Qualität kehltej, 2. Qualität 90-93 Mark, Kühe und Rinder 1. Qualität 88—90 Mk., 2. Qualität 80—85 Mk. iür 50 Kilo Schlachtgewicht. — Aus dein Schweinemarkt kosteten Ferkel 48—60 Alk., Läuier 70—90 Mk. und Einlegschweine 90—130 Mk. das Paar. Ter nächste Markt findet am 2. April 1914 statt.
85—93
78-85
73—78
63-70
84—93
70—76
76—83
64—69
59-63
110—113 10 >-107 94-97 80—86
96-00
49'/,-50 63-84
48 '/,- 49 '/, 62-63
63-84
Gcricktrsaal.
w. Lemberg, 9. März, .heute beginnt unter dem Vorsitze des Landgerichtsrates Lcwicki die für mehrere Wochen anberamnte Schwurgerichtsverhandlung gegen den 37jährigen Journalisten Bendasiuk, den 23jährigen orthodoxen Priester Sandowicz, den 32jährigen orthodoxen Priester R u d y m a und den 23jährigen Rechtshörer Kolara. Es wird ihnen zur Last gelegt, daß sie seit dem Jahre 1909 bis zum März 1912 in Lemberg und anderen Ortschaften Galiziens eine Tätigkeit entfaltet hatten, die ans cineLosreißungGaliziens oder eines Teiles des Landes von dem einheitlichen österreichisch-ungarischen Staatsverbande angelegt war, was den Tatbestand des Hochverrats nach 858 des Strafgesetzes begründet. Sandowicz ist überdies des Verbrechens der Religions- beleidigung angellagt.
Oermiicfotef.
* Schwindeleien. Aus H a gen, 9. März, meldet ein Privattelegramm: Der Fabrikant Asbeck mit zwei seiner Meister und zwei Arbeitern sind in Untersuchungshaft genommen worden. Die Verhafteten sollen bei der Ablieferung von Eisenbahnbedarfsariikeln gegenüber den staatlichen “Abnahmebeamten gemeinsam in der Weise Unregelmäßigkeiten begangen haben, daß sie verworfene Fertigware mit falschen Plomben versehen haben.
* Tie Beerdigung der verunglückten Militär s ch i l ä n f e r. Aus I n n sb ruck, 9. März, wird gemeldet, Heute nachmittag fand in Trafoi in Anwcsenbeit eines Vertreters des Erzherzogs Friedrich, des Landes- vertcidigungsministers Gcvrgi, des Statthalters und zahlreicher militärischer Würdenträger das Leichenbegängnis der vierzehn Opfer der Lawinenkatastrophe statt. Am Grabe widmete der Innsbrucker Korpskommandant den Toten einen ergreifenden Nachruf.
* Eine neue Dampferlinie. Tic Hamburg- Amcrika-Linie hat beschlossen, eine neue Linie zwischen New “gork und Häsen der Levante einzurichteu. Die Dampfer würden die bulgarischen Häfen Tedcagatsch, Burgas und Warna berühren. Dieser neue Dienst werde die Ausfuhr aus Bulgarien, die bisher über Triest oder Hamburg geleitet werden mußte, auf direktem Wege ermöglichen, sowie den Auswanderern vom Balkan die direkte Fahrt nach der neuen Weit gestatten. Der erste Dampfer 'werde am 15. “April abgehen.
* u n t.e r dcr D r e s ch Nl a f ch i n e. Alls Hannover, 9. März, wird gemeldet: Als heute pornuttag der Gcmcindevor- staich E b c l I II g IN Bennigsen mit einem Knecht eine neue Dreschmaschine von dem Bahnhof abholtc, scheuten die Pferde, die Maschine kippte un, und begrub beide unter sich. Der Knecht ivar sofort tot, dcr Gemeindevorstand starb aus dem Wege nach dem Krankenhaus.
* Von Tiger» gebissen. Während dcr Vorführung in einem Wanderzirkus in Gelscnkirchcn wurde ei» Tier, bündiger durch Bisse am Arm und an der Brust erheblich verletzt
"Verschollen. Nach einer Mitteilung dcr Reederei R e tz last in Stettin ist ihr am 17. Februar von Newport na-l Marseille abgegangcner Dampfer Heinrich etwa zwei Wochen überfällig. Wahrscheinlich ist er mit dcr gesamten Besatzung
SalemGold
(Goldmundstu.ck.oval)
Salem Äleikum
(flohlmundsfück,rund)
PrCi0N? '3^4 11? !o P£j < 15 *^.. £dit mit firmo.: ßnenLTabak-u. dgarea,- TrüLjOjgcr'ZieCzJt oß efemt
Tabrik yenubeJDresden, SJfLd3(5nigs waSadixn.
______D Tjruistfrei! A
2lns frohem Herzen kundgetan!
Ta mein Mann, der ein Darmlcidc» bat, vor einiger Zeit über “Avveiitlongkcit klagte, gab ich ihl» zur Kräsiigung als Iefdit verdauliche Kon Bioson. das bei ihm geradezu Wunder wirkte. Das Allgemcinbcffndc» besserte fich zusehends. Der Geschmack tagte ihn, auch sehr zu. lodah er jetzt anstatt Kaffee immer Bioson rtnkl und sich sehr wodl dabei Mbit. Frau A. Mauer, Ravens- mrg, Gcwcrbedank IV. E. Unterschrift beglaubigt 6. 9. 1913. Katar Hartman». Bioson. das Paket, mehrere Wochen ausreichend, Mk. 3.— in Avolhekcn, Drogerien. 2981)


