Ausgabe 
10.3.1914
 
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gesehen habe, ha! mich aufs Tiefste beVmnmert. Das Familien» letzen geht zugrunde, cs werden keine Kinder mehr geboren, da die Frauen den größten Teil des Jahres von ihren Männern ge­trennt sind. ES ist ein trauriger Zustand zu sehen, wie die Dörfer von Männern entvölkert werden und Weiber und Kinder Lasten tragen." Wer das sagt, der läßt wohl auch Warnungen, die an ihn ergehen, nicht unbenutzt vorübergehen. (Sehr richtig! rechts.) Das Entvölkerungsproblem können wir freilich nicht so einfach lösen. Es hat ganz andere Ursachen, als man auf den ersten Blick glauben möchte. Zuverlässige Zahlen über die angeb­liche Entvölkerung besitzen wir ja nicht, und ich mutz entschieden be st reiten, datz in irgend einem Distrikt O st - afrikas ein Bevölkerungsrückgang nachgewie- s c n i st

In Tabora und einigen angrenzenden Bezirken ist vielmehr erwiesenermaßen die Einwohnerzahl gestiegen. Trotzdem will ich nicht leugnen, datz in einzelnen Landschaften eine Bevölke- rungSverminderung vorhanden sein dürfte. Aber ick will nicht die weiße Bevölkerung dafür verantwortlich machen, sondern prüfen, ob nicht die Eingeborenen s e l b st. ihre Unsitten und Laster. Schuld daran tragen. Hinsichtlich der Haussklaverei stehe ich eigentlich ganz auf demselben Standpunkt wie der Reichs­tag. Der einzig«? Unterschied ist nur in dem Tempo der Ab­schaffung der Haussklaverei. Deswegen ist es nicht richtig das Kind mit dem Bade auszugießen und der Denkschrift des Gou­verneurs Schnee den Vorwurf des übertriebenen Optimismus zu machen. Der Gouverneur sagt ja selbst an einer Stelle, daß die Verwaltung sich bemühen wird, nach Mög­lichkeit ein schnelleres Tempo in der Abschaffung der Haussklaverei einzuschlagen und die Frage einer völligen Aufhebung noch vor dem angeordnctcn Endtermin im Auge b. ten. Daraus sehen Sie doch den guten Willen. Die Präsumtion ist, das muß fest- gehalten werden, doch immer, daß der Neger frei ist. Die Beweislast trifft den Herrn und wenn der Herr die Sklaverei nicht Nachweisen kann, dann wird der Diener frcigesprochen.

DaS Lebensalter der Neger mit 80 bis 90 Jahren anzu­nehmen, wie es der Abg. Erzbergcr getan, ist falsch. Auch das Lebensalter der Neger kann in an nicht über 30 Jahre an nehmen, und kann deshalb nicht sagen, daß wir vielleicht erst im Jabre 2005 zu einer völligen Beseitigung der Haussklaverei gelangen werden. Gewiß kann man nicht als Argument gegen die Aufhebung die Behauptung ins Feld führen, daß das Los der Sklaven nicht so schlecht sei. Aber für das Tempo der Aufhebung läßi sich das immerhin als Entschädigung anführen. Wie die Neger selbst vielfach denken, dafür ist ein kleines Beispiel charakteristisch: Zu den Askaris. die im allgemeinen frei sind.

'Wvurde zufällig einmal ein Sklave genommen. Dem Hauptmann gelang es nach vielen Mühen, ihn frei zu bekommen. Anstatt freudigen Dankes, den der Hauptmann erwartete, sagte aber der Askari:Für so schlecht hätte ich meinen Herrn nicht gehalten." (Heiterkeit.) Sie sehen aus dieser harmlosen Geschichte, daß die ganze Institution nicht so schrecklich sein kann.

Der Abgeordnete Dittmann hat den Jesuitenstaat Paraguay als einen Mustcrstaat im sozialdemokratischen Sinne gerühmt. Von hervorragenden Kennern und Wissenschaftlern wird betont, datz dieser Staat in teokratisch-patriarchalischem Sinne eigentlich nur von zwei Patres geleitet wird. Eine solche Organisation ist doch wohl von dem Ideal eines sozialdemokratischen Zukunfts­staates weit entfernt. Ich habe mich sehr gefreut über die An­erkennung, die dem verstorbenen Pater Brauer und seiner hervor­ragenden Missionstätigkeit hier gezollt worden ist. Es war mir eine Freude, diesem Pionier deutscher Kultur kurz vor seinem Hinscheiden nocb auf dem Totenbette meine warme Anerkennung aussprechen zu können. (Bravo.) Auch wir erkennen die Tätig­keit der Missionare als Kulturbringer und väterliche Leiter der Eingeborenen gern und dankbar'an. Ich sagte schon im voriger Jahre: Kolonisieren ist Missionieren un Sinne der Erziehung der Eingeborenen zu höherer Kultur. In dieser Beziehung ist sich Kirche und Staat völlig einig. Ich bin auch dafür, bei den Eingeborenen- daS ora et labora wirken zu lassen, ich möchte aber die Missionare bitten, in ihrem eigenen Interesse doch etwas mehr Wert auf das labora zu legen. (Sehr gut!)

Das Sanitätswesen soll mehr gefördert werden. Ich würde mich freuen, wenn der Reichstag dafür die nötigen Mittel be­willigen könnte. In allen Schutzgebieten besteht Zollfreiheit für diejenigen Gegenstände, die unmittelbar den Zwecken des Gottes­dienstes, des Unterrichts und der Krankenpflege dienen. Die Mis­sionen haben auch in Ostafrika und Neuguinea Zollermäßigungen. Es schweben Erwägungen darüber, ob wir nicht die Zollbefreiungen, die zu einem unerwünschren Gegensatz zwischen den Missionaren und Kaufleuten führen, in eine weniger anfechtbare Form bringen können, vielleicht durch direkte Zuwendungen an die Missionen. Wir würden freilich damit unser altes Prinzip aufgeben, die Missionen nicht direkt zu unterstützen, aber sehr große Schwierig­keiten würden damit beseitigt werden. Die Erleichterung von Landankäufen soll den Missionen von den Gouverneuren gewährt werden. Der Anregung des Abg. Mumm, den Elementarunter­richt völlig in die Hände der Missionen zu legen, stehe ich nur unter gewissen Bedingungen sympathisch gegenüber. In Samoa, Neu­guinea und Togo läßt sich das durchführen, in Ostafrika und Togo sprechen aber schwerwiegende Bedenken dagegen, denn wir haben dort auch mit dem Islam zu rechnen. Mohamedanische Eltern schicken ihre Kinder grundsätzlich nicht in christliche Schulen und man kann den Missionen doch nicht die Einrichtung eines kon^ fefsionslosen Unterrichts zumuten. Darum müssen in diesen bei­den Kolonien die staatlichen Schulen aufrecht erhalten werden. Das Arbeitsgebiet ist auch groß genug für beide Parteien. (Beifall.)

.Hinsichtlich der Rechtsfähigkeit der Missionen scheint nach den Worten des Abg. Erzberger ein Mißverständnis vorzuliegen. Die Missionen haben nichts weiter zu tun, als an das Kolonialamt den betreffenden Antrag zu stellen. Dieser Antrag wird ge­prüft und der Reichskanzler tut daun im Einvernehmen mit dem Kolonialamt diejenigen Schritte, die früher dem Bundesrat ob­lagen. Verzögerungen liegen an den Missionen, die sich bisher noch nicht gemeldet haben. Den Alkoholmißbrauch und Brannt­weinhandel bekämpfen wir nach wie vor und haben auch schon ganz erhebliche Vorteile erreicht. Wir würden noch mehr er­reichen, wenn unglücklicherweise uns Frankreich nicht hinderlich im Wege wäre. In Togo und Kamerun sind wir in sehr dankenswerter Weise mit den Engländern zusammengegangen und haben bessere Verhältnisse geschaffen. Teilweise ist dort der Branntwein überhaupt verboten, fonft aber mit einem starken Ioll belegt. Wenn die Verhältnisse soweit sind, werden wir den Zoll noch erhöhen.' In Südwest, der Südsee und Ostafrika ist den Eingeborenen der Alkohol überhaupt verboten. Wenn trotzdem in dcr Presse von der Trunkenheit der Neger die Rede ist, so resul­tiert sie aus den eigenen Getränken dcr Neger, Pombe usw. Wir tun alles mögliche, um auch den Genuß dieser Getränke ein- zuschränkcn. Uebrigcns, die Eingeborenen trinken nicht konti­nuierlich. sondern nur bei gelegentlichen Festlichkeiten. Dann trinken sie allerdings mehr, als die Aesthetik wünschenswert er­scheinen läßt. (Große Heiterkeit.) Die Gefahren des Alkohols sind in den Tropen allerdings erheblich größer als bei uns.

Fast alle Redner, auch Herr von Böhlendorfs, haben eine größere Rechtssicherheit für die Ansiedler gewünscht, daß gegen die Verfügungen Gebührenerhebungen der Verwaltungsorgane Rechtsmittel geschaffen werden. Wir glaubten früher, daß noch «den preußischen Bestimmungen ein Rechtsweg zulässig wäre, die Richter haben aber diesen Standpunkt verworfen. Um den An­siedlern cntgegcnznkommen, hat nunmehr die Regierung eine Kommission eingesetzt als letzte Instanz, in der hauptsäcklich 2aicn sitzen. Diese Kommission scheint sehr zur Zufriedenheit Ler Ansiedler zu arbeiten. Die Frage wird aber weiter geprüft werden. Zum Schluß bitte ick, noch, die Debatten über die Ein­geborenen- und Arbeiterfrage doch für unsere deutschen Lands­leute in den Kolonien etwas versöhnender zu führen. (Sehr richtig!) '

Die Uebertreibimgcn sind ja von einigen Vorrednern aus daS berechtigte Maß zurückgeführt worden. Und wenn auch die immer noch recht herbe Kritik des Reichstages an den Mißständen, die gelegentlich vorgekommcn sind, und die ich nicht leugne, auch nur den Vorteil haben wird, daß die Schuldigen in den Schutz­gebieten sich getroffen fühlen, so werde ich cs doch kür Recht halten, ihr cntgegcnzutrctcn. Ich habe nicht bloß für die Eingeborenen zu sorgen, sondern auch für unsere deutschen Lands­leute. (Lebh. Beifall.) Das ist ebenso meine Pflicht. Des­halb müssen sie mir ein paar versöhnende Worte gestatten. Ich wuuderx muh, daß gerade. iL diele« Reichstage die Stiwmuuo

derartig ist, nach meinen Erklärungen über meine Auffassuiu, der Eingeborenenfrage. Ich hoffe, daß sie mir in den nächsten Jahren mit Ruhe zuhüren werden, wenn ich alles das Gute Vor­trägen werde, was Deutschland unseren Deut­schen rn den Kolonien zu danken hat. (Lctzh., wiederholter Beifall.)

Abg. Henke (Soz.):

Der Staatssekretär weiß Oel auf die Wogen zu gießen.Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen!" An eine Kleinsiedlung in den Kolonien ist nicht zu denken. Das ist nur etwas für Unternehmer, nur für Leute, die mindestens 25 000 Mk. ihr Eigen nennen. Zu einem Lob des Fiskus ist gar kein Anlaß, nicht einmal zu irgend einer Zufriedenheit. Von einem Fortschritt in der Gesundheitspflege ist noch keine Rede. Wir können allerdings anerkennen, daß mehr getan worden ist als z. B in den portugiesischen Kolonien. Der Staats­sekretär führt die Dernburgsche Eisenbahnpolitik weiter. Diese Lasten sind aber auf die Dauer unerträglich. Der Staatssekretär siebt die Dinge zu rosig an. Wir müssen Wasser in seinen Wein gießen Diese Bahnbauten in rasende m Tempo liegen nur im Interesse der Kolonialkapitalisten. Wir lehnen diese Bahnen ab. Charakteristisch ist die Einigkeit aller bürgerlichen Parteien, wenn es Militär- und Kolonialforderungen gilt. Der Staatssekretär hat daher ein sehr bequemes Arbeiten.

Der Reichskanzler hat es nicht so leicht. Der Staatssekretär hat denVorwärts" zitiert, der von der Arbeiterordnung sagte, sie sei nicht inhuman. Er hätte aber zwei Zeilen weiter lesen sollen. Dort wird nämlich erklärt, daß die schönen Bestimmungen leider plle nur auf dem Papier stehen. Auch die Missionen stehen unter kapitalistischem Einfluß. Es muß mehr Gewicht auf fas labora und nicht auf das ora gelegt werden. Mehr Schulen sind nötig. Die schlimmste Kritik an der Kolonialpolitik üben nicht wir, sondern die Rechtsanwälte, die in den Verwaltungsräten der ^olonialgesellschaften sitzen.

Das Haus vertagt sich.

Dienstag 2 Uhr pünktlich: Anfragen, Weiterberatung.

Schluß G¥j Uhr.

vereinsnachrlchten.

Kriegcrvcrein Gießen. Die Hauptversammlung W3 Kricgervercins Gießen gab ein anschauliches Bild über die Tätigkeit im letzten Vcreinsjahre. Noch dem vom Vcreinsschrist- sührer König verlesenen Jahresbericht ist der Vorstand in neun Sitzungen zusammengctrctcn. Zurzeit zählt dcr Verein 380 Mit­glieder. 6 Mitglieder sah er durch den Tod scheiden. Dcr Kassen­bericht wurde vom Rechner Waas crstattel. Die Einnahmen bclrugen 1913 rund 1940 Mark, die Ausgaben 1880 Mark. Dcr Vermögensstand ist 5000 Mark. Eine Anzahl Invaliden und Witwen wurden mit Unterstützungen bedacht. Die Vorstandswahl brachte anstelle der freiwillig aus deni Amte geschiedenen Vorstands­mitglieder Haupt, Kling und Wachsen als neue Mitglieder Albin Klein, Schlossermeistcr Zicgcnhain und Karl Wagner. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wicdcrgcwählt.

fl 1 e i tif £ t it ö e n , 8. März. Ter GesangvereinEin­tracht" 'eierte gestern a end im Saale dcrDeutschen Eiche" sein Wintertest. Die theatralischen Aufführungen und die Mannerchöre des Vereins ernteten lebha'te» Beikall. Die Konrerimustk laa in feit bewäbrte» Händen des Dirigenten H a r » i s ch Steinberg. Der Vorsitzende des Verein?, Georg N e >i r a t b, hielt eine Aiisvrachc Uiid ernaiiiite auk Beschluß des Vereins deii krüherc» Dirigenten. Ledrer Keil, z»m Edrendirigenten und de» Sänger Philip» Klein zu», Ehrenmitglied. Zugleich ü, ergab er den beiden Herren Ehrenurkunden.

O Bad-Nauheim, 9. März. Der Krieger- Und Militär- VereinHassia" ist aus einen vom Kameraden Lehrer Os­wald gestellten und in der letzten Momttsvcrsammlung eingehend begründeten Antrag hin demD eutschen Schubverband gegen die Fremdenlegion c. V." in München als kor­poratives Mitglied mit einem ansehnlichen Betrag beigctrcte». Auch der neue Männerturnverein ist Mitglied des zweck­dienlichen Verbandes geworden, dcr seit einem Jahre mit allen Mitteln den ausklärenden Kamps gegen die Fremdenlegion aus­genommen hat.

etwa 22 Personen, ocn im Busen von Biskaya wütenden Orkanen

zum Opfer gefallen.

Kleine Tageschronik.

D ie 3. Fachausstellung des deutschen Tro­gt st e n-V e r d a n d e s von 1873 findet in den Tagen vom 9. bis 20. September 1914 in Berlin-Charlottenburg statt.

Märkte.

3UcSeu, 10. März Maiktberlcht. Au> den, heutigen

Koche,»nailte kostete, Butler das Pkund 0,901,02 Mk.; Kühner­er 1 Stück 78 Plo., 2 Stück 0 Via.; Enteneier I St. 89 Pia., 2 St 00 P'g ; Gänseeier 1 St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pig., Kaie das Stück 6 8 Pia., Kaie,na,te 2 Stück 56 Big.; Tauben das Paar 0.801,00 Mk., Hühner das Stück 1/01,60 Mk., Hahne» daS Stück 1,00 2,50 Mk., E»ten das Stück 2,503,50 Mk., Gänse das Pinnd 7585 Pia., Ochienfleiich das Pkund 92-100 Pig., ü'indsleffch das Pkund 90 94 Pi.,., Kul,fleisch 80 Big., Schweine- ileisch das P>»»d 75 9090 Pig, Kalbfleisch das Pid. 94-98 Pla-, Hammelfleisch das Pid 7090 Pig.' Kartoffel» >00 Kg. 0,00 bis >,50 Mk , 'Keiükraut das Slück >020 Pig.; Zwiebeln der Ztr. 2,00 15,00 Mk., Milch das Liter 22 Pig-, Aepkel der Zentner 2 30 Alk.,Hirnen das Pinnd 2530 Psg., Nüsse 100 Stück 50 - r 0 P0>. - v'arktzei, von 8 bis 2 Nhr.

KE. Wiesbaden. V ie hh o i-M a rk i b er! ch t vom 9. März. Auitrieb, Rinder 8 lOeblen 8, Bullen 22, Kühe und Färsen 128), Kälber , Schake ö, Schweine 994.

Marktverlaui; Weleda» ,» Großvieh gedrückt, bleibt lieberstand, ecknveine langsam.geräumt, Kleinvieh bei lebhaitem Gelchäit ans- verkauit. Preiie kür 100 Pid.

Lebend- Schlacht- Ochs, ». aewlcht

Pollkleiick'Iqe. ansqemästete. höchsten Schlacht» Mk. Mk.

wertes im Alter von 47 Jaüren .... 5053 8894

Jnnoe. fleischige, nicht ausgemästete und ältere

ansgemästete . 4952

Mäßia genäbrte junge und gut ge-

getiährle ältere...........4548

Bullen.

Pollileikchlge» ausqew-, höchsten Schlachtw. . . 4345

Vollflelschige, jüngere..........3842

Karlen. K ü h e.

PoNileischiae ausgemästete Färsen höchsten

Schlacht,vertes...........4852

ü'ollileiichiqe onsaemästete Kühe höchsten Cchlachtwerles bis ,» 7 Jahren ..... 3943

? eitere avsaemästete Kühe und wenig gut ent-

wiekelte jüngere Küde.........4347

Mäßig genäbrte Kühe und Färsen.....3437

Gering genäbrte Kühe.und Färsen.....3033

Kälber.

Feinste Mastkälber...........6668

Mittlere Mast- und beste Saugkälber.... 6064 Geringere Mall- und gule Saugkälber . . . 5453

Geringe Saugkälber........ 4751

Schale.

Weidemastichak«,

Mastlämmer und Masthammel .... 47,0000.00 Schweine, kollfleischige Schweine von 80100 kg Lebend­gewicht ......... . . . .

Vollfleischige Schweins unter 80 kg Lebendgewicht Vollfleischigs Schweins van 100120 kg Lebend­gewicht .............50-51

Volifleischige Schweine von 120150 kg Lebend­gewicht .............. 49-49'/, 6162

JeUschweine über 150 kg Lebendgewicht . . 4648 6860

Hcrborn, 9.März. Ans den, heute abaehaltenen 2. dies­jährige» Ai a r k l e wäre» aukgelricben 282 Slück Rindvieh und .06 Schweine. Es wurde bezahlt sür Feltvieh und zwar Ochsen 'I. Qualität kehltej, 2. Qualität 90-93 Mark, Kühe und Rinder 1. Qualität 8890 Mk., 2. Qualität 8085 Mk. iür 50 Kilo Schlachtgewicht. Aus dein Schweinemarkt kosteten Ferkel 4860 Alk., Läuier 7090 Mk. und Einlegschweine 90130 Mk. das Paar. Ter nächste Markt findet am 2. April 1914 statt.

8593

78-85

7378

63-70

8493

7076

7683

6469

59-63

110113 10 >-107 94-97 8086

96-00

49'/,-50 63-84

48 '/,- 49 '/, 62-63

63-84

Gcricktrsaal.

w. Lemberg, 9. März, .heute beginnt unter dem Vorsitze des Landgerichtsrates Lcwicki die für mehrere Wochen anberamnte Schwurgerichtsverhandlung gegen den 37jährigen Journalisten Bendasiuk, den 23jährigen orthodoxen Priester Sandowicz, den 32jährigen ortho­doxen Priester R u d y m a und den 23jährigen Rechtshörer Kolara. Es wird ihnen zur Last gelegt, daß sie seit dem Jahre 1909 bis zum März 1912 in Lemberg und anderen Ortschaften Galiziens eine Tätigkeit entfaltet hatten, die ans cineLosreißungGaliziens oder eines Teiles des Landes von dem einheitlichen österreichisch-ungarischen Staatsverbande angelegt war, was den Tatbestand des Hochverrats nach 858 des Strafgesetzes begründet. Sandowicz ist überdies des Verbrechens der Religions- beleidigung angellagt.

Oermiicfotef.

* Schwindeleien. Aus H a gen, 9. März, meldet ein Privattelegramm: Der Fabrikant Asbeck mit zwei seiner Meister und zwei Arbeitern sind in Untersuchungs­haft genommen worden. Die Verhafteten sollen bei der Ablieferung von Eisenbahnbedarfsariikeln gegenüber den staatlichenAbnahmebeamten gemeinsam in der Weise Un­regelmäßigkeiten begangen haben, daß sie verworfene Fer­tigware mit falschen Plomben versehen haben.

* Tie Beerdigung der verunglückten Mili­tär s ch i l ä n f e r. Aus I n n sb ruck, 9. März, wird ge­meldet, Heute nachmittag fand in Trafoi in Anwcsenbeit eines Vertreters des Erzherzogs Friedrich, des Landes- vertcidigungsministers Gcvrgi, des Statthalters und zahlreicher militärischer Würdenträger das Leichenbegäng­nis der vierzehn Opfer der Lawinenkatastrophe statt. Am Grabe widmete der Innsbrucker Korpskommandant den Toten einen ergreifenden Nachruf.

* Eine neue Dampferlinie. Tic Hamburg- Amcrika-Linie hat beschlossen, eine neue Linie zwischen Newgork und Häsen der Levante einzurichteu. Die Dampfer würden die bulgarischen Häfen Tedcagatsch, Burgas und Warna berühren. Dieser neue Dienst werde die Ausfuhr aus Bulgarien, die bisher über Triest oder Ham­burg geleitet werden mußte, auf direktem Wege ermöglichen, sowie den Auswanderern vom Balkan die direkte Fahrt nach der neuen Weit gestatten. Der erste Dampfer 'werde am 15.April abgehen.

* u n t.e r dcr D r e s ch Nl a f ch i n e. Alls Hannover, 9. März, wird gemeldet: Als heute pornuttag der Gcmcindevor- staich E b c l I II g IN Bennigsen mit einem Knecht eine neue Dreschmaschine von dem Bahnhof abholtc, scheuten die Pferde, die Maschine kippte un, und begrub beide unter sich. Der Knecht ivar sofort tot, dcr Gemeindevorstand starb aus dem Wege nach dem Krankenhaus.

* Von Tiger» gebissen. Während dcr Vorführung in einem Wanderzirkus in Gelscnkirchcn wurde ei» Tier, bündiger durch Bisse am Arm und an der Brust erheblich verletzt

"Verschollen. Nach einer Mitteilung dcr Reederei R e tz last in Stettin ist ihr am 17. Februar von Newport na-l Marseille abgegangcner Dampfer Heinrich etwa zwei Wochen überfällig. Wahrscheinlich ist er mit dcr gesamten Besatzung

SalemGold

(Goldmundstu.ck.oval)

Salem Äleikum

(flohlmundsfück,rund)

PrCi0N? '3^4 11? !o P£j < 15 *^.. £dit mit firmo.: ßnenLTabak-u. dgarea,- TrüLjOjgcr'ZieCzJt efemt

Tabrik yenubeJDresden, SJfLd3(5nigs waSadixn.

______D Tjruistfrei! A

2lns frohem Herzen kundgetan!

Ta mein Mann, der ein Darmlcidc» bat, vor einiger Zeit überAvveiitlongkcit klagte, gab ich ihl» zur Kräsiigung als Iefdit verdauliche Kon Bioson. das bei ihm geradezu Wunder wirkte. Das Allgemcinbcffndc» besserte fich zusehends. Der Geschmack tagte ihn, auch sehr zu. lodah er jetzt anstatt Kaffee immer Bioson rtnkl und sich sehr wodl dabei Mbit. Frau A. Mauer, Ravens- mrg, Gcwcrbedank IV. E. Unterschrift beglaubigt 6. 9. 1913. Katar Hartman». Bioson. das Paket, mehrere Wochen aus­reichend, Mk. 3. in Avolhekcn, Drogerien. 2981)