Air StaSt und Land.
Gieße», 7. März IS1-I.
Aus Sem Hüttenberg.
Ter Wanderer, der unsere Dörfer durchschreitet, iitidet die slänliiche Tors- und Losanlage noch ziemlich vorherrschend. Die Lauser stehen mit der Gicbelseite nach der Straßen große Lviiorc schließen den Loi ad, Interessant ist cs. die Anschriften scher den Toren und an den Oucrbalkcn zu lesen. Sie lassen aus die Sinnes- »nd die Tenlari der Erbauer schließen. Ueber den Toren baden sich gewöhnlich die .Llaulcute" verewigen lassen. Dabei steht die Jahreszahl lind das Tatum des Tages, an dem die Zimmerlcntc den Dan „erhoben" haben. Hier ein Heispicl:
„Diesen Bau hat erbaut andon barth und Frau eatliarina im Jahre 1787,"
Friedliebend muß der Mann gewesen sein, der an sein Hans meißeln lieft:
„Wer will hassen und neiden,
der soll dieses Haus meiden," anno 15,58,
Aehnlich heißt es anderswo:
„Kom in mein Haus, o mcnsch, bring glück und friehten mit,"
Häufig haben die Inschriften religiösen Inhalt:
1, „Gott segne die in diesem Haus gehen ein und aus,"
2. Wer Gott vertraut, bat wohlgebaut im Himmel und aus Erocn,
wer sich verläßt auf Iesum christ, dem wird der Himmel werden," aniio 1757 Statt einen Eulcnkops ans Scheunentor zu nageln, hat wohl mancher als Tolisma» eine fromme Bitte angcschrieben:
„Dies Haus steht in Gottes Hanl,
Gat Behüt es vor Feuer und Brand."
„An Gottes Segen ist alles gelegen, alzeit Frölich ist unmöglich,"
Bon Selbständigkeit zeugen nachstehende Worte:
„Ich bab's gemacht nach meinem Sinn, mein Freund schau an und ged dahin, und wenn es dir dann nicht gefällt, laß' besser machen sür dein Geld,"
Leider entbehren die neuen Häuser, die von Grund aus Stcin- orutc» sind, eines solchen Geleitibrnchcs, wie ihnen auch jeder fflistpruck aui Schönheit gegenüber den Fachwerkbauten mit den maickchcrlci Schnitzereien abgeht, ^
" Tageskalender für Sonntag, den 8. März: Stadt- . h e n t e r: .ftrwa im Frieden', nachmittags 3“|j Uhr: »Me einst ln Mai", abends 7'/. ttfir.
Bauerscher W t i n n <) t> e r f in : Konzert 4'/, Uhr in der Aula. — Kommers 8 Ilhr in Steins Garten.
Lichtspielhaus: Täglich DorsteNimq.
N» i on - T h e a te r: Täglich Vorstellung. iTienStags nnd Oamslags neues Proaranini.l
C b c r I> e I i i i rh f S Muse »in und K a > I' s ch e S g m m • n na eit. Geöffnet Sonntag vormittags II—l Ilhr imentgkltlich Museum sür Völkerkunde, Geöftnet an Sonntagen, lormiliags von II —I Ubr nncntqelttich.
O b « r h e i s i l ch e r K n n st v e r e i n. Tie Gemälde-Bnsstestung st täglich von II—I Ilhr. Mittwochs von 3 bis b Ilhr, und m Sonnt.inen von 11—3 Uhr geöffndl,
Tie ?l II l n g e NI n s i k stndet Sonntag mittag 12 Ubr statt «nur lei inein Wetter', Svielvlan: l. Mir Gott iür Kaller und Reich! Blarlcki von I. Lehnhar t; 2. Ouvertüre zu »Wastensteins Lager': 3. Fantaste n. d, Over »Lobengrm' von Jt, Wagner: i. TaxiS-Marsch von B. Sonntag.
** Schulangelegenheilen, llcbertragen wurde dem Lehrer Richard Walter zu Daucrnheim, Kreis Büdingen, eine Lehrcrstctle an der Volksschule zu Stadecken. Kreis Mainz, — Erledigt ist eine mit einem katholischen Lehrer zu besehende Schulstelle zu Viernheim,
** A n s d c m P o st d i e n st c, V c r l i c h c n : Anläßlich des Scheidens ans dem Dienste das Hessisckir Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postagenten E b ek in Grebenau, Vcrs c tz t : Telegraphen- asjiftent A ii t h e s von Gießen nach .Hamburg, Angenommen: Zur Telegraxhengehilsin: Katharina Lang in Alsfeld,
** T ic Bi a u l nnd Klauenseuche ist setzt nach der letzten anttlichen Veröffentlichung im Reichsanzeiger vom l, Mär: in Hessen erloschen, wie wir schon kurz mit - teilten, — Von S cst w e i n es e n ch e und Schweinepest ist in Oberhessen rin neuer Fall zu verzeichnen, so daß die Seuche setzt ans drei Gehöften in drei verschiedenen Gemeinden besteht, Ebenfalls drei Fälle waren am l, März in Starkenburg zu verzeichnen, während die Schweincscuchc in Rhcinhcssen als völlig erloschen zu betrachten ist,
** D e r V o g e l s ch u tz v e r c i n s ü r d a s G r o ß b c r > v g l n m H i; i f c n macht aus § 3 des am 1, Septeinbcr 1908 in Krast getretenen Vogclschntzgesetzes aufmerksam, der lautet: „In der Zeit vom l. Marz bis zu ni 1, Oktober ist dos Fangen und die Erlegung von Vögeln, sowie der Ankauf, der Verkauf und das Feilbieien, die Vermittlung eines hiernach verbotenen An- nnd Verkaufs, die Ein-,
Ans- und Durchfuhr von lebenden soioie toten Vögeln der in Europa einheimischen Arten überhaupt, ebenso der Transport solcher Vögel zu Handelszwecken untersagt, — Dieses Verbot erstreckt sich sür Meisen, Kleiber und Baumläufer auf das ganze Jahr,"
** Flei > chnbschI a g. In den Preise» der Rinds- mctzger besteht bei einzelnen Meistern die Absicht, entsprechend den gesunkenen Fcltviehpieiscn nun auch für Rindfleisch einen Preisabschlag cintrctcn zu lassen,
** E l e k t r i s ch e U e b e i l a n d a n l a g c. In Gemeinden, deren Anschluß von der Bau- nnd Betriebsleitung unserer Ilcberlandanlage in Fricdberg weder den bctrcssenden Großh, Bürgermeistereien, noch den bei der llcberlandan- lage zugelassenen Installateuren bctaunt gegeben worden ist, werden von verschiedenen Firmen und Installateuren, die oft noch keinen Berechtigungsschein besitzen, Jnstallations- anlagen, auch Molare nsw, verkauft. Da in den meisten Fällen ort noch gar nicht scststehl, ob die betreffende Gemeinde überhaupt an die Uebcrlandanlagc allgeschlossen werden kann und loann voraussichtlich der Anschluß erfolgt, möchten mir davor warnen, jetzt schon wegen Installations- anlagcn, Motoren nsw, fest abzuschlicßcn oder gar schon installieren zu lassen, da hierdurch sowohl den Bestellern als auch den Firmen oder Installateure» sehr große Unannchm- lickikciten und sogar erhebliche Gcldopscr cnrstelien können. Nach den erlassenen Installationsvorschritten ist es unzulässig, wenn in einer Gemeinde Installationsauslräge ent- gegengenommcn werden, oder sogar mit Installationen begonnen wird, ehe von der Bau- und Betriebsleitung in Fried- bcrg der Gemeinde und den zugelassenen Installateuren bekannt gegeben wurde, daß der Anschluß des Ortes endgültig feststeht und mit den Installationen begonnen werden kann, ** Etadttheatcr. Nochmals sei auf die E g m o lt t -Aus- sübruiiq am kommenden Montag hingewiesen, die bei kleinen Preisen gegeben wird, Ta diese Aufführung unserer Bühne allgemein als sehr sehenswert anerkannt ist, nnd zudem die ungekürzte Beethovcnschc Musik wiederholt wird, Io dürfte starker Besuch zu erwarten sein, — Die Direktion unseres Stadttheaters bat bekanntlich das Schauspiel „Wahrheit" von Karl Adolf Metz zur Ui ausführung angenommen. Die Erstaufführung war ursprünglich aus den 16. März angeletzt, doch haben verschiedene Krankheitsfälle im Personal eine Verschiebung notwendig gemacht. Das Werk gelangt jedoch bestimmt noch im März zur Aufführung, ZurHicmierc haben verschiedene auswärtige Bühnenleiter, so Generalintendant Eg er von Darmstadt, Herr Emil Elaar, der frühere Franksurter Intendant u, a, m, ihr Erscheinen zugesagt,
** Konzertabend im Licht spielhause. Es ist ein tresslicher Gedanke, ausgewählle Kinolustspielc und Dramen mit guter Musik zu verbinden, die sich, so gut es eben' geht, dem Inhalt des betreffenden Films anpaßt. So brachte auch der gestrige erste Versuch einen vollen Erfolg, Die 12 Mann starke Kapelle spielte gut, und das so ziemlich ausverkaufte Haus ließ sich zu Bcisall hmrcißen, eine immerhin gewiß höchst seltene Erscheinung, Neben zwei Hiumoresken, die von dem bekannten Gladiatorenmarsch und dem Aktöd Two Stev von Lchnhardt begleitet wurden, ist das reizende Lustspiel „Die kleine Residenz" bervorzuheben, dessen Wirkung durch leichte, flüssige Musikstücke von Linckc, Meqera Hellmund und Frederiksen erhöht ivurüe. Die Geschicke zweier Liebenden wurden in dein Hennn Porten-schauipiel „Das Opfer" geschildert nnd anmutig durch ein Lied „Herzen und Blumen" von Czibulka, „Grüße an die Heiniat" von Mahl uni» durch das Fantasieballett „Terpsichore" von Gaine ergänzt. Den Beschluß bildet- das Sensationsstück „Däinonit", das Verdis Traviata, Webers ObLrnn, eine Serenade von Ortmann und eine Romanze von Kahnt begleiteten,
** Ter Vortragsabend Walter Bloems, Mit Rücksicht aus die Opernausführung des Thcatcr- vercins war die Pfeiffersche Buchhandlung mit der Absicht nmgegangen. den Vortragsabend Walter Bloems zu verschieben, aber sie mußte von diesem Vorhaben Abstand nehmen, weil Herr Bloem vor dem Sommer keinen anderen Tag nichr zur Verfügung hat. Der Vortragsabend muß deshalb, wie ursprünglich festgesetzt, am ll, März statt- findeu,
** 2 t c m p c t a b g a l> e beim I m m o b i l i c n v « r - kehr. Ein Leser beklagte sich, nicht ganz ohne Grund, über folgende Tatsache, Für den hessischen Steuerfiskus bestehe keine rückläufige Konjunktur bei Berechnung der Stempelabgabe vom Besitzwechsel, Kauft jemand ein Anwesen un- ler dem vrlsacrichtlichen Taxwert, wie dies bei den hoch geschraubten Taren in unserer Stadt bei Zwangsverkäufen oft der Fall ist, dann berechnet der Steucrfiskus die Befitz- wechselabgabe und die andern, den Immobillenvcrkehr hoch belastenden Stempel und Kosten nach der höheren Taxe des Anwesens, nicht aber, wie es doch richtig wäre, nach dem wirllicn erzielten niedrigeren wirklichen Kaufpreis. Umgekehrt aber verfährt die Steuerbehörde, wenn der Erlös für ein Anwesen höher ist als die ortsgerickitliche Tare, dann
Herr Höcker. .Herr Tworiowsli führte die Regie des Stückes, das einen großen Lackiersvlg erzielte, N.
T e r E rd ko II i i II e II l, liniere von der modernen No turwinenschait mehr oder minder genau scstgclegten Vorslclliingen über die „Fugendzeit" de- Erüvlaneteu bcdüricn. wie cs scheint, noch immer der Berichtigung, Man vergesse nicht, daß es sich hier um Theorien handelt, die trotz aller erakten Grundlagen eine „kräitige Anleihe im Phnntasiebereiche" nötig haben und UNS jo bisweilen kleine Ucbcrraschiingcn bescheren möchren. Tic Anschauungen über die Enlstclning der gegenwärtigen Kontinente gebären zu diesen in steter Umwandlung begriffenen Theorien — wir der neueste Erklärungsversuch Henrn Sarage Lcmdors wieder einmal schlagend beweist. Der bekannte ameritanilche Forscher, der kürzlich von einer jadrelangen, höchst mühseligen und geiabr- vollen Entdecknngsiahri in den unbckanmen Landstrichen Süd- ameriias ziirückgeichrt ist, bringt als Ergebnis dieser wstsenichast lichen Reiie u, a, eine originelle neue „Kontinent Theorie" mit, die, was man auch gegen sie einwcndcn mag. im Grunde recht plausibel erscheint, Savagc Landor verwirft (bejvnders aus Grund 'einer, aut der genannten Reiie anaestellten geologischen Unter suchungcn: die alte Anschauung, nach der die Erde in den ersten Zeiten ihres Iugendalters von den Meeren völlig bedeckt gewe'en fei, die jetzigen Kontingente iomit nach und noch „ans den Waiscrn" emnorgetaucht wären, Ter Gelehrte spricht im Gegen ian dazu von einem einzigen „Erdkontincnt", zusammen- geletzt aus den Festland-inanen Asiens .'nebst Eurova, Afrikas und Amerikas nebst Australien und Grönlands, Ticjer Kon- jineift von rieftger Ausdehnung hing fest zusammen, und zuiar w, daß die Ausbuärtuiigen der ießigen Festländer in die Ein kerbungen der „neben,anliegenden" genau hinempaftlen, Betrachte! man, ohne sich im übrigen an gcringiüqigc Details zu kchrni, von solchen- Gesichtspunkte an- die Westsarte, io bcmerki man ntit Staunen, daß die Theorie von Savage Landor einen hohen Grad ungezwungener Wahrscheinlichkeit sür sich beanspruchen darf. In der Tat passen die Randgebiete der gegenwärtigen Kontinente ssxeziell Nordamerikas mit Grönland einerseits, Europa o fercr- seits, des ferneren Airila mit Südamerika, letzteres hinwi »-rum mi! Australien uiw io ineinander, wie etwa die unregelma igen Stücke einer zerbrochenen Borzellanichole, Ein ungeheurer Riß von Bol zu Pol, der im Gefolge einer gelvaltigen vulkanischen El ickütterung des Erdballs eintrat, spaltete den Erdkontinenl zu- näck st in die drei Stücke Europa, Asten, Afrika, Grönland i» der
Mitte. Nord- lind Südaincrikn nebst Australien zur anderen Seite, Das Auseinanderrücken, dieser drei „primitiven" Erdteile und ihre weitere Trennung im Sinne der Verteilung der heutigen Fcst- landsmasten vollzog sich alsdann unter der gleichzeitigen Einwirkung der idamals weil bedeutenderen! Rotastonskrait des Planeten und der inneren vulkanischen Wühlarbeit, die bekanutlich bis zur Stunde fortdancrt und das „Antlitz der Erde" verändert.
— T i e Geisteskrankheit im Ba l ko » fr ic g c. Ti: Verheerungen, die ein moderner Krieg unter den Kämpsern anrick- tet, erstrecken sich bekanntlich nicht nur aus körperliche Verletzungen und körperliche Erlranklingen: die »lnstrenguiigen, die Entbehrungen, die Anftegungen und die gewaltige Llnsranniing der Nerven haben einen verhängnisvollen Einstuft aus die Geistessähigkeften, und cs gibt kaum einen modernen Krieg, der in seinen Verlustlisten nicht Hunderte und Tausende von Fällen von Wahnsinn und Geistcsumnachtung anzr lühren hätte. Während des deulich- franzöiischen Krieges von 1870 71 l.inien 0,9- 7 > Geisteserkrankungcn auf 1000, während des Bnrenkricgcs stieg diese Zister aus 2 von 1000, der ivanisch-ameritanische Krieg erreichte 2,7 von 1000, und im russisch-,aoaniiihcn Kriege nitticlen aus 1000 Mitstreiter 2 Fälle »on Wahnsinn. Tie «ialistik aller Kolonialleshge iu-r neucren, Zeit weist z. l. noch höliere Zistern an!: im südwcst- asrikanischen Kriege z B. erreichte die Zahl der Geistcscrkraukuugcii sogar i vonr 1000. Im Vergleich damit lind die emivrcckienoen Zahlen aus dem süngslen Balkankricge überraschend niedrig. Fm griechischen Heere zählt,- man »ach einem Aussatze des Messager d 'Athönrs aus 1000 Mitkämpfer nur 0,16 und für die ganze Armer 0,23 Äcisteöerkrankungc»: in Serbien erreichten die geistigen Erkrankungen bei den Tnivven, dir an den Kämpfen lcilnabmen, mir 0,18 von 1000, iit Bulgarien 0,33, in Montenegro 0,10, so dost die vier Ballanstaalen gemcinsam eine Durchschnittszistcr von 0.23 ooni 1000 ousivcisen, Tie Pißchiater eicklären diese niedrigen Ziffern durch die geringe Sterblichkeit niuci den Ber Ivundetc» und durch die Widcrftandssähigkeit der Ballanvölkec, die zum Teil an ein Leben der Entbehrungen gewöhnt sind und zudem last gar keinen Alkohol genießen.
Kurze Nachrichten aus Kunst und Wi s feilsch a - t, In der großen Wandelhalle des Herrenhauses in Berlin wurde die unter der Schirm Herrschaft des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg stehende Aiisstellung deutscher Edel steine und Edelmetalle eröffnet, — Tic frühere Hofburg- schauspielerin Friederike Bognar ist in Wien gestorben.
muß der höhere Betrag versteuert und vcrsteinpelt lverden. Entweder müßte doch der eine oder der andere Modus an- gewendet lverden, Tie ortSgcrichtliche Taxe ist doch überhaupt kein Maßstab für den wirklich inneren nnd lvirtschasl lichcn Wert von Immobil-iarbcsitz bei einer niedergehenden Konjunktur
** Der hessische 2 tädtctag, Ter Vorstand des hes sischcn Städtctagcs hat in seiner in Kassel abgehaltcnen Tagung unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Tr, Gcbcschuß-Hanau be schlossen, den hessischen Städlctag auj den 5, Juni »ach Arolsen einzubcrusen. Aus der Tagesordnung stehen ». a. die zweite Hvvo thekensrgge, über die Oberbürgermeister T r o j c - Marburg link Iustrzrat Tr, Fr, M c h c r -Franklnrt a, M, sprechen werden, scrner die Pflege des Hciniatschiitzcs durch die Stadlverwaltiingen und die Ksndcrfürsorge,
I ** D i e G r o ß h. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge schreibt uns: Bei einer Versgmn, lung im Rathaussaale zu Kelsterbach, an der Geh, Regie rungsrat Dr, W a l l a n , der oberste Verwaltungsbeamte des Kreises, sowie die sänitlichen dortigen Körperschaften teilnah- men, lvurde die Errichtung einer Beratungsstelle in Kelsterbach beschlossen, Tic Beratungsstelle in Kelsterbach ist die 57., die von der Großh, Zentrale im Großhcrzogluni eingerichtet wird, — Im vergangenen Jahre wurden etwa 6000 Kinder in die Beratungsstellen gebracht und gegen 30000 Beratungen erteilt. Durch zahlreiche Hausbesuche, jährlich über 100 000, wachen die Schwestern darüber, daß auch ini Elternhaus nnd in der Pslegcstellc dem Kinde eine sachge mäße Pflege und Ernährung zuteil wird,
** Silberne Hochzeit des Obermeisters der Fl c i s ch e r i n n u n g. Am kommenden Montag leiert der Ober Meister der Flestchcrinniing Gießen, Herr Ernst Ludwig Sack, mit seiner Gemablin Marie gcb. Fielt die stlbernc Hochzeit, während es am 18. März l. Js, 25 Fahr- und, daß Herr- Sack das elterliche Geschäft übernommen Hai, -Obermeister Sacl entstammt einer alten Gicßener Mctzgcrsamilic, in welcher ichon über 200 Jahre das Metzgerhandircrk ausgcübt wird. Das von Hcrrn^Sack übernommene Geschält seines Vaters bestclst schon über 70 Jahre, Im Jahre 1905 wurde er zum Obermeister der Fleischcr-Innung gewählt, die sich unter seiner sackigcmäften Leitung gut auSgcbaut hat: ciner seiner vornehnislcn Aistgaben war cs, stets^ das kollegiale Verhältnis unter den Meistern und unter den Geiellcn zu unterstützen und zu fördern,
" Besitzwechsel. Ter Schreiiiermeister Ludwig Damm erwarb das Llnwesen Liebigslraße 87 zum Preise von 63 606 Mk.
** Vorschuß- » » b Kreditkasse Lungen, Dcr Vcrband der hessischen landw. Esenossenschaften Darmstadt teilt bezüglich des bei der Vorschuß- und Kreditkasse Hungen festgestelltcn Fehlbetrages zur Aufklärung mit, daß diese Kasse weder, wie in anderen hesstschen Zeitungen ausgeführl sei, dem Verband angehört hat, noch von dieseni revidiert worden ist, Tie Revisionen fraglicher Genossenschast wurden durch einen gerichtlich bcsteUtcn Revisor vorgenominen,
** W a r n u n g v o r S ch w i n d l e r i n n c n. In letzrer Zcit sind in verschiedenen Städten Frauenspersonen in der Tracht von K r a n k e n s ch w e st e r n ausgetreten und haben das religiöse Blättchen „E s w ea d e Lick t" unter der Llngabc zum Verkauf gebracht, der Erlös sei sür unenl- gcltlichr Kranlcnpflege vder Mission bestimmt. Es besteht der Verdacht, daß es sich hierbei um bekannte S ch w i » dcl unternehmen handelt, die unter dem Deckmantel einer Missionstätigkeit ihre Taschen füllen und der reellen Missionstätigkeit schweren Schaden zufügcn. Deshalb sei vor ihnen nachdrücklich gewarnt.
'"Die Verwaltung der chirurgischen Klinik ist unter Nr, 2014 an das Fernsprechnetz angesckilosscn worden, so daß der Verkehr mit der Geschäftswelt in Zukunft durch diele Nummer zu erfolgen hat.
** Nach bewährten M ustern. Wie schon mehrfach a» anderen Orten, so bekam auch dieser Tage ein Bewohner von L a u b a ch ein Schreiben aus Spanien von cinein Unbekannten, worin dieser ihn bat, seinen sxlnd-, kosser, ivelcher in Paris im Hauprbahnhof läge, gegcii ein Lcsegcld von 6800 Mark abznheben. iix solle sodann 1 3 des Inhalts von 60000(1 Mark ausbezahlt bekommen. Der Laubacher ging auf diesen ofscnbarcn Betrugsversuch nicht ein,
** D c r Mcnsch muß sich zu helfen wissen. Bei einem Streit sagte ein Bauer zu seinen Gegnern: „Tie Häalft vom Gcmaaruat saj ja Oste!" 'Als man ihm mit einer Beleidigungsklage drohte, bekam er doch Angst und nahm die Beleidigung mit folgenden Worten zurück: „Gont, die Häalft' vom Gemaarouat saj dann kaa Osse!"
** Warum et Vater werden will. Zwei Eließener Buben, ber bald tzsährigc Bernhard lind der 4 Jahre alte Anton Nachbarstinder unterhalten sich über idre Zukunft, Ich will Sck:ornsteinscger werden, erklärt der ältere Bube, Ich will Vater werden sagt daraus dec andere Knabe, Ja warum willst du denn Vater werden, so läßt sich Bernhard in neugierigem Ton hören. Ja, so entgegnet Anion, wenn wir Aepfcl essen, bekommt immer die Mutter und Grctchcn einen .halben, ich und die Ria auch einen halben ?1vsel. der Vater belommt abcr immer einen ganzen Aosel. Du Anton, erklärt daraus Bern hard bestimmt: Vater wirst du doch, denn weißt du, der Schorn- steinseger ist auch Vater, er bat ja einen großen Bub der ihm Hilst. Nachdenklich ging der kleine 'Anton nach Hanse, er hat lange über die Belehrung seines ältere» Freundes nach gebaclr. doch hat er dessen Weisheit nicht vegrstsen, dem! cr erllürt nach wie vor: Ich will Vater werden!
** 3 t B u r e a 11 k r a t i u s. Ein Leser schreibt uns: Bei dem schweren ?t!itomobilunsall, der sich am Montag nachmittag in der Nähe Sindlingens zutrng, hat der Bureankratismus wieder rimnal die prächtigsten Blüten gezeitigt. Der Besitzer des Autos, Herr S p a n g aus O b e-ru r > e l, erlitt bei dem Unjall dreifache Beinbrüche und schwere Oueischungen, und lag hilslos aus der Slrafte. Gern hätten ihm zahlreiche Hände sofort Beistand geleistet. Doch erst mußte sich der Schwerverletzte einem hochnotpeinlichen Verhör durcki einen Schutzmann nnlerzichen lassen, das sorgsältsg ins polizeiliche ^gebuch protolollierl wurde: „Wie lieiftcn Sie? Wann sind Sie geboren? Wo sind Tie geboren? Wieoiel Kilometer ist der Wagen gefahren?" nsw, bis die Skala der Fragen erschöpft war. Erst als der Schwerverletzte sich eine weitere dir artige Behandlung unter Beriisnng ans seine Stellung und die in seinem Besitz befindlichen Papiere energisch verbal, hörte die Ingustition aist. Derartige Verhöre sollte man unter solchen Umständen, wie sie liier obwalteten, erst anstellen, wenn die de drohten Menschenleben gerettet und die ersten Hilseleistnngcn voll zogen sind.
** G ü t e r r e ch t s r e g i st e r. Gütertrenn 11 n g hob-» vereinbart: Hermann Eduard Geher, tzlärtner, und dessen Ebe- sran Marie geh. Pühlcr, beide zu Eberstadt.
"* Grnndstücksverkcdr. Grundstücke zu Brauer- s ch w e n b , die auf den Namen der Schnügclberger, fflnna geh. Ratz, Ehefrau des Ludwig Schnägelbeegcr in Branerichwend, eingetragen waren, sollen Mittwoch, den 22. Avril, nachmittags 2' t Ubr, auf dem Geschäftszimmer des -Ortsgerichls zu Brauer schwend im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Ein Grundstück zu O b e r - B e e r b a ch , das ans den Namen des tzleorg D u l e r in Ober Beerbach eingetragen war, soll Montaq, den 27-, Avril 1914, nachmittag 3 Ubr, aus dem Rathause zu Ober- Becrbacki im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu Bretzenheim, die aus den Namen des Rudolf Reiter, Gartenbau-Architekt in Bretzenheim, eingetragen waren, sollen Montag, den 27. April, nachmittags 3> L Uhr, aus dem Ge meindehans in Bretzenheim im Wege dcr Zwangsvollstreckung ver steigerl werden.
K l e i n e M i t t e i l u ii g c n, Tic Iiisluenza hat in Fried bcrg großen llmsnng angenommen, lieber 30 Scminarsttcn und


