Abg. Ahthorv fDp.)s „ Durch die Dasserkmurcn bei Wilhtlmshcrden wird die Ent- tonffarunfl des Aüften-ebieles gestört und die Äersrtzlirkung dcS ^ahdebuzenz gesteigert. ?Tuf diese Weise awti) die innert Aolo- »ifflüon nicht gefördert. Wir appellieren an das GerechtigkeitZ- gr^M des Reiches und der Marineverwaltung. Der letzteren ist P* x oldenburgische Staat immer weit entgegengekommcn. Auch sic Aui^nsahde droht zu versandet». Das must für die Marine ein Gegenstand ernster Sorge sein. Infolge lcr herrschenden Rord- wcinvivde iverden d'e vorgelagerten Inseln der schützenden Dünen beraubt und der Sand in der Austensahde abgelagert. An dem Schutz dieser Dünen bat die Vöarineverwaltung und damit das Reich besonderes Interesse.
Staatssekretär v. Tirpitz:
Wir naben durch einen Leitdamm lediglich die Stromrichtung geändert, nicht aber die Stärke des Stromes vermindert. Rar -eine Verminderung dcS Stromes konnte ein stärkeres Niederschlagen des Schlickes verursachen. Wir geben viel Geld für Baggerarbeiten in der Iahde aus, die der Vertiefung zugute kommen. Oldenburg werden wir nach Möglichkeit entgegen kommen. Wir wollen aber nicht vergessen. daß Oloeriburg seinerseits grostc Vorteile von unseren Werken gehabt hat. Von einer Versandung ler Austen- fahde kann nicht gut gesprochen iverden. Auck den Dünenschutz werden «vir nicht vergessen. Es ist 511 beachten, dag das Reich seit 1870 über 3 Millionen für Landbesestignngsarbciten auf der Insel Wongeroog ausgegebcn hat. Halten wir das nicht getan, so läge die ganze Insel jetzt schon in der Iahöe.
10 000 Mk. kür den Bau einer Offizierspeneanstalt in Kiel sind von der Kommission gestrichen morden. ^
.. .. J Staatssekretär p. Tirpitz:
W'r hoben den ablehnenden Beschluß der Kommission lebhaft bedauert. Ein Lsfizierkasino. in Äiel nt ein dringendes Bedürfnis. Tie jetzigen Räume sind ganz unzureichend, ja geradezu unwürdig. Man bedenke doch, daß gegen 1000 Offiziere auf dies Kasino angewiesen sind. Der Seeoffiz,er, der von der Fahrt kommt, will auch einmal frei sein, was er an Bord niemals sein kann. Die Verheirateten haben ja ihre Familien, die Unverheirateten werden 3 bcr in das Kneipcnlcbcn getrieben. Es ist nicht bloß ein auster- d'cnftliches. sondern geradezu ein dienstliches Bedürfnis. Wir wollen unsere Offiziere doch auch nach anderer Richtung bilden tzvrck anregenden Verkehr. Die Offiziere haben jahrelang gespart. Sic wollen die Einrichtung in ihrer Gesamtheit selbst ous- dringen und sic soll so einfach wie möglich gestaltet werden. Ich bitte nochmals dringend, die Forderung zu bewilligen.
kllbg. Tr. Skrude (Bp.):'
Sollen mic Seeoffiziere h'mkommen oder auch andere Z
Staatssekretär v. Tirpitz.
Soll mai, die verschiedenen Korps mit gaiig verschiedenen Interessen zusammcnpackcnV Es ist doch richtiger, man gibt tzeu verschiedenen Korps besondere Lokalitäten.
Aba. (rrzberger (Zentr.):
Die vollbesetzte Dudgetkommission von 28 Mitgliedern hat diese Position gestrichen. Der Reichstag zählt fetzt nicht mehr soviel anwesende Mitglieder. (Hört! hört!) Es entspricht nicht der Würde t.-s Reichstags, jetzt abzustimnren. Ich würde eventuell t i e Beschlußfähigkeit des Hauses bezweifeln, i Die Abstimmung über diese Position wird ausgesetzt. Im übrigen wird der Marineetat erledigt. ;
Das Haus vertagt sich.
Mirtwock», 2 Uhr: Reich-srchid, Re,chSeisenb cchna m t, Reich-- -eiser> oabnen. rt -*
Schluß nach 4 Uhr. .
dir albanische Abordnung beim Prinzen zu wird.
Neuwied, 2 l. Febr Aus Anlaß der Anwesenheit des Prinzenvoares Wilhelm ',» Wied und der Annahme der Kronc und dir Straßen iestl'ch geschmückt. Anl Bahnhöfe ist rinr Ehrenpforte errichtet. Tie albanische Abord- » ung, bestehend aus 17 Herren, traf mit einhalbstündiger Verspätung auf deni hiesigen Bohnhose ein, wo sie non dem Kamnierherrn General o Hcple empfangen lourde Im pffenen Wagen erfolgte sodann die Fahrt nach dem Schlosse. In den Straßen, durch die die Wagen fuhren, hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden. Um l.Iö Uhr trafen die Herren im Schlosse ein und wurden dort in de» unteren Emvsangssaal geführt, wo Essad Pascha jedes Mitglied der Teiegalion dem Hofinarfchal'l Ireiherrn v MalchuS vor stellte. Sänitiiche albanesisck)eil Herren waren im Frick und Zylinder. Nach der Vorstellung Irate» hintereinander Prinz und die Prinzessin Wilhelm, der Fürst und die Fürstin zu Wied, Prinz und Prinzessin Viktor sowie die Prinz«,sinnen Elisabeth und Luise in den Saal ein. Der Prinz ging aus Essad Pa'cha zu und sagte ihm einige Worte der Begrüßung.
Eine t ,spracht Essad Paschas.
Tarauj hielt Essad Pascha in albanischer Sprache soigendc Aniprache:
-lic Delegation, als deren Präsident ich mich oorzustellen die die hohe Ehre bade, die gekommen ist, UNI sic zu bitten,
die Krone und den Thron des freien und unabhängig c n ?llbaniens anzunehmcn, hält sich für,über aus glücklich, diese ihre Million ersütten zu können, mit der sic von ganz Albanien beauftragt worden ist. Durchlaucht! Unsere Nation, welche bei anderen Gelegenheiten für ihre Unobhänqig- keit so hartnäckig gekämvst Hot, mußte später durch rm- glückliche Zeiten geben, aber nie bat sie dabei »ergehen ihre glorreiche Vergangenheit, nicht ihr Albaniertnm, und sic bat es verstanden, den ua,i anale II Geist und die Sprache ihrer V-ätei üch bewahren. Tie volitischen Veränderungen, die iim in letzter Zeit mit dem Balkon ercignei habe», die L-orge und die Hilfe europäischer Großmächte haben es Albanien erlaubt, 'ich zu eincnk freien und unabhängigen Slaote zu konslituieren, und die Aibanicr sind auch überaus glücklich und enrent, daß Eure Turchiaucht, der Sohn einer aus dem Gebiete der Wissenschaft, der Kultur und des Ruhmes so großen Nation, cs angenom ine» hoben, unser Souvcrain z» sei». Möge der Allmächtige Eurer Dnrchlauchi hohe» Haus zum Heile Albaniens bewahren und beschützen! Die Albanier werden ohne Ausnahme stets treue Untertanen Eurer Durchlaucht und stets bereit sei». Eurer Durchlaucht in Ihren Anstrengungen zu helfen und das albanische Volk zu cincr^ glück lichen und glorreichen Zukunft zu führen. Es lebe Seine Majestät der König von Albanien!
Tic Antwort des Prinzen Wilhcl »i.
Aus die Ansprache Essad? erwiderte der Prinz W i l - h c l in zu Wied in deutscher Sprache :
Exzellenz! Als Abordnung aus ganz Albanien ünd Sic hierher gekommen, um mir den Thron Ihres Landes, das nach vielerlei Kämpfen und Schwierigkeiieu nun endlich sein- Freiheit wieder- crlangt hat, anzubieten. Ich begrüße Sie hcrzlichft vier in Rcu- wied, meiner Vaterstadt und dem Schlosse meiner Ahnen, vier wollte ich Sie gern empfange», damit Tie meine Heimat lennen lernen. Es war mein besonderer Wunsch, daß eine Deputation aus Albanien zu mir kam, um i»ir die Bitte des Voltes zur Annahme des Thrones Ihres Landes zu übermitteln. Nachdem die Großmächte, deren gütiger Hilfe und Unterstützung dos Land seine Entstehung als unabhängiger Staat verdankt, mich zum Herrscher Ihres Landes designiert haben, möchte ich Ihnen sage», daß ich den Thron Ihres Landes a »nehme und daß wir Ihnen in Ihr Land als unsere neue Heimat folgen werden. Nicht leichten Herzens habe ich diesen Entschluß gefaßt. Nach I» anal ela nger lieber leg ung habe ich mich dazu bereit erklärt. Die Größe und Schwierigkeit der Verantwortung schreckte mich. Nun ich mich dazu entschlossen habe, werde ich aber mit ganzem Kerzen und ganzer Kraft diesem ineincm neuen Lande au gehören. Ich hoise und crwarkc, in alle» Albaniern eitrige und trendige Mitarbeiter zu sillden, UNI diesen Staat zu begründen »nd weiter auszubancn. Bringe» Sie mir das gleiche Vertrauen entgegen so wie sch Ihnen, so wird die gemeinsame Arbeit mit Hilsc des Allmächtigen von Eriolg gekrönt sein. Gern und dankbar vernehme ich von Ihnen die Versicherung Ihrer Treue, dieser Treue, die in Albanien bon je her giftig und in !der ganzen Welt berühmt ist. Im Vertrauen aus die Unterstützung aller Albanier und in gemeinsamer treuer Arbeit wird cS uns bofsentlich gelingen. Albanien eurer glückliä)cn und glorreichen Zukunft cntgegenzusührc». Hoch Albanien!
Nachdem der Prinz geendet lzaite, stellte Essad Pascha den Fürstlichleite» die Herren der Delegation vor. Einige Worte loechselte» »och der Fürst zu Wied und Prinz Viktor mit Essad Pascha und dann begaben sich die Herrschaften zum Diner nach drin Rokokoeaale de» fürstlichen Schlosses. Während de» Diners brachte Essad Pascha ein .Hach ans das Fürstenhaus zu Wied ans. Fürst Friedrich zu Wied antwortete mit einem Hock, ans Albanien. — Nach den, Diner begab sich die albanische Gesandtschaft nach Schloß Monrcpos. Abends uni 8 Uhr erfolgt die Abfahrt nach Waldenburg.
Köln, 22. Febr. Tic alban i j ch e A b o r d n u n g ist heute uachniittag nach Leipzig abgcreist.
Tic „Norddeutsche Allgemein c Zeitung" schreibt: Tie Abreise des Prinzen zu Wied nach Albanien, für welche die Vorbereitniigen bereits getroffen find, erfährt noch einen kurzen A u s s ch u b. Ter Prinz gedenkt, nachdem er während der letzten Woche Besuche in London und Paris abgestattet hat, zwischen dem Ltz. und 2 H. Februar in Petersburg cinzutreffcn, um sich bei Kaiser Nikolaus borzustellen und mit den russischen Staatsmännern Fühlung zu nehmen. Im Anschluß daran wird die Abreise nach Albanien angetretcn.
Tie Stimniung in Albanien.
Valoua. LL. Febr. Infolge der Depesche, daß der Prinz zu Wied die ihm von der albanesischen Abordnung angeboteile Herrscherwürde angenommen, herrscht in der Stadt eine festliche Stimmung. Eine große Menschenmenge durchzog mit einer albanesischen Fahne unter den« Absingen vaterlandislizer Lieder die Straßen und brachte H o ch r n fe a li f d e n König aus. Nachinittags ivurde eine Perjammlung avgehalien, in der nach mehreren patrio- ! i s ch e n Ansprachen ein an den König Albaniens
was wird aus Nsrdernry?
Mi Vou de, Waiierkxntc schreibt man UNS: E- ist nicht zu bestreite»: das deutsche Nordcrnep ist gegenüber den großen bcl- chiäen Mid holländüchcn Küstendädcrn euvas INS Hinrcrtrcssen geraten, und es wird Zeit, daß dagegen ctivas TurätzireisendeS geschieh Die Intel gehört den, oreußiichen ToinäiicnsiSkuS, der auS ihr immerhin ganz aiiiehnlichc Einnahme» crzietl. Aber e» iolhe »’'hr getan lo-rden Einmal sind es die Kureinrichlunqen, die in iv.eni set.rgen Zustande nicht mehr modern genannt werden können. Der Seestrg in Nordcrnep Ia»n süß. n»t dem von Tche- oemugeii nich: annähernd mejicn. Die Insel inute auch lange Fei- an ,h,em Nord und Nordwnslrande über beträchtlich.' Land veilustc z» klagen, und erst in letz,er Zeit Vak der FiskuS mit guieiii Eisolgc den Nordstrand beseitigt und Versuche zur Wieder- gcnnniunig von Stiandiiächc» unternommen Tics allein int» aber nick E» ist sa hekannt, daß der behördliche Aovaral oft ! echt schlrersällig arbeitet: daher wäre zu empiehlen, üatz der Fiskus das Bad an die Gemcindeoerwaftnng von Norderne» odrr an sonstige Interesienlen veroachtete. Moderne, großzügige Kureinrichtnngen ließen sich dann leicht schassen, nanienilrch wenn der Tragt iich an ihrer Finanzierung hilfreich bickciligie.
Aber dainit nich! genug Tem Bade iehil, soll es lpiedei Wetlbad werden, eine ununlerbrockieiie Eilcnbainiverbinduilg bis auf die Iniel selbst, mircki die allerdings der insulare Cdarakier des Bade» nichr beeinträcknigt werte» dün're. Man hat iicki schon s.ühcr wie diesem Projekie beicknistigt. damals alwe ganz >m pol,bare Vorschläge gemacht: einen Schienenftrang direkt am dem Watt, eine Schwebebahn NIM. Die Eilenbahn endet heute ,n Norddeick.: für die »och Nordcniell rciicnden Badegäste, Passanicn und SomiiagSausilügler ist die Beguemiichkcit mit dem Berlasten de,-. Eiienbahnzuges zu Ende, die Einschiffung bei Sturni Mid Regen n»d n'it Handgeväck anl den nick» icltcn übervollen Daino sein ist kein Vergnügen, dabei sind die Schisse von Wind »nd 'iN-'tker und Wasserftaird mchl unabhängig, und Fahrten bei Abend und Nackt incklt man zu vermeide» Be, der Anknnst in Norder- neo ha' man noch einen erheblich«,, Weg bi» zum Ort zuruck, -uieqei, bei schlechrcm Wetter ist dies zu Fuß beinahe nnniöglich. Bei einer Turchsührung der Eisenbahn bis aus die Insel falle» olle llcincrc» und größeren Unbeguenilichkctten fort, indem man im Durchgangs und Schlaiwaqcii bis an das Endziel gelangen Auch die Eiicnbcbnoerwallungen könnten bester diSvonicren,
kann
als
Nachtstunden
lnSbc- n-cil die Eiienbahnzüge auch iväbrend der 4 an kommen und von 'Norderne» obsahrcn konnie» ,md lo der «öde naocrlehr eine zweckmäßige Erwc,lerung mit andere» be- Mdm günstigen SchneNzugSverbiodiiNgen de - Feltlandes er-
iahren löiiiile. die jetzt unbenutzt bleibe» müssen lvegcn des Rühens der Tamvisebiisahrt in den Nachtstunden.
Technische Sck.nntrigkeiie» bietet die lleberiührnnq der Eisenbahn hcutzntaae mchl mebr. Das zioeckmaßigstc Projekt loäre der Bau eines kräsiigen EisenbahndammS durch das -Watt, hoch genug, um bei den höchsten Flute» nicht überivült zu werden. Norderne» ist die am dichtesten an das Festland heranreichendc Insel: ihre Südostküste irird bei .Hilgenriedersiel nur durch ein 3500 Meter breites Watt voni Festlandc aetrennt, »nd das Wasser ist io seicht, daß bei Ebbe die Insel zu Fuß erreicht w'rdcn kann. Bei dem selbst bei Flu! nur wenige Meier betragenden Waiserstandc läßt iich an diclcr sttirmgeschntzten Stelle mit fcfteni Sandboden ein Eiienbabndamni sehr wohl Herstellen und gehörig bcseftigcn, ist dock auch mis Borkum zwischen Dort und Reede schon vor 25 Fohren ein ähnlicher Damm, der auch zur .Hälsic über daS Watt stiint. zur Auleguug einer Inselbahn erbaut worden. Hier ist der Weg gewiesen. Eine Verzinsung und Amvriiiation wird durch eine,'ntivrcchcnde Fahrgelo-Einnabine zu erzielen sei», selbst wenn den jetzi den Verkehr oermitielnden Danipsergesellschaiten eine Eniickuidignug zu ahlc» ioäre. Diese brauchen ihren Dienst nach Norddeich übrigens nicht cinznstellen und können auch neue lohnende Fahrten „ach Nachbarinseln eröitnen^in Verbindung mit der neuen „Eiienbahnstaiion Nordeiaien". Sogar inr .Helgoland würde Norderney als Endpunkt der Eisenbahn eine erhebliche Bedeutung gewinnen, denn Norderney liegt nicht weiter von .'.'eigolaiid als Cuzhoven. ,
Eine derart gedachte direkte Eisenbahnoerbindung loürdc ohne Iiveiiel den, Noie-eebate Norderney einen bedeutende» Äuiichwung bringen, nameilitlch iremi die Scholsung niodernster Eilirrckipinqelr an, der .-nie! ictbü inimir verbunden wäre. Norderne» ist ja kein» der sogenanntcn stillen Bäder, in denen man abseits des moderner, Leben» in völliger Zuriutqczogcnheri Erholung iucht, es ist Wcltbad m» alle», geicUschanlichen >md sonsttgen Zubeyvr. Loll cs ober dreien Rang behalten, dann müßte unverzüglich etwas tue die Znicl geichcbcn. H. K
----- "Pßlazzo Mcdicr als Akademicgebäudc D-e tchonen ,e,t kurzem ntzeder in altem Glanze hergeftelltrn Raume des Palazzo Medüci-Riccardi in Florenz hoben nunmehr, wie dem Eieerone berichtet wird, einen ihrer würdigen Zweck eihalicu. Ter vrachtvolte Ban wird zum Teil imeder die alt- angesehene Akademie der Erusea auinehmcii, die den Palazzo bis zum Jahre Itzöli als Residenz >nne hatte. Die Nordräumc des Erdgeickwllc» locrdcu die eigentliche,, Sitzungszimmer »er Akademie bilden, während ihr z» Rcorasenlalionszivecken der große
gerichtetes Telegramm bcrtesc» wurde, in dent 'Seiner Miiscstrir Wilhelm I., dem .rtönig Albaniens, der Dank und die Verehrung des albanischen Volkes ausgesprochen und jvofteS Vertrauen zugesichert wird. Nach ciuem abermaligcu Umzüge durch die Stadt, Ivobei »eucrlicki« .Hochrufe auf den König Albaniens »nd die königliche Familie ertönten, zcr- streuie sich die Menge in Ruhe _
Heer und Flotte.
S t a p c l l a u f e i n e s L > » i e »s ch i s s'e s.
Kiel, 21. Febr. Auf der in festlichem Schmuck vraugcn- dcn Eiernlaniuwcrft erfolgte heule vormittag in Anivesenheil der Admirale, der dienstfreie» Lffizicre der Garnison und der Marine, der Spitzen der Militär und Zivilbchördcii, sowie unter Teilnahme von verschiedenen Abordnungen öcr 2 l a p e l l o u s des Linien fchisfes „Ersatz B r a n b et, b u r g“. Um 10 3 , , Uhr trafen Prinz u n d P r i n ze s - sin Heinrich von Preußen mit dem Prinzen Sigismund auf der Werft ein, gleich darauf auch die K r o u p r i n re ff in, deren Standarte von der Flotte salutiert wurde. Prinz Heinrich von Preußen hielt die Taufrede. — Nachdem das Kaiferboch verklungen >oar, lauste die Frau Krau Prinzessin das Schiff aus den^Namen „Kronprinz".
Eine 2l u s z c i ch n u u g des S a u i t ä t s k o r p s. Die Berliner Presse erfährt zur .Halbiahrhuudcrtscicr der Militärärztlichcu Gesellschast, daß der Kaiser eine Neuerung beabsichtige, durch deren Einführung er dir honcu Verdienste unseres Sauitälskorps zu ehre» gedenke. Das Boss. Bürcau erfährt dazu folgendes: Bisher erwiesen Abteilungen, die von Unterofsiziercn oder Mannschaften geführt wurden, Militärärzten keine Ehrenbezeugungen. In Zukunft werden Sani tätsoffiziercn von dielen Abteilungen die gleichen Honneurs zuteil werden, wie den Ossizieren. Auch die Ausstattung der Chefärzte größerer Garnisonlazarettc mit Disziplinärst r a s g c w a l t über die zu den Lazarette» gehörenden und darin ailtgenommeueu Unteroffiziere und Gemeinen bcdcu tcl in Bezug au, diese Borgesetztcnbesugnis die lßleichstelluiic orr iSanitätsoffizlere mit den Offizieren. Als eine besonder, Genugtuung wird es das Sanitätskorps enipsiuden, daß sni die Beisetzung seiner verstorbenen Mitglieder besondere Festsetzungen über die dabei zu erweisenden militärischen Ehrun gen getrosten werden. Die Verleihung der F c l d d i u ü c nach einem besonderen Muster bringt für die Militärärzte ein ihre»! Offizierscharakter entsprechendes Tienstnbzeichcn. dessen Fehlen sic bis dahin schmerzlich cmpsunden babcn. Alle erwähl,ten Neuerungen cnljvrecheii lang gehegten Wün scheu des Sanitätskorps: sic wurde» daher auch bei der Be kanutgabe in der Militärärztlichen Gesellschast am Samstag mit großer Freude ausgenommen und sie werden zwei sellos in weiteren Kreisen des gesamten, Sanitätskorps und aller seiner Freunde ebenso dankbar begrüßt werden. Der Zeitpunkt ihrer Einführung ist um so besser gcioählt, als sich gerade in den letzten Tagen die überaus ucrdienstvolle Einwirkung unseres Sanitätskorps aut deu Gesundheitszustand der Armee wiederum im hellsten Lichte gezeigt hat.
Aus Stadt «nd lkauK.
Gießen, 23. Februar ISt4.
** Offene Stelle. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrcrstelle an der Volks schule zu Rüssels heim.
** Major Mathi c s, der frühere Komniaudeur dcS Butzvachcr Bataillons, wird, wie uns inilgctcilt ivird, nach Beendigung seines mit der l ü r t i s ch c n Mililärverwaltung eingegangencn Vertrages wieder zur deutschen Armee zurück kehren. Er ist inzwischen bei der türkischen Armee zum Oberst aufgerückt.
** TaS Gcwerbcblatt f ü r das Großderzogtum Hessen Nr. 9 von, 20. Februar hat folgenden Inhalt: Großh. Zentralstelle ihr die Gewerbe. Sitzung deck Ausschusses des Landes- gewerbevereiiik. — Richtigstellung der Postlistc. — An die Vorstände der Handwerkerichulen. — Eininhrung des schiedsrichterlickicn, Veriahrens zur Schlichmng gcwerblickier Streitigkcüen. — E l c k t r o t ech ni i cher Fachk ur s in Gießen. — Mcifterkurs für Damenschneidcrei in Fricdberg. — MeifterknrS für DeloraiionS- mglcr. — Neuwahlen •,» den BezirkSousschüiicn. — Gewerbcver - eine Bischossheim, Bürstadt, Groß-iserau, Lange,,. Reichelsheim (Wett.i, Rüsselsheim. — Geioerbliche Fortbildungsschule Reichelsheim iWcit.i. — tzandwerlskamnier zu Tarinstadi. Eine wirtschgst- liche Mgchtvrobe deS deutschen Handwerks. — Zur Frage der Schiedsgerichte. — Lehrlingsverniitilung.
** Die M a ii l u n d K l a u c u s e u ch c herrsch! noch in Nieder Wöllstadt, Kreis Fricdberg. Sic wurde scstgestclll in der Militärkonservenfabrik z u Mainz bei einen Transport Schlachtvieh vom Vichhos in Breslau. Nach Abschlachtung des ganzen Transports ist die Seuche dort wieder erloschen. Ein »euer Scuchenausbruch
init den Fresken Luea Giordanos geschmückte Saal im ersten Stock dienen »oird.
— Eine neue Form der R a d i u m b c h a n d l» n g. Aus Ncwyork wird berichtet: -In ärztlichen Kreisen erregt eine Mitteilung große-5 Auffehen, die von Dr. Rodert Abbe, riner der ersten medizinischen Autoritäten Amerikas auf dem Gebiete der Radiiinitbcravic. ausgcbt und in der Erklärung gipscll. da» die von den Forschern durchgesührien Versuche ihn zu der lieber zeugung gefühlt hätten, die Grundsätze der Radiumbchandlnng des Krebics seien vollkommen irrig. Im amerikanischen Radinin-Institut in Newyork führte Abbe aus, daß die von ihm und Dr. Alexis Carrcl zu Endc^gesührtci, Experimente zweiseks- irei ergehen lwben. daß die Bcia-Ttrahlen des Radiums, die bisher als gefährlich galten und von den Kranken scrngehalte» wurden, au, Krcbsgescknoüic eine größere Heilwirkung haben, als die Gamnia-Ztrohle», auf die man sich bisher stützte. Dieic Entdeckung, erklärte der Gelehrte, werde in der ganzen Welt die Radiumbehandlung des Krebses von Grund auf umwaiideln. Aei lcrr Erverimeiite sind cingeleitct, aber cs kann bereits als völlig zweifclsftct erwiesen betrachtet werden, daß die bisher geiürchlctcn oder mißachteten Brta-Ttiahlcn tatsächlich das Wachstum vou Krebsgeschivülsten auihaftcn, wahrend die bisher angewandten Gamma-Strahlen im wesentlichen unnnrksain blieben. Dr. Abbe fügte hinzu, er vermöge noch nicht abzusehcn, wohin die cingc- leftetcn neuen Versuche führen, aber in wenigen Jahren würde unsere Kenntnis von der Heilwirkung des Radiums eine sehr tie, einschneidende Bereicherung davontragen
— Reue Ausgrabungen inSyrakus. Die von Vrol Crfi neuerdings nnternommenen Ausgrabungen aui dem an der Norüleite des berühmten Minerda-Temvels von Syrakus liegenden Minerva-Platze haben in diesen Tagen zu wertvollen Entd-'ckungcn geführt. Man wußte bereits trüber, daß vor dem Bau des Minerva- Tempels an dieser Stelle zahlreiche arckiäischc Bauten standen, die abgetragen wurden, als der große Tempelban begann. Bei den Ausgrabungen stieß man aui die Uebcrrcfte dieser Bauten, und nun bat Orsi einen kleinen Tempel ttcilegen können, der einen wertvollen Einblick in die frühe Baugeschichtc von Syrakus gibt und dem 6 . vorchristlichen Jahrhundert entstammt. Das Bauwerk, in dem zahlreiche lleberrestc von Asche, die aus Opscrhandlungen hindeuict, gesunden wurden, war ungewöhnlich reich mit bemalten Terrakotten ge schmückt, deren Reste jetzt geborgen wurde». Ten loichtigstcu Fund aber bildet eine entdeckte Meduscngcstalt, deren Farben ausgeMcko- net erhalten sind und die cbenialls dem <>. Jahrhundert v. Ehr. entstammt.


