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tfl gemeldet ait-- dem Bezirk Fürch, Regterungsbezir! Mittel- Franken, rn Bayern.

** 'S t_e Klades Kaufmanns Z n r b u ch g e - Ken die Stadl Frankfurt. Zn unserer Notiz voni Freilag schreibt uns .Herr Wilhelm Zurbnch-Gießen: Durch einen Irrtum eines Gerichtsschreiders ist zur Zeit der Wert des Grundstücks fälschlich mit 106.X)0 Ml im Grundbuch eingetragen worden. Auf biefeii falschen Eintrag süßend, hat die Stadt Frankfurt a. M. das Währschaftsgeld - städtische Abgabe (eigentlich nur bei Veräußerung von Grundstücken aus 1060 Mk. berechnet und diesen Betrag vor etwa V«Zähren eingezogen, obgleich sür den Ansatz dieser Währschaft-sabgabe nnr ein Taxwert von 62 000Mk., höch­stens aber von 68 000 Mk. herangezogen werden konnte. Die Stadt Frankfurt a. M. niörüte aber von dein zuviel er­hobenen Betrag, aber dessen unzutreffende Höhe sie belehr! ist, ein größeres Stück zurückbehalten, und daher wird in Wiesbaden darüber ein Streit geführt, ob die Stadt Frank­furt a. M. 440 Mk. oder 385 Mk. an die Beteiligten zurück­zubezahlen hat.

** Zur Warnung vor e i it t mG c n e r a l v c r - trete r". In Gie ßcn und kl in g e g end wird durch einen GießcnerGeneralvertreter" für ^eine Frankfurter Sun st anftalt ein umsangreichcr Schwindel mit S c in i - Emaillebroschen u. Berg röszerungenvon Pho­tographien betrieben. Daß diese Gegenstände nicht nnr künstlerisch wertlos sind, solider» auch jedes Geldivertcs ent­behren, geh! aus einer Verhandlung am Donnerstag vor der Arnsberger Straflainmer hervor. Es heißt in dem uns vorliegenden Berichlei

Einen Einblick in ein eigenartige-! Geschäftsgebaren gestat­tete eine vor der Arnsberger Strafkammer verhandelte Straf­sache gegen den Kaufmann Wilhcm E l l i n g , der als Reifender der Dortmunder photographischen Knnftanstalt Wilhelm Engel­bert Scmi-Emaillcbroschen und Vergrößerun­gen von Photographien in Arnsberg und Ilmgegend vertrieb. Ans der Verhandlung ging hervor, daß Etting an jedem Auftrag für Vergrößerung eines Bildes 2 Mark Pro­vision verdiente, mieivohl die Vergrößerung des Bildes nur mit 3,80 Mk. berechnet wurde. Aach Aussage des Angeklagten kavi es der Firma bei der Bildervergrößernng nur auf den ipäter zu.liefernden Rahmen an, der Lurch einen besonderen Reisenden vertrieben ivurde. Einer iveikcren Aussage des An- geklagten zufolge wurden Scmi-Emaillc Broschen, die eine» Wert von 1565 Pfg. haben, sür 1,10, 2, 4 oder 5 Mk. ver­kauft, je u a ch ,,O » a l i t ä t der Käufe r". Dabei hatte sich Etting eines Tricks bedient, indem er Bestellscheine mit den Rainen von ortseingesessenen Bürgen! unterschrieb, um andere Bürger durch Vorzeigung dieser fingierten Bestellscheine zu Bc- üellungcn zu bewegen. Auch mißbrauchte der Angeklagte, der diese Pertiiebsweise selbst als Schwindet bezcichnetc, den Namen einer anderen Firma. Der Angeklagte tourde ivcgen llrkundeil- fälschung in 2 Fällen (falsche Unterschreibung des Bestellscheines) zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Einer Anklage tvcgcn Be- trnges konnte nicht stattgegeben ivcrdcn. Ter Staatsanwalt be­dauerte, daß die Gesetze nicht ausreichen, um einen Warcnvertricb nach dem Muster des Angeklagten zu verhindern."

Houptsüchlich worden diese wertlosen Emaillebroschen den Landlenlen des Kreises Gießen angcboten. Sie besonders seien darum nachdrücklich vor dem redegewandten und auf­dringlichen Schtvindker gewarni.

** Das Groß herzoglich Hessische Regie- r II n g s l> l a t t Bcitage Ar. 2' hat folgenden Inhalt: l> Bor- lesungsvcizeicknis der Großherzoglich Hessischen Lndwigs-Universi- tot zu Gießen. Solnincr-Scmcstcr 4014. 2) Nachweis der Befähigung zur liebernahine eines Kirchenamts.

** G ü t c r r e ch t s r e gi st e r. Gütertrennung haben veiciubart: Eiscnbalmhilssarbeitcr Friedrich Avvel und Hessen Eoeirau Marie Suianne. gcb. Kalbhcnn zu Nieder-Wöllstadt, Franz T ändert zu Lollar und dessen Ehefrau-Katharine, geh. Schupo, Albert Michael Ä o ß, Schlosser, und Gertrndc, gcb. Sckiuti, beide in MainzKastei, Landwirt Adam Kaspar Lösch II. i>nd dessen Ehciran Maria geb. Diebm in Hofheini, Taglöhncr Hrch. G ö t t m o n n II. in KircheBcersurth und dessen Ehefrau Etisabcth gel>. Dingcidc», Ernst Lang, Portefcuiller, und Ehefrau A. Marg. Rosalie geb. Kotirka in Offcnbach, .Heinrich Dienstbach und -irau Helene aeborcne seibert in Lssenbach. Errungen- schas tS gc m c infchaft haben vereinbart: Landwirt Georg W t x nird dessen Ehefrau Marie Karolinc geb. Menscr zu Ober- Wöllstadt. Adam Gengnagcl 4'., Landwirt, und Anna Kalb, g-b. Funk zu Crumstadt, Paul Heinr. Martin, Kauimann, und Clara Luise geb. Post in Mainz, Heinr. Spengler II. Landwirt und deiicn Ehelran Eva geb. Oehlenschläger zu Goddelau, Wagner OSp. Peter Seipel III. und dessen Ehefrau Katharina gcb. Drei- cichcr in Guudernhauieu.

Grund st ü ck s » c r k e h r. Grundstücke zu Echzell, die auf den Namen des Philipp Groth und Ehefrau Marie, geb. Adam zu Echzell eingetragen waren, foilcn Dienstag, den 28. April 1044. nachmittags 2- , Uhr, auf dem Rathause zu Echzelt im Wege der Zwangsversteigerung versteigert werden. Grundstücke 5ii Sa l z, die aus den Namen der Sibilla H osfm a nn gcb. Mnth, Ehefrau des Karl Hoismanu zu Salz eingetragen waren, sollen Freitag, den 24. April, nachniittags 2 Uhr, aui dem Bureau Großh. Ortsgerichts Satz im Wege der Zwangsvollstreckung ver­steigert iverden. - Ein Grundstück zu H e I, f c n st a IN m , das aus den Namen der Maria Magdalena H i l l e n b r a n d , Tochter des Schuhmachers Gregor Hillcnbranü in Heusenstamm, eingetragen war, soll Mittwoch, den 15. April, nachmittags 4'- , Uhr, auf dem Ortsgericht z» Heusenstamm im Wege der Zwangsvollstreckung ver­steigert werden.

* Konkurse in Hesscu. Das Konkursoerkahren über das Vermögen der FirmaHolzban-Spsteni M e! tz e r, 61. in. b. {>,* in Dariuüadt, iff amgevobe». Termin zur Porbringimg von Ein- ivendinigen gegen die Schlnvrechnnna ist ank Samstag, 7. März 1014, »ormltMnä 10 Uhr, vor Erotzh. Amtsgericht I Tarnistadt, Zin-mer Nr. 247, mibeeonmt. Zn dem Konlnrsoersahren >4ber da« Pennögen der FirmaEbe mische Fabrik und Näbr- nr i t l e ! >» e v f c mit beschränkter Haftung' in Mörrelden ist RechlSanwakt Tr. Aeuroth i» Groß-Gerau als Konknrsverivalker crnannt.

Starkenburg und Nheinhessen.

rm. D a r >n st a d t. 20. Febr. Heute vormittag gegen 10 Uhr stürzte auf dem Fliegerptatz bei Griesheim der Ftiegcrjergeant Z. ab. als er einen Glcitflug mit seiner Maschine aussnhren wollt«. Die Maschine schlug ans ziemlicher Höbe auf und Z. trug schwere innere B c r l c tz :> n g c :> davon. Er wurde bewußtlos in das Varnisonlazarelt g-Lracht. Das Flugzeug ist stark beschädigt worden.

Hessen-Nass,:n.

I! Marburg. 20. Febr. Ter Gewerbeverciii hat bc- sckiioficn, in einer Eingabe an die städtischen Körperschaften gegen die städtische Submissioiisordnung Protest cinzukegen, da der bei der Beratung der Ordnung vielerörterte 8 24, der auch.kaufmännische Leiter von Betrieben bei Vergebung städtischer Arbeiten berücksichtigt, nicht den Wünschen der

Handwerker Rechnung trage. Dadurch ivürdcn die zur Füh­rung des Meistertitels Berechtigten verkürzt und die ganze Verordnung sei wertlos.

vermischte».

* Verbastetcr Bankier. Aus Cherbourg ivird ge­meldet: Bei der Landung der mit dem deutschen PostdampferKai ierni Augusts Viktoria" cingetrofsenen Reifenden wurde der ehe malige Baseler Bantfer Johann Baud er, der sichach Bcr untre uung von mehrcien Millionen nach Chicago gefluchtet batte und daselbst ans Ansuchen der schweizerischen Regierung ocr- hafiet ivordcn wir, von der Polizei »nter Mitwirkung des Baseler Polizeidircktors Müller festgenommen. Dem von der ichweizerifchen Gesandtschaft in Paris gestellten Auslicfcrnngsansnchen wurde so­fort entsprochen und Bänder unter polizeilicher Bewachung nach Basel befördert.

* I n S e e » o t. Der Altonaer FischdampferSchotte" der Reederei Heinrich Fock ist in der Nacht zum Donners­tag in der Nordsee vermutlich auf ein Wrack gestoßen, leck gesprungen und gefunken. Die Besatzung ivnrdc von einem schwedischen Dampfer gerettet und nach Rotterdam gebracht. Ans Bauch e s d u R hone ivird gemeldet: Ter spanische TamvserCnbo Santa Paka", der bei hochgehender Scc in der Nähe des Faraman-Leuchtiurms ansgesahren war, gab Notsignale. Da der Sturm fortdauert, ist Hilfe vor­läufig unmöglich, doch besteht anscheinend keine augenblick­liche Gefahr. Der DampscrForelle" der Reederei.Heine­mann & llhde in Brcnien, der vor zwei Monaten zur Aus­reise nach Island in See ging, ist mit der gesamten Be­satzung von 13Mannge s unke n.

* Die Zunahme der E i » w a n 0 c r u n g i n d c » Ver­einigten St aalen. Aus Newvork ivird berichtet: Tic so­eben veröffentlichte amllichc Statistik über die Einwanderung in den Vereinigten Slaalen. iväbrcnd des letzten Gejchäftsiahres zeigt eine gewaltige Zunahme des Zuflusses fremder Völkerschaften: insgesamt landeten in den Häsen Amerikas nicht weniger als 4 187 892 Einwanderer, eine Ziffer, die seit dein Jahre 1907 nicht erreicht wurde und die Zahl des Jahres 1912 um 359 720 Köpfe übertrifit. Endgültig in Amerika blieben 815 303 Per­sonen, ebenfalls gegen die früheren Jahre eine gewaltige Zu­nahme. Tie Zahl der zurückgewiefcncn Eimvandercr belief sich ans 3461. Trotz des großen Bcamtenapvarates zur Ueberwachung der Einwandet-nng ergab derEinwandererzoll" von 2 Dollar für den Kopf einen Reingewinn von über 800 000 Mk., die der Staatskasse zusließcn. Nur 15 Proz. der Einwanderer stammten aus dem nördlichen Enrova. Aus Belgien stammen 7105 Ein­wanderer, aus Dänemark 6178, aus Frankreich 9675, auS dcni Deutsche» Reiche 34 329. aus Holland 6902, aus Norwegen 8587, aus Schweden 17 202, aus der Schwei; 4101, ans Enaland 43 363, an- Irland 27 876, aus Schottland 14 220, aus Wales 2745. Tie übrigen Einwanderer, ihrer 896 613 Kövie oder rund 75 Proz. der Gesamtzahl, kommen aus Olt- und Südeuropa und dem westlichen Asien. Italien allein vorwiegend Süditalien ; sandte 265 542 Menschen, Rußland 29 1 040, Oesterreich 137 245 und Ungarn 117 580 Einwanderer. Das Anwachsen dieser Zah­len stellt die ohnehin schon so leidenschaftlich umstrittene Ein- wanderersragc in den Bereinigten Staaten noch mehr in dcw Vordergrund, und es mehren sich die Stimmen, die eine Erschioe- rung der Einwanderungsbedingungen fordern.

vauvel.

Handelsregister. In da- Handelsregister Abt. A wurde eingetragen die FirmaErste -Oberbcssischc Kork-Industrie Doemli n g & Wallenfels" in Gieße». Inhaber: Ernst Tocmling, Kauimann IN Gießen, und Engen Wallenfels, Kauf­mann daselbst. In dem Handelsregister wurde bei der Firma Franz B echt old" zu Heldcnbcrgcn eingetragen: Das Handcls- aefchäft ist mit allen Aktiven und Passiven aut den Kaiismann Johann Schmidt in Heldenbergen nbcrgcgangcn, der es unter der seitherigen Firma weiterfükrt. Tic Johann Schmidt Ehe­frau, Elisabcihc, geb. Bechtold in vcldcnbcrgen, erhielt Prokura. Die Prokura de- Michael Franz Bechiold zu Heldcnbergen ist er­loschen.

= Schotten, 21. Februar. Da- Geiamtorchestcr des Darmstädtcr HoftheatcrS unter Leitung des Herrn Hot- kapellmeifter Ottenhcimer wird am Montag, den 9. März tu Schorlen ein Konzert veranstalten, in dem 57 crslllasfigc Musiker Mcisterwcrle bcutidter und ausländischer Tonkünstler zu Gehör bringen werden. Die Mitglieder der Groß- hcrzoglichen .hoitapcllc stellen sich uneigennütziger Weise in den Dienst der guten Sache, die einer ocrsönlichcn Anregung des Großherzogs zu vcrdanlcn ist.

Franks» r t a. SB1 21. Febr. In der heutige» Sitzung des AnsstchtSrates der Mitteldeutschen Kreditbank legte der Borktand den Abschluß kur das abgelansene GeschailSiahr vor. Es wird die Berleilnng von wiederum 614 Prozent Dividende in Lor­schlag nebroch'. Ter Brutloaewin» de? Jahres 1913 betrag! aus­schließlich Portrag Mk. 8819:405,07 gegen Mk. 8844278,40 im Por,ahre Die Unkosten bclrnge» Aiark 3 838 SO 1.3 7 gegen 3 455 017 , 88 . Dazu trete» Li-Beiträge zum Beamlen-Versichernngs- verein des Deutlchen Bank- und Bankieraetverbes imd zur Pensions- lasie mit Mk. 101106,01 (i. P. Mk. 95 315,64), die Ablchrcibunaen ans Jmnzobilien betragen ÄI l. 35 185,75 (gegen Alk. So 457,83 i. P-), die 'Ahschreibnngen aui Debilore» belragen Mark 467 246,70 061070 14 i L.i. 2lusick)lieblich des Vortrages ergibt sich sonach -in Reingewinn von Mk. 4 672 680,24 gegen Mk. 4 866 686,01 im Vorsahrc. Ter Rcingewitt» crscheitit um Mk, 184 000 nichtiger als im Vorjahre. _

Breefkastei» bev rrevaktio».

«Ruonhmc Nnsrage» bleiben »uberückfichtigt.»

rlnsrage der Zr. 2. in ih- Antwort: Ter ortsübliche Tagc- , ivird von deni städtischen Bcriichernng-amt sestgesetzt und ägt für männliche Arbeiter 3,30 Mk., für weibliche 2,40 Mk.

Ledeutung dieser Festjctznng liegt im wesentlichen im Per- -rungsweien. In einer großen Anzahl von Fallen, in denen der n des Arbeiters nicht zahlenmäßig icststcht, richtet sich die ,e des Beitrages zur Krankenkasse oder Inoalidenocrüäicrung z dem ortsüblichen Tagclohn. Dagegen ist Ihre Ansjaftung, Sie vom 1. Januar 1914 ob jedem männlichen Arbeiter sür Tag 3 30 Mk. und lcdom weiblichen 2,40 Mk. zahlen müßte», -t ilitreiiend Tic Vergütung beim Dicnstocrtrage unterliegt verständlich der freien Vereinbarung der Parteien und ist

vwrirhirhri!

Lingcsanvt.

(ryüc Form und Inhalt aller uuter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, den 21. Febr.

Wer d,e Verhältnisse der O b c r l, c i i > s ch c n Nebenbah­nen kennt und gezwungen ist, damit z» reise», der wird mit darein üüereinslimmcii, daß eine derarttgc Reise oicliach nichts weniger als ein Vergnügen ist.

Geradezu als unerhört mm; es jedoch bezeichnet iverden, ivenn ani einer Hauptstrecke, iole cs die Linie Gießen Fulda doäi jedenfalls ist, dauernd bet dem Eilzug Fulda ab 2 Uhr 33 Min.

Gießen an 1 Uhr 58 Min. von der betreiienüen Behörde lahrelani solche Zustände gednldei iverden, nne sie jetzt bei diesem Zug, herrschen. Dieser Zug, den der Unterfertigte zu seinem Bedauern schon iahcclang öfters benutzen muß, besteht fast durchweg »NI aus zivei lnerachfigen Pcifoneuwagen, einem Wagen zweiter und einem dritter Klasse, die ab Grünbcrg meistens derartig überfüllt sind, daß die Mitfahrenden nur in drangvoll fürchterlicher Enge eingekeil, ihre Fahrt znrnttlcgc» lönncn. Besonder» die Passagiere der ;wei:cu Klasse haken in der schlininisten Art und Weise unter diesen Umständen zu leiden, da alle Leute, die in de» Abteilen der dtittcn Klasse keinen Platz niebr linden können, von. Bahn- personal, ohne stk ü ck s t ch t aus die Anzahl der v o r h « n - denen Plätze, ohne Rücksicht aut Raucher oder Nichtraucherabteil, Damen usiv. rinsach in die Ab­teile z >o c i t c r Klasse h i n e i n g c st o v s! werden. Es Vaiftert hier fast tagtäglich, daß man dabei zwischen Marktkörbc», Fadrradteilen, Bettzeug, Eiscnteilcn eingekeilt wird, daß die Leute bei den Kurven, da ihnen jeder Halt beim Stehen fehlt, überein anderfallcn, von anderen Unzuiräglichkcitcn ganz abzniehen.

Wenn die Eiienbahnverwaltung INI Fahrplan den Zug mit der 1, 2. und 3. Klasse angibt, so bat sie unseres Erachten- auch^ die Pslickü, dafür zu sorgen, daß der Reisende der betrcssendcn Klasse seine Fahrt anständig zurücklegen kann und nicht in dieser Art und Weile. Wie bckone» nochmals, daß diese Ucbersüllung und diese Zustände Nicht vereinzelt dastehcn, sondern daß die Borlommnistc fast tagtäglich sind und wir laden jeden, den cs interessiert, zur Besichtigung ein. Es ist gerade;» erstaunlich, daß hier von der Eisenbahnvcrwaltung, der diese Zustände doch durch die Station!- und BerlehrSbeamtcn brckannl fein müssen, noch leine Abhnlsc gctrvnen wird, und noch erstaunlicher, daß das Publitum sich so etwas seit langer Zeit gefallen läßt. Bis hicr Aenderung gesclnissen ist, kann man nnr jeden Reisenden vor Be Nutzung dieses Zuges und besonders der zio.-iien Klasse Ivarnen

Wir hosscn, daß hier im öfscntlichen Interesse bald Wandlung geschancit loird. E Mnnkcr, Bergwerksdirektor.

Jugcndvflcge auf dem Lande!

Tie Jugcndvstege in den Ortschajtc» um Gießen lägt leider noch sehr viel zu wünschen übrig. Es scheint, als ob überhaupt noch iiichl einmal an diese so wichtige Frage der Zeit (Erlaß des vreußiichen Kultusministeriums vom I I. Januar 1911, gedacht worden wäre, da doch gerade die Jugendpslege im Anschluß an die Fortblldungs schulc fast eine unausbleibliche ist. Das Alter vom 15. bis zum 20. Lebensjahre ist das geiährttchftc und cs bedarf einer nnbedingc-n strengen Erziehung, und besonders der Stunden, die die junge» Leute außerhalb ihre» Elternhauses, ihrer Familie verlebe». Ticlc- nnn leider bemängeln zu müssen, habe» wir große Beranlassniig, denn ein Blick in eine Wirtschait am Sonntag ans dem Lande gibt uns leider diese traurige Ueberzeugnng. Hier sitzen sic, die dcr Jugmdvftege bedürftig, in der rauchigen dumpsen Wirtsstube beim Alkohol und Nikotin und brüsten sich noch obendrein, wer wohl die meisten Schoppen trinken und Zigarren rauchen könnte ! Es loäre doch wirklich ein dringendes Bednrtnis, hier cinzngreisen und die Jugend dem äußerst schädlichen Alkohol und Nikotin usw. zu ent­reißen und dieses durch andere körperliche Krästignngen und Er tüchtigungen zu ersetzen. Wie in den Städten sich der Jungdcutsch- landbnnd zur Ausgabe gemacht hat, die Jugend durch Vorträge, Kricgsipiele und Wanderungen zu ermuntern, zu belehren und zu brauchbare» Männern heranzuziehen, so lönntcn auch aus dein Lande diese gemeinnützigen Einrichtungen getroffen werden, und mir glau­ben unS nicht zu täuschen, daß, ivenn auch vorerst wenig, aber doch nach und nach die Jugend sich dazß einsinden würde. Vor allen Dingen bedarf die Sache einer äußerst tüchtigen und trotzenden Lei­tung von mindestens zwei Herren, einerlei welchen Standes. Leider ist e» die traurige Tatsache, daß die jungen Leute ihre eigene Heimat viel zu schlecht kennen, und es wäre dann vorerst die Pflicht, durch Tageswanderungen (die an Sonntagen stattsinden müßten), zunächst in die nähere Umgebung, und an Feiertagen zweitägige Touren an den Rhein, Taumis-, Pogclsberg nstv. zu unternehmen. Bemerken möchten wir noch, daß gerade auch die Kirmes zu einer größeren, Tour ausgentzt werden müßte. Daß auch die Jugend auf dem Lande in der gefährlichen Zeit von der Schulentlassung bis zum möglichen Eintritt in da» Heer ähnlichen Gesahren ansgcsetzt ist, wie in der Stadt, braucht nicht crwäbnt zu werde». Nicht, weil unsere Jugend schlechter geworden,verwilderter ist als srühcr, muß eine nmsassendetc Jugendpslege notwendig sein, sondern weil unsere Jugend weit mehr gefährdet ist, als cs in der Vergangenheit der Fall war. Unsere so­zialen Verhältnisse haben sich vollständig geändert. Auch ans dem Lande reicht da- Elternhaus IN zahlreichen Fällen nicht mehr aus, NM für die Weiterbildung und Erziehung der Heranwachsenden Söhne zu sorgen, die Lehr und Dienstherren besitzen nirgends Ge­walt, um erzieherisch cinwirkcn zu können. Für die mangelnde Fa- mittenerziehung. sür die meist fehlende sittliche Einwirkung der Lehr- und Dienstherren hat die Jugendpflege mit ihren vielseitigen, den örtlichen ländlichen Berbältnissen anznpaiscndcn Mitteln ein­zutreten. Dabei ist der Einfluß der Eltern, ivo er noch besteht, nicht ansznschalten und die Bcreiuoilligleit aller, an dem nationalen Werke mikznhclsen, dauernd anzurcgcn.

In diesem Sinne fordert der bereits angksnhlte Erlaß des Kul- tnsminiftcriums zu einer tatlräsligcn Mitarbeit ani allen Gebieten der Jngendpftcgc aus. Nicht ein Stand, s o n d c r » M ä n n e r a n - alten B e r n s s k l a I s c » sollen sich ihr als Freunde der Jugend widmen, sollen die Leitung und Führung übernehme» zum Wohlc unserer Jugend und de» ganzen deutsche». Vaterlandes!

Meteorolog

ische

veobachtungen der Sta

ton Gießen.

Febr.

1911

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Wetter

22.

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10 1 Bed. Himmel IO | Klarer Himmel 10 ] Regen '

Höchste Temperalur am 21. bis 22. Februar 1914 = 4- 8,2C. Niedrigste . . 21. , 22. . 1014 --- + 2,8' ,

Niederschlag: 0,6 mm.

Hur Entfernung lästiger Haare

au> Livven, Kinn, Armen nnu. sei zmu Besten etwa mit diejen- entüellcndcn Schönheitsmnkel bebafteier Leserinnen nachstcbend ein Rezept veronenilichi, das den Boricii hat, einkach in der Anwen düng, von vorzllglicher, so»>> nrnchädlicher Wirkung und dabei nicht zu teuer zu sei». Schon der einmalige Gebrauch bringt iämiliche Haare ani der behandellen Stelle zum Abüerben und ei» etwaiger -Nachwtiäis wird so bceinirächiigt, Satz die ivicdcrboltc Anwcndnna seinem stärkeren Ausireien ein wirksames Paroli bietet. Lasten Eie sich in der Avotbeke 8 konzentriertes Salknvan mit 4,5 Zink orod und t,8 er geoutverier Beilchcnwnrzel am vermiiäu-n und in einer weiibaingen 30 gr Flasche neuen die gut z» verkorken ist. Daun uerlahrt man iole folgt Man mischt cm wenig Puder mit ein oaur Trovien Master zu einem stüsiigen Creme, trägt diesen vermittels eines kleinen Messers ans, belaßt idn je nach der Stinke des Haares 13 Minuten nitd itiiitnti ihn dann mit dem stummen Messerrücken ab: die gestorbene» Haare gehe» mit hermiler. Dan» wäscht ncan mtt etwas warniein Wa'ser nach, trocknet die Stelle ohne zu reiben und beuntzl zut» Tchlnß eine gute fettfreie Creme. 2567,-

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