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m äberan-s hasilicheu mit SJmmqlitmtfunqrn UN» Uli

Mahr heilen qewtzrl. Ensscheidend für tue liberalen Wähler mutz ixe Rücksjch die Mehrheitsbilduugim Reichstag feilt. Sie Üjnf4n«ljrrij(it mutz erhalten uirfc gefMtft twrbe.i. tiith die» imt w mrhr, als Ke Linke eben erst das Mandat des bisherigen natstmalliberaleu Ab». Köl,ch im Wahlkreise Kedl Ottenburg verloren hat. Wir halten es daher für chingend ge boten, bnfi die liberalen Wähler am kommenden Freüag dem onserval w,' Kaneidaien jegliche Untertlützung versagen.

aubime.

Ein Erfolg der deutschen Industrie in Eng­land. Wir die Londoner Zeitungen melden, hat die South (rattern and Chalam Eisenbahn kürstich bei der Firma Borsig in ->egel lehn starke Lokomotiven bestellt. Es ist dies der erite Auftrag von Lokomotiven, der von hier nach Deutschland gegeben wird mit A^»- nähme bon einigen Maschinen ihr schmalspurige Plivatbetnebe. u>e Meldung besagt weiter, baß bie britischen Lotamotivdam-r intolge der günstigen GeichastSlage keine trSbtritiqe Lieiernng garantieren thnnen und das; ferner der Preis des deutschen Angebots günsttger (vor. .

Prinz fr u Wied iw London. Ter König von Tn-land verlieh dem Prinzen zu Wied da» Ritterkreuz des Königin- Viktoriaordens. Ter Prinz erklärte sich von dem Empfange denn König und der Unterredung mit Sir Edward Grev äußerst be­friedigt Am Mittwoch abend nahm der Prinz an einem uiner in der deutschen Botschaft teil.

Nene türkische Steuern Die türkische Regierung ver- öisenilicht ein außerordentlickics vorlänstqe» Gesetz. durch Ivelches besondere Steuern zur Testung des Fehtvetrgges des mit dem 14. März beginnenden neuen Rech u untrsiabres eiiiqeiübrt werden, und zwar eine ErhöbungderGewerbelteue^r UNI 26 Prot., eine gleiche Erhöhung für die .Steuer auf HSlinnel. Schweine, Büffel und Kamele, lind eine 100or o ze n t i g e Erhöhung aller G e r i ch t» g e l> ü b re n und Taren, für die Ausstellung von Zivilstgndsurkunden und Pässen sowie der Konzleigebühren. Wie verlautet, dürsten die erwähnten Ge'-Übrenerböhungen als Bürg schass für eine Anleihe dienen, da die .iollerhöhung arm t Prozent, die Einführung vo» Monopoten. und die Erfchliestung anderer neuer Einkünfte, die von der Zustumuimg der Mächte abhäua-'N. sich verzögern. _____

An« fwffe«.

Ta 5 Genieiuden mlagcngesetz. Tie Abg. Brauer, Tr. Weher uns Genossen beantragen in der Zweiten Kammer: .,Tie Kammer w-^lc beschließen, Großh. Regierang zu ersuchen, mit Rücksicht daraur, hast der Mittelwert bis jetzt aus dem Grund­besitz Vorteile gebracht hat, mit dem demnächst vorzulegenden Er­gebnis der ersten Veranlagungen nach deur neuen Gesetz, auch dasjenige Material vorzulegen, das erforderlich ist. um bei der demnächst oorzunebmendru Gesetzesänderung an Stelle des ge lucinen Werte» und Mittelwenes den Ertraqswert setzen zu können."

Kirche **n6 Sch«le.

Eine unerhörte 8 1 j dt im t> f u n ft Luthers. Nach einer Dralitmeldung der »Täglichen Ruud- schatstl erregt in Italien der Hirteuhries des Er-z« l> - s ch o f s M i st r a n g e l a von Florenz, der Luther und den Protestantismus in unerhörter Weise beschimpft, großes Aufsehen Ter ErMschos behauptet, Luther habe Könige, Fürsten und Barone gewonnen infolge seines eige­nen Evangeliums, Meiches ihnen gesdattete, zu stehlen und zu morden, und so viel« Frauen zu nehmen, als ihnen beliebte. Te» weiteren gewann dann Luther die Jugend dadurch, daß er ihr die freie Liebe predigte und Krieg jedwedem (Kewijseiishedeuken erklärte. Tie Bauern gewann Luther durch di« Vorspiegelung, daß sie nach dem Sturz dcsdPapftintns Weder Steuern, noch Abgaben zu zahlen brauchten. Tic Folgen der Resarmarion untren, daß die Häresie wie der Lavastroni eines Vulkans alles Leben in jenen Ländern ausdorrte. Wenn inst zu Luthers Todes­tag ein Erzbischof wieder in den Stil der Borvomaus-, enzhklika zurüetfallt, so beweist das einmal, wie unver­söhnlich Rom nach wie vor dem Protestantismus gegenüber- steht, dann aber auch, wie verderblich die Parteien und Politiker ani oeittschen Volk handeln, die heimlich und offen dw^Mtramoutani^nus^ie^Degc^G^TeiiEch^itd^ebtten^

Au» Stadt und CanOh

Gießen, 19. Februar 1914.

Aus AltGiesten

Ein Mitarbeiter hat in einem uraltenüber drci- buiidertjahrigen" Bache, wie er schreibt, eine amüsante Schilderung von den Zuständen A l t - G i e ß e it s gesunden, die wir unseren Lesern nicht vorenihalten wollen:

Giessen ist vorzeiten ein klein Nest oder Torfs ge­wesen, Tewnngen ernannt, in einem Schlampst oder Sumvfs gelege. Nach mals von. Regenwvfser. i» bausfenweiß daselbst bin- geslvssen lommen, (Greifen confluenti» pluvialis, genannt wor­den ES ist ein Heinqrahe nntbhero. und wie man sagt, mm dem Markt so tiess gewesen, bgst die Wagen biß an die Aren fejn eingange. Man weiß aber nit, wennS zu bawen fei angetangen worben.

Anno Ebristi, 1560 bat Sanhgraff MbiIibS der Elter liöchseliqer gedöchtnuß, an etlichen Orten die Heingraben zu hülss genommen, und die Festung damit zu baitwen angesangen.

An 1647, ist geichleiist worden. An 1666, ists zu bau wen wider angesangeu, und das bamven hat fünst halb Jahr ge- loebret.

Anno 1671, hat Lanbgrasf Ludwig die Streich­wehr, und Anno 1696, das schöne Zeughauß gebauwet, und glücklich vollendet.

Te Jeremias Vielvr S. Theologi» Tocktor predigt ihn das Euangelium lauter und rein.

Unter Einsender macht dazu folgende Bemerkungen:

In Wirklichkeit scheint die Benennung Gießen von6t o i i ft a herzurühren.Oio" ist gleichbedeutend mit der Benennung Lang- wehe gnzunestmen. Tiefe Bezeichnung kommt oftmals vor, mir J B. Pohl- und Langgöns, Kalboch, Gelnhausen, Gemünden, das heißlder 6to am Main". Außer den Ortsbenennungen sind auch noch viele Flurdeneimungen ähnlickiee Art anS der vorhistorischen Zeit erhalten Ebenfalls kommen in dem Bereiche der Langwehr die Benennungen H«lauen, Lohr und Beimdg ostmals vor Tie Beunden.Bänneen". waren non Dornenzäunen umringle Fläclten, worin die Zelte der Hermen iWachtmannschailen) lagen. An vielen Stellen lind die Svnren der Langwehr noch deutlich zn erkennen. In dem Mockftädier Markwald, in dem Leustädter und Glaudergei Walde ist^noch manches von den Anlagen vorhanden,so auch läng? der Straße Golbbach Hößhach und Lansach in llntersranken". Taß auch Gießen in den Bereich der Langwehr eingeschloisen war, daran ist lärim zu zwerselu

Verleihung des Fahnkiiichmncks an Kiiegervereiue

Nachdem die Grundsätze über die Verleihung des Kaiser­lichen Fahnenschmucks au Kriegervereine durch den Kaiser neu geregelt worden sind, hat der Großherzig bestimmt, daß den Kriegervereinei, des hessischen Landeskrie- gerverbandeS bei Erfüllung der hierfür gegebeiren Voraussetzungen Fahnen schleife II in den hessischen Landesfarben nach 23jährlgem Bestehen verliehen tverden können. Tagegen wird der Deutsche Kaiser hessischen Krieqervereinen erst nach ,'Khährigeni Besteist» einen kaiser­lichen Fahneuschimitk verleihen, wenn die Voraussetzungen dazu voriiegen.

" Ta g es kal e nde r kür Donnkrtztag. den lg, Februar: Verein iür Lnstlahrt Gießen: Aula der lluiuerfitfit,

Uhr: Vortrag d«4 Tr. Äugo Eck e u e r- Friedrichshateu.

O d e r l> e s s i! ch e r D <b i d) 13 u e r e i n : 6 , Uhr im dotel Schütz Vortrag des Pro'elsors De. tzirt über Sprachwißenschast und oteschichle,

Verba>id Teutscher Handln ngSgeliille». 9 Uhr > 1 N öotel Itzroßherzog: Oestentlicher Vortrag des Herrn A, G e ß n e r- Franksiirt: .SonmagSriihe." ^

" Bon der Landekuttiversttäk. Ter Groß- herjog hat den ordentlichen Proseffoc in der evangelisch- lheokogtscheii Fnkuliät, Geheimen Kircheurai D. Samuel Eck, "zuu, Rektor der Landesuniversität für die Zeit vom

1. April bis 30. September 1914 ernannt.

** Befördern« gen t nt hiesigen Regiment, um Generalmajor beiarbert wurde der Oberst von rotta gen, Trenden unter Benetzung zu d. Osfizieren von d, Armee mit Beibehalt seines Wohnsitzes in Gießen. An seine Stelle tritt unter Beförderung zum O b e r st der Oberstleutnant Schimmclfennig beim Stabe des 7. Rhein. Ins. Regts. Nr. 69. Zum Oberstleutnant befördert der Masor und Bataillouskommaudeur Freiherr v. Bibra. Als Äompagnieches versetzt: F i r m e n i dt itt das Inf. Regt, v. Grolman H. Pos.) Nr. 18. Zum Stabshauptmaun er­nannt der überzählige Haupt mann v. Weltzieu im Jirs.- Regl. Fürst Leopold von Anhalt-Dessau (1. Maqdeb.) Nr. 26, unter Versetzung in das Jnß-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Gr, Hess.) Nr. 116. Außerdem meldet dasMilitär-Wochen­blatt: v. Francois, Generalleutnant, beauftragt mit der Führung des I. Armeekorps, v. P lüs kow. Generalleut­nant, beauftragt mit der Führung des 11. Armeekorps, zu kommandierenden Generalen der betr. Armeekorps ernannt. Mit der gesetzüchen Pension zur Tisposition gestellt und zur Dienstleistung mit der Maßgabe kommandiert, daß das Kom­mando einer Versetzung gleich ist der Major Krause im

2. Oberrhein. Ins.-Regt. Nr. 99 zum Kommando des Land­wehrbezirks l D a r m st a d t. Versetzt der Leutnant von Svdow an der Ilnteroitizierschulc in Wctßensels, in das Lcibgardc-Ins.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115.

P r i n z I o a ch i m v o it P r e u ß c n ist am Tieustag früh mit dem Luxuszug von Straßburg kommend in Frank­furt cingeirofseu und hat dem Priuzenpaar Friedrich .Karl von Hessen einen Besuch abgestatret. Am Abend fuhr Prinz Joachim über Gießen nach Kassel weiter.

** Ter Groß Herzog empfing am 18. Februar den Pfarrer Anthes von Geiß-Nidda.

** Aus b c nt Finanzdicnst c. Ter Grohherzog hat die unterm 7. Februar d. I. erfolgte Ernennung des Vor­standes des Finanzamts Fciedberg, Finanzrats Georg 5)oos zu Zriedberg, zum Vorstand des Finanzamts Rein­heim aus dessen Nachsuchen zurückgenommen und den Vor­stand des Friianzamts Beerfelden, Finanzrat Karl Klin­ge l h ö s f e r zu Beerseldeu, vom l. April 1914 ab in gleicher Tiensteigenschaft an das Finauzami Reinheim versetzt.

** i {feite Stellen. Erledigt: Eine Lehrerstelle au der laiholischeu Volksschule zu F rei-Laub e r she i m mit Organistentienst. Tie Stelle des Vorstands des Großh. Finanzamts Beerseldeu. Meldeschluß: Mittwoch, den 26. Februar d I. Tie Stelle eines Buchhalters (bei dlroßh. H aupt fta ais kaffe. Meldeschluß: Mittiooch, den 26. Februar d. I.

** Kreisamtspersonalien Ter im Te.zembcr vorigen Jahres begiirnenden Prüfling für die Stellen im mittleren Verwaltungsfach, zu welchem die mündliche Prü­fung am Tienstag in Darmftadt stattfand, haben sich die Berwaltungsaspiranten Fr. Khritz und Fr. Röder von Gießen mit Erfolg unterzogen.

** Der Hess. Landesvereiu für Krcbsiorschiing schreibt uns: Am Samstag fand die eiste Hauplversanim- l i, n g des Hess. LandesoercinS für Krebsforschung in Tarmstadt statt Aus dem Bericht des Voriitzcnben über die bisherige Tätigkeit sei hcrvorgehobeu, daß er dem Verein durch eine Snilung ermöglicht wurde, zunächst 200 Milligramm Radium zu beschasien sowie einen neuen Röntgenappara k aufzustellen und eine S t r a h - l en - 6 e iI ft ä 11 e zu eröffnen, die der Fra u en f 1 i ti i f in Gießen ungegliedert ist und Ende Januar ihre Tätigkeit aus­genommen hat. ES stebt schon eine größere Anzahl von Patienten in Behandlung. Für den Ausbau der Strahlenheilstätte fehlen noch große Mittel, für die oie Hilfe der Gemeinden, des Staates und wohltätiger Private erbeten wird: denn es sollen unbemittelte Kranke unentgeltlich behandelt werden. Sehr bald ist die Notwendig­keit zu erwarten, die Strahlenbeilstätte zu vergrößern: denn ob­wohl bisher keine Bekanntmachungen erfolgt sind, ist die Zahl der hiltesuchenden Kranken schon jetzt recht groß. Ueber eigene Enahrun- gen konnte nicht mehr berichtet werden, als baß ftch auch stier wie schon längere Zeit an anderen Stellen unter dem Einfluß der Beftrablung günstige Peranderungen und wenigstens scheinbare Heilung selbst bei Iiossnungslosen Krebskranken manchmal haben er­zielen lassen. Die Strahlenheilstälte ist natürlich in erster Linie sür Einwohner des Großherzogtums Hessen bestimmt Hilfsbedürftige sowohl Frauen wie Männer müssen sich an den Leiter der Strahlenheilstätte in der U ni b e r s it ä t s- Frauenklinik in Gießen wenden.

** 2 i e hessische H a n d w e r k s k a ut m e r schrecht uns: Tie durch Erfindungen der Technik und der Industrie hervvr- gcrusene Umgestaltung im Handwerksbetrieb ist in der breitesten Oesjentlichkeit noch nicht genügend bekannt. Von dem neuzeitlichen Handwerlsbetrieb hat man vielfach salsche Vorstellungen, wie man auch verlernt hat, den Wert einer guten Qualitätsarbeit ein- zuschätzeu. Zur Ansklärung und gleichzeitigen Vermeidung der Zersplitterung der eigenen Strmt bebart es des Zusammenschlusses des ganzen deutschen Handwerks. Dieser Grundgedanke war be­stimmend für den Beschluß, in einer Uniber salaus st ellung Das deutsche Handwerk Tresben 1916" zu zeigen, was das heutige Handwerk zu leisten vermag. Die Vorarbeiten ,'inb in vollem löavge: sie werden zu einem glänzenden Rbichluß kom­men, wenn die Hiandwerker in allen Teilen des Reiches in richtiger Schätzung des wirtschaftlichen Wertes eines geschlossenen Vor­gehens zusammenhalten. Dos Handwerk wurde bisher aut allen möglichen Ausstellungen als Unlergruppe eingerciht. jetzt soll es in Dresden 1915 einmal jclbft Hanptgruvve und Kern einer große» Ausstellung sein. Eine ausgedehnte historische Abteil,mg wird interessante Stücke aus allen Ebochen des Handiverkerstaude» zusammrntragen. Werkstätten von ehedem werden neben dem neu­zeitlichen Musterbetrieb stehen und einen nackihaltigen Eindruck von der Entimcklung der deutt'ckien Handwerkskunst im Zeitalter der Techtiik und Maschinen auslösen.

** 3 nt natioitalliberaleti Verein sprach gestern «bend. Herr Max Fleischer. Redakteur derKöln. Ztg." in Iiranttizrt e M über Nc»-Aegypten von den Stromschnellen bis zum z. el In Ter Redner gab zuerst einen knappen lieberblick über die tvetcknchte und Kultur des Landes, den er durch eine große Zahl Lickitdilder nach^eigenen Ausnahmen wirksam unterstützte. Taran schlotz.iub eine Darstellung von Land und Leuten in Aeghpten, wo- bei oeionderS die wirtschailticbe Hauvtsrage des Lande», die land- wirtsätatttiche Kultur und die Bewässerung, namentlich seit der Er­höhung des Ctaudammes von Assuan zur Sprache kam. Der Redner telvit war kurz nach der Staudammerhöhung im Lande und konnte sich bei maßgebende» Stellen bavv» überzeugen, baß im großen und ganzen die Erwarmngen erfüllt worden sind, die man in den Aus­bau die,er gewaltigen Talsperre setzte Freilich b-zeicknete er es als eine eründe emer Kulturnation, durch ungünstige Platzwahl die In­sel Philae, das Klemvd des al'en Aegnmens der Zerstörung preisge- geben zu daben, Tiefen Ans ihr m-en folg e eine 5 eibe bot i ich bil den:, die den Beschauer eine Reise durch das moderne Aeghpten von

den Sevomjchnelleii lös binuiiler in da» Teliagebiet mache» ließen, der dam, eene Schilderung Kairos, sowie der politischen Verhältnisse und des Deutschtums folgte. Den Schluß bildeten Bilder aus Kairo und der Umgebung, sowie die Projektion einer eigens zn dem Vor­trag gezeichneten Karte, die die Liniensübrung der KapKairo- Bahn zeigte und zugleich die Mächteverteilung im atrikansschei: Kontmem seit der letzten tripolilaniieben und zemralairikamschen Beptzveränderung vorsührte. Hieran schloß der Redner einige Be­merkungen über die schioebende zentralasrikmiitche Frage. Der Varirag. der über zwei Stunden in Anspruch nahm und durch eine Fülle schöner und charakteinstijcher Üidttbtlbar vorzüglich unterstug! wurde, fand treudige Anerkennung und starken Beifall. Im weiteren Verlauf de» Abends gedachte der Vorssgenbe, Herr Kommerzienrat A. K l i n g i b o r , des von Gießen scheidenden seit­herigen Vprsitzenden, des Herrn Prof. Dr. Körte, dem es vor züglich gelungen sei. sein Amt so auszusühren, wie es dem Betzen der Partei entsprochen habe, ohne sich vom richrigen Wege ab drängen zu lassen. Seine guten Wünsche begleiteten ihn und seine Frau auch in die neue Heimat. Prot. Tr. Körte dankte in herz lichn, Worten und wie» daraus hin, daß der in der Partei herr- >diente Pessimismus durchaus ungetnnd sei. Nur ein zuversicht ticher, muliger Optiniismu» könne eiwas erreichen und diesen Wünsche er der Partei herzlichst,

** lieber Notwendigkeit und Nutzen der Or­ganisation in den einzelnen Berufen im Hand­werk sprach am Mittwoch adiaid in Bad-Nauheim Malet meifter Grat «IIick in einer öffentlichen Handwerkerversamm lung. Ter Redner, der sür die gerechien Forderungen de» Hand­werk» eintrat, empsahl auss wärmste den Zusammenschluß der einzeliien Berussgruvven zu Pflichtinnungen: es sei nicht au gängig, diese al» mittelalterliche Emrichtuugea, die überwunden und überlebt sind, zu bezeichnen Wirtschaftliche Fragen müßten in diesen Ptlichtinnungen erörtert werden, es müsse ihnen u.a. beispielsweise das Recht zustehe», die Mindestpreise testzusetzen Diese Innungen müßten aucki den BesähtgungSnachwei» und die Beseitigung des ß tOOg der Gewerbeordnung erstreben. Tie Ge- werbevereine, so sührte der Redner aus, seien erst dann eine rechte Organisation, wen» sich vorder die einzelnen Berufe zu Gruppen zusammengeschlossen hätten, so daß deren Vorsitzende dann den Gesamtoorstand des Gewerbevereins bilden könnten. Dem Gewcrbeverein tolle dami die Ausgabe zu, zwischen den Berisssgruppev und der Handwerkskammer als Bindeglied zu vermiltcln. Eine kleine Handwerkeigrupve»»e aber nicht viel erreichen: es müßten sich daher die .Handwerker aller Beruse im ganzen Reiche zuiammenschließen, um bei Landtags- und Reichstagswahlen aus die Kandidaten einwirken zn können. Nur aut diese Weise kann der Handwerkerstand aus die Gesetzgebung, ine ihm bis jetzt manches versagt habe, Einfluß gewinnen. Der Redner emptahl daher den Anschluß an beitBund der Hand­werker", der sür das Handwerk das gleiche bedeute wie der Bund der Landwirte für den Bauernstand. Ter Handwerkerbuud sei eine wirtschaftlich-politische Orgaisssation voir über 60 000 Mitglie­dern, die immer mehr an Ausbreitung zunehme. Tas Haupt- bcstreben des Bundes fei, für das Handwerk eine bessere (Gesetz­gebung herbeizuführen. Tie AuSjührungen fanden Beifall. In der Aussprache wurde nur bedauert, daß der Handwerkerbund politisch ein reaktionäres Fahrwasser eiiigeschlagen habe: die

Reichstagscriatzwahl in Friedberq-Büdingen von 1910 habe das wenigstens gezeigt. Tarans erwiderte der Bortragende, daß der Bund der Handwerker izch politisch auf kein bestimmtes Partei Programm sestgelegt habe, daß er vielmehr, die Sozialdemokratie ausgenommen, jedem Kandidaten seine Unterstützung leihen würde, sobald er sich aut das Programm des Bundes verpflichte. Reich» togs und Landtagsabgevrdnete der verschiedensten bürgerlichen Parteien seien fetzt schon Mitglieder des Bundes der Handwerker

** Revolverschüsse int Postwagen. Aut der Fahrt von Wiesbaden nach Frankfurt trug sich in einem Eisen bahn-Postwagen ein eigenartiger Unfall zu. Als ein Beamter ein Pater in die Hand nahm, entlud sich darin ein R e b o I b c r. Ta» Geschoß ging dem Beamten unmittelbar am Kopse vorbei Bei dkl Lejsnung des Paketes sand man jn der Slbußwasse noch weitere scharfe Patronen.

" Eine grauenhaste Tat. Aus einem Eisenbahn« zng der Strecke FrankfurtKassel wurde bei Schlierbach ein sechs Monate altes Kind mit durchschnittener Kehle aus dem Fenster geivorsen. Der Täter ist noch nicht ermittelt.

** B o m S t a b 11 b c a l c r wird uns geschrieben: Auf

mehrere Anträgen sei an dieser Stelle mitgeteilt, daß sür da» Büh< nenrudiläum und Benesiz des Herrn G o l l aus zwingenden Grün­den wie Rücksicht aut 7lbonnement»vorstellungen und Spielvla» der kommende Dienstag als günstigster der verfügbare» Tag: ausgewähll werden mußte. Der Faschings-Tienstag war übrigen- stet» ein guter Theatertag und die ungemein zahlreichen Vor­bestellungen für den 24. Februar verbürgen ein volles Haus. Taß die Direktion alles ausbietel, dem Ehrenabenü des bewährten und beliebten Künstlers guten Besuch zu sichern, geht schon daraus hervor, daß sie in der reizenden (KeiangsvosseWie einst im Mm" eine zugkrästige Neuheit mit hübscher neuer Ausstattung augesetzt hat. Tie ergötzliche KomödieSchneider Wibdel" von Müller-Schlösser, bie Freitag gegeben wird, bat am Düssel- dorser Schauspielhaus bereits 50 Aussührungcn erlebt, auch in Bonn, Bremen, Köln, Königsberg und andern Städten wurde sie in letzter Zeit mit großem Erfolg gegeben. Sicher wird das Werk mit seinem köstlichen Humor den Weg über die deutschen Bühnen machen. Die Faschingszeit ist zudem der richtige Hinter grund sür diese Komödie.

** Der Stellenwechsel im Kontor und Laden stobt vor der Tür. Wie alljährlich, jo werben auch am 1. Ilpril dieses Jahres zahlreiche Handlungsgehilseu ihre Plätze wechselt,. Ta heißt es sür den Ches rechtzeitig sür guten Enatz, sür den Gehilfen sür eine neue gute Stellung besorgt zu sein. Nicht drin­gend genug kann deshalb bei dieser Gelegenheit wiederum vor den gewerbsmäßigen Stellenvermittlern gewarnt werben. Empfohlen seien dagegen die Stellenvermittlungen der großen kaufmännische,' Verbände. Ter größte von ihnen, der Deutsch nationale bandliings- aehilsen-Verband (Sitz Hamburg), Mteilung sür Süddeutschland: Frankfurt a. M., Reiueckttraße 27, der allein 150 000 Mitglieder zählt, hat eine bei Prinzipalen und Gehilfen im besten Ansehen stehende Stellenvermittlung, die auch im verilossene» Jahre wieder mit steigendem Erfolg arbeitete. Hand in Hand mit dieser Ein richiung arbeitet die Versicherung gegen Stellenlossakeit, die von 1,903 bis 1913 911 222.21 Mark Renten an Stellenlose ous- zahlte, im vergangenen Jahre allein 202 836.14 Mark.

** Klein e M itteiIu n g e n Tie 29jährige Frau eine? Buchhändlers ttt Frankfurt ist mit ihrem Flurnachbarn, einem verhetratetfn Tapezierer, durchgebrannt, nachdem sie vorher etwa 6000 Mark ersparter Weiber flüssig gemacht hatte. Aus dem Franksurter Hanptbabnhos stießen Mittwoch früh zwei Rangier- ahieilungen zusammen, wöbe, mehrere Wagen entgleisten. Durch die gesperrten Glesse erlitt der Verkehr nach Bebra, Basel und Mannheim erhebliche Störungen. Personen kamen' Nicht zu Schaden. Zur Vermehrung der Schausammlungen desSencken- lergischen Museums zu Frankfurt stsstele Tr Earl Ger- lach einen Betrag von 10000 Mark: eine andere ungenannte Pertönlichleit einen solchen von 20 000 Mark. Als der Land- wirt Krug aus Lirenteld seinen OrtSpsarrer zu einer Amts Handlung nach dem Nachdardorte nihr. zerdracki plötzlich der Wagen. Beide Männer stürzten ab. Während der Pfarrer leichte Haut- abschürtunge» erlitt, trug der Wagensllbrer Krug scknvere Ver­letzungen davon, die seinen Tod »ach einigen Augenblicken her- teirübrten. Die am letzten Sonntag bei Rückgang des Eises am Mainuier zu Ofsenbach aufgesundene Frauenletche wurde als die 41jährige Ehesrau des Alois St enger in A schassen bürg erkannt. Die Frau, die nervenleidend war. war bereits am 2. Dezember in den Main gesprungen.

Landkreis Giegen.

a. Steinheim b. Hungen, 19. Fedr. Zu dem Selbst­mordversuch Fleischers inicht Pfeiffers) ersghrcit mir noch folgendes: Vor mehr als 30 Jahren wurde Fleisckter mit einem Wellenprügel mehrtnals über den Kopf gehauen, sv