Ware», uuö durch den Tvd des Oberleutnants p. Raven sich der Lusstandsbewegung angeschlassen haben, baten um Frieden.
Dcurirhe 2(«lcni(it
Der Regierungsantritt des Prinzen zu Ä i e b. Die „Ägenzia ©tefani" meldet aus Durazzo: Es bestätigt sich, daß E s s a d Pascha von der internationalen Kontrollkommission den offiziellen Auftrag erhalte» hat, die Führung der alban,'fischen Delegationen zu übernehmen, die nach Deutschland reisen, um dem Prinzen zu Wied die Krone Albaniens anzubieten. Essad Pascha reist am 12. Februar ab.
Ver Urteil im „§a!I Tross".
Im Fall Troß verkündete daS Schöffengericht beute folgendes Urteil:
Es erhielten wegen Beleidigung im Sinne der S)§ 18 j, INK StGB. , ,
1. der Redakteur Hrinr. Noll von der „Oberhcsf. Volkszeitung" in (stießen eine Geldstrafe von l >0 Mark oder 30 Tage Gefängnis,
S. der Redakteur Friedrich Leiters derselben Zet- tung eine Geldstrafe von 50 Wart oder 10 Tage Gefängnis, '
3. der Redakteur I. Weißvecker von der ,,s.keinen Presse" in Frankfurt a. M. eine Geldstrafe vo» 8 «> M a r k oder 16 Tage Gesang n iS.
Ans der Urteilsbegründung ist im wesentlichen hervor;!,hebe», daß durch die Hauptvcrhandlung sestgestellt wurde, datz Milcht der geringste Zwrisel au der Lauterkeit der Handlungen des »roß ! besteht und auch Nicht der geringste Beweis für die von den Angeklagten in den Artikeln ansgesteilten Behauptungen erbrocht ist.
Bei der Strafzumessung m das Gericht bei den Angeklagten Rrstl und Weißbecker als strmerickw.'rend den Vergleich des Falles Troß mit dem Falle Roicnthal in Betracht: bei Noll außerdem, baß er in mehreren Artikeln »ic Person des Trotz in schwer beleidigender Weise herabgesetzt hat. Bei Weitzbeckor wurde stras- mildernd in Betracht gezogen, das, ihn, der in der „Kleinen Preise" vcröficntlichtc Artikel' vo» einem Berichterstaticr aus Gießen zu- getrageii wurde. Bei Noll und Belkers wurde auch die i» der biciigcn Bevölkerung durch die Fälle Borngäßer und Roscnthal hervor- gerusenc Erbitterung als tzrasmitdernd in Erwägung gezogen.
Aus Stadt «nd Sanv.
Gießen, 6. Februar 1911.
Das Kamilieuörama auf der Samiiiftraße.
Die euifetzlichc Mordtat Lehmanns an seiner Frau und ihren vier Kindern und sein eigener Selbstmord ist seit gestern morgen der Gesprächstofi Gießens geworden. Das .Baus, Hammstraße 13, war schon bald nach Bckanntwcrdcii der Tat von Neugierigen belagert, die den Massenmord eifrig besprechen und sich besonders in Vermutungen über den Grund zur Tat ergingen.
Eine solche Vermutung f int et auch Raum in Frankfurter Zeitungen. die besagt, der Mörder babe zu der 13 Jahre alten Tochter der Frau t n sträflichen Beziehungen gcstanden, und der Streit zwischen den beiden Ehegatten sei erst dann aus-ebrochcu, als die Frau dem Lehmann darüber Vorhaltungen gemacht habe: vorher sei das eheliche Leben zwischen den beiden ungetrübt gewesen. Aus unsere genauen Erknndigungeii töiiuen ivir mit- »eile», daß das bisher als nicht erwiesen gelten kann Allerdings wiid die Vermutung dadurch wahrscheinlich, daß L e h in a ii n am Morgen vor der Tat aus dem hiesigen Polizei« int tvar, um sich zu erkundigen, ob von seiner Ehefrau Anzeige gegen ihn erstattet worden sei. Wen» er die Anzeige wegen des Verkehrs mit seiner Tochter befürchtete, was iinmerhiii möglich ist. so ist damit eine Erklärung zu der Tat gegeben, die bisher immer noch etwas unklar war. Tatsache ist aber, daß das Ehelebcn in der Leh- mannichen Familie nie glücklich gewesen ist.
Die Frau, eine geborene Anna Hof, deren Verwandte aus W i c s e ck und G r o ß e n - B u s e ck stammen, die aber in Gießen geboren ist, har eine gute Erztelmng geflossen und heiratete den Arbeiter Graulich. Von ihm erhielt sie zwei Kinder, das jetzt 13jährige Mädchen und de» 10jährigen Knaben, aber nach kurzer seil wurde die Ehe unglücklich Ter Gatte verließ die Frau, weil sie ihm Tie Treue nicht hielt, und lebt gegenwärtig in Amerika. Tie Frau bekam nun ein drittes, uneheliches Kind, einen senk fünfjährigen Knaben. Schon bald darauf soll sie :u den, aus Sachsen siammenden Milchlntscher Lehma,,,, n> Beziehungen getreten sein und das vierte Kind 1909 von ihm empfangen hcrl'e». Geheiratet hat Lehmann sie erit im Mai 1913.
Tic Nachforschungen sind bald nach Bckanntwerden der ■lat, eie srch aller Bestimmtheit nach, wie wir gestern der- muteten, zwischen 12 und 1 Uhr abgesvielt hat. von Oberstaatsanwalt Hofmann und StaatZanwalt Trümpert '.'"geleitet ioorden. Tie erste ärztliche Hilfe wurde dem l,beisabreuen Lehmann von -Herrn Tr. Karl Klein, Bahn - bosstraße, geleistet, der auch die Ileberführung nach der Klinik oiiordnete.
.'-.ach -'.us-age der Kfiutibarn soll Frau Lehmann ein grau rn ihrem Haushalt gewesen seii tchmann soll ein nüchterner.aber etwas überspannte Mensa, gewesen sein. Er hat seine Stellung sehr oft gc vecgjetr. Veftige eheliche Szenen sollen zwischen den Ein gatten nicht vorgekommen sein.
Habt
** Tageskale >, der für Freitag, 6. Fein.
«heaIer: .E g „i o „Anfang 8 Nhr "
«-lkskuiide: „Bo, eben des Volkoliedes". Nniverntaisanla, Uhr.
Ernennung. Ter Cte»era„sseheraspirant Grstmaen» auiseher a», PcooinzialarreslhaiiS i» Ajetzen Wikheln, Adam, zurzeit in Mainz, wurde vom 6. Februar an z„>» otcneraiisiehcr ernannt.
'*2» Ruhestand versetzt wurde der Ge-
mngenivartec an. Hastlokal in Nidda Ludwig D,ch'° mann aus sein tzlachsochen. „nter An.rienimng iemer lano- lahrigen treue., Dienste, „,,t Wirkung oo„, Dienstantritt seines NachiolgcrS.
** P r o v i i, z i a l l a g d e r P r o v i „ z O b e r b e i s e »
Eine außerordentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Obcrheffeu findet am Lanistag, vormiitaos n im Regicrungsgebäude zu Gießen statt. Es ist wlaende Tagesordnung vorgesehen: l. Tie Erweiterung der für das Gebiet des Uebcrlanöwerks Wölfersheim bewilligten Kredite und vorA'sehenen Anlagen. 2. Die Versorgung weiterer Ge sietstecle der Provinz Oberhessen mit elektrischer Energie 3. Anträge und Mitieiluiigen.
** Eine wiederholte Datterich-Ausfüh- r u n g wird von vielen, die keine Einlaßkarte» mehr zu dem „Deutschen Abend" erhalten konntcu. auss dringendste gewünscht. Es schweben zurzeit Verhandlungen, in welcher
Weise diesem Wunsche Rechnung getragen werden kann. Vielleicht ist die Wiederholung des am Mittwoch mit so rauschendem Beifall oufgenommenen prächtigen Lustspiels schon am tüiifiigen Montag, 9. Februar, zu ermöglichen. — 3» dem Berichte vom „Deutschen Abend" in Steins Garten wird uns mitgeteilt, daß die reizenden Biedermeier-Tänze von der Baltcttmeisterin des Stadttheaters, Frau Lina Goll, ein studiert worden find, ferner ist daraus hinzuweiien, daß nicht Herr Latz, wie es auf dem Programm hieß, sondern Herr K n e l l den Tummbach spielte.
** Stadttheater. Die Besucher der heutigen E g ui o n t - V o r st e l I u n g werden daraus hingewielcn. daß die Borstellung pünktlich beginnt und daß ein Zuspätekammen doppelt Hörend wirkt, da der Zuschauerrnum in de» meisten Zwischenakten verdunkelt bleibt. .
Ter Verband M rt te l d e ul idte r Jndustric- eilet Ichreibt mi#: An, 30. Januar trat der Gesamworstand des Bcitandss Mitteldeutsch,» Industrieller zu einer Sitzung zu« sammeu, um insbesondere über die Frage dev Arbeits lose n- verilcherung eine Aussprache herboizufichre». Der^Beivrechuilg lag iiamenilich Vas projektierte Ottsftalnt iür ine Stad! Frank- surt a. M. zu Grunde, dos riack dem Kölner Svstem eine Brr- iicherung iür Arbeitslose und Re Möglichkeit einer Rückoeißchcrung iür Gewrrkschaitrn. die «rbeilsloseimMerstützung gewähren. Vorsicht. Ter Verband Mnteldeutscher Industrieller bat die an der Frage interessierten gewerblichen Organisationen^ für Tirnslag, den 10. Februar l. Fs.. « einer im großen Sitzungssaal der Handelskammer zu 3rattffurt a. M. stattjindendeu Besprechnivz enz- geladen. um zu der Sache in Gemcinichait mit den übrigen gewerblichen Organisalivnen Frankfurt» Stellung zu nehmen.
” Ei n llnqlückSs»il ereignete sich am Donnerstag vormittag m einer Zigarrenkisteiisabrit in Wieseck. Der 14 Jahre alie Tagelöhner Karl Jung geriet mit de», linken Fuß in da? Zahnradgetriebe einerTranS- iiiissi on. Nur durch den ltmstaud, daß der Antriebsriemen
foiort herunterfiel, wurde ein größeres Unglück verhütet, und der iiiiige Mann kam mit einer schweren Quetschuno davon. Nach Aiileqimg eines NotverbandeS durch Herrn Tr. Wörmanii wurde der Verletzte der Gießener Klinik ziigeführt. Tie Schuld fall au dem jiingen Manne selbst liegen, der de» betressenden Raun, ui'.besuqtenveisc betrat.
'' Ge f ä h r l i ch e E i n d r e ch e r b a n d e. Wie wir be - richteten, wurde in der verflossenen Woche in Langen bzw. in Ege lsba ch durch Ossenbacher und Darmstädter Kriminalbeamte eine Einbrecherbaiide festgenominen, die schon seit Moiiatcn Hessen unsicher machte. An Hand der in den Wohnungen der Trcbe oorgesundenen Blusen und Mäu- lel usw. wurde uuumchr sestgestellt, daß diese Gegeilstäude größtenteils aus dem Koiifeklioilsgeschäst von Julius L b e r n z c u n c r - Frankfuri stammten. Der Haupiatten- täter Ferdinand Zimmer gab schließlich vor der diesigen Kriminalabteilung zu, mit seinem Komplizen Ph. Schmidt aus Lange» einen Einbruch in das Obcrnzeiinerlche Geschäft unlcrnommeii zu haben, wo ihnen außer den Sachen durch Plünderung der Kontrolllasseu 12 00 Mk. in die Hände gefallen seien. In der Wohnung des Zimnier ivurden von dem Geldc noch rund 700 MI. vorgesunde», während das übrige ttzeld bereits verbra>tck>t war. Scknntdt konnte bald tauack, i» Tarmstadr scstgenommcil werden. Für die Ermittelung der Täter ivurde vo» den Bestohlenen eine Be - lohnuna von 2000 Mark ausgeietzt. Im Laufe des weiteren Verhörs gab Zimmer ferner zu. mit seinen bereiis in, hiesigen Hasklokal internierte» Komplize» Neubauer und Keim in der Mainzer Landstraße in Fronksurt einen Kassen schrank erbrochen zu habe,!. Es fielen ihnen dabei nur etwa 100 Mk. in die Hände. In Änem Frankfurter Garderoben geschält hießen sie mehrere Anzüge mitgehen und bei einein nächtliche» Besuch in einem Haldrestaurant in Buchschlag ent wendeten sic Eßwarcn, Zigarren, einen Feldstecher, ein Jagdgewehr ilvo plünderten die Wirtschafrskasse. Bet Keim wurde auch ein Sckiweißavvarat, der von einem Einbruch in Frankfurt herrührt, beschlagnahmt.
** I m la»dw. Lokalverein Gießen sprach gestern Herr Tr. G e l p k e über Unkrautbekämpfung Vortragender erläuterte zunächst den Begriff Unkraut und wies dann darauf lfin, daß der Kämpf gegen diese Biellfeit von Pflanzen ferner nicht mit nnseifigen Mitteln geführt werden kännte. Neben zweck- »iäßiger Saatgut- und Tü»gerbeba»dliing verdienten rationelle Ackerwirtsäfaf't, Pflug- >i»d Hackkiilrur. riäilige Fruchtfolge ußv. die größte Bedemmig. Allein diese Mittel seien, wenn auch ziemlich sicher, sv doch erst nach gefoisier Zeit fvirksam. Die Berhältnifie zwingen aber oft den Landwirt zur raschen, wenn auch nur momentanen Abhilfe. Bedenke wem,, daß nach Wolle» der Ertrag eines Feldes durch Uiitraut „IN 30—50»o (wahrscheinlich aber „och stärker) geschädigt werden könne, so werde inan >vohl begreife», ivie große Pedeuiung der augenblicklich wirksamen, wenn auch nicht unbedingt nachhaltig wirkenden tlnkrautbetämvimig zukamine. Als Mittel zu diesem Zwea dienen verschiedene Eheinikalirn, von denen das Ersen- Vitriol wohl das älteste und bestbekanntr sei. Neben dieic» ßien ver- schiedene andere, wie Kopvazoti», Schweiselsäure, Teer und Teerverarbeitungsprodukte, Plj-i.ol, verschiedene Seifen usw. emviolflen worden. Auch einzelne Düngemittel seien in dieser Hinsicht als ganz brauchbar cnznsehrn, w z. B. Kälkßickftofi, Kalisalze ». a. m. Ber- fitche des Reserenten habe» beionders eine recht gute Perivendbar- keit de« Schwefelsäure ergeben, die zur rechten Feit und in richtiger Konzentration benutzt. Kornblume. Ackorspörgel, jungen Löwenzahn, Hedrich, Ackorsens und andere Unkräuter zerstört. Die Schwe- ieliäureverwendung ist nicht teurer und in mancher .Hinsicht sicherer als die Eisenvilrivlverwendnng. Haier wird Ivenig, Gerste etivas mehr, Rotklee noch mebr und Luzerne, Bohnen usw. sehr stark durch die Schwesctsäure geschädigt. Die chemiickieii Mittel ii„d, ivie Vortragender zuin Schlüße ausdrücklich betonte, keine Allheiliiiittel gegen das Unkraut.. Sie lind ei» momentanes wirksames Hilfsmittel, das im Verein mit an- dercn die Unkrantbekämpsung erfolgreich erscheinen läßt. In der Aussprache, an der sich die Herren Herbert. Klein, Petri-Hos Albach, Erb-Häuserhvf,/ Kent'hos Kolnhamen ioivie verschiedene andere Herren bereiligten, wurde sestgestellt, daß die Bclämpsung von Ackersvärgel, Kornblume und Distel mittels Schive- selsäurc wohl freudig zu begrüßen sei. Bedauerlich bleibe nur. daß es für Wildhajer, Löwenzabn, Meerrettich u. ir «urzelUnkräuter „och tein sicher wistzämes Mittel lfäbe. Auch die Frage der Früd- iahrsbestellmig und ihre Handhabuna hinsichtliäi der NukraM- bekämmung ivuree emgehendrr Befprechung unterzogen. — In Puult 2 der Tagesordnung. Besvrewung der Kstaßnabmeii zwecks Tuberkulosebekämpfung beim Rinde erläuterte der Vorsitzende, daß eine ganze Reihe von z'lnsragen aus dem Verein Vorlagen' die diesen in letzter Zeit öfter oestreßten Gegenstand zum Gegenstände batten. Tre Herren Klein, Weit. Hoddes u. a. betonten die Wichtigkeit des Gegenstandes und das allgemeüic zFine.reße der Züchter .Herr Krcisveteiinärarzt Tr. Knell erläuterte kurz die staatlichen Maßnahmen mW cmvtatst die Bildunf größerer Viebkaßenverbände die dann die Ueberwachung der Viehbestände und ganz besonders den Kamp» gegen die Tnberkulon- ausnehmen konnte». Der Vcwsitzende v,r Kleberger. verwies auf die Tätigkeit der dänischen und liollandiichen Viehzuchtverbaiive. ine am diesem Gebiete schon Grones und Borbildliches geleistet hätte», und empiäbl die Vorschläge des Herrn Knell zur VerwirNichung,
** Eisenbahnbeamte und Kleintierzucht. Man ickneM uns. Zur Ergänzung Ihrer -Notiz in Nr. 28 „Ei-eu- bahnar und^ Klerntrerzucht" ,er folgendes bemerkt: Am 5 Januar d. F wurde im ,Restaurant Tannhäuser" eine ösfentliche Ver- iammlung für E„enbahnbed,emtete. welche Kleintierzucht betreiben emberuien, ,n der v,Iss,ührer Hock und Werkstätten,'chlosser H e ' Del über Grnndung eines Kaninchen und Geflügel- ziichtverefnS ,ur Eisenbahn-Angestellte sprachen
— Wie groß das Jutecestr an eine, Vereinigung ist, geht daraus hervor, daß einige Herren der breiigen Bahnhossverwaltung der «ack>e nälferaerrefen sind, und daß sich 50 Angestellte zur Gründung des Vereins meldeten. In der Gründungs-Versammlung am 25. Januar wurde der Verein unter dein Navlcn Kaninchen- u n d Geflügelzucht -Verein der G roß h. Eisendabn- B e tri c bsw e r kst ä t t e Gießen begründet und folgende Herren zu Vorständen gewählt: l. Vors. H. .Hevel, Schlosser, 2. Vorsitzender Hilsslokonwtivs. Hock, l. Schriftführer H. Günther. Hilfs trerksührer, 2. Wilh. Need, Äohleniader, 1. Kaijierer Bender, Schlosser, 2. Kreuter, Heizer. Die Königliche Eisenbahn-Direktion in Frankfurt a. M. hat den Verein und seine Satzungen genehmigt.
** Biehmnrkt in Gieße n. Bei dem am 3. und 4. Februar abgehallenen Markte waren ausgetricben 14 03 StückRindvieh und 61 Schweine. Der nächste Vieh- marki sindet am 17. und 18. Februar statt.
** Lehrstellen im K o ch g ewcrbe. Der Berus der Hotel- und Restaurationsköche leidet seit Jahren unter einer immer mehr überhandnehmenden Lehrlingszüchterei. Es werden nicht nur viel mehr Lehrlinge angenommen als nopvcndig wäre, sondern die Mehrzahl wird mich leider in ungeeigneten Betrieben irt völlig Mangelbaitcr Weise ausgcdildet. Den Eltern oder Vormündern ist daher anznraten, vor Abschluß eines Lehrvertrages Auskunft bei dem Jiuernationale» Berbond für Küche einzu- boicn, ob das betreisende Hans zur Ausbildung von Köchlehr- lehrlinge» geeignet ist.
** Ucbct elektrisches Bügel n. Wer einmal die Sln nel.mtiditeu des elektrischen Lichtes empsuitden hm, der möchte es wohl um keine» Preis mehr mißen. Waren doch manche Leute zu Weihnachten, als die Leitung durch den Schnee anterbrochen war. .geradezu unglücklich. Aehnlick, verhält, ee. sich auch mit dem eteltrischrn Bügeleisen. Ist dock die schwere Arbeit des Dügelns für die Hausfrau jetzt geradezu eine Lust geworden. Allein, m dieser ihrer Freude liegt ein bitterer Tropfen, da- ist der Kostenpunkt. Der böse Zähler läuft ihr zufn Aergcr beim Bügeln auch gar zu rasch. Man sollte meine», er me es ihr zum Trotz, um Scheitels Wort: „Es ist im Leben häßlich eingerichtet, daß bei den Rosen gleich die Dornen steh'n", auch ffiet zu be Wahrheiten Allerdings fiat man besondere Zähler zum Bügeln vorgrseheu. aber da tmnni» wieder die lästige Zähtermiete. Eine .Hausfrau nun, der dies Problem durch den Kopf ging, erlaubt sich solgeudcn Vorschlag zur gütige» Erwägung zu bringen. Wie wäre es. wenn man iür Bügeln in de» .Hansbaitimgen, wo ein elektrisches Bügeleisen vorlfanden ist, eine bestinimte Anzabl Kilowattstunden, die >ßch nach der Größe deS Haushaltes zu richten hätte, zu Kraft« preisen abgäbe! Mit einigem gMcn Willen ließe sich dies wobt zur Zufriedenheit beider Teile ganz j)ut cinrichten, zumal ein Mißbrauch dabei vollständig ansgesihloßen ist, was sich bei der Anbringung eines Zählers für Krastftrmii nicht sagen läßt. Hier liegt die Versuchung doch gar za nahe, sich billiges Licht durch eine Stehlampe zu verschaficn.
** Kleine Mitteilungen. Ein Arbeiter^ aus B i l b c l stürzte in Frankfurt vom zweiten Stock eines Hauses ab und erlitt dabei schwere innere Verletzungen und einen Beinbruch. — In Neu-Isen bürg überfuhr das Lastautomobil einer Koloiiialfvaren-En-gros-Jrrma aus Franlsurt-Sacksenhauieu daö achtjährige Töckferchen des Metzgermeisters Wirth. Turch das Schutzblech des Automobils wurde dem Mädchen der Schädel einge- drücv: der Tod trat auf der Stelle ein. — Bon seinem eigenen Fuhrwerk wurde der Fulfrmaun Z. ,» Oppenheim überfahren: ec glitt vom Trittbrett aus und geriet unter den Wagen, dessen Rad über sein Bein hinwegfuhr: er erlitt sehr schwere Quett'chungen. —■ Der aus Saarbrücken flammende Schloßerlehrling Gustav Schlaf verübte in einem Sleinbruche in B > n g e ü einen Selbstmordversuch, weil der lSjährigc Bursche seinem Meister in Saal' brücken sechs M a r k unterschlagen hat. Sein Zustand ist hoffnungslos.
Starkcnburg und Rbeinliessen.
«>. Osfenbach a. M., 6. Febr. Vor dom Oßeichacher Kreis aus schuß wurde gestern in. fünstündiger Sitzung die nach dem Beschluß der Stadtverordnelcu vom Oberbürgermeister Tr. Düllo cingeteitete D i s z i p l > » a r kl a g e verhaudelt, die gegen die städtischen Bauvolizeitechniker Philivv Schuch und August M e st p h a l gerichtet ist. Die Vorgesckstchte zu dieser Disziplinierung datiert bis zum Juli des Jahres l9t0, in jene Zeiten, da die Wogen in unserem tommunalen Leben Ivegen der damaligen Kanalüberschwemmungen und des verpfuschten Kanal- syftems außerordentlich hoch gingen. Die Erbittung richtete sich gegen den damaligen Beigeordneten Walter, de» man für die angericktzelkn Älfäden vrrmttworilich machen zu müssen glaubte lind der durch sein schroffes Wesen als der „best gehaßte Manu" in Lisenbach galt. Walter legte schließlich ans die lortgesotzton. allerdings berechtigten -klngrifte seinen Posten vor Ablauf seiner Amisperiode nieder, während die Stadfoertretung das Tisziplinor- verfahren mit dem Endziel der Entlassung ohne Pension aus- sprach. Als MIN Walter bereits so gm wie abgetan war, be» schuldigten ihn Oie beiden ihm unterstellten Baupvlizeiteckmtker Schuck und Westplfal schwerer Amtsvergehen, und zwar dergestalt, daß Walter als Dezernent der Baupolizei parteiisch handle, auf einzelne Personen und Unternehmer Rücksicht nehme und bei taisächlickf gleichliegenden Verbällnßsen nach Gunst oder Un gunst entscheide'. Bereits am 8. Mm vorigen Jahres hatte sich der K r e isa u s sch u ß schon einmal damit befchästigt und die Einsocderung des gesamten Akrenmaterials gefordert. Nachdem anfänglich die Klage vom Oberbürgermeister nickt gleich weftei- gegebrn wurde, wandten sie sich damit an die Staatsanwaltschaft und das Kreisamt. Gegen Walter wurde die llnteriuckung ein geleitet, der Verwaltungsgerichtshof sprach ihn jedoch frei, weil keine lieber,'dirrituntf oder Zuwcderhaitdlung der Amtsbefugnis erbracht sei. Tie beiden Angeklagte», die vo» RecktSanwalt Tr. B v v v - Darmstadi vertreten werden, recklserttgten ihr Verhalten damit, daß ihnen von Bauunternehmern wiederholt der Vor- wurf gemacht sei, bei der Bauvolizei würde ungleichmäßig vor- gegangen, und Anzeigen würden willkürlich unterdrückt. Um hen Beweis zu führen, daß das nicht sei. föndern den Beigeordneten Walter dieser Vorwurf fresse, hätte» sie die Klage anqestrengl. tzlach längerer Verhandlung ertannte schließlich der Kreisaussckuß dahiii. daß der Klage des Oberbürgermeisters insoweit stattzugeben ist, als die Angeklagten m eine Geldstrafe von j e 300Mk ui nehmen und auf die Dauer von zwei Monaten vom Dienst und Gehalt zu entheben sind.
Kreis Wetzlar.
— Dor » h o lz h a u Ie », (i. Febr. Ter Konsumverein Dvrnlfolzbnulen dielt leine dauptveriannnluna ad. Tie Abrechnung ergab eme» U-berschuß. 2ln Dividende» gelangen ex Prozent zur Verteilimg.
Hessen-Nassau.
tz. Biedenkops, ö. Fedr. Gleich der .Sackokeiie" bei Satzs-ld soll auch der nahe .Altenbera" einen AnSltchts- türm erhalic». Seit de», Grenzgang 1894 trägt dieser Ausliedts vnnkt ein Holzqerüst, das aber iniolge der Witternngseinstüsse morsch und mürbe geworden ist. Bis jekt find bl9,41 Mk. für den Ba» oe? Turmes eiuqeaanaen, desten Ausführung durch den hiesigen Verkehrs verein erölgeu soll.
Ein Gicßenkr in Amerika
2il Vhiladelvhia list nach ktuzenr Krankenlager General L«uis Wagner, einer der bekanntesten Dentsch-Ämerj- kaner der Stadt, am 15. Januar im Alter von 76 Jahren vlö^- lich geltorben. General Wagner mar anr 4. August 1838 in Ö i c fi e n geboren und kam im Jahre 1849 mit seinem Äater, der sich an der Revolution beteiligt batte, und seinen Geschwistern nach ILHiladelphia. Er besuchte hier die Volksscjchle und trat dann bei einem Lithographen in die Lehre. Bei Ausbruch des Bürgerkrieges trat er als Leutnant in das 88. Pennsvlvania Jrei« willigen Regiment rin, uitö in der zweiten Schlacht von Bull Run erlitt er eine schwere Verwundung anr Beine, an deren Folgen er bis zu seinem Lebensende zu leiden hatte. Lbschon^Jn» . schloß er sich doch wieder der Armee an, mußte aber schließlich doch wegen seiner .Wuirde den Dienst quittieren. In-


