Seatfdjc Kolonien.
D i e <R l e i s s p i - e der T a n g a n j i k a b a h tt hat am 1. Februar, nnc offiziös mitgcteill wird, den T a n q a n j i k a s e c bei Kigama erreicht. Damit ist in der Erbauung der großen Zentralbahn, die Daressalam mit dem Innern non Afrika verbindet, zunächst ein formeller Abschluß eingetreten, mrd es dürne nun nicht mehr lange dauern, bis der erste deutsche Eisenbahnzuo am Tanganjikasee anlangt. Das Schluststück der Bahn ist verhall nismäßig schnell gefördert worden. Am 27. Juli 1912 wurde dir Station Tabora durch den Gouverneur feierlich eröffnet. Am 1. Juli 1912 UHU' die Uebernahme der letzten Strecke vor Tabora durch die Lcktafrikanische Eisenbahnaesellschait erfolgt, womit bereits 847 Kilometer in den öffentlichen Betrieb kanren. Die ganze Strecke von DareSsalani bis Kigoma bei lldjidfe wird eine Länge von 1252 Kilometern haben. . .
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bespricht die Anlage der Tanganjikabahn am Sec:
Diese durchgehende Ueberlandbahn ist 1250 Müometer lang gegenüber der 940 Kilometer langen llgandabahn in Britischest afrika der 917 Kilometer langen Sudanbahn Wadi .valfa-Kar- thum und der 1140 Kilometer langen Stammstrecke Lagos—Kano der Nigerischcn Bahn. Die Entfernung von Daressalam bi« zur Endstation Kigoma entspricht etwa der Strecke Berlin—Mailand und wird tu zwei Tagen durchfahren, während die Karawanen 42 Tage brauchen. Der Bau begann im Iabre 1905, die Fortsetzung über Morogoro hinaus im Jahre 1908. Hoffentlich NiMmt bald der erste deutsche Dampfer den Verkehr nach deut belgischen Westufer des Sees auf. .Hier erhält die Verkehrslinie ihre Fortsetzung durch die belgische Lukugabahn, die den See um die Mitte des Jahres erreichen soll und den Verkehr in das obere Kongo- gÄncl und vermittelst der Wasserstraße Kabalo—Bukanm in das erzreiche Katangagebicl ermöglichen wird. Tiefe östliche Katanga- zusahrl ist kürzer als die nördliche über den Kongo mit seinen drer großen Wasserabschnittcn und Abschnitten und die sie verbindenden Umgehungsbahnen, wo häufiges llmladen nötig war, und kürzer als der südliche Zugang über die Rbodesiabahn von Beira über Salisburp—Buluwauo—Brockenhill. Nur die westlicke^Zusahrcs- sbraße, die Benguellabahn von bcr Lobitobucht und ihre Fortsetzung Dilolo-Ruwe ist kürzer, wenn sie in drei bis vier Jahren vollendet !ist. Bis. dahin führt die geographische Ueberlegenheit der deutschen Tgnganjikabahn einen Teil des Katanga-Verkehrs, besonders den Personenverkehr und den der Güter zu, deren pünktliche Lieferung wichtig ist. __
Ar»» Stadt and LaaS,
Gießen, 8. Februar 1911.
Straßenbahn «ießen-Wiescck.
Herr Bürgermeister S ch o m b c r-Wieseck schreibt uns'
In der Angelegenheit der Sitzung vom Freitag sowie -über den am Samstag gebrachten Artikel bctr. die Straßenbahn gestatte ich mir folgendes zu berichtigen:
Anscheinend herrscht bezüglich der Linienführung innerhalb der Bürgerschaft eine falsche Auffassung. Was das zweite Projekt der Führung anbelangi, ist diese eine andere als die vom Artitelschrciber gedachte. Das Projekt, das hier in Frage lammt, soll entweder beim Wellhöferschen 'Besitztum -oder noch etwa 100 Meier auswärts, in den nächsten Gewannweg cinbiegen. Bon einer Linienführung bis zur Karlsruhe kann überbauvt keine Rede sein: auch ist von einer solchen noch nrcht gesprochen worden. Der ivcmernkerat hat den Beschluß gefaßt, dieses Projekt seitens Her Stadt ausarbciten zu lassen, um auch hierüber Einblick zu qcwrnnen Ter Beweggrund hierzu ist folgender: Bezüglich der Linienführung Gießen—Wiesecker Weg steht der .Kreis mit der Stadt noch in Unterhandlung Aber! Forderungen, die derselbe beansprucht, zu denen jedoch die Stadt ihre Zustimmung noch nicht erteilen will. Bevor nun dieselben abgeschlossen sind, dann eine tandespolizeiliche ttzenchmigung nicht stattsinden. Da diese Verhandlungen ca. 6 Wochen in Anspruch nehmen, wurde von der Stadt das Ansinnen gestellt, der Gemeindevorstand solle zur Ausarbeitung eines wvcireu Projekts seine üienehmigung erteilen. Ter Plan soll mm von der Stadt inzwischen unentgeltlich ausgearbettet und init dem Abschluß der Ber- handlungen zur Begutachtung vorgelegt werden. Daß die Lmienfiihrung eine andere als diejenige der Kreisstraße werden soll, ist überhaupt noch nicht beschlossen, und dev Beschluß, der Kreisstraße ,^i folgen, bleibt vorerst noch aufrcchterhalten. Eine Verzögerung durch die Verfolgung eines zweiten Planes erscheint, wie die Bürgerschaft annimmt, nach Aussage der Sachverständigen ausgeschlossen. Rach all diesen Erwägungen komme ich zu der Ansicht, daß der Gemeindevorstand keinen Fehler begangen hat, seine Zustimmung zu erteilen, über Ausarbeitung' eines zweiten Planes, um späteren Vorwürfen zu begegnen. Wir wollen das Gemcindewohl über alles setzen, eigene Interessen denen der Gesamtheit unterordnen und die Angelegenheit sachlich, ruhig, ohne persönliche Anfeindungen erörtern.
Bon unterrichteter Seite erhalten wir noch folgende Mitteilungen:
Tie Ausführungen des Herrn Bürgermeisters Scho,„bcr von Wieseck sind sachlich richtig. Wir begrüßen den Slandvunkt des Herrn Bürgermeisters: obne jede Sonderintcressen will er die Frage, die ftir jetzt noch für die weitere Entwickelung seiner Gemeinde non weittragender Bedeutung ist, nur für die A l l g e < mein 6 eit seiner Gemeinde gelöst baden. In erfreulicher Weise stellte sich der größte Teil der Gemeinderätc von Wieseck aus den- selbe» Standpunkt, „ich folgte damit den Mahnungen und dem Urteil des Vertreters der Rtgiernng, Herrn Geheimen Oberbaurat Kilian aus Darmstadt. Bei den Verhandlungen in Gießen und in Wieseck warnte er, im Interesse beider Aeineinden, vor einem starren Festhalten einer nun einmal gesoßten Idee. Rach Lage der Verhältnisse dürie man, um sich später vor Unstimmigkeiten ,u schützen, die Prüfung des zweiten Projektes nicht oeiieite ichieben. Bei der Beurteilung der Linieniührung meinte er, daß man unter allen Umständen die B e b a u u n g s v i ä n e der beiden Gemeinden berücksichtige, i müsse, wobin sich die Gemeinden für die Zukunft aus- bauen: nicht aus einer Gegcnwarts- und Intcressenstimmung deraus dürfen derartige Projekte zur Ausführung lammen, sondern sie müßten der weiteren Entwickelung und der Zukunst der Gemeinden angepaßt werden. In richtiger Erkenntnis dieser Sachlage baben die Wicsccker Gcmeinderäte in ihrer Mehrzahl beschlossen, die Prüfung des zweiten Proeikics vorzunchmen. Insbesondere wurde betont, daß durch deu »atürlicheu Ausbau von Wieseck nach der Marburger Straße, nicht nach ven sumpfigen Wieien. die Einmündung der Bahn auf dem Lindcnplotz ohne Frage das Zentruni von Wiefcck trifft. und damit der Allgemeinheit in erster Linie Rechnung getragen ,st. Diese Strecke soll sogar nach den Angaben kürzer sein und es bestände hier die Möglichkeit, die Bahn noch 200 Meter weiter durch Wiefcck hindurch ;,u führen. Auch die Be - und Entladestelle .anf^ den, freien Kirchenplatz wäre weniger gefahrvoll als .an dem Schulgebäude, das junge Leben der Kinder fei doch auch zu schützen. Tic Schwierigkeiten der Wetterführung der Linie seien oei dem zweiten Projekt technisch und finanziell behoben
Ter größte Teil der Wiesecker Einwohner ist gegen das zweite Projekt und für die Linienführung auf der Kceisstraße. Dies bewies eine Bergan,mlung, die gestern dort stattfand und von der wir nachstehenden Bericht veröffentlichen:
Wieseck, 3. Febr. Bereits gestern abend kau, die Ein- wohnerichaik Wicsecks zum Wort, um ihre Meinung zu,» gegen,Iiär- tigeu Staude der elektrischen Bahn zu äußern, und cs ,st eigentlich schade, daß Herr Regier,,ngsrat Tr. Langermann und Herr Oberbürgermeister Mccum. zwei eifrige Verfechter des Planes durch die Feldgemarkung, nicht anwesend sein tonnten.
»Jedenfalls wären die beiden Herren nicht mit io zufriedenen j Mienen von Wieseck gegangen, wie es vielleicht am vergangenen
'Freitag der Fall war. — Es möge» wob! 350 - 400 Personen gewesen sein, die gestern abend ihre Stimmen erhoben --und -ä war eine einmütige, imvosante Kundgebung! All bic Redner uub all die beherzigen«,veilen Worte wiedcrzugcben, wird »i sielem Rahmen kaum möglich sein, rot: wollen uns deshalb nur mit der Feststellung der gefaßte» Beichlüsse begnügen und daran sie Aufforderung knüpie». daß die Einwohnerlchast Wie,ecks gerade in dieser Frage uiickschütterlick, fest bleibt, und so „„thilst, eil, Projekt zu verhüten, den, wahrscheinlich auch der größte Teil der Gicßener Einwohnerschaft höchst „nsvmpalhilck, gegen- Übersicht. Mit allen gegen :> f 2 ti„,i»c„ kHerr Bürger,,,cister Schomber legte Wert daraus. daß öffentlich scstgestcllt wird, hast cs ihm einerlei in, welchen Weg die Bahn einschlage) wurde folgende Entschließung angenommen:
„Die heute abend vor, über 350 Bürgern Wiesecks besuchte Versammlung verwahrt sich ganz entschieden gegen den Versuch, die elektrische Straßenbahu durch das Feld zu führe». Die Teilnehmer der Veriamnilung lind der felfcnfcftcn Ueberzcuguug, daß ein derartiges Proejkt den Genieindeintcressci, diamentral gcgen- überfteht. Sie erkläre,i hiermit, daß. sollte das Pro,ckt wider Erwarten der Verwirklichung näher treten, sic bereit sind, d i c Bo 8n ju bonkoiticrcn. Sie verlangen ferner, daß, wenn die Gemeindevertretung den, erwähnten Projekt ihre Zustimmung gibt, sämtliche Gcmeindevcrtrctcr ihre Aemter niederlcgei,. da sie durch einen solchen Beschluß bekunden, mit den Interessen ihrer Mandatgeber nicht überein,ustinilmrn. Außerdem verlangt die Versammlung, daß mit den Banarbeiicn der K r c i s st r a ß c entlang noch im Jahre 191 1 begonnen wird."
Bus der Versammlung heraus wurde noch beantragt, de» Ge- mcinderat zu ersuche,!, den am Freitag gefaßten Beschluß zur Ausarbeitung des Feldbahnprojektes — wie treffend gesagt wurde — so schnell wie möglich zurückzuziehen. Auch dieser Antrag wurde mit allen gegen l Stimme angenommen ! Lebhafte Zustimmung >«nd es, als der Vorsitzenbe mitteilre, daß eine Eingabe für das Projekt der Kreisstraßc entlang zum Unterzeichnen zirkulieren werde, „m eine machtvolle Gegendemonstration gegen die erste Eingabe mit den >11 Unterschriften zustande zu bringen.
Die Stimmung der Wiesecker Bürger ist durchaus »ich! unbegreiflich. Es wäre jedenfalls das natürlichste, ivcnn die Bahn sich mit der Kreisstraße decken könnte, und wir hoffen, daß die erwähnten Schwierigkeiten bei einigermaßen gutem Willen sich schließlich doch überwinden lassen! Bürgermeister Schomber befindet sich in der Tat nicht im Gegensatz zu der Mehrheit seiner Gemeinde, denn er will ja nicht die Ausführung des zweiten Projekts, sondern nur die Ausarbeitung des Planes geschehen lassen, die allerdings den Ban der Straßenbahn wieder etwas zu verzögern geeignet ist.
** Tageskalender für Dienstag, den 3. Febr.: Stadt- t 6 ent et: .Die SrfimelterUrgäictilnrfit.* Anfang 8 Uiir.
Ortsgcw elbeverein, K a u s in ä n >i iI cd e r Verein, D » t a t l l i ü en - B e r e i» Gießen. I„> Hotei „Einhorn" : O i e n t l Vortrag über: „Wie ziehe ich nicinc Forderungen ein?' Anfang Ü'A Uhr.
•• Verleihung. Der Großhe rz og bat de,» Bürger» meistcr. OrtSgerichtsvorstcher i,nd Standesbeamten Johannes Ritz IV. z» Bernshausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Dem Revier-Polizeikomiiiissäl Valentin Dietz zn Darmstadt wurde die Goldene Medaille des Ludewig-OrdenS verliehen.
*• A u S dem Schuldienste. Erledigt ist in Mainflingen eine mit einen, katholischen Lehrer zu be- setzende Stelle.
** Deutscher Abend. Außer der in dem Anzeigenteil rmseres heutigen Blattes nritgeteilten Festsolge stehen noch manche Uebcrraschungen in Aussicht, die dem Fest einen gemütlichen, zwanglosen Charakter verleihen werden. Zu den musikalischen Vorträgen hat Hoflieferant W. Rudolph zur Unterstützung der deutschen Sache einen Flügel zur Verfügung gestellt. Es wir» nötig sein, sich mit Karten im Vorverkauje zu versehen, da an der Abendkasse bei der lebhaften Nachfrage aus Eintrittskarten kaum mehr mit Sicherheit gerechnet werden kann. Die Teilnehiner werden ansgesordert, möglichst zeitig vor 8 Uhr zu erscheinen, da pünktlich um 8 Uhr begonnen wird. Borausbelegeu von Plästen ist leider bei dem große» Andrang nicht möglich.
" T I e O b e r h e s s l I ch e Gesellschaft kür Natur» U ,, d Heilkunde hält ihre Ha»vt-Versa,»ml»ng <Gc»>ki„seba!I- (iri-e Sitzung beider Abteilt,naen) am Montag, den 9. Febr. 1911, abends Uhr, ii» Hörsaale des Pbiiüologüchcn Instituts, Senke,ibergstraße >5, ab, mit solgender Tagesordnung: l. Ge- schäsilicheS: 2. Herr Garten: T,e Veränderungen der Netzhaut durch Licht.
"DasEisscst findet heute abend van 5 1 /- bis 10Uhr statt. Es ist ein Konzcri, Feuerwerk, bengalische Beleuchtung usw. gcvlant worden. Lampions sind an der Kasse zu haben. Auch Kinder baben Zuiriit. Wie uns versichert wird, soll sich die Eisbabn in denkbar bestem Zustande befinden.
** Schikiirsus im Pogelsbcrg. Unter der Leitung des Herrn Emil B ö h m - H e n n e s, der bei den Wettlaufen so große Erfolge erzielte, veranstaltet der Gteßener Schiklub vom Fastnacht-Samstag bis zum Roscnmontag einen Schikursus für Anfänger und Fortgeschrittene, an dem sich jedermann beteiligen kann. — Während des Kursus und zwar am Sonntag finden die internen Rennen des Klubs statt und am I.März unter Führung deS Herrn Zahnarztes Jäger eine große Wanderfahrt durch den Oberwals. Nach Semcstcrschluß wird unter der Leitung des Herrn Dr. D-c- m a l ein Lehrkursus in der Rhön abgehalten.
"" Ehrung eines hessische» K n v e l l I» e i st r r s. Dem Kavellmeisler Aböls Götti» an» in Berlin ist vom Kulinsminisler der Tilek „Königlicher Musikdirektor" verliehen worden. Götti,ian„, geboren an, 2t>. August 1 SOI zu D 0 « IN - stabt, Schüler von Rnss. Uriprueh und Hey, sa„a und bekleidete ?trlge„tensteUen an den Dbeatern zu Kodura, Basel, Sl. Gallen, Köln, Stettin und lebt seit 1899 als Mnsiklcbrer und Schrlststeller in Berlin. Er ist Vorsitzender des „Berliner TonkünlllervereniS" und begründete I9Ü3 den Zenlralvcrband deutscher Tonkimstler und Lonkünsllervereinc.
**FolgendesGlatteiscs. Infolge des Glatteises sind in vergangener Woche beim Holzfällen mehrere Burschen aus Laubach schwer v e rung lück l. Der eine, Heinrich Spuck, wurde in die Gieße n er Klinik gebracht und mußte dort operiert werden. Wilhelm Krämer und Konrad Lederin ann mußten sich im Laubacher Krankenhaus in ärztliche Behandlung begeben. Bei Krämer wurde schwerer Schüdclbruch scstgcstelll, mährend Ledcrmann mit leichteren Verletzungen davon kam.
Mittel gegen Katarrhe. In unserer heutigen Nmnnicr ist ein Jmerat der bekamuen Firma Carl A. Ta nerv, Wiesbaden. V. 30, erschiene», deren Hauptbestrelnmge» aus dein Gebiete der speziellen Katarrh-Kaiirvsmittel liegen.
** Wcnn man eine Reise tut. Dieser Tage begaben sich zwei Jungen im Alter von ungefähr 15 Jahren von Gießen aus Reisen, lösten hier nachts Fahrkarten dritter Klasse
> nach Frankfurt a. M., wurden jedoch in der Rawt auf Sonntag s von Heidelberg lommend im Warte'aal Frankfurt burw die Frank-
> furtcr Bahuhoispolizei fcstgenommen und die Ruckiäckc, wclche j beide tnigen, einer gründlichen Prüfung unterzogen. In den
Rucksäcke» befanden sin, swarf geladene Revolver, Dolche, Taschen
lampen, Patronen ». dcrgl.. was den Kindern selbstverständlich abgenommen wurde. In die Enge getrieben, gaben beide ihre
Personalien a»; und da nun kein Zweitel mehr war, daß man es mil Ausreißern zu tun hatte, wurden sie fcstgehalten. die Eltern benachrichtigt und diesen ausgehändigt. Die beide» Knaben jollei, schon etliche Tage aus Reisen sein uild sollen noch ziemltck, Geld bei sich getragen habe». Sic wollten ihre Strcifzügc nack, Nürnberg antretcn.
** Gilt lustiger Bruder Studio. Bor kurzer Zeit ereignete sich in Gießen folgende (tzesch-chke: Ein Student brachte durch seine schwungvollen Reden einen vermögenden hiesigen Bür gcr so weil, daß dieser tiotz der l eitigstcu (Gegenreden seiner de> seren Ebehälste lickt einichloß, dem Studenten 200 Mark zu leihen. Tic Zeit verging im Fluge, und ltvch immer batte der Siudcni. der jetzt schon au, einer anderen Universität weilte, das entliehene Gelv nicht zurückgczahlr. Unterdessen hatte der Geprellte die btt tersten Vvrwürse in seiner trauten Häusüchleit auszuhalten. Als er jedoN) dielcr überdrüssig lvar, entschloß er sich zn solgenden, Ausweg: Ec sandte an den Studenten 200 Mark mit dem SV merken, diese taiori ivicdrc an ihn zurückzu lenden, damit seine Frau endlich kesri^ngt wäre: und siehe, nach wenigen Wochen ichon faubic der Student 100 Mark vvn dem geschickten Geld" an den hiesigen Bürger zurück mit dem. Bersprcchen, den Rest baldigst folgen zu lassen. Bei Erhalt dieser 100 Mark weinte die Frau vor Rührung über den ehrlichen Stndenlcn.
Kleine Mittel! u I, g c n. In Fauerbach bei Nidda und in Michel »an hielt Millionär Gntbrob aus ttameruu Miisionsalcndc ab, die sehr gut besuch: waren. — Am Sonntag stürzte in Roth ein ctiva lOjähriges Mädchen beim Schlittschuh lausen und erlitt einen tödlichen Schädclbruch. — In Scnlberg ist Bürgermeister a. D. Stnmpff, der erst vor einigen Woche» in de» Ruhestand trat, am lütontag nach kurzer Krankheit gestorben. In Blofeld erlitt ein 16jährige- Mädchcii infolge des Glatteises einen schweren Knöchel - b r u ch.
Landkreis Gießen.
S. Lang -Göns, 2. Febr. Heute wurde die Feld- und Walvjagd ,,i drei Revieren verpachtet. Revier 1 pachteten Anton Brücket, Landwirt zu Kirch-Göns, und Jobs. WeberV., Land wir! zu Lang-GönS, zum Preise von 1115 Mk. Revier 2 vachtcte Molkereibesttzer Pdü.Freh, Lang-Göns, für 800Mk., Revier:> »achtete Molkereikneektor P reu sehe, Nicder-Wöllstadt iür 660 Mark. Der Erlös brachte 665Mk. mehr als bei der letzten Per Pachtung.
Kreis Büdilistc».
v. Bad S a l z h a u s e n , 3. Febr. Tic erste Bürger- IN eiste rwa bl ist out den 10.März festgesetzt worbe». Tic Zahl der Wablbcrechtigtcn beträgt 17. Beigeordneter Rövcr ist bereif, die Wahl als Bürgermeister anzunehmen.
Kreis Fricdbcrg.
I,. F r i e d b i r g, 2. Febr. Tie alle G ü t e r h a I l e nebst AbkertigungSb.ircau wurde» bisher noch benutzt. Jetzt >st die neue Halle „sbst Burcaurännie» iertiggestellt. Es ist dies ein drei stockiges inasüveS Gebniidc, welches anher de» Geschäitsröumen »och zwei Dienstivobnnnqen bat. Das lvebände flcbi im nc»e>. Gülerbahnlioke in, Stadtteil Fauerbach. In der allernächsten Zeit werde» Güterhalle »nd cklbi«rtig»»gSrä»>ne bezogen.
ch- B » tz b a ch, 3. Febr. Ter I g g d.b e z I r r O st b e i m e r Wald si,Sko!>!ch>, der bisher an ein Konloltini» von Landwirten sür vbl Mk. IahreSvacht verpaelilet war. wurde bei der Neu- vcrpaelstnng sür 10,0 Alk. an Gencral-LnitdschailSdire'tor Guß- stad t, z. Zt. „> 6>>eße», den, Höebsto,elenden, znaeschlngen.
veremsnachrichten.
— Die c Verein chcm. Kolonialkrieger Gießen dielt am vergangenen Samstag sein diesjähriges Atzntersest, ver^ bundcn mit der Feier des Geburtstages des Kaisers im Cos»' Leib ab. Schon lange vor der sestgesetzicil Stunde lvar der Saal überiüllt. Ten Prolog iprach Kamerad Dotzcnrod. Umlauf ein lebendes Bild: „Huldigung an den Kaiser" gestellt ivurd» In der von dem ersten Vorsitzenden, Kamerad' Rcchtsamval, Kaufmann gehaltenen Festrede wurden zunächst die Abordnungen des Offizierskorps und der Untcrofsiziersvercinc des Regiments sowie der hiesigen Hassiavereinc begrüßt. Dann ging der Redner i„ kurzen Worten auf die Entwicklung Deutschlands zur Welttvirtschast ein. die mit der Rcgierungszcit des Kaisers zu- sammcnsallc. Diesem, als dem erhabenen Regimentschef galt sein begeistert ausgenommencs Hurra. Je 10 Damen und Herren »eigten daraus in den Kostümen der Biebernieierzett die zierlichen Figuren einer Francaise, die von Kamerad Loeb eingeübt war und reichen Beifall erntete. Der gespielte Einakter: „Die Waffen sind ichars" fand stürn,sichen Beifall, zumal.die Darsteller csiie ganz hervorragende Leistung boten. Zum Schluß wurden unter Mstwirkung von Monitschai.e» des Regiments lebende Bilder „Au! der Wacht" gezeigt, die gut gelimgen lvaren. Trotz oer Reichhaltigkeit der Fcstordnnng konnte kurz nach 12 Uhr der Ball beginne», der bis zum frühen Morgen dauerte. Tic Musik war von der Kavclle des Regiments gestellt.
— Der Verein chcm. Kolonialkrieger Gießen und Umgegend feierte an, Sonntag nachmittag im Bercinslokal „Hal erkasten" Kaisers Geburtslag. Ter Vorsitzende. Eisenbahn Gclnlsc Stephan, begrüßte die Anwesenden und gedach e der Zeit vvn 1813—1918. Hieraus hielt Kamerad Postschajiucr M o 1, v einen Vortrag über seine Erlebnisse im Hottentottenscldzuge 1901/07. — Es wurde beschlossen, daß in nächster Zeit »ach einige Vorträge abgcbalicn lvcrdcn sollen, wobei Lichtbilder, die von Kameraden in Tculsch Ost und Deutsch-Südwcst-Asrika auf genommen wurden, vorgesührt werden.
x ‘ . —n . ^ * v k * 1 ' i.# kius Oll wlllUlIÜ'ir
5119 Mk. Tie Rechtsberatungsstelle bat sich im letzten Jahre gut ciitlvickclt. Die B au a c II a s s cn s cha f t hat kein« neuen Häuser gebaut, weil keine diesbezüglichen Gesuche ein gegangen sind. Die Elisabeth-Klei tsiki „ders chülc erfreut sich eines regen StciuchrS. Im Anschluß an die Bcwil ligung des Beitrags sür den Pcibandssckrctär wird t» r Sb ,
allseitig zugestimmt
Ter bish. Boilitzeiide Oberbiblwthekar Dr. ö c u s c r lvurdr untei dem Ausdruck des Tankes einstimmig wiedergcwihlt. 'Iscu in dm, Vor,fand, tamen d,c Herren Gg. Horst, Bahnarbeiter und Lei- tungsai,sicher Becker. Einem Antrag, die silründung von Evang Arbettcroercinen in der Umgebung von Gießen in die Wege n, letten, wurde zuqestimmt.
L^en-Linden..!. Febr. Der Krj c g er ve r e i n feierte ani o. h vollbesetztem. <^aale sein Winterfest, das
™ lt -nat|er;]cburtö^a^sfeier verbunden lvar. Der Vorsitzende,
Samtatsrat Tr., Platz, lnelt eine Llnspracke und brachte dac' .vvch aus den tarier auo. Lx»nn ianv unter den Bereinsmitglie dern eine Verlosung ftatl. Die flott »gespielten Theaterstücke und ein tan ^ cn alI 9cntcincit Beifall. Daran schlosz sich
^ i e i n b e r g ( ftr. (Niesten), 2. TvoBr. Eonntaa beit 1 ui 1 \lir° ^ C 'r 0PC 1 ci 11 "Tugendsrenn'd" im Gast Gäste ^an „nü lähnges Stistnngssest. Zahlreich waren
Karl st?1'il on ÜÄ« 'srn zu der Feier erschienen. Präsident keblenenen eII [ e ,^rze 'Ansprache und begrüßte die er
schienenen Gaste, darauf folgten Musis und Gesanasvorträae wnne Theaterstücke, welche s,°n gespielt wurden
der biesiae "Turnv»«-!'» " ^' 2 -Gestern abend veranstaltete
erbaEn S-al^L! L.'ä^-'»^^"t,chlaiid" in dem neu
abend Vckm?er B« -geselligen Familien
sodaiin sabrten h;.* f,I( L It nttc patriotische Rede über 1813
br?? Thea ?rftürf- ^'rkhengesangvereinls
Dta s heaterltücke Boi, a» htc sich ein Tänzchen schloß.
i» geslern vom Eifcnbabnvercin Nidd«
>>i Kraus Saa,ba„ veranftaltetc Geburtstags,c,,-r des Kaisers rr.
am AnGrachen f i attci1 Uschs. Die Feier an, Nachmittag bestand n"ar aÄ ? nb Theatervorführunsten und
irai w anegf, dal, die lehr entfernt wohnenden älteren Besucher


