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Nr. 28

Ter eitj«#« »zeiget

ecidjrin» täglich, anßer Sonntag?- - Beilagen: viermal wöchentlich «ießrnetjamiürndlätter;

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iLienetaq unbftreiTant; zweimal nionatl. £anb= wirtlchastliche öeifttaqen ernivrech - Anschlüße: hir die SHcboftion 112, Verlag ». Expedition 6t Adresse inr Tevelchen: Anzeiger «ießcn. Annahme »an Anzeigen tür die Tagegtiiinunec dir vorniütaKt ll 'Ihr.

Erster

Blatt

!64. Jahrgang

Dienstag. 3. §ebruar

r Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Rolativnrdrnck untz Verlag 6er vrühl'schrn Univ. Buch- u,d Stein5rutferei R. Lange. Reßattian, Lrptßition und vruckerei: Zchulftrahe 7.

Vezua»»ret>:

nionntlich?» PI., viertel- sährlich 'Sit. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen »ronatlich 66 Pi.; durch diePost A!k.2. viertel« jährl. ausschl. Beücllg. Zeilenvreis: lokal 16 Ps, ausivärts 20 Pleiiniq. Chesredakteur: A Goetz. Berantwortlich Inr den volit. Teil: 2I»g. Goetz; für »Fenittelon", ,Ber- miicbtcS' und »Gerichls» fanl": Karl Neurath; lür .Stad! »nd Land": Kurt Bendt; Inr den Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

TagcskalcnSct aus -cm Jahre 18t4.

3, Februar; Friedenskongreß z» Chaiillon a. d. Seine, ver anlaßt durch Napoleons glückliche Eriolac. Gefecht hei üa Chaussee, südlick von Chnlons sur Marne, in dem die Franzosen geschlagen werden.

Derneue Kars 4 * in Elsaß-Lothringen.

Aus Berlin wird uns geschrieben;

Tie ruhige Ausnahme, ivelche die Ernennung des Ober- präsidialrates Grafen von Roedern zum Staats­sekretär in den Reichslanden gesunden hat, darf als ein günstiges Vorzeichen dafür ausgenominen werden, das; sich dort nach den heftigen unheilvollen Zabcrn-Stürmen all­gemach eine leidenschaftslosere Ansfassnng der Tinge durch­setzt. Wenn man sich in Elsaß-Lothringen, wie von dorther berichtet wird, aus den Standpunkt stellt, daß man die Taten der neuen Männer abwartcn wolle, so ist das ein Standpunkt, der nur mit Befriedigung begrüßt werden darf. Man dürfte von diesen Taten übrig ms durchaus nicht io schnell hören, nicht nur, weil der Statthalter Gros Wedel sich bereit erklärt hat, noch mehrere Monate im Amte zu bleiben, sondern weil die zu erwgrtenden Täten um so wirkungsvoller sein ipertzen, je mehr sie sich in aller Ruhe und Stille abspielen. Handelt es sich doch hierbei nicht uni Taten nach außen hin, sondern um solche, die sich iui Innern abspiclen werden, um die mit ruhiger Festib- teit vorzunchmende Beseitigung der Mißstände, welche die Vorbedingungen des Falles Zab.'rn gebildet haben, wobei die Wiederherstellung des unterbrochenen Kontaktes zwi­schen Zivil- und Militärbehörden selbstverständlich in erster Reihe stehen wird.

Graf v. R o e d c r » , aus den es jetzt in erster Reihe ankoinmt, wird von denen, die mit ihm dienstlich in Füh­lung standen, als eine zielsichere und durchaus selbständige Persönlichkeit geschildert, aber cS wird ihm zugleich all­gemein ein liebenswürdiges und entgegenkommendes Wesen nachaerühint, vor alleni auch i» den Kreisen des Berliner Magistrats, zu dem er ja dienstlich in nahen Beziehungen stand. Taß Graf V. R oe d c r n nicht der von manchen Kreisen gefürchtete Mann der starken Faust ist, welcher eine Der- geltungspolitil treiben will, darf als selbstverständlich gel­len, und man kann von ihm vielmehr erwarten, daß er mit ruhiger Energie und steter Konsequenz «ersuchen wird, die vorhandenen Mißstände zu beseitigen, die (Gegensätze m mildern und das, was wirtlichkaput" ist, zn heilen.

_ Taß den leitenden Stellen nichts ferner liegt, als durch einseitige Entscheidungen die Wiederkehr normaler Verhält­nisse in Elsaß-Lothringen zu erschweren, hat ja am deut­lichste» die Versetzung der beiden Offiziere gezeigt, deren Verhalten bei der reichsiändischen Bevölkerung ani ineisten Anstoß erregt hat, des Obersten v. Reuter, der nach Frankfurt a. O. und des Leutnants F r c i h. v. F o r st n c r , der nach Bromberg versetzt wurde. Wenn für die Entfernung des Obersten v. Reuter aus den Reichslanden eine besonders auszeichncnde Form gewählt wurde, indem er an die Spitze desjenigen Regimentes (des Grenadier-Regimentes Prinz Karl von Preußen) gestellt wurde, als dessen Kommandeur

sein Vater im Jahre 1870 auf reichHlündischem Boden den Heldentod gefunden hat, so wird man angesichts des Aus­gangs des Reuter-Prozesses hierfür auch in bürgerlichen | Kreisen volles Verständnis haben, umso mehr, da sa das Gegenstück dazu die Berufung des bisherigen Staatssekretärs Zorn v. Bulach in die elsaß-lothringische Erste Kammer und die Verleihung hoher Ordensauszeichnungen an die anderen Mitglieder der reichsländischen Regierung bildet.

Erhellt schon hieraus die Entschlossenheit der maßgeben­den Kreise, di: Gegensätze nicht zu verschärfen, sondern zu mildern, so dürsten auch die weiteren Maßnahmen bekun­den, daß eben diese Taktik, vereint mit dem entschiedenen' Willen, den Treibereien der gewohnheitsmäßige» lluruhe- stister mit aller Energie entgegenzutreten, der neue Kurs sein wird. Zu diesen Maßnahmen dürfte voraussicht­lich die ,baldige Rückkehr der Reununhnenn» zigcrnachZabern und eine fiir das ganze Reichsgebiet gültige und zweifelsfreie Festlegung der Bestimmungen über den Wassengebrauch des Militärs sein. Jedenfalls lassen schon die bisherigen Maßnahme,! der Reichsrcgierung er­kennen, daß auch der neue Kurs in Elsaß-Lothringen von jenem Geiste der Versöhnlichkeit erfüllt sein wird, ans den das Wort zutrifft, ivclches der Reichskanzler v. Bethmann Hollwcg unlängst in einem Schreiben an den Geschichts­forscher Lamprecht geprägt hat; Es ist ein naiver Glaube, daß, was die Gewalt gewonnen hat, die Gewalt allein auf die Tauer behaupten kann!

Staatssekretär Graf v. ;Iioedern und Unter» staatSsekrctär Freiherr v. Stein sind am gestrigen Montag aus Berlin in Straß bürg cingctroffen. Beide Herren wurden bereits um 12 Uhr vom kaiserlichen Statt­halter Grafen von Wedel empfangen.

Krcisdirektor Mahl in Zabern wurde vom l. Februar ab nach Thann int Oberelsaß und Kreisdircktor Tr. B e t> e r l c i n von Thann nach Zaber» versetzt.

Art» ßeftien.

hl. Friedberg, 2. Fcbr Unter dem Vorsitz des Proiestors Gebhard (Friedbcrg) hat sich gestern eine konservative Vereinigung für das Großherzogtum Hessen gebildet Ter neuen politischen Gruppe traten sofort 60 Personen ans allen Lan- desteilen bei.

Dcritfchs» NercÄ»

V e r e f a ch nii g des K a n zle i w c s e n s. Zur zweiten Beratung des Voranschlags fiir den Reichskanzler beantragt der Mg. Mumm (Wirtsch. Vgg.s, den Reichs­kanzler zu ersuchen, eine Resorni des Kanzleilvesens im Geschäftsgang der Reichsbehörden im Sinne der Verein­fachung und Modernisierung in die Wege zn leiten.'

Ein Reichsschulamt'? Zur zweiten Beratung des Voranschlags für das Reichsamt des Innern beantragt die Fortschrittliche Volkspartei des Reichstages, den Reichs­kanzler zu ersuchen, die Reichsschulkommission zu einem R e i ch S s chul arn t ouszulmucn, daS, ohne legislatorische, administrative und disziplinäre Befugnis zu haben, zum Studium des ausländischen Schulwesens und als Anre- gungs- und Beratungsstelle des gesamten deutschen Schul­wesens dient.

Die nationallibcralc Fraktion des prenß. Abgeordnetenhauses hat den Antrag gestellt, 1. die

Gictzenev Aonzertvcrel».

8. Konzert: 1. Kirchenkonzert.

Gießen, 3. Februar.,

Ter zweite Meininger Tag ivar einer Ausführung des größten Monumentalwerkes Joh. Seb. Bachs, der Matthäusvassion gewid­met. Um es gleich auszusprechen: Tcr Gesemteindruck der gestrigen Auiiührung war ein äußerst günstiger; und man braucht dabei nicht einmal die Tatsache in Betracht zu tieften. daß die drei Hauptiakkoreu sonst im Leben ziemlich fern voneinander wirken: Dirigent und Chor. Orchester. Solisten; den» durch musikalische Bande ist doch ei» festes Gefühl der steten Zusammengehörigkeit vorhanden und braucht dann nur Iwch von einer echte» Mllsizier- sreudigkeit getragen zu werden, um so nachhaltige Genüsse spenden zu können wie gestern.

Ueber das Werk selbst, sei es gekürzt oder, wie es in den letzten Jahren,in Berlin und München auch ungekürzt vorzutragen ver- mckit ivuröe. brauche ich wohl nichts mebr zu schreiben. Es ist jetzt eigentlich das im besten Sinne populärste Vokal- und Instrumen­tal Werk uild wird in jeder musikliebenden Stadl satt jährlich je einmal ausgeiübrt. Es sei alko an dieser Stelle dem Vorstand des Konzertvereins für die Wiederwahl der gewaltigen Schichtung der herzliche Tank aller derer ausgesprochen, die der gestrigen Auf­führung latlschen dursten.

Bon allen, die sich um die Aussührring verdient Mächten, inöchte irti an erster Stelle Pros. Trantmann, den unermüdlichen, für das munlalische Wodl Gießens so bochverdienten und dabei so selbst - losen Mann nennen, der wieder einmal bezeugte, was alles durch echte Musikalität erreicht werden kann. Wenn ihm auch gestern ein so herrliches Orchester wie die Meininger Hoskapelle. die gestern einen hervorragend glücklichen Tag hatte, und ausgezeich­nete Solisten, wie ein vrächtig studierter Chor inr Verfü­gung standen, so müssen diese Teile aber doch erst zu einem großen Ganzen verbunden werden und Prosessor Trautmann lat es mit sicherer, starker Hand. Es hat dabei gar nichts zn sagen, wenn einmal irgendwo rm Chor eine Kleinigkeit passiert, im Gegenteil ein ganz kleiner Teil von Crden- schwacll: muß auch solchen seltenen Stunden anbaiten. Ich inöchte vier lieber ani verschiedene im klanglichen Sinne wrrklich ausge­zeichnet bewältigte Cböre Hinweisen, so den tresstichen Einleitungs» ckor, der Ebor ..so schlaien unsere Sünden ein", de» machtvoll wie- dcrgegebenen Ebor ..sind Blitze sind Donner", den m Ausbau uno Nuancierung äußern schwierigen, ^aber nicht minder ausge­zeichneten ChorO Mensch bewein dein Sünde groß" und noch viele andere Einzelheiten, aus die hier einzugehen es an Platz mangelt. Tie Cboräle. besonder». ..o Haupt voll Blut und Wunden", wuroen alle bis ins kleinste «»--gearbeitet vorgetragen uno hier konnte man in Trautmali» den erwhrenen Chormeister bewundern. Eigens erwähnt sei die seine Unterstreichung der Fermaten in den Chorälen und zwar in lange und in kurze, die auch bei sonst sehr guten

ussührnngen meist übersehen wird. Tie Solisten waren durchiveg inz hervorragend. Frau Eva B r^i b» besitzt eine klarend arme Sopranstimme von trefflicher Schuluitg und etwas dunklem nterton, so daß die Stimme zu der von Frl. Tilln K.oeneit! ngst berühmten wunderbaren Altstimme anis feinste harmo- ene Beide Sängerinnen beherrschen den Oratorienstil aus- zeichnet und Ihitten »wbl für ihre wundervoll gesungene!, Par rtt herzlichste» Beifall gefunden, würde Nicht der Ort und I» >l! der Aussührnng solch laute Kiinögebungen verbieten. L.rs eiche ist von den drei Männerstimmen zu sagen. Henry Set m s- ädier als Evangelist, Adolf Müller als Chroms »nd Gustav chlatter für die verschiedene,, Baßparlien- die er einzeln ich im Ton sehr gut ckrarolteriiierte. bestntien ,n wärmstem Bor aa deutlicher Aussprache und hoher Gesangstechnik auch bette reit Platz Volles Lob verdient der Konzertmeister für sein äußerst ares abgetöntes Spiel des Violinsolos. Tie evangelische Knaben iule stellte ungemein hell Ilingenoe Stimmen zur Vertagung und r der Orgel waltete mit Umsicht .Herr Otto Gorlach lernes

mt f£ie Meininger Tage sind nun vorbei. Gießen darf ivohl Kz sein solche Tage erleben zn könnennd kann die erhaltenen >hen Eindrücke nicht besser guittieren, als Pros. M-r Reger n ausrichtigiten Tank zu sagen. daN er Iint inner auserleienen nnülerkapelle hier wieder cinzog und ihn bitten, auch nach,,es abr wieder durch seine einzig dastehende Künttlerichatt rcmttc usikalische Genüsse zu spenden. An, lrohes Wieder,ehe»!

lm gestrige,! Konzertbericht bat sich ein Druckfehler einge­schlichen, der den Satzinhalt ganz entstellt ; es muß erste Spalte, vor- letzte Zeile,unterstreicht" und nichtstreicht" heitzcn.

Rhtinhessischer Vorstag sür Volksbildung.

Jn> Rahmen der Bestrebungen des Rhein-Mainischen P;r- bandes sür Volksbildung wurde ei» neuer Versuch durchgeführt, un, der Bolksbildungsarbeit aut dem stachen Lande zu festeren Fonnen zu verhelfen. Tie Arbeitsrrihe der Mittwintermonat: erschien den, Volksbrldungsverein Elsheim in Rheinhessen unter der Zeitung des Pfarrers Fresenius als günstiger Anlaß zu einer größeren VeranNaltung sür geistige Betätigung. Er richtete einen ans 3 Tage berechnetenRheinhesfischen Tvrstag sür Volksbildung" 'ein. 'der den Bewohnern des Ortes Ge­legenheit zu geistiger Weckung und geistige Darbietungen geben sollte. Was sonst an anderen Orten an Volksbildungsarbeit ver­teilt durch den ganzen Winter hindurchgeht, das zog dieser Verein au, zusaminenhängende BeranstalMngen für eine halbe Woche zu­sammen.

Ani Sonntag ivurde mck einer Volksunterhaltungsveranstal. tiing begonnen, der eine kleine Eröffnungsfeier vorausging, bei

StaatSrcgieruug um Mitteilung der von dem Minister des Innern in der Sitzung von, 11. Januar 1014 erwähnten Anweisung an die Oberpräsidenten - wegen des Erlasses von Polizerverordnungeu zum Schutze der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung, der Person und des Eigen­tums sowie um Auskunft darüber zu ersuchen, in welcher Art und in welchem Umsang der Anweisung entsprochen ist; 2. die Staatsrcgrcrung ferner zu ersuchen, die örtlichen Polizeibehörden und Exckutivbeamten anzuhalten, sobald bei Ausbruch einer Arbcitsstre itigkeit eine Stö­rung der öffentlichen Sicherheit, Ruhe undOrd- nung^ insbesondere durch Belästigungen Arbeits­williger, festgestcllt oder zu besorgen ist, in Anwendung und in Gemäßheit des bestehenden Rechts und der mtü Grund dieses Rechts erlassenen Polizetverordnungen unter sorgfältiger Wahrung der Koalitionsfreiheit dem Mißbrauch dieser Freiheit in der Richtung eines Koalifionszwanges unverzüglich und nachdrücklich entgegenzutreten.

Das Bismarck-Nativnaldenkmal undder Bis­marck Film. Tie Eiko Film-Geiellschasi hat dem Verein zur Errrchmng eines Bismarck-Nationaldenknials aut der Eliscnhöhe bei Bingerbrück-Brngen, E. V., einen Teil des Ertrages aus denr von ihr hergestellten Bismarck-Filnt zur Verfügung ge­stellt. Der Verein hat, nachdem er_ sich überzeugt hat, daß der Film in höchstem Grade würdig ist, mit der Propaganda für ein Bisinarck-Nationaldenkmal in Verbindung gebracht zu werden, dieses Llnerbietea angenommen und wird mit allen Mitteln seiner Organisation dasur eintreten, daß der Bismarck-Film den weitesten Kreisen des deutschen Volkes zugänglich gemacht wird.

2l»lanv.

Tie italienische Finanzpolitik. In einer Not« der Agenza Stesani werden die Finanzmaßnahmen ausgezählt, welche die Regierung der Kammer vorlegen wird. Die Vorlage umfaßt u. a. Aenderungen dcr Erbschastssteuer und der Stempel gebühren, indem sie die Eintrittskarten zn den besseren Plätzen der Kinematogravhen-Theater einer Stempelgebühr unterwerfen, sermer eine Erhöhung der Be­steuerung von Privatautomobilen. Die Gesamtcinnahme aus diesen Reformen irsird ans 47 Mili-owen beziffert.

Der französische K am meraus schuß für aus­wärtige und Kolonialan g eleg en hei ten hat den Ge- setzentwurt über eine Anleihe von 175 Millionen für Fran- zösisch-Aeauatorral-Asrrka seine Znftinmiung erteilt. Die An­leihe ist zum großen Teil sür die Herstellinig mehrerer Eisen- b a h n l i ii i e ii bestimmt.

Ein A » s st a n d » o n V o l k s s ch >, l l >; h r e rn. In Here ford-Sbire begann ein Ausstand von Boiksschullehrern. Nicht weniger als 230 Lehrer haben gekündigt und über 50 Schulen müssen ganz geschlossen werden, während in vielen anderen der Unterricht wegen .Mangel an Lehrfiniten eingeschränkt werden wird. Tie Ursache des Streiks liegt in Gehaltsverhältnissen.

Kämpfe in M a r o k k o. Aus Tetnan wird genieldet; Die Streitkräfte des Generals Bclleguir Terres sind in der Umgebung von Melallen von zahlreickten Feinde» angegriffen worden. Der Feind batte 50 Tote und zahlreiche Verwundete; er verlor zahlreiche Gefangene. Ein Major, ein Leutnant und 16 Soldaten sind getötet worden, 5 Offiziere und 22 Soldaten würden verwundet.

DreRevolutionausHaiti. Aus Port au-Prince wird genieldet; Ter deutsche KreuzerBrneta" ist nach Go- naives abgefahren, wo ein scharfer Kamp, zwischen den Anhängern der beiden rivalisierenden Führer der Revolution statt geftinden hat. *

der Pfarrer Fresenius namens des. Ortsvercins und der Ber- bandsgeschäftsrübrer Gg. Volk aus Frankfurt namens des Rhein- Mainischen Verbandes sür Volksbildung sprachen. Den Gegen­stand der efitcn Abendveranstaltung bildeten unsere deutschen Volksniärchen »ach der Grimmscher Sammlung mit Vorlesungen von Frl. Meline Müller aus Wetzlar und unter Vorführung der Ubelohdeschen Märchenbilder, wozu der Turmverlag in Leip­zig vräck?tige Lichtbilder geliefert batte. Frl. Schröter aus Frank- snrt a. M. trug passende Lieder vor und zwei iunge Instrumental» tünstler erneuten die Anwesenden durche.Klavier- und Jnstrumen talvorträge. die alle in die Stimmung des Abends hineinvaßten. Am näckisten Tag vorm. 10 Ubr begannen die Vorträge des rheinhessischen (Geschichtsforschers und Erzählers Pfarrer Beckt- lolsheimer in Gießen überR heinhessen rn der Zeit der N a v o l e o n i s ch e n Kriege bis zur G e g e n w a r t". Der gründlich durchgearbeitete und Nlft großer Wärme vorgetragene Tloi, teftette die am Bor »nd Nachmittag ersckücnene, de» ganzen Saal des Torftvirtshauses füllende Zuhörerichast, Männer und Frauen auss lebhafteste. An die Vorträge schlossen sich Fragen und Anregungen zur geschichtlichen Laienheimatsorschiing an. Der Llbend des zweiten Tages gehörte einer Valksunterhaltungsveran- mng mit dem Thema Heimat. Im Mittelpunkt stand sie An­sprache des Pfarrers Fresenius. Als Künstler wirkten Frl. Hennn Weil aus Mainz (Rezrlationh Frl. Scktäier aus Biebrich sowie die Künstler des vorhergehenden Abends mit. Ter dritte Tag brachte vormittag eine Einführung in die Aufgaben und Methode der ländlichen Volksbildungsarbeit unter beionderer Betonung der zurzeit im Vordergrund des Interesses stehenden Jugend­pflege und unter Hinweis der Notwendigkeit der Verbindung aller geistigen Volkswohlfabrtspslege mit dein Volksleben. Am Nach­mittag sprach Herr Ingenieur Fischer aus Frankftiri a. M. über die Geologie Rheinhessens.

Bei dem Dorstag waren nicht allein die Beivohner des Ortes, sondern Teilnehmer ans 15 Orten des Selztals anwesend. Eine kleine Ausstellung sorgte für Verbreitung giiter und billiger Bücher und Bilder.

Prosessor Ehrlichs neue Pläne. Der zur Er­holung in Paris weilende Proiessor Ehrlich äußerte sich anläß­lich eines Besuches im Pasteurinstitut: ..Meine Forschungen gelten jetzt der Kombination des Salversan mit metallüchen Zusammen­setzungen, vornehmlich mit Kup'er oder Gold. Ich ivill das Sal- versa» mit einer neuen Wirkungskrast gegen die Parasiten ans- Itatten. Vielleicht wird es mir gelingen, durch Zniäminenietzung von Knpserialzen die Schlafkranklieit endgültig zu bekämvsen. Das ist ein neuer Weg aus dem Gcbietc-der Chemotherapie. Tie Zu­kunft gehört nach meiner Ansicht nicht mehr den I m p - tungen, der Prophnlaxe und Serumtheravie, son­dern dem Radium und den L-Strahlen, die »och lange nicht ausgebildet find." , . .