®eiit' ;u jüöicii, daß tt durch Usiupiehlmiii, Beschassuug und Verbreitung von gute», nicht tu teueren Volks und Jugend lchrijte», sowie in Bildern besonders auch in den Kreisen der Minderbemittelten das vorhandene LcscbcdürsniS bcsriedigen Inlil und den, Verlangen nach geschmackvoller Ausschmück- »»g von Haus »nd Heim cntgegenkommt, Die Beslrebungen des Vereins richten sich namentlich auch gegen die A u s w n ch s c der k i n e m a t o g r a v h i s ch c n D a r st c l - l u n g c n , und er veranstaltet zur Erreichung dieser Ziele besonders Vorträge, Bücher und Bildcrausslellungcn, unter stützt Volks-, Schul- und Arbeiterbibliotheken, gibt auch selbst volkstümliche Schriiten heraus, Bloße Abiochrmaßregeln seien dabei nicht ausreichend, sondern cs inüssc dem bildinigs- üedürstigen Volke auch Genuß und Befriedigung aus dein reichen Schatz von Kunst und Literatur geboten und namentlich den minderbemittelten Volkstreiscn gezeigt iocrdcn, dost inan auch mit geringen Mittel» Schätze erwerben kanii, ES ivcrden deshalb etwa 120 Wanderausstellungen in kleinem Maßstabe im Lause des Winters in allen drc, Provinzen veranstaltet und »ebei, Scftritttiim und Bildwerken auch die Kinobilder mit in den Bereich des Ausstellung gezogen werden, — Im Anschluß au die Rede ersolgte dann ein Rundgang durch die Ausstellung, Rach Schlust der Besichtigung hielt Professor Brunner (Berlin), der literarische Beirat des Berliner Polizeipräsidiums, unter kinematograpbischer Vorführung von Filmausschnilten einen sehr interessanten Bortrag über das Thema „Der Kincmatograph von beute — eine BolkSgefahr", worin der Redner in längeren Ansfüh- rungen und unter Vorzeigung zahlreicher Beweisstücke die in der heutigen Ausartung zutage getretenen Schädigungen unseres Volkslebens in sittlicher und ästhetischer Hinsicht illustrierte.
Deutsche» Reick.
Da? KrönungS- und O rdcnSsest wurde am gestrigen Sonntag im Königs, Schlosse in Berlin nach alter 'Sitte gefeiert. Es wurde» zahlreiche Ordcnsauszcichnungen verliehene der von den Zaberncr Vorfällen her bekannte Oberst v, Reuter hat den Roten Adlerorden 0, Klasse erhallen, was z, B, dem „Berliner Tageblatt" Anlaß zu kritischen Bemerkungen gibt, die aber unberechtigt sind. Der Oberst ist freigesprochen, und es lag kein Anlast vor, ihm etwas vorzuenthalten, was ihm infolge seines Dienstalters zugedacht war.
Die Beratung der neuen Anfragen über die Zaberncr Vorgänge lvird im Reichstage erst am kommcudcn Donnerstag oder Freitag stattsinden. da der Reichskanzler sich gesundheitlich nicht ganz wohl fühlt,
Ucber die Einbringung von Anträgen mit dem Ziele, die Rechte des Militärs bei Un- ruheneinzu schränken, fanden am Samstag im Reichst- tage Befvrechungen zwischen dem Zentrum und den liberalen Parteien statt. Zu einer endgültige» Entscheidung ist es noch nicht gekommen, da die Formulierung der Anträge Schwierigkeiten macht. Es wird auch daraus hingearbeitel, geinein- fouic Anträge cinzubringen. Auch die Sozialdemokraten bereiten ähnliche Anträge vor, die sich auch ans die Rcsorin 'xs Militärstrafrechts beziehen.
Die Hauptergebnisse der Veranlagung z u r Ei n t o m m e n st c u c r in P r c u st c n für das Jahr 1010 sind dem prenhischcn Abgeordncleiihansc zugegangcn. Der M c h r b e i t r a g an Einkommensteuer beläuft sich gegen 1012 ans 24985139 Ml, Mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mk, sind veranlagt worden 829009 Zcnsitcn und zwar in den Städten 617 836, ans dem Lande 211 173, Ein- kommensteuersrei waren 8698006 Personen oder 21,36° der Bevölkerung, Ei» Einkommen von 900 Mk, bis 30M Mk. chatten 6 489 373 Personen oder fast 16°» der Bevölkerung, Mehr als eine halbe Million Mark versteuerten 331 Personen,
Das preuhischc Abgeordnetenhaus beriet lun Samstag das Wohnungsgesetz, mit dem den vielfach geradezu jammervollen Vcrhällnissen auf diesem Gebiete be gegnct werden soll. Der Handelsminister Dr, Judo w gab dem Entwuri ein Geleitwort mit, in dem seine Notwendigkeit eindringlich begrüidet wurde, er konulc indes nicht hindern, daß die Meinungen des Hauses recht geteilt waren. So will der Aag. v, .Hasse kl (Kons,) von der Ausdehnung des Gc- 0'ctzcs auf das platte Land nichts wisse», Das Zentrum >steht den, Entwurf, wie der Aög, Tr, Wuermeliug bekannt gab, spinpathisch gegenüber, wünscht indes eine genaue llinschreihung, ob das Gesetz nur für die Städte oder auch iür das Land gelten soll. Auch der ALg, K ü „ z e r (Natl,) begrüßte den Entwurf, fürchtet von ihm jedoch eine starke Beeinträchtigung der Selbstverwaltung der Gemeinden, die in dem Entwurf nach seiner Meinung überhaupt schleck» weg komme». Mit einem trockenen und einem nasse» Auge blickt der Abg. L ü d i d e (Freikons.) auf den Entwurf, Tie Grundlinien erscheinen ihm richtig, aber die Motive, wie Verhinderung „ungesunder Bodenspekulation" »sw, gefallen ihm nick», Abg, Dr. Flesch (Vp,) spricht sich iür das Gesetz aus, hält aber in Einzelheiten Verbesserungen für notwendig. Der Entwurf wurde schließlich an einen Ansschnß verwiesen.
Aus Elsaß-rLothringen, Vor dem Kaisers. Rat Rekurs-Gericht) wurde am Samstag vormittag der Rekurs des Präsidenten des Souvenir A l s a c i c n L o r r a i n gegen die Auslösung dieses Vereins verhandelt. Als Rekurs träger trat heute der Vizepräsident des Vereins, Rechtsanwalt Helmer (Colmar), aui. In drcieinhalbstündiger Verhandlung wurde in anssührlichcr Weise die Betätigung des Souvenir Francais und auch des Souvenir Alfacien Lorrain zur Sprache gebracht und von dem Anklagevertreter Eeh, RegicrnngSrat Reinhard, an.Hand zahlreicher Bcwcis' miktel ausgeiührk, die Regierung habe die Ucbcrzcugnng, daß der Souvenir Alsacicn Lorrain die Fortsetzung des Souvenir Francais war, und ebenso wie dieser nicht ausschließlich die Pslicbt des Totenkulles bezweckte, sondern volitischc Bestie ,Bungen, die eine Lnsreistung von, deutschen Vaterlandc her beisühren sollten. Auf Grund dessen sei auch am 23, Januar 1913 die Auslösung verfügt worden, Rechtsamvalt Helmer wandte sich in scharfer und sehr erregter Weiic gegen diese Auslösung und insbesondere gegen das Urteil der Strafkammer von Metz, die am 23 November 1913 das Urteil des Schöffengerichts anshob und wegen Nichteinreichnng der Mitgliederliste den Präsidenten Herrn Jean zu 60 Mi, Geld strafe verurleilte. Die Urteilsverkündung ivurde ans den 21, Januar festgesetzt,
_ Zur Bild» ng eines Preußeubundes fand am Sonntag nachmftt. im vreußstch, Avgwrdnetenbausc ein von Damen und Herren besuchter Preußeutag Natt, an dem u, a, die Abgeordneten Freiherr n, Hepdebranb und «mar v, Westarp teilnahmcn, .stlM Schlüsse wurde .eine EntläKießung angeiioiiiinen, iu der gegenüber de» immer mehr hervo, tretenden Pestrebungeu, welche aut'eine Schwächung der erst christlicher II,Id monarchischer Griind- lage erwachsenen Macht Preußens hluziklten, aui die Notwendigkeit des Znsommcnschlnsses aller derienigen hiugewlescn wird, die Preußen gegen die Angrffse der Demokratie «erteidiaen wollen.
ttreirausschuh des Kreijes Gießen
Gießen, 19. Jan,
T e > st r c i s a u s s ch u ß d c s H reifes Gießen dielt am Samstag eine öffentliche Sipnng ab. Es wurde oerhandelt über:
1, Gemcindcratswahl zu Saasen, Tiefe Wahl, die am 0, September 1913 stattiand, ist vonzbeni Großh, üreisrat von AmtSwcgen beansta» det worden, weil behaup.ei Ivurde, daß loährcnd und nach der Wahl Freibier gespendet worden fei. Tie Bewcisaninahme ergab die Richtigkeit dieser Bchauptnng Ter Kreisausschuß erkannte daher zu Reck», daß die Wahl sür ungültig zu erkläre» sei,
2, Bürgernieisterwahl zu B ette nhau s c n, Bei dieser am 28, Oktober 1913 vollzogenen Wahl wurde der bisherige Bürgermeister Roth mit 62 Stimmen wiedergewähli, während der Gegenkandidat Wilhelm Stcul II, 32 Slinimen erhielt, Ta dem Kreisamte mit geteilt worden ist, daß Bürgermeister Roth unzulässige W a hlbe c i n s l u ss n n a c u oorgcnommen habe, ivurde auch diese bon dem Großh, Kreisrate von Anitsioegeu beansta,idet und die Akie» dem Kieisausichnß z»r Entscheidung über dicic Beanstandung vorgclcgt. Zu der Verhandlung war eine Reihe Zeugen geladen, die über porgckommcne Wahlbccinsliiisniigen Auskunft geben sollten. Da durch die Zeugenaussagen jedoch nicht ikstgestkllt ^ werden konnte, daß unzulässige Wahlbeeinilusiungen vorgckommen sind, erklärte der Kreisausschnß die Beanstandung d c r W a h l s ü r u n g ü l t i g , so dast Bürgermeister Roth als gewählt zu betrachten ist,
3, Das bereits int Beschlußvcrsahren abgewiesene G e such des Wilhelm Hehler zu P i l l i n ge u bctr, die Errichtung einer Eastioiriichait wurde glich nach öffentlicher Verhandlung abichlägig beschieden, da ein Bedürinis zur Errichtung einer weiteten Gaftirirtschast i» Villingc» weder nächgemiese», »och bon dcur Kreisausschuß anerkannt ivurde.
Landwirtschaftlicher provinzialverein für Gberhefsen.
Gieße», 19, Jan,
Unter dem Vorsitze des Grasen Wilhelm zu Solnis-Lau- hach hielt der landwiri chaftliaie Prooinzialverein sür Obcrheffcn am Samstag int Felsenkeller feine ordentliche Mitglieder- Versammlung ab, welche aus allen Teilen Oberhessens sehr stark besucht war. Nach kurzen Erössnungswortcn widmete Präsident Graf Wilhelm den verstorbene» Änsichußmitgliedern Bür- gernicister M o > ch c r o s ch- Burg-Gräsrnrode und Gemeinderech- »er S che v v - Lanzeiihain einen warmen Nachruf, Infolge Versetzung schieden aus dev! Vorstände die Krcisräte von Bechtvld-La». tcrbach, Kranzbühler-Schatte» und Schliephake-Friedberg, au ihre Stelle traten Die, M e r ck und von W eine r. Der Präsident gab dann noch einige Erläuterungen über de» vorjährigen Bortrag „Eniichuldung des Grundbesitzes", welchen itzeheimral Bastian - Tarmstadt hielt. Er wies besonders aus die Wichtigkeit der Lebens - Versicherung hin, besonders auch aus die Bolksvcrsicherung und Dircltrcriicheruiig, — Dann teilte er mit, daß die Landesuniversität Gießen die Iripeiidiunislistung des ProrinzialvereinS dankend all' gcnrmme» habe, — lieber die Auszeichnung der Ticnslbotcn sür langsährige streue Dienste teilt der Präsident mit, daß bis jetzt hierinr 2004 Mk. ausgegebcii mürben. Es wurden verteilt im Kreise Gießen 10 Broschen an Damen, 31 Medaillen als Uhr- anhänger an Herren und 35 Ehrentafeln, im Kreise Alsfeld zwei Brosche», 9 Medaillen, 6 Ehrentafeln, Friedberg 9, bezw, 12, be ziel ungsw. 23, Büdingen 8, bezw, 60, bezw, 34, Schotten l, bezw, 0, bezw, 2, Für die Krcissckttu in Büdingen stiftete der Verein an Ehrenpreisen 300 Mk, sür Ackrrbau und Obstbau, Diese Preise erhielten u, a, H, Fijchcr-Seltcrs, Bürgermeister Mickcl-Obcr-Mock stak!, Gemeinde Bleichenbach, K. Schneider Büdingen, Otto Kocki- Aulendiebach, W. Kraft-Bleiche,Ibach.
Danach hielt Regierungsrat L a n g c r m a n n - Gießen einen Vortrag über! „Die B c ; e'c hnn g c n der ob erh c ssi s ch en Landwirte zur neuen Krankenversicherung," Der Redner schildert in leichirerständiickier Weise die verschiedenen Aen- ocrungeu und Neuer»,Igc» des Gesetzes, Die bisherigen Gemciilde kraiikeiikaisen und Orislranlciitaise» wurde» auigeiösl und za aib gcmeinen Ortskrankenlaisen nmgewandeli. Die Geichäite leitet ein Az,'s?c!mß und Vorstand, darin befinden sich ein Drittel Vertreter der 2lrbeitgcber, zwei Drittel der Bersichcrten, die Verhällnis- nwhl ist vorgeschricbcn, so auch bei de» Kassen Gieße» und Fried- vcrg. Die Ausschußmitglieder wählen im selben Verhältnis den Vorstand, der Vorstand den Vorsitzenden, Jede Elemeinde erhält eine Heb und Meldestelle, das ist eine Erleichterung silr da- Publikum, Es ntiiffrit auch verftrbert werde» die Dienstboten und nnstänoig beschäftigten Landarbeilcr. Vorübergehende Diensiteistungcn sind versicherungssrei: I, Personen, die sonst nicht gegen Lohn arbeiten lind weniger als eine Woche tätig find, 2. Haudwcrisburschc», die zufällig konimcil und nicht länger als drei Tage arbeiten, 3, eine Nachtarsicau. die einmal im Haushalt gegen kleine Entichädignng hilft, t, Berufsarbefter, die in festem Arbeiisverhältnis stehen und rtur vorübergehend Helsen, 6. Tätigkeit bei Umällen und Betriebsstörungen, 0, Personen, die Anspruch aus Pension haben, also Leute, die nicht mehr Volt arbeitsfähig find, wie Juvalideu emviänger, 7, Lehrlinge im Betrieb ihrer Eltern! dagegen find Volontäre vcrsichcrungsvslichttg. Da die Krankenversicherung sehr biliig ist, so ist sie den kleinen Landwirten sehr zu empschlen. Die Versicherung beginnt mit dem Tag des Beginns der Arbeit, bei ireiwilligcr Versicherung mit dem erste» Beitrag zur Kasse, Ar beitSiinsähige bleibe» Mitglied, solange sie zahlen. Die Mitglied- jchall erlischt mit dcni Eintritt in eine andere Kasie, bei dem unständig Beschäftigte» mit dem stlushören der ?lrbeit, er kann aber die Mitgliedschaft sortsetzen. Ei» Drittel bezahlt der Ärbeii- gcber, zwei Drittel der Versicherte. Tie Beiträge berechnen sich ach £eni_ Giundlvhn. Für den Kreis Gießen zeigt der Grund lohn 0 Sttifen, die Beiträge lind aui 4 v. Hdt, festgesetzt, sür die Stadl Gieße»! Grundlolm 10 Stufe», Beitrag 4 v, Hdt. Bei Personem die Sonntags arbeiten, '/» Prozent mehr, Kreis Fried- bcrg 0 Siuien 4 Prozent. Alsield 3 1 /, Prozent, Bei Krankheit und Wochenbett werden keine Beiträge bezahlt. Es loird gewährt: Krankenhilse, Heilmittel, Krankengeld vom 4, Kraukheitstag an. Friedberg zahlt vom 2, Tage an. Die Zablung eriolgt 20 Wochen lang. Ferner Iverden gewährt Krankenhauspslege, Hausgeld, Hills mittel gegen Verkrüppelung, Ilnterhriiiguug in Geneil,„gslicime I, Dieies letzte beträgt i» der Stadt Gießen b Wochen, der Kreis bat cs »>ckft vvrgesehen. Für Wöchnerinnen loird gewährt acht Wochen lang Wochcnbettgeld, Verbringung in ein Wöchnerinnen beim, Gießen und 2blsseld gewähren freie ärztliche Geburtshilse, Friedberg nicht. Wir iehcn hier eine große Verschiedenheit inbezug aus die Leistungen der Kassen, Das Sterbegeld beträgt etwa 30 Mk, Die Familieiihilse ist nur eingcführt in de» Kreisen Gießen in,) Büdingen Die Beitragsleisiungen ruhen bei Freiheiisstraien imü UiUernichiiiigshaft, 9lucft_bic ansländisckien Saisonarbeiter müssen vernchert werden. Zum Schlnsse behandelt er noch einige besondere Beümimungkil über Sachleistung, Befreiung von Versicherung N'w, Grat Wilhelm ivricht dcni Redner den Dank der Veriamm- lung aus. Ans eine A»trage des Bürgermeisters Eitcr-Muschen heim erklärt der Vortragende, daß die Mitglieder der alten Kassen ohne weiteres in die neuen übertrete», Zimi Schlüsse erklärt der Prandenl, daß der Provinzialverein auch in de» abgelegeneren re,len rberhenens und des Kreises Gießen, z. V, in der Rabenau, ertammluiigen abznboiten gedenke.
Ans Stadt und Land.
Dießen, 19. Januar 1914. Tages k a l e »der kür Moniag, den lg. Januar: Fr k«T,'zber«>».>aung 0t i eü e»: .Kirchentnm »nd Do dednrlnme", Dr. Schiller Soiel Einborn "M Uhr.
« 'T,s"-Fursorg,stclI-sür Stadt und Landkreis Gießen ?Uh"' 9 ' Svrechstnnde jeden Tienslag abend «'/. bis
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DolkS.
** Herr Redakteur Er » st Heß, unser langsähri- gcr Kollege und Mitarbeiter, ist heute früh gestorben. Er war am 12, Mai 1872 in Darnistadt geboren. Wenn der Tod sür ihn auch eine Erlösung von unheilbar«: Krank
heit loar, so einpsinden nur sein Geschick doch mit Erschütterung und Trauer, Herr Heß loar das Bild eines kerngesunden Mannes gelvescn, der auch die glückliche Dcranlagmig eines uubcdrückten und heiteren Gemütes hatte. So war er im Bcrtchr init seinen Mitbürgern und Bckannteu beliebt gcivordcn nnd in mehreren Bercincn libertrug man ihm Borstandsäniter, Es war uns allen und auch der Tätigkeit, die ihm oblag, zustatten gelon, men, dast er ein hessischer Landsmann, ein braver, bie derer Darmstädtcr, war, und seine Erfahrungen, die er abs Redakteur an der „Darmstädtcr Zeitung" gesaminclt hatte, bevor er zu uns übertrat, waren gerade auf dem Gebiete hes sischcr Geschichte zu schätzen nnd gut zu verwerten. Er be kannte sich zu liberalen Anschauungen, und in seinem Mit gesühl für Aermcre, in seiner Teilnahme an allem, wo cs zu Helsen galt, um minder begüniTigtcn Menschen zu ihrem Rechte zu verhelfen, war er uns allen sympathisch geworden. Sein froher und offener Sinn sür die Schönheiten der Natur war ein überaus angenehmer Zug seines Wesens. Wir werde» ihm ein gutes Andenken bewahren,
' O rdcnSanszeich n il»gen. Gelegentlich des prenj:. Ordln-iesleS erhielt der Kominandeur des hiesige» Regiments, Herr Oberst von Trotta, gen. Treydcn, de» Kroncn- orden 2. Klasse, Oberstabsarzt Dr. Wiesinger den Roten Adlerorden 4, Klaffe und der GarnisonverwaltungS-Unter> inspektor Fürst daS Slllgemeinc Ehrenzeichen in Silber.
** Gewerben i, L stell» » g 1914. Tic Ausstellungslci lcitmig hat i» den letzten Woche» durch die Weißbinder eine gründ liehe Ausbesserung der Ausstellungsräume oornehnien und insbc sondere die Zimmerdecke» irisch lüiichc» lassen. Der Erfolg dieser Arbeiten ist ganz erstaunlich. Die Rännie werden sich sür die Ans stellung vorzüglich eignen und mit dazu beitragen, das gesamte Allsstellungsbild recht schön zu gestalten,
- Die Lo he n g ri n-?lu sf ührun g de» Großh, Hoi tbealerö am Freitag de» 23, d, M. beginnt bereits um 0 Ubr, da wegen der iv-stünbigen Dauer der Vorstellung die Rückbciöe deruiig der Darnistädter Gäste sonst Schwierigkcften bercftct. An diesem Llbend nstrd fast das ganze Opcrnvcrsvnal vier beschäftigt sein. Die Zahl der Mitwirlcnden beträgt einschließlich des großen Orchesters 120 Personen, Entgegen nmlaiiwnden Gerüchten sei letont, daß Eintrittskarten noch in großer Anzahl in der Musik« lienhandlmig von E, Challier zu haben sind,
Wie ftcitcr Stadttheater, Cent M ' ahesa , die heute abend hier zum erstenmal auftritt, bat kürzlich ganz Berlin begeistert. Die Berliner Presse äußert sich über ihr aus seinen! tünstleriichem Empsinden und mbrelanger Versenkung in die alt ägyvtiiche Welt cutstanbeneii Schäpsungen mit höchster Anerken nnng und hebt übereinstimmend den tiefen Eindruck hervor, den die einzelnen Darbietungen auf die begeisterten Zuschauer machte»! Tie D Z, am Mittag schreibt: Sic bringt den 2ltenr des Orients »ach Berlin, die Ruhe von Wildheiten, Ekstasen, Lüsternheiten, grelle» Gluten bis zum Bersten angcsüllt. Gemessenste Bewegun gen, jede aber bis zum äußerste», bis zum stilisierten Kamps der Lust gesteigert, Sic hat Rasse nnd bringt Stellungen und Be wrgnngen, wie man sie noch »ichi sah, Rcichsanzeiger: Es war ein ästhetischer Genuß, ihren Datbictungen znzuschauen, nnd das zahlreiche Publikum ipeichete der Tänzerin stürmischen Beifall, Boss, tilg,! Man emvsaiid eine avarte Mischung von malerisch Weichem und iorinal Hartem, von vertraut Primitivem und in mdartig Kompliziertem, und sann diesen Tänzen nach, Berliner Morgenpost! Die Schauer der Gottheit gingen von der Bühne aus, mvstiiche Kulte erlebten ibre Anserstebung, 'Auch die anderen Blätter der Rcichshauptstadi äußern fick? ähnlich, M. Bernsteins liebenswürdiger Einakter „Bl an" geht den Darbietungen voraus Tic morgige Auflührnng der „Journalisten" bring! unter der Regie von Herrn Rottcck als Hauptdarsteller die Damen Sonniag- Blume, Lindeck, Martini sowie die Herren Rotteck. Goll, Dwor- lowski, Grosser und ischubcri,
" Bvnstesiiche, J»i letzten Vierteljahr lagen heuer nur im Oktober 6 Baugesnchc vor, von denen 4 Wohnhaus- bauten bctrasen ldarnnter auch das Hotel Einhorn betreffend). In, gleichen Quartal 1912 lagen im Oktober 5, im November 6 n»d im Dezember 2 Baiigcsnche, darunter 9 Wohn- Häuser vor, die genehmigt wurden. — Im ganzen wurde» 1913 50 Bangcsnche verabschiedet gegen 02 Bangesnche in, Jahre zuvor.
*' (siit Söiigtrtliot in der Bahnhofshalle, Tie Reisende», die am Sonntag gegen 12 Uhr mit dem Zuge ans der Richnma Kassel—Marburg i» nuferer Bah»bossballe «»langten, wurden angenein» von dem Geinnge eines gemischle» EhoreS überrascht nnd glaubten nicht anders, als einer der Beamten oder gar der Herr Bahnholswirt bekomme cm Ständchen. Noch erstaunter aber ,vnr inan, als man die Tänacr »nd Sängerinnen mit ihren iriichen Stimme» näher betrachtete, Waren es doch Heijen- ! n >-, d c r i» ihrer kleidlamen Trachl, die noch 20 Minuten Zeit batten, ehe der Zug sie wieder nach Dnlciihose», ihrer Heimat, znrückbrachtc,
"Eisbahn. Aul der Eisbahn sa»d am Sonntag nachmittag ein Koitzcr! statt, Ter Bcsiich Ivar lehr aut, Tie Eis- verhüttnfssc sind noch immer vorzüglich. Am nächsten Donnerstag beginnen die Weitläule.
** Güterrcchtsregister, Gütertrennung haben vereinbart: Dcp, Friedrich I, nnd dcisen Ehefrau Eiisirbethe gcb, Pathenschneiver in Webern, Lorz, Johannes IV, und beifen Fra» Eliiabcth geh, Lorz zu Georgenhausen, Uhl inachcr Wilhelm Budcckcr und dessen Ehefrau Lina geh, Ochs z» D a r in it a d I, Oberleutnant im Straßburger Feldartillerie- Regiment Nr, 84 Karl Friedrich Hermann Julius August vv» B a i s c w i tz . in Garnison aut dem Truvvenübnngsvlatz T a r m - st a d l (Standort Tarmstadt), nnd dessen Ehefrau Marie Susanne Karoliue Emilie gcb, Hambruch in Tarmstadt,
** Kleine Mitteilungen, In Lützellinden fand eine Treibjagd statt, an der sich etwa zwanzig Schützen bc- teiligtc». Erlegt wurden an zwei Tagen 100 .Hasen, — InBissc 4 siel beim Durchsägen eines Stammes ein xTcil dem Holzmacher Eobnrgcr auf das eine Bein und vcrnrsachte^cinen Bein b r u ch, — Der ans einem Hofe in G r u n d-Schwalbet m dienende Schweizer S ch >v a r z h a u v t aus Blofeld stürzte vom Ge rüste einer Scheuer herab und erlitt mehrere R > v v c » 6 r ü ch c. — In Krasts Saal bau zu Nidda wurde ein ständiges Kinemato- graphen-Thcatcr eröffnet, >
Landkreis Giejzcn,
t, Burkhardsselden, 19, Jan Am Samstag abend hielt Dr, H v s i in a n » ans Friedberg in d r Haffmannichen W»t scktztjl dahier einen Bortrag über Obstbau. Ter Vartrag war gut besucht,
Kreis Büdingen.
» Borsdors, 19, Jan, linier Lanblagsabgeardneter Dorsch aus Äölicrshei», erstattete heute hier im Töllichcn
feinen Wählern Bericht über seine bisherige Tätigkeit , m Landtage, Die Anssührnngen sanden bei den zahlrcichcir Zuhörern Bestall und Zustimninng,
? Lind heim, 18, Jan, Im Mai d, I, blickt die hiesige Haushalt u II g s > ch u l c ans ihr 25jähriges Bestehen zurück ! der Grnndungstag toll festlich begangen werden, wozu alle srnhercn Sckülerinneii der Anstalt Einladungen erhallen Iverden, Nahezu lüOo !»,n„e Mädchen haben jetzt die Schule besucht und es konnte» zu Beginn dc^- neuen Kursus wegen Raummangel Nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. Durch die immer steigende Frcgucu; ivtlen die Räume cnisprechend vergrößert ivcrden Den


