Ausgabe 
16.1.1914
 
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Aus dem preuhijchen Abgeordnetenhaus.

Berlin, 15. Jan.

Der heutige bi-ittc Tag der ersten Lesung des Voranschlags erhielt sein charakteristisches Gepräge durch die Reden der Herren von hcydebrand, Schisser und von Bet hm an n - voll weg. Der konservative Führer gefiel sich zunächst in iro­nischen Anzapfungen der freisinnigen, woran sich später gute Ratschläge für die Ralionallrbcrale» anschlossen. Nur an dem vielgeliebten Zentrum batte er nichts cnisznsetzen. Der Berliner Volizeivräiidcnt Herr p. Jagow ist den, Redner, wie lvunle es auch anders sein, niach wie vor eine höchst sympathische^ .Per­sönlichkeit, ja mehr als das,einer unserer tüchtigsten preußischen Beamten, von, dein wir noch Bedeutendes sür den Staat erwar­ten." Schart setzte von .Hcydebrand sich mit Herrn von Beth- mann-vollweq in Widerspruch durch das Kernstück seiner Rede, die Verteidigung der .Haltung der Konservativen bei den letzten Steucrgcsctzcn im Reiche. Er wollte zwar die schwierige Lage der Regierung nicht verkennen, abersie mußte doch die stnn- niung im Lande kennen, sie mutzte wissen, das; das ganze -.and die Wehrvvrlagc wollte. Warum hat sie da nicht die Volksvertretung zum T e u s c l gejagt?" Eine Aeutze- rung, die später der nationalliberale Abgeordiiete Lchisser ins rechte Licht zu setzen nicht verfehlte. Herr Schiffer lordertc eine Prüfung der Rechtsbesl indigkeit der Kabincttsorder von 1»_U. Der Ministerpräsident erklärte, daß er seinen Beruf fort dauernd darin sehe, das preußische Staatswescn zum .lusdruck zu bringen in den Geschäfte» des Reiches, itt den Gcfchafteu der ganzen deutschen Gesamtheit. Denn wenn das nicht geschehe, dann sei olle Arbeit, die Preußen geleistet hat, seit dem Anfang dcS vorigen Jahrhunderts sür die Errichtung des Tcutichen Reiches vergeblich gewesen, und da^ soll sic nicht. Bei der Verteidigung seiner Steuerpolitik konnte er die Bemerkung nicht unterdrücken, daß die konservative Partei es von vornhereiit gegenüber deic Regierungsvorlage» an der nötige» Unterstützung Hobe fehlen lassen. Er ließ sich dann angelegen sein, auch der ihm von Herrn von Hcydebrand angcsonncncn R c i ch s t a g s a u s l ü I u ff g ein Wort widmen, er lieferte hier gewissennaßen^ den schlüingcn Be­weis, daß die Auslösung vom nationalen Slandvunkt aus eine große Torheit gewesen wäre. Ter Schluß der Rede war eine Mahnung zum friede».

Tie übrigen Redner halten weniger das Ohr des Hanfes, wao schon darin seine Erklärung findet, daß sic immer wieder dieselben Dinge behandelten, ohne ihnen noch sonderlich neue Gesichtspunkte abgewinnen zu können ___

Ans den Reichstagsausichüfferi.

:: B c r l i n , 15. Jan.

Der Budgetausschuß des Reichstages setzte die Beratung des Voranschlags des Reichsamls des Inner» fort bei der Anforde­rung eines Beitrages zu den Olympischen Spielen. Es handelt sich dabei NM allseitige sportliche Ausbildung der Jugend. Der Reichs- beitrag von 200 000 Mark soll nur einen Teil der Gesamtaus­gaben von li' ä Millionen Mark betragen, der Rest wird durch Vereine und Eintrittsgelder aufgebracht iverden. Für das Tur­nen sind 50 000 Mark vorgesehen, siic die Leichtathletik 10000 Mark, sür die Schwerathletik 20 000, sür das Rudern 20 000, sür Fußball 10 000 Mark, usw. Es handelt sich UNI nahezu zwei Millionen Sportfreunde, die dabei Berücksichtigung sinden sollen.

Ein Zentrumsmitglied äußerte zunächst Bedenken gcgefl die außeretatsmäßiae Verwendung von 14 000 Mark in einer so wenig eiligen Sache. Gegenüber dem Sündenregister des Reiches an Eingriffen in die Zuständigkeit der Einzelstaaten sollte man lieber auf die Beteiligung des Reiches verzichten. Für eine Veranstaltung, die in Berlin stattsinden soll, müßte doch vor allem die Stadt selbst einen erheblichen Beitrag leisten.

Ein Sozialdemokrat bekämpfte die Forderung mit Rück­sicht auf das planmäßige Unterdrücken der Arbeiterlurnbewegung. Ein R c g i c r u n g s v e r t r e te r wies darauf hin, daß auch die Einzelstaatcu das ihrige tun wckrdcn, und Hielt cs für selbstver­ständlich, daß sich Groß-Berlin ebenfalls an den Kosten beteiligt. Auch der sozialdemokratische Einwand wurde zurückaewiesen. Ter Staatssekretär verwies auf die erhebliche» Auffvendungen Schfoedens und der Stadt Stockholm bei den dortigen Spielen. In den letzten 30 Jahren habest! sich di: deutschen Sportssreunde die Gasttreundfchan des Auslandes gesallen lassen und es wäre des Reickfes nicht würdig, wenn es nun seinerseits versagte. Ein Volks- varteiler ivandte sich ebenfalls gegen die außerrtatsmäßige Verwen- duna von Reichsgkldcrn. Er hielt auch das Vorglehen gegen die Arbeiterturuvereine für verfehlt. Die Veranstaltung der olympischen Spiele als solche sei aber äußerst ivertvoll. Die Ablehnung würde in iveitcn Kreisen unliebsames Auffehen -erregen, 'Auch ein N a t i o - n a l l i b c r a l e r trat für die Unterstützung der Sache ein. Gerade angesichts der Großstadtentwicklung sei die Pflege und Förderung des Sports mit zur Pslicht des Reiches geworden.

Die Forderung wurde »'doch mri den Stimmen des Zentrums, der Polen und dckr Sozialdemokraten obgclehnt. Der Aus­schuß ging dann zu der Position süir die Ausführung des .Kaligc- sctzes über.

Anträge im Reichstag.

Die Rationalliberalen, Freikonservativcn, das Zentrum und die Konservativen haben im Reichstage den schleu­nigen Antrag gestellt, den Reichskanzler zu ersuchen: 1. die Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers voin 8. November 1918 lAnssührnngsbestimmungen zum Gesetz über den einmaligen außerordentlichen Wehrbeitrag) alsbald dahin zu ändern, daß die F r i st z u r A b g a b c d e r B ft- niögeitserklärung (§ 13 der Aussührungsbestimnin»-- gcn) bis Ende Februar erstreckt wird: 2. unver­züglich und jedenfalls rechtzeilig vor Ablauf der Frist zur Abgabe der Bermögenserklärung zu den in der Ocfsentlich- kcit geltend gemachten Zweifelsfragen über den Inhalt deS Gesetzes und der zu ihm erlassenen Ausführungsbestim- mnngen durch Mitteilung an den Reichstag Stellung zu n e h m e n.

Der Abg. Erzbcrger (Ztr.) hat im Reichstage fol­gende Anfrage gestellt:

Am 28. November 1913 ist zu Berlin eine B e r e i tt i g u II g Berliner Schutz», an »er gegründkl worden mit dem iatzungsgeniäße» Zweck: Pflege einer königsireuen Gesinnung, Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit, Förderung des Slandes- ansehens, Ehrung unserer Jubilare, Erweisung der letzten Ehrung für verstorbene .Kameraden, HUse sür Witwen und Waisen. Tie Behandlung von politischen und dienstliche» Angelegenheiten war satzungsgemäß grundsätzlich ausgeschlossen. Am 2. Dezember 1913 erließ der Berliner Polizeipräsibenr hieraus solgenden Tagcsbciehlk Am 28. p. R. haben versckiiedcne Bersammlnngen von Schutzleulen stattgcsunde», in denen eineVereinigung Berliner Tchutzmüniier" gegründet toorden ist Ich verbiete sämtliche» Beamten der Schutzmannschait im Landcsvolizeibezirk Berlin, Einladungen zu iolchcn Versammlungen zu erlassen oder sich an derartigen Per sammkungen zu beteiligen. Aus das am 8. Dezember 1913 cin- gcrcichte Gesuch um Genehmigung der Vcreinssatzung erteilte am 21. Dezember der Polizeipräsident den Bescheid, daß die Genehmi- aung zur Gründung der Vereinigung nicht erteilt sei. Gründe der Versagung der Genehmigung sind nicht angegeben und aus dem satzungsgemäßen Zweck der geplanten Vereinigung gewiß nicht zu entnehmen. Bereits unterm 16. Dezember wurde der Vorsitzende der Vereinigung unter schwerer Schädigung seiner persönlichen Inter­essen gegen seinen Wimsch »ach Zabrze versetzt. Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu ttin, um der im Reichsvereinsgesctz auch den Berliner Schutzmänneri, garantierten Dereinssrcihcit gegenüber dieser Maßnahme preußischer Behörden Geltung zu verschaffen?

Airclie und Schule.

A k a d c ni i s ch e 'Ausbildung der B o l k S f ch u l - lehrcr. Der nationaliibcralc Abg. Dr. v. Campe hat im preußischen Abgeordnetenhaus solgenden Antrag betr. die aka-cmischc Ausbildung der BoUsschullehrcr eingcbracht:

Das Haus der Abgcordueten ivolle beschließen: die Königliche Slaatsrcgicrnng wird ersucht, im Interesse des «olksschnlwesens 1. (Änrichtungen zu treffen, durch welche Volks)ctnltlehrern die Erlainping einer vollwertigen akadeinischen 'Ausbildung ermög­licht wird, 2. aus dem Kreise der so vorgebildetcn Volks,Aul lehrcr entsprechend den Zusagen der- Unterrichtsverwaltung mehr als bisher die Stellen der Schulaufsichtsbeamten und der Lehrer an Seminaren (Oberlehrer, Prorektoren, Direktoren) zu besetzen und so auch dem anerkannten Bedürtms nach einer Lchrcrlanfbahn Rechnung zu tragen, 3 mehr noch als bisher Gelegenheit zur Vorbcreittmg aus die Mittclschnllehrer- Prüfung zu geben. _

Arbeiterbewegung.

Der Ausstai, d in Südafrika.

I v h a n ii e s b u r g , 15. Jan. Der A u s st and der Eifenvahnangesteilten l ä ß t n a ch. 250 Mann suchten um die Erlaubnis »ach, die Arbeit im Bezirk Braamsvntein lviedcraufnehmen zu dürfen, _ '

Anr Stadt und Land.

Gießen, 16. Januar 1911.

Laudesverbaud der hcssifchcii Hausbesitzervereinc.

Ter Landesverband der Hausbesitzer-Vereine im Groß- herzogtum Hessen hielt am letzten Samstag in Darmstadt eine Vorst aikdssitzung ab. Fast alle größeren Städte des Großherzogtums waren vertreten. Der dem Verband noch nicht angehörige Verein Bingen hatte wegen der Wich­tigkeit der Sache gleichfalls einen Vertreter gesandt. Ten Vorsitz führte I. Grünewald, die Schristleitung Direk­tor Volk, beide aus Mainz. Die vorgesehene Tagesord­nung war reichhaltig: Man verhandelte aus Antrag des Darmstädter Vereins über die Gruiidsteuerfrage, die zwei­ten Hypotheken und die Erhebungen seitens des Reiches über die Mißstände aus dem Gebiete des Jmmobilienkre- dites; ferner aus Anregung des Vereins Ossenbach über den Entwurs eines einheitlichen M i v e r t r a g c s f ü r g a n z h e s s e n.

Hiergegen sprach sich Direktor Volk, Mainz, aus. In juristischer Hinsicht würden ja füglich alle Bertragsforninlare sich dem -deutschen bürgerlichen Gesetzbuch anlehnen, und dieses werde dabei die Grundlage bilden; dafür könne man wohl einen gleichlautenden Text finden; in ihren Nebenck bestimmungen müßten sie aber unbedingt den örtlichen Verhältnissen angepaßt werden und diese seien sehr verschieden: so z. B. in Ossenbach, als Stadt mit vorwiegen­der FabriiarbeitcrlBevölkcrung, im Gegensätze z. B. zu Darmstadt. Die gestellte Frage, ob es sich nicht empfehle, in jeder Stadt zwei Bertragsformnlare sür größere und kleinere Wohnungen einzuführen, verneinte er ebenfalls. Die Versammlung schloß sich seinen Ausführungen an. Ats- dann fand auch eine Aussprache über die Abzah­lungsgeschäft: statt und über die dadurch für die Ver­mieter herabgeminderte Pfandsicherheit, hier kann nur auf dein Wege der Gesetzgebung Abhilfe geschaffen werden.

Vom Verein Gießen >var beantragt lvordcn: an maß­gebender Stelle aus eine Herabsetzung des Jnimo- bilienveräußerungsstempcls, des h » p o t h e - kc n st em p els und der B es itzwe ch sel ab ga b e (städt. Zuschlag) hinzuwirken. Dies rief eine äußerst "lebhafte Er­örterung hervor, und aus das entschiedenste wurden die für die Allgemeinheit aus diesen gesetzgeberischen Mißgriffen entspringenden Schäden und * Nachteile dargestellt und dringende Abhilfe verlangt, da sonst der ganze städt. hans- nnd Grundbesitz in absehbarer Zeit dem Ruine verfalle. Ter Landesverband wird sich dieser Sache weiter energisch an­nehm en.

Der Vorschlag des Gießcner Vereins, F r a n k s n r t a m Main als ständigen Tagungsort für die Versammlungen des Verbandsvorstandes zu bestimmen, da cs für alle zentral liege, fand nur geringe Gegenliebe. Man war der Ansicht, daß wohl praktische Gründe zur Unterstützung dieses An­trages angeführt werden könnten, doch müsse unter allen Umständen an der bisherigen Gepflogenheit, diese Versamm­lungen in regelmäßiger 'Abwechslung in nur hessischen Städten abzuhalten, sestgehalten werden. Ueber die gestell­ten Anträge erstatteten das Referat die Herren v. .Hcssert für D a r m st a d t, L i p p e r t für Ossenbach und H o r st für Gießen. An der 'Aussprache beteiligten sich noch die Herren G r ü n c w a l d, Hahn und Volk, Mainz: M a h r, Schein bs, hauri, Speckhardt und Nachtigall, Tarmstadt; Kaiser, Ossenbach und Sproß, Bingen.

Als Ort der n ä ch st e n B e r s a m m l n » g , die im An­fang des Februar 1911 stattfindet, wurde Gießen be­stimmt.

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mnnde durch iolgcndes wprüchlcin angedeutet:Der Tag um ei» Schritt, zu Neujahr vormärls tritt, und ani Dreikönigsl um eine» Stundenfchlag." Uitd in der Tat beginne» letzt die Tc bereits merklich länger zu werden. In der ersten Heilste des A nats Januar nehmen die Bechmithage NM sieben Minuten, in i zweite» Hälfte nehmen sie uni 21 Minuten zu, di,: Nachmiltc in der ersten Hälsrc um 119, in per zweiten um 29 Minutcki. 2 Nachmittage iind während des ganzen Monats länger als die B miltage, in der ersten Hälitj: beträgt der Unterschied 8, in ! zweiten .Halste des Monats 28 Minuten.

" Lesehalle. Eine voraussichtlich vielen ivillkonnm Einrichtung wird in der Lesehalle am Selterstor von jetzt dadurch geschaffen, daß die dort ansbewahrte Sammlni von Bilder werken zunächst jeden Donnerstag, oben 7>/. bi? 9 1 /? Uhr, allgemein zugänglich sein ivird. T reichhaltige Bilder,natcrial (Kunst,noppen, Abbildungen v Meisterwerken der bildenden Kunst, künstlerisch ansgcstatt und kunstgeschichtiiche Bücher rr. decgl.) wird allen Interessen: nach den von ihnen geäußerten Wünschen vorgelegt werd (Gedruckte Verzeichnisse sind an den BesichtignngSabenden der Lesehalle, sowie in der Bücherhalle am Etndtlhea während der AnSleihestnnden kostenlos erhältlich,

** V o in Lichtspielhaus wird uns geschrieben- Wie! werden von morgen --amslag ab im L i ch t I v i e l h a u s , Bai Hof,trotze, groyc wage cinziehen, ist es doch der Direktion l Theaters gelungen, den -bedeutendsten und größten aller di- lahrigen Kumtnlms,Tic Herrin des Nils" in Giei rur Vorführung zu bringen. Die Herrin des Nils übertrifft n Luo vadis und dar, tatsächlich als ein Wunder der .Kinema gravhie bezeichnet werden, ^.ie nette Summe von 400 000 ? l>at allem dre Ausstattung dieses Munftfilntö gekostet. Ni toemfler al» .»000 Personen nnrken mit und man ichätzt fiel '"m" d» Gesamtkasten des Films mit m, dchen» Million Mark beziffert. Das üppige Treiben , romifchcn vo,e kom mt m gewaltigen Massenszenen zur Anschau,» btc von einer mciftertjafto. Regie zeugen. Prunk und Pracht bilt den blendenden Rahmen zu den Tarstcllnngep, von denenam-- lich die Landung des romnchen Heeres, die tobenden Schlacht die Bcrnrte.lung Marc Antons im römischen Senat, der qla, volle Einzug des Siegers Octachan hervorzuhcben sind Kwei bewirb dieser Kunstsilm eine starke Mrkting mff das Publik!

* ^-Eisenbeton kurs. Um das Verständnis für die n- Bauweifc auch folchcn Kreifen zu vermitteln, denen eine Gcleg-

hcit zum Besuche einer Fachschule nicht geboten nt, oder die sich sonst vervollkommnen wollen, beabsichtigt die G r v ß b. Zentral - stelle sür die Gewerbe in Darmstadt die 'Abhaltung eines Eisenbctonkurses. Privatdozcnt Tr.-Jng. A. Kleinlogel von der Tech». Hochschule leitet den Kurs. Bei genügender Tkilneh,»er­zähl beginnt der Kursus am Sonntag, den l. Februar, vormittags 10 Uhr im Sitzungssaal d«x (Kroßh. Zentralstelle für die Gewerbe in Tarmstadt, Ncckarstraßc 3. An nUterrichtsgeld erhebt die Zentralstelle zu Beginn des Kurses 20 Mark von jedem Tcil- nehmcr

** Gütcrrechtsrcgistcr. Gütertrennung verciiibartcii: Kondilvr Jean Wacker und dessen Ehcsrau Margarete gehöre,ir Halbleib zu Tarmstadt, Eheleute Anton Ausschläger. Schmied, lind Wilhelmine geborene Steinbrech in Finthen, Kauf­mann Heinrich Schulte und dessen Ehesrau Barbara Alma ge­botene Fischer zu Darmstadt. Der Landwirt .Heinrich Bovv IV. und seine Ehesrau Marie geborene Mohr zu Ber- INI, t bs ha i II kil-en durch gerichtlichen Vcrttag Errungcnfchasts- gcmcinschast vereinbart.

**Frcih cll , die ich meine, die m c i n Herz c r- s ü l l t!" So ähnlich mag jenes Schwein gedacht haben, welches vor einigen Tagen, seines Herzens Drang folgend, eine Wanderung aus seinem Stalle in der S t r o h m ü h l c bei B i e b c r in die srohe, freie Gottesnatnr unternahm.O Wandern/ o Waichern, du freie Burichenlust!" In nrächiigen Sprüngen, seiner Freiheit iroh, raste das Tier über Berg und. Tal und war.bald den Blicken der entsetzt dastehenden Eigentümer entschwunden. Sei es, daß ihm das Wanderleben besser zusagt, als untätig im- Stalle zu liegen, sei cs, daß cs den Weg nach seiner trauten Behausung verfehlt hat: so viel^ist sicher, daß der ganz moderne Wandervogel sich bis au, diese Stunde nocham Reisen" besindet. So sah man denn am Sonntag einige Jäger auSzichen aus die Birich- um das cochwein zu erjagen. Doch Diana war ihnen nickst hold. Sie hatten eben kein Schwein beim Schwein.

Landkreis Gießen.

-cb. L! n d e n st r n t b, 11 Jan. Vom Bund d e r L a n d - wirte sprach gestern aüend Herr <s tt ß über die politische Lage i»i allgemeinen und über die Stellung des Bundes der Land- fvirtc zu de» Tagcskragen. Der Borlrag wurde im Gasthaus zu> Traube abgebalten.

-elit. Winnerod, II. Ja». Die Landstraßen in hie- siacr Gegend sind, wie man uns schreibt, säst ungangbar. Un­mittelbar aus das Rcgcnwetler Ende voriger Woche trat Frost ei», so daß die Straßen vollständig vereist sind. Teilweise sind die Eis- ilächen mit einer dünnen Scbneeschichi bedeckt, Ivodurch die Gesahi des Ausglestens noch bedeutend erhöbt wird. 6lrößte Vorsicht, be- sonders Ivährend der Dunkelheit, ist also am Platze.

-ebt. Oppenrod, 16. Ja». Am Samstag abenh brainrte hier zum erstenmale das elektrische Licht. Die Freude darüber Ivar bei unserer Torijngenü so grob, daß sie mit Hnrrah- ruken die Straßen durchzog. Etwa bei der Hälfte der Bewohner sind die Hanrinstallationen beendet.

Kreis Lautcrbach. >

8 Ob er» MooS, 15. Jan. Der von hier gebürtige Soldat der Schutztrnppe Karl Wahl kehrte vor einigen Tagen aus Südwest-Asrika zurück »nd tritt nach Beendigung seines Urlaubes wieder in das Dragoner-Regiment Nr. 23 in Darmstadt ein.

Kreis Fncdberg.

I, Friedberg, 1b. Jan. Das bisherige Postgebäude wird einer öffentlichen Versteigerung ausgefetzt. In kurzer Zeit wird die neue Post aus der Mainzer Tor-Anlage bezogen.

(j WcckcSheim, 15. Jan. Die HolzvcÄtcigerung im hiesigen Gemeindcivald brachte hohe Preise. Von Buchen- schcitholz kostete im Durchschnitt 1118 Mk. der Raum­meter.

-- - .Konkurse i» Hcffcn. Das Konknrsvcr>ahren über das Vermögen des Walter M e l s h e i m e r zu Schwalheim ist ansgehoben ,vordem Das KonkurSoeriahreii über den Nachlaß des Philipp Gustav Pkeikier von Staden ist ansgehoben worden. I» dem Konknrsveriahren über das Vermögen des Schissers Johann S ch in i l t VI. von llleckar-Steinach ist Termin ans Mittwoch, 28. Januar 1911, voi-mitlags Ilzs Uhr, vor dem ktroßherzogl Amtsgericht in Hirschhorn anbcraumt. Das kkonkiirsverkahre» über den Nachlaß des Dr. Jakob doch IV., Generalsekretär des deutschen Weinbanveretns zu Go n s e n h e > in, ii! ansgehoben. lieber das Vermögen des Heinrich Henkel- »i a n n I. m Lollar ist am 12. Januar da? Konknrsverkahren eröffnet. Rechtsanwalt Raab m Gießen ist zum Konkusverwalter ernannt. Konknrslorderimgen sind bis zum 3. Februar aiizn- meldcii. Zur Prüfung der angemeldeten Forderungen ist Termin aus Dienstag, 16. Februar, uor dem Amtsgericht Gießen, Zimmer 18, anberamnt. lieber das Vermögen derAnto­nio b i l p o st E b r i ii g s h a ii s c n K i r t o r i - K i r ch b a i n*, eingetragene Genosscnschast mit beschiänkier Haftung in Kirtors, ist am 12. Januar das Konknrsveriahie» eröffnet. Gcmeinde- rechner Johannes Stroh von Lehrbach ist z»m Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum b. Februar 1914 bei dem Amtsgericht in Homberg anzumelden. Ueber den Nachlaß des Kunslivolbabrikanten Josei Nikolaus Wirtz von Neckar- st c i II a ch ist das Konknrsverkahreu eröffnet worden. Der Gast­wirt Joses Sterk i» Neckarsteuiacki ist zum Konkursverwalter er­nannt. llonknrssordcrnngea sind bis zum 3l. Januar bei dem Amtsgericht zu Hirschhorn anznmeiden. Ueber das Vermögen deS Stukkateurs Kail Dembach m Mainz ist das Konknrs- versahren eröffnet. Ter Bnreauvorsleher Jakob M a ii n in Mainz >lt zum Konkursverwalter ernannt. KonknrSforüerrmgen sind bis znn, 31. Januar 1914 bei dem Amtsgericht Mainz anzumelücn.

Die Einstellung in Unteroffizierschulen »nd Unteroffiziervorschulen.

Tie Untevosfizierschulcil haben die Bestimmung, junge Leute, die das wchipstichiige Alter erreicht haben und die sich dem Militäistandc widmen wollen, k o st c n s r c i zu Unteroffizieren

hcranzubilden.

Wer in eine Unterossizierschule aufgenonimcn zu werden wünscht, har sich bei dem Bezirlskoinmando seines 'Auscnthalts-. ortes oder bei einer Unterossizierschule (ilt Biebrich, Ettlingen, Jülich, Maricnwerder, Potsdam, Treptowa.R. und Weißcnicls.- oder Unterossizieroorschnle (in Annabnrg, Bartenstein, Greisen bcrg n Pomin., Nenbrrisach, Weilbnrg und Wvlflau) persönlich zu melden und hierbei iolgende Schriststückc vorzulcgen:

einen von dein Zivilvocsitzenden der Ersatzlommission seinee- 'Ausbebungsbczirks ausgestellten Meldeschein, den Konsirmatioilsschein oder einen Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion, etwa vorhandene Schulzeugnisse,

eine amtliche Bescheinigung über die bisherige Bkickfaftigungs- fveisc, über jrüher übcrstandcnc Krailkheiten und etwaige erb liehe Belastung.

Ter Einzustellcnde -muß mindestens 12 Jahre alt sein, dar, aber das 20. Jahr noch nicht vollendet haben.

Er muß mindestens 154 Zentimeter groß, vollkommen gesund, srei von körperlichen Gebrechen sowie fvahrnchmbaren 'Anlagen zu chronijche» Krankheiten sein und die Brauchbarkeit sür den Friedensdicnst der Infanterie besitze». f

Ter Eintritt in eine Unteroffizicrschulr kann nur dann er- solgcu, wenn sich der Freiwillige zuvor schriftlich verpslichtct, nach erfolgter Ucberweisung aus der llntcrvssizierschulc an einen Truppenteil Iloch vier Jahre akiio IM Heere! zu dienen.

Ter Auscnthalt in der Unterossizierschule dauert im allgr ineincn drei Jahre. Tie jungen Leute erhajlten gründiickfe mili - tärische Ausbildung und Unterricht, der sie Iicsonders besähigt, die bevorzugteren Stellen des UnteroffizicrstanHeS iFelbwebel Ilsw.i und des Beamtcnstandcs (Zahlmeister nsw.) izn erlangen.

Während ihrer Dienstzeit in der llnteffossizierschnlc erhalten die Unlerossizierschüler, die sich gut aesührt haben, bei Urlaub in die Heimat eine einmalige Reiscenffchädigimg: auch haben die