Untewifiäiertoüler bei Beurlaubungen gleich mie die Kapitulanten Anspruch <ius Löhnung
Tie Unterossizierschüler treten im allgemeinen als Gefreite in che Front uich werden bei guter Führung sehr bald zu Unter- vffrzreren befördert.
•kic UrttcyoÜisifi;jcf|ü(er werben in erster Linie der Infanterie übettmeien, können aber auch der Maschinengewehr-Truppe, der ,rctd-und guhartillerre, den Pionieren, dem Lustschisscr-Bataillon, den Bezirkskommandos und der Marine-Infanterie zugeteilt wer- dc». ü.ce Wünsche der einzelnen um Zuteilung an bestimmte -truppcnteile werden nach Möglichkeit berücksichtig,.
Wer in eine Unterofsiziervvr schule ausgenomnien zu werden wünscht, hat sich mit seinem gesetzlichen Vertreter bei dem snr fernen Ausenthaltsvrt zuständigen Bezirkskommando oder bei einer UntcroNizierschule oder Unterosfizieroorschuic oorzustellen 'und hierbei die oben schon genannten ^christstücke oorzulegen Tie Auizunchmendcn dürfen nicht unter 15, aber nicht über l? ^ahrc alt sein und sollen eine Körpergröße von mindestens 1->1 Zentimeter und einen Brustumfang non 70 bis 70 Zentimeter haben.
Tic Ausbildung dauert im allgemeinen zwei Jahre.
Tie Zöglinge der Unterossiziervorschulcn gehören nicht zu den Militärpersvnen des Reichsheeres. Ihnen stehen daher bei vorkommcnden Tienstbeschadigungeii keine Ansprüche aus Jn- validenwohltaten zu.
Aus der Nnterossizieroorfchule muß der Zögling in die hierfür bestimmte Untcrossizicrschule übertreten.
Für jeden vollen oder begonnenen Monat des Aufenthalts ans der Untcrossiziervorschule muß er zwei Monate, im ganzen höchstens vier Jahre, für den Aufenthalt aus der Unterossizierschulc ebenfalls vier Jahre nach seiner Ueberwcisnng an einen Truppen teil im Deere dienen.
Wenn ein Zögling dieser Verpflichtung nicht oder nicht völlig »achkommt, sind die für ihn in der Untcrossiziervorschule aufgewendeten Kosten zu erstatten. — Wird ein Zögling dagegen als ungeeignet aus der Untcrossiziervorschule oder der Unter- vssizierschule entlassen oder loird bei einem Truppenteil die Dienst rerpslichtung im dienstlichen Interesse aufgehoben, so sind die Kotten nicht zu erstatten.
Sport-
Di e D e nt I eh e Sk hu eikterschait 1614 kommt anläßlich des Hauvtverbandsiveltlanlcs des Deutschen Ekio-rbandez am 24. und 25. Januar durch die Münchener Skivereine in Garmifch.Parie,Kirchen znm Austraq. Diese bedeutendsten Weit- lanse des großen, über 34000 Mitglieder zöblende» Teutleben Skiverbondes sind schon seit Jahren die ivicliligste» slisvortlickien Peransialtnngen TentschlandS, und seit zivei Jahren ist das In- tereste lür sie iind die dabei gezeigten steistulige» desbalb lebr gewachsen, weil im Rahmen dieser Wettlänle auch der?lllaenie>»e Teutlche Militärlanalani nm de» Sedwebetibeckicr ziitn dlnßiraq kommt. Scho» im letzten Winter ries dieser Militärwel.'lpni Mann» ichaftm last sämtlicher deutschen Skikommandos an den Start, ,tud in Garmisch Partenkirchen rechnet man für heiier bcslimint mit der Teilnahme von etwa 30 Patrouillen.
Alniveriitäts-Nacbrichten.
— A» der Universität Heidelberg erhielte», »ach der .Chronik', Lehransträge der anßerordentliche Proftilor Tr, Bruno Lieb ich lür indische Philologie, der außerordentliche Prolessor Tr, Bsln Haller lür eine Vorlesnnq über Biolooie der Tiere, der außerordentliche Prolessor Dr. Karl B ö h», für eine Vorlesung aus dein Gebiete des Vcrücherungsivcsens >i„d der inastie- inatiiche» biliswisseulchaste» und der aiißerordentliche Prolessor Tr. Ai,gnft Becker sür eine Vorlesting über Wärinetbeorie. Prc- iestor Böhm wurde inzwischen als Ordinarius der Mathematik a» die Universität Königsberg i. Pr. berufen »nd Pro'estoc Becker er- bielt mit Wirkung von, I. Avril 1914 die Ernennung zun, etalS- mäßigen außerordentliche» Prolessor der theoretischen Physik in der Heidelberger iialurnnstenicbaitiicb-malhematische» Fakultät als Nachfolger von Prolessor Fr. PockelS.
— In München ist a», 10. ds. Mts. der ordentliche Pro- sestor des landivirtschastlichen Bauwesens in der Architekten- abteilnng der dortigen Technischeil Hochlchnle >,nd Vorstgiid der Baustelle des Bayerischen Landwirtschastsrats, Fritz I u in in c r s» b a ch , in> Alter von 56 Jahrelt gesiorben.
— Znn> Naehlolqer von Prolellor Tr. Aereboe anl dein Lehr- slnhl lür londwirtlchollliche Betrlebslebre an der B e r l i >, e r Land- ivirtscholtlichen Hochschule ist zum 1. Avril 1614 der landwirtschalt- llche Sachverständige bei den Kaiserlichen Generalkonsulaten zll Et. Petersburg und Odessa Tr. Antol, H o I l in a » n unter Gr- »ennnng znm etatsmäßigen Prolessor berule» worden.
— Dem ordentlichen Prolessor und Tirektor des vlnisiologischen Instituts a» der Universität Stratzburg i. Eis. Tr. Richard Ewald ist der Charakter als Geheimer Medizinalrot verliehe» ivorte.i.
Gcrichtrfaal.
Der Gistmordvrozetz .Hotzf.
Zl Fränkfuri a. M., 15. Januar.
Zu Beginn der heutigen Sitzung regte der Verteidiger, Rechtsanwalt Tr. Sinzheim«r, an, die Beweisaufnahme im Falle des Mordversuches an der dritten Frau Hopfs abzukürzen. Ter Angeklagte sei da geständig und es sei daher vielleicht nur die Per- uchmung der Frau Wüst, Hopf nötig. Ter Vorsitzende crklärl hierzu, daß er auch bereits an etwas ähnliches gedacht habe, es iei aber fraglich, ob die Durchführung möglich sei, da die Anklage aus diesem Punkte Rückschlüsse aus die übrigen Fälle ziehe, R.-A, Tr Sinzheime r: Ick muß dagegen Verwahrung e,»legen, da» in einem Teil der Presse versucht wird. Stimmung gegen den Angeklagten zu mochcll und aus die Geschworenen einznwltken. So ist in einem hiesigen Blatte behauptei worden, der Angeklagte habe gesagt das kostet mich den Kops!" Ich erkläre, daß das nicht der Fall ist, und ich möchte die Herren Vertreter der Presse bitten, nur das zu berichten, «oas hier verhandelt worden ist. Vorst, Ich hatte auch schon die Absicht, die Herren Preisevertrcter z» bitten bei der Kritik der Berbandlungen möglichste Zurückhallung ,i t jifan I» den „Frankfurter Nachrichten" findet sich heute ein Arttkel, der als ein Eingriff in ein schwebendes Bvrsahren be- lrachtet werden muß. Ein solcher Eingriff ist nach unserer Sraats- vewfafsung unzulässig und im Gcrichlsocrsahren streng verpönt.
Es Ivird dann ist der Zeugenvernehmung fortgcsahren.
Die bereits gestern vernommene Zeugin Frau Henrich wird nochnials vargerusen ilnd erklärt, daß ihr der Ängetlagte früher unsittliche Anträge gestellt habe, die sic zurückwies. Daraufhin sei sic von dem Angeklagten verfolgt worden. Hovi habe sie vielfach verklagt und sic habe inlolgedessen ilK Haus in Nicdcrhöchstadt verloren. ... „„ ,
Äe Verhandlung wendet »ch dann dem Mordversuch an der Mutter Sovis zu. Die Zeugin Frau Sommer ist eine ^richte der Mutter Hovis. Sie bekundet, daß die Ehe zlviichen den Eltern Hovis sehr harmonisch gewesen sei. Hovls Vater sei an einem Blasenleiden, seine Mutter an Altersschwäche gestorben, besondere Beschwerden habe die alte Frau duvs nie gehabt. Ter Angeklagte Hovi war in den letzten Lebensjahren seiner Mutter fast läglich bei ihr und viel öfter als früher.
Fräulein Fischer, ebenfalls eine Nichte der Mutter des Angeklagten, bekundet, daß die alte Frau Hoof stein Erbrechen gehabt halb«, jedoch sei von einem Hautousschlolg die Rede geivesen.
aus den Gedanken verfallen, daß die alle Frau Hops »ich,, eures natürlichen Todes verstorben sei.
Ae Zeugin Fron Nohl bekundet, daß die alte Frau Sopf in den letzten sieben Jahren ihres Lebeitzs bei ,hr im Hause gewohnt habe. Nach ihrer Erinnerung habe sich Frau tzopi einmal geäußert, sio iaolle ein Testament machen, in welchem ihr Sohn Karl aus den Pflichtteil gesetzt, ihm das Kapital nicht ausgehändigt, sondern ihm nur die Nutznießung überlassen iverden soilie. Tie Zeugin erklärt weirer, sie sei 73 Jabye alt »nd habe ein schlechtes Gedächtnis. Es sei insalgedessen möglich, daß ihr Frau Hops das nicht selber gesagt habe, sondern daß sie cs von jemand andcrckm gehört habe. Aus eine Frage des Verreidigers R.-A. Dr. Sinzhelmer bekundet die Zeugin noch, daß Hops der L i c b l i n g s s o h n seiner Mut t c r war.
Ae nochmals vorgeruscne Zeugin Frau Sommer gibt nach an, sie glaube nicht, daß Frau Hops hübe ein Testament machen wollen, vor allem glaube sic es nichc, daß ld«e Frau «S »her das Herz gebracht hätte, ihrem Sohn zu sagen, sie würde ihn mii den Pflichtteil setzen.
Ae Zeugin Katharine Hccb aus Enzenhelni war in de» leptcu sieben Jahren bei der alten Frau Hops als Tienstmädckun benliäs- tigt. Sic weiß, daß die Frau in den letzten sechs Monaten ihres Lebens häufig Erbrechen gehabt habe.
Nach einer Reihe unwesentlicher Zeugenaussagen zu diesem Fall gelangt der
Mordversuch an der dritten Frau zur Verhandlung. — Als Zeugiii wird zunächst die inzwischen gerichtlich geschiedene Frau des Angeklagten, Wallv Hovi ver nominell, die unter allgemeiner Spannung den Saal betritt Sic bekundest daß sie nichts davon gewußt bade, daß der Angeklagte eine Heiratsanzeige erlassen liobe und daß ihre Schwester sich mit dem Angeklagten aus diese Anzeige hin in Verbindung gesetzt habe. Sie habe ihn im Dezember 1611 kennen gelernt, in der Folge sei sie mehrmals nach Frankfurt gekommen und er nach Tr es den, ivo sie damals wobnle. Tie Trauung zwischen beiden habe in London stattgesunde», da sie Oesterreicherin ist und ihre Papiere nicht so schnell bekommen konule, während Hovi auf bat dige Eheschließung drängte. Gleich nach der Hochzeit habe Hovi sein Testament gemacht, worin er sie zur alleinigeil Erbin ein setzte. Tiescs Testament habe er ihr veriönlich überreicht. Das Testament war mit Schreibmaschine geschrieben und insalgedessen ungültig, die Zeugin ivußte dns aber nicht. - Angeklagter Hovi, Ich kannte diese Bestlinmung auch nicht. Tie Zeugin schildert dann weiter, daß der Angeklagte ihr später ein Schriftstück vorgelcgl habe, wonach sie die Bestimmung treffen solle, daß ihre Leiche nach dem Tode verbräunt werden sollte. Sie habe das aber abgelehnt, weil iie sich nicht verbrennen lassen nullte; Hops habe ihr dann gesagt, daß in seiner Familie die Leichenverbrennung üblich sei, auch seine Mutter und sein Bruder seien verbrannt Warden. Bald daraus habe ihr der Angeklagte einen Schein vargclegt, der einen Lrbcnsverjicherungsanlrag aus die Summe van 40 000 MI. dar- ftcllte. Anfänglich habe sie nicht unterschreiben wolleii. Nach kurzer Zeit machte sie eine Reise in den Taunus zu Bcrivandten. Als sie zurücklain, ivar sie sehr ermüdet und wollte ein Glas Tee trinken. Als sie das Zimmer betrat, halle sie den Eindruck, als ob in ihrer Abwesenheit Frauen bei ihrem Mann gewesen seien. Sie nahm sich deshalb Var, bei Gelegenheit einmal den Schreibtisch Hopfs zu untersuchen, was sie auch tat, als ihr Mann am 9. Juli einmal fortsuhr. Sie fand darin zunächst erschrecklich viele Liebes- brlese, und als sie weiter suchte, ein großes Kuvert, aus dessen Inhalt hervargmg, daß ihr Mann schon zweimal verheiratet gewesen ivar, was er ihr verheimlicht hatte. Ta er nur von einer- einmaligen Verheiratung gesprochen batte; außerdem fand sie eine große Anzahl unzüchtiger Bilder, »nd ein Schriftstück, in dem ihr Mann geschrieben hatte, er brauche Geld, das er zurückerstatten ivürde, wenn seine Mutter gestorben sei. Am nächsten Morgen habe sie mit Hops über ihre Entdeckung gesprochen. Ta ihr dabei Tranen geiöimnen and ihr Mann nicht sehen sollte, daß sic weine, sei sie aus sünt Minuten in ein anderes Zimmer gegangen. Als sie wieder zurücklain, habe sie Von dem Tee getrunken und gemerkt, daß er einen sonderbaren Geschmack hatte. Gleich daraui wurde ihr schlecht, der Mund stellte sich schief, die Hände wurden steif und sie konnte nicht mehr ausstehen. Sie habe daraus zu ihreni Mann gesagt: Was hast die mir gegeben'? Hast du mir etwas in den Tee getane Hops antwortete mir daraus: Nein, du bist ivohl selbst am Gistschrani gewesen'? Tie Zeugin verlangte dann rasch ein Glas Kognak, das ihr Hopl auch brachte, sie konnte dasselbe aber nicht znm Munde führen, weil sic das Glas nicht fassen konnte. Hovi brachte sie nun in das Nebenzimmer und luchte sic zu beruhigen, indeiii e> sagte, sic habe einen Neroenchok infolge der Aufregung, es würde aber schon wieder besser, da ihre Hände schon wieder anfingen warm zu werden: er würde ihr Wein geben und wenn sic sürchtcn sollte, daß er etwas in denselben hineintun werde, so wolle er den Wein vor ihren Augen trinken. Er tat das auch. Während der Nacht habe dann ihr Monn den Schreibtisch versiegelt. Als sie gciiagt habe, was das zu bcdeuien habe, habe Hovi gefchimpst >i»d gesagt, sic habe ihn belogen, der Schreibtisch sei nicht assen gewesen, sie habe sh» erbrocheil, er ivürde sie daher wegen Einbruchs anzeigc»: daraus erklärte ihm die Zeugin, da könne sic gleich mitgehen und gegen ihn Anzeige wegen Mordversuchs erstatten, sie lzabe dann den Rest des Tees in ei» Fläschchen gegossen und sei soitgegangen. Unter der Türe sei sie umgekehrt, weil sic sehen wallte, ob ihr Mann Nichts zu sagen habe. Als sie ins Zimmer zurückgekamme» sei, sei ihr Manii vor dein Gistschrani gestanden und habe aut ihre Frage, ivas er dort mache, erklärt, er wolle Gisl nehme», wenn sie ihi, beim Staatsanwalt anzeigett wolle. Tic Zeugin ist dann, als er nichts weiter sagte, gegangen und bat den Rest des Tees zu einem Eliciniter gebracht, um ihn dort untersuchen zu lassen. Sie sei an diesem Taze wieder sehr aufgeregt gcweic», so daß Tr. Rosenbau ui geholt werden mußte. Hovi habe dein Arzt gesagt, es handle sich um einen Nervenchoi, der infolge eines ehelickzc» Zwistes entstanden iei, und als die Zeugin dem Tr. .Rosenbaum ihren Verdacht mil teilte, glaubte ihr dieser nicht und suchte iie zu beruhigen. Rack einigen lagen sei sie zu dem Ehemiler gegangen, der ihr erklärt habe, er habe in dem Tcc kein Gift gefundkil. Am 6. August, also vier Wachen später, har die Zeugin imeder Fieber betom men: Hopl lwlc das Fieber halbstündlich gemessen, ihr aber stets gesagt, sie babc gar kein Fieber. Am 6. August sei cs ihr gelungen, einen Block zu finden, ans dem ihr Mann Auszeichnungen über die Höhe des Fiebers gemacht hatte: darnach habe sic Fieber bis 40,5 gchabi. — Bors, (znin Angeklagten : Was laben Sie Ihrer Frau da eingegcben? Angekl.: Ich habe ihr T v v hnsb a z i l l c n gegeben. Pars.: Sie haben das Fieber Ihrer Frau selbst gemessen? — Angell.: Jawohl. — Vors Zur Zeugin : War Hops liebenswürdig zu Ihnen'? — Zeugin iJawohl, sehr liebenswürdig, er weinic und kragte stets, ob er mir nicht helfen könne. Tie Zeugin erzählt dann weiter, daß sie daraus gedrungen habe, einen Aizl zncholen, nachdem sie wiißte. daß sic hohes Fieber hatte. Sir bekam eine Pilegeiin, Frl. Flicker. Tiefer Schivcstee hat sich die Zeugin aiivertrant, die das Ausgebrochcne de», Tr. Roseubaui» brachte, der es untersuchte .aber lern Gisl darin fand. Ta sie lrotzdeni sehr iinrudig war .wollte sie ins Krankenhaus. Hovi aber sagte ihr .sie solle nicht ins Krankenhaus geben: wenn cs ihr unangenehm sei, daß er da sei, walle er verreisen, sie solle zrr Hause bleiben. Tamil war auch die Schwester einverstanden. Nach einigen Tagen habe sic wieder geschwollene Glieder bekommen und das Gefühl gehabt, als wenn ihr die Haut zu eng würde, sie habe starkes Brennen im Hals gespürt: auch die Schwester sei nach vier Wochen erkrankt und mußte eine Ablösung erbitten. Einmal ist sic mit Milch, die ihr verdächtig erschien, zu Dr. Rosenbaum gegangen
und hat gebeten, diese zu ttiilersuche» Tr. Rosenbaum sei sehr ärgerlich gewesen und habe gesagt, sic käme schon wieder mit ihrer scheu Idee, daß ihr Manu ihr Gift gebe. Er wolle aber trotzdem die Milch nochmals untersuchen. Er tat das auch, fand aber nichts.
Pars, (sunt Angeklagten): Im November schrieben Sie an da- Wiener Institut, Sie hätten Ebolerabazillcn gehabt, die aber nicht virulent gewesen wären, selbst ans M e n s ch e n hätten iie iiichi reagiert. Sie sarderten Bazillen von Cholera a s i a t i c a und schrieben, es würden sich wohl solckw vom Kriegsichaufilatz au: dein Ballan besorge» lassen. Angekl.: Jawohl. Ein Beisitzer: Haben Sic Ihrer Frau auch Bazille» von Cholera asiatica gegeben'? Angekl.: Jawohl. (Bewegung.: Port.: Haben Sie diese Bakterien cininal oder mehrmals gegeben'? Angekl.: Mehrere Male. Erneute große Bewegung.) Tie Zeugin belundet dann weiter: Als sie wieder gesund gewesen sei, habe sie in Gesellschaii ihres Mannes eine Flasche Sekt getrunken. ES sei ihr ausgelallen, daß der Sekt wie Varsümiert schmeckte und sic habe das auch ihrem Mann gesagt. Der habe sie ausgelacht und zu ihr gesagt, sie sehe überall Gespenster Gleich darauf sei ihr Mann ausgcstanden und bade sich ans die Ehaiselogue gelegt: Vors.: Hat der Angeklagte nicht auch von dein Sekt getrunken'? Zeugin: Nein, ich habe ihn allein getrunken. Jrl> dachte nun, daß cs meinen! Manue sehr schlecht wäre, da er Weste und Oberhemd ausgeknövst halte, und brachte ihm Wasser, und da sah ich, daß in seiner Westentasche ein Fläschchen steckte. Ick, mackste es auf und roch daran. Es war derselbe Geruch wie an dem Sekt. Aus dem Stöpsel stand ein „A". Vors.: Was soll das bk deuten? Angekl.: Arsenik. (Große Bewegung.) Zeugin: Ich fragte nun, ivas i» den, Fläschchen sei. Ter Angekl. anttvortcte wie geistesabwesend, die Bilder drehte» sich. Aus wiederholles Drängen sagte mir dann der Angeklagte, i» dein Fläschchen sei Bromkaii. Eine PierkeliNilide später wurde mir ganz schlecht, ich ivürde wie blind, und ich weiß nicht, wie ich in das Schlaszimnicr gekommen bin. Ick: labe mich dann ins Bett gelegt und hatte starkes Erbrechen: ich bin daraus längere Zeit kraul gewesen. Mitte März 1912 ist bi Zeugin neuerdings erkrankt. Tiesmai kam als Vertreter des Tr Rosenbaum der praktische Arzt Tr. Krämer. Als die Zeugin diesen, gegenüber den Verdacht äußerte, daß sie von ihrem Manu Gisl bekäme, sagte Tr. Krämer, dann müsse sie ins Krankenhaus. Hopi war zunächst nicht damit einverstandcii, Dr. Krämer setzte aber seinen Willen durch. Tor Angeklagte bat die Zeugin im Kranken haus täglich zweimal beiuck» und lmt ihr Geschenke gebrach!. Sie sei dann langsam wieder gesund geworden ni>d hätte am 12. April cnilasscn iverden künncn: iiizioischni sei Hovi vcrhasict ivorden- Durch den Vorsitzenden erstatt die Zeugin »ach, daß sie heute noch Beschwerden spüre, die sie früher nie getan»» hätte. Bari.: Sie haben dieser Frau also Tvvlius und Cholerabaklericn und Arsenik gegeben'? Angekl.: Jawobl. Vors.: Sie hüben diese Frau alsa nur geheiratet um sic lunzubringen'? Angekl.: Ich habe iie nicht dies halb geheiratet. Vorsitzender: Sie haben sie aber umbringeii loolicn. Angeklagter: Tos kann ich nicht bestreiten. lBewegimg.^ Die Zeugist bekundet noch loeiker, daß der Angeklagte ihr häufig von seinen Eltern er.zähli und stets gesagt habe, er habe dieselbe» sehr lieb geliabl »nd ihr Vertust sei ihm sehr nahe gegangen. Hvps labe vielfach geweint und ihr gciugt, sie solle nicht inehr von seinen Ellern sprechen, das greise ihn zu sehr an.
Bankbcaiiiler Hosmaiin von der Pfälzischen Bank betuubd, laß die Angabe des Aiigcstagten, er hätte ein Guthaben vvii 7000 Mk. auf der Bank, falsch ivar. Zur Zeit der Verhaftung hatte Hops in,r 1500 Mk. aus der Bank. —_ Zeugin Schlieper belundet, daß sie die Zeugiii Frau Wally Hops vier Wochen hin durch während ihrer Krankheit gepflegt habe. Nachdem sie cininal die Hälsle einer von de»! Angeklagten mitgcbrachten Ananas gcmeinsam mit Frau Hov! gegessen habe, sei sie trank geworden und hätte mehrere Tage nicht kommen können. Wenige Tage später habe sie Pslaumcnkuchen gegessen, den ebcnsalls der 'Angeklagte, gebracht habe und sei gleichfalls erkrankt. Während ihrer Krankistnl habe ihr der Angeklagte einen Brief geschrieben, in dem er ihr die Wohnung verbot. Ter Angestagte sagt, es lagen hierzu verschiedene Gründe vor, aus die er nicht näher cingehen ivolle.
Ter Zeuge und Sachverständige, vrakr. Arzt Tr. Rosen bäum, der Frau Wally Hovi behandelt hat, bekundet, daß er keine bestlinmie Diagnoie stellen ionme, und nicht recht geiunstt habe, was er aus dem Krankheitsbild mäckzen solle. Den Verback,l der Frau .hovi wegen einer Vergifiung babc er nicht gloubcii wollen, zumal die chemischen Nniersuchungen der Speisen negativ verlausen seien.
Während der Vernehmung des irüchsteu Sachverständigen bricht Tr. R o s e n b a u m p i ö tz l i ch b e w u ß t l o s z n s am m c n , cr- holt sich aber wieder.
Sachverständiger Eheniiker T i l l m a II » hat den Tee, dkl! Mageninhalt und die Milch im Falle der Fron Hovi,untersiichk und bekundet, daß ec die llntcriuchung »iie großer Gz,'nauigkc>!> vorgenoinmen habe. Tie Ergebnisse seien aber bis auf einen Fall stets negativ geblieben. Er habe darauf nicht Ivieitec gcachkct, da diese Reaktion in dem eine» Falle auch von Medikamenten her rübren konnte, ivelche die Fruu Hovi gegen Kvpsschmcr; eingenommen haben konnte.
Nach einer Reihe weiterer unwesentlicher Zeugmaussagen unli »achdcm auf eine 'Anzahl von Zeugen verzichtet worden war, wurde die Verhandlung aut morgen vertagt. Morgen soll der Gerschis- chemilcr Tr. Povv vernomnien werden, der seinerzeit die Unter suchung der Leichenreste vorgeuomiiicn hat.
Mäkklc.
lc. Wiesbaden, 15. Ja». He»- »nd S troh inark t. ülngeiahrc» waren ll Wage« mit Heu lind Stroh. Alan nolierie Heil 6,20—5,40 Pik. S i r o ll (Ziichtnrob) 4,40— 4,60 Alk., Kruiliin- iiroh 4,00—0,00 A,k. — Frucht»! a rkt. vaser 16,20 -17,00 Alk Alles ie IOO Kilo.
Kaffee Ha§, der coffeinfrcie Bohnenkaffee, kann" lungenkranke», die immer zu bc- fchteunigter Herztätigkeit neigen, nicht genug empfohlen werden.
Pros. Dr. Möller (Deutsche Arzte-Zeitung 1008, Nr. 47 ).
Hohenlohe
nafer-Hocken
sind für Gesunde und Kranke. Kinder und Erwachsene gleich nahrhaft und wohlschmeckend Aur echt in Paketen „mit der Schnitterin!"
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Jlox
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-Konfekt I
beliebtestes Mittel zur Regelung des Stuhlganges
und Verhütung von Verstopfung fQr Erwachsene und Kinder. Höchster Wohlgeschmack, milde, sichere Wirkung, ärztlich glänzend begutachtet und empfohlen.
' Dose (20 Fruchtkonfitüren) Mk. 1.20.
Man hüte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN-K0NFEKT5


