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tznunkmtttt, <m für SSvigmy. Der-Lehver vonLa Tour yat mlr erzüW sie seien spät abends bei Kalt« und schrree mrt Wagen rn, Fontaine an gekommen; dort hätte man fte aus dem Marftpla^ ausgestellt; es seien auch, noch Leute von anderen geraumen Gemeinden dabei gewesen; im ganzen mehrere Hubert. Anstatt s sofort unterzubringerr, habe man fte erst Imtge Mett Wfeit , bec Maire von Fontaine fei rmmer aus und ab gelauftn, unttr? Jammern über die vielen Fremden, für dre er kamen Platz Hab ^ Endlich sei ein deutscher Offtzrer geßnnmen und> habe.den. Maire mrgesahren, es sei, eine schände, daß er ,eme! Land-leute, vor allenr Frauen und Kruder, in h^r Kaltt so herninstehen lass , wenn er sich noch lange besinne, werde der Kommmrdant du armen Leute selbst rrnterbringen urrd mrt denr Hause des Marie anfangen. Tas habe geholfen, alle seien schwell m Scheunen untergebracht worden, und gestern habe die Verteilung der lLvakurerten aul d einzellreu Gemeinden stattgefmrden Diese Berterlnng ser anch nicht schön gewiesen; jeder Aiarre habe versucht, möglichst viele den anderen Gemeinden zuznschiieben und selbst, rnoguchst wenig auf- Wnehnien. Ter Kommandant soll gesagt Hecken, er lbune urchr verstehen. daß man Evakuierten gegenüber nicht mehr Herz Hube.
' KZ m eine Dckmüe, daß die Bowes rrnseren Leuten erst sagen t“ «LllÄ- di- Saus und v°f »*»
hat mich «i-der b^uckM °° wohnt
dem Greffier m Fontaine gewesen. Ter Gveffrer mohnt rm Ge- LndeL^im eAten Stocks im Erdgas« ist dre deutsche Kvm
hat evzählt, die ersten Deuts«, die gekommen seien habe man im Orte für Engländer gehalten; der Irrtum sei aber'bald aufgeklärt ivorden! — Ter Komniaudant rn,Fontarne rst ein alter Herr; er soll streng sein; er spricht Französisch, aber nur selten. Es sind noch« zlvei Offiziere bei ihm; emer muß oft den
Tolnutsche^machn^^ ^-m alten Fräulein, das große
Angst vor ihm hat; die beiden a.nderen Onmere wohnen zusammen in einenr kleinen .Häuschen, desseir Eigentümer for^ rst. ,
Tas Haus war verschlossen; die Offiziere haben den IeE rufen lassen, er solle das Haus aufgmchm; er ivollte er,t nrcht, dre OMziere haben gedroht, wenn er Nicht ansrnache, werde er eur- oesperrt. Ta l-at der Alte ausmachsnr muffen., Er svo-lltz, dann wrtgelien ° die Offiziere hab>en ihm aber gesagt, da er dre schjlussel des Hauses gehabt hätte, müsse er auch nrit in das Haus hrnem^ komm en und als Haars Herr sorgen, daß dre Eirrqrrartrerung alles
bekomme, ivas sie nötig habe. «p
Tun Hause waren alle Schranke verschlossen,, da hat ixr Maire einen Sckilosser holen müssen zum Oeffnen. Tre Offiziere haben herausgenommeii, rvas sie brauchten; der SchlosserZagte hruterher, lft^rxirm sehr ordentlich gewesen, sie hätten ke.ru Stirn mehr ver-
^^Taun wurden die Schiränke wieder, zngenmcht; der Ncaire mußte noch ein paar gefunderre Schmuckstücke mrtnehinen, die ~ rTV' T^ sagtm, er solle diese für den Besitzer ausbewahren. -
Irr der Kommandantur sitzen tagsüber der Kommandant mrd die beiden Offiziere, außerdem Unterofffzreve, urw Loldatsn. Wer Mit der Konimandarrtur zu tun hat, muß rn oen großm saul gehen. Jede Woche kommen alle Marres ziwermal, hm, da reoet ^er Kommandant und gibt Befehle. Tie Marres müssen vrelschec. b^n; darüber schimpfen manck-e mehr als über den werten Weg zur
Kommandantur^ ^ ^heval blanc". Der Wirt und.seine Frau sind sehr zufrieden; die Teutschen seren hoflrch und lreßen
habe zu dem Unteroffizier Charles gesagt; „Wenn Wirte Geld verdimen," llagen sie nicht, die Gäste können fern, wer fre
wollnr n^^bffizier Charles hat gelacht und gesagt, er wisse nicht, was iür Wirte ich kennen gelernt hätte. Im übrrgen gäbe es rn Fontaine aber auch noch andere Leute, die nrcht über me L,eut,chen Uagtm Es heiße, die Soldaten seien recht ordcrttlrch; e- hatte
vrel schlimmer konmren können. ^
.Manche von den Boches sötten Frmrzosrsch können; der Unter-.
ottista tfcfe fast sogar, er M° v« ^
Mädchen aus Fontaine Maudenr und lachen sehen.
Besonders ist allen Leuten ausgefallen, daß jo vrel ^oldatm Sonntags in den Gottesdienst in der Torftrrchp kommen, der Pfarrer' soll geäußert haben, man könne sagen, was man wolle, rn die Kirch' gingen die Deutschen mehr als dre Unsrigen.
Weihnachten, sagt der Unteroffizier Chrrles, hätten dre ^erll- schen ein großes Fest ge«; in der , Kirche seren. Mer grotzfi Larmenbäume mit Lichtern rechts und lrnW Ä
worden; das hätte so schön ausgesehen, daß der Pfarrer noch letzt die Bäume habe stehen lassen; er hat den Komnmndarlleir darum gebeten. Der Unteroffizier .Charles war auch rn der,K^che, um NÄ das anzusehen: er sagte, die Kirche sehe wrrklrch, geschmückt aus durch die beid>en Bäume. — Tie Leute pon Fontarue sollen aber doch -ns die Teuts« schimpfen; sie sind ^wütend, werl sre rhren s^ur haben abgeben müssen, oder weil sre rhn nrcht trmßen konrien, weil er v ersteckr ist. — .
Aus einem Tagebuch.
12. III. 18. Nun habe ich endlich die Mk. 12 000 errglischw Papiere, die ich noch hatte, abstoßen können - sogar mrt emem klernQr Gewinn! Ich bin froh uird dankbar. Den ganzen Betrag Null rch darum auch in Kriegsmileihe zeichnen.
16. III. 18. Ich bin doch Wieder etwas zweifelhaft geworden» Kriegsanleihe habe ich doch jetzt schon recht vrel, fast em Brer^ meines Vermögens. Immer wreder muß rch an dre^Maouung meines Vaters denken: nicht allzuviel in erneu Tops zu legen.
17 III 18 Heute las ich in der Zeitung : eim Fachmann in- Bergbau sucht'rasch entschlossene Kapitalisten einem galizischen Rohölunternehmen; 2o brs 30 o/o ^rvrdende rn
srchM^Alfffnht!^ fein? ^ kann nur einmal ^
Prospekt kommen lassen. Das verp l. stet m zu nrmts .. über di- Kri-gsmüeihe? ... llNd soll ,ch «M der „Spekulation" den kleinen Frnger reichen ? Habe rch nrcht schm oft genug erfahren, daß schließlich nrchs daber herMSlövimt als Sm Ä Unruhe? Was ich in e nem 8ag «aw mt«, jgejg in and eren wieder verloren... Freilich man hofft rmmer wieder
miss neue. „_
1 <> ui 18 Ich habe mir nun doch einmal den Prospekt wm- men lassen Die Sache scheint in der Tat sehr aus,ichtsreich. 5 teile Mi 2000 Mk. inüßte ich zeichien. Da kann ich ia rmmm n^ 2000 Mk. in Kriegsairleihe anlegerr. — Freilich, ob rch s riskieren soll? Ein Gutacheir des Geologie-Professors B... in K.. . Ire bei. Das ist doch eine Autorität rn solchen Fragen. >;ch will mich einmal persönlich bei ihm erkundigen.
22. III. 18. Wie oft habe ich jetzt schon die Sache hin nnd.her überlegt. Hätte ich Niich doch überhaupt nicht ,^rauf eirrgemsseq uud gleich getan, was vrir das Gewissen eigentlich geboten! Kann ich denn eigentlich zwftseln, was m<wre Pstrcht rst? ... Aber ist
Istä'Nicht
Einnahmen zu erhöhen? Wes wird yt täglich teurer, und wer ,wpi.ß, was der Krieg noch! alles bringen,wlrd,.
23 III 18 Die halbe Nacht habe rch nrcht geschlafen. Dresej
leidig' Geschichte!... Heulte früh ist die Mtwort von Profeff^, B , eiuaetrosfeu. Sie lautet ja etivas verllüusulrert, aber,doch recht hosftnnigsvvll: er selbst habe sich auch mrt emem ansehnlichv^ Betrag beteiligt. So ward' ich es doch ebenfalls , wagen können.. Werm die Dividende so hoch cmssällt so werderch SÄJiS ffer Zeit meine Anteile zum zwer- oder drersachm Preis verkaufen können... Freilich!, ich habe .ein schlechtes Gewffftn daber. Me beredt habe ich doch schon anderen ausernandergesetzt, daß j^manns Pflicht sei, alles verfügbare Geld rn Kriegsanleihe an- zülegen! Me überzeugend hübe rch das begründet! .
Wie sagr doch Ovid? Video msliora strobogue, äoterwra
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24 III 18 Heute habe ich die Me Geheimrattn y$. tut Schwesternhaus besucht. Trotz ihrer 78 Jahre hängt fte noch am
seit dem Tode ihres Mannes gespart und gespart, sich und lhrvr Töchtenr nichts gegönnt, ja sie wie ihre Dienstboten geplagt nuck ihrer ewigerr Knauserei tund ihrem. Mißtrarren und rhver steten Sorge wr finanziellen Verlusten. Wahrhaftig ern armselige Leben bei allem Rerchtum! . .. ^ .
Als ich aus ihrem Zimmer trat, begegnete mrr aus dem Korridor ganz mrerlvartet der junge R...der mrch so oft durch, sein Gei gen spiel >mtzückt hat. Fassungslos starre ich rhn an: er hat dre linke Hand verloren! Vorbei seine Virtuo,enlausbahn! Und dam ist er doch fast mittellos! Alles hat er seiner Künstlerlaufbahn geopfert! Glänzend hatte sie gerade begoimen! ^
Mein erster Jnrpuls war, ihm etwas Tro,tüches^zu sagen. Aber das Gefühl hemmte mich, das imirben ja nirr leere Worte sem; in einem solchen Fall könne es gar keinen Trost geben. ■
Wer bald merkte ich im Gespräch, daß er meines Trostes gar nicht bedurfte. Wie hat der Krieg nud die schwere Hermsuchung! diesen jungen Menschen inuerlich gereift nnd geklärt ! Er hat , rch entschlossen, Lehrer zu werden. Ohne alle Wehlerdrgkerr hat er denr Lorbeer des Künstlers entsagt, mit voller Hingabe und freu- diqer Zuversicht sich dein neuen, schlichten Berrrie zngewen>.et. hoffe, ich weiß: er wird auch in diesem ein „Mnstler weroeir.
Ich scheide von ihm mit einem Gefühl — es mag settsapr lauten; aber ich finde keinen anderen Ausdruck, als: „Verehrung,. DÄs ist Wirklich ein Mjensch, der nicht in erster Lrnre fragtW« wird rner's ergehen? Und werde ich morgen oder nber^^ahr auch genug haben?' Und werderr mich keine Verttlste trespn? Sondern der sich einfach fragt: Was ist meine Pslrchr? und danach
^*25^11118. In der Frühe kenn eine telegraphische Anfrage des Ingenieurs V. wegen meiner Beteiligung an dem galizstchen Rohölnn ter nehmen. Ich habe, sogleich abtelegraphrert. _ Ich iwame mich jetzit, daß ich mich auf die Sache so wert emgelasien habe, da ich doch von Älnfang au fühlte, was meme Pflicht mar.
*) Ich erkenne das Bessere und billige es und folge — dem Schlechteren.


