231

echchtei: ihm sehr Meifolhast. Aber wenn der schwarzhaarige Mldfang es durchaus Huben woMe. . . Und liebebedürstig War er MW ungeheuer! Da öffnete er wieder die Augen.

Nu sag bloß, Goldsohn, halt sie mich Rauhbein denn Wahrhaftig lieb, oder'?' ...

Nichts von oder, Jungchen! Du weißt ja gar nrcht, was du wert bist- herrlicher Kerl! Kopf , und HerZj ohne Konkurrenz wie dein Waschpulver und dein Flammentod! Und das Aenßerliche läßt sich! doch, bei dir gerade gewachse­nem Bursch ein bißchen heraus staffieren!"

Der Flammentöiter Mang auf, lachte, reckte die Arme jjjur Seite und zwinkerte wieder so. listig mit den Augen wie er's schon lange nicht mehr getane

Weißt du, nun Hab' ich's auch eilig! bette,

keine falschen Schlußfolgerungen! . . . Bloß wegen des Försters Und seines Judaslohns! . Aergern soll nch der Mann, ibis er grün im Gesicht wird, wie seine Jacke. . . . Futsch soll ihm der 'Pensionär gehen , und der viele Grog auf meine Kosten! . . . Also ich bitt dich schön, Gold-- sohn, Heirat übermorgen!"

In vierzehn Tagen, Flammenlöter! . . . Und weck dU so wütend bist auf die Försterseele, würd' ich! ihn gleich! ärgern, meinen Koffer packen, Adieu Sie! . . ,. Und wenn Wir Uns ein bißchen daziuhwlten, erwischen wir noch den Achtuhrzug! Trommeln um Mitternacht die Uhle- mannsche raus, morgen früh Haarschneiden, und dann ein taufrisches Mädel geküßt, ein Mädel, Jungchen,, das such wahrhaftig ehrlichen Herzens schon längst nach dir sehnt."

Du, das fitiD eigentlich alles lauter ausgezeichnete Gedanken!" , . . ,,

Da lagen sich die Freunde in den Armen und lachten sich an... ,

ltitb als der Flammentöter am nächsten Mcktag nnt schön verschnittenen: Haupt- und Barthaar, im schwarzen Gehrock, einen Zylinder auf der Denkerstirn, durch bei: Garten nach der Klausnerschien Billa schritt, stand Helene Klausner hinter den: Vorhang, drückte ihr Patschhändchen auf die Brust, dorthin, wo sie ihr liebend Herze vermutete, Und freute sich der kommenden seligen Stunden.

Die perle.

Nacherzählt von Marie Beßmertny.

(Nachdruck verboten.)

- m tttot schon sehr spät. In einem, vornehmen und . sehr be­kannten Restaurant :n Moskau waren ernrge Tische noch besetzt. 2lb- seits an einem kleinen Tischchen in einer Nrsche saß ein beiahrwr L-err vor einer Flasche Rotwein und las die Zeitung. Ab und zu tviarf er einen raschen Blick nach dem Saal, um' sich aufs imte :n sein Blatt zu vertiefen. . .

Dieses Restaurant wurde Le,anders wegen inner vortresflrchen Mistern Und seiner Appetitürötchen vor: Feinschmeckern, besucht. Man begegnete dort meistens denselben Stanimgästen, denen der Besuch des Lokals zur sichenden Gewohnheit geworden war.

ID»r Oberkellner war nicht mir genau vertraut mit allen Ge­wohnheiten und Eigentümlichkeiten der täglichen Besucher, sondern zun: Teil auch mit ihrer Lebens geschickte. Gelassen stand er am Mfett und verfolgte mit strengem!, kühlem Blick, w:e ein Heer­führer, die Arbeit seiner Gehilfen. , . .. ^ .

Die Uhr schlug elf, noch zwanzrg Mstuten. und d:e Polrze:- stunde war da. Das Lokal mußte.dann geschlossen werden. Cs

ist eben Kriegszeit! , .

Der Saal leerte ftchj aMnahlrch. H:er urw da erhob im) e:n Gast, verlangte seine Rechnung und verließ das gemütliche Re­staurant Es schien, als würde niemand mehr kommen. Der Herr in der Nische fuhr aber noch fort, seine duftende Zigarre zu rauchen und seine Zeitung zu lesen. Seine Um!gckustg schiel: ihn gar nichts mehr anzugehen. Mr einen Augenbuck erschien der Be­sitzer des Restaurants, winkte dem! Oberkellner zu, d:e Polrze:- stunde nicht zu vergesse::, und zog sich -wieder zurück, nachden, ihn: ourch Kopfnicken eine stunnne Antwort gegeben wurde. Plötzlich! traten zwei äußerst, elegant gekleidete Herren ein, der ältere etwa 45 Jahre alt, der zweite noch ganz jung. Sie hielte:: Umschau :u:b ließen si-ck müden Blicks an einem Tische neben den: einsamer: Gast nieder. Ter eine nahm die Weinkarte znr Händ, der anders studierte ausinerisam die Speisekarte. , ^

Veuve Cliguot doux!" lalltet die Bestellung an dei: Kell­ner.Bringen Sie auch Pfirsische und Ananas!"

Was fehlt dir, Georg, hast du keinen Appetit?" fragte dev andere der beiden Herren, während! der Kdllner mit beredten Worte,: änfing, die ausgezeichueteu ftischen Austern tzst loben.

Mit Interesse hörte Georg ihin zu und sagte dann:Nun aut! Bringen Sie, bitte, drei Dutzend Austern!" .

Iwan brachte hurtig und.geschickt das Gewünschte herbe:. Dev Minutenzeiger riickte erbarmungslos weiter. Dar Oberkellner achtete

aber nicht daraus, weil er durch ein »tervöses. hastiges Flüstern gefesselt Erde. Er drehte den Ko-ps um und sah, wie beide Herren, über den Austernteller gebückt, ein schimnierndes Ding betrachteten. Ter Kellner traute seinen Augen nicht- Sollte das eine Perle sein?. Er war bereits zwanzig Jahre im Unsternkeller angestellt, ohne je eine Perle in einer Auster gesunden zu haben. Und nun sollten diese Gäste gerade, die eilten so reichen Eindruck machten . .!

Ter eine von ihnen kehrte sich nach ihm nur, dann wandte er sich wieder seinem jüngeren Genossen zu. Mit ungewöhnlicher Gewandtheit verstand der Oberkellner alles genau zu verfolgen, was im Saale vorging. Er bemerkte, wie der eine Herr einen kritischen Blick aus die Einrichtung des Saales warf, dann sein Taschenbuch herauszog und eiligst einen glänzenden Gegenstand darin verbarg. Hieraus schien er sich wieder mit den Austern be­schäftigen zu wollen, obschon sein (Gesicht, wie auch das seines Freür^ des, eine große Erregung verriet. Jetzt ivar für den Oberkellner kein Zweifel mehr, und der Verdacht, daß die Gäste eine Perle gesunden hatten, verstärkte sich. Er ging flink ans Telephon heran und ries den Besitzer des Restaurants herbei. Leise teilte er ihm seine Beobachtungen mit.

Freundlich lächelnd trat der Wirt au die späten Gäste heran, fragte, ob sie noch Wünsche hätten, und fügte nach ablehnender Antwort hinzu:Mein Lokal hat Ihnen heute Glück gebracht, nicht wahr, meine Herren?"

Die Perle."

Ter ältere der Herren, an den diese Worte gerichtet waren, erwiderte verlegen:Glück? Ich weiß nicht, was Sie damit sagen

wollen!"

Es ist nichts in Mrede zu stellen, mein Herr, ick)! weiß, daß . Sie eine große Perle in einer Auster gefunden haben, und Sie werden zugeben, daß sie nijcht Ihr, sondern mein Eigentun: ist."

Was fällt Ihnen ein? Ich Hab' sie gesunden, und demnach gehört sie mir, verstehen Sie?"

O nein, verzeihen Sie gütigst! Ich verkauf hier Austern, aber ohne Schale. Diese, wie z. B. die Deller, Messer und Gabel, sind mein Eigentum, demnach auch das, was sich in den Austern- schalen besindet. Tie Perle ist mein."

Ruhig versuchte her Perlenftnder zu antworte:::Lieber Freund, wenn wir nach Ihrer logischen Auffassung verfahrest wollte::, so müßten wir zu dem Endergebnis kommen, daß die Perle weder Ihn«,, noch mir, sondern dem Fischer gehört, der die Austern gefangen hat. Ihm würde ich die Perle zurückgeben, aber unter keiner Bedingung Ihnen!". _

Gestatten Sie mir, die Perle zu betrachten!" ließ s:ch die Stimme des einsamen Gastes aus der Nische vernehmen.Ich bin nämlich Juwelier und kann Ihnen vielleicht dienlich sein!" Mit diesen Worten trat er näher an die anderen heran, nahm die; Perle in hie Hälnd u:ch sprach zu hem Finder:. -Ich gratuliere Ihn«: zu Ihren, Fund. Das ist eine Perle vion seltener Größe, die mindestens 1500 Rubel wert ist. Ich habe in meiner langjährigen Praxis selten eine Perle von solchem Umfang, von solcher Rein­heit und blendender Milchweiße gesehen. Sch ist ein ungewöhn­liches Exemplar." .

Jetzt war der Gastwirt entschlossen, unter kernen flnrständen aus den Besitz der Perle zu verzichten. Aufgeregt sagte er zu dem'

jj Vtl'VVl'

Ich will mich g'Mich mit Ihne:: abftnden und biete 500 Rubel, Ellen Sie n:ir nun die Perle nicht heraus geben, baust zwingen Sie mich, die Polizei zu rufen."

J:i diesem Augenblick schsug die Uhr halb zwölf, es tvar d:e Polizeistunde. Der Oberkellner bedeutete seinem Herrn, daß das Lokal geschlossen Erden müsse. '

lfm keine Zeit zu verlreren, Mag« ich Ihn«: vor," sagte der Finder der Perle,mir 1000 Rubel zu zahlen, und sie gehört Ihnen, anderenfalls nehme ich sie mit."

Nach einigen Erwägung«:, bei denen der Jstiveuer die Rolle des.Vermittlers spielte und beide Parteien zu beruhigen suchte, einigte Man sich dahin, daß der Gastwirt 750 Rubel zahlen und oie Kosten für das Abendessen tragen sollte. Ti« Fremden verab­schiedeten sich und verließen .langsamen Schrittes das Restau­rant, das bald in Dunkel gehüllt tvar. .

Ter glückliche Perlenbesitzer war außer sich! vor Entzück«:, stieg rasch die Treppe hinauf zu seiner Wohnung nud träumte die ganze Nacht hindurch von seirwr kostbaren, Perle. An: fol­genden Morgen ging er zu dem nächsten Juwelier, um seinen )a> billig erstandenen Schatz zu veräußern. Aber welch! Entsetzen ! Herablassend! lächelnd erwiderte der Juwelier, daß d,e Perle zwar prächtig aussehe, aber aus Wachs gemacht sei und gar kernen Wert weiter habe. ' ,

Seit. jener Zeit gibt es keine Austern mehr ,::: tenem, vor­nehmen Restaurant, und der Oberkellner entschjnldigt sich ber, den Gäste:: verlegen mit den Worten:Wegen des Tauchoootkr,eges ist es leider nicht mehr möglich- Auster:: aufzutrecken! . . ,

wahre kleine Bilder.

Zusammen gestellt von Kurt Palm.

Gin Kuß von Schiller.

An einem schönen Winterabeird im Januar des Jalwes1785 HfYpTt uinaeWr seck^ebniäbriac Mädchen über den Ararkt-