der Barbier ist dabei natürlich der beste Spaßmacher des ganzen JÖtttÄ
feaftaolb — Hexcngold! Me gewonnen, so, zerronnen — ßs last der Pfingstnrmrd härte vom Psrngstgolde. Wie das Pfingst-, Ivla-- ehemals eine Opfergabe am Pftugsttage — inBerruk kam eitig damit der Opferbrauch erlosch, das ch nne der hetLEn Pfingstgeschichten. Vielleicht ihre größte Merkwürdigkeit öesteÄ darin, daß sie sich, wenn nmn den alten^ Chroniken glauben dark, in Men sowohl wie Ln mehreren anderen Städten begeben hat. Ln Wen lebte im Jahre 1539 ein Schnster namens Toblmaher, der sich, wie viele seiner Zeitgerwssen, auf die Goldrnacherkunst ge-i worfen hatte. Sein Sohn liebte die Tochter des Adlerwlrtes — hvsftmngslos, denn der Wirt war ein GegiiLk der Goldnurcherer. Zn Pfingsten stieg nun im Mer ein Fremder ab, der bald Tobl- MLhsr au fluchte, um sich seiner Goldniachertzerätlaurfteii zn be- dienm und zugleich dem Schustersohne zn seiner Braut *u ver°
S Ter ALlerwirt, der im Nebenamte Ktrchmkasfterer '.rar, arn Schuster, um das Pfingstgold M holen, gerade, als dre Goldruacher in Gegenvoart des Schustersohrres über dem Goldkessel arbeiteten. Ter junge Tvblmm-er holte für ihii eine ganze Schaufel voll blanker Goldstücke aus dem Kessel. Was Wunder, daß der Wlerwrrt nun seinen Sinn änderte und dein iungen DoÄmayer sogleich seine Tochter zur Frau gab! Wunderbar war freilich der weitere Verlauf der Dinge: nachdem der Fremde — er hatte sich Tvktor Paracelsus Philippus Auroleanus Theophrasttrs Bombastus voii Hohenheim ins Buch eingetragen — Wien verlassen hatte, stellte sich das von ihm und dem Schnster gMachte Gold als wertlose braune Masse heraus. Dadurch kam das Pfingst- guld in seinen schlechten Ruf u'id der Opserbrauch zirr snnem Errde. . . _
Wie denken Sie über Steuern?
. Eine zeitgemäße Rundfrage.
Für unsere Pfiugstnummer veranstaltet von Gustav H o ch st e t t e r. An den Leser!
Ich sammelte „Steuer-Gedanken";
Tie lies, wenn vor blühenden Ranken Zn Pfingsten du dich sonnst.
Tie „Steuern", die mußt du bezahlen,
Doch hier all' die genialen Gedanken hast du umsonst!
Victor Blüthgen, der «mg junge Dichter, antwortet:, Das Stenerii ist des Bürgers Lust,
Das Steuern!
Das Muß eilt übler Bürger sein,
Ter sagt, das Steuern niacht ihm Peru,
Das Steuern!
Wer hat dies feine Lied erdacht?
Ich schwanke....
Will's lieber nicht gewesen sein,
Sonst schätzt man mich gleich höher ein —
Ich danke!
Seine Gattin, dle Dichterin C l a r a B l ü t h g e n, fügt hui zu: Sie fragen mich als list'gen Psingstengruß:
,Mas denken Sie von unfern neuen Steuern?"
Und sind gewiß, ich würde voll Verdruß Tas alte Klagelied herunterleiern. — —
Nichts denkend, knacke .ich die harte Nuß,
Wie andre Nüsse dieser Zeit, der teuern,
Und zahle gern! Mit wahrem H>ochgenuß Geb' ich mein Kornlein in des Staates Scheuern: „Gottlob", geht mir's erlösend durch den Sinn,
„Daß ich nicht der Finanzminister bin!"
Ter KladderadatsckMedakteirr Max Brinkmann dichtet: Und was von der Steuerbehörde man schwätzt.
Was Gutes hat sie ja noch
Von Kollegen wird man zu niedrig geschätzt, —
Tvch von jener eher zu hoch!
Drr Hamburger Dichter Otto Ernst schreibt:
Ach zahle gern Steuern, möchte aber eine eigentümliche Beob- chhkung nicht unterdrücken. Bei Herreuhausvorlaaen u. dergl. führen wir Künstler und Dichter ein vollkommen verborgenes, unbeachtetes Dasein; man sollte gar riicht glauben, daß wir überhaupt da rvärsn; bei neuen Steuern erinnert man sich unserer sofort.
Oberstleutnant H. M. v. Hermarth, der fiühere Militär- Ltt-cyyö zü Washington, erklärt:
„Tie Mittelmächte bezahlen .unsere Kriegskosten!" Das beschloß jüngst die Londoner Wirtschaftskommission. — Feindlicher Mrnmßung begegne deutscher Siegeswille! Wer zahlte nicht lieber StÄreru dem Staat, als Tribut dem Feinde?
Otto Jöhlinger, Dozent anr Onent. Seminar zu Berlin, sagt!
Man spricht nicht mit Unrecht von dem „Steuerbukett", aber diesmal hat man die Wanze „Jelänger jelieber" zum Bukett verwendet.
Alexander Moszkowski gibt zur Antwort:
Von allen Gewächsen der Erdenkruste ^
Zögern die Steuern am! allergeringsten;
Die andern warten bis zum Mgnste:
'' ' Tie Steuern reisen bereits zu Pfingsten.
Bei den andern, mußt du dich „erstellen" immer,
Da wird die Geduld in die Länge gezogen;
Die StenerpftäNzcheu erwarte im Ziinmer:
Tie kommen von selbst die ins Haus geflogen.
Rudolf Presber läßt sich vernehmen:
Nun grünt die junge Wiese, wie nie,
Und weckt ihre Blümen-Kmder,
Nun blüht das .Herz — und die Phantasie Der listigen Steuer-Erfinder.
Aich, Deutschlands Gartert ist stolz und jung Und grünt in Lorbeer und EHren —
Doch,, liebe Gärtner, den 'Lteuerdüng,
Ten kann er nichit entbehi'en!
Walther Rat Henau schreibt:
1 Es geht nicht an, daß Steuern und Lasten, ivie in frühereit Zeiten nach Willkür, Bequemlichkeit und leichter Durchführbarkeit anferlcgt werden. Ein grundsätzlicher Wirtschaftsplan muß bestehen, der nicht darauf hinzielt, die deutsche Wirtschaft ausznsaugen, sowi dern jie nach neuen Grmidsätzen uMMbaUen und zn kräftigen. Einen solchen Wirtschastsplan habe ich in der Schrift „Die neu« Wirtschaft" dargelegt.
2 Ten verderblichen Wirkungen der sozialen Umschichtung, die: durch Kriegsgervinne einerseits, durch Rückgang schwer betroffenes Wirtschaften andererseits uns droht, mich sofort und m gründe sätzlichster Form eutgegeuge wirkt iverden. Die besteyorrde Form dev Kriegsgewinnbesteuerung ist mechanisch und genügt dieser Aufgabe
devu sich nach dem Verhältnis der Bereicherung richtet. . Wett stärker als einer, der sein Vermögen um eine mäßige Verzinsung hat aNtvachseri sehen, uruß der herangezogen werden, der es ven doppelt, verzehnfacht oder verhundertfacht hat ,
Ter Präsident des ^Hansa-Bundes, Geh. Justizrat Pwfessor Dr. Rießer, M. d. R., antwortet: , .
Steuern sind eine bittere, aber notwendige Medizin, die den Einzelne einnehmen muß, um das Leben der Gemeinschaft Jit retten.
Steuern sind Erzieher, sie lehren, daß man nicht mrr Rechte UN Staat, sondern auch Pflichten gegen den Staat hat.
Steuern sirrd Bürgen eines engen Berhältnifles zwischen Staat Und Bürger: den, der sich so häufig und sm deutlich in Erinnerung bringt, vergißt man nicht so leicht. , t t ,.
Steuern sind Philosophen: sie ziehen ans der Vergangenheit Lehren für die Gegenwart zur Sicherung der Zukunft.
Und Paul Warucke, des Kladderadatsches Chefredakteur spendet den Vers:
Ten Beutel her, die Mark heraus!
Es gilt, die Kräfte anzufeuern.
Man schafft durch Klippen und Wogenbraus
Das Stnatsschiff schließlich doch durch — Steuern!
war ist Luxus?
Eine zeitgeniäße Plailderei von Walter Erichsen.
(Nachdruck verboten.)
„Gott sei Tank!" sagte der Sanitätsrat zu seiner FvaU, „jetzt' wird die Luxussteuer eingeführt. Ta wird nmn wohl den Kriegsgewinnlern einmal tüchtig an die Wolle gehen."
„Luxusstener?" erwiderte sie mißtrauisch, „das ist totebec sv eine Erfindung von Euch Mannsleuten. Gib niir mal die Zeitung her Das ist wieder eine Steuer, die ohne Sinn und Verstand gemacht ist! Hier heißt es: Teppiche und Pelzwaren unterliegen der Steuer Ist ein Teppich ein Luxus? Sollen wir auf dem kahlen Fußboden hernmklapipern? Und Pelzivaren? Was soll denn eine Frau, die etwas auf sich hält, im Winter anzieherr? In ^eDe zu frieren wie ein nackter Spatz, dafür danke ich. Mem Pelzkostüm ist dringend erneuerungsbedürfttg." , ,
„Erlaube mal," unterbrach der Sanitätsrat, „das haben wzr erst vor zwei Jahren gekauft!" ^ L
„Fuchs ist nicht mehr mouern, willst du, daß deine FvaU Wie eine Vogelscheuche umherläust?" ^ ^ .
Tie Gnädige vertiefte sich aufs neue in die Zeitung. „Uebrr--, gens," sagte sie mid legte das Blatt hin, „auch deine werte Per-, sönlichkeit wird Von der Luxussteuer getroffen werden. Motorische Land- und Wasserfahrzeuge zur Personenbeförderung unterlieg«! der Luxussteuer. Tu wolltest dir für deine Praxis ein Automobil anschasfen. Jetzt siehst du erst, wi von uns Luxus treibt."
„Unsinn," widersprach der Sauitätsrat, „der Arzt wird für bas Automobil, mit Mn er seine Berufspflichteu ausüben mluß, doch keine Steuer zu zahlen brmrchen?",
„ „Bitte," sagte sie triumphierend, „hier steht die Begründung: Tas Automobil des Arztes verliert seinen Luxuschprakter Nicht dadurch, daß er es zur Ausübung seines Berufes benutzt Schreitet der Arzt zu seiner Anschaffung schon, bevor die Ausdehnung der Praxis es benöttgt, so liegt die Luxusqualität zutage; kann aber die Praxis des Arztes nur mit Hilfe eines Autos bewältigt werden, daun sind die Erträge der Praxis ausreichend, um erne Belastung bei der Anschaffung des Autos zu tragen." „
Ehe der Sanitätsrat noch ant!vort«i kormte, klm gelte es. Minna trat ein, freudig erregt. „Ein Feldpostbrief vom inugen Lerrn!" Im Sluqenblick war die AuseinMdersetzmm vergessen.


