Ausgabe 
3.4.1918
 
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Jaffe ich doch, daß Sie mrs hin und wieder, wenn möglich, s-sgar recht härrfig, die Ehre geben und bei uns ^scheinen?

Wie wvbnen Sie eigentlich da in Hampstead?" unter­brach Lady Edith.

Ach, ich bin nicht sonderlich arrspruchsvoll, Mylady. Dar,, hat mail sich drüben in Wandern glüMch abgewGnt. lM rst eben die übliche Boardinghonsewohnilrrg." .

^ min ® .?uch nur: Ist Ihre Hauswirtin nett? äst fie jung? . . . Hübsch?" Sie lächelte ihn neugierig an.

Longsord ward der Antwort überhoben. Denn der Zei- tungsWnig, der noch immer stund, verabschiedete sich:

Mich entschuldigen die Herrschaften wohl. So ein acht-- ^Mjacher Zeitimgsverleger muh ab Und zu die Nase in ftane Geschäftsräume stecken. . . Ader, bitte, bitte, lieber junger Freund, lassen Sie fick) durch Mich riicht störerr! M sage also nicht Lebewohl, sondern Auf Medersehen!" Longford umschloß die Hund mit kräftigem Druck. Mylord, Sie wissen, daß ich Ihnen für Ihre Gastlich- reft zu unauslöschlichem Danke verbunden bin, und wenn Sre und Mylady gestatten., so will «ich gerne noch öfters dres Haus aufsuchen, das für mich die Gastfreundschaft Lon­dons verkörpert."

Edith wurde ungeduldig.

Ach, lassen Sie doch die gesellschaftlichen Redensarten! sie jtruj mir beinahe unausstehlich, Herr Hauptmann, wenn Sre gar Jo förmlich und würdevoll daherreden ... Ja, bleiben sie noch ein bißchen und unterhalten Sie mich!" Der Lord hatte sich entfernt.

.Wovon soll ich Sie unterhalten, Mylady? Ich bin m den Monaten des Krieges rauh geworden und kann Ihnen Wohl schlecht das geistreiche Gespräch Ihrer sonstigen Verehrer ersetzen."

fast ?erleMn^ ^U)te. Es klang ein wenig gezwungen,

Nun, ich WM Ihnen Unterricht erteilen, Mister Long- wrd, und^wemi Sie artig und ein gelehriger Schiller sind, sollen sie die Kunst der Unterhaltimg junger Damen in rwzeni so vortrefflich wieder erlernt haben, daß Sie allen Frauen den Kopf verdrehen kösnuen."

... " metbe mir Mühe geben," versetzte der junge Offi- Wer kühl.

Also bitte, erzählen Sie mir einiges! Ich habe Sie zain den Letzten Tagen gar nicht zrr Gesicht bekommen.,. Ihr Wunsch ist doch nun in ErftMnng gegangen? Sie sind Hauptmami im Generalstab. G^.nz großartig, wie das ÄmgL . . . Macht Ihnen der Dienst Wende?"

Freude?? ... In dem Sinne, wie Mylady das Wort aMaffeii, wohl tarnt. Ich erfülle meine Pflicht und das verleiht Mir eure innere Ruhe und Befriedigung, die ich unr nichts m der Welt wissen möchte."

KapL'm?" künftig etwas liebenswürdiger sein.

Er sah ein: im abgemessenen Tone des Ernstes war heute bei Lady Edith nichts auszurichten. Er lockerte die Zügel seiner dterven.

., "ßty will versuchen, der Gnade meiner hohen Gönner in mrch würdig zu erweisen."

_ - 2 ®% erste Lektion scheint schon mit Verstand aufgefaßt lachend zurück.Lassen Sie nur den Mut nicht sinken, Kapt'n. sie werden am Ende doch lernen wie man aus ernem Schützerrgrabenborstentier wieder ein ganz brauchbarer Mensch wird." 9 *

anuEn^^^ SP0H letzte ihn: aber er ließ sich, nichts

^ rb f H Mo geruhen, den Unterricht mit rL^° l9 fortznsetzen. Zur Belohnimg rmrid der anstellige Schüler zum Handkirß zugelafsen."

Er ergriff, ohne die Anttvort abzuwarten, ihre schonen LMide und küßte sie leidechchaftlicb. hie ließ ihn gewähren; sagte sie ganz erstg, als berühre sie diese stunnne Huldi-

Verzeihen Sie! Eben fällt mir ein, daß ich für heute Ä E^ verhetrateLen Freundin meirc Erscheinen WKöt habe . . Ach, diese fürchterlichen Wohltätigkeitsver-- b ?b arinen Krieger und ihre Frauen! Eine ^wiß, Wohltätigkeit ist ganz schön' fS *Äw tefe Mwmigenen Vergnügungen?! lan fi geben, meinen Sie nicht auch?"

MUmrg berechnet und unecht, wie sie das sagte.

Me erschien chm wieder einmal ratfslhast. Was be-

diesem sprunghaften Wechsel des GesprächK. rhve Augen, die feucht schimmeren . gewapMet! ^ ^ m ^ngst du nicht; ich bin

, Sie klingelte. Der Diener trat herein. Wie Lonaford Mlavenbbick^^ ** ^ beibe tinmt ürwerschMnt frechen Schreibzeug!" befahl sie in einem: Tone, wie

ÄÄfe r f- @me !ie bm

tnrJSnH- ?!*, ^"ich barmt bitte,I, Kapt'n, jtmb etwas kurzweiliger zu fern versprechen, schreibe ich meiner Freun- din erneu Rohrpostbrief, daß ich, verhindert bin." - "A.G bitte darum," versetzte er gedankenlos.

sre die Feder zum Schreiben ansetzte, toar E n <n ? t ® er Unfall gekominen. Da hatte er noch

!n ^ nrorgen dieses verhänanisvotte Schreiben

Ejjj? Tasche. Gewiß ließ ihn der Minister ans Schritt und SjÄ wenigstens noch in diesen ersten Tagen, durch seine ^erwachen und beobachten. Wozu also schafft,,? Wozu de» Brief selbst

^ al 5 mit gkeichgMiger Stimme:

r Gott, wie vergeßlich ich geworden bin! Da traae ^^ lert heute früh den Brief an die holländische Familie ' Sre wiffen, die Familie Drooy, die mich rn Rotterdam verpflegte, kann Ihr Diener nicht"

^rr^^^^blich!", unterbrach sie ihn. Sie Hatto gerade ihren Brief beendet und klingelte.

brachtw ^!"'^ mCfe müssen sogleich m Post ge-

Wieder der freche Blick, dann verschwand der Diener, überdachte noch eünnal den Brief nach Rotier-

^ be»

Eapt',.? - Was Hab«, Sie den» den

"^^we^ändlich habe ich ihneii meine Beförderung zmn Hanptrnami rm Generalstab mitgeteikt. Sie werden bre braven Leute. . . Wissen Sie übrigens, bnr dve ExEllenz gestattet hat, an den Uebnw gen strr Flieger teilzunehnren 'r

Äter"* Sieger werde,,? 65* sind «im,

ich meine ersten Prvbeflüge hinter mir habe, werde ich, mir gestattan, Mylady zu eurem kleinen Spazier- flng über die Dächer von Lmrdon einzuladen, falls rch des Bertraueils gewürdigt werde."

Sie klatschte in die-rrde.

-!^n! Wundervoll! Ich bin schr zuftiedm, mit Ihm«, «u- schade, daß s,c gerade >ctzt ms uasern, Hause f&W da Sw sich so vorteilhaft entwickeln!"

scherzen. Ich konnte Ihnen doch nicht ewig ^ ^ ! a o großartige Umzug aus dem

Palast des Lords Southrrfse rn rnein bescheidenes Boar- ^??6»chvnse rn Hanlpstead ist doch keine Aiilerrkareise . . . ^ch 'WH? /wts zu Diensten der schönsten Frau von London."

. ( "Huvch) gesagt. In der Tat, ich gebe die Hofsniura noch nicht aus, daß aus Ihnen iwch einnial ein gmrz liebenswertem Mensch wird, Kapt'u Aber. . ." - sie stand auf ibre Nixenaugen glimmerten in merkwürdigeur Glanz' ,Sie Men das Haus wenigstens rrichl verlassen, ohne seine Ramne kenneir gelernt zu haben." '

^..,?bugsord zchoß die Warnung des Journalisten durch den SfV* ^wyien Sie sich nre, nie, nie von Lady Edith die Wohnung zeigen! Doch ehe er noch eine Entgeginitlg stam- !? ll rS llt ? biar sie ihm schon poraufgeeilt und. j schließlich, es war ja Torheit! Was war denn Verfängliches

daber, wenn sie ihm die Räume des Hauses zeiale?' 9

.. rUnten die große Diele kennen Sie ja; daneben befirrdet sich^ unser Festsaal für große Gesellschaften.. Sie erinnern sich, . wo wir neulich das Essen gaben, der Saal mit den riesigen Kronleilchtern, dahinter die Billard- urid Spiel- I* wU dem Ausgang in den Wintergarten und unfern Hanvpark; ferner die Küche und noch einige Dienerschafts- Her diese drei Räwne sind Ihnen ja auch bekannt-

dort drilben ist meines Vaters Bibliothekzimmer . ___'

hindurch, und sie zeigte auf eine rückwärtiae Tapetentür sein häusliches Arbeitszimmer^"

Der junge Off?zur verwincherte sich. Sie durchlief die