Mmrpagnie in Gefechtsstärke von 46 Geivehreu zur stelle?" tzneldete der Offizier. Der Batalllonssührer dankte kurz und reichte dem jungen Leutnant die Hand:Ich Mtz, wie erschöpft ^hrs Leute sind; doch die Lage geöietet's- daß sie heute herausgeben,, was in ihnen steckt. Die Kompagnie bezieht Feldwachstellung ans der Höhe tli75, Warna SLspa, mG Mt die Höhe bis zum letzten Mann!"Zu Befehl, Herr Hauptmann!" r

Noch liegt Nacht über den Tälern, u:ib finstere Nebei wogen in Schluchten und Gründen, pur auf den kahlen Bergkännnen dämmert der Morgen in fahlem, eisgrauen: Licht. In müde in Stampfen arbeitet sich die Kompagnie durch den Schnee; Mann hdrter Mann, die Hände sirls dem Rücken unter dem' schwerdrückenden Tornister geklemmt; den Blick auf den Boden gesenkt, kaum dag Ne die Augen vor Erschöpfung offen halten können. Min Wort wrm laut, manchmal ein dmnpses Stöhnen; beim Anstieg geht keuchend der Atem aus der schwerarbeitenden Brust. Die Gesichter sind gefallen, der Hunger, die Kälte, die Schrecken der Schlacht steheih in Runenschrift in den Zügen dieser jungen Menschen geschrieben.

Die Reihe stockt; die Vorderen können nicht mehr oorantreten, sie sind zu sehr erschöpft.Wer übernimmt freiwillig die weiter«, Führung der Spitze!" fragt kurz der Offizier. -Eine kleine Pause entsteht. Dann meldet sich Musketier Ernst, ein kriegsfrnwcklig-er Student. Er reicht seinem Kameraden, der sich mit ihm nach der Spitze durch den Schnee arbeitet, das Gewehr. Der Anstieg geht weiter; imitier höher scheint der Schnee zu wckrden. Ernst versinkt oft bis an die Brust und muß sich mühsam wieder heraiiswühleu. Ter Tornister drückt unsäglich. Manche Stelle, wo der Wind den Schriee zu großen Weben zusammengetrichen. muß er an! Händen und stützen erklettern, um Weg zu schaffen. Hans folgt dem Frennd wie im Traum. Sein junger Körper ist noch viel mehr erschopff, durch Ungeziefer pud schlechte Pflege ist sein Körper mit Beulen und Krätzaussch-lag bedeckt, eitrige Schwüren plagen ihn an Hals und Rücken, gerade wo der Tornister aufsitzt, der Frost ist u: me wnu- den Stellen gedrungen. Doch er hält sich be'r. der .Truppe, und er hilft min seinem Freund bei schweren Werk, ohne Vträuoen, ohne KlageIch muß," sagt ihm die innere Stimme, und der zähe Wille hält den kranken Körper, befähigt ihn, über die Kraft zu

leisten. , . , ,

Nack 2 Stunden sinkt Ernst matt nieder, der Körper verlangt Pein Recht. Ein anderer wird an die Spitze befohlen, em Pole, der den Ruhm in der Kompagnie genießt, der stärkste zu fern. Doch bald, müssen sich Ernst und Hans stillschweigend nneder an die Spitze scüen, und nach zwei werteren Stunden qualvollen Steigens ist vre .Höhe bezwungen. ^

Ernst ist durchnäßt vom schweiß, vor den Augen schwirrt s ihm von roten mib grünen Funken, in wenigen Minuten ist bei dem steifen Höhenwind von 20 Grad Kälte alles an iyin gefroren. Es knistert und knackt in seinen Kleidern bei jeder Bewegung, und ein ständiges Zittern geht durch seine Glieder. Nur letzt m loegunq bleiben, sonst ist der Tod gewiß. ,, . . .

^ Das Einschanzen beginnt. Jeder baut lich eure Höhle uns Ge­wehrauflage aus Schnee. Ein Maschinengewelff, das zur^ Ver­stärkung mit hüchgeschasst worden ist, lvird in Stellung geo^ach».

Tie Nackst bricht an', ein kristallklarer Himmel wölbt sich über dem in Eis erstarrte * Gebirge und d e Temperatur linkt , <v r, < um ei­nige Grade. Kciu f eirr darf angezündet werden, der schein trilge zu weit ins Land hinaus und verriete die Stellung uc..> Feinde. Stunden ioerden da zu Ewigkeiten von Qual; kern warmes - Fleckchen, kein Essen, kein Tabak, nichts, gar nichts, was den Menschen über die Härte und Grausamkeit der Lage hiiiweghelfen. könnte. Man schlug sich mit den Armen wmrm, tritt ständig mit

UU So^schwindet träge die Nacht und ein neuer Morgen erwacht und mit ihm die Hoffnung auf Ablösung. Doch die kommt nicht, e>n anderer ist während der Nacht aus beu Berg.gestiegen -- der Russe. Und nun beginnt er von der Flanke zu schießen. Zischend fahren die Kugeln den Mtreueu um die Kopfe, hoch in die Luftt oder singend in den Schnee; sie beantworten das Feuer, und so vergeht der Tag in nutzlosem Schießen. Me zwei bissige Hunds kläffen sie einander an, doch keiner wagt den anderen anzupacka»

und niederzuringen. ^ ^ ^

Der Hunger wird grausam!.. 8 Tage rem Jeldküchmtesjeu- die rammen ja schon lauge nicht nvckir über die Pässe nach dann! tagelarig voii Konserven gelebt, mrd nun schon ^ Tage gar nichts. Abseits liegt einer und windet sich rn schweren, Magerttrampfen,, stöhnt und schreit oft.laut ans; keiner regt sich, sie sind stumpf ge> worden im Elend, können ihm ja doch nicht helfen, stellen stumm an ihren Gewehren, zielen und Lücken mechanisch ab. ^ '

Tie Munition wird knapp. Eine List muß helfen, tonst sind sw kvehrlos verloren. Das Maschinengewehr wird dauernd aus- uns eingebaut, immer an audiwe Stellen, um ben Feind irber die Stärke zu täuscheir. Gottlob- das hält in Bewegung. Einer ist m der Nacht ausgetreten, vor Schwäche umgesunken, erfroren fand!

man ihn. ^ ^

Mn Abend arbeitet sich die ablösende Kompagme heran. Ein Seufzer der Erleichterung geht durch die Reihen. -Der nächtliche Abstieg beginnt. Mehr fallend und rutschend, gelangt die Mteuung schließlich m einem Dalgrund an. Ein Torf hat man ihr angegeben, worin sich das Bataillon sammeln solle.

Vsn drunten blinkt Lichtschein herauf. Der Lebensmut ist neu

belebt, man hofft auf. ein wärmendes HeMuer, ein KochgeschÄv voll Essen und eine Lagerstatt, sei's auf blankem Boden emeü schmutzigen Panjehrrtte, nur nicht m Scixnee draußen liegen müssen»

Hans schleppt sich neben Ernst, der ihm von den kommenden schdnen Trugen erzählt. Doch der ist so matt, daß ihn nicht einq mal der belebende Klang der Freundesstimme aus seiner Erschlaff fmrg reißen kann. Vor Schwäche rinnen ihm die Tränen aus den Augen, und keuchend und fiebernd taumelt er vorwärts.

Schon ist die Mteilung «rn das Torf heran, >md deutlich» fällt der Lichtschein aus den Blockhütten aus den Schnee da kracht ein Marmschnß, und schon zische:: die Kugeln den Wege-, müden entgegen. Ter Russe hat das Torf besetzt, das eigene Batail­lon hat es kurz zuvor räumen müssen. Einen Augenblick stehew sie betroffen, dann eilt jeder rückwärts, so rasch ihn seine Füße tragen können. In einer geschützten Waldmulde finden sich wohl an 30 Mann wieder, die anderen sind geblieben, tot oder gefangen. Hans fehlt auch Rastlos warrdert Ernst die Nacht durch um das kleine Lagerfeuer, ttestraurig und sorgend um den Freund. Manch­mal z-^ckt er zusammen vor krümmenden Schmerzen im Unterleib, er spürt das Fieber im Blut, mrd es hämmert im Kopf zum Zer­sprengen.Mein Freund Heimat, wie schön, und frei mein Mütterchen- wo ist Hans? überall aus freier friedlicher Wan­derung warst du doch bei mir Hans", ruft er tautmrd irr Polen bei Sturmangriffen und Patrouillen. Hans, wo bist du?"

Am Morgen geht die kleine Schar nach PatrouLlenerkun^ düng gegen das Tors -vor. Es ist irr der Nacht von: Feind geräumt worden. Tie Kameraden stürzen sich begierig in die Hütten. Ernst irrt allein umher, er sucht mrd sucht und zwingt die fiebernden! .Augen, klar auszuspähen. _ .

Was liegt da am Graden?Hans!" --- Em weher, gellender Schrei; und der Treue sinkt über des Freundes Leiche. Erschöpft durch all die schvoeren Wintarmonate und die letzten Unmensch^ lichen Leistungen, ist Hans am Abend beim Uebersall der Russen zurückgeblieben und matt am Wegrand hingesunken. Tas Bafonett eines Russen steckt tief in seiner Brust: seine Hände haben un Todeskamps ein Büchlein hervorgezerrt. Vor ihm im Schnee liegt eine welke Rose entblättert.

Noch einmal fährt Ernst aus seiner Ohnmacht empor, schaut verwundert ringsum, nichts regt sich weit und breit. Fern knattern Gewehre und Maschinengewehre, der Kampf um den höchsten Ge» birgskamm, den Großen Schirak, ist entbrannt.

Das Fieber umfängt wieder die Sinne des Mnfam-en, -7- verioirrte Worte murmelt er vor sich hin Kriegsfreiwrl lrg -. Pflicht-Tod. Tann wird.'s Nackst um ihn.

Sachte sängt es an zu schneien und Flocke um Flocke senkt sich auf die kampf-ersüllte Erde, decken Freund und Feind wie { Freunde im Tode vereint. Karpathengrab.- :

Das neue Geläut.

Von Josefa Metz.

(Nachdruck verboten.)

Eni wenig bekümmert stand der Küster zwischen seinen Aosen. Diese herrliche La France ging zurück, verlor von ihrer Schön­heit, die dmckelorangensarbene .RArstMon ivar blaß geworden, und auch die Madame Rothschild wollte sich nicht recht entfalten. Mit dem Marschall Niel batte es immer Schwierigkeiten gegEe» bei der Beschaffenheit des kargen Bodens. Nur die Monatsrosen lachten in jedem Jahr empor wie unbekümmerte, fröhliche müder. Sie gaben ihr Jungsein dem Frühling und flatterten vor den schwü­le: Lüsten des Sommers davon. Sie waren dre Freudenbringer, waren die liebliche Erfüllung eines zuversichtlichen Höffens.

Ter Küster strich mit den sanften alten Fingern über dre Blühenden, wie ein Vater wohl über die Köpfe der Kinder streichelt, Frau und Kinder fehlten dem Düster rtr . 0

'Morgen, morgen!" rief -der Briefträger .über derr Zaum

Er war immer eilig, iimitec am Lausen.

Er war die Zeit. ^

Und etwas anderes loar der Briefträger noch: die Welt.

Er war der Mittler zwischen dem kleinen umgrenztenHier" und der Ferne, die die Wunder trug, die unendlich weit war, ge- heinmisvoll und ein wenig erschreckend.

Zuweilen kam eins der Münder in den engen Kreis gelaufen mit starkem Geräusch und unschönem Atem. Aber es hielt sich nicht lauge aus, trug seine Fracht an Fremden weiter an reizvollere! Orte, wo die' Berge höher waren und die Täler anmutrelHer, tt» die Ströme leidenschaftlicher zum Ziel stürzterr und die Blumen inbrünstiger blühten.

Hier war die Ruhe und das Genügen.

Hier waren kleine Hügel und weite Ebene. Aber m diese Ebene ließ sich viel hineintragen: viel bunte Träume. Mem diese Traume kamen, der konnte sie gut ausbreiten aus dem wartenden Lande. Tann war die Fläche nicht nüchtern mehr und leer, oann wurde sie belebt durch die hohen Berge und singenden Ströme, das üppige Blühen und die tiefen Farben der Sehnsucht.

Träume der Kinderzeit ritten in klirrenden Rüfmngerr,zuM Turnier oder ließem sich in den seidenen Gewändern des Orients auf Zauberpferden ans den Lüsten herab. Ten Hunmel felbst ließ mm sich herniedcrsenken mit seinen heiligen <sch»aren, daß das