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«Rrf m ömutöt iS» Legt Wer ent « «iS E n l ckheS Problem vov,
nur bas der Sxiödtbecijer Phüosopb. ^nwefTor Georg Simmel, in feinem soeben bei .Klinghardt & Mermamr in Leipzig ersch inenden, übevaus geistvollen und anregerckerr Buche über Gvctbe himv-stst. Goerbe sewst chrt im höchsten Alter bekannt: „Meine Idee von den Fronen ist nicht von den Erscheinungen der Wirklichkeit abstrahiert, sie ist angeboren oder in mir entstanden, Gott weiß wie." gibt doch auch zu denkerr, daß dieser begnadetste und säst dauernd erotisch b«vegte Aldensck dennoch so toerrig eigentliches (Mick in der Liebe genoffen bat — in ieitern Rückblick auf sein acküzigjähriges Leben spricht er „von Schlägen und Püsseu" mit denen „Schicksal und Liebchen uns geprüft !ubeu". Sollte sich dies neben anderen Ursachen nicht auch auf die Pvaktiscl-e Tauschbarkeit feiner Frauen- -enntnis begründen? Es-gibt esire bestimmt« Gattung von Menschen. die in der Tat kein erhebliches Beobachtu ngsvn s ftn um die Frau baden und dennoch in ihrer Weise die Frau sehr wohl kennen — aus der „^bee" der Fvaü heraus, die ihnen irgendwie angeboren ist. Aich Nietzsche scheint, wie Goetke, zu denen zu gehören, die, von den WirllichAeitsbezidtzuugen unabhängig, ein eigen tüm- kick*es Wissen um die Fvanen besaßen. Soviel man weiß, hatte er nie ein Liebes Verhältnis, und er selbst erklärt, daß er „sich nie um Weiber bemüht hat". Aber zuglerch bemerkt er doch: „Darf ich die Bernnitung ivagen, daß ch dre Weiblein kenne? Das gehört zu meiner dionpusthen Mitgift." Freilich, Raffael, auf den sich Sim- mei .gleichfalls bezieht, :oerl er sich bei seinen Frauengestalten nach seinem eigenen Geständnisse nicht der Modelle, sondern „einer gewissen Idee, dir in seinem Geiste entsteht", bediente — der gehört rooM nicht hierher, da er bei seiner Aeußerung vielmehr die weiblichen Formen, den weiblichen Körper, nicht aber die Psyche der Frau im Auge hatte. Bon Goethe aber wird es wohl gelten, daß er kein Franenkenner im gewöhnlichen Sinne des Wortes, am allerwenigsten einer vom Schlage der Don Juans war, sondern daß seine ganz besondere Franenlenntnis einem angeboreneir Wissen entstammte.
* Das Blitzen der Geschütze. Man schreibt uns aus Trier: Eine Erscheinung m der Natur, die auch erst der Krieg mit sich, gebracht hat, ist dos sichtbare Aufleuchten der Geschützfeuer aus weite Entfernungen hin. Aehnlick wie döe Schaltwjirkung, die sich über große entsernte Strecken hin fortpflamt, so daß rvir an des Mosel feit dem ersten Kriegsjahr den Geschützdonner der flandrischen Sckiackten Horen kühnen, macht stch hier bei uns seit wenigen. Wochen da- Widerspiegclu der Geschützfeuer bemerkbar. Dieses Blitzen erinnert cm starkes, anhaltendes Wetterleuchten. für das eine große Anzahl Menschen es auch gehalten haben. Allerdings
ihnen die nichere Erllärrmg dafür, da es herbstlich kalt uxrr (rnd keine Gewitterluft herrschte. Au lnstttareu, nebelfreien Herbst«, iabeuden beobachten wir in Trier dieses auffallende Blitzen am östlichen Himmel. Zu beobachten ist diestr helle Widerschein nur dann, wenn die Wolken tief am .Horizonte sichttbar und ohne Schleier sind. Die ganze Erscheinung währt nur wenige Mimckm mit Unterbrechungen und sie wirkt wie der Lichtschein eines glühenden riesigen Brandes, der sich in den klaren Walken spiegelt mck rasch erlischt, lmt von neuem aufzuflammen. Beach.tenswert ist, daß das Natur- schauspiel nickft im Sommer beobachtet lourde, foickern im .Herbst, wahrend die Wälder sich entlauben und die Wolken tief hängen.
* „Ich bin der Doktor Eisenbart . . ." Am 11'. November 1317 jLhrt sich zum 200. Male der Heiinsangstag eines Medizinalhelden, der in Volks- und Studenbsnliederbückern unter dem nwhLbekanntien Namen „Doktor Eisenbartt' als groteske Figur besungen wird. W,ir sind dem namentlich bei der Lahmen- und» Blindendiagnose etwas summarisch operierenden Heilkünstler zu besonderem Dank verpflichtet, daß er die Menschheit so Verhältnis^ mäßig frühzeitig mit feiner eigenartigen Behandlungsmethode beglückt hat. 2Bet dieser ferner dankbaren Gesinnung einen gebührenden Ausdruck verleihen möchte, der wallfahrte am Erruna-' rungstage mub Harm.-Pcnecken zur St. Blasiuskirck^e, altwo dev Grabstein des berüchtigten Wunderdoktors Interessenten gerne gezeigt wird. Die Außchtzftft unter dem von zwei Engelein getragenen Wappen derer Eisenbart entsprich',t ganz dem Stile seiner zu Lebzeiten aus geübten marklßchceierischen Reklame „Allhier ruhet in» Gott der weiland höchste, hochehrbare Herr Jos. Andreas Eisenwart, Köuigl. Großbrita»risicher . . . ustv." Gebürtig war der im Liede Verewigte aus Bayern, wo er 1661 das Licht der Welt er-» blickt hatte ... .
vöcherllsch.
— Klarheit über die Kriegs ziele. Bon Tr. Alfred L a nick. Mtt einem. Anl»ang: Zusammenstellung wichtiger Kriegs- rieläußernngen mck Denh.briften. Politische Verlags an stalt, Heidelberg Der als Hnirpsschciftlefter mitten im politiscl-en Leben stehende Verfasser geht aus von den Ursachen her Feindschaft gegen TeutstUand und behoickelt dann die verschiedenen Wege zum Frieden Er erörtert die Pflichten gegen die Meusck-enrcclste, das ^f^UE«ltaenPrinzip, die Lebens rrotloendigLefteu Rußlands und die .laichen der Feinde gegen Dcutschlans, aus denen sich dann mU logvcher Folgerichtigkeit ergibt, durch welche Sicherungen toir , unsere Zukunft schützen und den Frieden zu einem dMi-ernden ge- j
sta^-n können. Ter 3. Teil des Blvches enthält alle Krie.ssM. oenrschriften, dre bisher z. T. nur auf vertraulichem Wege üer'jrr irä mwrbeit sind und der breiten Oeffenlliichkeft nicht zu gängig waren, ferner alle parteramll»chen Kundgebungen der politischen Örteren nick alle wichtigen Kriegszieläußerurrgeu Al/render Politiker und Fachmänner.
— Erzählungen von Knut Hamsun. Ausgewähtt und ^enrgelettet von Walter Von Molo. Einlvndzei-chnung von Feiger. Press vornehm gebunden 3 Mark. Verlag von Albert Langen nt Münch.m. — Knut Hamsun I>at seit vielen Fahren bei Uns seme Gemeinde, dennoch ist er noch lange nicht so bekannt, wie er es eigentlich sein müßte Wer von Hamsun noch nichts oder nur erneu Einzelzng fernes Mosens kannte, erhalt nun aus dem vorliegenden Baicke einen Begriff seines reichen Wesens. Hier ist diese Zanz scheue, keusche Geschichte einer unerfüllten Lrebe, rst „Lchwänner", ent kurzer Roman voll eines köstlich versteckten Hutrvors und erfüllt von dem mit immer neuer Farbigkeit ^eschrlderteu Laben an den norwegischen Fjorden: da ist eine Satrre, che lächelnd !,md überlegen mit symbolischen Bosheiten eine Spielergeschichte von großer Schärfe der Men- schenzerchmukg, auch sie in^das Licht einer fast gutmütigen Ironie getaucht I lmd da ist schließlich „Bagakwudm^e", eine jener wilden Mio rucksrchslos wirklichkeitsgetreuen Präriegeschichlen, die aus Hamsuns eigenster Erfahrung stammen.
- Einen Sommer lang. Roman von Georg Her- 7Ü. 11 n. (Verlag von Mlstebr n. Co., Berlirr.) — Der neue Roman Georg Hermanrrs hat feinen Titel von einem der lleinen, entzücken- v« G rdichte Lilienero:,s. Nicht was Cseorg Hermann .erzählt, sondern wie ec erzählt, gibt seinem Buch die mrnachahmliche Note. -Las rnd ^ Potsdamer Bikder, von einem schwelgerisch Liebenden geiehen: duuAe Koniferen, Parkwege rm± Bänken aus Birkenzwei- Marrnorsarü)phage, die von Milten überschneit snck, tan- zÄnde Brvnzegrnppen, eine Welt erstarrter Sandstein ff guren, «bemre, an denen der grelle Duft der weißen Maiblumen selber
7 ^"?. I^^üchligen Gesang der Nachtigallen verschmilzt. Neben den lprischm Stimmungen die heiteren, von Fvonie überglänzten: ecne Dampferfahrt mrf^der Have«, eine Th-eatervorstellung in Pots- lmm, die durch hin- und her flatternde Schmetterlinge gestört wird. U-rck mitten rn allem schnurri.gen Gepftncker zeigt dD Verfasser arrch die verborgene Tragik des Lebens.
Gietzener HausfraAen-Bereiir.
Kochanweisgngen.
. Weiß/rantschnitten. Ern sehr festes Weißkraut wird m dre Hälfte gesschurttQr, der Strunk entfernt und die Hälften ffr Salzwasser halb gar gekocht. - Ausgekühlt, schneidet man dicke Schecken davmr ab salzt fw leicht, läßt sie in einem Teig, den man aus Mehl, Milch, oder Wnsser und Ei oder Eiersatz her gestellt Mt, anziehen, roendet sie in Semmelmehl nick bäckt sie langsam in. Fett gar. Rote Rüben oder saure Gurken passen dazu.
Schufterpfanne. Ein Stück Schweinefleisch mit Schwarte Imrd gesalzen unt» nn. die Mitte einer länglichen Bratpfanne gelegt Ibte SckMai-te obmauf nick in Vierecke gekerbt. Auf die eine Seite des Fleisches legt ,nan kleine geschälte Kartoffeln, mit Salz über- strech, ans dre andere Seite ganze, kleine, gesck',Ate Birnen ohncj Blüte und Sttel, die man mit etwas Zucker und Gewürz gemis.ch,t hat. Die Mrune wird dann halb voll Wasser gefüllt, ins Rohr gestellt ;unb 2—3 Stunden gedämpft. Gegen Ende streut man Semmeln,ehl darüber.
Ro sin entnn ke zu gebratenem R i ndfleis .ch 1—2 Löffel Zucker iverdon in Fett recht dunkel gebrämtt, dann Mehl milgeröstet, mft Wasser oder Fleischbrühe nach Bedarf aufgefüllt und lüchtrg durclMkocht. Darur schmeckt man mit Salz und Essig ab und gib» kurz vor dem Anrichten eine Handvoll sauber eje* wascherre urck verlesene Rosinen und, wenn möglich, einige ge>- sttftelle Mandeln dazu, die nur noch nntMhen, nicK kochen dürfen-
fAuflösmrg
nächster Nummer.)
Lluflösung der Scherzfragen in voriger Nummer: 1. Erna, 3. Farmer, 3. General, 4. Rache.
Schristleilung: W. Me,)«r. — ZwiNingsrmckdrnck der B r ii h !'scheu Un v.-Nuch- und Steindrnckerei. 'i. 2
a n g e, Gissten.
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