Ausgabe 
24.10.1917
 
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jener Herr nicht straflos ausgeht, tuie so mancher andere?"

Dafür bürge ich, anädigste Frau Aebtissin! Und er­lauben Sie mir, Ihnen oen Beweis dafür zu liefern."

Atemloses Schweigen herrschte im Saale, der ^ur einen Hälfte voir den Stiftsdamen und ihren Zugehörigen, zur anderen Hälfte von französischen Offizieren angesüllt war.

Der Marschall wandte sich um.

Herr Graf von Wellingerode!"

Herr Herzog!"

Was veranlaßte Sie, ein Verbrechen zu begehen, das jeder Ehrenmann verabscheuen muß?!

Weltilrgervde hatte seine Zuversicht wiedergewonnen.

Der Befehl des Königs."

Ko ist er?"

Ich trage ihn bei mir."

Wohlan, so geben Sie ihn mir!"

Es ist ein vertrauliches Schreiben, Herr Herzog."

Das Sie mir jedenfalls werden zeigen dürfen! Mso heraus damit!" J

Der Graf übergab dem Marschall zögernd das .Hand­schreiben des Königs Jerome. Der Herzog überflog die Zeilen. Ein Zug des Anwillens zeigte sich auf seinem Gesichte.

Mit solchen Aufträgen wird sich der .Hof zu Kassel keine Freunde erwerben," sagte er bitter.Ich werbe dieses Schreiben-Sr. Majestät dem Kaiser zur weiteren Bersügung ernsenden. Sie aber, mein Herr Graf, haben diese Voll­macht, deren eigentlichen Urheber ich wohl in Ihnen selbst zu sehen habe, in unverantwortlicher Weise überschritten. Wenn es Ihrem persönlichen Ehrgefühl nicht widerstrebte, eine Dame zu einen: Dienste zu zwingen, zu dem sie sich entschweben weigerte, so sagte Ihnen dieses Handschreiben jedenfalls in aller Klarheit und Scharfe: keine offene Ge­walt! Und es gibt Ihnen ebenso klar die Gründe dafür an: W:r wollen kein zweites Spanien. Lue aber, mein Herr Graf, haben trotzalledem offene Gewalt an gewendet, Sie t-agen die Schuld daran, das; hier alles in Waffen starrt, und Sie hätte die Verantwortung dafür getroffen, wenn es hier zu schwerem Blutvergießen gekommen wäre." Trotzig warf der Graf den Kopf in die Höhe.

Und was hätte,es geschadet, Herr Herzog, wenn hier­unter diesen Leuten eilt Strafgericht statuiert worden wäre?"

Nun, Sie hätten es jedenfalls nicht statuiert, mein Herr dr^f, deuu Sie sind von diesen herzhaften Leuten gründlich kaltgestellt worden und würden jetzt an jenem Baume oa unten hangen, wenn ich nicht rechtzeitig noch dazu gekommen Ware, ^.e, mem Herr Graf, sind die Schlinge nicht wert, die >zhnen erne ehrliche Hand knüpfen würde"

Herr Herzog!" fuhr Wellingerode auf.

Was beliebt?"

Ich werde Genugtuung fordern-"

Ganz wie Sie wünschen, Herr Graf. Zunächst aber wolwn wir drejer unerquicklichen Szene ein Ende machen " Er wandte sich an seinen Adjutanten.

Sw veranlassen den sofortigen Transport des Grafen Wellingerode: an den Kommandanten von Magdeburg. Degen und Epanletten sind dem Gefangenen abzuuchmen, er bat sie verw.rkt Bei der geringste-, Widerse.tichkeit, bei Mem ^"^Ersuche wnrd er nieder ge schossen. Dem Kommandanten ^Magdeburg ist U- eröffnen daß ich selbst direkt an den Kager Napoleon berichte, und daß der Gefangene bis m

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H^^g, wir sprechen uns noch!" knirschte der

sandte ihm schweigend den Rücken.

,,^lno töte zufrieden, gnädigste Frau Aebtissin?" frftnv "^.vernetzte sich gegen die Domina ''

- lC ^ ganz- Herr Herzog, aber im Grunde

tra^n " ^ Un,ete ®' Ume forfen nicht solche Früchte

R-tterttch bot der Marschall der Domina dm Arm Und rmn nlauoen Sie gnädigste Frau, daß ich Sie hinüberflibre langst wohlbekannten Gemächer Es blandei-t sich dort uefier als in der steifen Feierlichkeit dieses Saales "

Da wandte sich der Mch-schall an Hans Joachim und bte£ ön sagen haben, ghainbv ich,"meinte

mtter vier Augen, nach der ihre Herzeii sich sehnen. Auf Wieder) ehe n!"

Er zog die Hand Beates an seine Lippen und schüttelte Hans Joachims Hand lange und herzhaft.

Dann führte er, während das Gefolge ehrerbietig Platz machte, die Domina aus dem Saal hinüber ut ihr Zimmer, too er sich ihr gegenüber in einem bequemen Lehnsessel mederließ.-

Als alle den Saal verlassen hatten, fiel Beate ihrem Hans Joachim nur den Hals.

Liebster!"

Er küßte sie.

Wie im Mädchen ist mir, Beate. Aber gut ist es doch, daß wir unsere Hände nicht mit dem Blute jenes Elenveu befleckt haben."

Mir schaudert, wenn ich daran denke."

Sie zitterte leise.

Das Gewitter ist vorüber, Beate. Du bist wieder hier, lind du weißt ja: In Sturm und Stille meine Heimat: um, deine Heimat ist mein Herz und einstweilen noch dieses Haus."

Darin führte er sie langsam dem AnSßange zu:

Komm, Beate, ich muß nach meinen Leuten sehen, und vor allen Dingen nach Riezler."

,Kr ist^ wohlbehalten hier," lächelte Beate, wie traten in den Hof. Er wimmelte von Bauern. Ein donnerndes Hoch schallte den beiden entgegen.

Sie dankten nach alten Seiten. Schon hatte Hans ach uns Auge Riezler entdeckt. Er ging auf den Wackern zu nud druckte ihm die Hand.

Das ist gut gegangen, Riezler."

Ne, verdüwelte Geschichte war's, Jungherr."

Na, so erzählt."

Ein großer Kreis Neugieriger bildete sich um die Gruppe. *

3-0, alfo toi sin do drnp loSgejagt, wie die höllfcheu Rctter. Na, un dat duerte denn or gar nich so lange, do lroggeii wl die Düwelsbroten to Gesicht.Junqs", sega ick nu all los!" ttu ivi dat Wetter jagen wi loeiter. Do mit eenem Mal Jungherr, ick meen', mit stoht dat beeten jttti, Wat ick' noch heww' also mit eenem Mal jei) \a F-ranzmanner eenen un noch eenen uu denii noch /u uumer noch eenen - un de nähmen ken End'. Aci) ^olte doch, denk ick, ;etz is aites verlorn, denn, Jung- E kam, bet war Jiifanterie un Kavallerie un oen ganzes Armeekorps! Na, dacht ick, Gewalt w hker jetzt ma>, do nwten im warten, bis dat beter komntt ^wieunmer hnmer de Eklipasch her nn feen Ooge heww ick von ehr verwendt. Mit extern Mal, Juno Herr da .DüN'm Soldatm die ganz ver,o,l«rt

-- "ucr. ^-ii Herzog, un octt rs or nick',! von

Pappe. Uit tritt eenem Mal, grab wie die bseden Eklivaschen aneenand« ömwwersahren, hör ick, bat bat gnä'WW Hilfe schreit. Un trastig hat se geschreen.-"

wenw° E K t; J°achm- lächelte ein klein

wenig. x yo, inhr der Schmied fort,kräftig hat sc ae-

de amicr Eklipasch hält 3 ftiU, ü n °be

^t^d'T'm.| b .V U S U s nb f b C mi lragt he, Wat Ls war. Un reeu drei Mnmte duert dat, denn wect he alten^ "

Der Schmied schwieg.

Ich danke Euch, Riezler, danke Euch allen von aan- iute/' eräCn ' UUb r>eUte nbenb soffen wir uns bei mir im

..^Ichvoll, Jnngherr, un do laten wi de Altmark lewen di Nch Hut mch hat nnnerkreegen laten." '

,'Kopp^oben!"' ^^Zler, und heute, wie alle Tage."

Kopp oben, Jungherr!"

Und der Ruf pflanzte sich fort durch die Reibeik mu

|unberT r ®cTren r eifSrtc: bollnerub a § hundert und'aber, Kopp oben!"

. atmete tief auf: Gott sei Dank, man hatte nicht nötia tin E^stZldstr^ALrVbw und das sollte auch (Schluß folgt.)