Ausgabe 
17.10.1917
 
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Für Tid un Ewigkeet!"

Na, denn man tau!"

Der Zug setzte sich in Bewegung. Auf Stift Hohenbergen -u. Etwa hundert Mann waren es, die da marschierten. Grimmige Entschlossenheit lag auf allen Gesichtern. Wer auch nur einen 'Blick in diese wetterharten Züge tat, der wußte, daß mit diesen Männern kein Scherz zu treiben war.

Mitten aus ihrem Haufen heraus flatterte eine ver­blichene und zersetzte Fahne. Jeder kannte sie, aus der alten Kurfürstenzeit stammte sie, von damals, als der Schwede im Lande war. Und jeder kannte auch den Spruch auswendig, den sie in groben, ungelenken Buchstaben trug: Wir sind Bauern von geringem Gut,

Und dienen unserni gnädigsten Kurfürsten mit Gut und Blut!"

Was einst die Ahnen taten, taten heute die Enkel, sic kämpften gegen den fremden Bedrücker.

Bor dem Zuge aber lief Böttchers Fritze und blies ohne Unterlaß auf der Posaune. Als ob das jüngste Gericht nahe, so mochte mancher denken.

Als der Zug halbwegs bis Stift Hohenberg war, jag­ten die Reiter unter Riezlers Führung an ihnen vorüber.

Bravo, Riezler!" rief Hans Joachim.

.,,Jo, jo, Jungherr," schallte es herüber,wi schlopen ok nrch lns Mittag."

Und weiter raste die wilde Jagd.

*

Hans Joachim wäre um liebsten mit ihnen geritten. Sem Herz kämpfte einen schweren Kampf zwischen Pflicht und Liebe. Die Liebe zog ihn hin znr Rettung und an die Seite des geliebten Mädchens, seine Pflicht aber hieß ihn hier an dieser Stelle bleiben, inmitten jener Leute, die auf seinen Ruf Gut und Blut zu >o>pfern bereit waren, und für dre er sich.verantwortlich fühlte. Mochte auch sein Herz in heißem Sehmerz zucken, mochte es anch in wildem' Schlagen rmmerfort den Namen der Geliebten rufen, Hans Joachim tmißte es: in solcher Stunde, wie diese, gibt es keiüe per­sönlichen Wünsche, auch die höchsten nicht, sie gehen

unter in der schweigenden Erfüllung der Pflicht-,

3^tzt war man dicht an das Stift herangekommen. Halt!" kommandierte Haus Joachim.

Der Zug stand.

Schon kam der alte Bastian, der Pförtner, ihnen ent> gvgengela ufen.

Was ist hier los, Bastian?" fragte Hans Joachim. Jotte doch, ^ungherr! Sie haben die gnädigste Aebtissin erngesperrt und das Fräulein Beate. ach, Jotte doch!

Ich mag es gar nicht sagen-"

Auch nicht nötig, Bastian! Weiß ich schon, und ist Won für alles gesorgt. Wo ist meine Tante eingesperrt?" In ihrem Zimmer, Juugherr."

Wird jie bewacht?"

Zwei Reiter stehen vor der Tür."

Und wo ist der Graf Wellingerode?"

Ich weiß nicht genan-"

^ 1111 » Joachim wandte sich zu seinen Leuten.

Vorwärts, marsch!"

Der Zug rückte aus das Tor zju.

*

Wellingerode hatte vorhin die Meldung empfangen, daß der Handstreich auf Beate gegluckt sei. B

Ich danke Ihnen, Kapitän. Und heute nacht holen Sie gefährlich"^ ^el ans den Federn. Bei Doge ist das zu

Sehr wohl, Herr Gras."

SÄKffi-* » b-ch»»---»»" Lr

Ganz, wie Sie befahlen, Herr Graf"

Ja- danke Ihnen."

Jetzt klang ein Ton durch die Luft', ein Zweiter p-in

H»h b fM te i b0§ ? sollte der Graf aufhorchend.

Es smd Glocken, dre lauten, 5>err Graf"

Ja, aber lvas bedeutet das?"

Der Kapitäü zuckte die Achseln.

.-i-d'K^faffd«W^n -in und berichten Sie mir

Der Kapitän entfernte sich.

Jnmi-er lauter, immer mächtiger schwollen draußen die

Töne au, das ganze Land schien in metallenen Tönen m 5l n ?5'J l un ? ^ ll ^ n 0 en - ilud jetzt wahrhaftig, es war keine Täuschung! )etzt begann anch die Glocke des Stiftes zu lauten. ' 9

Graf sprang auf, riß das Fenster auf wird rief den rm Hofe stehenden Soldaten zu:

Wer läutet hier die Stiftsg locke?"

Antwort aIkX ® iencc be§ Bti ^' ^ Grak," kam bvt

-Schafft ihn sofort weg!" befahl Wellingerode.Nie- inarrb^f)at zu lauten! Stellt eine Wache an die Glocke!" Mehrere Soldaten eilten davon.

Wer, es tat nichts, daß die eine Glocke schwieg. Daß sie Efjp/.k' erschöpfte das Meer von Tönen nicht, das durch die stärker lüCU, ^ e ° 3mmer lauter, immer mächtiger, immer

Unruhig ging Wellingerode im Zimmer aus und ab.

, ,/xZch wollte, es wäre Nacht, mrd wir wären fort von! Yi-er," murmelte er.

. - ^ 5 ^ bs war nicht Nacht. Nein, nein, in den Tag hinein, ^?^n hellen, sonnigen Frühlingstag läuteten diese Glocken, und ihr eherner Mund verkündete, daß tausend helle, wache Äugen drohend m das Land hineinblickten.

seinen^Mienen ^ Auriick. Bestürzung spiegelte sich in

Nun, was bedeutet das Geläute'?" fragte der Graf, ihm gespannt entgegenblickend. '

Etwas Sicheres läßt sichllricht erfahren, aber es muß ein verabredetes Zeichen sein," war die Antwort Sacre nom de dien!" knirschte der Graf.

Graf" ^ ^ etm ^ ^^keres^habe ich zu melden, Herr Nun?"

^cxn steht vor dem Tor, alle beioaffnet. 3^ Führer rst der Baron von Sormitz. Er verlangt Einlaß." Wrevrel Bauern such es?"

mögen an hundert und mehr sein."

Wellingerode stampfte mit dem Fuße. Aber er kam' zu kemer werteren Entgegnung. h

~ aufgerissen Und herein trat Ha.uA

dL-Lüen"EL. EN. die das Gewehr Mßfertkg in

der"h bCr Kapitän riffelt ihre Säbel ans

(Fortsetzung folgt.)

Bilder von der Insel Gesel.

Welten t legen und doch landnah liegt die Insel der Rregel- des Rigaischen^ Meerbusens, in L' ffl Ostsee. Von ihrer südküste, und ganz besondeZ

von der fingerartig vorgeschobenen Halbinsel ^n-orve

dre setzt berertä ru oentscher Hand ist, blickt inan riimifTpr den kurländMien Strand und sieht das Mp Domesnäs- Ä Norden^aber- schwbt. sich die Nachbarinsel Dagö dM>t an Oesel heran wahreird rm Osten dre Lerncre Insel Moon überchauvt tiur ä K' von der FM wsgeriss^ Dtitck Oeseier S/LfS;

StSfSÄÄtSÄ

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.Vi llu ao, mw von der Höhe Moeiit der

Drüber auf die grenzenlose Fläche bS Finnischen Me^ Inifer^, wahrend mn Fuße der Felswand besonders bei Nordwind dre Brandrmgs.aSlen gleich Reihen schannrumsprühter Ä!

bei baltischen Natur rin ivesentlichen wiederholen. Im Jrmern!

Wäldseen dem Wandern Ä Brlber von hohni Ltimninngsreitze; Interesse eigenen anw di,> nip,-

^ ro? Pft ^^ufindenden Bairerirbirrgberge aus heidnischer Leit Nordisch Nimuiten ^wir das Gepräge der el de chliw g L «una für diese Breiten ÄfcftS* mSe

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