3n Sturm und Stille.
Roman von MaxTreu.
(Fortsetzung.)
Fe näher .Hans Joachim an Hohenberge« herankam, um so ln ehr erschien ihm das sonst gewohnte Bild der Landschaft verändert. Die Staffage jedenfalls ioar eine andere. Während man sonst nur die „Klosterleute" oder Bauern aus den nahen Dörfern auf den Wogen erblickt hatte, >ah man heute französische KavaUeristen, die zu Fuß herum--
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Plötzlich, an einer scharfen Biegung des Weges, stutzte tx und hielt den schnaubenden Braunen an.
Fräulein Beate Hassow stand ihm gegenüber.
Im Nu lvar er vom Pferde herunter.
„Fräulein Beate! Welch unverhofftes Zusammen- treffen I"
Herzlich streikte er ihr die Hand hin, in die sie freudig die ihre legte.
„Herr von Sormitz!" . ^
Und wirrer huschte helle Röte über ihr Antlitz, und ^hre Augen hasteten einen Augenblick am Boden.
t ans Joachim hatte Helle Augen. Er erkannte sofort, as Mädchen sich in einer starken Erregung befand. „Macherr Sie einen SpaziergMig?" fragte er.
„In!"
„Und ganz allein?" .
„Ich mußte ja! Die Tante Aebtispn, drje zuerst mit- tzelteir loollte, ist verhindert — sie hat hohen Besuch erhalten —"
„Aha, weiß ich schon!"
„Das wissen Sie schon?" fragte fte erstaunt.
„Ja! Wenn der hohe Besuch, nicht auch mich besmht u.nd Mich dabei über seine Fahrt nach Hohenberaen nicht selbst Unterrichtet Hätte, so würden mir die Soldaten hier auf den Wegen doch ein ungewöhnliches Ereianis verkünden. m liegt' so etwas in der Lust," setzte er lächelnd hinzu, „es mutz etwas los feint"
Kurze Pause. Da Beate nichts antloortete, fuhr Hans Joachim fort:
„Kennen Sie vielleiclst den Zloeck des hohen Besuches, Fräulein Beate?"
„Ganz und gar nicht! Sofort, nachdeun ich ihn gesehen, diu ich aus den: Stifte weg gegangen."
„So eilig?"
„Ja, dem: ich ivill nicht mit ihm Zusammentreffen."
^ Hans Joachim sah Beate stagend an.
„So kennen Sie ihn?"
.Ha! Gr ist mein Verfolger ans Kassels
Faust
Graf
Sormitz ballte die ^ r , p
„Ah, mein Herr Graf von Wellingerode! streß tx grimmig hervor. Und dann fuhr er richiger fort:
„Ich sah Ihnen sofort an, Fräulein Beate, daß etwaS passiert sein müßte, waS Sie persönlich nahe anging. Sie sind erregt —"
„Wundert Sie das, Herr von Sormitz? Ich denke, dem abscheulichen Menschen glücklich für immer ans den Augen zu sein und meine ungestörte Ruhe wieder gefunden zu haben, und rtuit taucht er hier auf. Ich weiß ja nicht, ob er meinetwegen gekommen ist, — ich kann es kaum glauben — Ich drehe ihm das Genick um!" knirschte HanS
Joachim. . .. . r
„Er ist aber der Günstlrrcg des Mnigs — ein Graf — ich hörte seinen Namen, \mb Sie selbst nannten ihn —/•
„Wellingerode," fiel Sormitz ein. „Und wenn der Teufel in Person es selbst wäre, wer Ihnen ans diesem altmärki- sehen Boden zu nahe tritt, sstäulein Beate, der mag sich vorsehen, daß ihn dieser Boden nicht verschlingt."
Und dabei blitzten die Augen irnd sprühten Feuer, daß Beate nicht müde lvnrde. hineinzufehen.
„Ich danke Ihnen, Herr von Sormitz," sagte sie herz? lich uitb streckte ihm die Hand hin. Ehrfurchtsvoll führte er diese an seine Lippen und gab sie nicht eher frei, bis sie seUist sie ihm sanft entzog.
Beate nahm wieder das Wort:
„Es ist ja vielleicht alles Einbildung von mir, wenn ich seine Sendung mit mir in Zusammeuhaug bringe, aber cm gejagtes Reh sieht schließlich den Jäger in jedem Hirtenjungen."
„Furchten Sie nichts, Fräulein Beate," sagte er warm, „Sie stehen unter sicherem Schutze. Sie wissen doch: „In Sturm und Stille — meine Heimat!"
„Ich weiß es," entgeguete sie leise. „Und ich will muh nicht fürchten. Und wenn ich Hilfe brauchen sollte, so werM ich Sie rufen, Herr von.Sormitz f"
„Versprechen Sie es mir?"
„Ich verspreche es!"
Wieder richten die Hände einen Augenblick ineinander. Dann pfiff Hans Joachim seinem Braunen, der sich an süßem Kraute ru gütlich getan hatte, 'und der jetzt auf den Pfiff ge- horsam herbeigetrottet kam. Er nahm ihn am Zügel.
„So, Fräulein Beate, ist es Jhcren recht, so aeheu \mx jetzt hinüber zum Stift. Ich will sehen, daß ich die Tante noch sprechen kann, — ich muß wissen, !vas der Kasseler Strauchdieb hier will." .
Langsam gingen alle drei nach Hohe ickergeil. Die beiden Menschenkinder sprachen kein Wort mehr. Ueber ihre jungen Seelen zog das große Schlveigen, das beredter ist als atte
Worte. —-_
:Der alte Bastüur stand am Tor unb sah sie kommen. Er
ging ihnen entgegen und nahm das Pferd am Zügel
en enrgeg 'n Abend .Gilden Abend
,Gu^
ok. In: , Bastto
stau Ist meine Dante oben?"


