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„Mnd die Leute zu Bett gegangen?" fragte der Rittmeister.
„9Loch nicht," anttuortete der Verwalter und sah seinen Hernr fragend an.
„Gut, dann sagen Sie ihnen, daß sie sich bereithalten sollen. Vielleicht habe ich sie um Mitternacht nötig."
„Um zwölf Uyr?' fragte der Benvalter schaudernd.
„Ja, genau mit zwölf Uhr."
Der Berlvalter ging und kaut gleich wieder zurück mit der Nachricht, den Leuten sei Bescheid gesagt und sie hielten sich fertig
„Mer was aibt es denn'?" fragte er. „Herr Krag ist aus-aegangeu
„Das habe ich gehört."
„Er ist allein airsgegaugeu in der Absicht, die Gefahr aufznfuchen."
„Welche Gefahr?"
Der Rittmeister zuckte die Achseln, als ob er sagen wolle, was weiß ich?
„Er meinte, er werde um elf Uhr zurück sein," sagte er.
Der Verwalter sah auf die Uhr.
^^Jeht ist cs schon fast eine Stunde darüber," teilte er mit. „Sollte ihm etwas geschehen sein?"
„Er hat mich selbst gebeten, bis zwölf Uhr zu warten. Falls er nicht zurück ist, wenn es zwölf geschlagen hat, so gehen wir alle und suchen ihtt, denn dann mutz ihm etwas zu gestoßen sein."
Mehr wurde nicht gesprochen. Der Rittmeister ging un- Amg NN Zimmer auf und ab. Hie uttd da schaute er nach der .uhr. Auch der Verwalter wurde sichtlich unruhig.
„Wäre es nicht besser, wenn wir sofort . . ." fing er an.
„Nein!" erwiderte der Rittmeister. „Wir halten uns genau an seine Anordnungen.".
„Jetzt fehlen nur noch zwei Minuten, Herr Rittnteister.
Der Rittmeister stellte sich vor die große Schlaguhr und oorchte auf :hr Ticken. Unendlich, langsam glittet: die Sekun den, eine nach der andern, dahin.
Endlich schlug es zwölf Uhr.
Sw die Leute!" befahl der Rittnteister, indem er nach Mütze und Mantel griff.
Eben wollte der Verwalter aus den: Zimmer eilen, da erklangen Schritte auf dem Mur.
Beide Männer blieben stehen uttd starrtet: gespannt nach der Tür.
„Das ist er!" sagte der Rittmeister. „Ich kenne seinen Mang." •
Mit raschem Griff wurde die Dür geöffnet, und Asbjörn Krag trat rns Zimmer.
.Er sah sehr bleich aus.
22. Kapitel.
Der Geheimnisvolle.
Es wurde ganz still im Zimmer, als Asbjörn Krag «ntrat. Er schaute sich forschend um, Und als er den mit Eluent Revolver bewaffneten Verwalter erblickte, lächelte er unwillkürlich. Er deutete auf die Schußwaffe und fragte- „Ist etwas voraefalten?'
"or* dies," erwiderte der Ritttneister
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»Wenn du auf die Uhr siehst, so warst du bemerken *L a<n ' mnU !r i be J * ,DÜ ' f f- Wir waren eben Das^st das gcm^!"ausdrücklichen Beferen „achznkom.ne,,.
„Ja, natürlich," sagte er. „Deshalb habe ich ja auch datur gesorgt, daß ich genau zur rechten Zeit hier war. Ich wollte nicht noch emen Jagdzug durchs Gelättde haben."
billigendem'^er Rittmeister in
LLem'"' Menschen habe!, n.ir ^nen'ganze'.^Pl^ Fenswr^ S ” ittlnei f' tcr deutete abermals auf das zerschmetterte
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,Ja, wie du siehst, hat er das Fenster eiuge Sogar einige von den Rähmck>en sind zerschnett^
„Wenn jentand hereitt tvollte, warum in aller Welt ist er dam: nicht durch die Tür gegangen?" fragte Krag.
Der Detektiv sprach ruhig und mit halb ironischem Lächelt:, aber etwas in feinet’ Art deutete au, daß er tticht ganz bei der Sache sei uttd dah seine Gedanken mit andern .Dingen beschäftigt waren.
„Ich !uehU:e an, daß er durchs Fenster eindringeu wollte, um dre Aufmerksamkeit tneinör Leute nicht zu wecke:: und den im Zimmer überrumpeln zu können," sagte der Rittmeister. „Wer war im Zimnter?"
„Nientand. Ich war nebenan."
„Allein?"
„Ganz allein."
„Und um recht unbemerkt eintreten zu können, machte der Betreffende einen solche:: Lärm, daß das ganze Hatts aufwachen mußte?"
Der Ritttneister zuckte die Achseln.
„Wir haben nur deine Befehle befolgt," sagte er dann noch einmal. Er wußte nichit, was er sagen sollte.
x .. dlsbjörn Krag stand auf, ging auf seinen Freund zu und druckte ihm dre Hand.
„Mißversteh mich nicht," sagte er. „Ich hin dir dankbar, Sr 1 au f ^4' verlassen kann. Das wußte ich vorher schon. Aber- :ch denke au ganz artdere Mnge. Diese Sache hat wtrklrch gar zu viele Seiterr. Ich war draußen auf dem Felde, als deute Leute darüber hinzogen."
,Warum hast du dich nicht zu erkennet: gegeben'^ „Lieber Freund, denke doch einmal nach. Da sehe ich em paar Leute mit baumelnden Latert:en übers Feld laufen.
welßt doch, daß ich draußen war, um auf das geheim- nrsvolte Weset: zu Passe::, das hier das Dasein ::nsicher macht. Wav sollte :ch denken, als ich diesen sonderbaren Aufzug wahrnahm? Ich legte mich ruhig nieder und ließ den AUML vorbe:brauseu. Einen Augenblick dachte ich, vielleicht stehst du letzt vor der Lösung des Rätsels. Die Leute kamen c? n * nur vorbei, und ich sah, daß sie mit Heugabeln bewaffne^ waren, und aus ihre:: Redet: kont:te ich entt:eh- meu, datz s:e jemand suchten. Ich sah, daß es, die Dienst leute deines Hofes tvaren. Kurze Zeit darauf schlichet: sich "?F. ">' paar vnrbri. Ich meinte fest und ftdjer, du hättest T gehabt zu warten, ,»ü> die Leute seien
ausgesch.cki, mich zu suchen. „Was!" dachte ich. „Sollte ^ « ^riäger Jvar Rhe, nicht einmal mehr
Io viel Kaltblutigkert haben?" Ich blieb ruhig liegen, bis die » ""°der ,h"mgeganaen waren. Hub bannt wartete ich ?* ne Weile, denn rch wollte dich dadurch straftu, da.st rch erst genau zur angegebenen Zeit zurückkam. Nun sehe ich indessen, daß ich mich geirrt habe. Die Jagd hat einen andern Ziveck gehabt. Kannst du mir vergeben?"
Ohne eine Antwort abz,.warten, ging Krag an das zertrümmerte Fenster, um es genauer zu untersuche,, Er berührte die Massplitter unendlich sorgsam, beinahe zart- lich, als ob er bange wate, eures von den kleinen Din^erir l 'rt~ a ® ßTtn 8 e Daun nahm er einige von de
losen Fensterrahinchen m dre Hand und betrachtete sie auf-
Ein gewaltiger Schlag!" niurinelte er.
. ^a, es s:eht aus, als ob das Fenster mit einer Keille erngeschlagen worden wäre." wem«
Asbjört: Krag nickte.
h '8enb etwas Aehnliches."
Plotzl:ch fiel ihm etwas auf.
„Kon:me doch einmal mit der Lampe," tmt et $eir ^erlwtaer brachte ihm die Lampe.
und ssf baä ^ mtt febm
„Natürlich, das hätte ich ja tvissen könnet:!" n., x . -.vorsichtig eit: paar von det: Glassplittern auf
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"W°s hast du gefunden?" fragte der Rttttnerlter hier'fiL 'nLrde^ Tomen, daß ich es
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„2)a3 ist Blut," sagte Asbjörn Krag gelassen.
(Fortsetzung folgt.) ,


