Ausgabe 
27.8.1917
 
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jrattju, v«D Hnr alles Streben irach vberr, alle QMjÄÜtfWfciifc Imb jedes Ideal ennawÜ».

To war fit denn allezeit wachsen: !mrd trat e»rer>

Ach an spinnende HevzenLi veiAmger: ber ihrer Hilde, die mit WÜnilienstplze rächt vereinbar waren. .

Mem liebes Kind, was soll das bedeuten?" nahm sie Hilde «wes Tages vlor, als ihr ein hübscher Rosenstrauß ins Hans gebracht Warden war. Hilde errötete:Ich iveiß nicht, Mama , ftannneltc sie.

Ich aber weiß, von wem diese Rosen tzaurmen. Bon Herrn Kwnfnianu Rosenhiagen. Tn solltest dich nicht so ireii he radlassen, ihn. zu solchen GefcheMm zu ermmigerr!"

Aber wenr: er es tixt; ehrlich meint, mein HansentgegMtei Hilde, gelrmrkt.

Eben darum," sagte die Mautter.Unterhalte, drch mit ihrnl, ich l>crbe nichts dagegen, aber fürs Leben, nein, mein liebes Kind, das ist nichts für dich! Tn bist mir zu gut dafür. Denke nick)! nur an dich, derrtr au deine Mutter und an deinen Vater." ^

Ten lehren Sab sprach sie mit einen: tiefen, sch-v-ereu Sentzer vL^, in dein eine schmerzlich? Auflage und zugleich ein trauriger Verzicht lag.

Abt'r ihr seid doch so glücklich geirorden, du und der Papa?" wandte dann das Töel'tcrlein em. . .

Glücklich?!" sagte die Mutter seufzend.Mein Kind, rer- haß dick: darauf, deme Mutter neiß besser, was dein Glück bedeutet."

Mutter, ich will ja nur meinen Hans fs gibt für mich kein anderes Glück!" beharrte Hilde.

Höre auf mich, mein Koch. Wer liebt, ist. blind. Ein Mädchen deines Standes kann ganz andere Anspruch)!? machen. Ich sage dir, tot wirst mir s rwch danken, dass ich dir die rechten Wege wies/'

Aber Mutter, Hmrs ist der beste Mensch der Well."

Tas sind sie alle vor der- Ehe," sagte Frau Agathe

seufzend.Aber was ist er iv»rs hat er? Welcks ZiWmft kann ein Kaufmann dir bieten?"

Er isl solide und strebsam, er kann es zu ettvas bringen."

Mein Kind, schlag' dir diese Partie ans oem Kopse, ich l?abe was anderes, weit besseres für dich."

,FZch nwich den Herrn v. Voek. aber den rnag ich nicht. Eher werde ich eine alte Jungfer!"

Tas laut du hübsch bleiben. Es ist eine glanzende Partie für dich, ja, es isl eine tyaty? Ehre für uns, daß er ü'oerlianpt, ein Adeliger, ein Offizier, dich zu feiner Frau rnachen E."

Natürlich trotzte Hildchen. lreinw. ries den Vater vergebens nm Beistand an. Frau Agathc l>ätte ehren Willen chutcl)gefetzt, lväre nicht der .Krieg dazlwscheu getreten, der alle Heirakspkäne fürs erste aussck.ob.

Svrrohl Hmrs. wie der adelige Freier rückten .ms Feld, und srnun war jede Entscheidung vor erst in weite Ferne gerückt, A'atitt- lick> hielt Frau Agatch ihre gut^r Beziehsingen zu Hernr v. Bork «ich jetzt iwch aufrecka, lnährend Hirdchm heimlich mit ihrem feld­grauen Ha>w im Feldbrn'ftreckneb' stand.

Ein Jahr ging um, ein pveikes folgte. Tie Mgeusätze ^cnscherr Mutter und Tochter halten sich nicht ve-nntnbert. Begmur Frau Ägache ran den Tugenden ihres znAmftigen Schäme g er so hrres za: schavärmen, .Hildchck.r ronßte sogleich mit denen ihres Hans zu

parieren.

Aber dann trat doä seltsamerweise langsam eine Berä.chernrig ein. Nicht bei Hilde. Tie blieb ihrem Harns treu, ob er nun im Westen oder im Osten lag: aber bei Fr«: ?lgathe. Es lvtzn- soirdcrbar. wie sie ihre Mllichi«» allmählich, änderte, wvun sie vor: Beziehungen sprach. Auch sprach sie nicht allein davon. Ter Trieb zur Höhe, den sie immer gepflegt, uahn: in. der Tat hinderliche Formen an. _

Fr«: Agath' verfügte bis dahin ülnn einen Stolz und eine Reserve, die sie nMergeorduelen Personen, ncunentlich dem Tienst- nrädclen gege:,über, deutlich^ei: ließ. Sie rwrgab sich nie evrws. Ter Krieg veränderte sie völlig. Sie schien plötzlich bei ganz anderen Kreisen ihre Beziehu,rgeu zu htckwn, als bish'r, und ihr feiner Instinkt täuschte sie mrf#, dem: die Beziehungen, die *:e nlunmehr auknüpste, erwiesen sich durchaus lvlnwiid. Ihren» Tieusr- Nürd eilen, dqs vom Leuche war und das sie iulluer von ober: herab behandelt hatte, bau: sie mit ausgesuchter Höflichkeit entgegen, Wofür ihr dieses hin und wieder erkeuirrtich ,var und der: kiiapp flöoioibeueit Krie-gsspeiseschraut bereicherte, der Händlersfraü gegen­über ivar sie die Liebeusivürducheit selbst, n:ch eine Bäuerin, bei der sie allerhänd Landerzeugnisse einbaufte, l wurde geradezu zl: ihrer Vertranten.

Tiefer Bäuerin sang sie überhaupt das Loblied, sie nahm Anteil an deren intimsten Fannlienangelogenheiten, ja, sie fand sogar Veranlassung, sie bauu und wann tzn einem Täßchon Besuchs- hifsee einzuladen. 'Es tvvr natürlich, daß diese Zuneigung Gegen­liebe fand und Frau Agathe dafür manckxn .Leckerbissen. eüt= Heini sie, beut man sich in so harten Zeiten nicht gen: vom Mimde absparte. Mer Frau Agathe tat es^natürlich" nicht darum. Vielmehr hatte sic ei.it geradezu patriotisches Interesse an allen Dingen gewannen, die das Landleben mrgrirg, kund ihr Interesse ging schließlich so weit, daß sie Hildchen eines Tages davon ver­ständigte, sie habe sich die Heiratspläne init Herrn v. Bock ans dem Kvpf gcsel-lagen, s:e enrpsinde es als das einzig Passende, einen Landwirt als Schwiegersohn zu besitzen. Ja, sie habe ber-eitö einen

prächtigen Menscher: kennen gelernt, eine gla sende Partie, eS sei ein Gnlsinspüior, ein junger Mann, den den besten Hofs- wurden berechtigte, und der auch^ mit dieser Wahl durchaus ein- verstanden fei.

Hildchen fiel aus allen Wo-Kcn, und selbst der Barer Fcachtn: war diesmal vasf. Mer Fran Agath: lietz sich ans seine Wide-c- rede ein. Selbst ein Hungerstreik, den Hilde inir ihren: inszenierte unh der dem PoyÜoll der ^lninerlick nr Z?iwcnto:nae-n. galt, fruchtete nichts. Fran Agatha' wkrßta, iv,:s sie wollte.

Aber wieder griff der Krieg in ihre Mherligter» Sck.üviegrer- mutterrechte ein. Oder war es diesrnal Hildck'-'ns List mneü-n?

Eines Tages nämlich erschien Hans persönlich t-ei Fran Agalhe. Frisch aus dein Felde. E: kb m \n seiner fell-Manew llnisorin, mit Mnrncn rmd der Miene des Eroberers Hckd, flog ihn um bnr Hals, noch ehe er ferne Werbung be: Fran Agathe vorgedru6.'t hrtte. Letztere war spract^os vor Erst ru»en. über diese Keckheit. Hans I)arte nur drei Tage llrland. In dieser Zeit mußte die Kricgstranimg vollzogen werden. Auch die halte er l>ereits besorgt.

Und ehe sich Fran .Agathe von ihrem Schreck erhvtt hatte, war Hildchen Hausens Gattin, und das SamncgerEhnprabieni war damit erledigt. Für Fran Mathe freilich noch wickU Teun obwohl sie heute schon ihr erstes Enkel eben wneal, »neint sie I8»ck> immer kopfschüttelnd, daß sie es dock> io «rt mit ihrer Hilde gemeint habe und daß sie es eigentlich nicht recht zu fassen vermöge, taue ihr Kind bei einen: Manne ja ohne alleBeziehnwg-nr" reWvs glücklich sein könne. _

Das Licht auf veuders Zarm.

Skizze von Han n sWohlbo i d

Tie Regenzeit harte begonnen und f e:t mehr als einer sckilotz der Himmel nicht eine Strmde seine Schleusen Tic WoMen jagten vor dem Sturm, Blitze llammLen Tag imb Aacku unb der Donner rollte wie das Geschichstner einer ich-ver«» Schlacht- Gierig. g^enb einem cwndnrstcnden Menschen, traut du onsge- brannte Steppe die endlos strinnenden Wasserfluten, d«r harte rissige Boden sandte sie aus und verwandelle sich, itach und wach in einen zähen Lcl:lamm, der siet, fest an die ragender Kellen legte. Junges Leihen sproßte ans der sndorrikanisckei: Erde, Misttzm dvn Horsten der verdorrten, braun gelben Gräser zeigte fick, nnces, zartes Grün, an den Tornbnschstränchnn sPranger» die Knospen und ein weicher, ivarnier .Hauch wth.'e etter das werte, fl ad?: Land, der die Menschen aufatmei» und ihre Schritte ekastilttts. ihre Augen k)el!e, werden ließ.

Ge^en Abend, an einem Sonntag, hörte der Regen aus,

aber fern Stern stand am Himmel, der iw eine fchwar^e Tecke ans dem Lande tag.

Ta stieg der alte Hendcr die schrnole Leiter erwpor, die zu dem wiedrigen Tachboden seines Hauses führte, und stellet eine

Lanrpe hinter das llei»»e Fenster, das »rach Osten wies.

Das liefe, sonst eingetrockwete Flußbett, das m jener Richltng nicht weit von feiner Farm entfernt lag, Ec'ndooru Ri vier hieß es - führte infolge des starken Regens em reißendes Waller. Sck.malc, nicht minder st»rk strömende Bäche, di-' ftHIeim-t'ifc

mehr als mannstief waren, rannen durch Sand mtt F-eks zum Eandoor Nivicr, und irer sich lwi Rächt in di-efer Wildnis verirrte, der konnte leicht, wwnn er nur eine?: falschen Schrrtt tat. in eine Strömung gerate:», ans der es keine Rettmu» für ih»» gab. Immer in sokchen Rächten der Gefahr stillt« Bender die Lanlp^ iH'ir Istnans: er tat das. seitdem sein Sohn, bev ans einer Reist während der Regenzeit sich ein paar Tagemär'cke rwn der Form entfernt bei der acht verirrte, in einen R im er Äraren und erkruntei: war. Tie kleine, »nenichenfreäwdlick Lan»p: ieuchte1.e weit in das Land hinaus, auch in großer Entstrunr-g war ein schwurck^r Schein üben das Wäger gedreiiet. der dem Wandere.: die Gefahr zeigte, und jeder, der zur Raci?'zc>t ue;1 dnrck dst Wildnis irrte, sah an dem bllnicnden Liel? . daß ihn: hie» ein gastlich Tach winkte, unter dem er rasten kouurc. bis der neue Morgen tarn.

Drei Jahre lang d m stand in stück n in»>>eteil Räckwen das Lickt in Benders Farm und nocl> nie irar ein Berirreir im Hanse cingktehrt. Heut wmr es das erstemal, daß ein M, llc!- ksm, dem es in höchster R'or den Weg zeigte.

Ter alte Bender hatte mir den Seinen, der Witwe de-. Salmes und dem Enkel, einem frisch.':: Knaben, ixis Abendbrot veroyrt. Tas Kind ging schilafstn und die junge Fran grill einer Hand­arbeit, Bender selbst zündete die P"elle an. Ein wnrc-r-des Bellen der Hunde, die an der klirrenden Met tobst'.», de.riete dar...»i di«, daß jemanb kam und dann !wurde n.-rgestüm an der Haustür gepocht. Ter Alte selbst ging, um zu öffnen, und der M draußen staick>, fiel ihm fast in die Arme, denn er w »r daß er sich kaum ans den Beinen zn halten Perms:-., st der Sch'wKcgertochiter geleitete ihn Bender in di: erschöpft auf das alte Leton softz. das ne ei- ans der \> sinken ließ. Fürsorglich rvwr die Frau und d, ^ Bllee um ?h»: bemüht, und nachdem er erst gesättüll iv.rr, tvgann.n seine pllch-. ns- feister sich langsam wieder zu regen. Seme Wirte I>.um: iml-e.e.. .. n Zeit gehabt, ihn zu betrackstew. Tie Erschöpfung nud em . .»dcs stben, das er vielleicht durch die?t gvzimrngen in lem. : stu

. der -ach. Hille

tnbe, wo er Wt' Heimat ste'n E.