Samstag, den 25, August
Der riüfelhdte Feind.
fömtou voa S u c n Etveftad (Fortfehnng.)
Asbjörn Krag fuhr fort:
„Ich komme immer wieder auf eine Frage zurück, die' sch schorr mehrere Male gestellt habe: Kannst du mir llicht sagen, ob dir hier in der (legend irgend jemand feindlich ge- sinnt ist?"
Der Rittmeister schüttelte den Kopf.
„Lch stelle mir vor, dast die meisten hier in der Gegend mir nicht wohtwoLlen. Aber irgend einen besonderen Feind könnte ich nicht nennen. Ich kenne ja gar niemand Näher."
„Und wenn ich dir entert Namen nennte?"
„Nenne ihn tiur einmal."
„Advokat Bomann?"
„Advokat Bomann!"
Wieder schüttelte der Rittmeister den Kopf. Dieser Name schien ihn nicht besonders zu interessieren.
„Meinst du den. der seit einiger Zeit beim Kaufmann wohnt und anssieht wie eit! Schullehrer?"
,La."
„Er ist gewiß nur hier, um Wälder zu kaufen. Ich glaube, er ist der Agent einer Gesellschaft in Christianka Weiter weist ich überhaupt nichts von dem Manne. Aber heute bei der Untersuchung habe ich wahrgenommen, dast er ein ausfallendes Interesse an dort Tag gelegt hat. Er witterte wie ein 5)und tm Grase. Aber Lieber Freund, ich habe ausgehört, nt ich über die Neugier und Bosheit Unbeteiligter zu wundern."
„Weißt du, ob er in irgendeiner Verbindung mit dem alten Obersten steht'?'
„Es kommt mir vor, als ob der Oberst beit Namen des Mannes einntal envirhnt hätte. Ich glaube, bei jener Gelegenheit erfuhr ich zuerst, dast er sich überhaupt in der Gegend aufhälr. Der alte Holger hat wahrscheinlich in früherer Zeit einmal mit ihm zu tun gehabt, und ich meine, er habe den Namen mit einer Grimasse der Verachtung genannt."
Asbjörn Krag über las noch einmal den unvollendeten Brief, den er ans dem Tische des Kaufmanns gefunden hatte. Dann reichte er das Schriftstück dem Rittmeister.
„Kennst du diese Handschrift?" fragte er.
Der Rittmeister warf eineu Blick aus das Papier.
* „Nein!" sagte er.
„Das ist die Handschrift dieses Advokaten Botnaun," erklärte Krag.
Der Rittmeister las nun den angesangenen Brief mit großem Interesse. Als er fertig war, sagte er erstaunt:
„Aber in diesem Briese steht ja gar nichts m>« Wichtigkeit!"
Krag nickte.
„Es handelt sich um einen Waldkauf," sagte er. „Aber der Brief hat jedenfalls Bedeutung für deine Sache."
„Das begreife ich nicht. Davon steht doch kein Work drin."
„Dennoch hat der Brief seine Bedeutung, sage ich dir Er ist von der Person geschrieben, die dir feindlich gesinnt ist."
„Wirklich?"
„Bon dem, der int Grase gewittert hat wie ein Hund, wie du sagst."
„Und was weiter?"
„Er weist auch die Geschichte mit den Pferdehufen. Morgen roill er zur Berhandtang kommen."
„Last ihn nur kommen."
„Er will dort das Resultat seiner Nachforschungen vorlegen. Diese stimmen mit beit «reinigen überein. Sie scheinen zu beweisen, dast du aus deinem Pferd drunten auf der Wiese gewesen bist zu der Zeit, wo der alte Oberst überfallen wurde."
Der Rittmeister antwortete nur mit einem Achselzucken
„Dann gibt es wohl eine Perhaftung. wie du gesagt hast," meinte er da««.
„Ganz gewiß."
„Nun gut, ich werde mich also auf eine Verhaftung vor- bereiten."
„Dn?"
„Ja, und ich hoffe, dast du dennoch nicht von mir ab- sallen wirst Dn glaubst doch immer noch an meine Unschuld?"
Asbjörn Krag stand auf. Ein eigentümliches Lächeln spielte um seine Lippen.
„Mein lieber Freund, d u sollst ja gar nicht verhaftet werden," sagte er.
Rittmeister Rye sprang erregt auf
Die beiden Männer sahen einander eine lange Weile in die Augen, ohne ein Wort zu reden. Der eine war ruhig, und um seine Lippen spielte ein Lächeln. Asbjörn Krag fühlte sich wieder klar und sicher. Der andere, der Rittmeister, stand blaß und erregt da.
„Was meinst du denn?" stammelte er, „Wer soll verhaftet werden, wenn nicht ich!"
„Der Schuldige?" antwortete Asbjörn Krag mit Nachdruck.
12 . Kapitel.
Komm t er?
Schlag zehn Uhr am andern Morgen sollte das Zeugenverhör im Haufe des Amtsvorstehers beginnen.
Schon von neun Uhr an sammelten sich die Leute vor deru Hause des Amtsvorst Hers. Einige waren als Zeugen geladen, die anderen, kamen aus Neugierde.
Meist schweigend standet: die Leute herum: es war, als ob das Unheimliche dieses Falles einen Dämpfer auf dre Schwalzsucht gelegt hätte. Aber ans den innigen Worten,


