Ausgabe 
8.8.1917
 
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Ptckerle »md die flehte Wma jirfrriteit laut auf, als sie zum erstennmlBaterle" sagen Zimten! - Das ganze Dorf freute

siä., als das Mar zur Kirche schritt, der alte Pfarrer mit trfruonbeu Vlugeu die Glücklichen segnete, die Schulkinder Hurra riefen und Blumeir streiken.

Ter einfach? Dorffchullehrec, der so viel Liebe gesät, erntete dafür reiche Liebe, Gort hatte ihn mit dein Kreuz der Lrebe gesckMückt, die höchste Anszeichmmg verliehen?

vermischter.

*Zentralkühlung im Hause." .Lenttalkühlung ettsprechend der Zentralheizung im Hause" das rlrngt wre Aukuiistsmusik, ist es jedoch nicht. Tatsächlich gibt es, auch nr Ten.l'ü .and, bereits hochherrschastliche, wie inan wohl lagen mutz, Wohnhäuser, bei denen diese Forderung für Speisekammern wie Web Amme ei'füllt ist, und bei größeren öffentlichen Gebäuden sind Zenttalti.hlungen schon mehrfach dnrchgesührt. Seit zehn Jahren ist die Deutsche Bank in Berlin mit, Zentralki'chlung ansgestattet, das Kölner Stadttheater hat ehte solche Einrichtung, ein Fern­sprechamt in Hamburg, zahlreiche Krankenhäuser und nianche Apothe-en, Laboratorien und Parfümerien bedienen sich ihrer. Nur in Mieth.rufern lmt man sie noch recht, recht selten. Die Haus­besitzer scheuen sich, sic anlegen zu lassen, und haben dazu auch guten Grund. Wie einem Aufsatze desPrometheus" (Verlag von Otto Spamer, Leipzigs zu entnehmen rst, ist die Zeittralkühlung eine viel schwierigere, verwickeltere mrd dazu auch teurere Ein­richtung als'die Zentralheizung. Dian kann nicht etwa ohirc weiteres die Zentralheizung toährend des Sommers mit Kühlwasser durchs sttömvn: dazu sind die Kühlflächen zu klein und ist der Wasserbedarf zU bedeutend. Wo hingegen der Abdampf einer Tampfkesselanlagc zUr Verfügung sieht, etzv-a in unmittelbarer Nähe eines geiverblichen Betriebes, da ist die Zentralkühlnng von Wohnungen, Geschäfts­zimmern Krankensälen, Schul-, Arbeitsräumen nsw. ohne große Kosten durchführbar, imb die Zeuttalkühlung ist ettvas sehr Münicteustoertes, da sic die dlnuehmlichöeit des Aufenthaltes, die Arbeitslust und die Arbeitsleistung erheblich erhöhen kann. Tie Oseitbrück'sche Abdampf-Kältemaschine ist in solchen Fällen mitae- ringen Betriebskosten anwendbar. Mit der dlusstellung einer Ma­schine, die die Luft abkühlt, mit der einfachen Zuführung kalter Lust ist die Aufgabe iedock> nicht gelöst. Tie sachgemäße Lnstverteilung, die Inn (-Haltung der richtigeir Temperatur, die Ausscheidung der entsprechenden Menge des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes erfordern sorgfältige Dias;iiahinen bei der Einrichtung und Durch­führung der künstlichen Kühlung. Wollte man versuchen, auch nur um wenige Grade kältere Luft ohne weiteres zur Abkühlung tn einen bewohnten Raum ernznsühren, so käme es zu unangenehmen Zugccsckvnnungen, gegen die man im Sommer noch enrpsindlicher ist als im Winter, weil die Feuchtigkeitsabsonderung der Haut bei sommerlicher Hitze größer als im Winter ist. Feinst verteilte Lustznsühruug in möglichst großer Eittfernung von den im Räume Weilenden, Windfänge, die im mngekehrten Sinne, wie im Winter, angeordnet sind, und unter Umständen auch, noch die Schaffung von Temperaturausgleichen durch geeignete Vorräume zwischen dein

t reien und großen gekühlten Versanrmlnngsränmen oder Sälen nd Vorsichtsnmßregeln, die die Baumeister und die Kältetechniker hei größeren Anlagen beachten müssen. In der neuen Welt ist die Zentralki'chlung schon häufiger eingeführt, als bei uns; die großen Gasthäuser in ^Lew--Dork und Chicago haben sie, ja eine ganze Stad Kansas City, hat eine stadtische Kälteleitung, aus der die Bewohner Kälte entnehmen, wie man es bei uns mit Wasser, Gas und elcllrischjem Strome tut. Mer über kürz oder lang wird es auch bei uns dazu konnn-en, daß die alte Anpreisungder Zirkus ist gut geheizt", ihr Seitenstück in dem lodenben. Worte findet: Ter Kino ist gilt gekühlt."

* Klagen über zu hohe Hotelrechnungen. Tie Klagen über die zu hohen Hotelrechnungen sind keine Erscheinung der ßc'nzeit, sondern bestehen so lange wohl, als Hotels existieren! und Rechnungen dort eingeführt sind. Durch ein Mandat vcnst 1. Dezember 1578 bestiminte der Bischof Julius von Würzburg; Der Wirt soll jcdein Gast seine Zehrung von Stucken zu Stucken Unterschiedlich rechnen, Bolgents auch über dieselben Zehrung, einen? unterfchiedlick^n Zettel zuzustellen schuldig sein." Damit scheint dann erst eigentlich der Brauch einer Gasthofsrechnung eingeführt worden zu sein. Ein paar Jahre vorher, unteren 4. Februar 1574, hatte der Nat der Stadt Augsburg eine Ordmmg für Wirte und Gastgeber erlassen:Damit nycmandts wider seinen willen mit übermächtiger Zehmng beschweret loerde", was auf Klagen übep lieberoorteilung schiließen läßt. Unterm 8. Oktober 1523 erließ dekt Rat von Krieberg eineOrdnung",ioic es aut fürgenomen «pchkslag der ankomende Personen halb oon den wirten und gasb- gebern gehalten werden soll." Nach dieserOrdnung" toar der Gast für Herberge und Lager überhaupt nichts schuldig, es fet denn, daß er besonders vornehme Gemächer beanspruchte. Wenn ein Gast bei einem Wirt aber nichts verzehrte, sollte er dein Wirt das Lager indessen nicht mehr denn 4 Pfennig zu zahlen schuldig sein. Vermutlich war damit ein Lager für viele Personen in einem Raum

gemeint, derm cs heißt weiter, daß, wenn Gäste Stuben für sich allein haben wollten, so sollten sie sich nrit dem Wsirtdarin oer-^ tragen". Für. Mahlzeiten, inbegriffen einen Trunk Land.vein, war eine bestimmt« Tore festgesetzt. Für die edlerem.insbesondere auch die ausländischen Wjeine durften die Wirte nach Belieben nehmen.

* '2 ergule Ton" in alter Zeit. Aus einem im im Anfänge deS 16. 'Jahrhunderts gedruckten Buckj,e mit Ansmnds- regeln für junge Edelleute errtnehnren wir folgende Sätze, die uns eilt iuteressairtes iBild der L-itten jener Zeit Vorführern Tie Suppe sollst du nicht vom Teller trinken,' sondern sie rmt dem Löffel, und sollst dabei nicht schnaufen wie ein Kalb. Tie Butter streiche nie init dem Daumen auf das Boot. Wenn es Geflügel gibt, so lege die Knochen nicht auf das Tischtuch, auch nickst auf den Teller deines Nachbarn.. Wenn du trinkst, so nimm den Becher mit beiderr Händen empor. Du sollst nicht trinken mit einer Hand, wie ein Fuhrmann, trenn er den Wagen schmiert. Ferner sollst du nicht in den Bocher husten und nicht triirken, rvenn du noch Speisen im Munde hast, gleich dem Rind, noch mit Ge­räusch trinken wie ein Ochs, auch sollst du die Nase und den Mund abwijck'en, wenn du getrunken hast."

* E i n e kr i e g schiru rg i s che E x a m e n f r a g e. Ge­heimrat Prof. Tr. H. A. von Bardelebsr <181395), der be­rühmte preußische Krvegschirnrg, der sich in den Kriegen 1864, 66 und 1870/71 große Verdienste efioarb, liebte es, in seine Universitätsvorträge gewisse Schierze einAu.flechter, die ständig wie- dekkehrten. So pflegte er- in einem besftnrnrten Kolleg di« fol­gende Examen frage eures alten Generalarztes mitzuteil-en:Was würden Sie tun, wenn Sie auf das Schilachjtfew gerufen würderr und man ihiien sagte, das Pferd des Majors iväve gestürzt und hätte sich das Schlüsselbein gebrochen?" Ter.Examinator wies dann aUe mögliche Verbände mW Hellmrttel als unzweckmäßig ab; er >v>ollte nämlich 'Nur die obre Antwort hören:Ich würde daS Pferd, für eine hohe Summe an ein großes Museum ver­kaufen, denn sonst gibt es keine Pferde mit Schlüsselbeinen!"

vücherllsch.

Bibliothek b u l ga r ische r Schrift steiler und Dichter. Band 1. Jstvan Wasow. Erzählmtgen und Novellen. Verlag Jivan H. Nikoloff, Sofia-Leipzig 1917. Broschiert Preis 2,40 Mk. Der Gedanke, die bei uns leider noch gäirzttch unbe­kannten und doch an Schönheiten so reichen Literaturschätze des mrs in treuester Waffengemeinschaft verbrüderten, hoch sinnigen b ul­garischen Volkes dem deutsche:! Einpfinden zu erschließen, ist ebenso verdienstlich wie zeitgemäß. Der erste Band der durch schnrucke Ausstattung ausgezeichneten Vibliotl^ek vermittelt uns tn den .tief- aründigen Erzählungen Iwan Wasotos, ivohl einer der größten bul­garischen Dichter und Schriftsteller, die ganze sympathische Eigen­art des bulgarischen Volkes, seine trotzige, aufvpferungsfählge Frei­heitsliebe mit dem zarten Hauch der Poesie der die <jcnt*e Seele dieses edlen Volkes überschattet. Ein Meister stimmungsvoller Fein- mialerei, versteht es Iwan Wasow, wie kaum am anderer Barcer und Städter, arm und reich lebendig vor unsere Blicke zu zaubern mit all dem köstlichen Reize der mächtigen, eindrucksvollen Natur des romantischen Landes.

Das literarische Echo. Hallmwnatsschrist für Litera- turfreunde. Verlag: Egon Fleischel & Co., Berlin W 9. Das 15., Augustheft ist soeben mit folgendein Inhalt erschienen; Engen Köhler: Jules Romains; Hans Johst: Ein neuer 9iomantiker; Otto Braun: Fr. Schlegel an Angnste Böftster; Georg Witkowski: Ein neuer Goethe-Mystagog: Hans Franck: Dramen: A. von Gteichen-RußwuriU: Friiedensgedanken. Echo der Bühnen. Echo der Zeitungen. Echo der Zeitschriften. Echo des Aus­landes. Kurze Anzeigen.

Bongs illustrierte Kriegsgeschichte. Der Krieg 1914/17 in Mort mck) Bild 135. bis 138. Heft (Preis je 30 Pf.) Deutsches Verlagsh^s Bong & Co. Berlin W 57, Pots­damer Stt. 88.

Ergänzungsrätsel.

-ne, Le-,-tz,-lrnann, u, a n,

-he, Fa-, Ei-.

Statt der Striche sind paffende Buchstaben zu sehen, so daß Haupt­wörter entstehen, di- in anderer Reihenfolge bedeuten: geographische Bezeichnung, Fluß in Deutschland, Vornarne, tierischer Stoff, Zeit­bestimmung, Gefäß. Möbelstück, Himmelskörper, StandeSbezeiebnung. Die eingeiügten Buchstaben benennen eine bedeutungsvolle Möglich­keit, die bei unS und unfern Feinden viel erörtert wird.

(Auslösung in nächster Nummer.)

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Auflösung deS Anszählrätsels in voriger Nummer: Jsouzoschlachten.

(Es wird mit 3 ausgezählt.)

Eichristleitung: Fr. R. Zenz. Zwillmgsranddruck und Verlag der Brühl'jchen Unioersitc/ts-Buch- und^Steindruckerci. R. Lange, Gießen.