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Verfasser, in den Ehnsniken ■m'atK&ntaT auch LieNhakd Frönsperge^ vdcr Freundsperger genannt, nmr zweifellos einer der bedeutendsten bauschen MilitärfchriftsteUer des 16. Jahrhunderts. Er^wurde m 5Znhre 1520 yu Mm geboren imbnafrm schon in jungen Zähren an den Belagerungen von M-arseille und Ösen teil. 1552 wuroe er Zengmeistcr im kaiserlichen Hoer in Frankreich, H.Zahre ipäter ward er Knm Feldgerichtsschnldh.ftß ernannt, um saure mich als Kaiserlicher Provifionar in seine Vaterstadt Ulm zurückzurehren, wo er sich Mit Eis?sr ^ls Militnrschrnststeller betätigte. Se:ü bedeutendstes Werk, vor: dem hier die Rede ist, wurde 156.^ ,,bet, Mvorg Raben in Verlegung Sigmund Feyerabends und ^nmon Hüters zu Frankfurt am Mahn" in Drmk gegeberr und erhielt den langatmigen Titel eines Buches, das handelt: „Von kayserlrchen Kriegerechten, Malefiz- und Schuldhäubeln, Ordnung und Regr- lment samt der selbigen antb anderen hoch oder niedrigen Befehl, Bestückung von Remtern zu Roh mrd MH, twn Geschütz und Munition, in Zug- und Schlachtordnring, zu Feld, Berg, Tal. Wasser linb Land und so weiter. Zngecignet dem Mlerdurchlauck^ tigstcn, Gross mächtigsten, Unüberwindlichsten Fürsten und Herrn, 'Herrn Maximiliano dem andern, erwählten Rönrischeu Kaiser Usw., zu. allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Gennanien und zu Ungarn und Böhmen König, Erzherzog von Oesterreich, Herzog %u Burgund, Braband und Württemberg, Grafen Zu Tirol usw., weinen aller gnädigsten Herrn!" Ergänzt durch technisch wertvolle Bildbeigabeu des Kupferstechers Jost MMMi, gewährt das drei Bände umfassende 2&erf einem tiefen Einblick in das roeeres- weseii der zweiten Halite des 16. Jahrhunderts sowohl vom Standpunkte der Organisation als von dem des damals gebrauchtem Kriegsmaterials. Eingangs wird die „Gerichtsordnung"_ mitöc* teilt, der die Landsknechte Unterstarchen, das damalige militärische Justizwesen mit feinen Eiden und Strafen erfährt eine gewissenhafte Schilderung. Weiter berichtet Fronsperger über die Aufbietung. Werbung, Musterung, Znsannnenstellnng und Einteilung der Heere, über die Einrichtung von Feldlagern, die strategisclLN Cünzelheitsn l>ei der Belagerung einer Stadt usw. An die Grund- züge des Belagerungskrieges, denen eine Betrachtung über Schifts- ausrüstnngei: und Seeschlachten voraiisgeschickt ist, schließe:: sich Auseinandersetzungen über die Befähigung zum Heerführer, Erörterungen der Beschaffung der Artillerie, der Anlage von Waren«" lagern und Feldlagern. Eine geradezu verliebte Sorgfalt verwandte Fronsperger Ms die Besprechung des Geschützwesens seiner Zeit. Er erzählt von der „Scharfmetze", mit der man 100 Psimd schießen konnte, von dem eine Ladung von 75 Pfund schleudernden „Basilisk", andere Geschütze waren die „Nachtigall", die „Singeriw', die „Quartaiia". die ,.Notschlauqe", der „Scharfentinle", die „Sau", der „Asse" mrd die „Falkana". Nimmt Man noch die Ausführungen jüler Meßinftruuiente, Miner: und Feilerwerkkörper hinzu, so ergibt sich das mit seltener Genauigkeit allsgeführte Gesamtbild einer vier Jahrhunderte zurückliegenden Krieastechnik, die unsere- heutigen Kriegsmaschinerie hinsichtlich der Zahl ihrer Mittel kairm naclchand. Schließlich erwähnt Sutter noch die Charakteristik der einzelnen Chargen, deren Bedeutung :md Pflichtei: vielfach in! Reimen mitgeteilt werden. So sagt der Wachtmeister von sich:
„Der Wachtmeister bin ich genannt.
Dem ganzen .Heereszug wohl bekannt Wo ich ein find zu Tag und Nacht.
Vergißt die Losung hält nicht Wacht.
Dem tu ich mein Federspicß Omf) messen,
Daß er der Wacht nicht wird vergessen."
Die Pflichten der „Pfeifer und Trmnmelschläger" kündet Frvnspetz- >ger in den Verseil:
„Lärm zu schlagen, Forderung und Sonst Befehle dem Feind niachen ktttld, erickften wir's redlich und' recht:
Des werden tvir geliebt von dem Knecht.
Die Beschäftigung mit diesem außerordentlichen Werke regt schließlich die Frage an, ob auch das 20. Jahrhundert einen ManU von bn besonderen Art Fronspergers finden tvird, der fähig ist, das Buch des Weltkrieges zu schreiben.
vüchertlsch.
— M itt el - Euro Pa , Mitteilungen des Arbkitßans- schaisses für Mitteleuropa. Zur Fördcncng ernster twlitischer Arbeit im mitteleuropäischen Sinne gibt der von Friedrich N a u m a it n gegründete Arbeitsausschuß für Mitteleuropa vom 1. Juli m: eine treue Zeitschrift unter dein Titel „Mittel-Europa" heraus. Ter littwaritckM Vertretung des Arbeitsausschusses gehören neben Friedrich Naumann der hochverdiente frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Freiherr v. Rech'nberg, der Oberverwaltungs- gericl'israt Tr. Engen Dckiiiffer, der Arbeitersekretär Robert Schmidt an, also führende Männer verschiedener parlamentarischer Parteien. Tie Schrislleitnng liegt in den Händen des Kannten Mitarbeiters von Naumann, Dr. Waltl)?r Schotte. Die Zeit- schlcht stellt sich die Ausgabe, durch gründliche Behandlung der i
einschlägigen Einzelfvagen Mrs eine möglichst schnelle EntschechuNg über alle die Punkte hinziiUvirken, die noch vor Begim: der Frre- derrsverltandlung-en hrnftchtlich der 1 isittelei>vopäifche:: Politik zu vereinbaren sind. Das erste Heft enthält eine:: Äufsatz von Friedrich Naumann: „Wer macht Mitteleuropa?", ferner „grundsätzliche Bemerkungen" eine** besonders erfach'enen poakttscher: Politikers „Zu den wirtschaftlickM Verhai:dlnngen mit OesterreichUugaru", dann einen Aussatz von Tr. Gustav Stolper (Wien) über „Form und JnlZaft des mitteleuropäischen Wirtschaftsbundes". Eine Chronik nürd in jeden: Hefte die Ereignisse auf dem Gebiete cher mittelen vopäischeu Politii an merken »md erläutern, auch werden die mittel mropäisch-wiafsenbrüderlttheu, politischen und wirtschaftlichen Verbände ihre Mitteilungen in der Zettschrift veröffentlichen.
— Unse r Reformator Dr. Martin Luther. Bon D. Pcml Kaiser, Pfarrer: an St. Matthäi zu Leipzig. Verlag von Velhagen & Masing in Bielefeld :md Leipzig. Das Jubiläum sjalw der Refomratton hat ims ttotz Kr reg und Kriegsgeschrei schon jetzt eine reiche Literatur beschert die manches grtte und lesenÄverte Buch über Luther und seine Zeit auflveist. Besonders hervorgehoben M werden verdient das oben genannte kleine, reich misgestattete Werk, das der bekamtte Leipziger Kanzelredner fttt unsere Jugend^und das deutsche Hcttrs geschlrieben hat. In klarer, ansckMrlrcher Sprache, die auch dem Deuker: des Ksirdes verständlich ist, schildert er den Lebens- gang unseres Reformators, immer die Hauptnrerlsttiue seines Lebens mrd Wirkens besonders kerrnzeichnend. Die dem Buche be:- gegebenen Bilder sind zweckmäßig ausgeivählt und ausgezeichnet wiedergogeben, so daß sie das Verständnis der weit zurückliegender: geschichlichn Vorgänge wesentlich -erleichtern. Bei den: gerirrgen Preis wird das Buchi leicht Eingang in das evangelische dcultsche Haus finden: es kann zur Llnschaffimg warn: empfohlen lverde::.
Gietzener Hausfrauen-Berein. Kochanweisungen.
G r a u p e n a u f l au f mit Gemüse. 250 Gramn: gernah- l-ene Graupen werben in Sälzrvosser mit einem Briihwürfel an- gekocht und über Nacht in die Klochkiste gestellt. Diese Masse lvird Mvechselnd mit irgenoenurn ferttgen Genrüsebrei wie gelbe Rüben, Sprirat ober Erbsen in eine mit Fett ausgestrichene Form gegeben, 1—2 Eier mit Milch verquirlt darüber gegossen und 8 A Sttlnden gÄiacke::.
Pfannkuchenleig wird mit:veichgekochteu Erbsen vermischt und gebackeiu
K>i r s ch e n a u fl a u f. 250 Gramm Hajerftocken werden eingeweicht, die oben tretenden Schalen abgegoffen nachdem der Hafer sich gesetzt hat, drum angekocht und in tue Kochkiste gestellt. Später mit 2 Eiern, etwas Milch, Zucker und 2 Pfmü) K>i r s chen vermischt :md im Wasserbad gekocht oder in der Auflaufform gebacken.
K a l t e s ch a l e von Buttermilch. Man gibt in die Bllttermilch gerieb-eiles, mit Zucker geröstetes Brot.
Mittel zum Frischbalten von Eiern. Man reibt frische Eier mit Fett oder Speckschtvatte ein, wiederholt dies nach kurzer Zeit iwchmals, stellt sie aufrecht auf ein Eierbort Nach Verlauf von ettttger Zeit dreht man sie um. So behandelte Eier halten sich ein ganzes Jahr lang frisch.
5cherzratsel.
sAus einem Schi'ihengraben vor Bp^rn). Mit i ist's stark und mächtig Und wird zum Siege dringen.
Mit o oU bunt und prächtig,
Kann Schutz und Behagen bringen. Mit e kanu'S niederträchtig Die größten Bissen verschlingen.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Ham Sch.
Auflösung der Skatanfgabe in voriger Nummer, Kartenverteilnng.
V. abcB, b A, D, 7 ; a A ; c A, D, 8.
M. a 10, K, D, 9, 8, 7 ; d A, 10, K, 9.
H. d B, b 10, K, 9, 8 ; c 10, K. 9, 7 ; d D Skat: d8, 7.
Spiel:
2. V b B, a 8, b 9.
1. VcB, a 7, b 8;
3. V a B, a 9, b K ;
5. HcK, c A, d 9;
7. HdD, c8, dK (-7) 9. Vb A, aK, o9
Damit haben die Gegner 6^ erreicht.
4. V b 7, d A, b 10 (
6. Vb D, d 10, dB (
8. MaD, e 7, a A 10. V c D, a 10, c 10 ( — 23 )
-Di
ln)-
«chriftlertuna: Fr. N. Zen,. — Zwilling-rundd*-,.«* und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


