Ausgabe 
23.5.1917
 
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Anemonrnsänre und Mrenwntn, und das Anemauur ruft ähnliche .Vermftungseii'cheimmg-en hervor, wie das Nlkotm der Tabak»- WLtter. Die Hahnen fußgewächse, zu denen die Anemone gehou, umfassen noch andere Giftpflanzen. Zn chuen gehören beispiels- weise der schwarze Nieswurz, mich Christrose genannt die.vom Dezember bis zum März blüht, sowie die eigentlichen kNichliNgs- vflanzen' stinlender Nieswurz uiid grüner Nieswurz. Wunzelstocr und Gruudblätter aller Niesw-ur zarten enthalten zwei sehr giftige, kristattisierbare Gifte, das Helleberin und das HeNeberem. 45or mals ivnrdc die Nieswurzwurzel übrigens als Heilmittel an­gewandt. Frisch genossen, kann sie MLmpfe und Lähmung s-

erscheinungeii hervorrufeii und sogar zum Tode führen. In Gärten blüht vom März bis zum Mai eine schöne, aus Persien

sw L,» »hh« uv. J8 ÄJ-jviL J .. stammende,

«t den Lilien gehörende Pflanze, die Kaiserkrom, mit prächtigen Blütenblättern von schwefelgelber bis hochroter Farbe. Sie smdet - einen angenehmen, beinahe betäubenden Geruch ans. ^re Zwiebel dieser Pflanze, aus der übrigens Stärke gewonnen wird, enthalt im frischen Zustande ein giftiges Alkaloid, das Jmpermlm. bis­her noch wenig untersucht ist. Gine nahe Verwaiidte der Käiser- krow, die wildwuchsende Schachbrettblume, die auch als Zur Pflanze gezogen wird, enthält dasselbe Gift. Die in manchen Gegenden als Ostertilie bezeichnete unechte Narzisse, die rn Deutschland stellenivcise, so in der Rheinproviiiz, sehr häufig ilt. viel m Garten angebano wird und zuweilen mich verwildert, enthält rn alle» Teilen, anl

non.) nrmrs vuiV.-i.rs miunui VI«. uv»» ,7^.- - .

aeffift der Seidelbast oder Kellerhals, em. kleiner verzweigter Strauch, der bereits im Febinar, zuweilen erst rrn Marz und ttpnl. noch vorm Erscheinen der Blätter seine leuchtend rotlrch-vroletten Blüten hervorbringt. Der Sprachkundige wird schon auS dem Name» auf die giftigen Eigeilschafteil schließen, deim rm ,,.MlIer- hals^' steckt das althoÄ>eutsche Wortchclten", was quälen be­deutet Tatsächlich enthält die ganze Pflanze erneu brennend schar­fen Saft, und es sind Fälle bekannt, in beiten Kinder sich durch den Genuß der roten Beeren vergiftet haben. Den Vögeln, du die leiiw- teird roten Beeren fressen, scheint der alsDelphnrn bezeichnete : Mt fr stofs nichts anzuhaben Als letzte der Giftpflanzen des muhliitgs sei eine sehr gemeine Blüteupslanzc genannt, dre Wolfsmilch lrs handelt sich dabei um die Zypressenwolfsmilch, deren ^hellgelbe Blüten stände mau schon vom Anfänge des April an findet. Alle Wolssmilcharten sind scharfe Giftpslanzem Verletzt man irgend einen Teil der Pflanze, so quillt der starke Milchsaft heraus. Kem Tier rührt wegen des Milchsafts die Wolfsnnlchan; nur dre Raupe des Wolfsmilchschwärmers ernährt sich von den Blättern. USberdre verschiedenen Gifte, die die Wolfsmilclmrten entlMen, rft gleich­falls noch nicht viel bekannt. Jeder aber kann an sich selbst erproben, daß der Milchsaft, der als Volks Heilmittel gegen Warzen ange­wandt wird, auf der Haut Geschwüre l-ervorrust. SchwereBer- vistungsfälle sind da beachtet worden, wo Wolfsmilch als Haus­mittel "angewandt worden ist.

Biel Tomaten auf wenig Land.

Man pflanzt die Tomaten gewöhnlich auf etwa 1 Meter ^ fhntb weil man weiß, daß ihre Buschform viel Platz verlangt. In Vieser Zeit aber ist eine Anzüchtsart zu empschlen, dre bei engerer! Pflanzung und etivas größerem Arbeitsaufwand etwa viermal so viel Tomatenertrag von einer Fläch: ergibt, und die Wochenfckxrrft Dies Blatt gehört der Hausfrau" empfiehlt:

Man pflanze nach üblicher Vorbereitung des Bodens und Anzucht der Setzlinge mit einem Abstande von nur etwa 40 Zentt- Meter, möglichst nur in einer einzigen Reihe, die quer zur Silben ne und möglichst vor einer von ihr bestrahlten Wand liegt. -jcDe Pflanze bekommt einen etwa 1,50 Meter langen Pfahl oder stab. Bambus eignet sich gut. An der Mauer gezogen, gibt man beffsr noch Schnüre oder Draht Me. .

Der Setzlriig wii^>, ohne daß er, wie soP üblich, entspitzt ist, an den Stab ^pflanzt und lose ang-cheftet. Erst wenn er etiva 70 Zentimeter 5)öhe erreicht hat, kneift man die Trieb-spitze aus. Es entwickeln sich dann Seitentriebe, die ebenfalls enlspitzt werden, sobald Ider erste Blutenstand sichtbar ist. Der oberste, Verlängernngs- tri-eb genannte Austrieb der Pflanze wird senkrecht angebunden und erneut gekürzt, sobald, nach einem weiteren halben Meter, sich Seitentriebe aus ihm freiwillig ,richt entwickelt haben, ^o fahrt vmn fort, bis mit dem vierten Entspitzen des BerlänHernngstciebes vie Höhe des Pfahles und damit auch der Herbst mit pnurn alles vernichtenden Nachtfrösten gekommen ist. ., . .

Durch das Entspitzen über der zuerst erlchemeMxn Blüten- tvaube.wird die Pflanze sehr sckMal gehalten, fa daß sie derart eng gxpflaiizt werden kann. Dafür geht die Entwickmng nach der Hohe m stark vor sich, dar Luftraum wird also besser ausgenutzt als hoi den üblichen Pflanzungsarten. Dies spiegelt sich in den twheii Erträgen wieder, die etwa '/- Zentner Früchte von mir 1 Quadrat­meter betragen. . _, .

Es ist ratsam, dem Boden anfangs nur wenig Düngemittel und Nährstoffe Krznführen, dafür aber um so niehr Wasser und Dünger zu reichen, je höl>ec die Pflaiizeii werden.

VSchertisch.

Norbert Jacques, Pirat Hs Insel. Ronvrnt (S Fischer, Verlag Berlin.) Geh. 3 Mark 50 Pfg-. geb. 4 Mark 25 Pfg. Der Fabrikant Pirath erlebt Unter lächerlichen und graui- samien Umständen die Untreue seiner Frau. Um die schwärende Wunde mlsziiheUen, unternimmt er eine Weltreise; wieder empfängt er einen Hieb von dem Erlebnis niit einer Frau, die ihm nach einem kurzen Glück entschwindet-, er arbeitet in Pflanzungen aut Java, Und als er mit ebiein verrückt besetzten Segler die Heimfahrt untere nimmt, absichtlich die Gefahr lierausfordernd, erleidet er Schiffbruch rm Stillen özian und erscheint auf der Insel Mliliki als Gott, In friefcai Rahmen hat Norbert Jacques eine Gesckftchte eingespannt, die, ml Abenteuern, Meiischm und Zuständen überreich, verluden auf die modernsten Probleme, nicht iinr eines einzelnen Menschen, sondern unserer ganzen seelischen, wirtschaftlichen nnd lveltpolm tischen mm übergreift. Sein Schema ist: der Europäer a» Typus. Er zeigt seine Gefährdung und Verletzlichkeit: er fuhrt ihn durch die härtesten Prüftmgeii; ec peinigt und remigt ihn und zeigt seinen Triumph im fth.vermütigen^ Untergang des Heutig^ kehrten. Jacques gewinnt sein ^Doppel)piel: ermni Menten cei^ Uiid Seelenvvman zu schreiben; er ist selbst cm Mernch von dieser Doppel theit des Instinkts, Phantasie re ich, mibedenkluv, die Lauge-' weile wie eine Pest fürchtend und dabei das Wesentliche, me Inte­grität der Seele, nicht verlierend.

** Klavier-Album für die linke Hand von A. Svrtorio: Mark 1,25. Dieses im Verlage von P. Ton gar ur Köln erschienene Merk null den des rechten Armes beraubten kriegsbeschädigten Klavierspielern die Möglichkeit gebeu, auch fer­nerhin ihrer Kunst treii zn bleiben. Das Albuin (2l vollgesetzte, in mittlerer Schwierigkeit gehaltene Lieder, Operuarieil ufw.) soll nicht nur zur augenblicklichen Unterhaltung dienen, sondern anch die linke Hand so krästtgen und gezvandt nwg, daß der Spieler in die Lage versetzt wird, später auch Werke, me für beide Hände geschrieben suid, soweit dies möglich, lelbftairdig mit der linken Hand Mein zu betvälttgen. Es bedarf keiner Fuag^ daß das Sartoriosche Weick bei allen beteiligten Personen großes Interesse Hervorrufen imd mrt Fronden begrüßt werden wird.

Neue F r a u e n k l e i d u n g u n d F r a u c n f u 1 1 u t. Organ des Verbandes für Deutsche Frauen kl eidung und Franen- kultur. Schristleitung: Klara Sander, Else WirnnngHans, beide in Köln. Verlag der G. Brannschen Hofbuchdruckerer in Karlsruhe Jährlich 10 Hefte in Hoch-Quart mit zahlrelchm Abbckdungeii und Zeichnungen auf Kunstdruck Papier, sowie Schntttmustervogen. Preis ftirs Jahr 6 Mk., stirs Halbjahr 3 Mk. Prob.hefte unberechnet und portofrei. Ans dem Inhalt des Mai-Hefteö: Frauwurrbeit und Turnen. - Die Bedeutung der Heimarbeit. Gedanken zu dem Problem Mann und Frau. Verschiedenes: Aus der Klerder- ordnung 1017. Eifmier Schmuck. Ein deutfcher Aerztebund für Sexualcthik. Ersatzstoffe. Der Alt-Alernannrsche Hut. Hmidgenähte Wäsche als Qualitätsarbeit. Vücherbesprecymigeu: Deutschkuiide. Das Kleid der arbeitenden Frau -L-echnftcher $eU. _ Vereinsmitteilungen. Beschreibung der Weider.

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Schach-Ausgabe.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Charade in voriger Nummer:

Gasangriff.

S y'.l ilettuag: Fr. R. Zenz. ZwilUngSrnnddruck und Verlag der Brühl'fcben UniversitätS-Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gießen.