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Fortkommen! Im wahrsten Sinne des Wortes. Du sollst hier nicht verkümmern. Du mutzt in die Welt hinaus. Zunächst naL) Berlin."
„Und mein Vater?" fragte Ruth ein tvenig schmerzlich. „Hm — ja — natürlich darf er nicht mit! Er würde dir überall wieder Luft und Licht absperren wie hier. — Ich wüßte aber eine Stellung für ihr: hier, und auch oieserhalb bin ich heilte iroch hier. Außer dem Korridorschlüssel!"
„Ach, eine Stellurrg, Franziska! Du weißt ja, regel- vraßige Arbeit leiftet er eben nicht, mein armer Papa!" „Weshalb bedauerst du ihn eigentlich?"
,Du lieber Gott! Ist er etwa nicht zu bedauern? Ein alter Mann, der für die hochfliegend steil Plane und Absichten gelebt und gearbeitet, und der nie etlvas anderes erreicht hat als Enttäuschungen?"
„Er konnte nie etwas anderes erreichen, meine Liebe, weil er nie richtig und zielbewußt gearbeitet, sondern stets Hirngespinsten nachgejagt hat. — Doch wozu darüber llvch reden! Er ist dein Vater, und du hast ihn lieb, und darum vergeudest du deine Jugend für ihn."
„Ick tue einfach nur meine Pflicht!" sprach Ruth fest. „Er ist doch ein unglücklicher Mensch, Fränze, bedenke das. Ob es nun Hirngespinste sind oder wirkliche, kluge Ideen —- er glaubt doch daran! Hält sich für ein verkanntes- Genre-. Und das mutz doch furchtbar bitter für ihn sein."
„Nun, rch habe kein Mitleid für solche Naturen," sprach Vranzrska schroff, „aber um deinetwillen habe ich viel über ihn nachgedackt. Und jetzt habe iich -vielleicht etwas gesunken ^'^lrch, Mister Stockton liebt nicht die Abhüngig-
"d^ein," rief Ruth erschrocken, „die kann er nicht ertragen! Er tft ja so empfindlich!"
, ^Wieman's nimmt! Dazu ist er nicht empfindlich, sich von dir erhalten zu lassen, obgleich er noch bei rüstiger Gesundheit tft. — Na, mach' nicht dein abwehrendes Gesicht, «lerne, rch meine es ja nicht böse. — Und nun wieder zu ~ id > bhört, daß Tribaldr wieder in
^ selbst geschrieben. — Du weißt,
Lek^n ^^„fabelhaftesten Stunden, M zwanzig Mark die
„Himmel!"
— das heißt, eine Lektion dauert imr eine halbe ^ ia, ich habe auch als Mädchen bei ihr Z^j^ugsstunde gehabt und meine Lehrerin durch glänzende ^^tlosrgkerL zur Verzweiflung getrieben. — Wer danralZ hatte rck einen reichen Vater urid war maßlos eitel - ich ^le burck-aus fingen können. - Bald hörte ich freilich 5^ weinen vergeblick-en Bemühungen auf, denn ich hatte ^s Unglück, mich rn meinen schönen Alfred zu verli3>en - ^r muß wohl einmal diese Krankheit durchmachen —
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«ne glänzend bezahlte Anstellung in Berlin fände — bei ^esen Prosen, die deine TribaLi hat, sind ja dockr die Stundeii für nnch unerschwinglich." ^
^ -> wElU Kind, will sie eben umsonst unterricktl'rs
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Knw *** Lö , 1 babe dir das Singen beiaebrackt —
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bockte beklommen auf die Freundin.
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Franziska erhob sich.
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künnt'’iftr C ^ Tei 0u'"schine zu schreiben. — Das Nöhere
könnt ihr ja hören, wenn er sich entschlossen bni-
■ fagcn. Gute Nacht, rkind. ich gl?ube,Awird m'n^le^ .omn,en und rch möchte nicht durch s^ne 1«S O
hinaÄgeworfLwerLnwL
«erootjnlicti. — 2Tm Sonntag nachmittag erwarte ick, dich."
» war ebenso plötzlich hinaus, wie sie vorhin herein» g. kommen war. — Ruth blieb in einiger Aufregung zurück.
fW; gewünscht, nach Berlin zu kam»
n cku r*r* h <m ^ ?8 toeöcn ' benn f ic war im Grunde nicht kimstler,sch veranlagt. — Aber sie begehrte fort aus
andere ^ ihrer Kindheit laß, hinaus in
andere Verhältnisse, unter andere Menschen/
r„rr Anfangs hatte der Bater nock) etwas Bernrögen be» MAmerika mitgebracht hatte Ruth wußte ulvfn ^ dieses Geld ebenso wenig verdient war, wie die übrigen summen, von denen er fabelte. - In seinem Munbe w« dieses Geld dve Frucht einer seiner technischen bEeni in Wahrheit aber stammte es von
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itn der Jahre in seinen eigenen
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Den Kopf voller wirrer Pläne und Ideen batte er die Stadt zum Wohnort gewühlt/ weil hier
h!nfirf^ Va l eV J €tnev J^ au h^rstammten und noch einige i wohlhabende Verwandte von ihr hier lebten. ’ ö
FüMm.f e w h ? nahmen den amerikanischen „Vetter" sehr
^nen mJr wJZf! a » fma ” nifd,e & , eift beä »andes diktierte tijnett mehr Respekt vor einem gediegenen Geldbeutel als vor den pompösesten Lustschlössern. 3 **
eröffnt kS fler ? ie ^b^hn Jahre alt, als der Vater ihr erossnete, daß er keinen Voten Heller mehr besäße uick iü
st^nd'z^A^lbswerständliche Kindespflicht sei, den Hau^
Hbschah auch das Wunderbare, daß dies aelana ^ 3-reilrch, das junge Geschöpf halbe damit ein hartes,
nhxu^ t aU^ en ' t ^ ^g es ohne Murren, vielleicht selbst ^ ?^?bpragtes Bewußtsein von seiner Schwere,
tur in letzter Zeit hatte sie manchmal aesenkit inck nn, flefmigeit, an sich selbst uno ihre Hukunf su Aken Hermann Wrow war vielleicht nicht nnbeteiliat dreser beginnenden Beränderuna — Ä ntrÄ
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merkkn" efaUj,te daran! Aber das ließ sie ihn nicht (Fortstbung folgt.)
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, Von E. Beukert.
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