Wannen, lebhaften Elastizität uird Beweglichkert, die sie aus strömte.
Sie war heimgekommen, müde von der mechanischen Atrbeit, jrie den ganzen Tag ihre Aufmerksamkeit anspannte, und nratt von der dumpfen Lust in denr enger: Kontor, das jie mit noch zwei Damen teilte.
(Fortsetzung folgt.)
Ein berühmter deutscher Krfegsincaüöe.
Als Frankreich noch m:f den jetzt völlig in Vergessenheit geratenen einarmigen Gernral Pan die größten Hoffnungen, letzte, veröffentlichte der Figaro einen. Aufsatz, in dem er die Aufsagung! zu zerstören suchte, daß ein kriegsbeschädrgter General kein großer Held sein könne, und er wies dabei nachdrücklich auf das Vorbild eines berühmten deutschen Kriegsinvaliden hin, der es sogar zum Marscl-all von Frankreich gebrachst ^habe: auf den Grafen J o s ia s von Rantzau. Diese merkivürdige Heldengestalt, die selbst unter den abenteuerlichen Erscheinungen des Dreißigjährigen Krieges Nicht ihresgleichen findet, verdient es, dem heutigen Geschlcchtc wieder in die Erinnerung gerufen zu Werden; denn selten hat )ia> bie nngestüine Kraft deutscher Tapferkeit und der ^durch keiue köoper- lick-en Hemmnisse zu beugende deutsche Kanipfeswille großartiger verkörpert, als in diesem Manne. Daher hat ihn auch Hans Würtz berühmten Kriegsinvaliden der Vergangenheit ausgenommen, die in seinem bekanntdi: Buch „Der Wille siegt" unter die Reihe der^ er unfern Kriegsbeschädigten als nachahmenslvc rtes Beispiel vor- führt. Es verlohnt sich aber, noch etlvas eingehender bei ihm zu verweilen. Josias Rantzaus Ander:ken hat sich in Frankreich lebendiger erhalten als bei uns. Der glänzende Schlachtens iegech dessen Gestirn wie ein strahlendes Meteor am französischen Hose aufging, erschierr dort trotz seines Krüppeltums wie ein Symbol teutonischer Urkraft, und in der Galerie der Marschälle von Frankreich, deren Gemälde Versailles vereint, wird sein Bild mit dem Holzbein, dem leeren Aermel urrd der Bürde über dem einen Auge, von Alaux gemalt, als das schönste und interessanteste dieser Werke gezeigt. Voltaire widmete ihm in jeinem berühmten „Zeitalter Ludwigs XIV." einen Abschnitt und erwähnt Bautrns bekannten Ansspruch: „Rantzau besaß von all beut Körperteilen, die der Mensch doppelt hat, immer mir einen." Besonders aber hat sich in Frankreich die bereits früh au stauchende Ueberlieferung Wach erhalten, daß Josias der Vater Ludwigs XIV. gewesen sei. Schon die zeitgenössischen „Memoiren des Josias Rantzau" spielen darauf an, und wie die Familienchronik des Hauses Rantzau mitzuteilen weiß, l-at der Bürgcrkönig Louis Philipp im Gespräch hänfig ans diese Annahme Bezug genommen. Jedenfalls stand Rantzau bei der Königin Anna in hoher Gunst. Er war ein glänzender Tänzer und dckher besonders dazu anserwählt, mit der Königin zu tanzen, „eine Ginrst, die in jener Zeit und an einem so glänzender: Hose wie dem von Frankreich nur den durch ihren Rang und ihre Geburt ausgezeichneten Personen gewährt wurde." Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß die. Königin, kurz nachden: Josias zu ihrem Lieblingstänzer erwählt '.vorder: war, nach 23- jähriger Unfruchtbarkeit den späteren Ludwig XIV. gebar. „Rantzau war eine ungewöhnlich schöne Erscheinung," sagt ei'.: neuerer Biograph G. Lövy-Ullmann. „Seine Zeitgenossen sind darin einig, ihn als den schönsten und tapfersten Edelmann zu schildern, der: Nlar: sich vorstellen konnte. Wenn man ihn sah. erzählen sie, ahnte man, daß er zun: Herrschen geboren war. Seine btonbe Schönheit bezauberte den französischen Hof, als er dorh 1635 vorgestellt wurde, und gewann ihm vielleicht die höchste Gunst der Königin Anna; nian ist so weit gegangen, ihn für den Vater Ludwigs XIV. zu erklären. Ausgestattet mit großer militärischer Begabung, hatte er in seinen Feldzügen ein erstaunliches Glück: die Sage ^visi, daß er stets am Kmrns seines Degens ein zauberhaftes Stück Gold trug. Seine Tapferkeit wurde sprichwörtlich; stets setzte er sich dem dichtesten Kugelregen aus: er empfing 60 Wunden und hatte bei seinem Tode Nur :wch einen Arm, ein Bein, ein Ohr nr:d ein Auge." Ns Sproß!ing des noch heute blühenden holsteinschen Geschlechtes der Grafen zu Rantzau geboren, zeigte schon der Ddnabe seine glänzende Begabung. In allen ritter- liegen Künsten war er Meister: aber auch in den Wissenschaften, in Philosophie, Theologie und Mathematik erlangte er gute Keunt- nisse beherrschte acht Sprachen, und die Malerei, die. dem Einarmigen später große Befriedigung bewährte, soll ihm die schmerzlichsten Stunde:: seiner letzten Krankheit versüßt haben. Unter Gustav Adolf erntete er den ersten kriegerischen Lorbeer; berühmt wurde sein Name, als er unter Aldringers Fahnen die Erstürmung Mantuas leitete. Von Kampf 511 Kampf, in Sieg und Niederlage gleich groß, stürmte der Held. Stets wollte er nur sich selbst seine straft verdanken, und als ihm die Mär von dem zauberhaften Schwert, das ihn stark machen solle, zu Ohren kam, warf er die Waffe stolz in den Rheim Mit Recht konnte er seine 60 Wunden als die beste Chronik seiner Schlachten bezeichnen. Mit dein Sieg von Pfajsenhosen, den er durch eine Attacke seiner Rrirer- scharen entschied, rettete er die Sache der Schweden in Deutsche land. Er wurde dann Gouverneur und Übiegsoderster von Straß- bürg, und -stellte sich, als Frankreich an Spanien den Krieg erklärte, unter die französische:: Fahnen. Bei der Belagerimg ron Dole verlor er ein Auge, blieb aber, lvie die Familienchronik
berichtet, ..keinen Tag ar:s den Gräben fort, ja dieser Verlust verdoppelte seine Wachsamkeit, öhne seiner Körperschönhcit zu schaden". Bei der Eroberung von Me ras 1640 verlor er dann, als er ei'-: Fort gegen Uebermackst verteidigte, einen^Arm und ei:: Bein, und kurz darauf wurde er in einer anderen Schlacht eines Ohres beraubt. Die Niederwerfung der gewaltigen Festnngskette von Flandern und Artois war sein Werk, das der Sieg bei Fjurnes krönte. Er starb au: 14. September 1650 im 41. Lebensjahre und erhielt ei:: prunkvolles Leick-enbegängnis, bei dem der berühmte Bischof Camus ihm die Grabred ehiclt. Diese auch ins Deutsche übersetzte „tvohlverfaßte, zierliche, wie denn auch zugleich koohlverdiente Lob- nnd Leichpredigt" ist eine der wichtigsten Ouellen für die Geschichte seines Lebens. Knapper faßt seine Grabschrist sein Heldentum zusammen: „Des großen Rantzai: Leib liegt hier nur halb begraben / Es mußte Adars die andere Hälfte habe.: / Er sttcuite überall hin die Glieder und den Wihm. j Verstümmelt, :vie er war, besiegte er den Schmerz. / Sein Blut strömt' hunderstach hin für sein Heldentum, / Mars ließ nichts ai: ihn: ganz als nur sein Herz." _
Blühende Roßkastanien.
„Die Roßkastanien hat auf grünem Kandelaber
Die Blumen gelb und rot als Kerze:: aufgesteckt.
Ter Regen will sie löschen, — aber
Zn höherem Glanz hat er sie aufgeweckt."
So singt Friedrich Rnckert zun: Preise der Kastanie, die in ihrem Eigenartigen Blütenschmuck so erheblich zu der Pracht unseres jungen Frühlings beiträgt. Es gibt in Deutschland lvohl kein Dorf, in den: nicht dieser schöne Baum in Alleen gepflanzt oder als einziger Schmnckba::m auf Plätzen, in Friedhöfen^oder in öffentlichen Anlagen mit seinem dicksten Lmibdach kühle:: Schatten spendet. Sv mancher wird zu seinem Erstaunen erfahren, daß dieser 'herrliche Frühlingsbaum erst vor wenige:: Jahrhunderten seinen Einzug in die Gärten Europas gehalten hat, vorher kannte man ihn bei uns ganz und gar nicht. Die erste Roßkastanie wurde im Jahre 1576 von dem großen Botaniker:md kaiserlichen Leibarzt Clnsius in Wien aus einem Same:: gezogen, den ihm sein Freund v. Ungnad, kaiserlicher Jnternuntius bei der hohen Pforte, ans Konstantinopel mitgebracht hatte. Als Clusius im Jahre 1568 Wien verließ, war sie zu einem stattlichen Baum heran ge wachsen, sie hatte aber noch nickst geblüht. Erst in: Jahre 1603 erstrahlten ans ihr die ersten Blütenkerzen, und Ctnsins wurde damals ein. blühender Zweig von ihr aus Wien zugesandt. In Paris wurden die erste:: Kastanienbänme ans Früchten, die aus Konstantinopel dorthin gesandt lvorder: waren, erst um das .Jahr 1615 in: Jardin du Ro: (Jardin des plantes) nick» im Luxembourg-Garten gezogen. Heute herrscht in Paris die Kastanie als Schmuckbanm vor, es sei nur an die Kastmiien des Duileriengartens und unter ihnen an den berühmten Napoleon-Baum erinnert. Nach den Forschungen Th. v. Heldreichs, des trefflichen Kenners der Flora Griechenlands, ist die Roßkastanie ein in de:: Gebirgen von Nordgriechenland. Thes* salien und Epirus unterhalb der Tannenregion um 1000 bis 1300 Meter wildwachsender Baum, der von den Gebirgsbewohnern ausdrücklich als wilde Kastanie der edlen Kastanie gegenübergestellt toird. Auch am Nordfuß des Balkans in Bulgarien wächst die Roßkastanie wild, und sie bildet dort größere Bestände. Man nimmt nun an, daß der Baum von dort aus durch die Türken oder die Byzantiner nach Kvnstanttnopel gebracht worden .sei. Andere Forscher rvidersprechen mit gute:: Gründen der Ansicht, daß, in Nordgriechenland, Thessalien uub Epirus die Urheimat des Baumes sei. Denn wenn es wirklich sck>on im Altertum in den Gebirgen des Pindns, des Ost:, des Pelion, des Othrys Roßkastanien gegeben hätte, so hätten diese unmöglich dem ^Scharfblick der Griechen und ihrer Nachfolger, der Römer, entgehen können. Bei einem durch seine besondere Sclstinhett und durch die Eigentümlichkeit seiner Belaubung, seiner Blüte u:td seiner Früchte so auffallenden Baume hätte man unbedingt eine Nachricht in den botanischen und geographischen Mitteilungen der Alten finden müssen, er war aber bis zum Jahre 1565. in dem Mattioli einen ihm aus Konstan- tinopel zu gegangene:: Fruchtzweig beschrieb, gänzlich unbekannt. Jedenfalls stellt die Roßkastanie mit ihren im Bogen weit aus- greifenden Aasten, ihren mächtigen Blattftächen und ihren prangenden Blütenfrüchten eine fremdartige und eher tropisch zu nennend« Form dar, die unter unseren Bäumen keine Vervoandten Jo. nnd deren nächste Sippe in: Hinralaya-Gebirge wächst Die Tar'achr» daß der Bann: erst nach der Festsetzung der Türken ans der Ba'.l.m- halbinsel von Konstcnttinojxl nach Westtnropa gekommen ist. legt die Vermnttlng nahe, daß die Türken ihn überhaupt erst itm Asien nach Enrosxr gebracht haben und de ^ er also auch erst später in 'Nordgriechenland und in Bulgarien Eingang gefunden sttt. :vv er heute wildwachsend angetroffen wird. Die Türken wandten die blanken hellbraune:: Frühste als Mittel gegen den Husten der S erde au: davon soll der prosaische Name Rost io stau ie lwrstannne" B» uns Norden die Früclste schon laugst im Winter zur Wildsüt-eniug und heute auch mit Erfolg als Zusatz vom Vie'Mutler veno-''dt. Eingehende Versuche, die in jüngster Zeck vorgeu "-."-reu den. Waben ergeben, daß sie nach ihrer Entbitterung der runülüiovn stlahruug nutzbar «zemackst nwrden leg,neu und ein durch.n... >:ck- fÜdigeS Ntehl ergebe», da? ohne BcHenken zur Stte-kung des PRizen oder Reggenruchls genommen werden kann


