®fne Miese, tofuf der bte Nebel ziehen. Gell liegt daS Mvnd-i licht «uf der wcWen Mache. Dahinter der Hochwald. Gchtvarz boN-, Wlerten die Dannen, m die nnser Wea sich! oerltert. Wie in finstre Nacht hinein geht es dort.. Unheimlich dies Dunkel, denr wir uns
nähern.
Weist Deubel, ltvas ist das? Was naht dort aus der Stwaste? Kommt uns im finstern entgegen? Kolonnen?! Die Dragoner hatten dochi recht. Und wir mjttten in der hellbestmhlten Miese.
„Stellung nehmen I" Hinter jeder Bodendeckung, hinter Steinen, Erdhaufen nnd Büschen verschwinden meine Kerls.
Näher kommt es im Dunkeln. Deutlich glaubt man die Pferde der Führer feit hören. Gart klappern die Hufe aus der Straßje. KcAnt 50 Schritt vor uns — und nichts zu sehen!
„Dapp — tapp — tapp — tapp — tapp —"
„Galt! Wer da?" Haut schrei ich es ihnen entgegen. Und nochmal i „Halt? Wer da?"
Kein Halten, keine Marsckstocknng. Gleichmäßig kommt es naher. Weist |ber Kuckuck, das sind viele. Immer noch! nichts zu sehen. „Sehen Sie nichts, Unteroffizier?"
„Nein, Herr Leutnant."
„Halt! Wer da?" Es wälzt sich naher ohne Stockung, un* aufhaltsam, mit furchtbarer Gleichmäßigkeit. „Feuer!"
Da kracht es und blitzt es, „Päng päng — hat\d) — päng- Päng." i
Hell blitzen die Schüsse. Krachend tönt der Knall im engen Tal, hallt »oider von derr Malrändern. Kein Stocken drüben. Jetzt koMmt's hervor aus dem Dunkeln, komntt's ins helle Mvndlicht. „Halt! Stopfen! Stopfen!" schreie ich. Eine Kuhherde! —
Das Feuer schweigt sofort. Durch ^unsere Mitte stürzen die geängstigteu Tiere. Eines bricht tot zusammen neben mir. Der Nest flüchtet, wer freist wohin.
Donnerwetter, wie voar das möglich?-Ich hab's mir
oft überlegt seitdem. v llni> honte nach Monaten, must ich sagen^ ich würde aenau (v'ieder so handeln wie damals. ZN täuschend war das (.Geräusch der Tritte. Zu ungünstig unsere Stellung.
Schade Uni das arme Vieh!-
Wir sahen uns an nach diesem Jitter mezzo. Viel geredet haben nnr nicht darüber. Wetter! —
2Ler !vo fiub unsere Wagen? — Fort! Jnr Galopp sind sie gefahren, als vorn das Schießen begann. Wie soll ncan sie wiederholen? Mein (Rad nicht zur Hand. Ms Fußgänger hole ich sie ja nie Irin. Trotzdem lasse ich galten und gehe allein eiligst Zurück.
Doch schon nach wenig Kiloinctcrn kommen mir meine Wagen im Galopp entgegen. Die Freude lvar groß —
Wir steigen langsam aufwärts und sind jetzt oberhalb des .Tales von Tibonpro. Nnlüg liegen die Gelöste.
Die Wagen haltim oben auf der Sttaste. Bedeckung bleibt bei ihnen. Mit den andern Leuten schleiche ich leise bis au deui Taliand und lpähe und horche. Mles still imd rnhig.
Wenn man Mr wüstte, ob die Dragoner recht hatten, ob fvirklich Franzosen im Tal waren, und ob die Franzosen noch dort sind! Lange warten wir. Endlich eittschlieste ich mich, hinunter- zugehen- schleiche hinüber' zu deri Häusern. Noch immer keM0 Klarheit.
Ein sckmuderhaftes Gefühl, so im, Hellen Mondschein herunv- zutappen und nicht zu Nüssen, pb nicht auf drei Schritt Entfernung der Schuß kracht.
Ich klopfe am ersten Haars. Sterilberg öffnet. Das war reine F-rüude. „Kern Franzose lvar bisher im Dal. Die Dragoner, irrten sich. Mer 'Koborrnen find oben vorbeimarschiert auf der Stratze. Das liabeu wir deutlich gehört."
Jetzt tragen wir sie heraus ans die Straste, die armen Ber-' Wundeton. Eiir lvettcr Weg dirrch Gärten und nächtlickfeu Wald, bis nur sie in den Wagen haben. Ustd Jute sollen nrir sie alle! unterbrmgim? 12 Liegeplätze haben die Wttgen, dazu 6 Sitzplätze. 22 Schwei vern undete warten.
Was irgend «u iimchen ist, wird möglich gemacht. A,l>er nur 21 smd (mtterzubrmgen. .Einer, ein letzter Mich Zurückbleiben! 0)anzi im möglich, ilm mttzunehmeu! Ich will ihn tragen lassen. Äunde^^' " §entt, „dann stirbt er in einer halben
Es hilft nichts. Wjir müssen ohne ihn loS. Drei veriruudetü Franzosen liegen ja auch iroch in denr einen .Haus. Bei bnieii! uuch er bleilx-u. Ich werd' ihn nie vergesserr, diesen der
zurückbleiben mußte. Wie gern hätt' ich thii mrtgehabt. —
Wir sind fertig. Die Wagen sind übervoll, zur Abfahrt bereit. „Paug päng", dicht aiu Wege. Es ist höchste Zeit. Vorwärts, voriv-ärts! Nicht noch im, letzten Augenblick den Franzosen M die Hände fallen.
GS glückt. Unbehelligt kommen tvir bei der Feldwache au und dann beim Bataillon 126.
Ml herzlichem! (Dank scheide ich von den Württenibergettt, die mir so tapfer halfen, die so behutsam und sorgsam die Vers-, mundeten rwn Wagen trugen.
Nach Etival wollen die Wagen und weiter nach Raon-l'Etap^.
Unterwegs hole ich nifir mein Rad, lasse die Magen allein und fahre voran. Ich siNuH ja zurück zum Bataillon. Wer weist, ost es noch in CHavre liegr.,
„Halt! Mer da?" Immer wieder tönt dieser Ruf an mein Obr. Unterosfizierposten imd Feldwachen, Artillerie, Tram, Magens kolonnen und Kavallerieposten.
„Halt! Wer da?" immer und immer wieder. Ich sehe sie oft schon stehen, die Posten, radle ganz langsam und rufe ihnen ent* gegen: „Deutscher Radfahrer! Parole Blücher."
Was man so all^ sieht binttr der Front. Die armen Gäule vor allem, die da in Nacht und Wind unachaeschtrrt an der Straße steheri. Schlafende Menschell auf den Fahrzeugen, bald ittzend, bald oben auf dem Wagen liegend. --
Herrgott, bin ich müde! „Halt! Wer da?" Miau fährt aus denr Traum auf; und foieder ^Halt! Wer da?" 20mal, 80*, 40moX in dieser Nacht, Ich vergast das Zählen. —
Kiuöerjplde im Hrühling.
Nachdeui nun endlich der Frühling seine volle Herrschaft aiigo treteu .hat, find allenthalben die bekannten althergebrachten Frühjahrsspiele der Kinder wieder int Gange, wie das.Kreisel- treiben, das Marmel- oder Murmelspiel, das Himmel» und Hölle- Spiel, das Reisenschlagen, das Ballspiel usw. Dem Kriegsspiel wird in diesem Jahre weniger gehuldigt, als in deri vorangegangencn; Jahren; die Hauptursache für diese „Kriegsmüdigkeit" hat man wohl darin .zu erblicken, dast sich immer weniger Kinder dazu bereit finden wollen, die Rolle unserer Feinde zii übernehmen Jeder, möchte doch gern Deutscher und Lueger sein. Man hat schon längst der merkwürdigen Tatsache seine Ans merksam reit zugewandt, dast gewisse Kinderspiele an bestimmte Zetten des Jahres geknüpft sind. Diese Beobachtung hat schon ein Zettgenosse Goethes, der elsässische Dichter Arnold, der Verfasser des von Goethe überaus günstig rind wohlwollend besprocheiieii Lustspiels „Der Pfingstmontag" gemacht. Obwohl doch im Sommer und im Herbst ebenfalls alte Vorbedingungen für^ das Murmelspiel, das Kreiseltreiben, das Himmel- und Hülle-Spiel u. a. gegebeir sind, erreichen diese Spiele doch immer mit dem Frühling ihr Ende, um dann anderen Spielen Platz zu machen. Eine andere nicht minder merkwürdige Feststellimg ist die, dast die meifteu unserer Kinderspiele sich durch Jahrtausende hindurch fast unverändert erhalten haben, und dast viele von chnen genau so \vie jetzt schon ton den Kindern der Völker des grauen Llltertums gespielt tvordeii sind. So alt wie die homerische Schttderung im sechsten Bucha her Odyssee, wo sich die liebliche Königstochter Nausttaa damit belustigt, ist auch das Ballspiel. Es wurde von den griechischen Aerzten sehr empfohlen und uauieutlich von der griechischen Jiugend mit Leideuschaft gei'ibt. Die Babylonforschung hat rms gezeigt, bist das Himmel- und Holle-Spiel der heutigen zlünderwelt mtt seinen inagischen Figuren wm einer Zeremonie der babylonischen Priester lserzuleiten sei, die damit der Verehrung des Feuers und der Sonne 2lusdrnck r-erlieheii haben, und dast sich die Figuren, die heute die.Kinder entweder mit einer Scherbe in den Erdboden eiuritzcn oder mit .Kreide aus die Platteii der Bürgersteige htti- zeichnen, sc!>vu in fast genau derselben Form in ben Trümmern des uralten Babylon feststellen lassen. Auch das Reifeiitreiben wurde schon von den Kindern der römischen Kaiserzeit eifrig geübt. Während man heute mit Recht alles tut, um das spielen der Kinder im Freien zu fördern, gab es bei uns nter‘mürtngerivcife eine Zeit, in bcx man ihm mit aller Entschiedenheit entgegvittrat^ Einen sehr interessanten Beleg dafür bietet uns eine Verordnung des Amt'Kon sistor ia l kon ven ts der Stadt Wiesbaden aus dem Jahre 1740. Diese tautet wörtlich folgendermaßen: „Als wird deren
Eltern bei drei Gulden Straf hierdurch erustlidi anbedeittet, ihre Kinder vom Dato an zu Hause zu behalten und selbige auf die Werltage fleißiger zur Schule und nach deren Endigung zum Lernen nnd allenfalls mich zur Arbett, an Sonn Fest- und Feiertagen aber zur Kirch' und Katechismnslehre. um! derm Endigung aber zur Lesuiig geistlicher und erbaulicher Bücl.rr an—> bergest alten von tmieit Straßen und publiken Plätzen der Stadt abznlxllten und selbigen nicht auf eine mehr alo he-dniscke Art, als wie die ungebundenen Kälber, auf denen Straßen und Gassen zu mauniglicher A erg er und Berdrnst herumlaufeu zu lassen. Wenn die Eltern hinfüro hiergegen sich vergehen, und ihre Kinder auf Gassen imd Straßen ferner lrenunlaufen tverden lassen, soll man selbige ncht nur mit Strafe belegen und darauf exequieren. sondenr demnächst auch ihre ungezogenen Kinder durch besonders hierzu bestellte Leute von denen Straßen und Gassen lünireg nach Hause treilieu und respektive f ei tschau und, im Falle selbige sich dangen setzen würden, durch die Landmiliz auffangen und aus die Waä» bringen, weiterhin tags darauf entweder in die Schule <>dcr dem Befund mul auf daö.RathalvS führen und selbige erstcrenfalls dunst den Präzeptor, oder anderenfalls durch den Amtsdiener in eine Futterwmre spannen und darinnen mtt den Rn en bevOe cofiigiaen lassen. . Tie „gute alte Zeit" \\x\x »virAich nicht immer so gut, lme ttns ÜNL Lobrcdner so oft eiuucbat uwUcju


