oll dieser zu verarbeitenden Masseir, Gekrätz genannt, wird in Oefen, die denen der Bäckerei reicht unähnlich sind, verbrannt. Die so gewonnene Asche befreit man nach dem Erkalten von darin verbilre- benen Metallstückchen, Kohlenschlacken, Eisendräbten usw.. der Rest wird in Kugelmühlen gemahlen und gereinigt. Hierauf werden von dem so Aubcreiteten Gekrätz zur Feststellung des darin enthaltenen Feingoldes Proben an die Scheideanstalten gesandt, die dementsprechende Kaufangebote machen. In Deittschland gibt es eine ganze Anzahl von Schckidcanstalten, die großzügig organisierte Betriebe darstellen und derer: jährlicher Umsatz sich rrach Millionen beläuft. Eine große Scheideanstalt in Pforzheim z. B. hatt allein, wie Georg Mcolcurs bemerkt, einen durchschnittlichen Jahresumsatz von 20 Millionen Mk. Da den mit Edelmetallen arbeitenden Betrieben^ vornehmlich der Goldwarenürdustrie, im Kriege alle gewöhnlichen! Goldquellen verschlossen sind, vermögen sie gegenwärtig ihren Be- darf überhaupt nur noch aus den Scheideanstalten zu decken. Nur dre geschilderte Ausnützung auch der minimalsten Staubteilchen und eine restlose Organisation ermöglichen auch der Goldwarenindustrie das so wichtige Durchhalten.
. Y , “ <in ein Jnfa nteriegescho ß fliegenj
sehen? Dre Kugeln moderner Gewehre fliegen unfaßbar schnell; kem erwartungsvoller Augenblick kann sich zwischen das Sehen des yerannahenden Geschosses und jein Treffen drängen. Dennoch ist vre Flugbahn der unheimlichen Körper für unsere Snuiesaufnahme Nicht unfaßbar. Einmal indirekt durch die unserem Auge an Licht- empfindlichkert und Schnelligkeit der Lichtaufnahme weit überund dcurn durch geeignete Boo
legene photographische Platte u . ., ___
tungsaufjtellimg zur Flugbahn. Anr leichtesten läßt sich eine fo!u,c günstige Konrbination von Umständen bei den großkalibrigen Ge- schossen und zwar iiaturgemäß besoirders bei jeiren erzwingen, bi 1 «! ^nchres steilen ersten Ausstieges die Mündungsgeschwindigkett von ^00—400 Meter in der Sekunde nicht überschreiten. Man muß dazu ui der Längsachse des Geschützrohres hinter dem Geschütz stehen und sein Augenmerk auf mögliche Stellen der Flugbahn richten, die ungefähr 200 Meter vor diesem selbst liegen. Die Kurve des Geschosses, ja seine durch den Drall bewirkte Rechtsabweichung suw deutlich bis znm völligen Verschwinden, was bei übersehscharfer Entfernung notwendig eintreten muß, zu verfolgen. Flachfeiler-. geschähe mit ihren Anfangsgeschwindigkeiten von oft doppeltem Betrag erschweren dem forschenden Auge die Aufgabe nicht selten bis U .. wcht mehr faßbaren, blitzartig darauf eindringenden
Seh-Eindrucken. Das Jnfauteriegeschoß, das letzten Endes auch von emem Flachfeuergesch^ütz ausgespien wird, war bis heute wegen der bei ihm jede Beobachtung noch besonders erschwerenden Kleinheit i,ur mehr der Platte zugänglich. Vor einiger Zeit hat jedoch Leutnant Tr. Sieberl durch einer: glücklichen Zufall, über den er w der , Umschau" berichtet, die Möglichkeit, auch das Jnfanterie- zeschoß fliegen zu ,ehen, erkannt. Als Artilleriebeobachter, dem die Welt ,ich während vieler Stunden des Tages ausschließlich im Scherenfernrohr spiegelt, wollte er auch einmal den Einschlag eines Gewehrschusses fixieren, sah aber zu seinem Erstaunen nicht nur dreien, sondern die ganze Flugbahn des Geschosses auf das Genaueste. Ein dunkles, schattenhaftes Etwas bewegte sich in flachem Bogcii mit ungeheuerlicher Geschwindigkeit, schien plötzlich im Boden verschwinden zu wollen, um gleichzeitig Stein und Staub aufznwirbeln. Tie Vergrößerung des Fernrohres hatte die Entfernung ans ern Zehntel verkürzt, die Geschioindigkeit in gleichem Verhältnis verringert, so daß zwar nicht das Geschoß selbst wohl aber der von diesem fortwährend erzeugte Luftwirbel gesellen werden kann. Dieser das Geschoß auf seiner Bahn begleitende Luftwirbel, der durch einfache Kompression der Luft an der SpitE der Granate entsteht, ist von höherer Temperatur als seine Umgebung, brrcht daher das Licht in anderem Winkel und hebt fick dadurchwi^er als ein dmckles, schattenhaftes Gebilde, das in seiner Mitte das Geschoß tragt, ab. (zensiert Berlin) B.
" D er Tot e a l s sein eigener Begräbnissänger. Ern von der Direktion der Pariser Großen Oper gefaßter Beschluß hat das Interesse für das Grammophon wieder einmal ganz be- sooderS in den Vordergrund gerückt. Es sollen nämlich Plattenausnahmen von Caruso, Tamagno, der Patti und der Melba, sowie von Jan Kilbelik und anderen Berühmtheiten der Oper oder des Konzertsaales in Kästen aus Kupfer luftdicht verschlossen und !? ^ Kellerqewolben de, Opernhäuser „begraben" werden. Zweck dieser Maßnahme ist, durch diese völlige Abschlteßunq die Platteil vor Schädigung zu bewahren, um sie erst 10» Jahre nach dem Tode der betreffenden Künstler wieder hervorzuholen, zu Nutz und Frommen künftiger Generationen. Dies erinnert die „Daily f e Viri ! r^- n 'J n welchem ein Toter mittels des Gramino- phons sich selbst sein Grablied sang. Und zwar handelte es sich wn berühmten irländischen Sänger, der viele Jahre hin- durch Baßsolrst m einem Kirchenchor war und hohen Ruf genoß, er starb, wurde ,m Verlaufe des feierlichen Begräbnisses auf ?Eckel des iu der Kirche aufgebahrten Sarges ein Grammophon SEltetl ' bj« eine Platte mit der beste,: Ansnahme des Sängers enthielt. Als dann wahrend der Totenmesse der Chor einsetzte treß man be. der betreffenden Stelle das Grammophon spielen! so daß der tote Zanger auch bei diciein Anlaß das Baß- folo ailSfuhrte, das ihni zu Lebzeiten so viel N,lh,n und Ehre eingetragen. '
* e Luft. Dieser AuSdruch der vor dem Kriege ganz ungebräuchlich war, ist jetzt allgemein im Schwange, und man we,tz, daß er zur Bezeichnung einer unter feindlichem Feuer liegenden Gegend gebraucht wird. Es wäre interessant, festzustellen. woher er kommt. Vermiltet könnte werden, daß irgend ein Philologe oder Wtlger Italien kenn er ihn aus dem Jtalieniichen entnommen Römer hat ja eine ganze Reihe von Bezeichnungen für osphäre-er spricht von aria cattiva, schlechter Luft, aria grwsa, dicker Luft ana sospetto, verdächtiger Lllft usw. bis zur Wir haben ja auch das Wort Malaria, das auch schlechte
utrM m* s C i' an 5 rl>t, ] ö§ ol?ne Uebersetzung, herübergenommen, viel- lEtcht ist,das auch mit aria gross* der Fall.
o- }J r e Riesenwurst als Künstlerhonorar. Von rhonorar,^ daS man in unseren Tagen erst ganz voll- würdigen wurde, weiß eine alte Chronik der Stadt R« iß C o u « u Berichten: „Ein Bildhauer bekam zu Anfang ^ für ein dem wohllöblichen Rat dieser Stadt
?£/ 8 ?"dwerk außer einem guten Lohne noch eine Wurst,
4?'; '* Uen lang unb von der Dicke eines tüchtigen Mannesschenkels.
Er im Amtshaufe und lud auf die Elle vier Gäste, ^avet fand ein ganz gewaltiges Trinken statt.'
vüchertlsch.
. — Die miltä rischen Fachausdrücke im Spiegel
! . F " w o r s. Wir haben in dieser ernsten Zeit wirklich beinahe da« Fröhliche verlernt. Nun konunt ein lustiges Künstlergemüt und beschert uns eine Reihe köstlicher Bilder, die selbst den größten „Miesmacher zum Lachen bringen wird. Zwölf ganz famose Kuustlerpostkarten sind eS, die natürlich in erster Linie für unsere Feldgrauen bestimmt sind, die aber auch und Daheiingebliebenen den Trübsinn verjagen werden. Uebermütige und doch direkt auS dem Leben genommene Bilder führen den luftigen Krieg zwischen §Eldgrauem und deutsche,n Mädel vor. Cs ist auch bezeichnend, iL; l(e vL n ^.!"ten trotz oder gerade wegen ihre« köstlichen Humor» nichts .Gewöhnliches' anhaitet, und daß sie in jeder Familie ge- »elgt werden können. (Jmn,er Fachmann. Eine lustige Reihe von 79 ™ ? Ü Ä poft J? rt , en ‘ P^is je 6 Pfg., insgesamt also l 2 Aorto b Pfg. Verlag des Deutschen OfsizierblatteS Gerhard Stalllng, Oldenburg i. Gr.)
_ cJT mit Verstau d." Ein Buch über Ernährung von Adoll Re.tz Verlag .Die Lese-, G. m. b !p., Stuttgart. Kosten- loS für bte Bezieher der Wochenschrift „Die Lese', c. 'ßV* E Hilfe.' Da« soeben im Verlage von C. C. Mein- hold & Söhne in Dresden erschienene Buch „Erste Hilfe" von San.- Rat Dr. Loewe-DreSden (Preis 2 Mk.) enthält eine kurzgesaßte und doch erschöpfende Anleitung zur Ausübung der ersten Hilfeleistungen der etngetretenen Unfällen und plötzlichen Erkrankungen, uw chlan d s Kriegsztele. Von Geheimrat Pro
fessor Dr. Erich Brandenburg. 100 Seiten. Geh. Mk. 1.29. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig.
.. ^ Hochland. Inhalt des FebruarhetteS! Mitteleuropa und Seelenkultur. Von Dr. Hermann Platz. - Französische Krieqs- poesie. Von Firmin Coar. - Martinian sucht den Teufel. Roman von Johannes von Guenther. — Abend am See. Gedicht von von Hatzfeld. — Kaiser Karl. Von Hermann Bahr. — Einsam, a °m n ^^rkaulen. - Vom inneren Frieden des deutschen Volkes. Von Domdekan Dr. F. X. Ktefl. - Georg von Orterer. Don Professor Dr. A. Durrwachter. — Ergebung. Gedicht von R- ?' Sorge. -- Politische Sittlichkeit und Realpolitik. Von Hoch- schulprofessor Dr Robert Saitschick. - Kritik: Neue Romane. Von vra"z Herwig. Kulturgeschichte des Mittelalters. Von Universitäts- or Tr. W Meister. — Rundschau: Kriegsbetrachtung. Zwei österreichische Fuyrer. Hugo Münsterberg. Quo vadiS, Gallia f Kunstbeilag^ ^E^- Wagners „Faust'-Komposittonen. - Unsere
Bilderrätsel.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummerr Einband. Meise, Pauline, Aekse, Ballerina. Wilna, Ar»»ee Wilhelm.
Schrt'tteitung: Fr. R. Zenz.
Zwilliugsrunddruck uiid Vcrloa der Brtthl'schen Univerfttäfs-Buch-
l,nd Stetudruckerei. R. Lange, Gießen.


