Bnsacher „Toe dansant" von ehedem verschlang. AuS den Bars. Hotelhallen und Kabaretts ist das laute, lärmende und luxuriös« Leben polizeilich verdrängt. Der Mangel an Mietwagen dämmt die öffentlichen SchauftcIXuitgen des Kleidecprnnkes wohltätig ein. Paßverbote und Schützargraben schränken einen sinnlosen Reiseluxus ebenso sinnvoll ein. Der Krivg drängt von allen Seiten das Leben enger, aber auch inniger zusammen, verrveist es auf das Heim, und sehr viele, die vor langer Zeit eine wahre Beklemurung vor der Oedigkeit eines „Abends zuhause" empfunden haben, gestehen, daß sie nie bekönunlicher und auf edlere Art — behaglicher jhre Abende verbracht haben als jetzt.
Vüchertisch.
— Deutsche Wohnkultur. Wie ein Volk wohnt, das gibt den besten Maßstab zur Beurteilung seiner Kulturhöhe, denn oie Wohnung Ift das erweiterte Kleid des Ateuschen, ist envachsen aus seinen: tiefsten Sein. Wohnkultur haben heißt Seelenadel besitzen. Nicht oft genug kann daraus Hingelviesen werden, daß für die künstlerische Ausgestaltung urrserer Wohnräume eine dauernde Anregung unerläßlich ist. Ein ebenso bewäbrter, wie unterhalten der Ratgeber aris dein Gebiete der Wohnungskunst Ist die von Hof rat Alexander Koch-Darmstadt herausgegebene Kunstzeitschrill „JnnendekoratiorrE. Gerade das Eröffnungshest des 28. Jahrgangs zeigt, welche umfassende Arbeit von ihr allein auf dem ergiebigen Boden der WohnnngSkunst geleistet worden ist, aber auch noch ge- leistet werden kann und muß, wenn wir die mm erreichte Kultur- höhe behaupten und rveiter arlSbauen wollen. Hier liegen unsere Krall- und Schöndettsschätze, die unS Helsen müsien, uns unab häuglg vom Ausland zu machen; sie zu heben, zu pflegen und zu verbreiten ist heilige Pflicht jedes Deutschen. Das vorliegende Eröffnungsheft des neuen Jahrgangs zeigt iit seiner über Erwartung großen Stattlichkeit und Schönheit, daß der Verlag die Arbeit auf dem wichtigen Gebiet der Innendekoration mit stets gleicher Sorgfalt in einer Weise weiterführt und vollendet/wie es nur in den besten Friedensjahren verwirklicht wurde. Um nur ein paar Namen zu nennen; mit Arbeiten sind vertreten: Professor E. v. Seydl-- Müncben, Professor Max Läuger-Karlsruhe, Architekt Eduard Pseiffer-Berlm, Architekt Max Peche-Wieu. Karl Joh. Moßner- Berlin, Architekt Paul Huldschinsky-München, Architekt Karl Pullich-St"ttgart usw. Der wundervollen Schöpsllilg von Professor Länger »Das Halls Albert in Wiesbaden" sind 32 , meist ganzseitige Abbildungen, darlinter drei Sepiatondrucke und eine farbige Beilage gewidmet. Aus dem Laildhallse des Ballrneisters Prof. Emanuel von Seidl wird das Schlafzimmer der Gattin des Künstlers, eine reizvolle Schöpfung voll Phantasie und intimster Behaglichkeit, gezeigt. Ein Landsitz am Rhein wilrde von der Firma Schneider & Hanau-Frankfurt in vornehm-traditioneller Weise ausgellaltet. Karl Pullich-Stuttgart zeigt beachtenswerte Entwürfe eines Kanrins, eil,er Diele, eines Kinder- sowie eines EmpfangSztmlnerS. Jung-Wien ist mit einer Reihe Schöpfungen feines wohl talentvollsten Vertreters, Dagobert Peche, ans de,n Plan. Dagobert Peche ist einer der vielseitigsten und graziöselegantesten im eleganter: Wien, voll Laune und prickelnder Einfälle. Und doch hält er sich mit Glück fern von allein Gesuchten, gibt vielmehr seinen Arbeiten eine gediegen-konbrnktive Note, die er dann mit den Sprühlichtern seines Geistes überfunkelt. Aus dem übrigen reichen Inhalt sei nur noch erwähnt: Abbildungen grober und kleiner Wohnrälline jeder Art, Galerien, Terrassen, Speise--, Schlaf- ru,d Wohnziinmer, Einzeluröbel, sowie Stickereien und Kunstgewerbe. Ja: gailzen etiva 100 große meisterliche Ab- bkldungen, sowie zehn Sepiatou- und farbige Beilagen, außerdein viele wertvolle Textbeiiräge bedeutender Kunstschriststeller. Der Preis dieses EröffnungS-Dopvelhestes beträgt nur Mk. 5.— ; das Hell ist üilrch alle Biichhaudlungen, soivie direkt durch die Verlagsanstalt Alexander Köch-Darmstadt 31t beziehen.
— Der »Belfried". Mit dem soeben erschienenen siebenten Hell eröffnet der ^Beliried", die im Jnsclverlag cvfctvctuenbc deutsche Monatsschrift für Gegenwart und Geschichte Belgiens, seinen zweiten Halbjahrgang. Rittmeister G. Tehn-Schmidt veröffentlicht eine statistisch dokulnentierte Stlidie, au§ der die Ungunst des gegenwärtige,: belgischen Wahlrechts für die Flauten hervorgeht. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. L. Queffel zeigt die ivallonischen und die flämischen Strömungen im belgischen Sozialismus aus. Negieruiigsbaumeister Dr. K. Späth, der Verfasser eiiies Buches über Brüsseler Stadtbauprobleine, schreibt über die Umgestaltung Alt-Brüssels seit der Lcopoldinischen Zeit Der Beuediktlner Dr. K. Alohlberg von Maria-Laach, ein ehemaliger Schüler der Lömeuer Universität, gibt einen Abriß Der Geschichte dieses sebr bebeutTatnen katholische!, Instituts. Dr. W. Hausenlletn zeiclnret in einem illustrierten Aussatz ein Profil des Brüsseler Bildhairers Godecharlc, einer der wichtigsten, zil Urirecht vergesseneii Erscheinungen der belgischen Kuuft des 18. »:ud des beginnenden 19. Jahrhunderts. Eine interessante Chronik des belgischen Wirtschaftslebens der letzten Monate beschließt das inhaltsreiche Hell.
— Walter B l 0 e m: V 0 rm a r s c!). Verlag Grethleiu & Eo. Leipzig. Kart. 4,60 Dik, Leinen 6 Mk. — Ern neuer Bloem, en:
Tagebuch, das eigentlich gar keines ist, denn dazu ist eß im U«fe*
lausigen Sinne zu fompaft, zu einheitlich in der Form und M durchgefuhrt und ausgemeißelt in der Art. ,vie sich Bild an BÄ reiht. Mit starker Schilderungskunst erzählt der Versaffer von d« Tagen, da eS wie ein Erwachen durch den Körper des deutsch«« Volkes ging, von den Tagen des Vormarsches in Belgien, dem stimmenden Siegesflug, dem Ringen und Kämpfen in Feindesland. In vorderster Linie war e§ ihm vergömit alle diese großen Ta«« mrterleben zn dürfen Wechselvoll, bunt, wirr und spannend bei innigster Berknüpsullg mit persönlichen inneren Vorgängen d«B Herzells, bei seltener Großzügigkeit des Bildes erheben sich dt«f» Krlegserlebliihe weit über den Nahmen eines Kriegstagebuches unk roerbeit so allenthalben begeisterte Ausnahine finden.
— Die I u g e n d w e h r ü b u n g e n im Bilde. Paul Hey, einer unserer volkstümlichen Künstler, hat soeben alle Haupt* zweige des JugendwehrdiensteS mit großer Liebe und erst, nachdem Ek sich genau in alle Einzelheiten eiirrvethen ließ, in packenden hübschen Bilder'postkarlen sestgehalten. Trotz vornehmer, mehrfarbiger Ausführilng kosten sie rrur 6 Pfennig das Stück, die ganz« Reihe von 8 Karten also mir 48 Pfennig und 5 Pfennig Porto. ^Deutsche Jugendwehrkarten Nr. 1-6. Verlag des Deutsch«« Ofsizierblattes Gerhard Stalling in Oldenburg i. Gr.)
Hochlar: d. Monatsschrift für alle Gebiete des WiffenL. der Literatur und Kunst. Herausgegeben voii Professor Kan M u t h. Jos. Kösel'sche Vuchhandluug. Kempter: und München. Vierteljährlich Alk. 4,50. - .I n h a l t d e s I a n u a r - H e f t e 9 1 Politische Sittlichkeit und Realpolitik. Von Hochschulprofessor Dr. Robert Saitschick. — Marlinian flicht den Teufel. Roma,: von Johannes von Guenther. — Ideen von 1914. Von Hermann ^ahr. — Von der Zukiinll des deutscheir DramaS. Don Johannes Schlaf. — Die Mutter. Gedicht von Heinrich Lersch. — Der Wieder* auf bau der Provinz Ostprerißeri. Von Dr. Aloys Vogels. — Klein« Bailsteine. Belgische Pränionstratenserabteien Ein Bestich von Johann Georg Herzog zn Sachsen. England m,d die napoleonisch« Weltpolilik. Von Proieffor Dr. Paul Holzhausen. Noch einmal: Das weidljche Dienstjahr. Von Elisabeth Gnauck-Kühne und Medizinalrat Dr. I. Graßl. — Kritik: Neue Romane Von Fran, Herivig. Eln Hebbelroman. Vor: Geheiinrat Isiriv.-Professor Dr. Siinon. — Rundschau: Kriegsbetrachtnng. Joseph Lotte. Berliner Theater. Die Weimarer Hoibühne. Stätten christlicher Kunst im südlichen Kriegsgebiet. — Lienes vom Büchermarkt. — Nufer« Kuustbeilagen.
— Jeremias G 0 tthels: Elfi, die seltsame Magd, W!« Christen eine Frau gewiniit. Nr. 4 der „Weltliteratur", München 2, Färbergraben 24. Preis 10 Psg.
Gießerier Hattsfraucl;-Verei-<.
Kochanrveisungen.
Quarkspeise. Nudeln -werden in .SalMassar abgekoch«, dann abgetropst. Quark veurührt man mit Zucker, Zitronenschale rurd Zimt. In die mit Butter alnsgestrichme Form kommt eine Lage Nudeln, dann eure dicke Lage Quark, windeln machen den Schluß. Leicht mit Butter überstreichen und mit Zucker bestreuen, 40 bis 45 Minuten im mäßig warmen Ofen backen.
Einfacher Haferflockenpudding. In eine vorgen rechtete Pnddingsvrm gibt man euren halben Liter Milch, die man aus Trockenmilch bereiten kann, schüttet eure große Tasse Hafers flocken dazu, eine Prise Salz und rocht den Pirddmg 2 Stunden. Er wir gestürmt, mit Zimt uud Zucker bestreut, mit beliebigey Obsttunke oder gekochtem Obst gereicht.
Apselbier. Man kocht 10 Liter Wasser mit 150 Gramm, im Bratofen scharf getrockneter (dunkelbraun) Apfel- schale n 1 bis IV 2 Stunden, läßt die Flüssigkeit 24 Stunden stjchen, gießt sie durch ein Haarsieb und mischt sie dann inist 15 Gramm aufgelöster Hefe und .875 Gramm Zucker. Diese Mischung füllt mau auf Flaschen, die bis zum Rande voll sein müssen. Tie Flaschen werden nun offen einige Tage zum Gähren an einen loarmen Platz gestellt (in die Nähe des Herdes). Es ent» stehen nach 1 bis 2 Tagen kleine Sck-aumhütchen aus den Flaschen» die mehrere Male, solange sie sich bilden, entferirt werden müssen. Dann werden die Flaschen, nicht ganz bis oben gefüllt, (jtrfo( drei Zeirtimeter unter dem Kork», geschlossen. Nach 8 bis 14 Tagt» ist das Gebräu trinkbar. (Vorsicht beim Oeffncn.)
Zahlendiamanträtsel.
6 alte Gottheit
6 7 Stimmungsausdruck.
5 6 7 weiblicher Vorname.
6 7 Stadt in Hannover.
6 Fluß in Europa.
(Auflösung in nächster Nummer.)'.
Auflösung der Charade in voriger Nummekl Fallschir m.
SchriitleUung: Fr. R. Zenz.— Zwlllingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen UnioersitätS-Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießeru


