_ Sn• fian* anderer Art als diese Kunstdichter brachte Anna Luise Marsch dem großen König ihre Huldigungen dar. Ihre Siegeslieder «rmen aus übervollem Herzen und 'wirkten stark im Volke. Llber auch aus dem Volke selbst heraus entstanden viele Gedichte zuin Preise Friedrichs oder einzelner seiner Taten; auch Anekdotisches Wierde schon damals ur Verse gebracht. Bezeichnend für die allgemeine Sttmmung und die unbedingte Zuversicht, die sich auf den König als Träger aller Hoffnungen des preußischen Volkes konzentrierte, dar. der damals von irgend einem Unbekannten gedichteter! Spott- Vers angesehen werden, der schnell überall Eingang fand und gesungen wurde:
Und wenn der große Friedrich kommt Und klopft nur auf die Hosen,
Lo läuft die ganze Reichsarmee,
Panduren und Franzosen.
Auch Klopftock hat Kriegs- und Vaterlandslieder beigesteuert.
- - Hessings Mmna von Barnhelm" aber ist der Geist der sride- riziamschen Zett am lebendigsten auf uns gekommen, jener Zeit, der .A. von Maltttz den ..Schicksalsspruch" widmete:
i^s rief dem Könige von Preußeri das Schicksal ernst und ... tröstend zu:
l^s wird kein Sohn nach Dir sich heißen, doch Dein Jahr- — . . . ^ , hundert heißt wie Tu.
Tie)e durch Friedrich II. personifizierte große Zeit hat den Dich- ^^der Stoff geboten!, und die machtvolle, äußerlich so schlichte und doch wahrhast königliche Erscheinung des großen Friedrich, ferne Taten im Kriege, sein Werken im Frieden, wo- m preußischen Staat erst so recht anfgebaut hat, sein,
x 1 l *. ä u P et l Untertanen, all die für den Herrscher und
den Menschen >o bedeutsamen Züge sind stets in gleicher Weise sur die Dichtkunst anziehend gewesen. Es ist der ganze Friedrich und der. echte Preußengeist geschildert. wenn August Kopisch er- zaW, wie der König, die Lebensgefahr nicht achtend, seine Trup- Pcn im Paradcniarsch durch den Kugelregen führt.
^Vorwärts, lvir müssen hier vorbei,
Zonst geht unser schönster Plan entzwei. Parademarsch!" rief der Alte Friß Und ritt ins Feuer hinein wie der Blitz Und stellte sich aus im Kugelregen,
Zu sehn, wie die Reih'n sich vorbei bewegen.
Den Rücken der Mauer zugckehrt,
.. ... _ . Sah er. ob seine Parade was wert."
Mntian Friedrich Scherenberg schildert den König nach der Nied^lage von Kolin. Otto Friedrich Gruppe dagegen den Sieger von Rotzvach:
„Zwei Stunden, da war die Reichsarmee Und die Franzenarmce zerstoben, o weh,
Von einem Häuslein geschlagen!
Durch Mut geschlagen, doch allermeist Durch König Friedrichs großen Geist —
, .Davon man immer soll sagen!"
' Ww Goethe auf seiner Reise in Italien nichts davon zu sagen wagte, daß der dott auch schwärmerisch verehrte König gestorben war so tönt uns em Nachhall von Friedrichs Weltberühmtheü in Ka'l von Holters' Der Preuße in Lissabon" entgegen, wie der alte I.cttclbcck in Portugals Hauptstadt ein Bild seines Königs sieht, das viele Portugiesen staunend umstehen.
Gar tief ergriffen scheint der ganze Kreis.
T-a safiet unfern Nettclbeck der Sturm;
Fhm pocht das Herz, so druckt er selbst sich aus.
Und hämmert ihni gelvaltig in der Brust.
Da stürzt er vor und sinkt denk Bild zu Füßen;
Gebrochue Sttmmc. Auge voll von Tränen,
Gcfaltne Hände, liegt er auf dem Boden Und jauchzet auf: „Ja, preiset ihn!
ist mein König. Ich bin auch ein Preuße!
Und v>ubel tönt durchs Zelt, und jeder drängt AK näher hin, den Preußen anzuschauen.
'^nnd, beneidet ihm den König,
Doch Nettelbeck geht stolz zum Zelt hinaus.
Umdrangt vom Volk, läßt seine Augerr leuchten.
Arni, wie er ist. tm tiefsten Herzen reich, ptm = >. ."0 murmelt nur: „Ja, ich bin auch ein Preuße!"
^as preimnche Heer und ihr Führer Friedrich — das war in der fr inö ÄT- mai voneinander zu trennen; und GiÄ? A! allen. Kriegs- und Soldatenliedern jener Zeit die mlmnukb ** Ö * im Untergründe, auch rocnn er nicht ge-
mnfjrm
Hriedencus Rex, der große Held.
Kam siegreich aus dem Kriegesfeld.
Und wenn er durch die Straßen ritt,
. So liefen alle Kinder mit.
baLy« 1Ü der Wnrg dre Ueberniüstgcn zurückscheucht und in die
8* ÄS Bt äÄ.)w«
~ , ®gjg?K& ^tteglitz schildert die Szene, als der König eine Schmähschrift auf fich niedriger hängen ließ, damit sie das Volk besser lesen könne, worauf dies heimging „und sprach wie sonst begeistert von dem guten Alten Fritze". Er hat nicht ganz unrecht, wenn er von dieser Geschichte meint:
^.Die ist klein nur und unscheinbar.
Doch die kubnsten Schlachtberichte Zeichnen nicht den Helden größer . das Buch der Weltgeschichte.
"*^oer charakteristisch ilt, was Hugo von Blomberg, auch ein ^äx^^/o^^udichter, vom König erzählt. Abgesandte einesl n \ d i Sans,ouci, um zu danken für die reiche, unerwartete HUfe aus schwerer Feuersnot.
Da stand er mit der Krücke,
L>o hager und gebückt.
Was hat in seinem Blicke Sv dcmanthcll entzückt?
Er sprach — es klang wie Zanken Das kurze Wort beinah:
„Ihr habt mir nicht zu danket!.
Denn davor bin ich da!"
I«r., des grohen Königs zu Berlin im August
sagendes Gedicht"^eder° ’ em 8erabe i'W «ns viel
Bist endlich da! Gott sei's geklagt.
Hast lange warten lassen;
Nun lehr' uns wieder unverzagt Den Feind beim Schopfe fassen,
Den Feind in Ost, den Feind in West,
Die Feinde drauß' und drinnen.
Zerreiß', die Netze dicht und fest.
Womit sie uns umspinnen.
Dann legt er dem Könige die Worte selber in den Mund:
. . . Mein war der Mut,
Dies Preußen aufzurichten.
Es tut nicht gut, es tut nicht gut.
Solch' Zagen und Verzichten.
Wohl angesichts von meinem Schloß Mag ich hier droben wohnen.
Doch gilt's mein Volk — mit Mann und Roß Emschmelzt mich zu Kanonen.
Wohl thron' ich hier auf sichrem Sitz,
Mein Schimmel selbst ward erzen.
Doch sichrer thront der Alte Fritz , Sn allen Preußenherzen.
Wilhelm Ribbccks Wunsch aber ist herrlich in Erfüllung gegangen: Zu allen Zetten schirm' er Preußens Ehre B Von seinem Sternensitz;
L"b s°ht's zum Kampf, dann n,h' auf seinem Heer« Der Geilt des Großen Fritz.
füttern des Geflügels im Winter.
Dem Kleintierzüchter erwachsen jetzt manche Sorgen in der Er- Kn'ngssrage feiner Tiere .Die praktische FrauenzLschrift „Dies Blatt gehört der Hausfrau rat chren Leserinnen, um ihren Pfleglingen über den Winter hinwegzuhelfen, folgende Gebote zu beach- tcn: 1 Futtere nach der Uhr und nie mehr als die Tiere zu fressen vermögen. ^ Beachte forgsältig die Kvtavgänge und stelle daS Mutter danach em 3- Sorge für Lust. Licht und Reinlichkeit. ia» smd eigentlich Selbstverstäirdlichkeiten, die aber gewöhnlich erst dann Beachtung finden, wenn es zu spät ist. ' w
-? c tilget nährt sich fast ausschließlich von tierischer und Pflan- flll & cr - »bn Gänsen, die reine Pflanzenkost vorziebcn. Von der Pflanzenkost , ist dem Gefiügel das wertvolle Körnersutter fast ganz von der Knegsspeisekarte gestrichen, deshalb muß der Grund- satz „Beachte die Kötaibgänge und stelle das Futter danach ein" gut befolgt werden Nach besondere Erfahrungen toährend dev Ütieg^eit hat sich folgende Fütterung bisher recht belvührt: Morgens Heilsamen, Grünsutter oder an Stelle des letzteren zerkleinerte Rüben, sowie einen sauberen Napf klares W'affeck, das im Winter lauwarm geholten wird. Heusamen ist in größeren Mengen bei den Heuablagerungen zu fttiden. Hat das Geflügel freien Lauf so bekommt es mittags nichts mehr und unrd durch Suchen sterischer Nahrung seinen, Appetit befnedigeii. Befinden sich die Tiere tagsüber iin Aus ans, so darf cs an gelöschten! (kohlcnsaurem) Kvlk. zer- klemertcr Holzkohle, grobkörnigem Knochenschrot und seinem Kiesel- fand Nicht fehlen. ' ^
& ^i Weichsntter zu reichen. Dazu werden rohe
Kaito felschaleil gewaschen, und mit etwas Küchenkräutern halb gar gekocht Nach dem Abgießen iverden die Schaleil iUkT dein Feuer 51 - e i , l hd, a trod 5 u Dämpft und mdt einer Prise Salz gut verrührt, nicht gcstainpst oder gequetscht. Eine Beigabe von Kohiabfällen und frischem Gnm vervollständigt die Mitlagsration . Des Abends reiche man gttvclltes. klemgeschnittenes Heu, das k. * st, etlvas »nsch oder Flcischinehl und ein gutes Kraftfutstr (Eriatz,, das m Fouragcgeschäften zu haben ist. Wer es Sur 1 ' ' etwas Abrvechsluiig durch verschiedene Gewürzkräuter (Psesfernnnze, Kcailsenunze, Bobneukraul< und Aenderuug der
Abnehmer finden^ ^ l,ttcr iu ^Mgen, wird immer iwch dankbaeo


