676
Sinh Wntteilte ober ber ©TMiöföt ßu§
Nickel, so bürten ztir Reinigung nicht säurehaltige Putzmittel ver- men bei werben, sondern es genügt ein Mreiben mit emem weichen
trockenen Tuch. „ , , ,,
Ein .Herb, der regelmaßrg .gereinigt wird, ist nicht allein von größerer Haltbarkeit, sondern er wird auch dem Besitzer Freude bereiten, während Gasapparate, die ungenügend instand gchalten werden, binnen kurzer Zeit in ihrer Betriebssicherheit und Betriebsbereitschaft eine Beeinträchtigung erfahren und ein nnmisohnliches Aussehen erhalten.
vermischte».
* Ostafrikanische Festungen der Eingeborenen im Bereich unseres Schutzgebiets gleichen in ihrer eiiifachsten Form, der Tembc, einem etwa 2 Meter hohen, 3 Meter langen Haus in der Form eines gewölbten Güterwagens. Schon in dieser Form gewährt der Bau eine ttemlickje Sicherheit. Entwickelt er sich, wie das in großen Teilen von Aeutsch^Ostafrcka geschehen ist, zum mit solck>en Teinben umbauten Hof oder einem ganzen System vou Höfen, und treten zn den an sich> festen Wänden noch Palisaden- reiheu, Gräben, Erbaufwürfe, Bastionen und Hockstände, so gehört ein förmlicher Belagerungspark mit schwerem Geschütz, Laufgräben, 'Sturnüeitern, Sandsäcken u. dgl. bazu, ein solches Bollwerk «u nehmen Die berühmteste Tembe dieser Art war das Quikuru des Sitte. Zwei Angriffe der deutschen Schutztruppe am 6. Juni und am 6. und 7. August 1892 und eine darauffolgende Belagerung wurden mit schweren Verlusten für die Angreifer abgeschlagen. Erst einer förmlichen Belagerung gelang die Eroberung nach tagelanqem Heranarbeiten ganz im Stil unseres Vorgehens bei Verdun, 8. h. mit Schützengräben, Sappen und Schul terwchreii, mit Sanbsack-Brnstwehren, Sturmleitern, Einschwßungs- und Wirkungsfeuer. Endlich dringen die Sieger über bcu innersten der drei konzentrischen, von den ungeheuer festen AußenumwallNngen ein geschlossenen Tembenringe hinweg in den massiv gebauten Wohnbau der ganzen Anlage. Im selben Augenblick ist es ihnen, als ob jtei Himmel und Erde begegneten. ?Mes wankt und stürzt, hoch gebt das Tack in die Luft, Sparren und anderes Holzwerk sausen herunter. Sitte l>atte das Gebäude in die Luft gesprengt. . .. — Eine ausführliche Schilderung dieser Begebenheit, andere Bilder ans Afrikas bewegter Kriegsgeschickste, die sich oft nrit klassischen Vorbildern — dem trojanischen Krieg n. a. — messen kann, schildert der Direktor des Leipziger Museums für Völkerkunde, K. Weule, anschaulich in dem neuesten Kosmos-Doppelbändchen: Der Krieg in den Tiefeir der Menschheit (Stuttgart, Franttische Verlagshandlung, geh. M. 2—, geb. M. 3.—), einem bunten Bild der oft grausamen Kriegführung der primitiven Völker. Ein berufener Führer durch die inenschliche Urwelt regt in ihm zn vergleichenden Betrachtungen mit der Gegenuxirt an und wird mit seinen fesselnden Schilderungen und geschickt gewählten Bildern weite Kreise interessieren.
* Die Kartoffel-Schützengräben. Tie merkwürdigsten aller Schützengräben in dieser so schntzengrabenreichen Zeit hat nenerdings der „Figaro' entdeckt. „Weiß man/ so fragt das Blatt, „daß gegenwärtig auch weit hinter der Front, sozusagen tm Herzen des friedlichen französischen Landes, Schützengräben her- gestellt werden? Dies ist, so erstaunlich es auch klingen mag, tatsächlich der Fall, und das französische Publikum hat ein gutes Anrecht daraus, einiges über die näheren Umstände dieses Arbeitseifers zu erfahren. Da sich unter den Bauern das Gerücht vou der Möglichkeit einer Beschlagnahme der Kartoffeln zwecks Festsetzung eines Höchstpreises verbreitete, sind die Bauern in Mittelfrankreich seit kurzem eitrigst beschäftigt, in ihren Feldern tiefe Gräben anzulegen, die mit Holzplanken ausgelegt werden, um unendliche Mengen von Kartoffeln und ariderem Gemüse anszunehmen. In dieser Zeit, da Frankreich so viel kriegerischen Mut bewiesen hat, wollen auch die einfachen Bauern, die daheim blieben, nicht znrück- stehen, und auch sie rüsten sich zum Kampf - nur leider zum Kamps gegen ihre eigenen Mitbürger. Sehr bald werden alle Kartoffeln verschwunden sein, um dann viel später zu Phantasiepreisen auftutauchen. Darum erscheint es uns dringend notwendig, die Regierung ans diesen neuen Kriegsschauplatz aufmerksam zu machen, da die Befestigungsarbeiten des Feindes, wie gesagt, bereits in vollein Gange sind."
* Der verkannte Schützengraben. Ein braver, aber nicht« weniger als lebenSerfahrener Poilu, so erzählt „L'Oeuvre", kam eines Tages aus einer UrlaubSsahrt nach Paris. Er war ein einfacher Bauernsohn und erblickte die Hauptstadt zum ersten Male. Da er nach der ziemlich fern gelegenen Kaserne von Reuilly wollte, rieten ihm wohlmeinende Leute, die Untergrundbahn zu benutzen. Irrtümlicherweise stieg er jedoch eine Haltestelle zu früh aus dem Zuge. „Ist hier Reuilly?" erkundigte er sich. — »Nein, eine Haltestelle weiter/ — .Ist es noch weit?" — „Fünfhundert Meter ungefähr.' — „Gut," murmelte der Poilu, „dann gehe ich zu Fuß durch den Graben." Ohne daß jemand eS merkte, stieg er eine kleine Treppe zu den Schienen hinab und ging seelenruhig durch den finsteren Tunnel bis zur Haltestelle von Reuilly, wo sein Erscheinen kein geringes Aussehen erregte und man ihm mit Mühe
ausetnandersetzen mußte, daß er während der vielen Monate im Schützengraben kaum jemals einer so großen Gefahr au-gesetzt gewesen sei wie während der letzten Minuten.
• Euriofa aus alten Kriegsbüchern. Unter diesem Titel teilt eine ältere militärische Zeitschrift aus dem Jahre 1845 die folgenden Seltsamkeiten mit: 1. Auf der Straffe zu hören, wo am nächsten reitende Leute anzutreffen sind. Wen» einer bet Tage oder Nacht sich im Walde verirret und gern ivissen möchte, ob Jemand in der Nähe, etlvan eine Meile weit vorhanden, der mache ein rund Loch mit einem Messer, zwei Spannen tief, in die Erden, lege das rechte Ohr recht daneben und halte dagegen das linke zu, so wird er gewißlich hören, an welchem Orte Leute vorhanden. 2. Auf was Art auch ein Soldat überaus große Stärke erlangen kann. Nehmet guten klaren roten Wein, verivahrt denselben wohl in einem Glas und setzt ihn an einem Donnerstag in einen Ameisenhaufen; lasset ihn ein gantz Jahr darinnen stehn, hernach nehmet er an dem daraus kommenden Freitag de? verflossenen Jahres wieder heraus und trinket denselben Wein, so ivird man Riesenstärke bekommen. Item: wann der Mensch Löwenmilch genießet, und ihm eines Löwen Herz administriert wird, so wird er sehr stark und hertzhaft. 3. Eine bewährte Salbe, die Pistole», und alles Geivehr 30 Jahre vor dem Rost zu bewahren. Nehmet Baumöl 8 Loth, Klaueuselt 8 Lotb, Binsenstein 3 Lolh, Eschenschmalz 1 Loth, Magnetstein, Hamnierschlag und Binsenstein zuvor in, Mörser klein gestoßen, und durch ein Sieb gesiebt, auch mit anderen Speciebus ans dem Jener zusammengeschmolzen, zu Salbe, damit hernach die Waffenrüstung bestrichen, ist ein gantz perfektes Remedtum/
* E i n e S ch e n k e für jeden 1 6 2. I t>r l i e n e r. Die Neuordnung in Italien, dis den öffentlichen Lokalen befiehlt, ihre Pforten bereits 10X Uhr abends zn schließen, ruft im allgemeinen keine geringe Empprung bei den größtenteils so sehr an ihre Getränke gewöhnten Italienern hervor. Natürlich erbeben aber auch einige Einsichtige ihre Stimmen, die die erschreckendsten Bilder von den in Italien herrschenden Zuständen entwerfen. Ein Mitarbeiter der „Riforma Soziale" z. B. iveist an der Hand von Statistiken nach, daß der Krieg noch keine einschneidende, günstige Aenderung gebracht hat. Abgesehen von den 13 776 Herbergen, 18 491 Restaurants, 32 119 Eaüs und Bars, 11256 Weinstuben, wurde die nicht gerade kleine Ziffer von 146 768 Kneipe ,\ sestgestellt. Während aber, wie schon erwähnt, die Zahl der Kneipen seil Kriegsbeginn nur ganz unwesentlich abgenommen hat, befindet sich die der Eaiös und besonders der Bars ständig in schnellem Steigen. Da man für jede Schenke, abgesehen von der Familie des Besitzers, die man durchschnittlich mit vier Personen berechnete, 1—3 Personen zur Bedienung haben innß. so ergibt sich daraus, daß etiva 1 Million Einwohner int Schcmtwesen beschäftigt sind. Da jede Schenke einen durchschnittlichen Gewinn von 3- bis 4000 Lire bringt, so ist damit erwiesen, daß jährlich el»va 900 Millionen für Getränke ausgegeben werden. „Wohl ist es richtig," so schließt der traurige Bericht, „daß in vernünftigen Grenzen die Herbergen. Easss usw. eine nützliche soziale und erfreuliche Einrichtung darstellen, doch ihr Mißbrauch schlägt ins Gegenteil um, er führt zu nationaler Verarmung und Verwüstung. Nach den Zählungen ergab es sich, daß jeder 162. Italiener sein eigenes Lokal hat, und das ist furchtbar!"
'Ein sranzösifcherVor schlag zu einerKalender- reform. In der Pariser Astronomischen Gesellschaft hat Paul Delaperts einen Vortrag gehalten über die Segnungei;, die ein für die ganze Welt gültiger Kalender für die Menschheit bringen würde. Nach seinem Vorschläge müßte das Jahr in vier Jahre zecken zu je 91 Tagen eingeteilt werden. Jede Jahreszeit zeriällt wiederum in 13 „neue bürgerliche Wochen" von sieben Tagen. Das Jahr der neuen Zeitrechnung soll am 22. Dezember des Gregorianischen Kalenders beginnen. So hätte dieses neue Jahr viermal 91 gleich 364 Tage; dazu kämen nach der Erfindung des französischen Kalenderresormers noch zivei „ne»»trale" Tage, einer in der Mitte des Jahres, einer am Ende Diese beiden neutralen Tage sollen außerhalb der Jahreszeiten, der Monate und der bürgerlichen Woche stehen. Es soll an ihnen die Arbeit ruhen und jede gesetzliche Wirkung aushören. (?) Herr Delapert hat die Absicht, einen Weltbund zu gründen, um alle Völker für seine Kalenderresorm zu gewinnen. _
Charade.
Wenn dir einmal das Erste widerfährt,
Ruft jedermann,: „O, »vie bedauernswert!"
Doch ich, der Zweite, wage keck und munter Dies Erste oft vom höchsten Fels herunter.
Und Allen, die mich so als Ganzes sehn,
Erscheint der Anblick unvergleichlich schön.
Ich bin zugleich ein Jüngling und ein Greis: Mein Puls ist rasch, mein langes Haar schneeweiß. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Gardine, Sardine.
ScbristleUuna: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddr»»ck und Verlag der Brühl'kcb«"r Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


