Ausgabe 
22.11.1916
 
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möglich Ml Sie hat zu vsel ^schrieben inü» t«ch VtÄ m wen«g, sie malt fast iirtnter Me Schönheiten rhrer Mvevischen Dermal, doch der Polarstern ihres Ernfühlvermögrns steht über der ptpt Welt, der Stern wmrdert mit den: Erlöser der Schönere! Sie rst durch und durch germanisch, doch sie dankt deM größten Stoen Tosbo- lAo&i, das meiste! Ihre Seele ist die schwedische Volksseele in ihrer tiefgründigen Verspieltheit, doch ihr gehört die Welt, deren gesamte Pracht sie in sich trägt. Sie ist die liebrerchste Mutter, ohne Mutter Zu sein, sie bildet die Sagen und Märchen ihrer Heimat: es sind die allgemein gültigen, auch in unseren Tagen m jedes Menschen Leben im letzten ^>inne sich stets wiederholenden Sagen und Märchen aller Menschen, die Sehnsucht tragen und den Himmel suchen. Sie ist naiv und aufs äußerste raffiniert; sie ist Unteryaltnngsstl.riststellerin mit der Weltanschauung und dem Können der reifsten Kunst; sie ist die reinste Seele, die \nt Goethe und Hölderlin am ^Werke >var! Sie ist Künstlerin, syerl sie eiu großer Mensch ist! öie löst das Rätsel, das sich unablässig in ihren Werken löst, die zann.bedenieirdsten Besitze dessen gehören, was das Menschengeschlecht, zu seiner Erderlösung, hienieden aus- zubauen vermag. Sie ist die lebeirdige, wirkende Summe des Göttlichen, das sich zu höchst lobt, dadurch, daß es nnv erlosch bar in der Menschheit, in deren Besten, brennt! Sie ist die Lagerlös.

Vermischtes.

* D a s T i f ch z e u q , her Stolz jeder Hausfrau, hat im Laufe der Jahrhunderte recht seltsame Wandlungen erfahren. Die ersten Tischtücher waren aus Leder, aber auch sie kamen verhältnismäßig spät auf. Unseren Vorfahren schmeckte das Essen aitcf) ohne Tisch- beete, wie jetzt unseren Soldaten. Mundtücher waren schon bei den alten Römern üblich, nur daß die Gäste sie sich selber nut- brachten. Dann verschwand dieser Brauch wieder, und während des Mittelalters vertrat in den vornehmen Häusern das Tischtuch die Mulchtücher. Es war so lang rind breit, daß es auf dem Schoße jedes Speisenden lag und von ihin zum Reinigen der Hände und des Mundes benützt lverden konnte. Später kam die Mode aui, zwei Tischtücher übereinander zu legen, von denen nur das untere als Mundtuch benutzt wurde. (Die Sitte unserer Tisch- läuier ist anscheinend ein Ueberrest jenes Brauchs.) DaS obere Tischtllch war erheblich kleiner, oder nlan brach es in Falten, so daß allerlei Figuren gebildet wurden. Röntg Heinrich von Frank­reich (157489) liebte es, die Tischtücher so angeordnet zu sehen, daß sie beit Anblick einer leicht vom Winde gekräuselten Wasser­fläche boten, ulld dieseWellenmode" verbreitete sich dann ziem­lich weit. In der Ritterzeit hatte das Tischtllch noch eine ganz besolldere Bedeutung. Wer im Verdacht stand, eine unehrenhafte Tat hinter sich 51t haben, dem wurde bei dem nächsten Gelage durch einen Waffen Herold das Tischtuch zerschllittell. Er mu&te dann beweisen, daß man ihm Unrecht getan hatte mtb den Schimpf rächen. So lvird zum Beispiel von dem Graferl Wilhelm von Hennegau berichtet, daß ihn; eines Tages an der Tafel des frau- zösischen Königs Karl IV. (13801421) durch den Herold das Tischtuch zerschnitten wurde, weil er etwas lange gezögert hatte, die Ermordung senres Onkels zu rächen. Auch hellte noch beutet man mit dem Ausspruchzwischen uns ist das Tischtuch zer­schnitten" an, daß mail mit jener Person, von der die Rede ist, nichts mehr zu schaffe,r haben will.

* Die französischen M i l i t ä r ft r e i ch h ö l z« r. Die französischen Soldaten an der Front beklagen sich neuerdings darüber, daß die ihnen von der Regierung gelieferten Streich­hölzer sämtlich den Kopf verloren haben. Ihre Konstruktion ist äußerst einfach, indem sie nämlich aus einem Stückchen Holz und sonst nichts weiter bestehen. Somit haben sie nur den einen Vor­teil, nämlich den, in starken, Maße senerungesährlich zu sein. So scheinen sich die kopilosen französischen Regierungsstreichhölzer ein Beispiel an manchen französischen Regierlnlgsinitgliedern genommen zu haben. _

Vüchertisch.

Hauptman n B 0 e l ck e, DelltschlandS ruhmreichster Fliegerheld, starb am 28 Oktober den Heldentod. Durch seine kühnen Flüge und unvergleichllchen Heldentaten ist ec zun, Volks­helden gelvordei, ,md anss engste mit dem deutschen Volke ver­bunden. Rlldolf Oskar Gottschalk, ein LandSmann Boelckes, der ihn persönlich rannte, hat uns ein lebenswahres Charakterbild von ihm ,nit tiefstem psychologische», Scharfblick und ehrlicher Be- geisterrllig geschenkt, die lückenlose Lebensgeschichte des unsterblichen Fliegerhelden von der Wiege bis zu seinem jähen Absturz auS Adlers Höhen. Vogel & Vogel, G. m. b. H., Bnchdruckerei und VerlagSanstalt, Leipzig, Oststraße 4042.

Candida, Roman von Albert v. T r e », t i n i. (Verlag von Ullstein & Eo., Berlin.) (Sin Roman der triumphierenden Liebe ist diese« Werk des Oesterreichers Albert v. Trentini, das mit einem zauberhaften Idyll am südlichen Meeresstrand einsetzt, mit Szenen, hinter deneN die Ewige Stadt ragt, und mit eitler jäh auf Tage hts Glückes f-lgenden Katastrophe. Neu und küh», ist hier die Gestaltung deS seeliseheu Problems. Ein Wagenunfall auf einer Straße Roms, nahe dem Satnrnnste,npel, zerstört das reine,

ebit Antlitz der geliebten Frau. Von den treulosen Sinnen de* Mannes wird sie nach schmerzlichem Kampf verraten. Stolz flieht sie ihn, stolz erduldet sie alle Qual der eillsamen Miltterschaft, bi* er, aufs tiefste erschüttert, bettelnd »md jubelnd vor der Wieder­gefundenen zusammenbricht. In einer Sprache, die feierlich rauscht in ihrer musikalischen Schönheit, stellt Trentini diesen Passionsweg zweier Me,lschen dar.

- Geschichte der Philosophie vom Beginn der Neu­zeit bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Von Profeffor Dr. A. Messer. Zweite verbefferte Auflage. 160 Setten. (Wisseu- schast und Bildung, Bd. 108.) In Leinenband Mk. 1,25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.

Mit der ,F i r st-B ü ch e r e i" beabsichtigt der First-Verlag, Stuttgart, dem deutschen Haus literarisch wertvollen Unterhaltungs­stoff zu bieten, der in buchtechnisch gediegener Ausstattung ein Be­kenntnis seines Besitzers zu gehaltvoller Lektüre ablegt. Der Preis mit Mk. 1,20, gebunden, ist in Anbetracht der heutigen Verhältnisse sehr bescheiden. Gleich der erste Band der Bücherei: Glocken überm Meer, Roman von Ernst Wagner, einem unserer nleistversprechenden Zeitdichter, bringt eitlen Stoff von wunderbarer Feinheit. Das Buch hat eine Fülle feiner und allerseinster Züge und erfüllt feinen Ziveck: literarisch guter Ullterhaltllngssioff für die draußen und daheim, sicherlich aufs beste. Der Verfasser, von dem die First- Bücherei noch weitere Arbeiten bieten wird, tritt mit diesem Ron,a»t in die erste Reihe unserer Erzähler.

Niederdeutsche Volksklinde. Von Professor Dr. O. Lariffer. 135 Seite»! mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. (Wissenschaft und Bildung, Band 140,) In Leinenband Mk. 1,25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig

Wiking - che r, Bd. 24: Maria Recht, Doktor Richters Brautfahrt. Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig. (Gebunden 1 Mark.

Hochland. Inhalt des Novemberheftes: Früh­christliches Totengebet des griechischen Ostens. Von Dr. Anton Baumstark. Zur Kullltrgeschichte der KriegSgreuell Von Dr. Luzian Pfleger. Martinian sucht den Teufel. Eiu Roman von Johannes von Guenther. Der gute Kriegsmann unseres Herrn Jesu: Franz Josef Rlldigier. Bon Hermann Bahr. Deutschland im Wandel französischen Urteils. Von Eharlotte Lady Blenner- haffett. Kleine Bausteine. - Kritik. Rundschau.

I m K i n d e r h i in m e l Golds l,ii gelein. Je zehn Scherenschnitte mit Gedichten. Von Marie Margarete Behrens. Preis in Geschenkmappe je' 3 Mart Verlag Friedrich Andreas Perthes, A.-G., Gotha. Tie luftigen schwarzen Mädel nnd Buben, die Engel und Elsen, die aus biejeu Blättern durcheinander tollen, werden bald jeden, Kinde l,nd >nanchen Erivachsenen zu lieben, vertrallten Freunde»» »verden. Mit entzückender Leichtigkeit zaubert die Schere der Künstlerin alles ins Leben, was Kinderheimen von jeher höber schlagen ließ: das Kasperle und die Pnppenwäsche, die große Geburtstagsfeier und die Kochkünste der Engel. Fürs Kinderzimmer bilden diese Scherenschnitte, die lose in den Mappen vereinigt sind, deshalb eil, Bilderbuch oder einen Wandschmuck, de^ tatsächlich fröhlichste, tiubefangenste Kindlichkeit mit allen Vorzügen reifer Kunst und euvev sprudelnden Fülle von Einfällen vereint.

T 0 st 0 j e w s k i: Der Großinquisitor. Das Krokodil. Nr. 46 der s eltliterat u r" Preis 10 Pfg., vierteljährlich 1,20 Mk. Verlag derWeltliteratur", München 3, Färbergraben 24. Zu beziehen durch jede Bllchhandlung.

rrönigspromenade.

Man darf die einzelnen Wörter ilnd Silben nur in der Weise miteinander verbindel», daß ruau wie der Köllig auf dem Schach­brett stels von einen, Feld ans auf ein benachbartes übergeht.

zwei

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Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Vexierrätsels in voriger Nummer: We»mer* im WorteGericht" fehlt, ergibt sichGicht*

^ichristleüung: Fr. R. Zenz. Zivillingsrunddruck und Verla- der Brühl'schen UniversitätS-Buch und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.