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be§ Grauens nahm er aber in seinen Schlaf mit hinüber und jener -Lraum kam Meder über ihn, vor dem! es ihrn vor jedem Einschlafen schon schauderte:
— Er lag in seinen Mantel gerollt, in jedem dieser Träume, unweit von einem Torfe. Im Mondlicht schattete der Friedhof. Erne Gestalt löste sich, von ihm los, trat ins Mondlicht und war ein Weui. Kam langsam, wie ein witternder Hund auf Milan zu, rroch gewichtlos über seinen Körper hinweg und legte zwei eisig ratte, gierig schmatzende Lippen an die nie vernarbende Wunde über serneni Herren. Milan erschauerte unter der Berührung dieser ^ppen, fühlte die Zähne des Vampirs in seinem Fleisch wühlen, §?vte ihn sem Blut saugen, das haltlos nach der brennenden Wunde ymsturzte. Versuchte das Unwesen von sich abzuschütteln, kämpfte gegen die ohnmächtige Lähmung all seiner Glieder an und brachte es doch nur zu dein Verzweiflnngsschrei des verfallenen Opfers.
Von seinem eigenen Schrei erwachte er auch diesmal. Schweiß staird auf sernenr ganzen Körper. Er betastete sich, fand seine Hemdbluse geöffnet, und er geriet mit den Fingerspitzen in eine warme, rlebrige.^lüisrgkett: Blut. Tie Wunde in seiner Brust war wieder aufgebrochen.
Noch hatte er sich aus seinem Traume nicht ganz zurück- gefunden, da suhlte er aus dein Tunkel heraus zwei Augen auf sich nrederbrennen, funkelnd, wie die einer Katze. Ter Frenide hockte Neben ihm und starrte ihn an.
„Hund, höllischer," fuhr Milan auf, „was hast du nebelt wir zu suchen? Geh fort, du hast den bösen Blick! Geh fort,, du hast den Vampir rn meinen Schlaf gelockt. Geh fort, oder ich erwürge dich!" *
Ilnfc) er ballte die Fäuste in wilder Wut nach dem Fremden..
„Bruderherz, du bist krank," klang» es aus dem Tunkel. „D u hast Mich, geweckt durch dein Gestöhn Uiid Geschrei. Ta, sauf einen Schnaps und mach, da ßdu schläfst."
Eine Feldflasche schlug Milan an die Brust, er entkorkte sie, brannte die aus Angst trocken gewordene Kehle aus und lehnte sich ermattet zurück.
„Ter Schnaps ist doch gilt?" fragte der Fremde.
„Er tut wohl," sagte Milan.
„So schlaf."
-„Ich. kann nicht."
-„Warum?"
. . stöhnte Milan, „die Angst hält mich wach. Ter Vampir wird wiederkommen. Ja, ich weiß, daß er kommt. Wir sind zu nah beim Torfe Er ist gierig auf mein Blut, er läßt nicht ab von Mir, iveck ich ihil gestern Hab töten wollen. Der Pfahl muß daneben gegangen sem, ich. habe sein Herz gefehlt. O, diese verfluchten mazedonischen ^chweme, daß sie auch aufmerksam' werden mußten!"
Fremde regte sich, und kroch ganz dicht zu Milan heran.
„War mein Schnaps gut?"
„Hast du nun Vertrauen zU mir?"
f Milan würgte an der Antwort. Llbcr es war, als ob der remde chm das Wort auf die Lippen lege und ihn zwinge, ihm on und Leben zu geben.
„Ja./
„Erzähle mir von diesem Vampir."
„ Wilan fühlte daß er diesem unheimlichen Frernden erzählen müsse, snn Wille war wie geknebelt, aber noch wehrte er sich. „Ich kann nicht."
Ter Fremde lachte kurz und häinisch:
„Kannst nicht? Hier, sauf noch einen Schnaps. Ter löst dir die Zunge.
Milaft geharschte und leerte die Feldflasche bis zum letzten Tropfen. Lem Kopf glühte Nun drängte es ihn, zu erzählen.
„Weißt du, das war damals, vor drei Jahren, als wir die Tlnken zum ^ande hinausjagten. Wochen lagen wir im Gebirge wieder^ttegcn^r m ^atzustg in dieses Torf, wo wir auch jetzt
- Dorf," Mederholte der Fremde, und es klang wie
eine Bestätigung.
„.Ich gehe in ein Haus mrd finde eine Mazedonierin. Ein Weib, ich drr Bruderherz, wre eine junge Stute. Wochenlang hatten int !V c ? m ' e ?J gesehen. „Tn kommst mir gerade 11 !. etn . tf Ö und fasse sie unl die Hüften iind
schleife sie rn die Ecke. L-w lvehrte sich, die verfluchte Katze, wehrte N barchen und Füßen. Auf einmal riß sie mir meine Bluse heruuler, dav Licher, schlug ihre starken blanken Zähne in meine Brilst und biß darauf los, als ob sie der Satan selbst wäre Rot wurde mir vor den Augen vor Wut und? Schmerz. Warte, du Satan denke ich, und würge sie, würge sie ab, wie einen tollgewordenen ^-sie, laßt nicht locker mit ihren Zähnen, und als die Katze eleiidiglich verreckt ist, da hat sie sich durchgebissen Maule" Wutl ö 0r Hetzen Fleisch aus meiner Brust hängt in ihrem
— Was sagst du, Bruderherz?"
„Nichts, nichts, erzähle weiter."
a ü- § bcm ?orf haben sie auf dem Friedhöfe ver- stharrtz Ein Vampir war dieser Äatan schon bei Lebzeiten sonst mir mcht das Stück Fleisch <n,s der. Brust herailsgebissen Mst ^ .schon damals, sage ich dir. Hätte die Wunde
ronft mcht hecken müssen? Ein Tüickenhund hat mir mit dem
SchE rersebt 'und-dii siehst nichts mehr Winü»e m meiner Brust platzt innner wieher auf, und Nacht komrnt dieser höllische satan an mich herange-! schlichen imd schmatzt mir das Blitt weg. Eben, als ich schlief
% er ' ® int Nein, du kannst nicht sehen, Q b & Hund her, hier, hier. ..." 7 '
m x t Ejchbni Schrei empor. Tie Finger des Fremden Wunde, als seien es die Lippen
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^chte in wildem Hohne auf
„^u Werb," sagte er, „was läßt du mich die Wunde berühren lvenn du es nicht vertragen kannst?" wrruijxen,
Milan vermochte nicht zu antworten. Das kalte Grauen seiner Traume durch fror ihn bis ins Mark. 11
krank, Bruderherz" begann der Fremde wieder, und auf seiner Lttmme lag em Zwang. „Tu müßt den Vamvir
ist^don^ls/s^^' aiisgraben, und wenn er einer
cktt dann ist sem Leib nicht verfault, sondern warm von dem Blute, das er^ drr ausgesaugt. Tanir mußt du einen Pfahl nehmen M Hart .^bräunt hast. Mid mußt ihm damit das Her^
ausbL^uE dn bist'erlD^ **** *** ^
Milan stöhnte.
«nhÄJSw I;a6C Ich Hab dm Pfahl durchs Grab
hindurchgeschlagen, wert die verdammten Bauern, die in der Nähe
NN, mach zerrissen hätten, wenn sie sahen, daß ich das Grab
m 7 r-V nl V I ra5 L mitfi .daneben gegangen sein. Ich habe das Herz nicht getroffen. Nun wird er niich weiter quälen. o . . .'1
/suirt'Jz*® E, Mittel," flüsterte der Fremde mtt rauher
an Milans Ohr. „Das wird dich von diesem Vampir erlösen. Zuvor will ich drr aber lagen, warum ich in dein Zelt gekommen om und warum du mir dies erzählen mußtest:
ß xe ^vzedonisch: Katze der du, ja so, wie ich es jetzt tue, die Hände um den Hals gekrallt hast und die du da abgewürgt hast, ^ ^uen tollgewordenen Hammel, — das war mein Weib..Jetzt wehre dich, du serbischer Weiberschänder, du Gräberschänder!"
Hände des mazedonischen Bauern lagen wie ein Schraubstock um Milans Hals. Mer die Kraft der Verzweiflung krümmte sein Rückgrat. Sie wälzten sich im dunkel des Zeltes. Eine Zettbahii klaffte auseinander, und Milans vorguellende Ailgen erfaßten als letztes Bild den Friedhof, der k •l cf>attete - ® m Weib löste sich aus seinem Dunkel
und hetztp auf ihn zu, wie ein Hund, der ein Wild stellen will, xa sank Milans Kopf kraftlos zurück.
Tor Frmidc nchtete sich tiefatmend auf. Mles war stM. Niemand hatte dm Kampf bmterkt.
Rache!" sMcrte er, beugte sich nieder und stieß «eben dem Toten seinen Dolch in die Erde.
Tann ging er langsam, als sei nichts geschehen, in der Rich- tung^wo er die Bulgaren wußte.
Lteil stand der Mond über den zerklüfteten Bergen.
Die Herren von der Ving, ein vergessenes hessisches Geschlecht.
Oberhalb Lauter bei Grünberg, dort, wo Ranheim und die s? 0 / 1 ’ 1 r Trmkwassev herholerr, liegt am Ausgang eines schönen WaldtÄes unter -eur Greteberg, der eine vorzeitliche Siedlung? trast, die Bmg L>ie umfaßte brs in die neueste Zeit drei Bauern- Hose einschließlich der Binginlihle, ihr Besitz und Betrieb wurde aber gesckräntt ^ ^aatüchm Quellen-Käufe und -Anlagen stark ciii-
^^?-BingnEe liegt aus dem Steilabfall der vom Greteberg herabziehendeii Wiesenfläche ein kleines Wäldchen, der „Burgwald Tre Flureu oberhalb und unterhalb heißen „Am Bnrgwald. In Lauter liegen noch „Junkerngärten", und die
SrÄnSSÄ 01 von der Bina ist noch sehr lebendig.
Aec Besitzstand wird nmh bezeichnet, er scheint imterhalb des Gretebergs und der Ernfurste, bis hin zu dem Lochgarten jellseits der Laubacher Straße gelegen zu lwben. ' ^
Burg ist uoch der rechteckige, senkrecht ans dem Basalt- felseii herausgehauene ttefe Burggraben zir sehen, in dem vor einigen wahrer, bei Erdarbeiten ein großer eiserner Schlüssel mtt p vergoldetem Griff gcfuiiden und diirch einen Grünberger Amts- I rrchter an das LandesmUserun abgeliefert worden sein soll ^er von dem Graben eingeschlossene Platz reicht nur für einen kleineren Bau, und da vo.i Mauerresten nichts zu sehen ist, die Oberfläche stark hangt muß man aus einen Holzbau schließen.
Geschichtlich sind zu Lauter die Herren von Strebekotz bezeugt Sie finden sich auch m Queckborn nach den: Aussterben der Herren voii Qnecköorii. 1332 belehiite Laiidgras Heirrrich Glaser Grimberg) den Johann voii Strebekotz mit einer jährtüheu Gülte von dem. ^orf Lauter als Burgleben. Dem Gottfried Streb kotz lvahrend des Lterirerkrieges 1366—73 das Torf Lauter für 170 Gulden verpfändet. Nach Scriba's Regesten sind an Zehnt- 1350 die .Herren von Ulfa uiid Saasen, 1416 Oswalt von Engelhausen (r/z L>ttrude von der Bing gelegen)
\r 0U WrndhaufM und Friedrich Mn Saasen, 1463 Splwlt von ^viudhausen und ^oachiln von Saaseii beteiligt. Während


