geringsten geschmälert wird. Im INegenÜeil! ritt nehmendes Gesundheitsgaflihl, frne wir e£ früher faicnt für möglich gehalten hätten, ist erfahruirgsgcmötz die Ailge, ruft alle noch schlummernden lund sonst gebvndmvtt körperlichen imd seelischen Energien auf den Plan und steigert Lebensmut. und Tatkraft bis zu den äußersten INvenAM, wir es heute die Lage der Nation erfordert.

Vernaschtes.

* Einen großen Künstler entdeckt hat, wenigstens für sehr weite Kreise unseres Vaterlandes, Dr. Franz Seröses in feinem Aussatz im Septemberheste von VelHagen L Kkasings Monatsheften. Es ist der Maler Fritz B oeh le in Frankfurt. Jeder Mode grüße lauft man heute nach, von Fritz Boehle aber ist, außer einer kleinen Gemeinde, die jedes feiner Blatter auskaust, bei den künstlerischenWettermacherrck wenig und mir mit einem ae- wissen Achselzucken die Rede. Dabei hat alles, was Boehle schafft, künstlerische Qualität und einen geradezu starren Eigencharakter, laurer Eigenschaften, die mau sonst zu schätze,: versteht. Aber Boehle ist nichtinteressant-, denn er ist gesund, kokettiert nicht mit Nerven und ist nicht ein bißchen pervers. UeberdieS ist er so deutsch, daß es schon beinahe anstößig wirkt. Mit Tyonra, mit Trübner, mit Kltnger, von denen ihn doch wieder manches trennt, ist Boehle zu nennen; auch mit Lei bl und MaröeS, und erst recht mit Dürer und Hohlbein. Was bei diesem Künstler stets von neuem packt, ist die Größe und Redlichkeit seiner Auffassung, ist die Wucht seiner Dar­stellung. Gleich in den frühesten Radierungen tritt daS hervor und ist des Künstlers Kennzeichen geblieben bis ans den heutigen Tag. Geradezu plastisch ist bei ihm die Wirkung von Tier und Mensch. Seine Pferde und Bullen prägen sich besonders ein. TaS ist ein Geschlecht wie ans Urweltzeiten, wohlgenährt, mit mächtigen Köpfen und starken Gliedmaßen, tragsählg und zugkräftig und wie von einem Gefühl persönlicher Würde erfüllt. Vor allem liebt Boehle, wie ehemals Wonvermann, den Schiinmel. So wenig Boehle bisher in weite Kreise gedrungen ist, so groß wird daS Erstaunen dereinst sein, wenn inan einmal den beträchtlichen Umkreis seines Schaffen? zu überschauen vermag. Heute ist dies nur annähernd bet den Radierungen der Fall, deren Zahl über sechzig beträgt, und den Lithographien, die man ans zwanzig bis dreißig schätzen darf. Alls diesem Gebiete ist der Erfolg des Künstlers bereits gesichert. Aeltere Radierungen, die man ehemals für dreißig bis fünfzig Mark erwerben konnte, werden heute, wenn sie überhaupt erlangbar sind, mit tausenden ausgewogen. Dies ist sehr wohl begreiflich. Steht doch Boehle unter seinen heutigen Genossen wahrhast als ein auch den Größten gleichgeordneter Heros da. Und wenn über­haupt im letzten halben Jahrhundert der Marktwert der Graphik allseitig gestiegen ist, so ist es nicht mehr als gerecht, daß Boehle an dieser sich hebenden Nachfrage und Wertschätzung feinen bedeut- sainen Anteil hat. ES wird geradezu Pflicht unseres Voltes sein, meint Dr. Franz ServaeS zum Schluß seines Aussatzes in Del- hagen L Klasings Monatsheften, diesen Künstler, der einer ihrer echtesten Söhne und monumentalsten Begabungen ist und in dem unsere glorreiche Vergangenheit wie in einein neu lodernden Brennpunkt wieder auflebt, mit vollem Bewußtsein sich anzueignen und in seiner vorbildlichen Bedeutung zu erkennen. Und mag es nicht ohne persönliches Verschulden des eigenartigen ManneS geschehen sein, daß er jetzt sozusagen im Winkel sieht, sein Schaffen jedenfalls darf nicht länger im Schalten bleiben: Fritz Boehle gehört an die freie Sonne!

Die ältesten zoologischen Gärten der Erde. Die ältesten zoologischen Gärten der Welt befanden sich, wie die neuesten zusammenfaffenden Untersuchungen ergeben haben, in Aegypten. Vor 3500 Jahren, unter den Pharaonen, zur Regte- rungszeit Totmes I., wurden die ersten zoologischen Gärten ge­gründet. Und zwar war es eine Frau, die Tochter des Herrschers Totmes, der man diese Tat verdankt. Die Prinzessin hatte eine Expedition inS Somali-Land gesandt, die eine Sammlung fremder, jeltfamet Tiere mit brachte, wie sie im Dunkel der Zeiten noch nie­mals die heiligen Tempelgärten der Pharaonenwelt betreten halten. Das Jntereffe galt damals aber sicherlich weniger der zoologischen als der religiös-mystischen Bedeutung des Unternehmens. Nach der feierlichen Einweihung wurde ein Tempetfest veranstaltet, bei dem 60OOO Tiere vor den Götterstatnen vorbeiziehen mußten, was beweist, daß die alten Aegypter nicht nur großzügig im Bau ihrer Pyramiden und Sphinre waren, sondern auch bei ihl-en Festfeiern, und wo es galt, neue Institute ins Leben zu rufen.

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* Für die Küche. Wie uns mitgeteilt wird, geben die Blatter der Roterübeu, wenn sie wie Spinat zubereitet werden, ein vorzügliches und wohlschmeckendes Gemüse. Sie verlieren beim Kochen die rote Farbe und werden grün wie gekochter Spinat.

* Die Kohlrübe und ihre Verwendung Eine unserer anspruchslosesten Getnüseart-en ist die Kohlrübe, auch wohl Wracke genannt. Wir Hausfrauen schätzen sie schon allein ihres verhältnismästtg stets niedrigen Preises, wegen. Freilich erst in den letzten Zähren hat sie die ihr znvoinmende Stelle in unserem! Haushalt bevomrnen. Tre Kohlrübe, die jm April gesät, im Juli ausgLpflanzt ist, erreicht bis Oktober in nicht gar zu magerem

. Boden eine stattliche GröHe. Man kann sie in. luftigen Lagev, räumen im fpo ft fw fen Keller ober irr enter Erdmiete ohne vkE Mühe übenvmtern. Ittr Nährwert steht die Kohlrübe den Wurzel genüssen gleich. Sie enthält 1,0 Prozent Eiweiß und 6,0 Prozent Kv-hlehydraLe. Ihre Verwerdmtgsmiigiltchkeit ist sehr groß, ganz besonders als Zugabegemüs« und in Suppen aller Art. MvhrrübeH Kohl, Erbsen, Bohnen, Linsen, Sellerie lassen sich wie sclbstredenL Kartoffeln sehr tvohl mit der Kohlrübe Knsamuren t-Mveuderr., Ebenfalls eignet sie sich in gleicher Zusammenstellung für Suppen aller Art. Aber mich als Zusatz für Marmeladen ist die Kohlrübe ön empfehlen und leistet auf dem Gebiete dasselbe wie ihre Ver­wandte, die Mohrrübe. Da der Preis der Kohlrübe auch in diesem! Jahre ein niederer sein widr, kann man möglichst große Bea>, Wendung Kur Streckmrg der anderen Gemüscarteu, zur Streckung unserer Obstmarmelade nur sehr empfohlen werden.

* Deutscher Reis. Diesen Namen verdient die Hirse, welche berufen ist, den ausländischen Reis in weitein Maße zu er­setzen. In richtiger Zubereitung schmeckt sie ebenso gut wie ReiS; am Nährwert übertrifft sie ihn bei weitem. Hirse enthält geschält: Eiweiß . . . . 11,3 v- H-, Reis nur 8,0,

Fett.3,6 , . 1.0.

Iahrsalze ... 2,3 . 1,0,

Kohlehydrate . . 67,3 , _ 76,5,

Master . ... 11,3 . u 13,0.

Dem Ueberfchnß an Kohlehydraten im Reis sieht der viel wert­vollere Mehrgehalt der Hirse an Eiweiß, Fett und Nährfalzen gegen­über, während zugleich ihr Wassergehalt geringer ist. Alkes in allem ist sie also ein wertvolleres Nahrungsmittel als Reis und ebenso leicht verdaulich. Hirse sollte deshalb in Zukunft wieder viel mehr angebaut werden und wieder wie bei unseren Voreltern zu Ehren kommen. Danil khnnen wir auf Reis gut vernichten. Hirse faim in der Küche zu allen Zweckeil >vie Reis verwendet werden. Ihren, schwach bitterlichen Beigeschmack entfernt man durch schnelles Abbrühen. In Waffer gekocht, quillt sie rasch und allSgiebig und behalt ihre körnige Form, ,vas vielen angenehm ist. Milch da­gegen wirkt verhärtend aus Hirse. Sie gliillt darin schwer auf. wie übrigens auch Reis, und sollte deshalb stets in Waffer halb weich gekocht werden, ehe man Milch zusetzt. Juden, ,sl Hirse außer- SF* ergiebig; für vier Personen ergibt ein Viertelpfund eine oicTe Suppe; ein halbes Pfund mit einem Pfund Aepfel ein Ge­richt, das Aepfelreis an Wohlgeschmack vielleicht übertrifft. Der hohe Eliveißgeyalt der Hirse macht sie für fleischlose Mahlzeiten hervorragend geeignet. _

Gießener Harrsfrauen-Vereiu»

W o ch e n - 5k ü ch e n z e t t e l.

Sonntag: Jomatensnppe, Kalbsbraten, Kartoffeln mch Zwetfchemnus.

Montag: Kartoffelsuppe, Weißkraut, Kartoffeln, Bratens restc.

Dienstag: Hafermehlsuppe.*) Zwetschenknödeln. Mittwoch: Bvhniensnptpe, Kartoffelpuffer, Apselnrus Donnerstag: Knorrs Königinsitppe, Grießmus, Himbeere tuiike.

Freitag: Grünkentflockensuppe, Hering und Kartoffeln, Gurre.

Samstag: Brodfuppe, Kartoffelgemüfe.

*) Zweisckmrknödeln von Kartoffelteig. Gekochte Kartoffeln auf dem NudÄdrett heiß zerdrückt, 1 Ei oder Eiersatz, etwas Salz- Llr-eyl sovtel als die Kartoffeln annehtn-en und ein feiner Teig gemacht. Knödeln geformt, drückt malt m die Mitte eine frische Zwetsche, kocht sie in Salzivasser und mit Semmelbröseln bestreut.

§cherzrätsek.

Als neugebackener Rekrut,

Die erste Nacht in der Kaserne,

Verlor ich allen Uedermut:

Zum Kamps sehnt' ich mich in die Ferne.

Die fremden Menschen rings umher.

Das sind tum deine »ersten beiden*.

Daran gewohnt ich mich nur schwer,

Doch traf mich bald ein größ'reS Leiden:

Sie holten mich beim Kerzenschein Nachts auS dem Bett, trotz uteiner Bisten, Und lacheitd weihten sie mich ein Mit jenem fürchterlichenDritten".

Das war zwar keine Seligkeit,

Doch weil wir füreins-zwei" nun gasten, So haben wir seit jener Zeit DaS Ganze treulich uns gehalten.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nmttmer« Stein, Stern.

SchrMettuna: Fr. R. Zenz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch-und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.