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Die Emden auf der ttaperfahrt.
Von Herwann Oesterwitz.*)
Nach längerer Fahrt wurdcnr die belebten Straßen der Foking Wrd der SunLainseln erreicht. Die vielen hier anzutreffenden kleinen Segler und Fischerfahrzeuge konnten der „Emden" gefährlich »Verden, denn die Nächte waren mvndhelt, und der Kreuzer war selbst auf ziemlich weite Entfernung hin leicht als deutsches Kriegsschiff zu erkennen; seine Anwesenheit hätte den Feinden demnach zienüich leicht verraten werden können. Da ließ Korvettenkapitän! von Ddüller stoppen und während der Nacht einen vierten ^>chvrn- stcin einbauen, um dadurch sein Schiff Welliger erkenntlich zu machen. Dieser provisorische Schornstein wurde gleich hinter der Strikte vor dein vordersten Schornstein hochgehißt. Von der Seite gesehen tourde der Schornstein täuschend nachgemacht, von vorn war seiir Aussehen allerdings sehr fragwürdig, denn seine Brüder tvaren Viel dicker. Für die Nacht mochte er genügen, u!m das Schiff zu maskieren; aber am Tage '»würde man wohl die Nachahmung aus Segellappen erkannt haben. Am folgeliden Tage lvurde denn auch eine bessere Täuschung hervorgezaubert: einige Latten wurden als Holzkreuze zusammen genagelt llnd mit Segeltuch umspannt. Das Gerüst lvurde gleich den ailderen Schornsteinen grau gestrichen, vom vorderstell Mast bis zuul Hocheisen des ersten richtigen Schornsteins wurde ein Drahtseil gespannt der stellvertretende Sckwrw- ffein hocl>gezogeil: er zeigte jetzt die richtige Form und Stellung mnch seinen Brüdern. So lvar die Möglichkeit gegeben, das Aussehen des Scküffes je Nach Notlveudigkeit durch Hochziehen des vierten Schornsteins zu ändern. Am Ende der ersten Woche des September traf die .Milden" in dem ihr bestimmten Operationsgebiet, dein Golf von Bengalen, ein, uln ihre Kaperfahrt zu beginnen.
Mtten in der Nacht des 10. September ertönten plötzlich auf delu Schiff sämtliche Alarmglocken, das bekannte Zeichen für die Mannschaften „Klar Schiff zum Gefecht!" Vom Ausguckposten imi vordersten Mast, ebenso im Scheinwerfcrstand, wurde weit hinteil am Horizont ein Licht gemeldet. Nun ging es still und geräuschlos ckuf die Spur. Von der Brücke ertönte das Kommando durch das Sprackwohr zur Maschine: „Dampf auf in allen 12 Kesseln!" und schon nach llvenigen Augenblicken zitterte uird bebte der ganze Schiffskörper; mit äußerster Kraft ging es vorwärts. Nach einer Wnle lvar das verfolgte Schiff in rasender Fahrt cingebolt: es wurde in rveitem Bogen llingangeu, so daß es durch die „Emden" lmmer von achtern („hinten") aufgeholt wurde. Jetzt kain das 'Kvmlnandv durch das Sprachrohr zur Vtascksiue: „Volldampf vor- <nis!" Aus derl Schornsteinen sprühten die glühenden Kohlcnstück- chell wie eilt Goldregen, uitb schnell war die ,Milden" 200 Meter hinter dem' fcirrdlickien Sck>iff, das als ein Handelsdampfer erkannt wurde, der ganz heimlich dllrch die Nacht semerr Weg suchte. Nun ging durch ein Mikwphon denk feiildlick-eu Dampfer der Nuf zu: „Stoppen Sie; funken Sie nicht, wir sckstcken ein Boot an Bord!" Der frenide Danlpfer gab keine Antwort, er Mochte wohl feinen, Ohren nicht tarnen, denn nach Anirabme der Eiigländer konnte doch lm lndrscheu Ozean kein deutsches Kriegsschiff mehr sein; er fuhr also rilhig weiter. .Da erging von der Brücke das Kommando: „Fertig, Feuer!" ulld eine Granate setzte die feindliche Besatznng voll der wirklichen Anwejsenhett eines deutsck-en Kriegsschiffes in sremltnls. Jetzt stoppte das Schiff, ulld seine Danchssirenen heulten saiauerllch in die finstere einsame Nacht hinaus. Voil der „Emden" ging sofort die Kutterb^esatzung^ soivie das Prisenkoimnando mit emem Pnsenosfrzier, ebellso ein Deckoffizier mit der Sprcnggruppe und ernem Sigiialgast (Matrosen) in das Boot, das an den fremden Dampfer heranfuhr, dessen Besatzuilg sofort das Seefallreep ausbrachte, mit das Schiff dem Prisenkommaildo sreizugeben, sollst gab es, nach seemännischem Ausdruck, „dicke Luft"! Da blitzte nun das Licht desSigualgastes auf dem fremden Schiffe auf; er morste wlgendes: „Hier em griechischer Danipfer „Pontoporus" i4049 O weh! das war ja ein neutraler Dampfer," so ging es bei der Emden-DdaNnschiaft von Mund zu Mund, und jeder war gespannt auf die »vetteren Signale, denn ein neutraler Dampfer toimte seines Weges weiter ziehell. Mbier schon am folgenden Tage wäre es rm ganzen llldischen Küstenla'.rde bekannt gewesen, daß ein deutscher Kreuzer dem neutralen Schiffe seineil Besuch abgestattet habe^und erlgllsche Schiffe Mrdeu sich schnell bei der ,-Emden" »U-V 7 'U.chgebaden wld die Aussicht aus fette englische Kaperbeute
si» heraus, daß das grie-
chlsche Schiff von Rangun nach dem Bengalischen Meerbusen unter- .Ärmlich für englische Schiffe bestimmte Schiffe als sehr erwünschtes Nahrungsmittel fttt dre Maschinen zugute kommell sollten. Allein ^ Kohlen, die als zu fein für die „Emden" nicht in Danlpfer wurde nicht versenkt, son- derll mußte der ^Emden' lm Kielwasser folgen. Er wurde später vom englischen Kreuzer „Darmuth" aufgeftmden.
Wochen ir^r die,-Emden" nun schon in See, ohne einen Hafen anzulauftn. Es fehlte bereits dieses und jenes) nicht allein
Schilderung dem fesselnd geschriebenen ne£ß ÄlSfÄ Wesh«". Erlebnisse ^i7«s Teil- M^chs WEanns Berlag und Buchdn>ckerei.
Seife zum Waschen, sondern auch Pirvviaut, so daß sich die t-ig. o 0 ^ 011t>n öu Portiönchen verminderteir. Es wlirde daher ' ö LS! Tt ? t ,^ten Fang Darum fuhr die „Emdell" im Bmga- lleerbusen kveuz lind quer, ein Dreieck ziehend von Rangun nach Kalkutta^und Mädras. Acht englische Krellzer tvarerk dabei Jckgb, um, loie in bcn englischen Zeitungen angefiiudigt niu.rde, dl^e.n deutsckien Kverizer zu „ketchen". Sie
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Dampfer. Die Besatzunq hielt die ,-Emvcu nnt den wer Sck-ornsteinen für einen englischen Kreuzer
l-ion die Uagtze: sofort Wte die dusche Flagge uild lud das feindliche Schiff freund- ^E^.Berblerben elN. Es lvar der Dampfer „Üovat", tr mtÄhff 1 '!!? besttmmt für einen englischeil Truppen-
transport von Kolombo ivach Frankreich. Das ganz neue Schiff FJJf **51 ^ a ^ re ^d04 hatte 6102 Tonnen Frachtraum und war auf ^ ^nd- die Mannschaft der „Euchen" fte notweichlg brauckKe: Fleisch, Mehl, Zucker, Milch, At^btten und buc ia erwüifiihte steife. Stundenlang gingell die Boote hin und her, um dle.Vorräte auf der „Emdeil" zu bergen wurde DarnHfer verscnkt. rmchdem seine Besatzung mit- samt ihrem Hab und Gut auf den gekaperten Griechen ,Ponto- veÄwchit w^r Di« Flagge des „Lovatt' wurde wie Bei auen gekaperten Schiffen als Slegestrophäe auf die „Emden" go nommell. f
$SP ab fmg das Geschäft des Kckperns für die „Emden" zu bkuhell an, gefördert dadlirch, daß urancher englische Kapitän
ET*hinter ihm ein anderer Dampftr folgte, der dann leicht aufgebracht wevden konnte
Lrhebliche Verringerung der Schadenfeuer auf dem Lande.
3 citmifl hat, veranlaßt durch die tu»»-, rn 'thrL s s b ' 1 : ® e , r 1 !^' t ’ n f i bie Schadenfeuer auf dem Lande
Ä m r,e 6 J l ? »ugeuomuien hätten, eine entsprechende
(t™ rAi s be t V Magdeburgtschen Landesseuersozität gehalten, ^gebnis bieftc Belragung ist ein außerordentlich ersrenlicheö, C t § fx 1118 "^/..wieder, ,vie sich unsere Landbevölkermig ihrer schweren Psilcht, für die Ernährung des deutschen Volkes aNes u! ö f ! n , 5 ren ^^"en steht, voll bewußt ist. Nicht ganz
""Oerechtsertlgt mögen die Befnrebtnngen sein, daß z. B. von den * b b<M r hermigezogenen Kriegsgefangenen leicht Brand-
st teigen verursacht werden könnten, ebenso sind die Gefahren der
n °f?" S8rn,,b S? buvc ^ lvelche infolge der um das
Xielladje gesteigerten Arbeit der Mütter häufig unbeaufsichtigt b elben müssen, bedeutend gestiegen. ? Ueberhaupt sind die Gefahren- die Entstehung von Schadenfeuern auf dem Lande o rt , m ♦ 0 ?lOegen, lim so erstaunlicher lind ehrenvoller für die Landlente sind dre nachstehenden Daten.
der b .Er im SozietälSgebiet vorgekommenen, von
der Sozietät zu entschädlgen geweseneil Brände betrug:
im Jahre 1913 1377 Brände.
" . 1914.1260
. » 1915.912 und
„ laufenden Jahre bis jetzt 460 ^
Von diesen Bränden entfielen allf;
m% .»ä;,, süssf sssssr
1. 2. 3. 4. 5.
1913 266 64 56 468 13 123
1914 270 49 52 434 11 Joi
1915 142 74 64 399 7 40
1916 154 37 30 160 2 17
Explo- Andere Ganz un
klaren Ursachen ermittelte Brände ?. 6 .
1913 5 212 75
1914 4 219 120
1915 17 89 90
1916 14 24 42
Die Zahlen sprechen, besser als Worte. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß auch die Erfahrungen anderer großer Felier- versrcherungen ähnlich? günstige Resl.ltate ergeben. Es liegt also keme Ursache zlir Beunruhigung vor. Immerhin möchte das
Kriegsernahnulgsamt nicht verfehlen, barauf hinzuweisen, wie
wichtig eS gerade jetzt ist, der Verhütung von Schadenfeuern in Land mid Stadt die allergrößte Ailfnierksamkeit 31 t widmen. Auch bte ivemgeii Brande reißen noch für die Gesamtheit ,vahrnehm- bare Lucken m unsere Bestände. Mit viel gutem Willen lmd vermehrter Anfnierksamkeit ,vird man ai.ch sie noch erheblich be- schranken können. ^ J


