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Letzter Zeit über dieses Thema erhalten habe, zeigt mit erschreckender Deutlichkeit. wie sehr diese Umstände an hem bedrohlichen Be­völkerungsrückgang Frankreichs schuld tragen. Besonders unsere Loldaten, die sich auf kurzem Urlaub .in ihren Heimatsstädten befinden und nur zu gerne die Gelegenheit denüden würden, sich zu verheiraten, um der Republik zur Sicherung ihrer künftigen Kraft neue Krieger zu schenken, müssen unter diesen gesellschaftlichen Vorurteilen leiden. Ter Krieger, der in wenigen Taaen wieder an die Front geht, hat keine Zeit und keine Gelegenheit, das Mädchen, das ihm gefällt, auf dem vorgeschriebenen umständlichen Wege 'kennen zu lernen. Und da das Ansprechen auf der Straße nicht gerade das wünschenswerteste Vorspiel für eine Eheschließung ist, kehrt er als Junggeselle in den Donner der Geschütze zurück, und Frankreich hat wieder einmal die Hoffnung auf künftige Bürger verloren. Aber auch im Frieden bleibt das Problem bestehen, und darum ist es jetzt unsere dringende Pflicht, endlich diesem für unser Staatsleben so gefährlichen Nebel abzuhelsen." Gewarnt .durch die Mißerfolge, die BrieUx bereits mehrfach mit seinen eigenen Ideen auf diesem Gebiete bei seinen Landsleuten zu ver­zeichnen hatte, holte er in verschiedenen Bevölkcrnngskreisew Meinungen und Vorschläge ein. Das Ergebnis dieser Tätigkeit gipfelt in dam Plan, den Staat ganz offiziell zur Heiratsvermitt-i lung heranzuziehen:Es bleibt nichts anderes übrig, als die Heirat nach dem Kriege regelrecht zu organisieren, wie man l^entzutage die Arbeit, den Hilfsdienst und überhaupt den ganzen! Krieg organisiert. Gibt es nicht in jeder Gemeinde Arbeite Vermittlungsstellen für jene, die nicht aus eigenen Kräften eine Anstellung finden? Und werden dadurch die anderen geschädigt, die das Glück haben, sich selbst eine Lebensstellung zu begründen? Was liegt also näher als die Einrichtung offizieller staatliches Heiratsvermittlungsänrler? Jedes Mädchen und jeder junge Mann könnte sich auf einem solchen Amt, zu dem sie nach ihrem Wohnort zuständig sind, einschreiben und dem Namen gewisse Taten wie Beruf. Bildungsgang, hervorstechende Eigenschaften, Eigenschaften des Charakters und Gemütes und besondere Wünsche hinzu fügen. Auf diese Weise würde jeder aus einem solchen Register diejenige Person heransftnden können, die seiner Art am meisten entspricht. Tic Ehekandidaten und Kandidatinnen würde?: sich kennen lernen und sicherlich in zahllosen Fällen den Entschluß fassen, den Weg des Lebens gemeinschaftlich weiterzuschreiten. Darum muß sofort ein solches System erngeführt werden, und diese Organisation Wunde den TitelDie Braut des Kriegers" tragen. In jeder Kleinstadt und in jedem Viertel der großen Städte sollte die Regierung; ein solches Vernrittlungsanrt errichten. Rur ans diese Weise werden wir die Menschenreserven erhalten, die uns vor zukünftigem Unheil bewahren können! . .

W i e man sich bei Hofe benehmen soll. In einem Wiener Archiv befindet fich eine Ordre, die für die zu Hoftafeln geladenen Offiziere im Jahre 1624 anSgegeben wurde. In der Einleitung dazu wird bcmerft, daß der größte Teil dieser Offiziere sich zwarmit Höflichkeit und guter Erziehung gleich wahren Kavalieren aufgeführt", daß es aber doch als notwendig erachtet worden, den jüngeren, noch weniger erfahrenen Herren das folgende einzuprägen: 1. Gleich nach Ankunft den K. K. Hoheiten ihre Reverenz erweisen und hübsch gekleidet sein mit Rock und Stiefeln. 2. Bei Tafel nicht mit dem Stuhle schwanken oder sich daran rekeln, noch die Beine lang ansstrecken. 3. Nicht nach jedem Mundvoll Essen trinken, den Becher nicht mehr als bis zur Hälfte nach jedem Gang leeren und vor den: Trinken den Mund und Schnurrbart rein abvutzen. 4. Die'nde nicht in die Schüsseln stecken und die Knochen nicht unter den Tisch werfen, 5. Nicht die Finger ablecken, noch in die Teller anssvucken und ebensowenig > die Nase am Tischtuch abpuhen. 6. Nicht so bestialisch trinken, utn

verhindert zu fein, aufrecht Weggehen zu können oder gar vom Stuhl zu fallen.

*Der Erfinder derSeeschlange". Leon Gozlcin, der vor 50 Jahren am 14. September starb, einer der bekanntesten französischen Journalisten hat in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts imEonstitutionnell" die Zeitungsente von der See­schlange in die Welt gefetzt. Das gibt ihm eine gewisse Unsterb­lichkeit, die so gestattet, heute an ihn zu erinnern. Zu Marseille 1803 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, war er mit zwei Jahren getauft worden, was aber erst nach seinem Tode be­kannt wurde. Er selbst scheint sich stets für einen Israeliten ge­halten zu haben, und schon sollte er nach israelitischen Gebräuchen bestatte! werden, da wurde sein Taufzeugnis zu Tage gefördert. Sein Vater, einst ein angesehener reicher Reeder, hatte sein ganzes Vermögen verloren, so mußte L6on seine Studien unterbrechen und ging mit siebzehn Jahren mit einer Schiffsladung Champagner nach Algier. Unterwegs geriet er in Streit mit dem Kapitän, der ohne viel Umstände den hitzigen Jüngling ans Land setzte. Gozlan schloß sich nun einer .Gesellschaft von Küstenfahrer»»" an, die ihn nach denn Senegal Mitnahmen. Auf dieser Reise wurde er aus einer kleinen Insel in den afrikanischen Gewässer»!, als er bei der Jagd sich zu weit vorwagte, von einer Negerschar angegriffen und mit einem Dolche an der Stirn verwundet, wovon er zeitlebens eine Narbe behielt. Seine Reisegefährten widmeten fich dann dem . Sklavenhandel, und Gozlan kehrte nach Marsellle zurück, von wo i hn der Weg bald nach Paris, zur Literatur und schließlich zum

Schnitlettung: Fr. R. Zenz. Rotationsdruck und Verlag der B,

Journalismus führte. Die Seeschlange, deren Erfinder er ist, stammt also ans seiner Seeränberzeit. Ob nicht auch von den heutigen französischen Journalisten mancher in seiner Jugend be reits das Piratenhandiverk ausgeübt hat?

* Gekaufte Regimenter. Im 18. Jahrhundert war es durchaus keine Seltenheit, daß ein Landessürst einen! anderen gegen eine bare Geldentschädignng einen vollständig formierten Truppen­teil überließ. Die Truppen schwuren dann dem neuen .Kriegs­herrn und wurden in dessen Armee einrangiert. Das preußische Infanterieregiment Nr. 40 der allen Armee war ein solches ge­kauftes Regilnent. Im Jahre 1732 war es von dem Herzog von Sachsen-Eisenach zu drei Bataillonen errichtet worden und hatte als herzogliches Regiment im kaiserlichen Heere den Feldzug am Rhein mitgemacht. Nach dein Frieden ward es auf ein Ba­taillon reduziert und 1740 an Preußen verkauft, wo es die Nummer 40 erhielt und nach Schweidnitz in Garnison kain. Die Papiere und Dokumente über diesen Verkauf befinden fich im Ge­heimen Staatsarchiv in Berlin. Man »nnß hierbei bedenken, daß der Soldat zu da,naliger Zeit ein vaterlandsloser Kriegsknecht war, dem das Kriegshandwerk als solches oblag, ganz gleich wo­für und gegen wen er kämpfte. Daß einzelne Offiziere oder Sol­daten nacheinander in verschiedenen Heeren kämpften und gegen frühere gute Kaineraden im Felde standen, kam dabei natürlich oft genug vor.

* Die Bettdecke als Schlafrock. Um allen Bedürf­nissen bettlägeriger Menschen zu entsprechen und allen durch Auf­decken oder ungleiche Erwärmung möglichen Schädigungen vor­zubeugen, hat. wie P. Jakobsohn oerDeutschen Medizinischen Wochenschrift- »nitteilt, ein Fräulein M. Hübner eine ideale Bett­decke entworfen und geschneidert. In der Mitte der oberen Schmal­seite ist ein r»n,dlicher Ansschnitt angebracht, der sich, »vie der Halsausschnitt eines Kleides, um die Schultern legt, so daß nur Oberhals und Kinn frei find. Die Stelle für diesen Turchfchlupf ist so ge»vähk1, daß bei»« Ausrichten i»n Bett die Seitenteile »vie ein Krcmkenbeltmantel znrückklappen und den Kranken auch in dieser Stellung »varin einhüllen. Außerdem besitzt die Bettdecke noch ein paar Schlitze für die Ariue, an die pl»lderär»uelartige Armhüllen angenäht sind. Auf der Vorderseite ist eine Tasche für Buch, Taschentuch, Börse usw. angebracht, die das ewige Verlegen und Verrutschen solcher Gegenstände verhindert. Für ein kurzes Aufstehen ist diese vieiseltige Bettdecke ebenfalls gebrauchsfertig: der untere Deckenteil muß nur e»nporgellappt und die zivei Rückenteile aneinandergehakt werden, um einen warmhaltenden Schlasrock zu erhalten._

Gretzcner Hausfrarten-Berein.

35 o cf) e n - K :i cf) c » Zettel. »

Sonntag: Tomatensnppe mit Maismehl, Schmorbraten, Endiviensalat, Salzkartofseln.

Montag: Brühe von Bratenknochen mit Nudeln, Rotkraut (ohne Fett, mit Essig, Zucker und Ajepseln gekocht», Kartoffelbrei mit Sfxut Und Zwiebeln.

Dienstage Kartoffel suppe, .Hefeklöße mit gekochten Zrvet- schen.

Mittwoch: Aepselsuppe, Heringskoteletten, Gurkengemüse- Kartoffeln.

Donnerstag: Gerstensuppe, Frikarckellen, Bohnensalat, Schalkartofseln.

Freitag: Möhren ft lppe, Weißkrautklöße * mit Tomaten- tunke.

Samstag: Zwetschensuppe, Kartoffelgemüse, Essiggurken.

Fleischeintcilung: 5 Personen 2 Pfund, d. i. Sonntag l 1 /* Pfund, Donnerstag Vs Pftlnd Hackfleisch.

*) Weißkrautklöße: 2 Pfund Weißkraut oder Wirsing iverden gekocht, und durch die Fleischmaschine gedreht, 125 Gramm gekochte, erkaltete Kartoffeln gerieben, 125 Gramm Mehl, 2 Eier, Salz, Pfeffer, Muskatnuß: dies alles gut gemischt, mit bemehlten Händen rnnde Klöße geformt, und in Salzwasser V<t Stunde lanL* sam kochen lassen. _

Ergänzrrngsrötsel.

3B. n . J>.. R . s. n . u. g. b. ü. ^

G ..t .e. L. n . z. .nd .;

W.. n . i. S..,!' . m . öch.. e. g.ü.t, N. h. .. e . o. n. n. e. de l

Auflösung in, nächster Nummer.

Auflösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummerr

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"rhl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, Gießen-