Ausgabe 
19.7.1916
 
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Vermischtes.

»Welch entzückender Abend! . .' Ein auSnahmS weise unkriegerisches, baffit aber auch recht unterhaltsarnes Ge schichtchei, weiß »Paris-M,di" auS dem Hause des französischen Generals Lyautey zu berichten. Der General pflegte feine Muße­stunden völlig feiner Liebhaberei für Tiere zu widmen, und er hielt sich stets einen dressierten Affen und einen Papagei, die er selbst arff Reifen mitnahm. Während der Affe nach Ansicht des fran zösischen BlatteS ein Wunder an Verstand und Geschicklichkeit »var, zeigte sich der Papagei weniger gelehrig, da er trotz aller Be­mühungen in seinen sprachlichen nenntmffen nicht über den einen Satz hinauskam: »Welch entzückender AbendI" Warum ans- gerechnet dieser Satz dem Tier gesiel, ist nicht aufgeklärt. Tat fache aber ist. daß der Papagei nur diese Worte zu sprechen ver mochte. Eines Abends nun begab sich General Lnaute y zu einem Feste, und er beging die Unvorsichtigkeit, seine beiden Hausgenossen unbewacht in demselben Zimmer zuriickzulaffen. Als er spät nach Mitternacht wieder heimkehrte, bot sich dem militärischen Tierfreund ein Bild des Schreckens. Der Affe hatte sich mit einer Unzahl bunter Papageifedern geschmückt und betrachtete im Spiegel grinsend diesen neuen Schmuck, während der Papagei völlig gerupft auf die höchste Krone der Lampe geflohen war und mit im Todeskampfe röchelnder Stimme krächzte: »Welch entzückender Abend I* Seit dieser Zeit soll General Lyautey auf derlei Freuden im Hause ver zichtet haben. _

vüchertisch.

,D, e Türkei" von Paul R. Krause, Kaiser!, ottom. Regrerungsrat a. D. »Aus Natur und GeisteSwelt", Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Band 469. Mit 2 Karten im Text und auf 1 Tafel (III und 136 S.) Geheftet Mk 1,, gebd. Mk. 1,25. Verlag B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1916.

- Deutscher Wille (K u n st w ar t). Erstes Jul,Heft 1916. (Kriegsausgabe zu ermäßigtem Preis. Vierteljährlich 3,60 Mk. Verlag von Georg D. W. Eallwey, München.) Im Leiter »Reisezeit - Heiinatzeit" behandelt der Herausgeber, Ferdinand Avenarms, d,e Frage des Heimatschutzes als Pflege eines gemein kamen Volksgutes. Man dürfe Heiinatwerte, die ja Volkskraft be­deuten, nicht durch privatkapitalistische Sonderintereffen vernichten lassen., Der österreichische ReichsratSabgeordnete Franz Jeffer führt im Anschluß an den 50. Jahrestag der Schlacht von Königgratz aus. wie sich das Verhältnis der Deutfchösterreicher zum Staate Oesterreich und zum Deutschen Reiche seither gestaltet hat. Wolfgang Schmnann gibt einen kritischen Ueberblick über eine An zahl neuerer »soziologischer Romane und Novellen". AvenartuS fordert in einen, Aufsatz »Neuer Photographen-Kunstdienst" die Liebhaberphotographeu auf, ihr Können in den Dienst der alten deutschen Kunst, besonders der Plastik, zu stellen, denn von diesen Werken gäbe es in den meisten Fällen keine befriedigenden Wieder­gaben. Profeffor D. Friedrich Niebergall behandelt die Persön­lichkeit und das Wirken Adolf DiesterwegS. Es folgt ein bisher unveröffentlichter Gedichtzyklus von AvenariuS unter dem Titel »Sommer Frieden". Aus der Rundschau nennen wir folgende Themen: Zur Reichskanzler-Rede vom d. Juni. Pansen im Ge- dichtrythmus. Neue Bücher über Musik. Die Börse als moralische Anstalt. Der Bauer als Geschäftsmann, der Bauer als Helfer. Der Weg der Kriegerheimstätlen. Krieg und Kinderkräste. Zu der Münchener Erklärung gegen F. W. Foerster. Ein deutscher Ver­band für Volksbild,mg. Die Bilderbeilagen bringen eine farbige Wiedergabe von Elarita Beyersfriesischer Bauernstube", Ferdinand Staegers »Schöne Zeilen" und vier wissenschaftliche Aufnahmen von der berühmten Elastik des Westchors des Nann,burger Toines. Die Notenbeilage enthält eine Arie aus Haendels »Judas Makkabäus" in der Neubearbeitung von Hermann Stevhani.

- "Unser Burgfriede" betitelt Hans v. Wolzogen einen Leltaufsatz tu der von Wilheln, Kiefer herausgegebenen Monats- schrtit für da« deutsche Kunst- und Geistesleben »Bühne und Welt Ueber H. St. EhainberlatnS »Politische Ideale" schreibt Armand Cronnnelin eine Abhandlung. Einem gefallenen KriegS- fce,w,lügen fetzt Karl Henckell ein Denkmal. Anton Ohorn bringt ein mtereffanteS Kapitel aus den schriftstellerischen Erfahrungen fernes Lebens. Neben einer eingehenden philosophische», Abhand- lung über »Peer Gtziit" von Dietrich Eckart bringt das Heit eine Wurdiaung des BiSniarck-Romanes von Karl Bleibtreu. Der Pr.,5 des beites beträgt 60 Pfg., ein HalbjahrSbezug 3.50 Mk. durch ,ede Buchhandlung, die Post und den Verlag von .Bühne und Welt", Hamburg 36. J

7 " 0 o *i b QJ q a b e desGeseh ' und Verordnung S° blatteS für die okkupierten Gebiete Belgiens. Aicht nur m Deutschland, sondern auch in den besetzten Gebieten Belgiens hat der Umfang der gesetzgeberischen Tätigkeit den Wunsch nach einer übersichtlichen Sammlung der seit Beginn des Krieges erla.'enen Gesetze u»d Verordnungen anfkominen lassen. Während aber ,n Deutschland bisher lediglich private Sammlungen der Kriegsverordnuugen bestehen, hat die deutsche Verwaltung in Bel- dem kürzlich erlchienenen ersten Band der »Handausgabe de. Gesetz- und Verordnungsblattes für die okkupierten Gebiete

Belgiens" (Buchhandlung Mffch Sr Thron, Brüssel, Koni,»gstraat 186, den Grund zu einen, großen amtlichen Sammelwerk der von ihr erlassenen Bestimmungen gelegt. Die von der Politischen Abteilung bei dem Generalgouverneur in Belgien herausgegebene »Hand­ausgabe", die von Gerichtsaffessor Otto Spengler bearbeitet ist, druckt in Band I nur den.deutschen Text der für die besetzten Ge­biete Belgiens erlaffenen Verordnungen und Bekanntmachungen auS der Zeit von, 2. Eeptenrber 1914 bis 31. Dezember 1915 ab. In einen, Anhang zu der Handausgabe sind die nicht im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlichten Verordnungen und Bekannt­machungen zusam,ne»,gestellt, die in späteren in, Verordnungsblatt erschienenen Verordnungen ermähnt sind. Die »Handausgabe* kann von der Buchhandlung Misch &. Thron, Brüssel, Koning­straat 126, bezogen werden.

DaS Gebiet der Tierpsychologie hat durch die ,n den letzten Jahren schnell bekannt gewordenen Rechenleistungen der Elberselder Pferde und des klugen HanS (Pferd deS Hek^n von Osten) einen bedeutenden Umfang gewonnen. So sind auch mit Affen ähnliche Versuche durchgefuhrt und zu interessante», Unter­suchungen erweitert worden. Der bekannte Psychologe, Pro­fessor Dr. Karl Marbe, Vorstand des psychologischen In­stitutes der Universität Würzburg, hat die Rechenkunst der Schim- pansin Basso in, Frankfurter Zoologischen Garten geprüft und da­bei wertvolle Tatsachen zusannnengestellt, die er als drittes Heft im IV. Bande der Zeitschrift »Fortschritte der Psychologie" (Verlag B. G. Teubner) veröffentlicht hat. Wir lassen einen Abschnitt daraus folgen: Durch mancherlei Beobachtungen »var ich zu einer Hypothese gelangt, an die ich die Fortsetzung der Versuche gnzu- schließen beschloß. Ich war närnlich auf die Idee gekommen, der Wärter stelle seinen Körper bei jeder Fragestellung unwillkürlich so ein, daß die der Aufgabe entsprechende Tafel von der Median­ebene seines Kopses durchschnitten wurde. Zur Prüfung meiner Hypothese führte ich »nächst folgende Versuche aus. Ich ließ den Wärter 10 Rechenaufgaben stellen. Vor jeder Aufgabe legte ich jedoch selbst die 10 Tafeln ans den Tisch. Nachdem Basso reagiert hatte, packte ich die Tafeln wieder zusannnen und nuschle sie, ahn lich wie Spielkarte»,, durcheinander, un, sie dann von neuem wieder aufzulegen. Vor jeder Frage des Wärters stellte ich dann diesen so ei»,, daß die Medianebene seines Kopfes, »velcher der ga»»ze Körper unwillkürlich bis zu einem gewiffen Grade folgte, eine ganz bestimmte, von mir in Alissicht genoinmene Tafel u»,d nur oiese kreuzte. Natürlich mußte ich schon bei»,, Auflegen der Tafeln ans d,e Möglichkeit, diese Einstellung zu be»verkstelligen, Rücksicht nehmen, d. h. ich »nutzte die Tafeln jeweils so legen, daß es mir möglich »var, nur eine durch die Medianebene des Kopses deS Wärters kreuzen zu lassen Jrn übrige»» legte ich die fragliche Tafel regellos bald mehr nach liyks, bald inehr nach rechtS, bald ungefähr in die Mute des TtscheS. Der Wärter durfte natürlich keine -r.afel a»,sehen, sonder»» er »nutzte, »vie bei den üblichen Vor­führungen Bassos, über den Tisch hinweg nach den, Publikum starre»,. Die Versuche führten zu folgeuden Resultaten: Nicht ein klnz,g?s Mal war die von Basso angegebene Zahl richtig, jedeSinäl aber hob Baffo diejenige Tafel auf, die von der Meoianebene des Kopfes des Wärters geschnitten wurde. Durch diese Versuche, die ich mit einiget, Modifikationen und gleiche»,, Erfolge wiederholt habe, ist z»ve,fellos beiviesen, daß Baffo bei der Anslvahl der von ihr aufgehobenen Tafel», wesentlich durch die Lage dieser Tafeln S"r Medianebene des Kopfes deS Wärters bestiinint wird. Jeden­falls dürfen wir sagen: Von eine»», a»»tomatischen oder wirkliche», Rechnen Bassos kann nicht d,e Rede sein. Sie rechnet »veder auto inatisch, noch selbständig, noch verfügt sie gar über ein geheimnis­volles natürliches Rech»,en. Sie reagiert offenbar nur auf be- stinunte, unwillkürliche Zeichen, unter denen jedenfalls die Ein­stellung der Medianebene des Wärters bedeutsam ist.

Silbenrätiel.

a, bad, fa, fal, ga, han, i, jo, la, lit, me. nior, na, ni, nis, o, ra, ra, rang, rau, sa, schar, so, stall, la, tan, te, ter, llh, tnr, n, n, ul, va, wit.

AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen elf Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt »verden, daß die Anfang»- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen den Rainen eines Dichters und den Titel eines seiner Werke bezeichnen. ES be- beuteit aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Böhmische», Badeort.

8. Einen Banin.

8. Naturforscher des 18. Jahrhunderts

4. Biblischen Rainen.

5. Ei»,e der neun Muse»,.

6. Stadt in der Niederlausih

7. Altertüinliche Bezeichnung für eine des Gatten beraubte Frau.

8. Ein Tier.

V. Ein Bildungsintttel.

10. Eine Naturerscheinung.

11. Kölnische Fiour bei Shakespeare.

Auslösung in »nächster Nummer. 1 -

Auflösung des Logogriphtz in voriger Nummer.

Kann»», Lamm, Da»n.

SchrMeUung. Aug Boetz. - Rotationtdruck und Verlag der Briihllchen UniverstlLls-Buch- und Sleindruck-rei, R. Lang«, Wieben.