Fortfall kommt. Der PajuM-chler, der von vielen Züchtern gemacht wird, beruht «ich mangelhafter Kontrolle des Kerert vages. Man läßt die Hühner häufig zu alt werden und fitttert sie noch zu einer Zeit weiter, w-o der abnehmende Eievertvag die Kosten nicht mehr lohnt und auch das Fleisch sich verschlechtert. Um dies zu verhüten, ist eine sorgfältige Kontrolle des Alters der Tiere durch iFlußrrng'e n. dergl. !und des Eierertrages durch Gebrauch von Fallennestern nötig: auch hat man ans Beschaffung der geeignetsten Rassen, guf richtige und nicht zu reichliche Ernährung, auf Aussonderung aller kranken Tiere, auf Vermeidung der Inzucht, aus Reinhaltung der Ställe, Sihstangen und Nester sorgsam zu achten. Wir bezogen vor dem Kriege jährlich große Mengen von Kern und Schlachtgeftügel aus dem Allslande' — int Jahre 1913 mußten allein für Eier und Eigelb etwa 200 Millionen Mark an das Ausland gezahlt werden: wird die Geflügel-, besonders die Hühnerzucht- überall rationell bei uns betrieben und nach Möglichkeit erweitert, so sind wir zweifellos imstande, lins darin vom Auslaitde unabhängig zu machen. Welche Bedeutung das gerade jetzt für die Volks- ernährung haben würde, liegt attf der Hand.
* Wrang el als Diplomat. (Sine wenig bekannte Wrangel-Geschichte zeigt ims den alten preußischen Haudegen als eilien Mann, der geschickt diplomatische!: Schwierigkeiten auszu- weichen wußte. Es war im Jahre 1864, wo ganz eigenartige Verhältnisse in Holstein herrschten. Die deutschen Bundesstaaten hatten Holste:,: besetzt, während die allierten Oesterreicher und Prenßen Schleswig eroberten und von da auch später in Jütland eindranßen. So kam es, daß diese,: eil: Teil der Festung Rendsburg gehörte, während die eigentliche Stadtbefestigung in: Besitze der Bundes- truppen verblieb. In deren Besitz wären auch die Pulvermagazine, und die preltßischel: Offiziere, die nach Rendsburg kamen, um Munitionsvorräte zu beschaffen, waren gezwui:gen, erst die Schlüssel bei den Bul:deStruppen abzuholen, was mit allerlei Unzuträglich- keitei: verknüpft war. Vergeblich hatten die Offiziere den Feld- nmrschall um Abstellung dieses Uebelstandes gebeten, er möge ein Machtwort sprechen. Wrangel hatte dies immer verweigert, da er alles vermeiden wollte, was die Bundestruppen verletzen könnte. Eines Tages meldete ihn: eil: sehr energischer Offizier, der schon öfters den schwerei: Gang zum Magazin hatte machen müssen, er habe den Schlüssel behalten u::d trotz Mahinlngen des Bundes- komnmndeurS diesen: erklärt, er werde ihn nur herausgeben auf ausdrücklichen Befehl seii:es Ober-Kommandos. „Der Schlüssel wird wieder abgegeben!" befahl Wrangel. Darob allgemeiner Univillen bei den Herrei: des Stabes. „Mein Sohn, das verstehst Du nicht," sagte der Feldmarschall, „ich habe zwar besohlen, der Schlüssel wird abgegeben, ich habe aber — inzwischen ein anderes Schloß am Magazin anbringen lassen, und den Schlüssel davon behalten wir natürlich! -
* E i n m e r k w ü r d i g e s wissenschaftliches Ver- m ä ch t n i s. Es sind jetzt 83 Jahre her, seitdem Graf Alexander Arakjef, ein Freund des Zarei: Alexander I., der staatlichen Darlehnskasse die Snn:me von 50 000 Rubeln mit einer merkwürdigen Bestiinmung übergab: es sollte diese Summe unangetastet bis zur hundertsten Wiederkehr des Todestages Alexanders I. liege:: bleiben, so daß sie sich durch Zins und Zinseszins gewaltig vermehrte. Die Riesensumme, die alsdann vorhanden ist, solle dem zusallen, der die ausführlichste und trelleste Geschichte der Regierungszeit Alexanders I. versaßt hätte. Die »Times" ist es, die auf d:ese eigenartige letztwillige Verfügung zu einem wissenschaftlichen Zwecke htnwetst; sie ist auch iu der Lage, weitere Einzelheiten über das Testament anzngeben. Die Akademie der Wissenschaft ur:d Kunst ist es, der die Manuskripte zur Prüfung vorzulegen sind; bis zum 12. Dezember 1925 muß die Entscheidung getroffen werden. Alsdann sind den: Preisträger etwa 800 000 Rubel in'Metallgeld auszubezahlen, und der Rest des angesammelten Geldes wird für die Veröffentlichung des Geschichtswerkes verwandt. Dieses soll nämlich breiten Volksschichten dadurch zugänglich gemacht werden, daß 10 000 Exemplare zum Herstellungspreise verkauft werden; außerdem soll de: Rest der Sun:n:e dazu dienen, unter den gleichen Bedingungen Uebersetzungen zu verkaufen, und zwar eine französische und eine deutsche.
* Engliscke Feld Herrn geh älter einst und jetzt. Lord Kitchener bezieht in seiner heutigen Stellung ein Jabresgehalt von 120 000 Mk., und ein junges Parlamentsmitglied hat dagegen eingewandt, daß die Dienste des Feldmarschalls etwas hoch bezahlt feien. Demgegenüber betont nun die englische Presse, daß im Vergleiche zu den Gehältern, die englische Feldherren früher bezogen, die Entschädigung Lord Kitcheners, besonders in Anbetracht der Verdoppelung und Verdreifachung des Geldwertes seit Anfang des 18. Jahrhunderts, geradezu lächerlich geringfiigip sei. Zum Beweise werden die Sunnnei: initgeteilt, die der berühmte Sieger von Vlenheim und Malplcrquet, der Herzog von Marlorough,' bezog. Marlborough erhielt gleichzeitig als Bevollmächtigter der Königin Anim 140 000 Mk., als Oberbefehlshaber der englische!: Streitkräfte 200 000 Mk., als „Master of the Orbnance" 60 000 Mk., als Oberst der Leibgarde 40 000 Mk.; dai:eben bezog er von den nieder- ländischen Generalstaate,: jährlich 200000 Mk., eine Pension von 100 OoO Mk., Neisespesen in Höhe von 26 700 Mk., Tischgelder in Höhe von 20 000 Mk., alles in allen: also 785 700 Mark. Damit nicht genug, bekam ^seine Gemahlil: als Oberhofmeisierir:, Ver- '
walterin von Windsor, Garderobetntendantin und Schahmeistevtn jährlich 150 000 Mark. Die beiden Marlboroughs kosteten England mithin jährlich 935 700 Alk., und dabei waren die Einkünfte und der Wert der großen Besitzungen Woodstock und Blenheim nicht miteingerechnet, die dem großen Feldherrn als Krondodation verliehen worden waren.
vllHertlsch.
— Der „V ö l k e r k r i e g." AuS den eingehenden Dar- stellunaen in Heft 77 und 78 der bekannten Zellschrtft „D e r Jö ö I f e r f c i e ß" (Herausgeber Dr. C. H. Baer, Verlag JuliuS Hoffmann, Stuttgart) geht hervor, welch genaue, klug berechnete und mit glänzenden Mitteln auSgeführte Vorbereitungen diesem denkwürdigen kriegerischen Dardanellen-WagniS der Engländer gewidmet wurden. Was die unter schrecklichen Opfern vollzogene Todesfahrt der englisch-französischen Flotte vom 18. März 1915 nicht erreicht hatte, sollte durch eine gelandete Armee erzwungen werden. Der .Völkerkrieg" erzählt in spannenden, meist aus englischer und französischer Feder stammenden Berichten von den Schwierigkeiten und den außerordentlichen Verlusten der Landungen. Gewöhnlich ließen die Türken die Landungsboote nahe heran- kommen und eroffneten dam: aus völlig gedeckter Stellung ein unheimliches Gewehr-und Maschinengewehrseuer. Es kam also alles darauf an, eine möglichst große Truppenzahl so rasch als rnöglich an die Küste zu werfen. Zwischen Kap Helles und Sedd-ül-Bahr wurde zu diesem Zweck ein eigenartiger Versuch gemacht. Drei Kompagnien der Dublin-Schützen sollten in Booten das Land erreichen, dicht gefolgt von dem Kohlendainpfer River Elyde, der ganz mit Truppen angefüllt war. Gleich hinter den Kompagnien der Schützen wollte man das Transportschiff am Strande anflausen lassen und die vom Schisse mitgeführten Leichter sollten eine Brücke zum Landei: bilden. Dieses klug ausgedachte Verfahren lieferte gleichwohl ein sehr geringes Ergebnis. Die ersten Kompagnien wurden durch einen Wirbelwind von Stahl und Feuer fast völlig vernichtet. Eine starke Strömung macht es fast unmöglich, die Leichter in die richtige Stellung zu brii:gen. Als auch dies schließlich gelungen war, überlebten unter eineln Hagel von Geschossen nur wenige die kurze Entfernung bis zum Strai:de. Bald gab die Schiffsbrücke der Strömung nach, die Leichter gerieten in tiefes Wasser, und viele, die den Kllgeln entgangen waren, ertränke,:. Ein englischer Berichterstatter, der soäter diesen Strar:d besuchte, fand „einen gewaltigen Schiffsrumpf, schwarz und rot bemalt, mit dem Kiel in den Sand gebohrt, verlassen und unbeweglich .... ein Gespensterschiff, das langsam von bei: Wellen zerfressen wurde, von Tag zu Tag mit mehr Schußlöchern besät, alles Schutzes entblößt: so lag er da, dieser gestrandete Rumpf, ber die ersten Krieger barg und den die Soldaten „Trojanisches Pferd" nannten."
— Walter Goetz, Deutschlanbs geistiges Leben im Weltkrieg (Perthes' Schriften zum Weltkrieg Heft 11). Preis 1 Mk. Verlag Friedrich Andreas Perthes A.-G. Gotha. — Im Gegensatz zu manchen anderen Veröffentlichungen über Teilgebiete der Geistesarbeit im Kriege, die viele Wünsche und be- geisterungsvolle Lobsprüche, aber wenig Neues und Unbekanntes bieten, unternimmt diese Schrift vom Nachfolger Karl Lamprechts zum erstenmal den Versuch, an der Hand von Tatsachen und bisweilen von Zahlen gewissermaßen die Sumine unseres geistigen Schaffen? objektiv aufznzeigen. Die Gesamtheit unserer Kriegsleistung in Schule und Kirche, Universitäten und öffentliche,: Instituten, Literatur und Kunst, Presse und Buchhandel usw. wird fesselnd dargestellt und gewürdigt. Für den späteren Historiker wird diese Schrift eine reiche Fm:dgrube sein; für uns Zeitgenossen ist sie das erste rein sachliche Zeugnis unserer geistige,: Leistung, das von allen denen, die zu diesem Schaffen beigetragen haben, mit Freude ausgenommen werden wird.
lireuzrätsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben
aaaabbdddeeeeeeff ifgg hh jj 11 mnnn o o r rrr ssssuuüti derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:
1. Nördliche- Sternbild.
2. Feierliche Handlung.
3. Einen Minnesänger. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Waidmann) Waldmam:.
Schriftleituna: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühlffchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gienen


