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«gezeichnet amüsiert. MH hatte einen Leutnant als Tttschf- nachbar, einen Freihevrn auf "ih ober Witz, ö«as war ein frecher Dachs. Einmal, gab ich es ihm, gehörig, sage rch dir; er erstarrte; es satz. Aber es war ein unterhaltsamer Mensch, nur frech. Das scheinen sie vielfach ru sein. Annenne, meine Mie, ich fahre ja morgen schon; Otto bringt mich bis Neuhaus; morgen ist alles zu Ende, wann werden wrr uns Wiedersehen?..."
(Fortsetzung folgt.)
eingebaut, allein das half nur wenig. Die Pfade und Wege waren Schlamm und Lehm. Knüppelwege wurden angelegt, Wege ans dicken Baumstämmen und Balken. Ueber diese Wege muhte alles geschleppt werden, Nahrung, Munition, Trinkwasser, Post, Sprengladungen nnd Wurfminen. Tausende 'und abertausende schwerer Granaten mußten zu den Batterien, auf Kuppen und in Schluchten, geschafft werden. Tie Anstrengungen waren ungeheuer, eisern war der Dienst. Ein paar Waldbahnen wurden im Laufe der Zeit durch den Wald gebaut und erleichterten die Transporte..
Und der Wald poltert, rumort, trommelt und hallt. Tag und Nacht. _ _
Die Musik der Rrgomren.
Aus dem weben im Verlag von Julius B a r d, Berlin, erscheinenden Buche von Bernhard Keller mann „Der Krieg, im Argounerwajld". Mit Geleitwort und Orieutierungs- tarte von S. K. H. dem Kronprinzen. Znm Besten der Hinterbliebenen der im Kriege Gefalleinen. Preis geb. I,o0 Mk.
«Eine Armee, die angesichts solcher Schwierigkeiten nicht verzagt, die, mähr als das, noch vom lebeirdigen Millen, vorwärts zu dringen, durch glüht bleibt, hat Anspruch auf unsterblichen Ruhm in der
^ C] Me* Armee liegt im -Kampf, Tag unb Nacht, Wochen und Monate. Es gibt hier keinen Sonntag, keinen Feiertag.
Donner kracht im Wald. Es sind Granaten, die cmichlageu. Es sind Geschütze, die feuern. Das Echo poltert in den Schluchten. Gewehrschüsse knallen. In der Ferne im MIald hustet der Widerhall. Das Maschinengewehr prasselt wie das fürchterliche Zähneklappern eines Waldutigeheners. Die Granaten ziehen heulend nnd ttageiw über die düsteren Höhen. Tag und Nacht lärmt es gespensterhast in den Waldkiippcn. Im Dickicht trommelt der Tod.
Tie Artillerie liegt im Walde versteckt. Mit sechs, aast Pferden wurden die schweren Geschütze über die lehmigen Holzpsade geschleppt, hundert harte Fäuste griffen in die Speichen puh. wälzten die grauen Erzungeheuer in Stellung. Der Schwelst stürzte irt Bächen über das Gesicht des VLanncs. Feuern sie, so zerreistt ihr Krachen beit Berg, und die Granaten gurgeln und rauschen laut heulend über die Wälder. Antwortet dev Feind, so splittern und krachen Aeste und Bäume.
Das ist die Musik der Argon ne n.
Ohne Pause, ohne jedes Atemholen gehen die Kämpfe heiter. Es sind die fürchterlichsten, blutigsten, die die Geschichte aller Kriege kennt. Es ist der ecschöpfeitdste Kampf, der sich, erdenken läßt.
Die offene Feldschlacht ist Rausch, Sieg und Tod in einen Tag gedrängt, in ein paar Tage. Der Mann gibt sein Letztes, sie äst vorüber. Triumph, Atemholen, neue Quartiere, neue Erlebnisse, neue Gegenden, neue Menschen. Der Grabenkcunpf dauert Monate, b^er Mann gibt sein Letztes, er ist nie zu Ende. Strapazen, Gefahren und Entbehrungen jeden Tag und jede Nacht. Kein weithin sichtbarer Erfolg, kein berauschendes Vorwärtsstürmen, keine neuen Quartiere, Gegenden, Menschen. Hier ist der Graben und davor liegen die Drahtverhaue und die Toten. Es ist immer das gleiche, gleich anstrengend, gleich ruhmvoll und der Tod in jeder Sekunde gleich nahe. Uebernieuschliche Anstrengungen stellt der .Grabenkantpf an Offizier und Manu.
Züge und Kompagnien, Bataillone, Regimenter fressen sich langsam durch den Wald, Schritt für Schritt. Sappe um Sappe, Graben um Graben müssen int blutigen Kampf genommen werden. Der Feind macht wütende Gegenangriffe und wird wieder und wieder geworfen. Zwischen den Drähten liegen die Toten tu Häufen.
Anfangs untren die Gräben nichts als Liese Rinnen im Waldboden. Sie wurden mehr und mehr ausgebaut. Je gewaltiger die
nur mit dem flacheu Dach aus dem Boden ragten und bombensicher eingedeckt waren. Sie lagen versteckt im Gestrüpp, es waren unsichtbare Forts. Fort um Fort wurde ihm entrissen, aber fünfzig Meter dahinter hatte er seine neuen Festungen.
Nur der zäheste Wille wurde hier nicht nuttlos!
Man erwog den Gedanken, den Wald in Brand zu stecken und, günstigen Wind vorausgesetzt, den Feind mit Feuer und Rauch zu verjagen. Aber das nasse Holz brannte nicht und die Windströmäugen im zerklüfteten Waldgebirge waren zu launisch und unberechenbar. Also blieb cs beim Grabenkampf.
Die Gräben sind zerweicht.' Vom Fust bis zum Kops ist der Mann mit Lehm beschmiert. Es regnet, tagelang, und das Wasser steht, vis an die. Knie in den Gräben. M-an bringt Roste aus Knüppelholz au, aber das hilft nur wenig. Schlamm und Lehm ist die Behausung des Mannes, und selbst in den Unterständen dringt die Feuchtigkeit bis auf die Haut. Durchnäßt steht der Mann am Gewehr, am Ausguck. Cingewickell in den lehmigen Mantel schläft er in der nassen Erdnische, die schmutzigen Stiefel an den Füßen.
Das Laub wurde welk und braun und begann zu fallen. Man versprach sich eine bessere Sicht, aber Dickicht und Dornen bliebest üahezu gleich undurchdringlich. Nun kam der Winter. Die Bäume brausten im Sturm. Es schneite. Aber der Schnee blieb nur wenige Tage liegen. Dann regnete es wieder. Und es regnete wochenlang ohne Pause. Die Gräben schwammen. Bis an die Hüfte stand der Mann zuweilen in Wasser und Schmutz. Pumpen wurden
von krietzstechrnschrn Memigieiten
plaudert Tr. Georg Stumm in Nummer 28 der beliebten Zeitschritt UeberLandundMeer (Deutsche Verlags Anstalt, Stuttgart,-. Wir entnehmen dem lehrreichen Aufsatz folgendes: Von der Reichhaltigkeit der unmittelbar hinter der vorderen Linie im Laufe des Stellungskrieges entstandenen Pionierlager macht sich der Laie kamst einen richtigen Begriff. Ausbläser feindlicher Geschosse müssen häufig dazu dienen, die Pfähle für die Drahthindernisse in den Boden zu rammen. Ehe besonders geeignete Zangen und ltarkc lederne Handschuhe zum Verlegen des Stacheldrahtes angeliefcrt tverden konnten, waren Verletzungen der Hände an der Tagesordnung. Nachdem aber die Leute gelernt hatten, das stachelige Material, anstatt es mit bloßen Händen anzufassen, zwischen zwei, Hölzchen zu klemmen und in dieser Weise zu verlegen, kamen selbst in dunkler Nacht keine Verletzungen mehr vor. Viele zum Teil recht drollig« Einfälle sind bei der Anlage von Alarmvorrichtungen, die den her- anschleichenden Feind beizeiten ankündigen sollen, zur Anwendung, gekommen. Wo keine Miltenglöckchen aufzutreiben sind, werden lerre Konservenbüch-sen durchbohrt, mit ein paar Steinen gefüllt und in gewissen Abständen, auf Draht aufgereiht. Diese Drähte werden vor dem Drahthindernis in mehreren Reihen hintereinander kreuz und quer als Stolperdrähte auf kleinen Mücken nahe, am Boden verlegt. Die geiingfte Berührung verursacht ein weithin hörbares Klappern und macht den lauschenden Wachtposten aufmerksam. Sehr groß ist die Zahl der Drahischereukonstrukttonen, um ein rasches! Durchschneiden auch des stärksten Siacheldrahles zu ermöglichen. An Stellen, wo die beiden Gegner oft nur wenige Meter voneinander! entfernt sind, wo ein Arbeiten außerhalb des Grabens auch bei Nacht nicht mehr möglich ist, müssen mit Stacheldraht umwickelte Walzen, Spanische Reiter, an Stelle der fest in den Boden gerammten Pfähle als Träger des Drahthindernisses vertvendet werden, die hinter der Linie fertiggestellt und dann aus den Gräben! nach vorne herausgeworfen und verankert werden. Da gelingt es! denn nicht allzuselten, das feindliche Drahthindernis zu angeln. Ein beliebtes Ziel für Scharfschützen sind aus nahe Entfernungen die Gucklöcher in feindlichen Stahlschutzschilden. Um diese Gefahr zu verringern, haben unsere Gegner versucht, Gewehre so auszugr- stalten, daß der Schütze ruhig unten im Graben in voller Deckung stehen und dennoch zielen und schießen kann. Eine Spicgelvorrich- tung, in geeigneter Weise hinter dem Gewehrkolben angebracht,, läßt Visier und Ziel dem in Deckung steheirden Mann deutlich erscheinen, und eine Schnur führt zum Äozng, der mit der Hand nicht mehr unmittelbar erreicht werden kann. Reichlich find die Truppen der vorderen Linie mit allerhand Schutzmitteln gegen die Wirkung! betäubender Gase ausgerüstet; es gewährt einen grotesken Anblick, eine Gruppe solcher Rüsseltiere vor sich zu sehen. Für Patrouillen, die sich unbemerkt möglichst nahe an die feindliche Linie heranschleichen sollen, sind allerhand Uebcranzüge vorhanden, deren Farbe je nach der Jahreszeit und Farbe der Umgebung verschieden ist. Seit den Angriffen unserer Luftwaffe auf die Hauptstädte unserer Gegner suchest diese ihr Luftsignalwesen nach Kräften auszubauen. So sind in der Umgebung von Paris eine Menge Horchposten eingerichtet worden, die das Herannahen deutscher Luftfahrzeuge rechtzeitig erkennen sollen. Große Schalltrichter, die leicht beweglich in einem Gestell nach allen Richtungen gedreht werden können, sollen dem phr das Geräusch übermitteln. Am Ende der Schrill- trichtcr sind empfindliche Mikrophone eingebaut, von denen aus Hörrohre zu den Ohren des Beobachters filhren.
vermischte».
* Das r e i ch st e K i r ch e n v i e r t c l der Welt. Für „Rekords" haben die Bereiniaten Staaten von jeher geschwärmt, aber aus keinen sind sie stolzer, als ans den, den sich das New Porter Millionärsviertel an der Fünften Avenue geleistet bat. Dort liegt nämlich, wie der „Boston Transeript* entdeckt hat, das reichste Kirchenviertel der Welt. In nächster Nähe beisammen stehen da vier große Kathedralen und unterschiedliche kleinere Gotteshäuser, die durchgängig zahlreiche Millionäre zu ihrer Gemeinde zählen,: die katholische St. Thomaskirche, die St. Bartholomäuskirche, die preSbyterianische Kirche in der Ecke der Fünften Avenue, die reformierte St. Nikolauskirche usw., die sämtlich je 160 000 lns 240 000 Mk. jährlicher Unterhaltungskosten verschlingen und über ungeheure Einkünfte verfügen. War es doch z. B. der St. Thomas- Gemeinde vor wenigen Jahren möglich, sich eine Kirche für 15 Millionen Mark zu bauen! Die vier- bis achtfache Höbe der Erhaltungskosten spenden die MillionärSgenteinden für Misstons-


